Whiskyexperts vor Ort: Besuch bei der Cotswolds Distillery (25 Bilder)

Am Tag vor der großen Dreijahresfeier der Cotswolds Distillery (siehe unseren Bericht hier) hatten wir die Gelegenheit, die Destillerie in einer privaten Führung mit Marketing Associate Zoe Rutherford zu besichtigen. Auf dem Gelände herrschte hektische Betriebsamkeit, weil die Vorbereitungen für das Fest mit 1500 Besuchern in vollem Gange waren – trotzdem nahm sich Zoe viel Zeit, um uns die Anlagen zu zeigen und über Hintergründe zu informieren (thank you so much for that, Zoe!). Diesen Besuch und die gewonnenen Informationen wollen wir gerne in den nachfolgenden Bildern und den begleitenden Texten auf drei Seiten mit Ihnen teilen:

Das Schild am Eingang zur Brennerei, gelegen imitten eines malerischen Landstriches zwischen London und Birmingham. Bild © Whiskyexperts
Das Gebäude mit der Verwaltung der Destillerie, dem Shop und dem Tasting Room. Es gibt eine Vielzahl an Merchandise-Artikeln zu kaufen – man ist auf die jährlich 30.000 Besucher bestens eingestellt. Bild © Whiskyexperts
Die eigentliche Cotswolds Distillery. In diesem kleinen Gebäude sind alle Anlagen, die beiden Potstills und zwei Gin Stills untergebracht, der Mash Tun, die Washbacks und sogar die Fassabfüllung wird (noch) hier gemacht – bei Bedarf auch die Flaschenabfüllung. Hinter dem Gebäude die beiden Malzsilos. Kapazität: Es reicht für neun Tage Produktion. Bild © Whiskyexperts
In dieser Mühle wird das Malz geschrotet. Bild © Whiskyexperts
Gemälzt wird nicht vor Ort, aber die Gerste ist ausnahmslos lokal. Bild © Whiskyexperts
Der sehr kleine Mash Tun. Gleich gegenüber der Mühle. Abfälle gehen wieder an die lokale Landwirtschaft. Bild © Whiskyexperts
Ein Blick in den Mash Tun. Bild © Whiskyexperts
Noch ein Blick auf den Mash Tun und die Verrohrung. Bild © Whiskyexperts
Zwei Reihen Washbacks machen es möglich, kontinuierlich zu produzieren (abgesehen von notwendigen Reinigungsphasen). Bild © Whiskyexperts

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PR: Kilbeggan Irish Whiskey präsentiert sich im neuen Design und mit neuer Premium-Edition

Von Beam Suntory Österreich haben wir eine Pressemitteilung zu Neuheiten in der irischen Kilbeggan-Range erhalten, die wir gerne an unsere Leser übermitteln. Es geht um ein neues Flaschendesign – und ein neues Bottling in der Range:

Kilbeggan Irish Whiskey präsentiert sich im neuen Design und mit neuer Premium-Edition

Wien, 11. Oktober 2017
Für noch mehr Aufmerksamkeit am Regal: Ab Oktober 2017 zeigt sich der irische Whiskey Kilbeggan im neuen, hochwertigen Design. Das neue Etikett hebt das Produkt im Regal hervor und unterstützt die Positionierung im Irish Whiskey Segment – einer stark wachsenden Kategorie. Zudem wird auch die Produktrange aktualisiert: Kilbeggan 8 Jahre wird ab sofort durch Kilbeggan Single Grain ersetzt – einem deutlich hochwertigeren Premium Blend, mit bis zu 15 Jahre altem Whiskey und verschiedenen Fassveredelungen.

Neuer Look für weiteres Wachstum
Inspiration für das neue Flaschenetikett war die Destillerie von Kilbeggan – diese ist die älteste lizensierte Whiskey Destillerie Irlands. Das neue Flaschenlabel wurde mit Kupferfolie sowie einer besonderen Prägung veredelt. Das zentrale grüne Logo und die Flaschenform bleiben erhalten und garantieren die Wiedererkennung beim Konsumenten: „Das neue Design ist deutlich hochwertiger und positioniert Kilbeggan klar als Irish Whiskey – einer stark nachgefragten Kategorie“, so Sabrina Ratschnig, Marketing Manager bei Beam Suntory Austria. „Unser Ziel ist es, mit dem neuen Design die Qualität und Geschichte von Kilbeggan hervorzuheben und das kontinuierliche Markenwachstum weiter zu unterstützen.

