Wenn Whiskyfreunde den Namen Brown-Forman hören, dann denken sie zuerst einmal an Jack Daniel’s, aber auch an BenRiach, Glendronach und Glenglassaugh. Natürlich besitzt der Konzern noch viele andere Marken mehr, nicht nur im Whiskybusiness und gehört damit zu den globalen Playern.
Die Zahlen, die der Konzern für das erste Finanzhalbjahr (es läuft von März bis Oktober) veröffentlicht hat, attestieren dem Unternehmen einen glänzenden Geschäftsgang. Um satte 14% sind in diesem Zeitraum die Nettoverkäufe gestiegen, und dazu haben auch die Whiskeymarken einen bedeutenden Teil beigetragen. Jack Daniel’s verkaufte um 7% mehr, Old Forester und Woodford Reserve um 15%. 239 Millionen Dollar betrug der Profit in den letzten 6 Monaten.
Vor allem die sogenannten „emerging markets“ haben sich sehr gut entwickelt, die stärksten Zuwächse kommen aus zwei Ländern: Mexiko und Polen.
Über das Jahr gesehen haben die Aktien von Brown-Forman übrigens um 37% zugelegt, im Vergleich zu 17%, die der S&P 500 Index gewonnen hat, berichtet wdrb.com.
Heute geht es einmal weg von Schottland bei Serge Valentin, und zwar ganz weit weg, denn es sind Verkostungen von japanischen Whiskys angesagt. Dabei konzentriert sich Serge auf zwei Marken, nämlich Akashi und Chichibu.
Die Akashis kommen aus dem Cognac- und dem Sherryfass und sind entweder alterslos oder gerade einmal 8 Jahre alt. Aber auch die beiden getorften Chichibus sind echte Jungspunde, gerade einmal vier oder fünf Jahre alt. Was sie übrigens nicht daran hindert, traumhafte Noten zu erhalten. Ein Fünfjähriger mit 93 Punkten ist schon mal eine gewaltige Ansage. Hier die Wertungen der Verkostung:
Akashi White Oak ‘Cognac Cask’ (62%, OB for Mitsukoshi Isetan, cask #1122, +/-2017): 83 Punkte
Akashi White Oak 8 yo (50%, OB, sherry butt, cask #5184, 900 bottles, +/-2016): 85 Punkte
Chichibu 2012/2017 (63.2%, OB for The Whisky Exchange, peated, cask #2088, 225 bottles): 91 Punkte
Chichibu 2012/2017 (62.5%, OB for La Maison du Whisky, second fill bourbon barrel, peated, cask #2087): 93 Punkte
Von irish-whiskeys.de, dem auf das irische Wasser des Lebens spezialisierten Importeur und Händler, haben wir Informationen über eine neue Abfüllung in ihrem Portfolio erhalten, die wir hier gerne mit Ihnen teilen, enthält die Pressemitteilung auch einige Infos über Clonakilty, die neue Destillerie an der Südküste Irlands. Auch dabei die Tasting Notes, die von Spirituosenfachfrau Julia Nourney geschrieben wurden:
Clonakilty Port Cask Finish Blended Whiskey
Im Süden Irlands, an den rauen Klippen des Atlantiks befindet sich eine neue Destillerie im Bau: Clonakilty Distillery
Das Gebäude der Destillerie steht bereits, auch die Brennblasen sind schon bestellt und im ersten Halbjahr 2018 soll die Destillerie in Betrieb genommen werden. Die Familie Scully betreibt seit der 8. Generation Gerstenfelder am Fuße des Galley Head Leuchtturms. Das mediterrane Klima an der Atlantikküste verleiht dem Korn ein besonderes Aroma. Diese Gerste wird für die Herstellung des Whiskeys verwendet werden. Clonakilty Distillery wird sich auf die Herstellung von Single Malt und Single Pot Still Whiskey konzentrieren.
Bereits jetzt schon haben sie ein Lagerhaus direkt an der Küste, in dem bereits einige tolle Whiskeyfässer liegen und darauf warten abgefüllt zu werden. Auch der zukünftige Whiskey aus der eigenen Destillerie wird in diesen Warenhäusern lagern. Die Lage direkt an der Küste verleiht dem Whiskey einen einzigartigen Geschmack.
