Video: The Art of Japanese Whisky

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Schon etwas älter, aber nach wie vor interessant und gut gemacht ist das Video „The Art of Japanese Whisky“ von Suntory, das über die Besonderheiten japanischen Whiskys erzählt. In knapp acht Minuten wird hier die Kunst der Whiskyerzeugung in Japan vorgestellt – in High Definition, mit starken Bildern, einer kurzen geschichtlichen Einführung und einigen Wortbeiträgen.

Erstellt wurde das offizielle Video im Jahr 2012 von Nils Tavernier, und wir wünschen Ihnen viel Vergnügen dabei – hier oder auf Youtube!

Whisky im Bild: Besuch bei Strathearn

Wenn man über Highland-Destillerien spricht, dann denkt man wahrscheinlich nicht in erster Linie an die wohl kleinste Destillerie, die dort momentan zu finden ist: Strathearn. Die seit 2013 produzierende Brennerei ist aber in vielerlei Hinsicht interessant.

Vielleicht die größte Besonderheit der Brennerei sind die in Schottland einzigartigen galizischen Brennblasen, die von Kupferschmieden in Salvaterra de Miño nahe der portugiesischen Grenze erzeugt wurden.

Gerhard Kreutz von Genuss am Gaumen in Vorarlberg, unseren Lesern schon von vielen Fotostrecken im Rahmen von Whisky im Bild bekannt, hat uns sieben Bilder von seinem Besuch in der Destillerie übermittelt, die wir Ihnen hier zeigen:

Strathearn © Gerhard Kreutz, Genuss am Gaumen
Strathearn © Gerhard Kreutz, Genuss am Gaumen
Strathearn © Gerhard Kreutz, Genuss am Gaumen
Strathearn © Gerhard Kreutz, Genuss am Gaumen
Strathearn © Gerhard Kreutz, Genuss am Gaumen
Strathearn © Gerhard Kreutz, Genuss am Gaumen
Strathearn © Gerhard Kreutz, Genuss am Gaumen

Serge verkostet: Zwei spezielle Abfüllungen aus Benromach

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Nichts für Anfänger seien sie, schreibt Serge Valentin in der Einleitung zu seiner heutigen Verkostung, die er zwei speziellen Abfüllungen aus der Destillerie Benromach widmet. Beides sind Original-Bottlings der Speyside-Destillerie, im Besitz des unabhängigen Abfüllers Gordon & MacPhail, die aber für Händler gemacht wurden (La Maison du Whisky in Frankreich und Whiskybase in Holland).

Beides sind fassstarke Einzelfassabfüllungen und erhalten auch hohe Wertungen in der Verkostung:

  • Benromach 2008/2016 (56.3%, OB, La Maison du Whisky 60th Anniversary, bourbon, cask #192, 248 bottles): 89 Punkte
  • Benromach 2008/2017 (60.1%, OB, Whiskybase, bourbon, cask #372, 215 bottles): 90 Punkte
Benromach. Bild © Gerhard Kreutz, Genuss am Gaumen.

Dekanta: Interview mit Ichiro Akuto – Chichibu Distillery

Ein interessantes Interview mit Ichiro Akuto von der international hochgelobten japanischen Chichibu Distillery (seines Zeichens auch Verwalter der Fässer der Lost Distillery Hanyu, die sich im Besitz seiner Familie befand), ist auf der Seite von dekanta.com veröffentlicht worden. Ichiro spricht dabei über die Besonderheiten, die den Whisky aus seiner kleinen Destillerie so begehrt machen, und über die Vorzüge von jungem und auch älterem Whisky.

Gefragt, welche Whiskys er abseits der von ihm produzierten bevorzugt, zeigt sich Akuto national- und traditionsbewusst:

It would have to be Japanese whisky, make by Suntory and Nikka. Their history and products have mentored and led us to where we are today. We need to continue learning from the history of Japanese whisky, and pay respect to the whisky traditions that they opened up.

Das gesamte Interview können Sie hier nachlesen.

In der Chichibu-Destillerie. Bild: Mikael Leppä, CC-Lizenz

Neu in UK: Bulleit Bourbon 10yo

Noch ist er nicht offiziell für unseren Sprachraum angekündigt, aber die Einschläge kommen näher: Bulleit Bourbon 10yo wird laut einem Bericht in The Whisky Business im Vereinigten Königreich in den Shops erhältlich sein.