Starke Aktivitäten für eine starke Präsenz
Neben dem Design-Relaunch investiert Beam Suntory auch verstärkt in die Marke: Eine limitierte Geschenkverpackung mit Tumbler in der Weihnachtszeit sorgt für besonderen Kaufanreiz. Ein zusätzlicher Neckhanger macht auf das neue Design aufmerksam und steigert die Aufmerksamkeit am POS.

Premium Produktportfolio durch neuen Kilbeggan Single Grain
Neben der neuen Optik wird auch die Produktrange aktualisiert: Kilbeggan Single Grain Whiskey ersetzt ab sofort Kilbeggan 8 Jahre. Single Grain ist ein deutlich hochwertigerer Premium Blend aus verschiedenen Altersstufen von bis zu 15 Jahren. Durch die Lagerungen in verschiedenen Fässern, unter anderem PX Sherry, Madeira und Bordeauxwein, erhält Single Grain einen besonders komplexen Geschmack. Dieser Premium Irish Whiskey hat 43 % Vol. und ist für 28,99 – 32,99 Euro im Fachgroßhandel erhältlich.

Whisky Cocktail: Linn House Old Fashioned

Im Rahmen der Chivas Bartenders‘ Chapter haben ausgewählte Bartender aus Österreich eigene Whisky-Cocktails mit Chivas kreiert, die wir vor einigen Tagen im Rahmen einer Bartour verkosten durften (den PR-Beitrag dazu finden Sie hier). Diese Cocktails möchten wir Ihnen in loser Abfolge zum Nachmachen und Genießen vorstellen.

Heute präsentieren wir Ihnen einen „schrägen“ Cocktail, der aus dem Gedanken geboren wurde, dass Haggis, den man mit Scotch beträufelt, noch eine Spur besser schmeckt. Wie wäre es also mit einem Whisky, den man mit Haggisgeschmack verfeinert? Barkeeper Marius Willenbücher aus Dino’s American Bar, Salzgries 19, 1010 Wien, hat es ausprobiert:

Marius Willenbücher (c) Philipp Lipiarski

Linn House Old Fashioned

Zutaten:

  • 5cl Chivas Regal 12yo
  • 1,5cl Haggis Essence (homemade)
  • 1 Barlöffel dunkler Zuckersirup
  • 0,5cl Barlöffel Kardamom Bitters (Fee Brothers)
  • Dash Soda

Rezept “Haggis” Essence:

  • Herz, Leber und Niere anbraten, den entstandenen Bratensaft zwei Tage mit Chivas Regal 12yo vermischen und kühlen, danach Fett abnehmen und mehrfach filtrieren.

Zubereitung: Alle Zutaten im Rührglas kaltrühren und auf einem Eisblock servieren.

(c) Philipp Lipiarski

Serge und Angus verkosten: Ein Solo für Convalmore

Das hätten wir nicht gedacht: Es ist in der Whiskyfun-Sammlung keine weitere Abfüllung der „Lost Distillery“ Convalmore zu finden. Deshalb hat die aktuelle Abfüllung des Diageo Special Release heute einen Soloauftritt. Als Ausgleich treten auf der Verkoster-Seite Serge und Angus heute auf Whiskyfun als Duo auf. Beide bewerten diesen Whisky mit mehr als 90 Punkten sehr hoch. Serge ist sehr beeindruckt, dass Diageo bei einer Auflage von knapp 4.000 Flaschen so einen großartigen Whisky kreieren kann. Und Angus, der große Erwartungen an diesen Whisky hegt (die beiden vorherigen Abfüllungen waren seiner Meinung nach totale Schönheiten), wird nicht enttäuscht.

Die Speyside-Brennerei Convalmore wurde 1985 stillgelegt und die Produktionsanlagen demontiert. Die leeren Gebäude sind jetzt im Besitz von William Grant & Sons, hier lagert nun Whisky von Glenfiddich.

