Neu im Global Travel Retail: Tobermory 42yo

Die zur Distell-Gruppe gehörige Destillerie Tobermory hat einen 42 Jahre alten Whisky für den Global Travel Retail veröffentlicht. Der Tobermory 42yo soll in der Nase stark nach Sherry riechen – und nach weichem Rauch, Lakritze und Schwarzkirsche sowie Bitterschokolade, Kaffee und Eiche schmecken.

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Insgesamt gibt es 650 Flaschen dieses Whiskys im Global Travel Retail rund um die Welt, für 2500 Pfund ist man dabei.

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Bilder: Ralph Nisbet für Tobermory

Video: Walsh Whiskey Distillery at Royal Oak – The Video

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Seit vorgestern online ist das offizielle Imagevideo der neu eröffneten Walsh Whiskey Distillery – und es sind ausgesprochen gelungene vier Minuten, die uns die Heimatdestillerie von Writers Tears und The Irishman hier präsentiert. Unter dem Motto „Where hope and history rhyme“ gibt uns das Video Einblick in die neue Destillerie und in die Motivation des Teams dahinter. Viel Vergnügen beim Ansehen hier oder auf Youtube.

Eindrücke von der Eröffnungsfeier können Sie übrigens hier bei uns finden…

PR: Bartender aus Mexiko gewinnt die Chivas Masters in Shanghai

Von Chivas Regal haben wir eine Pressemitteilung zum Finale der Chivas Masters in Shanghai erhalten, bei dem nach hartem Wettbewerb Alejandro Millan Ponce de Leon den Sieg davontragen konnte. Dazu gibt es von uns auch das Rezept des Siegercocktails:

Bartender aus Mexiko gewinnt die Chivas Masters in Shanghai

Chivas Regal, der erste Luxus-Whisky weltweit, krönt Alejandro Millan Ponce de Leon zum Chivas Master 2016.

Alejandro Millan Ponce de Leon vom Instituto Culinario de Mexico / Bootlegger in Puebla, Mexiko entschied die Endrunde der Cocktail Competition für sich und ist der Chivas Master 2016. Beim fünftägigen Finale des Bartender Wettbewerbs in der pulsierenden Metropole Shanghai, ließ Alejandro 14 der weltweit innovativsten Bartender hinter sich. Als deutscher Teilnehmer war Lukas Motejzik, Mastermind der Bars Zephyr und Herzog in München, mit dabei.

Auch im Wettbewerb um den Titel des Chivas Masters Collective konnte Alejandro überzeugen: Gemeinsam mit einer Gruppe an Mitfinalisten erhielt er diese Auszeichnung für die gemeinsame Pop-up Bar „The Beach Brothers @ Logan’s Punch“. Zum Gewinner-Team gehörten auch Santiago Ortizjacome aus Spanien, Ben Rojo aus den USA, Stanislaw Domin aus Polen und Tomáš Melzer aus der Tschechischen Republik. Gemeinsam reisen sie zum renommierten Cocktailfestival Tales of the Cocktail 2016 in New Orleans und erhalten die einmalige Chance, sich Wissen von den namhaftesten Bartendern der Branche anzueignen.

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Seine Fähigkeiten in Sachen Teamspirit und Gastlichkeit sowie seine herausragenden Drink Kreationen brachten Alejandro den Titel des Chivas Masters. Der Gewinnercocktail El Jornalero spiegelt die kulinarische Verbundenheit mit den regionalen Zutaten seines Herkunftsortes wider und beeindruckte die Expertenjury vor allem durch seine Authentizität.

Alejandro darf nun in eine der weltweit bekanntesten Bars in einer Stadt seiner Wahl reisen, um dort mit der Kreation eines Chivas Signature Cocktails einen nachhaltigen Beitrag zum globalen Wettbewerb zu leisten.

