Die Highland-Destillerie Dalmore und die unmittelbare Umgebung stehen im Mittelpunkt unserer beiden Sonntagsvideos – die im letzten Juni und August mit einem Quadcopter in Full HD aufgenommen wurden.
Das erste Video, das Sie oberhalb des Textes und auch auf Youtube finden können, zeigt zudem das Treffen des Clans MacKenzie, das im letzten Jahr bei der Destillerie stattfand. Schöne Flugaufnahmen über der Destillerie lassen uns Dalmore aus einer gänzlich neuen Perspektive erleben.
Das zweite Video (auf Youtube ist es hier zu sehen) wurde im Juni des selben Jahres aufgenommen und zeigt etwas mehr von der Umgebung. Es ist handwerklich vielleicht weniger sauber ausgeführt, aber es ist – so finden wir – nicht weniger interessant.
Jedenfalls wünschen wir viel Vergnügen mit beiden Videos – und wie immer einen schönen Sonntag mit einem guten Whisky!
Dass John Glaser und sein Unternehmen Compass Box mit einer Initiative für mehr Transparenz auf den Labels der Whiskys für Aufsehen sorgen, haben wir in letzter Zeit des öfteren berichtet. Man will gegen die Vorschriften angehen, dass auf den Flaschen nur das Alter des jüngsten enthaltenen Whiskys angegeben sein darf, nicht aber eine genaue Auflistung der Altersstufen und Anteile der anderen Komponenten des Whiskys.
Bruichladdich umgeht diese in letzter Konsequenz nicht besonders sinnvolle Vorschrift zum Beispiel dadurch, dass man die Bestandteile des Bruichladdich Scottish Barley auf der Website mit Hilfe des Flaschencodes abrufen kann (unser Bericht dazu hier). John Glaser versucht es nun mit Zuspitzung und bringt einen neuen Blend auf den Markt, den 3 Year Old Deluxe. So sieht die Vorderseite aus:
Die Auflösung des „Gags“ passiert auf der Rückseite:
Die Zusammensetzung des mit 51.6% abgefüllten Whiskys ist wie folgt:
1% eines dreijährigen Whiskys, der nahe Brora produziert wird (Clynelish)
90% eines Whiskys aus der selben Destillerie, bei dem man das Alter nicht angeben darf
9% eines Whiskys, der von der Insel Skye stammt (Talisker)
Mit der Zusammensetzung des Whiskys möchte John Glaser wohl zum Nachdenken über die bestehende Regel einladen, an der er nebenbei, auch als Auswirkung des Brexit, in absehbarer Zukunft keine Änderung erwartet.
Unser Dank an Michael Bendavid von Malt and Oak für das Aufspüren der Labels.
Unser heutiges Whisky im Bild können wir Ihnen dank der The Lost Distillery Company präsentieren, die mit ihren Blended Malts den Stil längst vergangener Brennereien nachempfinden will. Einer dieser Blended Malts nennt sich Jericho, und er soll an eine im Jahr 1824 gegründete und 1913 geschlossene Destillerie gleichen Namens (auch bekannt als Benachie) erinnern.
Viel ist von Jericho nicht mehr vorhanden, aber die Lagerhäuser kann man noch erkennen. Mehr Infos über die Destillerie können Sie auf der spezifischen Seite von The Lost Distillery Company nachlesen.
Die Reste der Destillerie Jericho/Benachie. Bildrechte: The Lost Distillery Company
Vom Importeur für Deerstalker, der Whiskybotschaft, haben wir erste Informationen über eine neue getorfte Abfüllung des unabhängigen Abfüllers erhalten, die in den nächsten Wochen nach Deutschland und dort zu den Händlern kommen wird. Es handelt sich um einen Blended Malt – und zwar in einer interessanten Machart: Verschiedene Highland-Malts wurden in einem Fass gelagert, das zuvor stark getorften Islay-Malt enthielt. Das Ergebnis ist ein angenehm torfiger Whisky mit einer subtilen Süße.
Einen Scan eines Labels davon haben wir ebenfalls bekommen – wir bringen ihn hier sozusagen als kleine Weltpremiere. Dem Label ist zu entnehmen, dass die Deerstalker Peated Edition mit 43% abgefüllt werden wird:
Zusätzlich dazu werden laut dem Importeur noch weitere Abfüllungen nach Deutschland kommen, darunter ein über 20 Jahre alter Single Grain – mit näheren Details versorgen wir Sie dann rechtzeitig.
Wer an schottischen Whisky denkt, der denkt nicht nur an die Destillerien, sondern auch an Schottlands Landschaft und Natur. Ein wichtiger Bestandteil davon sind die schottischen Moore – auch des Whiskys wegen.