Aus gegebenem Anlass heute eine etwas andere Kurzübersicht:

Convalmore 32 yo 1984/2017 (48.2%, OB, Special Release, refill American oak hogsheads, 3,972 bottles):

  • Serge: 93 Punkte
  • Angus: 91 Punkte

Video: Cotswolds Distillery – Die Laudatio von Daniel Szor und Jim Murray (+15 Bilder)

Am letzten Samstag feierte die Cotswolds Distillery den Moment, in dem der Spirit in den ersten Fässern zu Whisky wurde, mit einem großen Erntedankfest, zu dem man die ersten 500 Vorbesteller der Inaugural Release und weitere 1000 Gäste und Freunde der Destillerie geladen hatte.

Auf der Wiese neben der Destillerie gab es ein reichhaltiges Programm mit Musik, kulinarischen Highlights, lokalem Bier, eigenem Gin und anderen selbstproduzierten Spirituosen –  und natürlich den ersten Kostproben des Whiskys selbst. Der Wettergott hatte ein Einsehen und brachte erst nach dem offiziellen Ende der – sehr gelungenen – Veranstaltung Regen ins Spiel, sodass die zahlreichen Gäste ungestört das Dargebotene genießen konnten.

Wie schmeckt nun der erste Whisky aus der Cotswolds Distillery? Wer die Möglichkeit hatte, den jüngeren Spirit schon vorher einmal zu probieren, der weiß, dass man sich einen sehr sauberen, sehr fruchtigen und ausdrucksstarken Whisky erwarten durfte – und in dieser Hinsicht hat die Inaugural Release nicht enttäuscht. Mit drei Jahren ist sie schon sehr trinkbar, dicht und angenehm, die Jugend schiebt sich nicht zu sehr in den Vordergrund. Nachdem die Erstausgabe zu 70% aus Weinfässern stammt, bestimmen diese seinen fruchtigen, süßen, aber auch durchaus holzigen Charakter und lassen seine Jugend wohl etwas mehr vergessen, als es eine reine Bourbon-Abfüllung gekonnt hätte. Trotzdem freuen wir uns besonders auf eine solche, denn wenn der Whisky das richtige Alter erreicht hat, wird er unserem Gefühl nach auch ohne die vielleicht jetzt noch notwendige Aufhübschung bestens bestehen können. Als Erstausgabe ist er jedenfalls gut komponiert, beachtlich und schön zu trinken.

Obenstehend präsentieren wir Ihnen ein Video mit der Ansprache zum Inaugural Whisky von Gründer Daniel Szor, und ca. ab Minute 12 dann die recht launige Laudatio des Ehrengastes Jim Murray, Autor der Whisky Bible, der extra zum Fest angereist war.

Untenstehend finden Sie noch ein paar Eindrücke vom Fest und dem Umfeld der Destillerie, die wir fotografisch festgehalten haben. Einen Rundgang durch die Brennerei, den wir am Vortag der Feier machen durften, bringen wir an einem der nächsten Tage.

Die Cotswolds Distillery – der Shop © Whiskyexperts
Daniel Szor © Whiskyexperts
Am Fest der Cotswolds Distillery © Whiskyexperts
Die eigentliche Cotswolds Distillery © Whiskyexperts
Am Fest der Cotswolds Distillery © Whiskyexperts
Am Fest der Cotswolds Distillery © Whiskyexperts
Das Musikprogramm am Fest der Cotswolds Distillery © Whiskyexperts
Am Fest der Cotswolds Distillery © Whiskyexperts
Am Fest der Cotswolds Distillery © Whiskyexperts
Am Fest der Cotswolds Distillery © Whiskyexperts
Der Popup-Shop am Fest der Cotswolds Distillery © Whiskyexperts
Hier konnte man sich die vorbestellten Flaschen abholen © Whiskyexperts
Am Fest der Cotswolds Distillery © Whiskyexperts
3000 Drams wurden ausgeschenkt © Whiskyexperts
Und so sieht sie aus, die Inaugural Release der Cotswolds Distillery © Whiskyexperts

Neu: Malt Whisky Yearbook 2018 ab 28. Oktober erhältlich

Ein fixer Kauf für viele Whiskyfreunde ist das jährliche Malt Whisky Yearbook von Ingvar Ronde, das in kompakter Form das Wichtigste zu allen schottischen und vielen internationalen Destillerien bringt – diesmal sind es insgesamt 501. Dazu gibt es Beiträge von Gastautoren wie Charles MacLean, Gavin D Smith, Neil Ridley, Jonny McCormick, Dominic Roskrow und Ian Wisniewski, sowie ein eigenes Kapitel über japanische Whiskys von Stefan Van Eycken mit über 250 Tasting Notes.