Außerdem soll in der Destillerie auch Gin gebrannt werden. Die Botanicals für den Gin werden entlang der Atlantikküste ausgesucht, um dem Gin einen einzigartigen Geschmack zu verleihen.
Obwohl die Clonakilty Distillery noch nicht in Betrieb ist, überraschte der Brennereieigner Michael Scully die Whiskey-Welt kürzlich mit einer Abfüllung eines sehr ausgewogenen Blends von 8- bis 10-jährigen Grain und Single Malt Whiskeys anderer irischer Brennereien. Nachdem die Whiskeys vermählt wurden, durften sie ihre Flitterwochen in Port-Fässern verbringen. Dieser letzte Produktionsschritt ist deutlich sichtbar und hat dem Whiskey eine angenehm warme, rote Farbe gegeben, die an kupferne Brennblasen erinnert, die schon sehr häufig angeheizt wurden.
Bei diesem Port Cask Finish handelt es sich um eine besondere limitierte Abfüllung. Für Deutschland haben wir nur einmalig 276 Flaschen erhalten. Diese Flaschen stammen aus einem Port Cask, so dass es sich streng genommen um einen blended Single Cask Whiskey handelt.
Farbe: rotes Kupfer, wie ein flammender Sonnenuntergang
Nase: süßlich, sehr weinig und frisch, reife Pfirsiche und Zesten-Aromen, cremig mit einer leichten Holz-Note im Hintergrund
Gaumen: viel getreidiger als in der Nase, sehr fruchtig mit Pfirsichen und Zesten, weiche Würznoten, immer noch leicht süßlich was den Whiskey für fast alle Gelegenheiten passend wirken lässt, in der Länge auch etwas Chili und Kardamom
Nachklang: mittellang mit einer dezenten Pfeffrigkeit, die Würznoten kleben am Gaumen und werden zum Ende hin immer weicher
Bemerkung: ein leicht zu trinkender Whisky, der zu jeder Gelegenheit passt
Charakter: Pink – die Sängerin ist eine Ikone der heutigen Zeit. Sie sieht nicht nur gut aus, sie hat auch eine prägnante und kraftvolle Stimme. Ihren Songs zuzuhören ist üblicherweise ein großes Vergnügen, obwohl ihre Texte eine Tiefe haben, die die meisten Zuhörer erst auf den zweiten Blick erkennen.
Die Tastingnote hat exklusiv Spirituosenexptertin Julia Nourney für diesen Whiskey geschrieben.
Unverbindliche Preisempfehlung 49,90 EUR
In Deutschland vertrieben durch: Irish Whiskeys, Niddaer Landstraße 7, 63691 Ranstadt
Von der schönen Qualität des Whiskys aus der Cotswolds Distillery konnten wir uns bei unserem Besuch vor Ort im September bereits überzeugen, nun hat der deutsche Importeur Kirsch Whisky den Single Malt endlich auch nach Deutschland geholt. Anbei eine Pressemitteilung, die die Daten und Hintergründe für Sie bereithält:
Countryside-Whisky mit fruchtiger Rotwein-Note
Kirsch Whisky holt den ersten Single Malt der englischen Cotswolds Distillery nach Deutschland
Shipston-on-Stour/Syke. Der erste Whisky der Cotswolds Distillery in Süd-England hat die Fässer verlassen. Ab sofort ist der fruchtig-leichte Single Malt auch in Deutschland erhältlich.
Die Gerste für den neuen Whisky stammt von lokalen Bauern, das Wasser kommt direkt aus dem kleinen Dorf Shipston-on-Stour. Hier macht man seit 2014 einen der wenigen Whiskys aus England. Für diesen haben sich die Macher der Cotswolds Distillery von ihrer Region inspirieren lassen – atemberaubende Landschaft und verträumte Dörfer treffen auf Handswerkskunst und Gespür für besonderen Geschmack.
Nach drei Jahren ist nun der erste Single Malt fertig: Für die Erstabfüllung wurde Whisky vermählt, der in Bourbon- und Rotwein-Fässern reifte. Sie sorgen zusammen mit dem besonders milden und leichten Destillat für einen Duft nach frischen Pfirsichen, reifen Aprikosen, Honig und Marzipan.
