Auf dem Blog von Anne Sophie Bigot, The Whisky Lady, finden Sie heute einen Bildbericht von einem Besuch in der Glengoyne-Destillerie in den südlichen Highlands. Ein kurzer Text begleitet die gut zwei Dutzend Aufnahmen.
Anne Sophie merkt an, dass es nicht erlaubt war, im Produktionsbereich selbst Fotos zu machen (eine Beschränkung, die in vielen, aber nicht allen Destillerien gilt), daher sind bis auf eine Ausnahme keine Bilder der Brennblasen oder der Gärbottiche zu sehen. Besonders interessant ist es, so Anne Sophie, das erste und das letzte Bild zu vergleichen – die Gegenüberstellung würde schottisches Wetter bestens beschreiben 🙂
Wieder gibt es heute bei Serge Valentin ein kleines Duett im Verkostungstest – diesmal finden wir uns auf Islay und bei der Destillerie Bruichladdich. First Fill Hogshead vs. Refill Hogshead, jung vs. alt, aber beides Unabhängige, nämlich Single Cask Nation und Douglas Laing. Heute gibt es keinen Gewinner, jedoch zwei Sieger:
Bruichladdich 9 yo 2006/2015 (56.7%, Single Cask Nation, first fill bourbon hogshead, 153 bottles): 87 Punkte
Bruichladdich 26 yo 1989/2015 (52.1%, Douglas Laing, Xtra Old Particular, refill hogshead, cask #DL10859, 225 bottles): 87 Punkte
Keine andere Spirituose bietet so viele unterschiedliche Geschmacksnuancen wie Whisky. Und wenn man sich unter Whiskyfreunden umhört, sind auch die persönlichen Vorlieben so differenziert wie sonst kaum wo. Und die Suche nach jenem Whisky, der die persönlichen Präferenzen besser trifft als jeder andere, macht wohl einen guten Teil der Faszination des Wassers des Lebens aus.
Bei dieser Suche möchte nun ein Persönlichkeitstest, den die Scotch Malt Whisky Society gemeinsam mit der Universität Edinburgh entwickelt hat, helfen. Die SMWS gibt an, dass mit diesem Test von Dr. Adam Moore, den er mit Hilfe von 300 Freiwilligen gestaltet hat, jeder seinen Lieblingswhisky finden kann – oder zumindest eine Orientierungshilfe.
Der Test auf dieser Website ist relativ umfangreich. Er stellt Ihnen 35 Fragen zu Ihrer Persönlichkeit. Zuvor müssen Sie ein paar persönliche Daten angeben und werden mit der Zustimmung zu den AGBs auch automatisch auf die Mailingliste der SMWS gesetzt (davon können Sie sich aber jederzeit abmelden). Eine Viertelstunde sollten Sie dafür schon einplanen – und dann vielleicht doch daran denken, dass so ein Test eher unterhaltsam als wirklich völlig treffsicher ist 😉
Drei große Namen der Insel Islay auf einem Bild versammelt: Im südlichen Küstenort Port Ellen steht dieser Wegweiser, der einerseits auf den im Westen gelegenen Ort Bowmore mit der gleichnamigen Destillerie hinweist, andererseits auf die weiter südöstlich gelegene Destillerie Ardbeg. Wenn man zu ihr fährt, dann muss man noch an zwei anderen Destillerien vorbei: Laphroaig und Lagavulin.
Wahrscheinlich die am meisten fotografierte Beschilderung auf der Insel – Links in der Wegkreuzung (und nicht mehr im Bild sichtbar) übrigens das nicht minder berühmte Port Ellen Hotel.
Die schottische Whiskyindustrie ist nicht nur ein großer Faktor in Schottlands Außenhandel, sondern auch in Bezug auf Tourismus. Die BBC vermeldete heute, dass insgesamt 1.6 Millionen Gäste im Vorjahr die Destillerien besuchten – 7% mehr als im Jahr 2014 und 20% mehr seit dem Jahr 2010.
