Mittwoch, 25. November 2020, 23:00:16

Exklusiv: Alles zu den Diageo Special Releases 2016 (Teil 3)

Ein genauer Blick auf alle zehn Special Releases 2016 - heute mit Linkwood, Mannochmore und Port Ellen

Beam 2020 Laphroaig

(Zurück zu Teil 2) Es ist seit fast zwei Jahrzehnten ein beweglicher Feiertag im Kalender von Whiskyfreunden: Das Erscheinen der Special Releases von Diageo. In diesem Jahr sind die zehn Abfüllungen der Diageo Special Releases 2016 am 21. September auf den Markt gekommen und bei den Händlern verfügbar.

Wir möchten Ihnen diese Sonderabfüllungen in einer dreiteiligen Artikelserie detailliert vorstellen (heute mit Teil 3, den ersten Teil finden Sie hier, Teil 2 hier) – mit den Infos zu den jeweiligen Destillerien, der Bedeutung der Abfüllung im Verlauf der Special Releases und im Zusammenhang mit den anderen offiziellen Abfüllungen der Brennerei. Auch dabei sind die ausführlichen offiziellen Tasting Notes und Infos zur Auflage und zum Preis.

specials-2016

Im letzten Teil bringen wir die Informationen zu den Abfüllungen aus den Destillerien Linkwood, Mannochmore und Port Ellen:

Linkwood 37 Jahre, Destillation 1978, 50,3% Vol. Region: Speyside

Die Gründung der Destillerie Linkwood erfolgte im Jahr 1825. Die Destillerie wurde von Peter Brown erbaut und 70 Jahre lang von ihm und seinen Sohn betrieben. Linkwood ist einer der wenigen Whiskys, die bereits im viktorianischen Zeitalter als Single Malt verkauft wurde. Sie ist der romantischsten Destillerien in Speyside. Das Kühlwasser stammt aus einem See, in dem Schwäne und andere Tiere leben.

Tradition wurde dort immer groß geschrieben: Der spätere Manager, Roderick Mackenzie, war so veränderungsresistent, dass er sich sogar weigerte, Spinnweben zu entfernen!

Traditionell werden in Linkwood Malts hergestellt, die nicht so hochprozentig sind, damit die Fülle der Aromen zur Geltung kommt.

Die Nachfrage nach LINKWOOD überstieg stets die Nachfrage. In den Jahren vor 1971 war dies so ausgeprägt, dass neben dem alten Brennereigebäude ein neues errichtet wurde. Bei der Produktion dieses Linkwood 37 Jahre waren beide Brennereien nebeneinander in Betrieb.

Der Linkwood aus diesem Jahr ist erst die zweite Special Release-Abfüllung und die erste seit acht Jahren. Er stammt aus wiederbefüllten Fässern (Hogsheads) aus amerikanischer Eiche und wiederbefüllten Fässern (Butts) aus europäischer Eiche.

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Weltweit sind 6.114 einzeln nummerierte Flaschen verfügbar

Empfohlener UVP je Flasche 829 €

Offizielle Tasting Notes:

Köstlicher reiner und leichter LINKWOOD, mit Stil und Eleganz. Der Inbegriff der „Finesse“ der Speyside. Sich nur langsam öffnend, zeigt er einen typisch frischen fruchtigen und blumigen Charakter, wobei die Nase zunächst nur wenig Hinweise auf die herrliche Eleganz und Komplexität liefert, die sich auf dem Gaumen und im Abgang dieses raffinierten Malt entfaltet.

Farbe: Kräftiges Goldgelb, poliertes antikes Messing

Nase: Weich, braucht etwas Zeit, sich zu öffnen; dann langsame Entfaltung delikater frischer Fruchtnoten, süßer reiner Fruchtsalat aus Honigmelone, Trauben, Mandarinenzesten, Apfel und Birne über einer Basis aus krümeligem Buttertoffee. Allmählich intensiver und kräftiger wie Fruchtsalat in Sirup; vielleicht cremiger mit Marzipan, Vanille und einer Spur Süßholz. Dann anmutig betörend und berauschend, mit Noten von weißer Rose über weicher Creme Brulée. Wasser schließt sein Aroma auf, ohne es zu verändern. Mehr Buttertoffee; dann duftend wie ein altmodischer Obstladen im Sommer

Körper: Mittelschwer

Gaumen: Verlockend, zunächst großzügige weiche Textur; fruchtig süß und insgesamt zuckrig, dann wärmend und herb mit Bratapfel in der Mitte des Gaumens. Schnelle Entfaltung einer appetitlichen Trockenheit mit schwarzem Tee und Kräuter-Hustenbonbons, ausbalanciert durch Rum & Raisin-Eiscreme, Limette und wachsiger Vanille. Schließlich Noten von Ingwer, Nelken und einer Prise Salz. Mit Wasser wird der Apfel leicht karamellisiert und geht mit zuckersüßem Vanillebiskuit einher.