Leichtes „Herzstück“ für einen mild-fruchtigen Whisky
Der leichte, fruchtige Charakter kommt nicht von ungefähr: Head Distiller Nickolas Franchino achtet bei der Destillation darauf, Vor- und Nachlauf besonders großzügig und präzise vom „Herzstück“ des frischen Spirits zu trennen – anders als viele schottische Destillerien, bei denen man traditionell auf schwerere Aromen setzt. Bei Cotswolds reift das Destillat anschließend in First-Fill-Ex-Bourbon-Fässern heran – und speziellen sogenannten STR-Rotwein-Fässern, die erneut glattgehobelt (Shaved), erhitzt (Toasted) und ausgekohlt (Re-charred) werden. Das Geschmacksergebnis: Auf der Zunge ölig mit einer gewissen Süße – die Rotweineinflüsse erkennt man deutlich. Noten von dunklem Zucker und Gewürzen treten deutlich zum Vorschein. Im langen Abgang finden sich Anklänge von dunklen Früchten und Sirup. Das Endprodukt wird selbstverständlich weder kühlfiltriert noch gefärbt.
Countryside und Cottages: erste Whisky-Destillerie in Cotswold
Geschmack und Aromen des Single Malts sind maßgeblich von seiner Herkunft beeinflusst: Unberührte Natur, verschlafene Cottages neben gemütlichen Pubs und Teestuben prägen das Bild der Region Cotswolds im Süden Englands. Nur eines fehlte bisher: die eigene Brennerei. Fand auch Daniel Szor und gründete 2014 die erste Destillerie der Region. Während der Whisky in den Fässern reifte, machte sich die Cotswolds Destilley in den vergangenen Jahren vor allem mit ihrem preisgekrönten Dry Gin einen Namen. Und wurde dabei zu einem festen Bestandteil des Dorflebens: Ihre Zutaten kauft sie von lokalen Farmen, die Gerste stammt ausschließlich aus Cotswolds. Die Nachbarn unterstützen die Brennerei gelegentlich beim Abfüllen und Schälen der Früchte und nutzen im Gegenzug Abfallprodukte des Brennprozesses zur Fütterung ihrer Tiere.
Kleine Erinnerungshilfe von uns für unsere Leser: 1241 Flaschen mit 57.4% des zu 100% in Bourbonfässern gereiften Whiskys der Kilchoman Club Edition 2017 können ab Mittwoch, dem 6. Dezember um 13 Uhr unserer Zeit – also ab sofort – bei Kilchoman im Clubshop online bestellt werden – und zwar wie üblich nur für Clubmitglieder. Preis: 99 Pfund plus Porto. Hier geht es zur Seite, auf der man bestellen kann.
Die zu Beam Suntory gehörende Highland-Destillerie Glen Garioch hat in ihrer Renaissance-Serie bereits einen fünfzehnjährigen und einen sechzehnjährigen Whisky veröffentlicht, das erste Kapitel im Jahr 2015, Kapitel 2 dann im Vorjahr.
Nun kommt ein 17jähriger Glen Garioch als vorletztes Kapitel zur vierteiligen Serie dazu. Er reifte in Bourbon- und Sherrycasks und ist momentan in der Destillerie und bei ausgesuchten Fachhändlern in UK verfügbar, wird aber, wie alle anderen Kapitel bisher, den Weg zu unseren Händlern im deutschsprachigen Raum finden.
Geschmacklich soll der Glen Garioch Renaissance 17yo „komplexe Lagen von Highland Toffee und Toast mit Honig, verwoben mit samtig gebackenen Aprikosen, Karamell und ein Finish von würzig-süßer Orangenmarmelade“ bieten. Verkauft wird der Whisky um 100 Pfund.
2018 soll es dann das letzte Kapitel der Serie geben, wenig überraschend wird dieser Whisky dann 18 Jahre alt sein.
Da uns ein gutes Bild der neuen Abfüllung fehlt, illustrieren wir den Artikel mit dem Chapter 1.
