Nach der massiven Mortlach-Session gestern kommt einem die Verkostung von heute bei Serge wie eine Miniatur vor: Zwei Unabhängige aus der Destillerie Aultmore stehen heute bei ihm auf dem Programm. Die nicht gerade hübsche Speyside-Destillerie, die 1896 gegründet wurde und momentan im Besitz von Bacardi steht, hat ja zur Zeit ganz brauchbare Standardabfüllungen im Programm, und auch die Abfüllungen der Independent Bottlers, die Serge heute verkostet, brauchen sich nicht zu verstecken:
Aultmore 10 yo 2006/2017 (58.7%, Liquid Treasures, bourbon, 282 bottles): 82 Punkte
Aultmore 23 yo 1992/2016 (51.1%, Lady Of The Glen, bourbon barrel, cask #3499): 84 Punkte
Als Newsbit haben wir schon vor knapp zwei Wochen darüber berichtet – hier ist nun die offizielle Pressemitteilung zu einem schönen Erfolg, den Ardbeg und Dr. Bill Lumsden bei den diesjährigen IWC Awards erringen konnten:
Ardbeg Kelpie ist Whisky des Jahres bei den IWC Awards Dr. Bill Lumsden nach 2016 erneut „Master Distiller of the Year”
Islay / Tain Juni 2017. Großer Erfolg für Ardbeg: Die kürzlich erschienene limitierte Abfüllung Ardbeg Kelpie Committee Release wurde bei der International Whisky Competition (IWC) mit 97,3 von 100 Punkten zum „Whisky des Jahres 2017“ gewählt. Daneben errang der in Fässern aus Schwarzmeer-Eichen gereifte Single Malt die Titel Best New Release, bester Single Malt (General und Islay), bester Peated Malt und bester Single Malt ohne Altersangabe.
Zum zweiten Jahr in Folge wurde Dr. Bill Lumsden, Director of Destillation, Whisky Creation and Whisky Stocks von Glenmorangie und Ardbeg zum Master Distiller des Jahres gekürt.
In der Whisky-Welt für sein Fachwissen und seiner Innovationsfreude bei außergewöhnlichen Abfüllungen bekannt, sagt Dr. Bill Lumsden: „Ardbeg Kelpie wurde vom Ardbeg-Committee schon sehr gut aufgenommen, diese weitere Auszeichnung als Whisky des Jahres und Gewinner der blindverkosteten Einzelkategorien ist die Krönung. Mich persönlich freut auch das Votum der Branchenkollegen, als Master Distiller des Jahres erneut ausgezeichnet worden zu sein. Die Ergebnisse dieses prestigeträchtigen, weltweit renommierten Wettbewerbs ist ein schöner Beleg für unser Engagement, neue Wege mit traditioneller Handwerkskunst zu gehen und Whiskys zu erschaffen, die es bislang noch nie gab.“
Weitere Resultate der IWC Awards umfassten den Glenmorangie Grand Vintage Malt 1990 als besten Single Malt Scotch aus den Highlands, sowie Gold für den Glenmorangie Lasanta in der Kategorie Single Malt 12 Year Old und den Glenmorangie Extrem Rare 18 Year Old.
Wir freuen uns sehr, Ihnen heute einen interessanten Artikel über einen Besuch in der Hammerschmiede, der Heimat des Glen Els Whiskys, präsentieren zu können. Er stammt aus der Feder von Dirk Lunken und wurde auf seiner Facebookseite Maltkanzlei veröffentlicht. Die Maltkanzlei beschäftigt sich mit vielen interessanten Themen rund um Whisky, bringt Tasting Notes und Reiseberichte – so wie jenen über Glen Els, den wir mit freundlicher Erlaubnis als Gastbeitrag veröffentlichen:
Glen Els 2017 – ein Besuch bei der Hammerschmiede
Dieses Jahr war für die Feis Ile leider aus verschiedenen Gründen kein Raum. Zum einen wäre es mit der Familie nicht verhandelbar gewesen, zum anderen wäre auch ein längerer Urlaub derzeit dienstlich nicht umsetzbar gewesen.
Also den Brückentag und das herrliche Wetter für eine spantane Stoppvisite mit der Family in den Harz genutzt. Das Gute ist, da meine Jungs die Hammerschmiede kennen und wissen, dass es ihnen dort Spaß macht und es viel Interessantes zu sehen gibt, ist die Brennerei traditionell ein fester Bestandteil unserer Touren in den Harz.