Nun ist es offiziell angekündigt und sollte ab 28. Oktober in unseren Landen beziehbar sein. Schon mal diesen Termin vormerken, und vor allem die ISBN-Nummer: ISBN 978-0-9576553-4-8. Viele Whiskyfachgeschäfte und Buchhändler haben es dann vorrätig. Ergänzung: Das Buch wurde bereits verschiedentlich im Handel gesichtet.

 

PR: Ian Macleod Distillers eröffnet Rosebank neu!

Eine Ankündigung jagt die nächste: Der unabhängige Abfüller Ian Macleod Distillers, dem Glengoyne und Tamdhu gehören, eröffnet die eingemottete Lowland-Destillerie Rosebank neu!

Der Inhalt der PR kurz zusammengefasst: Ian Macleod Distillers hat das Gelände und die Markenrechte der Destillerie gekauft und will dort nicht nur die Produktion wiederaufnehmen, sondern auch ein Besucherzentrum bauen. Auch hat man Fässer mit altem Whisky gekauft, die man wohl sukzessive auf den Markt bringen wird. Man wird die Produktion im alten Stil fortsetzen und dreifach destillieren. 

Hier die englischsprachige Pressemitteilung:

PRESS RELEASE 

ROSEBANK REBORN

IAN MACLEOD DISTILLERS TO REVIVE

‘THE KING OF THE LOWLANDS’


Ian Macleod Distillers has today revealed plans to resurrect one of Scotland’s most cherished distilleries. “Rosebank is one of the most respected and sought after single malts in the world,” declared MD Leonard Russell. “As such, this is an extraordinarily exciting project for us. To bring back to life an iconic distillery and quintessential Lowland single malt is truly a once in a lifetime opportunity.”

In its home town of Falkirk, on the banks of the Forth & Clyde Canal, Rosebank has been dubbed ‘the King of the Lowlands’ and the late whisky writer, Michael Jackson had no doubt that it was one of the ‘greats’. He described its demise as “a grievous loss”, while fellow critic, Gavin D Smith, wrote of the region’s whiskies having: “subtle charm, and none is more charming than the elegant, floral, aromatic Rosebank produced by a triple distillation process in the traditional Lowland manner.”

All this will be preserved, as Leonard Russell explained: “The distillery has a very special place in Scotland’s whisky heritage and we are committed to ensuring this is the case. We will produce Rosebank Lowland single malt in exactly the same way as it is known, using the famous triple distillation and worm tub condensers. This way we ensure the revival of its classic style and taste.”

“Our investment goes way beyond production,” he continued. “We are looking to develop a Rosebank Visitor Centre to help tell the story of this remarkable whisky – as well as safeguard the atmospheric Canal side Bond and its important heritage.”

Ian Macleod Distillers has entered into a binding agreement with Scottish Canals to purchase the site and has separately acquired the Rosebank trademark. The company is proud to be investing in Falkirk by adding to the town’s flourishing economy and tourism scene.

But perhaps most exciting for whisky lovers as they wait for the reborn Rosebank to mature, is the acquisition of some precious existing casks. “Over the coming months we will carefully review Rosebank’s rare stocks with a view to releasing some truly scarce and extraordinary whiskies,” said Leonard Russell. “We have no doubt that demand for these releases will be exceptionally high so we already have plans in place to make sure collectors and Rosebank lovers can keep up to date.”

With this in mind, all the latest developments will be revealed on a new, dedicated website where those who sign up will be the first to hear about the release of the rare and collectable bottlings of Rosebank Lowland Single Malt.