Der mit 45.6% abgefüllte Bourbon enthält einen hohen Anteil an Rye und wurde bereits 2013 in den USA veröffentlicht – dort mit großem Erfolg. Er riecht, folgt man den offiziellen Tasting Notes, nach getoasteter Eiche, Vanille und getrockneten Früchten und soll am Gaumen dazu noch sanfte Karamellnoten und trockene Gewürze bieten.

Ab Juli wird man den Bulleit Bourbon 10yo auf der Insel finden, Preis ist keiner angegeben. 

Neue Deutsche Whiskyvideos und Podcasts der Woche (29)

Wie an jedem Wochenende bringen wir für Sie eine Zusammenfassung interessanter Tasting-Videos und Podcasts zum Thema Whisky. Auch Episode 29 bietet Ihnen Videos und Audiobeiträge, die uns von den Vloggern und Podcastern zur Veröffentlichung zugesendet wurden. Trotz Sommer und Urlaub ist sie auch in dieser Woche gut bestückt und – wie wir finden – abwechslungsreich und interessant:

Alle Videos aus dieser Liste können Sie ab sofort auch als Playlist auf unserer Youtube-Seite abrufen. Dort finden Sie auch die vergangenen Folgen ab Episode 25.

Wie jede Woche ergeht hier auch unser Aufruf an alle Vlogger und Podcaster: Wenn Sie selbst Videos zum Thema Whisky machen, dann schicken Sie uns doch eine kurze Mail mit einem Link auf das wochenaktuelle Video und einer Inhaltsangabe dazu an press @ whiskyexperts.net. Vorgaben unsererseits gibt es natürlich keine, hilfreich ist aber, wenn Ihr Videokanal in aller Regel etabliert, regelmäßig publizierend und mit einer gewissen Anzahl Abonnenten ausgestattet ist, sowie mit hohem Qualitätsanspruch gemacht wird.

Die Redaktion behält sich vor, eingereichte Videos ohne Angabe von Gründen nicht zu veröffentlichen, hält aber gleichzeitig fest, dass ein Nichterscheinen nicht automatisch ein (sowieso immer subjektives) Statement über mangelnde Qualität ist, sondern viele verschiedene Gründe haben kann. Wir freuen uns auf Ihre Videos für unsere Leser!

Video: White Horse scotch whisky in the 1930’s

Heute haben wir einen historischen Schatz ausgegraben – und nicht nur, weil dieser Film über 80 Jahre alt ist, bitten wir Sie, über die bescheidene Bildqualität und das Fehlen jeglichen Tones hinwegzusehen. Sein Wert liegt anderswo: Er zeigt in authentischen Bildern, wie in den 1930ern in Schottland Whisky gemacht wurde – und zwar anhand eines der bekanntesten Blends, White Horse (berühmt für seinen hohen Anteil an Whisky aus Lagavulin).

Die einzelnen Schritte zur Herstellung des Whiskys sind im Film, den Sie auch auf Youtube finden, mit den originalen Zwischentiteln erklärt – wir wünschen Ihnen viel Freude mit diesem historischen Dokument und einen schönen Sonntag!

Whiskyfun: Drei interessante Bottlings aus Ben Nevis

Drei Abfüllungen aus der Highland-Destillerie Ben Nevis sind heute die Objekte der Begierde bei Angus MacRaild, der Serge an Samstagen auf Whiskyfun vertritt. Angus sagt über Ben Nevis, dass die Abfüllungen aus der Brennerei selten enttäuschen und eigentlich fast immer spannende Eindrücke bieten. Und liest man sich die Beschreibungen zu den Wertungen der heutigen Verkostung durch, so stimmt das zumindest für die darin besprochenen drei Bottlings:

  • Ben Nevis ‚McDonald’s Traditional‘ (46%, OB, 185 years anniversary, 2012): 85 Punkte
  • Ben Nevis 16 yo 1977/1993 (60.8%, Cadenhead, Authentic Collection): 83 Punkte
  • Ben Nevis 32 yo 1972/2004 (52.3%, OB, for La Maison du Whisky, hogshead, cask #616): 91 Punkte
Ben Nevis. © Gerhard Kreutz, Genuss am Gaumen