Ich bin neugierig. Inzwischen ist der Umbau der Brennerei weitestgehend abgeschlossen und selbst die Touren sind geändert worden. Klingt spannend. Optisch jedenfalls ist es wirklich toll geworden, soviel einfach mal vorweg.
Der Parkplatz der Hammerschmiede ist schon kurz nach 10:00 Uhr prall gefüllt. Die Segnungen des Brückentags. Ich sehe eine lange Kolonne Biker, die wohl das gute Wetter für eine gemeinsame Ausfahrt genutzt haben und nun schwer bepackt und glücklich grinsend aus dem Distillery Shop strömen. Das Team bleibt trotz des Andrangs locker und entspannt, wie man sie kennt. Die Biker erweisen sich als ausgesprochen nett und lassen mich noch kurz ein Bild des Verkaufsraums schießen. Zeitlich passt dann alles perfekt. Wir haben uns für die neue BOUTIQUE DISTILLERY TOUR entschieden, bei der für eine kleine Gruppe von interessierten Teilnehmern ein vertiefter Einblick in das Brennverfahren, die Manufaktur bzw. das Abfüllen/Verpacken und das Fassmanagement geboten werden. Achtung! Vorab buchen, damit es keine bösen Überraschungen gibt. Nach einer gründlichen Einführung in die Basisbegriffe des Whiskys, wie Single Malt, Single Cask etc., wird ein wenig zur Geschichte der Hammerschmiede selbst erklärt. Im Anschluss übernimmt Alexander Buchholz im Stillroom. Von da an geht die eigentliche Kernführung los. Die Gruppe ist äußerst interessiert und auch recht gut vorinformiert. Es hagelt förmlich Fragen. Viele Details zum Destillationsverfahren und zu Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen Brennereien in Schottland und solchen in Deutschland werden ausgiebig diskutiert.
Währenddessen gibt es den neuen New Make zu verkosten. Der Feinbrand bei Glen Els kommt mit 71.8% ABV aus der Spirit Still. In die Fässer geht er dann mit 60%. Natürlich drängt sich die Frage geradezu auf, warum nicht mit jenen allgegenwärtigen 63.5% ABV abgefüllt wird, wie das in Schottland traditionell die Regel ist. Alexander verweist auf die unterschiedlichen Reifungsprozesse und -dauern. Ein Lösen ungewollter Stoffe aus dem Fassholz soll unbedingt vermieden werden. Okay, leuchtet erstmal ein, klingt vertraut. 25.000 Liter New Make, also nicht etwa Alkohol, produziert Glen Els mit der erweiterten Anlage jährlich. Sehr wenig. Viel, viel weniger als die schottischen Brennereien im Schnitt produzieren und auch weit weniger als die Nachfrage nach dem Whisky aus dem
Harz. Trotzdem ist man sehr zufrieden mit dem Ausstoß und dem Absatz. Qualität geht vor Quantität. Man möchte Herr des Verfahrens bleiben. Glen Els soll eine reine Fachhandelsmarke bleiben.