Falls Sie mal einige Minuten Ihrer Zeit für eine Spielerei entbehren können, hat die Highland-Destillerie Tomatin für Sie einen kleinen Psychotest entwickelt, mit dem Sie feststellen können, welche Tomatin-Abfüllung zu Ihnen passt. Damit das nicht zu sehr nach zufälligem Output aussieht, hat man neben Master Distiller Graham Eunson auch den Psychologen Dr. Adam Moore zur Testentwicklung eingeladen.
Fünf bebilderte Fragen und Ihre Antworten darauf sollen helfen herauszufinden, welcher Tomatin-Whisky Ihrer Persönlichkeit entspricht. Hier, beim Austesten der Quizmechanik für diesen Artikel, ist uns als idealer Tomatin Whisky der Vierzehnjährige aus dem Portfass ans Herz gelegt worden – in diesem Fall tatsächlich ein Treffer.
Tomatin hat das Quiz mit einem Promi-Event in London der Presse vorgestellt, bei dem drei Celebreties durch den Test ihrem „idealen“ Tomatin zugeführt wurden. Die Prominenten waren die Radrennfahrerin Victoria Pendleton, der Modedesigner Henry Holland und der Alpinist Kenton Cool, der den Mount Everest bereits zwölf Mal bezwungen hat.
Wenn Sie jetzt also Lust bekommen haben, einmal einen Psychotest in Sachen Whisky zu machen – hier können Sie das tun.
Die Destillerie Tomatin. Bild: Gerhard Kreutz – Genuss am Gaumen
Der Bau der neuesten Destillerie auf Islay, Ardnahoe, geht zügig voran (Bilder davon können Sie hier und hier sehen), und eine treibende Kraft dahinter ist Jim McEwan, früher Master Distiller bei Bruichladdich und davor Bowmore. Die Brennerei, die von Stewart, Andrew und Scott Laing, aka Hunter Laing, betrieben werden wird, wird in den USA die Private Casks über K&L Wine Merchants an den Mann bringen, und David Driscoll von dort hat mit Jim McEwan über den Baufortschritt und die zukünftigen Pläne gesprochen und das Interview auf dem Blog des Unternehmens, Spirits Journal, zugänglich gemacht. Hier ein Auszug daraus:
David: Do you have a plan for the house style or character of the whisky?
Jim: Most certainly the majority of the casks we’ll be using—as much as 60%—will be fresh Bourbon barrels from Kentucky. I’m a big fan of ex-Bourbon and as a former cooper I enjoy the American oak with the sweetness and the spiciness it gives to the whisky. I’ll be using wine casks again. Sherry casks are very hard to get today and they’re very expensive because no one is drinking sherry now. It will be a mixture, for sure. It’s nice to have as many options as possible on the menu for the consumer today. You don’t always eat the same food every day and whisky is no different. In the end, the consumer is king and I’d like to reach as wide of an audience as possible.
Den Rest des Interviews zur Destillerie, die schon im Mai 2018 eröffnet werden soll, finden Sie hier.
Jim McEwan auf der Baustelle von Ardnahoe. Bild: Petra Milde, meinwhisky.com
Wenn Sie jetzt ein Déjà-vu haben – wir haben es auch: Zum vierten Mal in Folge widmet sich Serge Valentin den torfigen Abfüllungen der Destillerie Tobermory, die unter dem Namen Ledaig firmieren.
War bislang die Ausbeute an sehr hoch bewerteten Bottlings unter den täglich verkosteten fünf Whiskys sehr hoch, setzt sich der Trend auch heute fort. Es scheint tatsächlich so zu sein, dass nicht gefällige Ledaigs eher die Ausnahme als die Regel bilden.
Was ist heute dabei? Diesmal sind die Abfüllungen jünger, zwischen zehn und neunzehn Jahre alt, und bilden eine Mischung aus Bourbon- und Sherryfässern. Hier die Benotungen der Verkostung:
Ledaig 11 yo (48%, The Single Malts of Scotland, Time Series, 319 bottles, 2016): 89 Punkte
Ledaig 19 yo 1997/2016 (53.9%, Cadenhead, Single Cask, bourbon hogshead, 252 bottles): 90 Punkte
Ledaig 15 yo 2001/2017 (48.4%, Douglas Laing, Old Particular, refill hogshead, cask #11605, 255 bottles): 83 Punkte
Ledaig 10 yo 2005/2016 (57.3%, Signatory Vintage, first fill sherry butt, cask #900151, 650 bottles): 80 Punkte
Ledaig 11 yo 2005/2017 (61.8%, Cadenhead, Authentic Collection, butt, 450 bottles): 87 Punkte
Und auch heute blicken wir einmal nicht auf die Destillerie, sondern auf den Hafen des Ortes, der ihr den Namen verleiht: Tobermory.