For more information, please visit www.rosebankwhisky.co.uk

In conclusion, Leonard Russell said: “We would like to express our gratitude to Diageo for their support in transferring the Trademark and to Scottish Canals for their assistance in our endeavours to revitalise the home of Rosebank.”

Danke an Chris Muth, der uns den Hinweis dazu gab!

Meinung: Wer braucht schon Port Ellen und Brora neu?

Diageo hat gestern die Whiskywelt mit der Ankündigung der Wiederbelebung von Port Ellen und Brora elektrisiert und damit eine Vielzahl an Diskussionen entfacht. Auch wir kommen nicht umhin, uns über das Vorhaben von Diageo unsere eigenen Gedanken zu machen. Hier ein persönlicher Meinungsbeitrag unseres Chefredakteurs Bernhard Rems:

Wer braucht schon Port Ellen und Brora?

Jetzt ist also die Katze aus dem Sack: Was viele bei Brora irgendwann vermuteten und sich kaum jemand bei Port Ellen gedacht hat, wird Wirklichkeit. Diageo, der weltgrößte Getränkekonzern, nimmt 35 Millionen Pfund in die Hand um die beiden Destillerien und damit zwei der größten Brennereilegenden wieder auferstehen zu lassen. Viel Geld, um 800.000 Liter Spirit pro Jahr zu produzieren, wenig, wenn man den Marktwert der beiden Marken bedenkt.

Diageo hat sich dazu bekannt, bei beiden Destillerien zu versuchen, den ehemaligen Stil der beiden Brennereien so originalgetreu wie möglich zu reproduzieren. Laut Informationen, die Ingvar Ronde, Autor des Malt Whisky Yearbooks, von Nick Morgan, Head of Whisky Outreach bei Diageo und vor allem profunder Kenner der alten Brennereien, erhalten und auf Facebook publiziert hat, werden beide mit getorfter Gerste mit ca. 20ppm arbeiten, manchmal aber auch stärker getorfte Experimente fahren. Brora wird mit den originalen Brennblasen arbeiten (die sind in der Destillerie ja noch vorhanden), neue Washbacks aus Holz und einen neuen Mash Tun sowie neue Worm Tubs erhalten. Hier rein technisch in die Nähe des alten Stils zu gelangen sollte in der Theorie nicht unmöglich sein, auch wenn man das Malz nicht selbst macht sondern höchstwahrscheinlich von Glen Ord Maltings beziehen wird. Ob das praktisch auch möglich sein wird, wird die Zeit weisen.

Brora Destillerie, Foto von Andrew Wood, CC-Lizenz

Bei Port Ellen sieht die Sache schon anders aus. Hier muss die gesamte Technik völlig neu aufgesetzt werden – dort stehen gerade einmal die Gebäude. Eigenes Floor Malting wird man, so direkt neben der Großmälzerei, dort ebenso nicht betreiben. Wie nahe man an den alten Stil kommen wird, wird sich zeigen, und – wenn dieser persönliche Einwurf gestattet ist – es stellt sich auch die Frage, wie erstrebenswert das ist. Port Ellen produzierte neben ausgezeichneten Abfüllungen auch manches schlicht Vergessenswerte, das ziemlich schwachbrüstig und dünn daherkam. Dieses sollte man dann eher nicht mehr tun, um den vielleicht etwas verklärten Ruf von Port Ellen nicht zu gefährden.

Port Ellen im Jahr 2015 © Whiskyexperts

Vergleiche wird man ohnehin erst im Jahr 2032 ziehen können, denn Diageo will, von einigen wenigen Special Releases abgesehen, erst mit zwölfjährigen Abfüllungen auf den Markt kommen. Und dann wird die Menge an alten Broras und Port Ellens überschaubar sein, mit denen man die neuen vergleichen könnte.

Für mich stellt sich daher die Frage, ob es wirklich der heilige Gral wäre, beide Whiskys so originalgetreu wie möglich zu produzieren. Einfach „gut und stilistisch ähnlich“ wäre meiner Meinung nach eine brauchbare Variante, die eventuell weniger potentielle Enttäuschung produzieren könnte. Aber wie gesagt: Es sind noch knapp 15 Jahre (!), bis diese Unterscheidung getroffen werden kann.