Während Alexander geduldig weiter Fragen beantwortet, werden die Holzöfen unter den gerade arbeitenden und indirekt (Wasserbad) erhitzten Wash Stills kontinuierlich durch einen Mitarbeiter mit Holzscheiten befüllt. Wir alle schwitzen, obwohl wir nur rumstehen. Die Wash Stills strahlen eine extreme Wärme in den von der Sonne ohnehin bereits aufgeheizten Raum ab. Wir nähern uns so langsam der Sommerpause, erfahren wir. Es wird einfach zu warm zum Brennen. Das ist im kühleren Schottland ja auch nicht anders. Der Kühlprozess wird zu aufwendig und kostenintensiv, die Arbeit schlicht zu schweißtreibend. Aber der heute in unserer Gegenwart destillierte Rohbrand wird in jedem Falle noch vor der Silent Season in die Spirit Still gehen. Im Detail erläutert Alexander alle Schritte des Produktionsprozesses und erklärt die Unterschiede zwischen alter und neuen Brennblasen. Während der Erklärungen werden Gläschen/Phiolen mit den Ergebnissen der verschiedenen Produktionsschritte zum Verriechen herumgereicht. Von den Foreshots mit ihren giftigen Methanolanteilen und einem „Schein“-Alkoholgehalt von 81% ABV über das eigentliche Herzstück des Prozesses, bis hin zu den Tails und ganz zuletzt den Feints, die über ein Verrieselungsfeld unter Zollaufsicht entsorgt werden. Das Herzstück oder auch Hauptlauf genannt, eben der neue New Make, wird sodann in unserer Gruppe verkostet und kommt allgemein ausgesprochen gut an. Mit 71,8% ABV wirkt er äußerst fruchtig und nussig und zeigt ein angenehmes, schon recht breit gefächertes Geschmacksprofil. Könnte man auch gleich so verkaufen, ist die einheitliche Meinung der Gruppe. Fehlnoten hat er jedenfalls keine. Wenn man an dieser Stelle unbedingt mit den Schotten vergleichen möchte, liegen die Highlandbrennereien geschmacklich wohl am nächsten. Muss ich unbedingt mal gegeinander verkosten. Balblair oder auch Tullinardine gegen Glen Els New Make. Gut 20-25 Minuten an Vor- und Mischlauf gehen bei der Destillation in Zorge zeitlich übrigens regelmäßig ins Land, bis der Hauptlauf folgt. Interessant übrigens auch der rauchige New Make. Rauchmalz verändert den Charakter des Destillats völlig. Das Rauchmalz (Alrik!) lässt ihn weniger intensiv in der Nase erscheinen als den regulären New Make. Nicht torfig, natürlich, sondern eben rauchig. Kaltes Lagerfeuer, Speck und Räucherwurst, das sind die Assoziationen, die in den Raum gerufen werden. Sehr schön!
Kurzer Blick rüber in den Bereich „Manufaktur“, wo zwei der Beschäftigten gerade dabei sind, in Handarbeit Miniaturen zu verpacken. Bei Glen Els wird an Großflaschen alles ausnahmslos handgefüllt, handverschlossen, handetikettiert und handgesiegelt. Sicher nicht der effizienteste Produktionsprozess, den man sich vorstellen kann. Aber jede Flasche wandert so durch mehrere Hände. Ein durchlaufender Fehler wird ausgesprochen unwahrscheinlich. Im übrigen aus meiner Sicht in einer wirtschaftlich tedenziell eher schwächeren Region eine gute Sache. Zumal der Prozess für das gesamte Sortiment der Hammerschmiede gilt, nicht nur für den Whisky, rund 56.000 Flaschen pro Jahr all-in-all.
Wir gehen weiter, rüber ins oberirdische Fasslager. Eines von 3 Lagern, die Glen Els unterhält, 500 Fässer sind es insgesamt mittlerweile, die so gelagert werden. Wenn man an die Zehntausenden Fässer selbst kleinerer oder mitelgroßer Brennereien in Schottland denkt, muss man unwillkürlich schmunzeln.
Weiter geht es mit dem Fassmanagement. 100-150 Fässer für Whisky kommen jedes Jahr neu rein. Alles unterliegt der 100% Kontrolle. Auch wenn die Fässer bei GE zumeist nur einmal, nämlich als First Fill genutzt werden. Refillfässer bilden bislang die Ausnahme. Gekennzeichnet sind letztere durch vollfarbige, weiße oder schwarze Fassböden. Zuckercouleur kommt natürlich nicht zum Einsatz. Klar, bei First Fill und Single Casks bzw. kleinen Batches auch nicht wirklich erforderlich. Wir hören einiges über die Reifungseigenschaften verschiedener Fasstypen sowie über unterschiedliche Eichenarten, von der Stileiche üer die Traubeneiche bis hin zur ungarischen Schwarzeiche wird alles im Detail erklärt. Wir erfahren auch, warum „Alter“ also die Reifezeit in Deutschland und in Schottand sich signifikant unterscheiden. Das Thema Angels‘ Share fasziniert die Gruppe besonders, nicht erst, seitdem Alexander erklärt hat, der gute Stoff müsse nunmal verdunsten, um zu reifen. Große Augen in der Runde, als er konkret ausführt, dass der Angels‘ Share bei einem Blood Tub, mit 35 Litern das extreme untere Ende der kleineren Fasstypen, im Harz 18%/Jahr und mehr ausmachen könne. Ob denn der Zoll das akzeptiert, möchte jemand wissen. Akzeptieren tue er per se 3%, heißt es. Alles andere hänge prinzipiell von der Erfahrung und Gesprächsbereitschaft der zuständigen Zollbeamten ab. Neben den reinen Produktionsdaten werden auch eine ganze Reihe wirtschaftlicher Details gefragt und erklärt. Welche Fässer lagern denn eigentlich bei Glen Els? Im Wesentlichen Süßwein- und Sherryfässer, wobei die PX Traube, aufgrund der persönlichen Präferenz, beim Sherry den Löwenanteil ausmacht. Die erworbenen Fässer werden einer 100%-Kontrolle unterzogen. Die Kosten für ein sehr gutes First Fill Sherryfass werden mit aktuell 1.200-1.800 EUR angegeben, ein gutes Bourbonfass, der Name Heaven Hill fällt, mit gerade einem Zehntel dieses Wertes…
Im Anschluss geht es bestens gelaunt in die Verkostung. Ich suche mir die drei neuen Weinlagerungen aus. Amarone, Banyuls und Rivesaltes. Tip: wer es, so wie ich, fruchtig mag, der sollte sich den Amarone nicht entgehen lassen. Danach der grandiose Handfilled und obendrauf ein Alrik Ostara. Gut, dass die bessere Hälfte fährt.