PR: Eindrücke vom Johnnie Walker Blue Label Limited Edition für Wien Event

Vom Event zum Launch der Johnnie Walker Blue Label Limited Edition für Wien, der am Donnerstag stattfand, hat Whiskyexperts ja bereits in einem eigenen Artikel berichtet. Wir haben nun noch einige offizielle Bilder davon erhalten, die wir Ihnen hier in einem weiteren Artikel gemeinsam mit einem kurzen Einleitungstext von Johnnie Walker vorstellen wollen:

Am gestrigen Abend fand die Lancierung der neuen Johnnie Walker Blue Label Limited Vienna Edition in der Off-Location „THE VAULT“ in Wien statt. Unter der Moderation von Nachrichtensprecher Roman Rafreider und dem Ehrengast, dem Opernsänger und Kulturmanager Daniel Serafin wurde die neue Vienna Edition von Johnnie Walker vorgestellt.

Der Koch Ysnait Bräuer verzauberte die anwesenden Gäste mit einem auf den Johnnie Walker Blue Label abgestimmten 4-Gänge Menü. World Class Gewinner Marcus Philipp präsentierte zu jedem Gang den passenden Drink. Des weiteren hatten alle anwesenden Gäste die Möglichkeit Ihren eigenen Whisky Blend zu kreieren. Diageo Brand Ambassador Thomas Plaue leitete die Blending Session am gestrigen Abend.

Chivas-Arbeiter in Paisley beschließen Kampfmaßnahmen

Schon seit einiger Zeit plant Chivas, seinen Standort in Paisley, sowie die dort stationierte Abfüllanlage, zu schließen und nach Kilmalid/Dumbarton zu übersiedeln. Von dem Umzug sind auch 450 Arbeitsplätze betroffen, die aber erhalten bleiben sollen.

Diese Arbeiter haben sich nun in einer Urabstimmung für gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen (81.9%) und – falls nötig – für einen Streik (76.4%) entschieden. Grund dafür, berichtet der Daily Record, sind festgefahrene Lohnverhandlungen, nachdem der Konzern 1.5% Lohnerhöhung im ersten und inflationsgebundene weitere Erhöhungen in den nächsten drei darauffolgenden Jahren angeboten hat. Die Belegschaft betrachtet dieses Angebot als nicht ausreichend und argumentiert, dass man stärker am Wachstum teilhaben will.

Chivas zeigt sich enttäuscht über den Ausgang der Abstimmung. Die Tür für Gespräche wollen aber beide Seiten offen lassen.

Der Chivas-Standort in Kilmalid. Bild: Chivas

TSB: Die zehn meistverkauften Scotch Whisky Marken 2016

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Vor kurzem haben wir darüber berichtet, dass Glenfiddich seinen wieder gewonnenen Vorsprung auf Glenlivet in den Verkaufszahlen 2016 weiter ausbauen konnte. Damit wären die beiden größten Marken bei Scotch Single Malt Whisky bereits einmal definiert.

Aber wie sieht das bei Scotch im Generellen, also mit den Blends, aus? 2015 waren die Zahlen wie folgt (und es sollte nicht verwundern, dass da kein Single Malt darunter ist):

10. Bell’s
9. Label 5
8. Dewar’s
7. William Peel
6. Wiliam Lawson’s
5. J&B
4. Grant’s
3. Chivas Regal
2. Ballantine’s
1. Johnnie Walker

Für 2016 hat The Spirits Business nun die neuesten Zahlen kompiliert, und abgesehen davon, dass es zwei Platztäusche gibt, sind auch die dahinterliegenden Verkaufszahlen sehr interessant, denn nicht überall ging es bergauf, trotz gleichbleibender Platzierungen. Schauen Sie sich das mal an!

Whisky im Bild: Johnnie Walker Blue Label Vienna Edition – der Launch in Wien

Die offizielle Pressemitteilung wird nächste Woche folgen, wir haben aber jetzt schon die Bilder vom Launch-Event der Johnnie Walker Blue Label Vienna Edition, die gestern im The Vault im sechsten Wiener Gemeindebezirk stattfand, für Sie zusammengestellt.