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Die Jury der Chivas Masters 2016 konnte mit einigen der globalen Branchenführer auftrumpfen: Chris Lowder, Head Bartender des Four Seasons in Seoul; Naren Young, Head Bartender des Dante in New York City; Branchenlegende Dre Masso; und Leo Robitschek, Bar Director des Eleven Madison Park in New York. Alle Jurymitglieder coachten die Wettbewerber bezüglich ihrer Bartending Talente und der Fähigkeit, ein Team zu führen, zu betreuen und zu inspirieren.

„Das globale Finale der Chivas Masters in Shanghai hat mir die Augen geöffnet und ich hoffe, dass ich zeigen konnte, wozu Mexiko fähig ist. Es ist eine große Ehre, den Titel des Chivas Masters tragen zu dürfen. Die Unterstützung meines Teams in Mexiko und die talentierten Bartender vor Ort haben mir gezeigt, dass es wahre Brüderlichkeit gibt. Mit diesen Leuten zusammen arbeiten zu können, ist ein wahrhaftes Privileg“,

so Alejandro.

Max Warner, Global Brand Ambassador von Chivas Regal:

„Das dritte Jahr des globalen Chivas Masters Bartending Wettbewerbs hat der Welt gezeigt, dass ein guter Cocktail mehr ist, als eine einzigartige Spirituosenbasis: Teamwork und Zusammenarbeit sind ebenfalls Hauptkomponenten wenn es darum geht, einen unvergesslichen Trinkgenuss zu gewährleisten. Unser Gewinner Alejandro verkörpert diese Werte, die von seinen überragenden Bartending Kenntnissen untermauert werden – ein würdiger Gewinner, der auf die Unterstützung von seinem Team zählen konnte.“

Die insgesamt 15 Bartender haben sich ihren Platz im globalen Finale gesichert, indem sie in nationalen Vorrunden mit ihren Bar-Skills beeindruckten. Dort war es die Aufgabe der Kandidaten, eine Chivas Regal Reise um den Globus in einem Drink zu vereinen – inspiriert von den klassischen Cocktails New Yorks sowie den lebhaften Bars von Shanghai und den Heimatstädten der Kandidaten.

Dre Masso kommentiert die außergewöhnliche Klasse der Teilnehmer des globalen Finales der Chivas Masters 2016:

„Seitens der breit aufgestellten Expertenjury war es fantastisch, einen Wettbewerb zwischen einer solch einfallsreichen, innovativen und talentierten Gruppe an Bartendern zu sehen. Jeder der Finalisten in Shanghai hat bewiesen, dass er in der obersten Liga mitspielt. Alejandro ist ein großartiger Gewinner, nicht nur wegen seines außergewöhnlichen Talents hinter der Bar, sondern auch wegen seiner Kameradschaft während des Finales. Ich freue mich darauf zu verfolgen, wie sich seine Karriere entwickelt – Ich erwarte Großes.“

El Jornalero wurde inspiriert von den Jornaleros, die auf den Feldern von Mexiko arbeiten. Damit drückt Alejandro seine Heimatverbundenheit aus – die regionalen Zutaten der Felder seines Herkunftsorts bestimmen den Geschmack seines Drinks.

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Zutaten:
50ml Chivas Regal 12 Year Old
20ml Amaro Averna Likör
15ml Extra Dry Vermouth
15ml hausgemachter Kakao und Dry Chilli Syrup
2 Spritzer Mezcal angereichert mit Kaffeebohnen und Orangenschale

Zubereitung:
Zutaten mit Eis in das Mixing Glas geben und werfen. In einem schwarzen Tontopf servieren. Mit getrockneter Orangenscheibe, gezuckertem Kakaopulver und Minze garnieren.