Fazit: Wieder mal ein toller und sehr informativer Vormittag in der Hammerschmiede. Ich hatte unseren Großvater im Schlepptau, der früher einige Jahre in Zorge gelebt hat und dieses Jahr, wenn alles planmäßig läuft, seinen 90. Geburtstag feiert. Kommentar: „Richtig toll machen die das hier. Spitze! Muss man wirklich mal gesehen haben!“ Treffender könnte ich es nicht sagen.
Als Nachklang zum Lagavulin Open Day im Rahmen des diesjährigen Feis Ile bringt The Spirits Business heute den Reprint eines englischsprachigen Interviews mit Lagavulins Distillery Manager Georgie Crawford (auf unserem Titelbild gemeinsam mit Autor Charles MacLean während unseres Besuches bei Lagavulin im Vorjahr).
Im Interview spricht Georgie über ihren Werdegang, ihre Learnings in der Industrie und den Erfolg des Lagavulin 8yo. Hier ein kleiner Ausschnitt über ihre Position als Frau in einer (nicht mehr ganz) männerdominierten Industrie:
Have you ever encountered prejudice as a female distillery manager?
I am fortunate that I have never encountered this personally, and although I am proud to be Lagavulin’s first-ever female distillery manager, there are so many more women who work in the industry now. At Diageo, 17% of the overall workforce in malt distilling is female, and 40% in management roles. Also a quarter of all our apprentices are female, which is fantastic. The number is increasing and set to continue to do so.
Viel Neues tut sich bei der Whiskybotschaft aus Kerken. Neben der Erweiterung der Geschäftsräume für eine Laddie-Lounge und eine VIP-Lounge wird die Whiskybotschaft ab Herbst auch regelmäßig interaktive Livetastings online anbieten – und wir von Whiskyexperts freuen uns, als Partner diese Innovation mittragen zu können. Hier die Pressemitteilung, die Sie über alle Neuigkeiten informiert:
Mehr Platz, mehr Auswahl und eine Tasting-Revolution – Die Whiskybotschaft setzt neue Maßstäbe
Michaela & Tim Tünnermann haben seit 2010 vor allem zwei Dinge auf ihre Fahnen geschrieben: Whisky und die Whiskykultur dem deutschen Publikum näher zu bringen – und dabei immer den Blick nach vorne auf “the next big thing” zu richten. Ein Online-Shop, der 2013 mit wunderschönen Verkaufsräumen ein Geschäft “zum Anfassen” wurde, die eigene Whiskymesse, der Import ausgewählter Abfüller – stets kam etwas Neues dazu, das Whisky für den Konsumenten noch attraktiver machen sollte. So wurde im März 2017 die Whiskybotschaft Mitglied der “ Laddie Crew“, ein innovativer Verbund aus 7 Fachgeschäften in Deutschland, die sich besonders um die Whiskymarke “ Bruichladdich“ verdient gemacht haben.
Micha & Tim Tünnermann, Die Whiskybotschaft
Mit den Ansprüchen wachsen die Räumlichkeiten
Diese breite Aufstellung sorgte dafür, dass die Whiskybotschaft innerhalb der letzten 3 Jahre so stark wuchs, dass es nun Zeit für den nächsten Schritt wurde: Die Whiskybotschaft verdoppelt nahezu ihre Verkaufsfläche auf ca. 220 qm. Damit will man den Besuchern mehr Platz, mehr Service und vor allem mehr Whiskyerlebnis bieten.