Der Hafen von Tobermory. Bildrechte: Marcel Freudenstein
Berry Bros & Rudd, der Wein- und Spirituosenhändler aus London, kennt man als Whiskyfreund vor allem durch seine interessanten unabhängigen Abfüllungen verschiedenster schottischer Destillerien. Regelmäßige Leser von Whiskyexperts werden sich daran erinnern, dass das Londoner Unternehmen auch vor einiger Zeit einen eigenen Bourbon auf den Markt gebracht hat, den Texas Ligation Bourbon, allerdings in einer limitierten Auflage von 2000 Flaschen.
Wahrscheinlich noch weniger bekannt ist, dass Berry Bros & Rudd auch Anteile an einer Destillerie in San Francisco besitzt, nämlich an der Anchor Distilling Company. Und diese Anteile hat man nun durch den Zukauf der Shares des Mitbesitzers Keith Greggor deutlich erhöht, berichtet The Spirits Business. Zu welchem Preis und in welcher Höhe ist allerdings unbekannt.
Im Whiskysektor produziert Anchor Distilling einen Rye, den Old Potrero Rye, aber hat daneben auch an die 400 andere Spirituosen im Programm, die man in den USA vertreibt. Und dieses Vertriebsportfolio ist wohl auch der Hauptgrund für das Engagement der Londoner in San Francisco.
In diesen Minuten ist der neue Highland Herold Winter 2017 erschienen – und unsere Freunde in der Redaktion dort haben auch in der neuesten Ausgabe einen interessanten Mix aus verschiedenen Themen gestaltet.
In der 37. Ausgabe des Magazins finden Sie unter anderem folgende Beiträge:
West Cork Distillers: Ein Bericht von Ernst J. Scheiner über die technikbegeisterten Brenner aus Skibbereen und ihre außergewöhnlichen Methoden. Ergänzt wird der Artikel durch Verkostungsnotizen von Katja Langstrof und Mike Müller zu zwei West Cork Single Malt Irish Whiskeys.
GlenWyvis Reborn: Ein Community Project ermöglichte die Wiedergeburt der Highland Distillery. Ernst J. Scheiner hat die neue Brennerei besucht und mit den Verantwortlichen über die Zukunftspläne gesprochen.
Amrut Raj Igala: Julia Nourney stellt den in diesem Jahr neu erschienenen „König der Adler“ aus Indien kurz vor.
Whisky Review – Brigantia Fass No. 633: Thorsten Herold hat eine Einzelfassabfüllung des Brigantia aus der 1. Bodensee Whisky-Destillerie genau unter die Lupe genommen. Natürlich hat er auch den Whisky verkostet und sein Ergebnis in Notizen festgehalten.
Verdünnung: Wasser im Whisky – der Chemiker Dr. Heinz Weinberger erläutert den Inhalt des im August 2017 im englischen Online-Journal Scientific Reports veröffentlichten Artikels „Dilution of whisky – the molecular perspective“ von Björn C. G. Karlson und Ran Friedman.
Whiskypralinen: Claudia Homburg, die Inhaberin von Claudis Pralinenküche, erklärt ihr Handwerk, für das sie viel Schokolade und eine wohldosierte Menge Whisky benötigt.
Schieferkunst: Torsten Fuß von Tullifield Art & Whisky bietet gemalte Brennereimotive und Whiskysprüche auf Schieferplatten an. Wir waren in seiner Werkstatt zu Gast und haben ihm beim Malen über die Schulter geschaut.
Laut den Angaben der St. George’s Distillery in Roudham ist dies eine Abfüllung, wie es sie in England in den letzten 100 Jahren nicht mehr gegeben hat: The English Whisky Company hat die erste zehnjährige Abfüllung ihres Whiskys auf den Markt gebracht.