Serge verkostet: Irische Whiskeys

Von einer Insel zur anderen: Nachdem sich Serge mit den letzten Verkostungen auf Islay aufgehalten hat, reist er nun virtuell nach Irland, um die Whiskeys von dort zu verkosten. Im Lineup heute zum Beispiel der offizielle Whiskey der Pogues, oder ein Irish Single Malt der deutschen unabhängigen Abfüllerin Whisky-Doris. Die Wertungen finden Sie untenstehend, die detaillierten Eindrücke wie üblich auf der Seite von Serge Valentin…

  • The Pogues Whiskey (40%, OB, blended Irish, +/-2015): 82 Punkte
  • West Cork Original (40%, OB, blended Irish, +/-2016): 71 Punkte
  • The Dublin Liberties ‘Oak Devil’ (46%, OB, blended Irish, +/-2016): 73 Punkte
  • Irish Single Malt 1991/2015 (48.5%, Whisky-Doris, Nose Art, bourbon barrel, cask #8533, 161 bottles): 88 Punkte
  • Irish Single Malt 1991/2016 (49.5%, The Whisky Agency, Perfect Dram, bourbon barrel, 152 bottles): 89 Punkte

Whisky im Bild: Glenglassaugh

Die Destillerie Glenglassaugh in den Highlands, seit kurzem in Besitz von Brown Forman (Jack Daniel’s), hat ja Anfang des Monats zwei neue Abfüllungen (Glenglassaugh Octaves und Glenglassaugh Octaves Peated) angekündigt, auf die man recht neugierig sein darf.

Ansonsten ist es um diese Destillerie eher ruhig, und so haben wir uns gedacht, dass wir hier einmal eine kleine Galerie von Bildern für unsere Leser zusammenstellen, zumal sich in Glenglassaugh ja immer wieder schöne Bildmotive bieten und Tom Zemann von der glenglassaugh.de-Facebookseite heute auf sozialen Medien einige seiner Bilder zur freien Verbreitung veröffentlicht hat. Wir mixen diese mit einigen Aufnahmen aus unserem Archiv – und laden Sie zu einem kleinen Rundgang ein…

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Destillerie Glenglassaugh. Bildrechte bei Lars Pechmann.
Destillerie Glenglassaugh. Bildrechte bei Lars Pechmann.
Glenglassaugh Destillerie, Foto von Christopher Gillan, CC-Lizenz
Glenglassaugh Destillerie, Foto von Christopher Gillan, CC-Lizenz

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Der Spirit Safe in Glenglassaugh
Der Spirit Safe in Glenglassaugh

Die nachfolgenden Bilder und das Titelbild stammen von Karl Wolffhardt:

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Michter’s legt Produktion des Michter’s US*1 Toasted Barrel Bourbon auf Eis

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Wie heute in Hospitality Industry zu lesen steht, wird Michter’s seinen in den USA sehr beliebten Michter’s US*1 Toasted Barrel Bourbon in diesem Jahr nicht produzieren. Grund dafür ist, dass das Unternehmen der großen Nachfrage wegen Schwierigkeiten hat, die normalen Chargen für Importeure und Händler zu bedienen und die getoasteten Fässer für die Produktion des Standards braucht.

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Die Destillerie gab im gleichen Atemzug auch Ausbaupläne für die Produktionsstätten bekannt. Ihre M2 Distillery soll im Zuge der Erweiterung fähig werden, die doppelte Menge (1 Million Proof Gallons im Jahr) wie bisher zu produzieren. Das wird auch dadurch möglich, indem man vier neue Fermentierbehälter zu je 16.000 Gallonen installieren und doppelte Schichten fahren will.

Exklusiv: Veronika F. Rost (Diageo Deutschland) zum Brexit

Nach dem überraschenden Brexit-Votum der Briten haben wir uns bemüht, zeitnah zum Statement der SWA einige Stellungnahmen betroffener Unternehmen und derer Handelspartner zum Thema einzuholen (siehe den Artikel unter dem obenstehenden Link). Gestern haben wir dann eine Reaktion der Destillerie Arran erhalten, heute können wir Ihnen exklusiv die Stellungnahme aus der Führungsetage von Diageo Deutschland präsentieren.