Die Whiskyfreunde dürfen sich dabei auf eine neue, wunderbare Lounge und einen exklusiven VIP Bereich freuen, in dem auch absolute Raritäten zu sehen sein werden – dort findet man exclusive Abfüllungen ausgestellt, die in dieser Geballtheit sonst kaum wo zu finden sind.
Die Größe der neuen Whiskybotschaft ist beeindruckend: Insgesamt wird der Genießer dort ca. 2000 Flaschen Whisky, Rum, Gin und ausgesuchte Weine vorfinden.
Auch Zigarren-Aficinados werden in der Whiskybotschaft nicht zu kurz kommen. Ein großer Humidor mit einem breiten Angebot an Zigarren runden – samt einer Zigarrenlounge im Aussenbereich – das Angebot ab.
Die “Laddie Crew” erhält die erste “Laddie Lounge”
Auch für Bruichladdich-Fans und solche, die es noch werden wollen, setzt die Whiskybotschaft einen weiteren Schritt und bietet das Besondere: In neu dazugekommenen Räumlichkeiten im Ladengeschäft in Kerken, die einen wunderbaren Flair ausstrahlen, entsteht die „Laddie Lounge“, fokussiert auf die außergewöhnlichen Abfüllungen der Whiskydestillerie von der schottischen Hebrideninsel Islay. Die Eröffnung findet am 16.September 2017 statt, pünktlich zur Whiskyfair NRW in Nieukerk.
Ab Herbst: Video-Tastings zum Mitmachen – live und interaktiv
Ein herausragendes Novum schafft die Whiskybotschaft im Onlinebereich: Voraussichtlich ab September 2017 werden Whiskyfreunde die Möglichkeit haben, die meisten Whiskytastings in der Whiskybotschaft in Zusammenarbeit mit Whiskyexperts, dem führenden deutschsprachigen Newsportal für Whisky, online live verfolgen zu können – und zwar nicht nur passiv, sondern interaktiv über Feedback-Kanäle, die dem Vortragenden direkt zugespielt werden.
Die Online- Tastings werden live übertragen, 4 Tastings pro Monats sind geplant und werden ausreichend vorher angekündigt, sodass man auch daheim im Fall des Falles die passenden Whiskys besorgen und mitverkosten bzw. diese vorab in der Whiskybotschaft als Verkostungssample ordern kann. Wer mag, kann Mitglied des Whiskyclubs “fine spirits” werden und profitiert neben vielen anderen Vorteilen auch von günstigeren Samples für die Online-Tastings, die vor der Verkostung den Mitgliedern auf Wunsch zugesendet werden.
Auf diese Weise wird man vom Wohnzimmer aus Whiskys mit anerkannten Experten gemeinsam erleben und entdecken können – eine völlig neue und einzigartige Weise, Whisky zu genießen.
Ein Haus mit Tradition und der Lust auf Neues
Mit den neuen Angeboten festigt die Whiskybotschaft ihren Ruf als ein Motor der deutschen Whiskyszene: 2013 eröffnete sie in dem wunderschönen Örtchen Nieukerk am Niederrhein Ihre Pforten. In dem 250 Jahre alten restaurierten Haus direkt am Schwanenmarkt finden seitdem bis zu wöchtentlich 2 Whisky- Wein oder Rumverkostungen statt.
Neben der riesigen Auswahl- allein im Ausschank kann der Whiskyfreund aus ca. 1000 verschiedenen Whiskys wählen- ist es vor allem die Leidenschaft der beiden Eigentümer Tim & Michaela Tünnermann, die die Genießer in die „Botschaft“ lockt wie das Fachgeschäft liebevoll von Gästen und Genießern genannt wird.
Das Wissen über Whisky & Schottland der beiden ist enorm. Tim arbeitete in 4 verschiedenen Destillerien in Schottland und verfügt dadurch über bestes Wissen und Kontakte rund um die Produktion von Whisky. Michaela ist Apothekerin und beschäftigte sich intensiv mit der Kultur und der Geschichte der Schotten und ihrem Lieblingsgetränk. Beide verbindet die intensive Freundschaft zu Richard Paterson -„The Nose“- dem wohl bekanntesten Whiskyblender weltweit.
