Dienstag, 04. August 2020, 01:19:11

Scotch Whisky Association: Erste Reaktion auf Brexit

Und: Was bedeutet der Brexit für den Handel und die Whiskypreise? Mit Statements aus Deutschland

Die Scotch Whisky Association (SWA) hat auf ihrer Website ein erstes kurzes Statement ihres CEO David Frost gepostet, das auf die Situation der schottischen Whiskyindustrie nach dem Austrittsvotum der Briten aus der EU reagiert.

David Frost, Chief Executive Officer der Scotch Whisky Association. Bild: SWA
David Frost, Chief Executive Officer der Scotch Whisky Association. Bild: SWA

Hier sein Statement im englischen Originaltext:

„Voters have spoken and decided that the UK should leave the European Union.  All must now get behind the government as it faces the challenges, and the opportunities, this decision brings.

„The process of leaving the EU will inevitably generate significant uncertainty.  Of course, we are confident Scotch Whisky will remain the pre-eminent international spirit drink.  But equally, there are serious issues to resolve in areas of major importance to our industry and which require urgent attention, notably the nature of future trade arrangements with both the single market and the wider world.

„The government will now need to consult as it prepares its negotiating approach.  We look forward to working closely with them on that.  We urge thoughtful and serious consideration by all parties so that we can secure the best possible continued access to the EU and other export markets on which Scotch Whisky’s success has been built, whilst minimising costs and complexity.“

Wie nicht anders zu erwarten, sieht die SWA schwere Zeiten auf die schottische Whiskyindustrie zukommen. Der Austritt aus der EU bringe Zeiten der Unsicherheit. Obwohl man voller Hoffnung sei, dass Scotch nach wie vor die bedeutendste Spirituose weltweit bleibt, sei es doch von größter Wichtigkeit, zukünftige Handelsabkommen klug zu gestalten. Es ginge darum, den bestmöglichen Zugang zum Binnenmarkt und anderen Exportmärkten zu erhalten, und dabei darauf zu achten, dass Kosten und Komplexität der Handelsbeziehung nicht ausufern werden.

Wir haben auch in Deutschland bei Alba-Import, Importeur unter anderem von Kilchoman und Wolfburn sowie mehrerer unabhängiger Abfüller, nachgefragt, was der Brexit für den Handel bedeutet.

Corinna Schwarz und Dietmar Schulz
Corinna Schwarz und Dietmar Schulz

Corinna Schwarz, gemeinsam mit Dietmar Schulz für das Unternehmen verantwortlich, hat uns folgendes Statement übermittelt:

Für uns war der Ausgang des Referendum undenkbar und völlig überraschend. Damit hätten wir nie gerechnet.

Für den modern denkenden international orientierten Menschen eine Katastrophe. Ich denke, dass die Folgen für uns alle – gerade für Unternehmen, die Handel mit Großbritannien betreiben noch gar nicht absehbar sind.

Vielleicht ist damit das Ende des vereinten Königreichs angebrochen, hoffentlich jedoch nicht der Anfang vom Ende der EU. Auf jeden Fall wird es die Briten sicher teuer zu stehen kommen.

Offensichtlich ebenso undenkbar scheint der Ausgang für viele Produzenten gewesen zu sein. Auf Anfragen bei namhaften Herstellern hat man uns darauf verwiesen, dass es noch keine offiziellen Stellungnahmen aus den Konzernen gäbe, sie sich aber in entsprechender Zeit mit ihren Statements bei uns melden würden. Wir werden dann natürlich berichten.

Was der Brexit für die Whiskypreise bedeutet, versucht Marco Jansen von whisky-investments.de auf deren Blog unter dem Titel „Brexit – und jetzt?“ kurz zu umreißen.

Marco Jansen von Whisky-Investments.de
Marco Jansen von Whisky-Investments.de

Dort gliedert er die Auswirkungen in „jetzt“ und „später“:

…Was könnten die Auswirkungen der gestrigen Abstimmung für die Whiskypreise sein?

Im ersten Moment – gar keine! Das die Briten für „BREXIT“ und nicht „BREMAIN“ gestimmt haben bedeutet nicht, dass Großbritannien ab heute nicht mehr Mitglied der europäischen Gemeinschaft sein wird. Vielmehr werden in den nächsten Tagen und Wochen die zähen Austrittsverhandlungen beginnen und sich sicherlich über einen Zeitraum von 2 Jahren – wenn nicht sogar mehr – erstrecken. Es bleibt auch abzuwarten wie schmutzig diese Scheidung werden wird, ist sie doch die erste ihrer Art. Insofern erstmal „business as usual“.

Anders, so Jansen, sieht es nach der Trennung aus – dort könnte die Whiskyindustrie durch Zölle und Steuern zu Preissteigerungen gezwungen sein.

Wir von Whiskyexperts werden die Entwicklungen und Stimmungslage rund um den Brexit natürlich weiter für Sie beobachten.

 

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