In den politischen und tagesaktuellen Medien ist der Regierungs-Shutdown in den USA, der durch die fehlende Übereinkunft zwischen der Regierung und den gesetzgebenden Häusern über den Haushaltsentwurf entstanden ist, schon seit längerem ein Thema. Nun aber wird er ein solches auch für uns – denn er wird eines für die Whiskyindustrie, und zwar nicht nur jener in den USA, sondern weltweit.

Und das kommt so: Bevor ein Whisky in den USA in Verkehr gebracht werden kann, muss er beim Alcohol and Tobacco Tax and Trade Bureau (TTB) angemeldet und von diesem zugelassen werden (die öffentlich zugängliche Datenbank dort ist auch die Quelle vieler unserer Berichte über Neuerscheinungen). Ohne diesem Schritt der staatlichen Organisation kann der Whisky in den USA nicht erscheinen.

Das Büro ist nun aber durch den Shutdown geschlossen und kann daher eingehende Anfragen nicht mehr beantworten. Man kann zwar auf einer temporären Webseite noch Einreichungen und auch Zahlungen vornehmen, das TTB informiert aber darüber, dass eine weitergehende Bearbeitung bis zum Ende des Shutdowns aus rechtlichen Gründen nicht möglich ist, auch wenn man das gerne würde. Das amerikanische Gesetz verbietet nämlich den Angestellten des Büros, dort freiwillig und ohne Bezahlung zu arbeiten.

Für die Unternehmen, die ihre Produkte dem TTB melden müssen (und das geht natürlich über Whisky und Whiskey hinaus), kann das deutliche Verzögerungen bei den Veröffentlichungsterminen bedeuten, sollte die Pattsituation zwischen Regierung und Kongress noch länger bestehen. Der Shutdown dauert nun bereits 12 Tage (er begann am 22. Dezember des Vorjahres) – und ein Ende hängt allein von einer politischen Einigung über strittige Teile des Budgets ab. 

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