Ausgezeichnete Leistung
All das führte dazu, dass die Whiskybotschaft die verschiedensten Auszeichnungen erhielt: 2013 und 2016 belegten sie jeweils den 2. Platz als bester Whiskyshop in Deutschland. Neben dem Fachgeschäft in Nieukerk und einem Onlineshop mit einer großen Auswahl verschiedenster Whisky’s, Rum & Gin gründeten sie mit Marco Jansen – einem Vermögensberater für solvente Kunden – die Firma Whisky Investments GmbH. Darüber hinaus importiert die Whiskybotschaft Whisky aus aller Welt und richtet eine Whisky Messe aus – die Whiskyfair NRW in Kerken am Niederrhein.
Von irish-whiskeys.de haben wir eine Information über Batch 2 der in Eigenregie aufgelegten Reihe Black Rock erhalten. Die Einzelfassabfüllung (240 Flaschen) in Fassstärke (56.9%) des irischen Single Grains ist ab sofort über den Shop des Händlers und Importeurs erhältlich. Untenstehend finden Sie den Informationstext und die Tasting Notes, die wir von ihm erhalten haben:
Neu: Black Rock Batch 2 Irish Single Grain Whiskey 9yo
Die Whiskeyreihe Black Rock von Irish Whiskeys beschäftigt sich mit Single Cask Abfüllungen in Fassstärke. Hier werden die „rauen“ Seiten des irischen Whiskeys vorgestellt. Irischer Whiskey muss nicht sanft und mild sein, diese Whiskeys können durchaus mit viel Komplexität und Charakter punkten.
Nachdem im letzten Jahr die erste Abfüllung auf den Markt gekommen ist, können wir nun endlich Black Rock Batch 2 vorstellen. Hierbei handelt es sich um einen 9 Jahre alten Single Grain Whiskey. Der Whiskey besticht durch ausgeprägte Vanille- und Nussnoten, die sich mit einer süßlichen Fruchtnote vereinen. Volle neun Jahre im Bourbonfass.
Der Whiskey wurde nicht gefärbt, nicht kühlgefiltert und jede Flasche ist einzeln nummeriert.
Ganze elf Abfüllungen aus der Destillerie Mortlach lässt Serge Valentin heute gegeneinander antreten – darunter vor kurzem erschienene Bottlings unabhängiger Abfüller, aber auch alte, antike Flaschen, deren Inhalte bis ins Jahr 1954 zurückreichen.
Unter den elf Abfüllungen sind zwei oder drei dabei, die Serge in der Verkostung etwas enttäuschen – und einige finden sich, die ihn in helle Begeisterung versetzen. Die Punktewertungen geben dazu die entsprechenden Anhaltspunkte, können aber wie immer die ausführlichen Notes nicht ersetzen:
Mortlach 12 yo 2005/2017 (48.4%, Douglas Laing, Old Particular, refill hogshead, cask #DL 11595, 329 bottles): 82 Punkte
Monat für Monat präsentieren wir Ihnen einen Whisky, welchen wir beachtenswert finden, der problemlos erhältlich ist und auch preislich im Rahmen bleibt. Auch diesmal haben wir eine Abfüllung, die uns gut gefällt, zum Whisky des Monats gekürt – und sie ist damit unsere sehr subjektive Empfehlung an unsere Leser: Der Kilchoman 100% Islay 7th Edition.
In der Regel erwartet man sich von Kilchoman, der jüngsten Islay-Destillerie, torflastige Whiskys. Und in der Standard-Range wird man damit auch bestens bedient: Der Machir Bay (schon 2013 unser Whisky des Monats) bringt diese Rauchigkeit mit der Süße von Bourbonfässern und der typischen Zitronenfrische, der Loch Gorm (in der Abfüllung 2017 übrigens besonders gelungen) setzt da noch den Touch von Sherryfässern drauf.
Der Kilchoman 100% Islay war da von Anfang an anders – und ist es in der siebten Evolutionsstufe ebenso. Er ist im Geschmack nur leicht rauchig, sicherlich der am wenigsten getorfte Kilchoman. Alle seine Zutaten stammen von Islay und wurden auf der Insel verarbeitet – so wie die gesamte Fassreifung auf Islay stattfand (was man nicht bei allen Islay-Whiskys sagen kann, die aus nachvollziehbaren Gründen zum Teil auf dem Festland lagern).
