Neu: Tomintoul 40yo (mit Tasting Notes)

3375 Euro muss man für den Tomintoul 40yo, der heute von der Destillerie vorgestellt wurde, auf den Tisch legen. Er wurde aus vier Fässern aus dem Jahr 1974 komponiert, berichtet The Spirits Business, und er wird in handgefertigten Kristalldekantern präsentiert (diese sind sehr schlicht und durchaus geschmackvoll gehalten). Die Flasche wird in einer klavierlackbeschichteten Holzbox verkauft. Alkoholgehalt: 43.1%.

Die offiziellen Tasting Notes sind relativ kurz: In der Nase findet man gemischte Früchte und etwas Ananas, am Gaumen soll man Sommerfrüchte, Buttertoffee, Kaffee, Lakritze und Zitronensorbet schmecken.

40 year bottle

Serge verkostet: Einen sehr raren Lomond

Wir sind es gewohnt, in Serge Valentins Tastings regelmäßig außergewöhnliche und seltene Whiskys präsentiert zu bekommen. Doch seine heutige Verkostung auf Whiskyfun ragt ein wenig weiter heraus. In seinem Glas befindet sich ein Lomond – nicht zu verwechseln mit der Destillerie Loch Lomond. Dieser Whisky wurde in selten zu findenden Lomond Stills (eine Beschreibung dieser Brennblase finden Sie im Thewhiskywiki) in Dumbarton destilliert, der Komplex gehörte zu Ballantine’s und wurde 2006 abgerissen. In Ermangelung eines weiteren Lomond greift Serge zu einem Mosstowie. Dieser Whisky wurde ebenfalls in Lomond Stills destilliert, die Anlage befand sich in der Brennerei Miltonduff und wurde 1981 demontiert. Die heutige Lomond Stills Whisky Verkostung in der Übersicht:

  • Lomond 1972/1992 (58.3%, Scotch Malt Whisky Society, 98.1) 80 Punkte
  • Mosstowie 35 yo 1979/2015 (48.1%, Signatory Vintage, bourbon barrel, cask #25756, 171 bottles) 89 Punkte

Men’s Journal: Sechs Whiskys, die etwas anders sind

Experimentelle Whiskys, also solche, die neue Wege beschreiten, mit Traditionen brechen und Dinge ausprobieren (ohne Garantie auf Erfolg) – diese Whiskys sind es, die unserer Leidenschaft manchmal neue Glanzlichter aufsetzen, zumindest aber neue Erfahrungen.

In Men’s Journal werden heute sechs solcher Whiskys vorgestellt – und es finden sich Schotten ebenso darunter wie Amerikaner, Single Malts ebenso wie ein Oat Whiskey.

Man muss nicht bei jedem das Gefühl haben, etwas Bahnbrechendes vor sich zu sehen, so zum Beispiel beim BenRiach Solstice – aber dass dieser Whisky, so wie die fünf anderen, auf seine Art besonders ist, ist klar; zumindest, wenn man mal einen Schluck davon gekostet hat.

Hier die Liste der sechs Whisk(e)ys, zu jedem gibt es im Artikel eine Beschreibung dessen, was ihn besonders macht:

  • Buffalo Trace Experimental Collection
  • BenRiach 17yo Solstice
  • High West Silver Whiskey – Western Oat
  • Jefferson’s Ocean – Aged at Sea
  • Bruichladdich Black Art 4
  • Jim Beam Signature Collection: High Rye

Klar, eine solche Liste kann nicht komplett sein, aber ein guter Startpunkt für Diskussionen und Entdeckungsreisen…

Und noch ein Jubiläum: 1 Jahr Destillation bei Kingsbarns

Während gestern die Destillerie Wolfburn ihr dreijähriges Bestehen feierte, ist heute die Destillerie Kingsbarns daran, einen Jubeltag zu feiern. Genau heute vor einem Jahr fand dort der erste Destillationsvorgang statt (die offizielle Eröffnung war bereits im Dezember 2014, aber zu arbeiten begann man am 26. Januar 2015). Der Vorgang dauerte dreieinhalb Stunden – und nach eigenem Bekunden ist man nun bereits geübter und kann vier Stunden destillieren, weil der Alkoholgehalt nach den Wash Stills höher ist als zuvor.

