Teeling Compensation
 

Relativ still und leise bahnt sich in den USA eine kleine Revolution an, was Whiskytrinker dort und rund um die Welt betrifft: Das TTB Alcohol and Tobacco Tax and Trade Bureau hat nämlich laut einem Bericht von Whiskycast eine Änderung für bestehende Bestimmungen vorgeschlagen, die die verpflichtenden Flaschengrößen im US-Handel betrifft:

The Alcohol and Tobacco Tax and Trade Bureau (TTB) is addressing petitions requesting that TTB amend the regulations that govern distilled spirits containers to provide for additional authorized standards of fill. Rather than proposing the addition of new authorized sizes, TTB is proposing to eliminate all but minimum and maximum standards of fill for distilled spirits containers in order to provide industry members greater flexibility in production and sourcing of containers, and provide consumers broader purchasing options. This deregulatory action would also eliminate restrictions that are no longer required for tax administration, and that inhibit competition and the movement of goods in domestic and international commerce. TTB is also proposing to amend the labeling regulations for distilled spirits and malt beverages to specifically provide that distilled spirits may be labeled with the equivalent standard United States (U.S.) measure in addition to the mandatory metric measure, and for malt beverages to be labeled with the equivalent metric measure in addition to the mandatory U.S. measure. Such labeling is currently allowed, but that is not explicitly stated in current regulations. This revision will align the distilled spirits and malt beverage labeling regulations with current policy and also with the wine labeling regulations, which state that wine may be labeled with the equivalent standard U.S. measure in addition to the mandatory metric measure.

Konkret bedeutet dieses Dokument: Das TTB mit schlägt vor, statt der verpflichtenden Flaschengrößen (50ml, 100ml, 200ml, 375ml, 750ml, 1 Liter und 1,75 Liter) nur mehr Minimal- und Maximalgrößen bei Flaschen vorzuschlagen. Und das wiederum würde bedeuten, dass in den US-Regalen dann auch 700ml-Flaschen aus Schottland stehen dürfen – und amerikanische Brennereien auch 700ml für den eigenen Markt verwenden könnten.

Für Destillerien in Schottland würde das aufwendige und teure Umstellen der Produktion für wenige 750ml-Flaschen für den US-Markt entfallen und ihnen erlauben, einfach einen Teil der normalen Produktion in die USA zu exportieren. Aber auch 500ml-Flaschen wie z.B. Nikka from the Barrel aus Japan könnten direkt in die USA eingeführt werden.

Profitieren würde zunächst einmal der amerikanische Markt, denn hier würden nach der Änderung wohl wesentlich mehr ausländische Whiskys in den Regalen auftauchen – aber es könnte durchaus sein, dass amerikanische Destillerien auch vermehrt 700ml-Flaschen produzieren, um auf ausländischen Märkten präsenter zu sein.

Jetzt bleibt einmal abzuwarten, wie schnell dieser Vorschlag tatsächlich umgesetzt wird, denn nicht nur bei uns mahlen die Mühlen der Bürokratie eher gemächlich. Sollte er aber verwirklicht werden, wird wohl einiges in Bewegung kommen.

von Kotivalo (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons