Und auch heute geht es bei Serge Valentin auf Whiskyfun mit der Verkostung von Whiskys weiter, die sich aus den diversesten Gründen scheuen, einen Destillerienamen auf der Flasche anzugeben. Diesmal sind es sogar sieben davon, und viele der Probanden kann man auch bei uns im Fachhandel erstehen.
Also gleich ohne viel Umschweife zur Liste der Whiskys, die heute die Verkostung bilden, die meisten davon aus Islay:
The Ileach (40%, Vintage Malt Whisky Company, +/-2018): 87 Punkte
Dass die SWA, die Scotch Whisky Association, die keine staatliche Organisation, sondern eine private Interessensvertretung ist, wenig Spaß bei der Verwendung schottisch anmutender Wörter für nichtschottischen Whisky versteht, musste zum Beispiel auch der deutsche Brenner des „Glen Buchenbach“ Whiskys erfahren. Er hatte einen jahrelangen Rechtsstreit mit der SWA am Hals, der noch immer nicht ausgestanden ist und bei dem er jetzt in Berufung ging (wir berichteten hier).
Der streitbare Arm der SWA reicht aber noch weiter – bis hinüber in den Südosten der USA. Dort erzeugt die Virginia Distilling Company einen Virginia Highland Whisky im Programm, der ein Blend aus amerikanischen, vor Ort gemachten Whiskey und schottischem Whisky ist. Die SWA stößt sich am „Highland“ und an der Schreibweise „Whisky“ statt „Whiskey“ und führt in der Klagsschrift an, dass diese Worte dazu führen könnten, dass der Konsument das Produkt für einen schottischen Whisky hält. Die SWA formuliert das so:
„The SWA works to protect the intellectual property of Scotch Whisky, and consistently takes action across the globe. This is vital to protecting Scotland’s national drink and is a deterrent to those who seek to take advantage of the quality reputation of Scotch Whisky.
“In this instance, we believe that Virginia Distillery’s products are being passed off as Scotch Whisky, particular on account of their use of the term ‘Highland’ which is reserved exclusively for Scotch Whisky under US Federal Regulations.
“These proceedings were not taken lightly, but only after more than 12 months of attempts by the SWA to resolve this issue privately with the company in question. The Association would still welcome a resolution of the matter without the need for Federal Court involvement.”
Die Virginia Distilling Company sieht dem Rechtsstreit gelassen entgegen, wie die us-amerikanische Seite Whiskeywash.com schreibt und beruft sich auf die Tatsache, dass ihre Produktbezeichnung den amerikanischen Regeln und Gesetzen entspricht und man den Begriff schon seit vielen Jahren verwendet.
Wir werden für Sie diesen Fall natürlich weiter beobachten.
Ende Juni hatten wir von Whiskyexperts gemeinsam mit einer kleinen Gruppe von Journalisten und Bloggern die Möglichkeit, auf Einladung des deutschen Importeurs Kirsch Whisky die dänische Brennerei Stauning zu besuchen und über unsere Eindrücke zu berichten. Wir tun das in einem mehrteiligen Beitrag, den wir heute mit dem ersten Teil über die Anfänge der Brennerei und deren bewegte, interessante Geschichte beginnen. Viel Vergnügen damit!
Ein Besuch bei der Stauning Distillery – Teil 1: Die junge Tradition
Die Geschichte von Stauning beginnt wie so viele Whiskygeschichten der jüngeren Zeit: Einige Freunde, eine Schnapsidee – und dann einfach machen. Im Fall von Stauning war die Initialzündung im Jahr 2005 eine Radiosendung über schottische Destillerien, in der behauptet wurde, es sei ganz einfach, Whisky zu brennen. Einer der späteren Gründer von Stauning hörte das und wunderte sich, warum es dann noch keiner in Dänemark versucht hatte. Also trommelte er 13 Familienmitglieder und Freunde zusammen – und neun davon ließen sich auf das Abenteuer ein, den ersten dänischen Whisky zu machen.
„Es ist tatsächlich einfach, Whisky zu machen“, lacht Alex Højrup Munch, einer der Gründer und jetzt Chief Marketing Officer bei Stauning, als er uns durch die Brennerei führt. „Schwer ist es nur, GUTEN Whisky zu machen.“
Das zeigte sich bei den ersten Versuchen. Begonnen hat man auf einer selbstgebauten Brennblase. In Kleinstmenge. Und in der Fleischerei eines Gründungsmitglieds. Die lag in Strauning an der Westküste Dänemarks, der Wilde Westen des Landes, eher spärlich besiedelt und vom Tourismus abhängig. Die Fleischerei wurde gewählt, weil man dort die Auflagen der Lebensmittelbehörde am Besten erfüllen konnte – die mit den Regularien für den ersten dänischen Whisky ansonsten auch eher überfordert und daher zwischen kulant und pingelig schwankend angesiedelt war.
Alex erzählte, man hätte sich vorgenommen, einen getorften dänischen Whisky zu produzieren – einfach deshalb, weil unter den Gründern die alten Ardbegs zu den Lieblingswhiskys zählten und man in Dänemark ja auch genügend Torf hatte, um das zu versuchen.
Also machte man das. Im Herbst 2006 begann man zu destillerien – und wie es der Zufall so will, kamen die ersten Versuche irgendwie in die Hände von Jim Murray – und er zu Besuch. Sein mit banger Miene erwartetes Urteil über den New Make der Selfmade-Brenner: Das Destillat erinnerte ihn an die alten Ardbeg Newmakes. Und weiter:
People who love smoked whisky would kill their own mothers to get their hands on a bottle like this. This could go on to be one of the best smoked whiskies in the world if you carry on like this.
Da hatte man einerseits viel Lob und andererseits eine hohe Messlatte gelegt bekommen, besonders für eine Gruppe Leute, die weder viel Erfahrung mit dem Brennen noch viel Geld hatte. Um genauer zu sein: wenig bis gar kein Geld. Dennoch wollte man – auch ob des Lobes – expandieren, denn die 200 bis 400 Liter, die man jährlich auf der kleinen Brennblase brennen konnte, waren dann doch nicht genug für die Ambitionen, die man hegte.
Also suchte man ein Gebäude für die neue Destillerie, die man mit 6000 bis 8000 Liter plante – und fand es in einem alten Bauernhof etwas außerhalb von Stauning. Lange redetet man mit Banken, erzählt Alex, bis man endlich eine fand, die das Risiko einging, Whiskyproduktion in Dänemark zu unterstützen.
Sparen war dennoch angesagt, und man nutzte das, was man im Bauernhof vorfand – zum Bespiel eine Selchkammer, um dort die Keimung des Getreides mit Torfrauch zu stoppen und so den rauchigen Geschmack für den eigenen Whisky zu bekommen:
Schon damals richtete man so etwas wie ein Besucherzentrum ein, in dem man auch den Whisky verkosten konnte (heute, so viel vorweg, ist die gesamte alte Brennerei das Besucherzentrum).
Hier noch ein genauerer Blick auf das Ausstellungsstück, das die Reifephasen der ersten 12 Monate und die damit einhergehende Färbung des Whiskys zeigt:
Kommen wir aber nochmals aufs Geld zu sprechen, oder besser gesagt: Auf dessen Absenz. Not macht erfinderisch, und der Erfindungsreichtum ist vielleicht das größte Kapital von Stauning und etwas, das später zu einer eigentlich fast unglaublichen Entwicklung führte. Was bei Stauning nämlich aus Geldmangel, Erfindungsgeist und dem Zulassen unkonventioneller Ideen entstand, wollen wir uns an zwei Beispielen ansehen:
Werfen wir zunächst einmal einen Blick in den Hauptraum der alten Brennerei von Stauning:
Landkinder werden hier unschwer den Stall erkennen, aber bei Stauning nutzte man diesen Raum als Mälzboden, um das Getreide zum Keimen zu bringen. Wer ein wenig über den Arbeitsablauf dafür Bescheid weiß, der weiß auch, dass man das Getreide dazu immer wieder wenden und umschaufeln muss. Das sieht sehr pittoresk aus, ist aber rückenknackende Knochenarbeit. Es erfordert viel menschliche Arbeitskraft. Die kostet.
Bei Stauning dachte man darüber nach, ob man das auch automatisieren könnte. Und erfand eine Maschine, die genau das tut:
Dieses Ding fährt durch das aufgebreitete, zu keimen beginnende Getreide und schaufelt es mit den Fingern um. Schneller, besser und vor allem günstiger als das ein Mensch kann.
Alex erzählt uns, dass man Besuch aus einer schottischen Brennerei hatte, und dass dem Distillery Manager förmlich die Kinnlade zu Boden fiel, als er die Maschine bei der Arbeit sah. So etwas hatte er nicht für möglich gehalten.
Ein verbessertes Exemplar der Maschine ist in der neuen Brennerei in mehrfachem Einsatz – dazu aber im zweiten Teil unseres Berichts.