Verschiedentlich wurde in den Diskussionen unter Whiskyfreunden auch die Befürchtung laut, die neuen Destillerien könnten die alten Abfüllungen unter Sammlern „entwerten“ (teilweise wurde das auch aus Hoffnung zum Ausdruck gebracht). Das ist, so denke ich, eher unwahrscheinlich. Die neuen Ardbeg-Abfüllungen haben die alten ja auch nicht erschwinglicher gemacht, im Gegenteil: alte Ardbegs sind eine Klasse für sich. Man mag einwenden, dass der neue Stil nicht dem alten entspricht – aber das würde voraussetzen, dass sich Preise am Sammlermarkt vor allem am Geschmack orientieren, und das tun sie ja eher nicht.

Bleibt die Frage, wer Port Ellen und Brora neu braucht. Und da bin ich der festen Überzeugung, dass es hier nur Gewinner gibt. Die schottische Wirtschaft allgemein freut sich über eine erkleckliche Summe an Investitionen und neu geschaffenen Arbeitsplätzen. Der schottische Tourismus bekommt zwei neue Pilgerstätten. Diageo schafft für sich eine erzählenswerte Geschichte, die wunderbar in Marketing und Verkäufe umsetzbar ist und Geldwert schafft. Der Sammler bedankt sich dafür, dass die beiden Namen auch über die nächsten Dekaden im Gedächtnis gehalten werden. Der Whiskygenießer darf sich über zwei alte neue Whiskydestillerien freuen, über die man wunderbar fachsimpeln und diskutieren kann und die vielleicht in 15 Jahren tollen Whisky liefern werden. Und wenn sie es nicht tun, was ja auch passieren könnte, dann waren sie in der Zeit bis dahin für alle schon die Investitionen wert.

Und wenn ich abschließend noch einen ganz persönlichen Wunsch äußern dürfte: Vielleicht ist Diageo ja etwas weitergreifend auf den Geschmack gekommen und könnte sich mit British Waterways über den Rückkauf eines Gebäudes in den Lowlands einigen, um aus dem Duett ein Trio der Wiederauferstehung zu machen… 

(Nachtrag 13:30) – manchmal gehen Wünsche schneller in Erfüllung als man glaubt

Neu: The Gauldrons von Douglas Laing

Die Remarkable Regional Malts Serie von Douglas Laing ist um ein Mitglied reicher geworden: Das Unternehmen hat heute The Gauldrons vorgestellt – ein vatted Malt aus der Region Campbeltown. Damit umfasst die Remarkable Regional Malts Serie nun sechs Whiskyregionen.

Zum The Gauldrons: Der Name bedeutet „Bucht der Stürme“ und ist von den Sandstränden im Westen der Halbinsel inspiriert. Der Whisky ist natürlich ohne Farbstoff und Kältefiltration abgefüllt – Douglas Laing legt Wert darauf festzustellen, dass man auch hier in sehr kleinen Chargen abfüllt und die Batches durchnummeriert, um die Jahrgänge so besser vergleichen zu können.

The Gauldrons wird mit 46.2% abgefüllt und sollte noch in diesem Monat international verfügbar sein. In UK kostet die Flasche 50 Pfund.

Hier noch die originalen Tasting Notes:

On the nose detect a dry saltiness with sweet cereal and a late hint of gentle peat smoke. The palate is initially dry (beachy and maritime) warming to crunched sugar, barley and oak. The warmingly spiced finish brings puffs of smoke and rock pools with a dark sugar sweetness.

Neu: Tullamore Dew XO Caribbean Rum Finish

Freunde irischen Whiskeys dürfen sich auf eine Neuheit aus dem Hause Tullamore Dew freuen: William Grant & Sons hat eine neue Abfüllung in der Range vogestellt, den Tullamore Dew XO Caribbean Rum Finish.

Tullamore Dew XO Caribbean Rum Finish wurde, wie der Name schon sagt, in first fill XO Rum casks gefinisht, die zuvor Demerara-Rum enthielten. In der Nase soll der Whiskey Noten von Vanille, Eiche und Zitrus, sowie reifer Banane und zarten Gewürzen bieten. Am Gaumen verspricht man ein cremiges Mundgefühl mit viel Karamell, Banane, Datteln und Rosinen.