Abgang: Lang anhaltend und wärmend, mit pfeffriger Note. Eichenholzbetont und kräuterig mit trockenen umhüllenden Tanninen und einem sauberen, aromatischen Finish; im Nachgeschmack Gewürze in Kombination mit Milchschokolade und geschliffenem Hartholz. Mit Wasser trockener, aber dennoch wärmend; leichter, mit Nuancen von Zedernholz, wachsig und späten weicheren und längeren Tanninen.

Mannochmore 25 Jahre, Destillation 1990, 53,4% Vol. Region: Speyside

1971 wurde Mannochmore in Birnie südlich von Elgin gegründet. Nach dem „Mannoch Hill“ benannt, der das Wasser für die Destillation liefert; am nördlichen Berghang, in dem die ganze Region Glenlivet liegt – Ein malerisches Gerste-Anbaugebiet, von Flüssen durchzogen.

Es besteht eine Partnerschaft mit der viktorianischen Destillerie Glenlossie, einer Brennerei mit ähnlich aromatischem Charakter

Bisher gab es drei Destillerie-Abfüllungen. Eine 12 Jahre alte „Flora & Fauna”-Abfüllung, die nur Anfang der 90er Jahre erhältlich war. Frisch und rein, mit Aperitif-Charakter und einem für einen Speyside-Malt überraschend trockenen Abgang.

1997 wurde ein 22 Jahre alter Malt in Fassstärke (1974) als „Rare Malt” präsentiert. Frisch, blumiges Bukett, weicher Körper, pfeffrige Frucht auf dem Gaumen, robuster Abgang.

2009 wurde ein 18 Jahre alter Malt (1990) in Fassstärke als Special Release aufgelegt. Abgerundet, köstlich und elegant, mit einer ansprechenden Ausgewogenheit zwischen seidiger, öliger Weichheit und flüchtigeren, aromatischeren Eigenschaften.

Diesmal ist es ein Whisky mit einer einzigartigen Mischung von First-Fill Ex-Bourbon-Fässern aus amerikanischer Eiche, neuen Fässern aus amerikanischer Eiche und neuen Ex-Bodega-Fässern (Butts) aus europäischer Eiche.

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Verglichen mit dem früheren 18 Jahre alten Special Release (destilliert 1990) ist es eine ähnlich ungewöhnliche Mischung von wiederausgeflammten Ex-Bodega-Sherry-Fässern aus europäischer Eiche, wiederausgeflammten Ex-Bourbon-Fässern und neuen Fässern aus amerikanischer Eiche, die ebenfalls Sherry enthielten

Weltweit sind 3.954 einzeln nummerierte Flaschen verfügbar

Empfohlener UVP je Flasche 349 €

Offizielle Tasting Notes:

Ungewöhnlich kräftiger MANNOCHMORE, ein sehr kompetenter und souveräner Digestif in natürlicher Fassstärke; mit Wasser gewinnt er an Tiefe und Komplexität. Perfekt gereift, aber dennoch den typischen Charakter der Destillerie bewahrend, ist er ein vollkommenes Beispiel für einen Malt mit appetitlich verkohlter bittersüßer Schärfe.

Farbe: Tiefer Bernsteinton mit kupfernen Reflexionen. Gute Perlung.

Nase: Mild, langsam, tief und ätherisch. Im Wesentlichen fruchtig, mit kandierter Orangenschale, wachsiger roter Apfelschale, süßer Muskattraube, reifen roten und herben grünen Äpfeln. All diese Noten steigen aus einer dichten zuckrigen Schicht von angebranntem Früchtekuchen empor. Wärmend und kräftig, zunehmend leicht würzig und erdig mit einem späten Hauch von Stechginster. Mit etwas Wasser frisch, direkt und mit cremiger Note. Jetzt riecht man Fruchtsalat auf zerstoßenen Ingwernüssen, zitronenglasierten Plunder und frische Kirschen; später mentholartige Kühle.

Körper: Leicht bis mittelschwer

Gaumen: Weiche Textur, umhüllend; zunächst scharf und süß im Geschmack, mit Anklängen von angebrannter Orangenschale, Vanilletoffee und Milchkaffee. Dann duftender und blumiger durch Noten von Orangenöl und Lokum, vor ansprechenden bitteren Nuancen von angebranntem Gebäck und einer aufsteigenden eichenbetonten Trockenheit. In reduzierter Stärke weiche Textur und süßes Aroma, gefolgt von bitterem schwarzen Kaffee; kräuterig und auch ölig, mit kühlender Lakritze.