Beispiel Nummer zwei ist ebenfalls der Geldnot geschuldet: Ein Mashtun, der aus einer alten Nerzhäutemaschine (kein Scherz) gebaut wurde.
Einer der Gründer hatte nämlich früher auf einer Nerzfarm gearbeitet und sich dieser Maschine erinnert, die alle Eigenschaften besaß, als Mash Tun zu funktionieren.
Der „Mash Tun“ steht zusammen mit den alten Brennblasen von Hoga nun im Hauptraum des Besucherzentrums von Stauning, dort wo früher produziert wurde und den man durch den Haupteingang betritt:
Mit diesen Brennblasen produzierte man nach dem Umzug in den Bauernhof seit 2009 hier Whisky, vornehmlich Rye Whisky, denn der Roggen ist in der Gegend stark vertreten (und Stauning produziert von Anfang an bis jetzt ausschließlich mit regionalen Zutaten).
Am 30. Juni 2012 wurde dann endlich der erste eigene Whisky in die Flasche gefüllt – mit großem Erfolg bei Whiskyfreunden und der Fachpresse.
Im Frühjahr 2013 geschah dann das zuvor erwähnte völlig Überraschende: Bei Stauning, dieser kleinen und etwas anderen Brennerei an der dänischen Westküste, erhielt man einen Anruf von Diageo und wurde zu einem Meeting nach Kopenhagen eingeladen. Dort erfuhr man vom Wunsch des Getränkegiganten, sich an Stauning zu beteiligen. Man wollte sich seitens Diageo nicht nur an der Produktion, sondern vor allem an den Innovationen und der Unkonventionalität bei Stauning beteiligen.
Bei Stauning wollte man diese Chance nutzen, aber nicht das Heft aus der Hand geben. Zwei Jahre dauerte es, bis die Verhandlungen abgeschlossen waren, aber 2015 wurde dann die Minderheitenbeteiligung (25%) von Diageo an Stauning fixiert – wie Alex erzählt, unter Garantie der Eigenständigkeit der Brennerei und dessen Führungsteam.
2016 begann man dann, gemeinsam mit Diageo, eine neuerliche Erweiterung der Kapazität zu planen und eine neue Brennerei gleich nebenan zu bauen. Die Pläne waren ambitioniert: sie sollte eine Kapazität von 900.000 Litern haben.
So wurde aus dem kleinen Hobbyunternehmen nach und nach eine Brennerei, die in der Größe bald mit so manchem Schotten mithalten kann. Dem neuen Teil der Brennerei und ihren wunderschönen 24 Brennblasen widmen wir uns im zweiten Teil unseres Berichts. Teil 3 finden Sie dann hier.
Disclaimer im Sinn unserer Redaktionsrichtlinien: Unser Aufenthalt bei stauning wurde von Kirsch Whisky, dem deutschen Importeur organisiert und finanziert. Das Unternehmen hatte keinerlei Einfluss auf die Gestaltung des Beitrags.
Weiter geht es mit der Verkostung von Whiskys, die auf dem Label keine Destillerie benennen (wollen oder dürfen) – also solche, wo man nur raten kann, wo sie herkommen. Einfach ist das nicht, denn die Stile der einzelnen Destillerien verschwimmen durch deren Experimentierfreude immer mehr.
Fünf dieser Verschwiegenen sind es heute in der Verkostung, und hier sind die Daten dazu:
Elderly Elvis Tilting (WHAT?) 25 yo (51.2%, Dramfool, Spirit of Speyside 2019, bourbon, 109 bottles): 89 Punkte
Granville 22 yo 1996/2019 (51.9%, Maltbarn, sherry cask, 177 bottles): 86 Punkte
The Hive ‘Batch Strength’ (55.5%, Wemyss Malts, batch #2, 9000 bottles, +/-2019): 87 Punkte
Spice King ‘Batch Strength’ (58%, Wemyss Malts, batch #2, 9000 bottles, +/-2019): 81 Punkte
As we get it (66.1%, Ian McLeod, Highland, +/-2018): 89 Punkte
Und wiederum ein generisches Landschaftsbild aus Schottland als Titelbild – diesmal eine wunderschöne Lichtstimmung…
Schon bald dürfte das neueste Batch des The Macallan M erscheinen, in der Ausgabe für 2019. In der us-amerikanischen TTB-Datenbank ist jedenfalls ein Eintrag dazu aufgetaucht.
Vom Design her dürfte sich bei der Abfüllung nichts geändert haben, die Etiketten deuten auf die typische Flaschenform hin. In welcher Stärke das neue Batch abgefüllt sein wird, lässt sich von ihnen nicht ablesen, hingegen findet man auf dem Label der Rückseite so etwas wie Tasting Notes: Orangenöl mit Lakritze und dunkle Schokoladennoten sollen zu erschmecken sein, gemeinsam mit etwas Süße von Vanille.
Wer sich überlegt, die neue Abfüllung zu kaufen, der muss wohl wiederum mit einem mittleren vierstelligen Betrag pro Flasche rechnen.
Wie üblich der Hinweis zu den TTB-Einträgen: Dass ein Label in der TTB-Datenbank eingetragen wurde, bedeutet nicht automatisch, dass die Abfüllung dann auch erscheinen wird. Es ist allerdings ein sehr starker Hinweis darauf.
Ein besonderer Anlass benötigt einen besondern Whisky. Heute hat sich Ralfy entschlossen, einen Whisky zu öffnen, der schon bei Einkauf nicht gerade günstig war und bei dem er lange überlegt hat, ob er ihn öffnen soll, weil er heute um einiges mehr kostet und man bei solchen Whiskys immer ein wenig zögert – wer solche alte Schätze hat, der weiß, wovon Ralfy hier redet.
Es geht um den Ardbeg „Lord of The Isles“, der mit 46% vol. abgefüllt wurde, mit einem Alter von 25 Jahren – und weil es der zehnte Jahrestag des ersten Whiskyreviews von Ralfy ist, wird dieser heute vor laufender Kamera geöffnet (und der Korken bleibt ganz – puh).
Wertung gibt es heute keine, die verrät Ralfy dann im Extra-Video, das wie üblich erst einen oder zwei Tage später online geht. Der Grund dafür ist, dass der Whisky für eine faire Beurteilung im Video natürlich noch nicht lange genug „atmen“ durfte – Grundregel ist ja, dass man einem Whisky pro Jahr in der Flasche eine Minute im Glas gewährt. Deshalb trinkt ihn Ralfy im Video, das knapp 17 Minuten dauert, nicht einmal.
Interessant ist es natürlich dennoch, und sehenswert. Und weil wir alle gemeinsam wissen wollen, wie er Ralfy geschmeckt hat, ergänzen wir diesen Artikel dann selbstredend mit einem Link auf das Extravideo. Bis dahin viel Vergnügen mit diesem oben hier oder auf Youtube!
Nachtrag 11.7.: Das Video ist da und untenstehend zu sehen – und auch die Wertung für den Ardbe Lord of the Isles können wir jetzt nachtragen: Ralfy gibt ihm satte 95 Punkte.
Seit dem 3. Juli gibt es über Bacardi Global Travel Retail einen ersten Teeling Whisky, der exklusiv für den Duty Free erzeugt wurde. Dabei handelt es sich um einen 12 Jahre alten irischen Whiskey, der aus Malt Whisky und Grain Whisky komponiert wurde und danach in ex-Cognag Fässern nachreifte. Geschaffen hat ihn Teeling Master Distiller, Alex Chasko.
Der auf 6000 Flaschen begrenzte Teeling Explorers Edition wird mit 46% ohne Kältefiltration abgefüllt und kostet in GB 81.50 Pfund.
Jack Daniel’s mag zwar eine ehrwürdoge alte Marke sein, aber was deren Vermarktung betrifft, ist Brown-Forman immer auf der Höhe der Zeit. Das beweist man nun wieder mit einer neuen Augmentet Reality App, mit der man sich auf eine Reise durch die Jack Daniel’s Brennerei begeben kann.
Für welche Handys es die App geben wird (die deutsche Version erscheint ab Mitte Juli), verrät uns die Pressemitteilung nicht, wir schätzen aber, es gibt Sie für iPhones ebenso wie für Android Phones.
Hier jedenfalls die Presseinfo:
Brown-Forman Deutschland bringt innovative Augmented Reality App für JACK DANIEL’S auf den Markt
Hamburg, 8. Juli 2019 – Brown-Forman lädt Verbraucher ein, sich mit Hilfe der neu entwickelten Augmented Reality (AR) App auf eine einzigartige virtuelle Reise durch die JACK DANIEL Distillery zu begeben. Dioramen im Popup-Buch-Stil mit eindrucksvollen Geschichten und Bildern entführen den Besucher über 10 Minuten in die Welt des legendären Tennessee Whiskey.
Die App wird auf das Handy geladen und kann mittels integrierter Kamerafunktion auf jede JACK DANIEL’S Old No. 7 Flasche in allen Größen ab 0,35l bis hin zu 3,0l gerichtet werden, um die Animationen, Voice Overs und Geschichten zu entdecken, die die über 150 Jahre alte weltbekannte Marke so besonders machen.
Das AR-Erlebnis umfasst drei Module, die jeweils mittels aufwendig handgefertigter Modelle sowie mit authentischer Umwelt- und Echtzeitbeleuchtung gestaltet wurden. Drückt der Zuschauer das Feld „Distillery“, erlebt er die Verwandlung des vorderen JACK DANIEL’S Flaschenetiketts in eine Miniaturversion der JACK DANIEL Distillery. Geht er weiter auf das Modul „Prozess“, wird er in die Welt der traditionsreichen JACK DANIEL’S Tennessee Whiskey Herstellung mitgenommen. Und im Teil „Jack“ erfährt er spannende Geschichten über die inspirierende Person Jack Daniel selbst.
„Wir wollen unsere Fans und Konsumenten dort erreichen, wo sie sind. Das bedeutet, dass wir die einzigartigen Geschichten, die es rund um unseren Tennessee Whiskey zu erzählen gibt, über eine Vielzahl von digitalen Medien verbreiten. Die Augmented Reality Technologie eröffnet neue Möglichkeiten, unsere Markengeschichte zu erzählen“,
freut sich Tanja Steffen, Head of JACK DANIEL’S Germany bei Brown-Forman Deutschland.
Die App ist ab Mitte Juli 2019 gratis in deutscher Sprache verfügbar. In englischer Sprache ist sie bereits seit 11. Juni 2019 unter „JACK DANIEL’S AR Experience“ erhältlich. Entwickelt wurde die App in Zusammenarbeit mit Tactic, einem in San Francisco ansässigen Unternehmen, das auf die Produktion immersiver Erlebnisse spezialisiert ist.
Zu Ehren ihres Ambassadors und Golfprofis Colin Montgomerie hat die Destillerie Loch Lomond nun eine neue 25 Jahre alte und auf 500 Flaschen limitierte Abfüllung vorgestellt. Der Loch Lomond 25yo Three Wood Matured reifte zunächst in refill American Oak casks, danach sechs Monate lang in First Fill French Limousin Eichenfässern und Oloroso Sherry Casks. Abgefüllt ist er mit 46.3% Alkoholstärke, er wird ca. 280 Euro kosten, wenn man die 250 Britische Pfund, die in der Pressemitteilung angegeben sind, als Basis verwendet.
Alle weiteren Infos zur Abfüllung und die Tasting Notes finden Sie in der nachfolgenden Pressemitteilung:
HIGHLY LIMITED EDITION COLIN MONTGOMERIE RELEASE TEES OFF
New triple cask matured single malt commemorates iconic Monty three wood shot
Loch Lomond Whiskies, The Official Spirit of The Open, has released its first triple cask matured single malt Scotch whisky.
The new and highly limited edition expression was created as a tribute to Loch Lomond Whiskies golf ambassador Colin Montgomerie’s glorious three wood shot that helped secure victory for Europe in the 1997 Ryder Cup.
Matured in refill American oak before being matured for up to six months in a combination of first fill Limousin oak and Oloroso sherry casks, the Loch Lomond Three Wood Matured 25 Year Old Single Malt Scotch Whisky unites the worlds of single malt Scotch whisky and golf.
Colin Montgomerie – better known to his fans as Monty – is one of the UK’s most successful golfers.
Since turning professional in 1987, Montgomerie has recorded 53 tournament victories across the world and became European #1 in 1993 – a position he held for an unprecedented seven years.
Ryder Cup success followed as a player including his legendary three wood tee shot on the 18th hole at Valderrama in 1997 that secured victory for Europe by a single point and gained him “Shot of the Year”.
He later famously led Europe to success as Captain at Celtic Manor in 2010.
Montgomerie said:
“As a proud Scot I know that Scotland is world-renowned for both our whisky and our unrivalled golf courses. I am thrilled that the Loch Lomond Three Wood Matured 25 Year Old Single Malt will celebrate both worlds.
“My shot at Valderrama is one that will live long in the memory for me. To know that it has inspired a Single Malt and one which carries my signature is a huge honour. I hope that golfers and whisky fans alike will enjoy a dram as much as I have.”
Created by Montgomerie in partnership with Loch Lomond Master Blender Michael Henry, the Loch Lomond Three Wood Matured 25 Year Old is a beautifully balanced and highly limited edition single malt Scotch Whisky. Offering fruit notes of peach and pear, with subtle floral and perfumed notes, it is enhanced by cloves and cinnamon on the finish.
Presented in an elegant black and red gift box that celebrates Monty’s golfing achievements, the Loch Lomond Triple Wood Matured 25 Year Old has an ABV of 46.3% and is available globally with an RRP of £250.
Tasting Notes:
Maturation in refill American oak casks from Loch Lomond’s onsite cooperage complements the distillery’s signature fruity character while the lightly toasted style of French European oak adds hints of refined spice. Additional maturation in Oloroso oak casks delivers subtle perfumed floral notes.
Von Diageo UK sind wir über einen neue Abfüllung in der Ghost & Rare Serie unter der Marke Johnnie Walker Blue Label unterrichtet worden. Die Ghost & Rare Editionen enthalten jeweils Malt aus Lost Distilleries; diesmal ist es Glenury Royal – eine Brennerei, deren Abfüllungen kaum mehr zu erhalten sind. Zudem sind Whiskys aus Glen Elgin, Inchgower, Glenlossie, Cameronbridge und Glenkinchie enthalten.
Ab Oktober wird es den Johnnie Walker Blue Label Ghost and Rare Glenury Royal Limited Edition weltweit um ca. 300 Euro geben – abgefüllt wird er mit 43.8% Alkoholstärke.
Hier die Presseinfo für Sie:
Introducing the Limited Edition Johnnie Walker Blue Label Ghost and Rare Glenury Royal
Crafted using irreplaceable whiskies from long-closed ‚ghost‘ distilleries
LONDON, July 8, 2019 /CNW/ — „Shining a light on this hidden treasure of the whisky world is something we’ve wanted to do for some time. This indulgent new limited edition provides us with a wonderful opportunity to explore the remarkable layers of rich fruit found in every drop of Johnnie Walker Blue Label,“ said Johnnie Walker Master Blender Jim Beveridge.
Today, Johnnie Walker announces the release of Johnnie Walker Blue Label Ghost and Rare Glenury Royal, the third in the series of special releases crafted using irreplaceable „ghost“ whiskies from a small number of iconic distilleries that closed many years ago. Jim has long been passionate about exploring the unique flavours found in these exceptionally rare whiskies from the Johnnie Walker Blue Label reserves.
At the heart of this whisky lies the Highland single malt Glenury Royal, from the distillery of the same name that shut its doors in 1985. Its colourful history is as exceptional as its uniquely rich and fruity whiskies.
Founded in 1825 by Captain Robert Barclay – a Member of the British Parliament and the first man to walk one thousand miles in one thousand hours – the distillery was destroyed by a devastating fire only to rise like a phoenix from the flames to thrive once again. Under Barclay’s tenacious leadership, it flourished to become one of only three Scottish distilleries to enjoy a royal title. Today the rare spirit of Captain Barclay lives on in the dwindling stocks of this incredible „ghost“ whisky.
Jim added:
„We have waited patiently for that moment when we turn our thoughts to this exceptionally rare whisky, carefully watching over our maturing casks until the time was right to explore its uniquely indulgent character.“
Jim and his team also hand-selected two exceptionally rare whiskies from the „ghost“ distilleries of Cambus and Pittyvaich, perfectly balancing their creamy toffee and butterscotch notes with the sumptuous orchard fruits, sweet apple and delicate apricot character of Glenury Royal.
Five other rare whiskies from Glen Elgin, Inchgower, Glenlossie, Cameronbridge and Glenkinchie bring waves of vanilla, heather honey and dried fruits that weave through smooth dark chocolate and nutty layers to create an exploration of this irreplaceable ‚ghost‘ whisky – making this limited edition our most indulgent yet.
Johnnie Walker Blue Label Ghost and Rare Glenury Royal is bottled at an ABV of 43.8% and is available globally from October 2019 with an RRSP of 275 GBP for a 70cl bottle. Each bottle in this special release is individually numbered.
Glenfiddich, das weiß jeder, der sich ein wenig für die Geschichte des Single Malts interessiert, hat den Single Malt zur Weltgeltung verholfen, als man ihn in den 1969 in den USA an den Verkaufsstart schickte. Aber war das tatsächlich auch der erste Single Malt, wie es Glenfiddich in einer Pressemitteilung unlängst kundtat? Waren alles zuvor Blended Malts oder Blends? Und hat Glenfiddich wirklich das weltweit erste Besucherzentrum einer Whiskybrennerei eröffnet?
