Dienstag, 18. Februar 2020, 14:28:22

Water, Wheat, Wood, Wax – die Geschichte von Maker’s Mark

Amrut Top of Site

The 4 W’s… Beheimatet in – wie könnte es anders sein – Kentucky, ist der Straight Bourbon in der signifikant, kantigen Flasche heute ein weltweit gern getrunkener und populärer Whisky aus den Vereinigten Staaten.

Zurück gehend auf die Star Hill Farm in Loretto, arbeitet die heutige Maker’s Mark Destillerie seit 1889 unter den wachsamen Augen der Familie Samuels.

Burks' Makers Mark Distillery, 3 Meilen östlich von Loretto, Kentucky
Burks‘ Makers Mark Distillery, 3 Meilen östlich von Loretto, Kentucky

Seit 1954 wird Maker’s Mark produziert, T. William „Bill“ Samuels Sr entwickelte zuvor die Rezeptur gemeinsam mit Bourbon Grand Seigneur Pappy van Winkle. Rund vier Jahre später glänzte die erste Abfüllung in den Flaschen, die schon damals mit rotem Wachs versiegelt wurden, heute ein klares Erkennungsmerkmal der Marke.

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Hiram Walker & Sons krallte sich 1981 den aufsteigenden Stern am Spirituosen-Firmament, sechs Jahre später zeichnete dann Allied Domecq für das Produkt verantwortlich, bis zum Verkauf von Maker’s Mark an Fortune Brands 2005, selbst später in unterschiedliche Bereiche aufgeteilt und mit Beam Inc als Dachgruppierung der Drinks Business.

Eine bewegte Geschichte eines Whiskys – ja, trotz seiner amerikanischen Herkunft ohne „ey“ geschrieben – der aber stets in Familientradition handwerklich hergestellt wurde und bis heute wird. Auf den Gründer Bill Sr folgte Bill Jr, der seinerseits 2011 die Agenden an Sohn Rob weitergab.

Die Schottisch Irischen Wurzeln der Samuels sind übrigens der Grund für die Schreibweise und die Tradition, die dem Produkt innewohnen.

Nur 19 barrels produziert man in einer Charge, eine – wie man offiziell verlauten lässt – „fürchterlich ineffiziente“ Produktion, „hand rolled and hand mashed grist“ entsprechen nicht gerade dem Riesenvolumen anderer Brands. Zuerst in Column Stills auf zirka 60% vol. Alkohol destilliert, anschließend etwas rückverdünnt und in Pot Stills wiederum auf 65% abv gebrannt, wandert die wertvolle Flüssigkeit mit 120 Proof oder 60% Volumen in die Fässer und Rackhouses.

Während der Lagerzeit, die sich in etwa mit sechs Jahren zu Buche schlägt, werden die Fässer von Hand rotiert. Das heißt die ersten drei Jahre ruht der Whisky in den höheren Etagen, wo die Hitze und Temperaturschwankungen für eine rasche Entwicklung sorgen, bevor die letzten Jahre eine langsame finale Reifung in den unteren Bereichen des Warehouse sicherstellen.

Ein weiteres, ausschlaggebendes Differenzierungsmerkmal gegenüber dem Großteil der Mitbewerber ist die Verwendung von rotem Winterweizen als „small grain“, nebst dem Hauptbestandteil corn und etwas malted barley. Während Roggen normalerweise Spicyness und Gewürznoten beisteuert, bietet ein wheated bourbon rundere, weichere Akzente, einen Hauch von Süße und Charme.

Für viele Jahre hat die immer populärer werdende Marke nur eine Ausprägung mit DEM Maker’s Mark als Small Batch Straight Bourbon auf den Markt gebracht. Nun, Gut Ding will ja bekanntlich Weile haben, in Loretto hat man das sehr konsequent umgesetzt. Eine lange Trial & Error Phase war nötig um die Whiskymaker final in ihrem Gefühl zu bestärken, dass ein neues Produkt in fundamentalem Zusammenhang mit dem Original stehen, man aber ein etwas prägenderes Geschmacksprofil kreieren müsse.

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Maker’s 46 wurde als erste Neuerung nach mehr als einem halben Jahrhundert vorgestellt und erhält als eigentlich „fertiger“ Maker’s Mark eine zusätzliche Reifung. Die entleerten Fässer werden mit französischen Eichenstäben (inner staves, anybody?) versehen, der wiedereingefüllte Whisky nimmt über Monate zusätzliche Noten von Vanille, Karamell, Tannin, Röstaromen und Gewürzen auf.

Das gesamte Portfolio wird durch limitierte Sonderabfüllungen und einzelne, für regionale Märkte bestimmte Expressionen abgerundet.

Nach dem kurzen ABV-Intermezzo diesen Jahres kann man sich als Fan und Ambassador heute wieder darauf freuen und verlassen, dass man mit 45% vol. Alkohol Maker’s Mark in der Flasche belohnt wird, aber das ist eine andere Geschichte.

Unterm Stricht steht eine kerngesunde, ständig wachsende American Whiskey Marke, ohne „E“, mit 4 W’s (die bezieht sich auf die Eckpfeiler: Water, Wheat, Wood, Wax),  einer großen Anhängerschaft und höchster Produktqualität, die sicher mitverantwortlich ist für die Entwicklung, dass man auch als wählerischer Whisky Connaisseur heute den Blick über den Atlantik weiten muss und den amerikanischen Produzenten Tribut zollt, für ihre großartigen, eigenständigen Tropfen.

(Reinhard Pohorec)

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