Die Johnnie Walker Blue Label Vienna Edition ist die neueste Sammlerausgabe des Top-Blends des Unternehmens – nach Editionen für andere berühmte Städte wie London oder München. 2000 Flaschen mit dem die Wahrzeichen Wiens zeigenden Design werden abgefüllt, und sie sind tatsächlich nur in Wien und umliegenden österreichischen Gebieten erhältlich – was sie für Sammler aus der ganzen Welt schwer zu bekommen und damit noch begehrter macht.

Der Star des Abends: Johnnie Walker Blue Label Vienna Edition © Whiskyexperts

Der Blend aus hochwertigen Malts und Grains aus einer Lost Grain Distillery enthält auch einen hohen Anteil sehr alter Fässer, und es ist auch, angesichts der schwindenden Bestände davon, kein Leichtes für Master Blender Jim Beveridge, ihn immer wieder zu reproduzieren. Wie schwer richtiges Blenden sein kann, durften die Gäste des Abends unter Anleitung von Thomas Plaue, Master of Whisky bei Diageo Deutschland, selbst ausprobieren. Aus vier verschiedenen Grundzutaten (drei Single Malts und einem Single Grain) konnten sie ihren eigenen Blend mischen. Spannend zu sehen war, dass sich dabei die Geschmackskomponenten nicht einfach additiv mischten, sondern auch immer wieder gegenseitig aufhoben oder veränderten.

Die vier Zutaten für den eigenen Blend © Whiskyexperts

Eine andere Art von Mischung demonstrierte Barkeeper Marcus Philipp (World Class Austria Sieger 2017) aus der Albertina Passage: Er zauberte verschiedene Cocktails mit Johnnie Walker Blue Label, die er an der Bar über den Dächern Wiens und später als ausgesuchte Begleitung zum Vier-Gänge-Diner servierte. 

Marcus Philipp, World Class Austria Sieger 2017, am Werk © Whiskyexperts

Durch den Abend führten neben Thomas Plaue auch der Moderator Roman Rafreider und Opernsänger Daniel Serafin – der übrigens auch die passende Variation des Slogans von Johnnie Walker für die Johnnie Walker Blue Label Vienna Edition erfand: „Keep walzing“.

Roman Rafreider, Thomas Plaue und Daniel Serafin © Whiskyexperts

Hier weitere fotografische Eindrücke von der Veranstaltung, die wir auf Einladung des Gastgebers besuchen durften:

Modern Times: Die Hashtags des Abends © Whiskyexperts
Auch Kaiserinnen scheinen Whisky zu mögen © Whiskyexperts
Gediegenes Ambiente für einen wunderschönen Abend © Whiskyexperts
Marcus Philipp, österreichischer World Class Sieger 2017 © Whiskyexperts
Der Tisch für die Blending-Session © Whiskyexperts
Farbenspiel © Whiskyexperts
Roman Rafreider, Thomas Plaue und Daniel Serafin © Whiskyexperts
Über den Dächern Wiens © Whiskyexperts
Barkeeper Marcus Philipp über den Dächern Wiens © Whiskyexperts

Serge verkostet: Aberlour A’bunadh vs. Sauternes

Ein Klassiker unter den Sherrybomben ist der Aberlour A’bunadh. Heftig, kräftig und mit der Sherrynote nicht geizend ist er mittlerweile in -zig Batches erschienen. Und auch wenn die Qualität naturgegeben immer etwas unterschiedlich ist, gibt es darunter kaum wirkliche Ausreißer nach unten.

Serge Valentin verkostet heute Batch #57 des Sherrywhiskys aus der Speyside-Destillerie – und dazu einen unabhängigen Aberlour von Cadenhead, der im Sauternes-Fass gefinisht wurde. Wer Serges doch eher ambivalentes Verhältnis zu Weinfinishes kennt, der wird sich keine hohe Note erwarten, aber ein Cadenhead unter 70 ist dann doch eher eine Überraschung…

  • Aberlour ‚A’bunadh‘ batch #57 (60.7%, OB, 2016): 88 Punkte
  • Aberlour-Glenlivet 19 yo 1995/2014 (52.6%, Cadenhead, Wine Cask, Sauternes finish, 264 bottles): 65 Punkte
Aberlour. Bild © Gerhard Kreutz, Genuss am Gaumen.