Die reine Islay-Herkunft ist aber mehr als eine Marketing-Geschichte. Sie bedeutet auch, dass die gesamte Wertschöpfung auf der Hebriden-Insel stattfindet – und etwas poetisch gesagt auch, dass der 100% Islay den Geist und den Geschmack der Insel einfängt.
Der 2010 destillierte und danach in ex-Buffalo Trace Fässern gelagerte Whisky hat tatsächlich etwas, das auf inseltypische Art begeistern kann: Eine unprätentiöse Geradlinigkeit, ein klares Geschmacksprofil und eine Trinkbarkeit, wie man sie selten so findet. Die 50%, mit der er abgefüllt wurde, machen den Whisky kräftig, aber nicht brennend oder scharf. Sein Geschmack setzt sich aus zestigen Zitronennoten, malziger Süße und dezentem Raucharoma zusammen, und zwar in einer Weise, die ihn sehr harmonisch und rund macht. Bemerkenswert auch der für seine sieben Reifejahre gehaltvolle und lange Abgang.
Unserer Meinung nach ist die siebte Ausgabe des 100% Islay die mit Abstand beste in der Serie. Auch wenn der Preis mit etwas unter 70 Euro nicht gerade günstig ist, rechtfertigt seine harmonische Erscheinung die Ausgabe. Wir empfehlen Ihnen diesen Islay-Malt auf das Herzlichste – er ist für uns ein würdiger Whisky des Monats Juni 2017.
Unser nächster Destilleriebesuch führt uns in die Kingsbarns Distillery in den Lowlands. Die kleine Destillerie des unabhängigen Abfüllers Wemyss Malts hat sich durch gekonnte PR-Arbeit bereits als Touristenattraktion etabliert, obwohl es frühestens ab 2018 einen Whisky aus ihr geben wird. Der New Make, der in kleinen 0.2l-Gebinden verkauft wird, überzeugt jetzt schon durch seine ausgesprochene Fruchtigkeit und lässt Gutes erwarten.
Bernd Scheer hat die Destillerie unlängst mit der Kamera besucht und uns 10 Bilder von dort mitgebracht – begleiten Sie ihn und uns auf seinem Streifzug:
Ein neuer NAS-Whisky von Mackmyra ist ab sofort in ausgesuchten Travel Retail Outlets zu finden. Der Mackmyra Expedition wurde mit 46.1% abgefüllt – und zwar in 0.5l-Flaschen. Zum Teil wurde er in Fässern gefinisht, die zuvor schwedischen Cloudberry-Wein enthielten. Die originalen Tasting Notes auf der Website lesen sich wie folgt:
Nose: Spicy and smoky with a complex palette of vanilla, fruits and berries. A combination of cloudberries, spicy Swedish oak, juniper smoke and peat. Taste: Fruity and spicy with juniper, caramel fudge, cloudberries and dried fruits. The aftertaste is spicy and slightly smoky with an elegant fruityness and notes of liquorice.
Finish: Spicy and slightly smoky with an elegant fruityness and notes of liquorice.
Ein Preis für den Expedition, den man unter anderem in den Flughäfen Arlanda, Stockholm, Landvetter, Gothenburg, Sturup, Malmö und Skavsta erhält, ist nicht angegeben. Ein Produktblatt können Sie hier downloaden.
Frisch aus der Zentrale von Douglas Laing erreicht uns heute die Nachricht über 2 neue Blended Malts mit Altersangabe, die der unabhängige Abfüller auch bei uns auf den Markt bringen wird. Laut der Info vom Bremer Spirituosen Contor, dem deutschen Importeur, sind sie auch schon in Deutschland angekommen und werden in die Pipeline zu den Händlern geschickt, sodass dem offiziellen Erscheinen hierzulande nichts mehr im Wege steht. Wir werden Sie dann mit einer offiziellen Pressemitteilung nochmals darüber informieren.
Nun aber zu den beiden Abfüllungen: Der Timorous Beastie 18yo ist ein Highland Blended Malt, besteht also ausschließlich aus Single Malts verschiedener Highland Destillerien. Er ist mit 46.8% abgefüllt und weder gefärbt noch kältefiltriert. Er soll Aromen von Honig, Vanille und „saftiger Gerste“ bringen, mit einer sanften Würze unterlegt.