Abgang: Mittellang, fest, bittersüß und stechend, mit leicht rauchiger Wärme; im Nachgeschmack findet man Stechginster (Kokosnuss) oder gemischte Trockenfrüchte und Eukalytus. Ölig und teerig; mit Wasser reinigend, wärmend und bitter; mit Orangenöl und Orangenschale; im Nachgeschmack Makronen und Milchschokolade.

Port Ellen 37 Jahre, Destillation 1978, 55,2% Vol. Region: Isle of Islay

Port Ellen wurde 1825 als Malt Mill an der berühmten Südküste von Islay gebaut. 1833-92 erfolgte die Weiterentwicklung unter John Ramsay zu einer großen Destillerie. Sie wurde auch zum Direkthandel mit Nordamerika verwendet. 1848 erwarb Ramsay das Recht, Whisky in größeren Fässern zu exportieren und sie vor dem Export in geschlossenen Zoll-Lagern aufzubewahren. Dieses System besteht bis heute.

Auch die Lagerhäuser, die Ramsay baute, sind noch heute vorhanden und stehen unter Denkmalschutz.

Der Rest der Geschichte ist kurz und unspektakulär: 1967 Umbau der Destillerie, Produktion während der 70er Jahre und Stilllegung 1983. Und dann wurde sie Kult.

Der Name Port Ellen wird übrigens durch die Mälzerei der Insel aufrecht erhalten.

Die älteren Sonder-Abfüllungen von Port Ellen wurden auf der IWSC regelmäßig mit Gold- oder Silbermedaillen ausgezeichnet. Ein 29 Jahre alter Whisky wurde zum besten Single Malt Scotch gewählt und erhielt auf der San Francisco World Spirits Competition 2009 zweimal Gold.

Gies ist nun der sechszehnte aus einer Serie jährlicher Abfüllungen in limitierter Edition. Es ist der älteste PORT ELLEN und, wenig erstaunlich, die teuerste Special Release bisher. Frühere Abfüllungen dieser Serie werden unter Sammlern für hohe Summen gehandelt.

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Durch die jährliche Limitierung ist es sehr wahrscheinlich, dass dies nicht die letzte Special Release aus Port Ellen sein wird.

Sie stammt aus wiederbefüllten Fässern (Hogsheads) aus amerikanischer Eiche und wiederbefüllten Fässern (Butts) aus europäischer Eiche – die Abfüllung erfolgte im Jahr 1978

Weltweit gibt es davon nur 2.940 einzeln nummerierte Flaschen

Empfohlener UVP je Flasche 3.459 €

Offizielle Tasting Notes:

Souveräner, fein abgestimmter und äußerst komplexer PORT ELLEN, voller Raffinesse; mit einer mühelosen Balance süßer Fruchtnoten und intensiven köstlichen Aromen von Zitrus, Honig, Rauch, Feuer und Eichenholz – der älteste PORT ELLEN, der bisher abgefüllt wurde. Um es mit den Worten eines Verkosters auszudrücken „diese alten PORT ELLEN werden einfach immer besser!“

Farbe: Poliertes Teakholz, gute Perlung.

Nase: Raffiniert und unaufdringlich; im Wesentlichen trocken; anfangs leichter Rauch, dann entfaltet sich eine Welle bekannter süßer und rauchiger Noten, begleitet von Jute und warmen Holztönen. All dies weist auf sein hohes Alter hin. Ferner Rauch kommt rasch näher und wird duftiger, während darüber die angenehmen Aromen von in Honig mariniertem geräuchertem Fleisch oder Wurzelgemüse schweben. Durch alles hindurch entwickelt sich eine frische reinigende Note, die mit süßer Minze, spritziger Zitrone und weinigen Tönen wetteifert. Schließlich tauchen weiche Noten von dunklem Kakao auf sowie etwas Vanille und weiterer Holzrauch. Mit Wasser, zunächst süß, dann etwas abgetönter und pikanter, bevor die klare fruchtige Süße wiederkehrt.

Körper: Mittelschwer

Gaumen: Wundervoll in natürlicher Fassstärke. Süß, prickelnd und trocken, mit einer großartigen Mischung aus Holzasche, gebrannten Marmeladentörtchen, Melassetoffee und karamelisierter Orange. Dann alles durchdringender Rauch mit würzig-kräutriger Note und Nelken. Wasser macht ihn kühler und milder, verändert aber sein gut ausgewogenes Geschmacksprofil nicht. Zuerst dunkler Toffee, dann Räucherfleisch, Bücklinge, Asche und reinigende Phenole.

Abgang: Lang, kühlend und komplex; trocken, aber auch umhüllend. Sofort appetitlich, mit kandiertem Apfel, angebranntem Toast, Zitronenzesten, reifen roten Äpfeln und gebranntem Pflaumenkuchen. Ausgesprochen kräuterbetont und schwer mit holzigem Rauch, mit Wasser weicher.

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