Beeindruckend auch das, was die Gäste in den Shops der Besucherzentren ausgaben: 50 Millionen Pfund gingen dort über den Ladentisch, für Produkte, Führungen und in den Cafeterias. Hier hat sich der Umsatz seit 2010 fast verdoppelt. Und man darf natürlich nicht vergessen, dass das ja nur Sekundäreinnahmen für den Tourismus in Schottland sind – die Gäste wohnen ja auch irgendwo, reisen und essen…
Fast die Hälfte der 118 schottischen Destillerien sind für Besucher geöffnet – die Angebote allerdings von unterschiedlicher Qualität. Vor einer Schottlandreise sollte man sich daher immer kundig machen, bei welchen Destillerien sich ein Besuch lohnt…
Das Besucherzentrum von Talisker, so wie es sich im Jahr 2013 nach dem Umbau präsentierte. Bild: Talisker
Hin und wieder macht Serge Valentin mit seinen Verkostungen einen Ausflug über den großen Teich und sieht sich dort nach interessanten Whiskeys um. Heute ist es wieder soweit, er verkostet eine erkleckliche Anzahl von verschiedenen Produkten aus den USA. Dabei diesmal: Bourbon (darunter auch einer eines Österreichers, der mit seiner Destillerie Koval in den Staaten Beachtung findet), White Spirit und junger Single Malt, der in Schottland noch kein Whisky wäre, zeitgenössisch und alt:
Wild Turkey 8 yo (86.8 US proof, OB, Kentucky straight bourbon, +/-1980): 85 Punkte
PennyPacker (40%, OB, Kentucky straight bourbon, +/-2015): 70 Punkte
Marshall’s (40%, OB, Bourbon, +/-2015): 70 Punkte
George Dickel No. 1 (45.5%, OB, American spirit, +/-2015): 68 Punkte
Garrison Brothers 2015 (47%, OB, Texas straight bourbon): 79 Punkte
Koval Bourbon (47%, OB, bourbon, +/-2015): 87 Punkte
Westland 2 yo (46%, OB for Kalish & Sons, single malt, Heavy char new American oak, cask #97, 188 bottles, 2014): 86 Punkte
Ezra Brooks 12 yo (49.5%, OB, Kentucky straight bourbon, cask #599, 2015): 80 Punkte
Unser Titelbild zeigt einen Blick in ein Lagerhaus von Wild Turkey…
Zum Event selbst im Juni haben wir bereits von der Eröffnung der Walsh Whiskey Distillery in Irland mit einem Whisky im Bild berichtet, nun haben wir vom deutschen Generalimporteur der Produkte des Unternehmens, dem Bremer Spirituosen Contor, die offizielle Pressemitteilung dazu erhalten. Untenstehend erfahren Sie alles Wissenswerte, danach bringen wir noch eine weitere Galerie mit Impressionen von der Eröffnung:
Eröffnung der Walsh Whiskey Distillery in Royal Oak – die neue Heimat des Writers Tears Whiskey
Bremen, 10.08.2016. Der beliebte Irish Whiskey Writers Tears hat eine neue Heimat gefunden: nach über 200 Jahren kehrte am 21. Juni 2016 die Kunst der Destillation an die Ufer des Barrow Flusses nach County Carlow zurück. Die Walsh Whiskey Distillery in Royal Oak wurde feierlich auf einem 16 ha großen Anwesen aus dem 18. Jahrhundert eröffnet und ist die einzige unabhängige irische Brennerei die alle drei Stile des Irish Whiskey (Pot Still, Malt und Grain) herstellen kann. Im Beisein von Freunden und Familie sowie internationalen Partnern aus 22 Ländern, wurde das symbolische Band feierlich von Bernard und Rosemary Walsh gemeinsam mit Augusto Reina, Geschäftsleiter des Anteilseigners Illva Saronno SpA, durchschnitten.
Bei voller Auslastung wird die Walsh Whiskey Distillery, bekannt für den dreifach destillierten Writers Tears, eine Produktionskapazität von 8 Mio. Flaschen Whiskey im Jahr erreichen. Dies entspricht 10% der irischen Whiskey Exporte. In den nächsten fünf Jahren werden durch den Betrieb in Royal Oak insgesamt 55 neue Arbeitsplätze in Carlow geschaffen. Seit Juli ist auch ein Besucherzentrum für die Öffentlichkeit geöffnet. Die angebotenen Touren werden zukünftig auch die Besichtigung des aus dem 18. Jahrhundert stammenden Herrenhauses beinhalten. Durch die angestrebte Zahl von 75.000 Besuchern jährlich wird der Bau der Brennerei somit auch für den örtlichen Tourismus förderlich sein.
