Dienstag, 19. Oktober 2021, 17:01:07

Whisky des Monats Oktober 2021: Cragganmore 12 yo

Diese Abfüllung repräsentiert die Whisky-Region Speyside bei den Classic Malts

Ein attraktiver Preis, eine überzeugende Qualität und eine hohe Verfügbarkeit: es bleibt weiterhin bei diesen Kriterien, die unser Whisky des Monats erfüllen muss. Und nur diesen Kriterien. Aus diesem Grund können wir hier Abfüllungen auswählen, die bei manchem einfach durch das selbst gestricktes Raster fallen. Wie zum Beispiel in diesem Monat. Denn für den Oktober 2021 empfehlen wir den Cragganmore 12 yo.

Cragganmore. Bild © Alexandra Kreutz, Genuss am Gaumen
Cragganmore. Bild © Alexandra Kreutz, Genuss am Gaumen

Entscheidungen mit stretegischer Weitsicht

Als John Smith sich 1869 vornahm, seine eigene Whisky-Brennerei in der Speyside zu errichten, setzte er viel Akribie in die Wahl des richtigen und passende Standortes. Einerseits benötigt jede Whisky-Destillerie Wasser in großen Mengen und sehr guter Qualität. Und zusätzlich musste sein Produkt dann auch zur Kundschaft möglichst unkompliziert transportiert werden. Im Dorf Ballindalloch am Fuße des Craggan More Hill fand er den richtigen Ort. Der Bach Craggan Burn war für Smith die passende Wasserquelle. Und zur nahe gelegenen Strathspey Railway ließ Smith ein privates Anschlussgleis errichten. So konnte seine Brennerei einerseits mit den für die Produktion benötigten Rohstoffe beliefert werden. Und andererseits transportierte die Strathspey Railway seine Whiskys (wie auch den der benachbarten Brennereien) zu den Blending-Firmen in den schottischen Städten und somit zu den Kunden.

Cragganmore. Bild © Alexandra Kreutz, Genuss am Gaumen
Cragganmore. Bild © Alexandra Kreutz, Genuss am Gaumen

Heute erscheinen uns diese Vorüberlegungen möglicherweise fast selbstverständlich und nicht erwähnenswert. Doch stellen Sie sich mal Folgendes vor: Wegen fehlender Weitsicht führt eine Entscheidung dazu, dass ein Produkt „Whisky“ nicht auf die Märkte der Welt gelangt und die Kundschaft diesen nicht kaufen kann. Weil es, nehmen wir mal theoretisch – und wirklich nur ganz theoretisch – an, nicht mehr genügend LKW-Fahrer gibt. Wie würde uns denn das dann erscheinen?

Der Speysider der Classic Malts

Auch die Brennerei Cragganmore kann wie sehr viele andere Destillerien in Schottland auf eine Geschichte verschiedener Eigentümerwechsel zurückschauen. Seit 1965 gehört die Brennerei (zu 100%) der The Distillers Company, aus der dann die United Destillers und schlussendlich Diageo wurde, um das hier mal stark zu verkürzen. Als es Ende der 1980er darum ging, mit den Classic Malts die schottischen Whisky-Regionen (so weit es möglich war) und damit die Bandbreite des Scotch Single Malt Whiskys abzubilden, fiel die Wahl auf Cragganmore als Vertreter und Repräsentant der Speyside.

Cragganmore. Bild © Alexandra Kreutz, Genuss am Gaumen
Cragganmore. Bild © Alexandra Kreutz, Genuss am Gaumen

Ausbalanciert und komplex

Vielleicht aus heutiger Sicht eine etwas ungewöhnliche Wahl. Denn die deutliche Süße und hohe Fruchtigkeit, die wir heute wohl mit einem typischen Speysider verbinden, finden wir im Cragganmore 12 yo nicht. Um hier genauer zu sein: Nicht in dieser Deutlichkeit und Vordergründigkeit, mit der andere Brennereien dieser Region aufwarten. Zur Fruchtigkeit, welche eher aus der leicht säuerlich-prickelnden Citrus-Richtung kommt, paart sich eine dezente Honig- sowie Toffee-Süße, ergänzt durch eine trockenen Würzigkeit und einem rauchigem Hauch. Der erste Antritt am Gaumen zeigt sich mit deutlicher Frucht und Honig-Süße, dahinter dann Malz und Getreide. Mit der Zeit wird der Cragganmore 12 yo trockener und vor allem würziger. So auch im Finish: würzig, malzig, süß, recht lang. Insgesamt ein wohl ausbalancierter, wohlschmeckender und recht komplexer Single Malt.

Bild mit freundlicher Genehmigung von whiskybase.com

Classic Malt – Destiller Edition – Special Release

Preislich bewegen wir uns mit dem Cragganmore 12 yo unterhalb der 40 € Marke. In dieser Preisklasse finden wir vornehmlich Whisky, die mit 40 % Vol. abgefüllt, kühlfiltriert und gefärbt sind. Und der Cragganmore 12 yo bilder hier auch keine Ausnahme. Die Abfüllung findet man im breit aufgestellten Whisky-Fachhandel sowie im gut sortierten Getränkehandel. Wer Gefallen an diesem Whisky und der Brennerei findet: Ab Ende des Monats sind die neuen Ausgaben der Distillers Edition aus dem Hause Diageo erhältlich (wir berichteten). Die Abfüllung von Cragganmore wurde 2009 destilliert und reifte zum Abschluss, wie immer bei der Distillers Edition von Cragganmore, in Ex-Bodega Portweinfässern. Bei den diesjährigen Special Releases ist die Brennerei Cragganmore nicht vertreten. Im letzten Jahr allerdings komplettierte ein 20-jähriger Single Malt die Special Releases. 2019 wartete Diageo mit einem ungewöhnlich rauchigen Ausdruck auf. Unabhängig, auf welche Abfüllung möglicherweise Ihre Wahl fällt: slàinte mhath! Eine Menge Gesundheit und viel Trink-Vergnügen wünschen wir.

Cragganmore. Bild © Alexandra Kreutz, Genuss am Gaumen
Cragganmore. Bild © Alexandra Kreutz, Genuss am Gaumen

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