Die Verkostung von zwei Abfüllungen von Lagavulin auf Whiskyfun durch Angus MacRaild heute ist nur so etwas wie ein Epitaph zu seinem Hauptthema, dem Ende von scotchwhisky.com, der englischsprachigen Newssite für Whisky.

Angus, selbst natürlich mit Whiskyfun und als Whiskysponge schreibend in Sachen Whisky unterwegs, versucht das Ende der Seite und vor allem dessen Gründe zu analysieren. Seiner Meinung nach zeigt es auf, dass es wohl unmöglich geworden sei, eine Publikation nur durch Werbeeinnahmen so zu finanzieren, dass man das Fortbestehen auf längere Zeit sichern kann, und dass auch die Whiskyindustrie selbst einen Teil zum Ende beigetragen hat, weil sie „klassische“ Publikationen weniger unterstütze als sogenannte Influencer. Auch wäre ein Teil der Verantwortung für das Scheitern bei scotchwhisky.com selbst gelegen, da man dort seiner Meinung nach versucht habe, zu viel auf einmal zu sein: Nachrichtenseite, Magazin für tiefergehende Artikel und eine Art Lexikon für Whisky. Dabei hätte man sich einfach übernommen, so Angus, und wäre an die eigenen Grenzen gestoßen.

Was nun wirklich der Grund für das Scheitern von scotchwhisky.com war, das kann er und das können wir nur vermuten. Die von ihm angeführten Gründe werden aber wohl allesamt eine Rolle gespielt haben. Sie zeigen uns, wie wichtig es ist, auf die Kernkompetenzen fokussiert zu bleiben und dabei keine Kompromisse einzugehen.

Für uns bedeutet das, und dessen sind wir uns immer bewusst, auch abseits der Verkommnisse rund um scotchwhisky.com: rasche, präzise Information zu bieten und dabei journalistische Integrität konsequent hochzuhalten. 

Hier nun aber die beiden Lagavulin, die er heute verkostete:

  • Lagavulin 7 yo 2010/2019 (59.6%, OB ‘Hand Fill’, cask #711810, refill bourbon): 87 Punkte
  • Lagavulin 1988/2000 (46%, Moon Import ‘In the pink’, cask #2032, 341 bottles): 92 Punkte
Lagavulin. Bild © Diageo