Das Fass aus dem Jahr 2006, aus dem der Single Malt der Destillerie in Norfolk stammt, wurde noch unter dem leider verstorbenen Gründer der Brennerei, James Nelstrop, vom damaligen Master Distiller Iain Henderson befüllt. 210 Flaschen hat es ergeben, und diese werden noch vor Weihnachten in den Verkauf kommen.
Im Webshop der Destillerie ist die Abfüllung, die 185 Pfund kostet, als „ausverkauft“ gelistet, aber wer Interesse an ihr hat, der kann sich telefonisch (Nummer auf dieser Seite) an die Brennerei wenden und erhält eine Liste der Händler, wo sie noch zu haben sein soll.
Hier noch die Tasting Notes in der Originalsprache:
Nose: Rich dark fruits, dates, raisins, figs, oaky, Cinnamon and All Spice. Hints of dark cherries and liquorice.
Taste: Spicy, warm, rich and woody. Again raisins, dates, figs, dark cherries and Cinnamon. Light notes of ginger and aniseed.
Tobermory war eine der Destillerien, die in den letzten Jahren sehr freizügig war, was die Abgabe von Fässern an unabhängige Abfüller betraf – speziell im Fall der getorften Variante, Ledaig. Kein Wunder also, dass es davon viele Bottlings in den Regalen gab, und die meisten davon von erstaunlicher Qualität. Junge Ledaigs hatten in der letzten Zeit und haben jetzt einen hervorragenden Ruf.
Fünf dieser unabhängigen Ledaigs verkostet Serge Valentin auch im dritten Teil dessen, was er „Ledaigathon“ nennt, und wieder mit ganz hervorragenden Benotungen, zumindest bei zwei Bottlings. Hier die Bewertungen der Verkostung:
Ledaig 12 yo 2004/2016 (58.1%, The Single Malts of Scotland, hoghsead, cask #1030, 327 bottles): 92 Punkte
Ledaig 17 yo 1999/2016 (51.5%, TWCC, Switzerland, bourbon, 808 bottles): 79 Punkte
Ledaig 9 yo 2007/2016 (58%, Dornoch, Thompson Bros.): 85 Punkte
Ledaig 8 yo 2008/2016 (52.8%, Claxton’s, sherry butt, 645 bottles): 86 Punkte
Ledaig 31 yo 1973/2004 (47.8%, Chieftain’s, sherry hogshead, casks #1711-1712, 120 bottles): 91 Punkte
Und diesmal wollen wir unseren Beitrag nicht mit einem Destilleriebild illustrieren, sondern mit einem stimmungsvollen Bild von der Insel Mull:
In den Highlands soll eine weitere neue Destillerie entstehen, und zwar im „Geisterdorf“ Polphail, einer Siedlung, die für Arbeiter an Ölplattformen gebaut wurde und nun relativ verwahrlost leersteht (Bilder des Baugrunds können Sie auf der Webseite von Darren Baird Architecture sehen).
Die Portavadie Distillery, für die der Bauantrag beim Argyll and Bute Council eingebracht wurde, soll nach der Fertigstellung 60.000 Liter Whisky und Gin produzieren. Eine Baugenehmigung, die man bereits für Lagerhäuser erteilt bekommen hat, wird laut dem Bericht in The Spirits Business nicht genutzt, man will die Fässer an anderer Stelle lagern, bis tatsächlicher Bedarf an Lagerfläche vor Ort besteht.
Ganz neu ist das Projekt übrigens nicht, wir haben bereits im Jahr 2013(!) über die Pläne berichtet – allerdings war es seit damals sehr ruhig um die Destillerie.
Sechs bis acht Arbeitsplätze sollen mit der Destillerie entstehen, die auch ein Besucherzentrum und ein Café, einen Shop und Tastingräume enthalten soll. Auch Wohnraum für die Angestellten ist geplant.
Der Initiator, Alexander Bulloch (Loch Lomond), mittlerweile weit in seinen 80ern, hat bereits 300.000 Pfund in die Pläne gesteckt und will, wenn alle administrativen Hürden genommen sind, Mitte 2018 mit dem Bau beginnen.