Ein Artikel in der FAZ berichtet von einem interessanten Phänomen: die Deutschen hamstern vor dem schottischen Unabhängigkeitsreferendum Whisky – und beruft sich dabei auf den größten deutschen Whiskyhändler, Horst Lüning. Er sagt, dass die Einkäufe momentan so hoch sind wie nie, und dass die Leute anscheinend durch eine schottische Unabhängigkeit höhere Whiskypreise befürchten. Einkäufe in der Höhe von 10.000 Euro von Privatleuten seien momentan keine Seltenheit.

Lüning selbst teilt die Befürchtungen über höhere Whiskypreise nicht, so wie übrigens auch andere große und wichtige Importeure schottischen Whiskys (zum Beispiel Dr. Mario Prinz für Österreich oder in Deutschland Andrea Caminneci) in den Wortmeldungen auf unserer Facebookseite wenig Besorfnis über mögliche Preissteigerungen erkennen lassen. Hier Lüning im O-Ton:

„Einfuhrzölle hätten nur minimale Auswirkungen auf die Endkundenpreise“, erwartet er. Hochwertiger schottischer Whisky kostet zwar häufig 40 Euro und mehr je Flasche, aber der Großteil des Preises erklärt sich durch Vertriebs- und Marketingkosten. Selbst bei hochwertigem Single-Malt-Scotch liege der für den Zoll relevante Exportwert nur bei etwa 3 Euro je Liter, sagt Lüning. „Wenn darauf Zoll bezahlt werden müsste, wären das Peanuts.“

Die Site Alkoblog hat heute übrigens eine Zusammenfassung der Argumente pro und kontra Preisssteigerung bei Whisky gepostet – ohne sich auf ein Ja oder Nein festzulegen. Wie es nun wirklich kommt, wird die Zukunft weisen…

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