Heute werden auf der Auavitae in Mülheim/Ruhr die Sieger der ersten Ausgabe des C2C Spirits Cup geehrt. Wir haben uns von der Organisatorin dieses Wettbewerbes, Julia Nourney, den C2C Spirits Cup in einem Interview erklären lassen.

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Whiskyexperts: Julia Nourney, der erste C2C-Cup ist geschafft. Hersteller und Importeure konnten ihre Produkte einreichen und von einer Jury bewerten lassen. Wie viele Whiskys wurden eingereicht und welche Arten des Whiskys konnten abgedeckt werden?

Julia Nourney: Ja, die Verkostungen sind alle vorüber. In Frankfurt, in Kressbronn, Hamburg, Essen und in einer kleineren privaten Gruppe bei mir zu Hause wurden insgesamt 55 Produkte bewertet. Die Whisk(e)ys stammten vorwiegend aus Schottland, Irland, USA und den deutschsprachigen Ländern Kontinental-Europas. Darunter waren Standard-Abfüllungen von großen namhaften Destillerien, aber auch Einzelfass-Abfüllungen und Sondereditionen. Insgesamt war die Bandbreite der Einzel-Kategorien sehr groß.

Whiskyexperts: Als Jurymitglied konnte jeder und jede mitmachen. Einzige Bedingung war, dass die Teilnehmer nicht in der Spirituosen-Branche tätig sind. Die Jury beurteilte die Proben dann unter Profi-Bedingungen in einer Blind-Verkostung. Wie müssen wir uns diese Verkostung vorstellen?

Julia Nourney: Jeder Juror bewertete im Laufe der Verkostung zwischen 20 und 24 Whisk(e)ys, die in einzelne Kategorien zusammengefasst wurden. Vor den Verkostern standen also nie mehr als fünf Whisk(e)ys gleichzeitig, die einzeln auf einer Skala von 1 (geht gar nicht) bis 10 (mein persönliches Super-Dram) bewertet werden sollten. Dabei habe ich Informationen, die den Juroren Hinweise auf die Produkte geben und sie beeinflussen könnten, weitestgehend vermieden. Die Gläser waren lediglich mit einer 3-stelligen Nummer und einem ungefähren Hinweis auf den Alkoholgehalt versehen. Genau wie bei Profi-Verkostungen durften die Whiskys nicht getrunken werden, was zunächst für gewisses Unverständnis sorgte, von den Juroren aber spätestens nach der 10. Probe auf vollste Zustimmung stieß. Im Anschluß an die Verkostung konnte sich jeder Juror seine vier Favoriten des Tages einschenken lassen, die dann mit den anderen Gruppenmitgliedern ausgiebig diskutiert wurden.

Whiskyexperts: Auf der Aquavitae werden heute die Gewinner der Gold-, Silber- und Bronze-Medaillen bekannt gegeben. Nach welchem Schlüssel werden die Medaillen verteilt?

Julia Nourney: Der Medaillen-Schlüssel teilt sich in 15% Gold-, 20% Silber- und 25% Bronze-Medaillen auf. Aufgrund der 55 eingereichten Produkte wird es heute also 8x Gold geben, 11x Silber und 14x Bronze. 22 Produkte gehen leider aus. Ich weiß, das ist eine verhältnismäßig große Menge, aber ich hoffe, die Produzenten und Abfüller verstehen das als Ansporn für nächstes Jahr. Auf die Gewinner darf man auf jeden Fall schon sehr gespannt sein. Die Auswertungen, die ich nach jeder Verkostunngen gemacht haben, waren immer wieder eine Überraschung für mich!

Whiskyexperts: Gibt es schon Pläne für das nächste Jahr? Werden weitere Orte und Termine für die Tastings hinzukommen? Wird es ein reiner Whisky-Wettbewerb bleiben?

Julia Nourney: Ja, manche Ideen für nächstes Jahr sind schon recht konkret, andere müssen noch eingehender geprüft werden. Ich plane auf jeden Fall, den Wettbewerb auf breitere Füße zu stellen, sowohl hinsichtlich der Anzahl der Verkostungen an verschiedenen Orten, als auch der Überlegung, nächstes Jahr eine weitere Spirituose bewerten zu lassen. R(h)um und/oder Gin sind dabei die heißesten Kandidaten.

Whiskyexperts: Vielen Dank für das Interview.