Die Moorgebiete Schottlands waren lange in Gefahr, nicht durch die Destillerien, die zwar den Torf zur Befeuerung der Stills brauchten, bis Kohle und dann Gas oder Öl diesen Job übernahmen, sondern trotz ihnen, denn sie haben ein vitales Interesse an ihnen. Die Gefahr kam und kommt, wie auch in unseren Breiten, durch die Trockenlegung und die Nutzung als Weideland.
Dieser Prozess wird nun wieder rückgängig gemacht. Warum, wie und was die Whiskyindustrie damit zu tun hat, können Sie heute in einem sehr interessanten Artikel auf der Deutschlandfunk-Website nachlesen. Hier ein kleiner Auszug vom Ende des Beitrags:
Tatsächlich: Moorschutzexperte Clifton Bain sieht in der Whiskyindustrie nicht das große Problem. „Naja, von der Menge her geht das schon. Die Whiskyindustrie macht um den Torf so einen Zauber, deshalb denken viele, es gehe da um große Mengen, aber tatsächlich verwenden sie nur sehr wenig. Die Whiskyindustrie alleine wäre keine Gefahr für die Moore. Sie setzt sich im Gegenzug sogar für die Restaurierung von Mooren ein und schützt auf diese Weise die Moore mehr, als dass sie sie schädigt. Auch deshalb, weil Moore das Regenwasser filtern – und auch die Whiskyindustrie ist auf sauberes Wasser angewiesen.“
Clifton Bains Meinung deckt sich mit der Position anderer schottischer Naturschutzverbände. Sie alle lassen auf die Whiskyindustrie nichts kommen. Aus Überzeugung? Oder vielleicht doch, weil es höchst unpopulär wäre, sich mit dieser Branche anzulegen? Clifton Bain lacht. „Jeder Schotte mag Whisky. Und wer ihn nicht mag, sagt es nicht.“
Ein überaus stimmungsvolles Bild haben wir heute für Sie ausgewählt: Marcel Freudenstein hat es bei seinem Besuch auf der Isle of Mull, der Heimat der Destillerie Tobermory, fotografiert. Es zeigt zwei Schiffswracks am Ufer, an denen der Zahn der Zeit genagt hat. Ein wenig vermeint man die Seeluft und das Salz zu riechen, das den Schiffen zugesetzt hat – zwei Eindrücke, die man auch im getorften Tobermory, dem Ledaig Whisky, finden kann.
Geht es Ihnen nicht auch so, dass man beim Anblick des Bildes vom Fernweh gepackt wird…?
Schiffswracks auf der Insel Mull. Bildrechte: Marcel Freudenstein
Von den Veranstaltern des Whisky-Herbst in Berlin haben wir soeben eine Pressemitteilung zur am 2. und 3. September stattfindenden Messe erhalten, in der alle wichtigen Infos aufgelistet werden. Wir bringen sie gerne für Sie:
17. „Whisky-Herbst“
Open-Air Veranstaltung mit Verkostung, Kaufmöglichkeit, Musik, Seminaren und schottischen Spezialitäten lockt vom 2. – 3. September 2016 Whisky-Liebhaber in die MALZFABRIK
In diesem September feiern die Initiatoren des seit 2000 jährlich stattfindenden „Whisky-Herbst“ das Festival zum 17. Mal. Die etablierte Whisky-Kenner-Messe lockt immer wieder eine große Anzahl von Freunden des edlen Tropfens, Aussteller, Händler, Interessierte und Kenner an, um über das „Wassers des Lebens“ zu fachsimpeln und es zu verkosten. Das zweitägige Open-Air-Festival startet am Freitag um 15 Uhr nun bereits zum vierten Mal in der MALZFABRIK, Bessemerstraße 2-14, 12103 Berlin (nahe IKEA-Tempelhof). Am Samstag öffnet die Messe bereits um 12 Uhr.
Neben flüssigen Köstlichkeiten, bietet die Veranstaltung außerdem ein umfangreiches musikalisches Bühnenprogramm, bei der die keltische Lebensfreude nicht zu kurz kommt. Ca. 2.000 Sorten hochklassiger Whiskys, besonders aus Schottland und aus allen anderen bedeutenden Whisky-Regionen der Welt, werden von den wichtigsten Whisky-Importeuren aber auch von zahlreichen unabhängigen Abfüllern präsentiert. In diesem Jahr ist die Anzahl der Aussteller nochmals gewachsen. Zusätzlich zum Außengelände bietet die Maschinenhalle Platz für etliche kleinere Aussteller. Wie schon im vergangenen Jahr, können die Produkte nicht nur verkostet, sondern auch direkt von den Besuchern gekauft werden.
Neu ist, dass auch das Außengelände zum Teil überdacht wurde und die Besucher und Teilnehmer auch bei schottischem Wetter im Trockenen sein können.