Auf unsere Anfrage an Veronika F. Rost, Geschäftsführerin der Diageo Germany GmbH, erhielten wir von ihr folgendes offizielle Statement des Unternehmens zur momentanen Situation übermittelt:

Veronka F. Rost
Veronka F. Rost

„Wir respektieren die Ansichten der Briten im Rahmen des EU Referendums. Als einer der führenden Exporteure in Großbritannien, bleibt Diageo dem langjährigen Erfolg der Scotch Whisky Industrie verpflichtet. Wir werden nun eng mit unseren Industriegremien zusammenarbeiten, um mehr Klarheit über den Übergangsprozess zu schaffen.

Es ist eine Priorität, dass Großbritannien weiterhin vom freien Zugang zur EU sowie von günstigen internationalen Handelsabkommen profitiert, um die wichtigen britischen Exportindustrien ­– inklusive der Scotch Whisky Industrie – zu schützen.“

 

Serge verkostet: Bowmore

Nach der gestrigen Lagavulin-Verkostung bleibt Serge auch heute auf Islay und widmet sich einer nordöstlich von der Jubiläumsdestillerie gelegenen Brennerei: Bowmore. In der Session heute werden vor allem neuere Abfüllungen verkostet, aber es ist auch eine der SMWS, der Scotch Malt Whisky Society, dabei, die schon einige Jährchen am Buckel hat.

Egal, was Serge heute geöffnet hat: Enttäuschung war keine darunter. Im Gegenteil, die Wertungen reichen von sehr gut bis fantastisch:

  • Bowmore 2003 (52.4%, Jack Wiebers, Wanted, PInki + Brain, 293 bottles, +/-2015): 88 Punkte
  • Bowmore 1996/2015 ‚Coastal Confection‘ (54.7%, Wemyss Malts, hogshead, 269 bottles): 90 Punkte
  • Bowmore 15 yo 2001/2016 (54.8%, Cadenhead, Authentic Collection, bourbon hogshead, 264 bottles): 90 Punkte
  • Bowmore 1976/1985 (64.2%, Scotch Malt Whisky Society, sherry, #3.4): 93 Punkte
  • Bowmore 41 yo 1974/2016 (50.4%, Signatory Vintage, hogshead, cask #9007, 108 bottles): 86 Punkte

Titelbild: Bowmore Distillery. Bildrechte bei Etienne Kientzler

Exklusiv: Euan Mitchell (Managing Director, Isle of Arran Distillers Ltd) zum Brexit

Während in London und Brüssel langsam die Weichen für das weitere Vorgehen in den bilateralen Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU gestellt werden, beginnen nun auch die von den Veränderungen betroffenen Unternehmen, Ihre Meinung zu den Geschehnissen offiziell zu machen. Während sich zunächst einmal die Scotch Whisky Association mit einem Statement zu Wort meldete (wir berichteten hier), gab es auf unsere Anfrage bei den big players der Branche die Bitte um Verständnis, dass man zur Zeit noch keine Stellungnahme abgeben wolle.

Anders bei den unabhängigen Produzenten. Auf unsere Kontaktaufnahme hin erhielten wir vom Managing Director der Isle of Arran Distillers Ltd, Euan Mitchell, eine offizielle Stellungnahme des Unternehmens, die wir hier im englischen Wortlaut und in unserer Übersetzung wiedergeben, und in der sich die Destillerie enttäuscht über den Ausgang des Referendums zeigt:

Euan Mitchell, Managing Director. Bild: Isle of Arran Distillers Ltd
Euan Mitchell, Managing Director. Bild: Isle of Arran Distillers Ltd

“Isle of Arran Distillers were extremely disappointed by the outcome of the EU referendum as we do not believe it was in the best interests of the Scotch whisky industry. Like most Scotch whisky companies our business is driven by building sales in global markets and the European Union accounts for almost half of our exports. Any change to the UK’s status within Europe has a direct consequence for us and we will be watching carefully as events unfold over the coming months and years. Scotland as a nation is very pro-European and whatever transpires in the future we look forward to working closely with our friends across the continent to ensure the continuing success of the Arran Single Malt.”