Ein englischsprachiger Artikel im Master of Malt Blog geht diesen beiden Behauptungen auf den Grund – und widerlegt sie. Denn weder hatte Glenfiddich das erste Besucherzentrum eröffnet (Tobermory tat das bereits in den Zwanzigerjahren des vorigen Jahrhunderts), noch ist Glenfiddich der erste Single Malt der Welt. Im Artikel weist der Autor nach, dass Singlke Malts bereits viel früher erhältlich waren, und das nicht als Kuriositäten oder Einzelfälle. Hier ein Auszug aus dem Artikel:
But for writers in the early part of the twentieth century to be championing single malt it had to have been around for some time. Well, of course it was: blending greatly boosted Scotch whisky’s fortunes from the late 19th century at the expense of single malt but it never went away. Connoisseurs such as Saintsbury, MacDonald and Sir Robert Bruce Lockhart (Scotch, published 1951) make that abundantly clear. Earlier writers too, sang its praises.
Namen wie Macallan, Glenlivet oder Bowmore fallen da. Selbst Glenfiddich war bereits 1903 mit einem Pure Malt in Schottland vertreten. Und in einem Thread in der Gruppe der Malt Maniacs auf Facebook waren unlängst zwei Label von Single Malts zu sehen, die in Australien käuflich waren: Ein Laphroaig aus dem Jahr 1888 und ein Islay Pure Malt von 1877.
Ein interessanter Artikel für alle, die sich mit der Geschichte des Whiskys beschäftigen.
Whisky wird seit jeher nicht nur getrunken, sondern auch gesammelt – sei es, um besondere Tropfen für später aufzuheben oder rein des Sammelns willen. Immer schon, und verstärkt in den letzten Jahren, war Whisky auch ein Gegenstand der Wertanlage – begünstigt durch den Umstand, dass ältere Jahrgänge immer rarer werden und sich der Markt für Whisky global ausweitet.
Märkte sind dynamisch und ändern sich. Gastautor Marco Jansen von der Whisky Investments GmbH wirft für uns vierteljährlich einen Blick auf den Sammlermarkt und berichtet dabei über relevante Ereignisse und Entwicklungen. Hier ist sein aktueller Beitrag:
Der Whisky-Sammlermarkt – Bericht über das Q2 2019
Auch das 2. Quartal des Jahres brachte keine Entscheidung über den weiteren Verbleib Großbritanniens in der EU. Vielmehr ist die Situation zerfahrener denn jedes Szenario erscheint im Moment denkbar. Doch auch ohne einen Brexit sieht sich der Whiskymarkt mit Strafzöllen konfrontiert, aktuell allerdings nicht mit der EU sondern im Handel mit den USA. Bis sich diese Effekte am Sammlermarkt niederschlagen werden dürfte einige Zeit ins Land gehen. Allerdings darf man im Moment nicht davon ausgehen, dass der Druck auf die Preise geringer werden dürfte.
Bevor wir zum Whiskysammlermarkt kommen, schauen wir noch einmal über den Tellerrand hinaus: Vor wenigen Tagen wurden durch ein durch einen Blitzeinschlag verursachtes Feuer bei Jim Beam in den USA 45.000 Bourbon-Fässer zerstört. Die Whiskymenge ist zwar „nur“ in etwa 1% des Lagerbestandes des US-Konzerns, stellt aber mal eben in etwa eine Jahresproduktion der größten schottischen Destillerie Glenfiddich dar. Viel tiefgreifender dürfte aber der Verlust der 45.000 Fässer wiegen, die in Zukunft nach dem der Bourbon abgefüllt wurde, nicht mehr am Markt für die allseits beliebten Bourbon-Single-Malt-Abfüllungen zur Verfügung stehen. Der hieraus resultierende Angebotsengpass und damit verbundene Preisanstieg könnte sich mit entsprechendem Nachlauf deutlich am Whiskymarkt wiederspiegeln.
Am Whiskysammlermarkt konsolidierten auch in den Monaten März bis Juni die Preise auf insgesamt hohen Niveaus, der Apex 1000 der schottischen Rare Whisky 101 Ltd. notierte nur leicht unter den Kursen vom Jahresanfang. Der schon im ersten Quartal stattfindende Favoritenwechsel setzte sich weiter fort. Während die Preise von Abfüllungen aus dem Hause Macallan nach dem Höhenflug des letzten Jahres eher weiter zurückgingen, setzte sich das Comeback der Single Malts aus dem Land der aufgehenden Sonne Japan weiter fort. Mit einem Plus von fast 14% seit Jahresanfang führt der Japanese Icon 100 Index die Rennerlisten an.