Wir verkosten: Bladnoch Samsara

Bladnoch Samsara
46.7%
Originalabfüllung
Californian red wine and bourbon casks
Abgefüllt: 25.04.2017
nicht kühlfiltriert, nicht gefärbt
Verkoster: Klaus Doblmann
Sample: Eigenbestand


Die Lowlands-Destillerie Bladnoch im Örtchen Wigtown hat eine bewegte Geschichte mit einigen Schließungen, Besitzerwechseln und Umbauten hinter sich. Vor einigen Jahren wurde sie nach einer produktionslosen Zeit vom Australier David Prior gekauft und wird derzeit entkernt und neu eingerichtet, um später im Jahr mit der eigenen Produktion wieder starten zu können. Bis man also eigenen Whisky verkaufen kann, werden noch ein paar Jahre ins Land gehen. So verkauft man aktuell drei Whiskys aus der Produktion der früheren Besitzer. Wir verkosten den Jüngsten, Samsara, offiziell ohne Altersangabe, aber wegen der Jahre ohne Produktion mindestens ca. 8 Jahre alt. Der Whisky wurde in kalifornischen Rotweinfässern sowie ehemaligen Bourbonfässern ausgebaut.

Nase: Gleich zuvorderst bekommt man typische, frische Bladnocharomen in die Nase: Zitrus, rote und grüne Äpfel sowie Banane. Gleich dahinter verbirgt sich jedoch mehr – der Einfluss der Rotweinfässer beginnt sich zu zeigen. Da sind Noten von leicht bitteren ausgepressten Traubenschalen, von säuerlichem, trockenem Wein, eine leichte Süße von Weingummi, aber auch alte Banane, grünes Gras, ein Tropfen Schweiß und Gewürze – Zimt und Nelken kommen in den Sinn. Ein Whisky mit zwei Seelen, die etwas gegeneinander ankämpfen – Wein gegen Spirituose.

Gaumen: Mal sehen, ob sich der erste Eindruck am Gaumen bestätigt!

Sehr voll im Antritt, mit einer unerwarteten Fruchtsüße, die sich mit den initialen Aromen von roten Äpfeln, Birnen und Zitrus mischt.

Gleich dahinter kommt das Weinfass in voller Stärke und mit einer Trockenheit daher: Trockene, ausgepresste Trauben, Apfelschale, süßer Weinmost, der gerade zu fermentieren beginnt, dazu Weingummi und vom Fass her rührende Gewürze im Hintergrund – Sternanis und Nelken. Der Weinfasseinfluss ist wirklich stark – und wie in der Nase reibt er sich etwas mit dem eher leichten, feinen, zurückhaltenden Destilleriecharakter.

Finish: Im Antritt ist das Finish sowohl fruchtig als auch trocken – der Einfluss des Weinfasses ist gewaltig. Die Aromen lassen schnell nach und hinterlassen den Geschmack von ausgepressten Trauben.

Alles in Allem: Unterm Strich kein schlechter Whisky, aber auch kein Überflieger. In den Grundzügen leicht, trocken und leicht fruchtig, sodass er perfekt zur aktuellen Hitze passt und gut trinkbar ist. Für meinen Geschmack sind die Weinfässer etwas zu viel und zu dominant, Spirit und Fasscharakter finden keine gemeinsame Harmonie. Sicherlich kein Whisky für jeden – aber das muss er ja auch nicht sein.

Klaus Doblmann
Maltklaus‘ Daily Drams

Seit 2016 verzichten wir in unseren Tasting Notes auf numerische Bewertungen und geben unseren Eindruck nur mehr über die Beschreibung wieder. Wir tragen damit unserem Gefühl Rechnung, dass man mit einem starren Punkteschema Vergleiche forciert, die den Whiskys nicht gerecht werden. PS: Wir haben Geschmack. Unseren. Nicht Ihren. Unsere Verkostungsnotizen sind also kein richterliches Urteil, sondern unser persönlicher Eindruck.