Unsere Übersetzung:

„Isle of Arran Distillers waren vom Ausgang des EU-Referendums extrem enttäuscht, da wir nicht glauben, es sei im besten Interesse der schottischen Whiskyindustrie gewesen. Wie die meisten Whisky-Unternehmen ist unseres davon abhängig, dass wir Verkäufe in internationalen Märkten aufbauen – und nahezu die Hälfte unserer Exporte gehen in die EU. Jede Veränderung des Status des Vereinten Königreichs in Europa hat direkte Konsequenzen für uns, und wir werden die Entwicklungen der nächsten Wochen und Monate sehr genau verfolgen. Schottland als Nation ist sehr pro-europäisch eingestellt, und wie auch immer sich die Entwicklungen in der Zukunft gestalten werden, freuen wir uns darauf, eng mit unseren Freunden auf dem Kontinent zusammenzuarbeiten und den fortlaufenden Erfolg der Single Malts von Arran sicher zu stellen.“

Neu: Wolfburn – The Kylver Series

Die Destillerie Wolfburn hat heute auf ihrem Blog eine neue Abfüllung angekündigt: Wolfburn – The Kylver Series. Die Abfüllung wurde für das Caithness Viking Festival vom 2. bis 9. Juli aufgelegt und wird nur in Thurso selbst zu haben sein.

Für die Abfüllung hat man sich spezielle Fässer ausgesucht, Fässer, die durch ihre Eigenarten bei der Reifung besonders hervorgestochen sind. Diese hat man speziell markiert und überprüft immer wieder, wie sich der Whisky in ihnen über die Zeit verändert. Dieser Whisky, von dem wir Ihnen zunächst einmal das Label zeigen können (Bild: Wolfburn), ist der erste der Kylver Series und ein Teil des Verkaufserlöses geht an das Festival, um dessen Fortbestand zu sichern.

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Mehr Bilder und Infos werden wir hier posten, wenn sie zugänglich werden – also ein Bookmark setzen und wieder vorbeischauen!

Nachtrag 28.6. – in der Destillerie schätzt man, dass man 1100 Flaschen wird abfüllen können…

Disclaimer: Der Whisky ist nur, ausschließlich und einzig vor Ort in Schottland erhältlich! 🙂

Die Geburt eines neuen Whisky-Cocktails: Vom White Russian zum „Scoffee“

Manchmal hat man das Glück, besonderen Momenten persönlich beizuwohnen. So geschehen vor einigen Wochen, als die Herausgeberin und der Chefredakteur von Whiskyexperts zu Besuch bei Bar-Genie Reinhard Pohorec in der Tür 7 waren und unter anderem einen White Russian als Opener für den Abend bestellten. Und es wäre nicht World Class Finalist und Gastautor Reinhard Pohorec gewesen, wenn er nicht in einem Anflug von spontaner Kreativität… – aber das soll er hier in seinen eigenen Worten erzählen. Die Geschichte eines neuen Cocktails, den wir uns bei Whiskyexperts zu unserem hauseigenen Signature Cocktail erkoren haben und das Rezept zum Nachmixen – viel Vergnügen!

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White Russian, White Scotsman

Ob White, ob Black, Russe oder Schotte – wir leben in einer kosmopolitischen Welt, deren Grenzen einerseits immer mehr zu verwaschen scheinen, die sich öffnet, andererseits jeden Tag neu vor strapaziöse Zerreißproben gestellt wird.

Kulinarik, Genuss, Speise und Getränk haben sich in der Geschichte der Menschheit stets als Brückenbauer und verbindende Elemente bewährt; in schlimmen Zeiten bleiben zumindest noch heimelige, trostspendende, benebelnde oder betäubende Wirkung von Soul Food und Drink.

Seit den frühen Jahren der Barkultur stand Völkerverbindendes Trinken an der Tagesordnung – nun, truth be told,  generell war der Konsum alkoholischer Getränke dazumal etwas ausschweifender und in jeder Form freizügiger als in der modernen, selbstbeherrschten Gesellschaft – glutenfrei, Lactose unverträglich und auch sonst spaßbefreit, möchte man meinen, wo nur der Three Martini Lunch hingekommen sei?