Wie in den vergangenen Jahren werden auch diesmal zahlreiche Gäste aus den Brennereien anwesend sein und die Brennkunst aus ihrer Sichtweise erklären. Die meisten Seminare und Masterclass Tastings werden in schottisch (fast wie englisch…) abgehalten.
Aus den Destillen werden zu Gast sein:
George Grant – Glenfarclas
John Campbell – Laphroaig
Ranald Watson – Springbank
Alistair Walker – GlenDronach / BenRiach
Iain Allan – Glen Moray
Shilton Almeida – Paul John (Indien)
Connor Booth – Writer´s Tears (Irland)
Der Eintrittspreis liegt unverändert bei 10 Euro. Im Preis enthalten ist ein limitiertes Tastingglas.
Wer neben dem Training der Geschmacksnerven auch sein theoretisches Wissen über Whisky erweitern möchte, meldet sich am besten im Vorfeld für eines der in den vier Seminarräumen angebotenen Kurse an.
Sammler und Stammbesucher freuen sich auf die 17. Sonderabfüllung, die exklusiv für den Whisky-Herbst entsteht. In diesem Jahr wird es ein Glendronach Single Malt Whisky sein.
Traditionell bildet die Raritätenversteigerung wieder einen Höhepunkt des „Whisky-Herbst“. Jeder Aussteller stellt mindestens eine besondere Flasche seines Hauses zur Auktion zur Verfügung. Der Erlös der Versteigerung der edlen Tropfen wird an soziale Projekte in Deutschland und Schottland gespendet.
Hintergrundinformationen:
Der Whisky-Herbst begann vor 16 Jahren im Hof des Köpenicker Rathauses, weiter zog er in die Freiheit 15 in Köpenick. Für die stetig wachsenden Besucherzahlen (zuletzt kamen ca. 3.500 Besucher) konnte der Standort seit 2013 erfolgreich in der MALZFABRIK in Schöneberg/Tempelhof neu angesiedelt werden. Initiatoren des traditionellen „Whisky-Herbst“ sind die Berliner Fachhändler Ursula Kierzek und Werner Hertwig sowie Frank Ewald. Mit dieser Messe, ihrer Begeisterung für Whisky und ihrem Know-how möchten Sie Ihr Wissen an die Besucher weitergeben und teilen. Dass ihnen dies gelingt, zeigt das Lob eines der ganz Großen der schottischen Whisky-Szene, Jim Mc Ewan, der über das Festival urteilte: „It’s the best in the world“.
Jan Smits hat in der (geschlossenen) Gruppe der Malt Maniacs auf Facebook das Label des neuen Spice Tree Extravaganza von Compass Box gepostet – eine Neuinterpretation des alten Spice Tree zu seinem zehnjährigen Jubiläum. Er enthält einen höheren Anteil an Sherryfässern als der ursprüngliche Spice Tree.
Das Rückseitenlabel des mit 46% abgefüllten Blended Malts (also Single Malts aus verschiedenen Destillerien) erzählt etwas über die Geschichte des Spice Tree, die Gedanken hinter der neuen Abfüllung und enthält auch die offiziellen Tasting Notes:
Die Labels sind für den amerikanischen Markt, den Whisky wird es wohl aber auch in Europa geben…
Seit einigen Tagen macht Springbank ein Geheimnis um den nächsten Whisky, den sie der Öffentlichkeit vorstellen (neben dem Kilkerran 12yo, der heute ebenfalls erscheint). Jetzt, seit einigen Minuten, ist die Katze aus dem Sack: Es wird ein neuer Batch (der dreizehnte) des Springbank 12yo in Fassstärke.
Diesmal ist der Whisky mit 56.3% abgefüllt – und es wird weltweit etwas über 10.000 Flaschen davon geben. Erhältlich ist er ab heute bei Cadenhead in London, die Verfügbarkeit hier in unseren Landen wird nicht allzu lange auf sich warten lassen.
Ob dies die einzige Neuankündigung heute sein wird, bleibt nach einem kryptischen Tweet von Springbank abzuwarten…
Scotsman Food & Drink bringt heute einen Artikel über fünf Scotch Whiskys, die nach Meinung des Autors nicht genug geschätzt oder übersehen werden, wenn es um Qualität geht. Nun ist das natürlich eine sehr subjektive Sache, aber die Zusammenstellung ist durchaus nachvollziehbar. In der Liste der fünf Whiskys befinden sich vier Single Malts (Glenfarclas 105, Benriach Curiositas, Kilchoman Machir Bay und Springbank 10) und ein Blended Malt (Monkey Shoulder), die gute Qualität zu einem guten Preis bieten und allesamt dem Hype entgangen sind.
Warum Scotsman Food & Drink diese Whiskys im Detail ausgewählt hat, können Sie dem Artikel entnehmen.