Rock Oyster 18yo besteht aus Single Malts verschiedener Island-Destillerien auf den Inseln Arran, Islay, Jura und Orkney. Sein Geschmack ist maritim mit Seeluft, Tabak und süßem Torf. Auch für ihn gilt: Er ist mit 46.8% abgefüllt und weder gefärbt noch kältefiltriert.
Beide Vatted Malts kommen mit einer ansprechenden Verpackung, wie Sie dem Foto entnehmen können. Preise kennen wir noch nicht, wir werden sie mit der offiziellen deutschsprachigen Presseinfo nachreichen.
Mit unserem neuesten Cocktailrezept, das wieder ganz einfach ohne Shaker zum Nachmixen ist, möchten wir Ihnen erneut Lust darauf machen, Whisky auch einmal anders zu genießen. Der Chivas Collins (das Rezept haben wir von Chivas zur Verfügung gestellt bekommen) ist ein Longdrink, der gerade zur wärmeren Jahreszeit viel Freude macht:
Chivas Collins
Zutaten:
2 Grüne Apfelscheiben
Eiswürfel
50ml Chivas Regal 12YO
100ml Zitronenlimonade
50ml Sodawasser
1 Limettenscheibe
Zubereitung:
Geben Sie die Apfelscheiben in ein Longdrinkglas und gießen Sie den Chivas Regal darüber. Lassen Sie dies ein paar Minuten ziehen und fügen Sie dann Eiswürfel und die Zitronenlimonade hinzu – die Zitrusfrucht balanciert die Honignote des Whiskys aus. Rühren Sie einmal um und gießen Sie das Ganze mit Sodawasser auf. Garnieren Sie das Glas mit einer Limettenscheibe und genießen Sie den Chivas Collins, am besten gemeinsam mit Ihren Freunden.
Blends haftet unter Single Malt Freunden immer noch ein wenig der Ruch der Minderwertigkeit an. Das mag durch Jugenderinnerungen sein – an die billigen Kaufhaus-Blends, die es sogar schafften, Cola ungenießbar zu machen. Tatsache ist aber, dass es früher und auch heute hervorragende Blends gab und gibt, die selbst verwöhnte Gaumen erfreuen können. Gerade alte Blends aus den 50ern oder 60ern des vorigen Jahrhunderts schaffen es, bei Whiskytrinkern leuchtende Augen zu erzeugen.
Wer immer noch skeptisch ist, den kann vielleicht das heutige Tasting von Serge Valentin überzeugen, dass Blending eine Kunst ist, deren perfekte Beherrschung Großartiges hervorbringt. Die Bandbreite der sieben Bewertungen von heute reicht von 70 bis 91 Punkte, und selbst jener Blend, der am niedrigsten bewertet wurde, ist interessant, denn er enthält Ladyburn und Inverleven…:
Ballantine’s 30 yo (86°US proof, OB, 1963): 91 Punkte
The Golden Age Blend 40 yo (44.3%, Master of Malt, 210 bottles, 2016): 91 Punkte
Haig Dimple 15 yo (43%, OB, blended Scotch, +/-2016): 80 Punkte
Lismore 12 yo ‘Special Reserve’ (40%, OB, blended Scotch, +/-2016): 78 Punkte
Ghosted Reserve 21 yo (42.8%, OB, William Grant, blended Scotch, +/-2014): 70 Punkte
William Cadenhead 43 yo (44.2%, Cadenhead, blended Scotch, +/-2016): 80 Punkte
Berry’s Finest 40 yo (46%, Berry Bros & Rudd, for Taiwan, +/-2016): 87 Punkte
Schon seit Ende März produziert die Copper Rivet Distillery in Chatham Maritime in Kent ihren eigenen Whisky (wir berichteten unter anderem hier) – nun hat man laut einem Bericht in The Drinks Report die Pforten der Destillerie auch für Besucher geöffnet.
Auf der Website der Destillerie kann man die Führungen, die jeweils eine Stunde dauern und die von Mittwoch bis Sonntag durchgeführt werden, vorab buchen. Sie kosten 12 Pfund.
Den ersten Whisky aus der Destillerie wird es natürlich frühestens erst 2020 geben, aber New Make gibt es während der Tour bereits zu verkosten, neben anderen Spirituosen, die dort hergestellt werden.
Chatham Docks. Von Nilfanion – Own work, CC BY-SA 4.0,