Durchaus anders stellte sich die Situation bei neuen Releases dar. Die stetig weiter wachsende Nachfrage nutzen Destillerien und Konzerne um teils deutliche Preissteigerungen an den Märkten – fast durchgängig mit Erfolg – durchzusetzen. Dies wiederum führt dazu, dass sich wohl in baldiger Zukunft das Preis/Leistungverhältnis von neuen Abfüllungen zu Sammlerflaschen wieder deutlich mehr in Richtung Sekundärmarkt verschieben wird und Malts älterer Jahrgange wieder günstig erscheinen lässt was mittel- bis langfristig für einen weiteren Preisanstieg an den Whiskysammlermärkten spricht.
Marco Jansen
Autor Marco Jansen, Gesellschafter der Whisky Investments GmbH, arbeitet seit 16 Jahren in der Finanzbranche und sein Betätigungsfeld 1 – neben der Betreuung von vermögenden Privatkunden – sind die internationalen Kapitalmärkte. Vor etwa 10 Jahren entdeckte er bei einer Reise nach Schottland seine Leidenschaft für Single Malt Whisky. Seitdem verfolgt er mit Interesse die Whiskymärkte und eine kleine Sammlung erlesener Tropfen füllt die speziell dafür eingerichtete Vitrine in seiner Heimat am Niederrhein.
Unser Titelbild zeigt die Catedral do Whisky – eine der größten Whiskysammlungen der Welt
Blick in die Catedral do Whisky, eine der größten Whiskysammlungen der Welt
Nicht jeder Whisky, ob Blend oder Single Malt, gibt seinen Ursprung preis. Das kann deshalb sein, weil die Brennerei die Fässer nicht unter ihrem eigenen Namen verkaufte, sondern auf Anonymität bestand, oder weil der Abfüller eine eigene Marke hat, die keine Destillerienennung braucht oder will.
Namen oder Anonymität – uns als Whiskyfreunde interessiert ja vor allem der Geschmack, und da geht es Serge Valentin natürlich ebenso. Er hat diesmal einige anonyme Abfüllungenverkostet, und darunter findet sich eigentlich ausnahmslos Gutes. Hier die Werungen:
Die us-amerikanische TTB-Datenbank hat wieder interessante neue Einträge erhalten: Compass Box, das Londoner Unternehmen von Master Blender John Glaser, bringt mit Myths & Legends eine neue Serie von limitierten Bottlings auf den Markt – eine Serie, die zwei reine Single Malts und einen Blended Malt präsentiert. Glaser möchte durch diese Serie mit drei Mythen aufräumen:
dem Mythos, bei Single Malts würde der Whisky nicht geblendet
dem Mythos, Regionen bestimmten den Charakter
dem Mythos, Whiskys „berühmter“ Brennereien würden nicht geblendet.
Mit jeder einzelnen Abfüllung nimmt sich Glaser eines dieser drei Themen an:
Compass Box Myths and Legends 1 ist ein Blend aus zwei Fasspaketen aus der Brennerei Balblair, First Fill Bourbon und Recharred American Oak. Details dazu auf den Etiketten:
Bei der zweiten Ausgabe, dem Compass Box Myths & Legends 2, sind es vier Fasstypen aus der Speyside-Brennerei Glen Elgin, die man bei Compass Box verwendet hat, hauptsächlich aber Recharred American Oak. Auch hier geben die Etiketten genauere Auskunft über die Zusammensetzung und den Geschmack:
Der Compass Box Myths & Legends 3 besteht aus Fässern von drei Brennereien: Eine nicht genannte Brennerei auf den Orkneys, Caol Ila und Glen Elgin (diese Fässer machen 84% des Whiskys aus). Und wiederum detaillieren die Etiketten den Inhalt, so wie bei Compass Box üblich, recht genau:
Ob die Serie noch weitere Abfüllungen erhalten wird, bleibt abzuwarten.
Wie üblich der Hinweis zu den TTB-Einträgen: Dass ein Label in der TTB-Datenbank eingetragen wurde, bedeutet nicht automatisch, dass die Abfüllung dann auch erscheinen wird. Es ist allerdings ein sehr starker Hinweis darauf.