Mit 43% abgefüllt, ist der Tullamore Dew XO Caribbean Rum Finish weltweit verfügbar und soll ca. 30 Euro kosten. 

Serge verkostet: 2x Glenlivet, 60 Jahre Abstand

Ist unsere Leidenschaft nicht eine wunderbare, mit so unterschiedlichen Genüssen gesegnet, so viel Geschichte und so viel Geschichten, die an den Destillerien und ihren Abfüllungen hängen? Zwei Whiskys aus einer Destillerie, die nahezu 60 Jahre auseinander liegen, was ihr Destillierdatum betrifft, ist dabei schon eine Geschichte für sich, und selbst wenn man sie nicht am Gaumen erleben kann, regt sie die Fantasie an.

Am Gaumen erleben durfte sie Serge Valentin, in Form einer Verkostung von zwei Abfüllungen von Glenlivet, eine aus dem Jahr 2002, eine aus 1943 – und letztere 60 Jahre alt. Die Wertungen, sind nur die, in schnödem business English ausgedrückt, corporate summary der Geschichte – die Beschreibungen dazu sagen natürlich viel mehr…

  • Glenlivet 2002/2017 (43%, Gordon & MacPhail, distillery label): 84 Punkte
  • Glenlivet 1943/2013 (49.1%, Gordon & MacPhail, Private Collection, first fill sherry hogshead, cask #121, 40 decanters, issued 2017): 94 Punkte
Glenlivet. Picture von Y. Kono. Published under GNU License

Whisky im Bild: Ein Besuch bei Balblair

In unserer Rubrik Whisky im Bild nehmen wir Sie mit in die nördlicheren Highlands und besuchen die Brennerei Balblair – Dank der Fotos unseres Lesers Fabian Roth (vielen Dank dafür). Diese Brennerei wurde schon 1790 gegründet. Balblair blickt auf eine Geschichte mit unterschiedlichen Eigentümern und auch Zeiten zurück, in der sie stillgelegt wurde. Seit 1996 ist sie im Besitz der Inver House Distillers, ein Jahr später wurde die Produktion dort auch wieder gestartet.

Viel Vergnügen bei diesem kurzen Rundgang mit unserer Bilderreihe:

Balblair © Fabian Roth
Balblair © Fabian Roth
Balblair © Fabian Roth
Balblair © Fabian Roth
Balblair © Fabian Roth
Balblair © Fabian Roth
Balblair © Fabian Roth

     

Diageo: Neues Leben für Brora und Port Ellen

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Es scheint, als würde der Traum vieler Whisky-Freunde wahr werden. In ihrer heutigen Pressemitteilung kündigt Diageo die Wiedereröffnung von Brora und Port Ellen an. Diese seit 34 Jahren geschlossenen Brennereien sollen mittels einer Investition von £ 35 Millionen wieder zum Leben erweckt werden.

Wir verweisen erst einmal auf die Pressemitteilung im Original, müssen diese noch durcharbeiten und bleiben hier natürlich am Ball.

Brexit: Schottland wartet mit neuem Unabhängigkeitsreferendum

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Die Verhandlungen der Europäischen Union und Großbritanniens darüber, wann und wie sich die Wege der beiden trennen werden, dauern noch weiterhin an. Das schottische Regionalparlament hatte eigentlich ein neues Referendum über die Zugehörigkeit Schottlands zum Vereinigten Königreich für den Zeitraum zwischen dem Herbst 2018 und dem Frühjahr 2019 vorgesehen. Wie wir im Spiegel lesen, ist dieses Vorhaben erst einmal auf Eis gelegt. Solange keine Klarheit darüber herrscht, wie sich die Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien gestaltet werden, wird es keinen neuen Zeitplan für eine neue Abstimmung geben. Im Referendum im Jahr 2014 hatten sich 55 % für einen Verbleib Schottlands im Vereinigten Königreich entschieden. Allerdings hatten im letzten Jahr auch ca. 60% der Schotten für einen Verbleib in der EU gestimmt.