Was gibt es Schöneres als wenn am Tresen Vorurteile ausgeräumt, Freundschaften geschlossen und Bruderschaften getrunken werden, wenn alle gleich sind, ungeachtet jedweder Herkunft, Hautfarbe und Gesinnung?

Eiskalter Krieg

Dass das Verhältnis der Vereinigten Staaten, Wiege der Barkultur und immer noch Epizentrum Bar-affiner Eruptionen, zu Russland im 20. Jahrhundert mindestens so unterkühlt und trocken wie ein crisper Martini Cocktail war, ist hinlänglich bekannt. Selbst Vodka war lange ein in den Staaten wenig bekanntes Novum aus dem Land von Rasputina und Blinys. Die goldene Bar Ära basierte auf Gin und dunklen Spirituosen, verstärkten Weinen und Likören. Im Laufe des 20. Jahrhunderts schlich sich das Wässerchen aus dem Osten nach und nach ungeniert in die Gläser der Barfliegen, dies dann aber mit kolossaler Auswirkung und bis heute andauernder Nachhaltigkeit.

Um 1930 las man erstmalig zaghaft von Vodka Drinks – die Anzahl ist überschaubar, passend jedoch, dass man den bekanntesten Vertreter schlicht und einfach „Russian“ nannte. Die geschmacksverwirrte Kombination gleicher Teile Gin, Vodka und Creme de Cacao hätte vermutlich den überzeugtesten Pazifisten in den kalten Krieg getrieben. Der Digestif „Barbara“, später etwas maskuliner als „Russian Bear“ bezeichnet, spielte mit Kakaolikör, dem neutralen Getreidebrand und Obers. Klassisches Rebranding würde man wohl im Neudeutschen Sprech sagen.

Das Bild des Russen

Auch der Russian erfuhr eine Überarbeitung und irgendwo entlang des historischen Cocktail Zeitstrahls wurde Creme de Cacao durch den hippen Kaffeelikör Kahlua ersetzt, Gin fiel überhaupt dezent unter den Tisch.

Die 1961’er Auflage des Diners’ Club Drink Book schreibt dann schließlich von einer „Black“ Variante des Drinks ohne Schlagobers, womit wohl auch eine weiße Abwandlung inklusive Kuh Fond anzunehmen wäre. Heute kennt man Black und White Russian rund um den Globus, ob mit Lebowski’s Milch, als Wake Up Call oder Nightcap, süße Verführung oder schwarzer Untergang.

Das Getränk weiß seine alkoholischen Muskeln hinter Herbe, zartschmelzender Süße und molligen Kaffeerundungen zu verstecken.

Bleibt noch die Frage: warum wühlen wir uns so ausschweifend durch die Annalen eines Drinks, der mit Whisky in etwa so viel zu tun hat wie ein Kamel mit irischer Folk Musik?

Richtig: alles (Anregungen und Gegenbeweisversuche bitte an reinhard@spirits-journey.com) schmeckt besser mit Whisky, auch ein Vodka Cocktail. Und wenn ein lieber, whiskyaffiner Freund am Tresen sitzt und einen White Russian bestellt, kommt dem findigen Bartender schon einmal die Hand sowie ein Grinser aus, sodass final rauchiger Islay Malt, hausgemachter Kaffee Likör und ein dezentes Obers Häubchen im Glas miteinander zu Höchstform auflaufen dürfen. Eine spontane Idee, eine noch spontanere Neuinterpretation, ein epochales Geschmackserlebnis.

Wie man das Getränk dann nennen möge, sei der Kreativität des geneigten Lesers überlassen, wir sparen uns an dieser Stelle die Schenkelklopfer oder ach so überwältigenden namentlichen Geniestreiche à la White Scotsman…

Zur Not heißt er einfach „Scoffee“ – denken Sie darüber nach, aber jedenfalls mixen Sie die Idee zu Hause selbst und probieren den wunderbaren Trunk, ohne Kreml und White House, aber mit viel völkerverbindendem Verständnis.