Mit der Eröffnung der Walsh Whiskey Distillery erhält Bernhard Walsh zudem die einzigartige Möglichkeit, das Portfolio seiner Marken zu ergänzen. Durch die erweiterte Produktionskapazität wird die Versorgung der bereits belieferten Märkte gewährleistet. Des Weiteren kann das Potential neuer Zielmärkte in Asien ausgeschöpft werden. Mit dem Erwerb einer großen Vielzahl an Fassvariationen wurde ein weiterer Schritt hin zu innovativen Markenentwicklungen gelegt. Das zukünftige Fasslager teilt sich in zwei Reifehäuser auf und wird auf eine Kapazität von 60.000 Fässern ausgelegt. Amerikanische Bourbonfässer aus Kentucky, spanische Sherryfässer aus Jerez, Rumfässer von der karibischen Insel Santa Lucia und Marsala-Weinfässer aus Sizilien werden zukünftig das Schicksal des Whiskeys mitbestimmen.
Gründer Bernard Walsh sagte zu der Eröffnung:
„Nach 17 Jahren in dem Geschäft, ist die Eröffnung unserer eigenen Brennerei die Erfüllung eines Traums und ein wegweisender Moment für das Unternehmen. Wir können nun unser Schicksal selber bestimmen und unseren Part in dem beständigen Wiederaufleben des irischen Whiskeys, der ein großartiges kulturelles Erbe für dieses Land darstellt, beisteuern. Das wir dies an einem Ort wie Royal Oak machen können, der gesegnet ist mit einer Fülle der besten natürlichen Zutaten und voller Schönheit und Ruhe, ist einfach himmlisch.“
Der Gründer der Walsh Whiskey Distillery, Bernard Walsh.
Bernard Walsh und Augusto Reina, Chief Executive of Illva Saronno SpA of Milan
Wie Irish Times heute berichtet, ist der kanadische Getränkevertrieb Mark Anthony Brands bei der irischen Glendalough Distillery eingestiegen. Das Unternehmen soll kolportierte 5.5 Millionen Euro in die Destillerie einbringen. Davon sind 3.5 Millionen für neue Anteile vorgesehen, um 2 Millionen wollen die Kanadier anderen Besitzern bestehende Anteile abkaufen.
Die Glendalough Distillery in Wicklow soll übrigens im nächsten Sommer für Besucher geöffnet werden.
Heute hat die Arran-Destillerie zwei erreichte Meilensteine bekanntgegeben – der eine: Zum ersten Mal haben heute insgesamt über 300 Menschen die Brennerei im Norden der Insel besucht, ein Rekord für die vor kurzem 21 Jahre alt gewordene Destillerie.
Der zweite Meilenstein ist wohl der bedeutendere der beiden: Wie Arran bekanntgab, ist am heutigen Tag die Baugenehmigung für die zweite Destillerie im Süden der Insel erteilt worden. Dort will Arran nach der Fertigstellung torfigen Whisky produzieren. Der Originaltext von ihrer Facebook-Seite:
We officially got confirmation yesterday that we have received planning permission for our new Distillery in Lagg on the south end of the Isle of Arran yesterday. We are delighted and can’t wait to get started. We hope you will join us on our new adventure! What a great week so far!
Wir gratulieren ganz herzlich und werden den Fortschritt natürlich aufmerksam verfolgen.
Update: Die Bauarbeiten an der neuen Destillerie werden bereits im Oktober beginnen.
So soll die neue Arran-Destillerie im Süden der Insel einmal aussehenHier soll die Destillerie entstehen
Die kleine und feine Destillerie Edradour in den Highlands ist so pittoresk wie kaum eine andere. Und das setzt sich auch im Inneren fort. In unserem Whisky im Bild von heute werfen wir dank Marcel Freudenstein einen Blick auf den Mash Tun, den Maischbottich, der gerade gereinigt wird. In ihm wird die Gerste mit warmen Wasser vermischt, damit dieses die Gerste zum Keimen bringt und so eine weitere Verarbeitung im Gärbottich (hinter dem Spirit Safe in der Bildmitte sichtbar) ermöglichen.