Wie Whiskycast heute berichtet, wird die alte Jameson Distillery in Dublin (nicht die Jameson Experience in Cork!) mit Ende des Monats geschlossen und generalrenoviert. Insgesamt will man für die Arbeiten, die bis März 2017 andauern sollen, 11 Millionen Euro in die Hand nehmen.
Während des Umbaus werden die 75 Angestellten dieser Touristenattraktion andere Jobs erhalten, Arbeitsplätze gehen also keine verloren.
300.000 Besucher pro Jahr kommen in die alte Jameson Destillerie, insgesamt über 4 Millionen seit der Eröffnung des Besucherzentrums im Jahr 1997. Produziert wird dort seit 1975 nicht mehr, als man die Produktion nach Cork in die Midleton Distillery verlegte.
Rekorder anwerfen – morgen, kurz vor neun Uhr, bringt arte eine Doku über Schottland und seine Menschen. Hier die Zusammenfassung des Inhalts von der Website des Senders:
Den schroffen Felsen der Highlands entsprechen die sanften Hügel der fruchtbaren Lowlands – dazwischen bildet der Nationalpark Loch Lomond and the Trossachs die Grenze. Unweit des Parks liegt Stirling. Die von den Engländern lange Zeit umkämpfte Stadt war einst Hauptstadt des Königreichs Schottland und zeugt vielerorts noch von den heftigen Gefechten der Unabhängigkeitskriege während des 13. und 14. Jahrhunderts.
Anfang des 18. Jahrhunderts änderten sich durch die Unterzeichnung des Act of Union zwischen Schottland und England die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Die Clans der Highlands verloren allmählich an Einfluss, während sich die Lebensart der Engländer auch in Schottland immer mehr durchsetzte.
Eine große Hungersnot im 19. Jahrhundert entvölkerte die schottischen Highlands weitgehend. Sir Walter Scott setzte der Region mit seinem Roman „Rob Roy“ ein literarisches Denkmal. Bis heute ist der Geist des Freiheitshelden in den großartigen unberührten Landschaften zu spüren.
Zur Vorstellung des Jim Beam Double Oak (wir berichteten hier) im Frühjahr in Wien kreierten österreichische Barkeeper auch einige neue Rezepte mit diesem aromatischen doppelt gereiften Bourbon. Wir haben Ihnen drei davon (hier, hier und hier) bereits vorgestellt, unsere vierte Vorstellung kommt aus dem Dachboden am 25h Hotel in Wien, und zwar von Radu Ardelean.
Das sagt Radu über seine Kreation, den Spicy Trail:
Die süßlichen Vanille-, Karamell-und Toffeearomen des Jim Beam Double Oak geben den Anreiz für diesen Cocktail. Klassischer Zucker oder Zuckersirup kam also nicht infrage. Es musste was Würzigeres her. Die Entscheidung fiel auf den Zimt& Kardamom Sirup, dieser macht meine Kreation, in Verbindung mit den Karamell- und Vanillenoten des Jim Beam Double Oak, zu einem herrlich süß-würzigen Erlebnis. Die Lemon Bitters sind für die bittere, aber doch recht frische Note, in meinem Double Oak Fashioned zuständig.
Spicy Trail von Radu Ardelean
Photo by WESUAL CLICK (c) Beam Suntory Austria
5 cl Jim Beam Double Oak
1 cl Zimt & Kardamom Sirup*
2 Dash Fee Brothers Lemon Bitters
Garnitur: Zitronenzeste, Zimtstange
*Zimt & Kardamom Sirup:
1l Zuckersirup
3 ganze Zimtstangen
4 Stück violetter Nepal Kardamom
Zuckersirup aufkochen und die Zimtstangen 20 Minuten darin ziehen lassen.
Die Destillerie Tomintoul bringt in diesen Tagen eine neue Abfüllung auf den Markt, oder besser gesagt: auf ausgewählte europäische und weltweite Märkte, darunter auch Duty Free. Auch am deutschen Markt wird er erhältlich sein. Der Tomintoul Tlàth (gälisch für sanft oder weich) stammt aus ex-Bourbon Fässern und wird mit 40% abgefüllt.
Schmecken soll der alterslose Whisky nach süßem Toffee und Vanille, einem Hauch Minzblätter, weißem Pfeffer, Muskat und getoasteter Vanille. Die offiziellen englischsprachigen Tasting Notes:
Tasting Notes:
Colour: Golden Straw
Nose: Quintessentially Speyside. Light, with some sweet toffee and vanilla and hints of mint leaf and citrus peel.
Palate: Light and creamy. Lively white pepper and some oak-driven spiciness dance on the tongue with background layers of nutmeg and toasted vanilla.
Finish: Spicy with notes of shortbread and fresh mint.
Kosten wird der Tomintoul Tlàth umgerechnet 35 Euro.