Mit den besten Spirits,
Reinhard Pohorec

Bild: Reinhard Pohorec

„Scoffee“

  • 50ml Islay Single Malt Scotch Whisky (z.B. Laphroaig 10yo)
  • 30ml selbstgemachter Kaffeelikör oder ein hochwertiges Produkt wie Patron XO Café auf großen Eiswürfeln miteinander vermengen und eiskalt rühren, in eine gefrostete Cocktailschale abseihen
  • über den Rücken eines kleinen Barlöffels vorsichtig leicht angeschlagenes Obers laufen lassen, sodass dieses auf der Drink Oberfläche aufschwimmt
  • nach Belieben mit den ätherischen Ölen einer Orangenzeste parfümieren und garnieren

(Alle Bilder: Reinhard Pohorec)

Serge verkostet: Lagavulin 25yo und zwei Sparringspartner

Drei interessante Abfüllungen aus der Destillerie Lagavulin, die in diesem Jahr ihren 200. Geburtstag feiert, verkostet Serge Valentin heute: Die Abfüllung zum Jazz Festival 2015, die diesjährige Feis Ile-Abfüllung und den neuen 25jährigen zum Jubiläum.

Drei Abfüllungen, drei Wertungen über 90 Punkte – da kann man wohl mit Fug und Recht daraus schließen, dass Serge jeden Schluck genossen hat:

  • Lagavulin ‘Jazz Festival 2015’ (55.4%, OB, 2015): 91 Punkte
  • Lagavulin 18 yo (49.5%, OB, Bicentenary Edition, Feis Ile 2016, 6000 bottles): 92 Punkte
  • Lagavulin 25 yo (55%, OB, Bicentenary, 8000 bottles, 2016): 92 Punkte
Die Stills on Lagavulin aus einer etwas ungewöhnlichen Perspektive...
Die Stills on Lagavulin aus einer etwas ungewöhnlichen Perspektive…

Video: Ralfy verkostet High West Campfire & Four Roses Small Batch Bourbon

Ralfy und amerikanischer Whiskey? Ja, warum nicht? Ralfy trinkt, abseits von Scotch, auch gerne mal anderen Whisk(e)y, und in den nächsten vier Videos wird er nach eigenem Bekunden amerikanischen Whiskey verkosten.

Heute, im Video #589, gibt es einen Whiskey aus Utah, einem Bundesland, das eher für seine strikten Alkoholgesetze bekannt ist als für seine Alkoholproduktion, und den gehobeneren Ableger von Four Roses, den Small Batch Bourbon.

Der neue und erst vor kurzem veröffentlichte High West Campfire, ein Malt Blended Bourbon, bekommt von Ralfy 85 Punkte, der Four Roses Small Batch 90 von 100 Punkten. Vielleicht für den einen oder anderen ein interessanter Anstoß, sich selbst einmal näher mit amerikanischem Whiskey zu beschäftigen?

Jedenfalls aber wieder 20 unterhaltsame Minuten hier bei uns oder auf Youtube

Schon bald? Glenmorangie „Bacalta“

Sku’s Recent Eats ist am Wochenende wieder einmal bei neuen Labels auf der TTB-Database in den USA fündig geworden – und da gibt es, unter anderem, auch ein Label des neuesten Mitglieds der Glenmorangie Private Edition, den Nachfolger des Glenmorangie Milsean.

Die achte Ausgabe der Private Edition, der Glenmorangie Bacalta stammt laut Label aus „Baked Malmsey Madeira Casks“ – dabei geht es um Fässer eines süßen, üppigen Madeiras, der aus einer bei uns unter dem Begriff Malvasia bekannten Rebsorte gewonnen wird. Zuvor lagerte er in ex-Bourbon Casks und wurde danach in diesen Madeira-Fässern gefinisht. Sein Geschmack soll von „gebackenen Früchten und sonnendurchfluteter, sirupartiger Süße“ bestimmt werden. Abgefüllt ist er mit 46%.

Wie immer bei Labels auf der TTB-Database gilt: Nichts ist fix, aber alles sehr wahrscheinlich 🙂

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