Mash Tun bei Edradour. Bildrechte: Marcel Freudenstein.
Es müssen nicht immer die klassischen Whiskynationen sein, wenn es um gute Tropfen geht. Auch in anderen Ländern versteht man sich mittlerweile darauf, guten Whisky zu machen. Der muss nicht unbedingt den klassischen Vorbildern nacheifern – Eigenständigkeit ist angesagt.
The Spirits Business wartet heute mit einem Doppelfeature dazu auf. Zunächst einmal gibt es die Resultate der World Whisky Masters 2016. Der hauseigene Wettbewerb findet heuer zum zweiten Mal statt und zeichnet Whiskys aus aufstrebenden Whiskynationen aus.
Der zweite Artikel schlägt 10 preiswerte Welt-Whiskys vor, die man probiert haben sollte. Darunter finden sich unter anderem Abfüllungen aus Südafrika, Italien oder Schweden. Die meisten davon sind auch bei uns erhältlich.
Gemeinsam geben beide Artikel einen guten Überblick und einen Leitfaden für Expeditionen in vielleicht unbekannte Regionen.
Die Mackmyra-Destillerie in Schweden, einer der Preisträger
Serge Valentin setzt auf Whiskyfun seine Reihe kleiner Duette oder Duelle fort – diesmal mit zwei unabhängigen Abfüllungen aus der Speyside-Destillerie Glenrothes.
Unabhängige Glenrothes sind momentan am Markt sehr oft zu finden, um die offiziellen Abfüllungen ist es in letzter Zeit eher ruhig geworden (abgesehen von einer Umbenennung, über die wir im März hier berichtet haben). Die beiden Unabhängigen, die Serge heute verkostet, machen die Flaute bei den Offiziellen mit guter Qualität vergessen:
Glenrothes 19 yo 1996/2015 (50%, Hunter Laing, Old Malt Cask, cask #2522, 328 bottles): 89 Punkte
Glenrothes 26 yo 1989/2016 (52.5%, The Single Malts of Scotland, cask #18173, 255 bottles): 86 Punkte
Hölzerne Washbacks in Glenrothes. Bild: Karl Wolffhardt
Im Vorjahr hat die Lakes Distillery in Cumbria eine limitierte Edition ihres The One, eines Blends aus allen britischen Whiskyregionen, mit Sherry Finish aufgelegt (wir haben hier berichtet). In diesem Jahr wird es eine neue limitierte Edition geben, diesmal mit einem Tawny Port Finish.
Wie wir einem Bericht im britischen Magazin Bar entnehmen, wurde der The One Tawny Port Cask Finish in Fässern nachgereift, die zuvor für 10 bis 15 Jahre Tawny Port aus dem Gebiet Cima Corgo in der Douro-Region in Portugal enthalten haben.
Insgesamt gibt es 3740 Flaschen dieser Sonderabfüllung, die durch das Finish Noten von Nüssen, getrockneten Früchten und Orangenschale bieten soll.
Wie und wann The One Tawny Port Cask Finish bei uns erhältlich sein wird, können wir noch nicht sagen. Im Destillerieshop wird er wohl bald auftauchen.
Die Speyside-Destillerie Glen Moray ist dabei, nicht nur den Auftritt der Core Range neu zu gestalten, sondern diese insgesamt auch kräftig umzubauen. Nachdem zunächst einige alterslose Abfüllungen im unteren Preissegment als Elgin Classic veröffentlicht wurden (siehe unsere Berichte hier und hier), gibt es nun insgesamt drei Abfüllungen mit Altersangabe unter dem Label „Elgin Heritage„.
Dabei handelt es sich um den Glen Moray 12yo, den Glen Moray 15yo und den Glen Moray 18yo. Der 15jährige ist bereits im Onlineshop der Destillerie zu finden und kostet dort 45 Pfund. Abgefüllt werden sie mit 40%.
Was aus der Meldung auf The Spirits Business nicht klar zu beantworten ist, ist die Frage, was mit dem 16jährigen Glen Moray passiert – aber es scheint dann doch so zu sein, dass er durch den 15jährigen ersetzt werden könnte. Wir halten Sie auf dem Laufenden.