Auch hier eine herzliche Gratulation von uns an das Team – und für unsere Leser eine Bildergalerie über das Werden von Kingsbarns:

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Die technische Ausstattung ist bereits komplett
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Die offizielle Eröffnung durhc Douglas Clement (links) und William Wemyss (rechts)
Die offizielle Eröffnung durch Douglas Clement (links) und William Wemyss (rechts)

Studien: Risikotrinker sind für mehr als 2/3 der Alkohol-Umsätze verantwortlich

Dass man mit Alkohol vorsichtig und verantwortungsbewußt umgehen soll, ist eine Binsenweisheit, die man aber nicht oft genug wiederholen kann. Auch die Getränkefirmen unternehmen vieles, um zur Vorsicht aufzurufen und das „responsible drinking“ zu fördern.

In welchem Spannungsfeld das geschieht, zeigen jetzt zwei Studien, die in The Spirits Business erwähnt wurden: Sowohl in Australien als auch in England sind „Risikotrinker“ die Triebfeder des Umsatzes bei Alkohol. Jeweils deutlich über 2/3 des Umsatzes machen sie in diesen beiden Ländern aus, obwohl sie zahlenmäßig nur eine kleine Minderheit sind.

Risikotrinker sind laut der Studie in England übrigens Menschen, die im Durchschnitt umgerechnet drei kleine Whiskys pro Tag trinken – sie machen 38% der Verkäufe aus. Jene, die mehr als 7 kleine harte Getränke pro Tag konsumieren, nochmals 30%

Im Artikel erheben die Autoren der australischen Studie übrigens Vorwürfe gegen die Industrie, dass ihre Kampagnen vage und wenig zielführend seien, weil sie gegen die Interessen der Industrie laufen würden. Eine Stellungnahme der Konzerne ist darin nicht enthalten.

Serge verkostet: Balblair Teil 2

Weiter geht es mit der Verkostung von Balblair bei Serge Valentin. Nachdem gestern eher „moderne“ Abfüllungen an der Reihe waren, greift er heute tief in die Schatzkiste und verkostet alte Schätze. Ist alt in dieser Verkostung auch gut? Es scheint so:

  • Balblair (70° proof, Gordon & MacPhail, licensed bottling, 26 2/3 fl ozs, +/-1970): 92 Punkte
  • Balblair 24 yo 1951 (80° proof, OB, private bottling, 26 2/3 fl ozs, +/-1975): 91 Punkte
  • Balblair 1949 (OB, Bertie Cumming’s private cask, +/-1970): 91 Punkte

Titelbild: Balblair. (c) Potstill Wien

Vor drei Jahren: Fass #1 in Wolfburn befüllt – wir gratulieren!

Heute genau auf den Tag vor 3 Jahren hat Wolfburn das erste Fass befüllt. Drei Jahre und einen Tag muss ein Whisky alt sein, um als solcher abgefüllt werden zu dürfen. Das bedeutet: morgen kann man theoretisch den ersten Whisky aus Wolfburn genießen. Theoretisch – denn es wird noch etwas dauern, bis die erste Abfüllung in den Geschäften auftauchen wird.

Wer sich die Wartezeit bis dahin etwas verkürzen will, der kann hier unsere Tasting Notes zum 20 Monate alten Baby-Malt nachlesen oder hier noch einmal die Flasche bewundern, die ab Ostern in Deutschland und Österreich zu kaufen sein wird.

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Wir gratulieren jedenfalls der Crew von Wolfburn zum heutigen Meilenstein!

Andrew, Shane and all the rest of this remarkable team: Congratulations, and we are so looking forward to your whisky!

Noch eine neue schottische Destillerie: Drimnin Distillery

Aberdeen Press and Journal hat Nachrichten über eine neue Whiskydestillerie in den schottischen Highlands: Die Drimnin Distillery (Arbeitstitel) soll auf dem Gelände des Drimnin Estates auf der Morvern Halbinsel entstehen – Tobermory auf der Insel Mull zugewandt. Wir haben den Ort auf Google Maps für Sie markiert:

[gmap id=“119″]

Die Betreiber haben bereits eine Förderung von über 500.000 Pfund für die Destillerie bekommen. Sie soll in historischen Gebäuden Single Malt mit der Hilfe von erneuerbaren Energien gewinnen.

Die Pläne, die für die Destillerie bereits eingereicht wurden, stammen vom Architektenbüro, das auch bereits die Ardnamurchan Distillery für Adelphi geplant hat. Wir werden den Fortgang des Projekts natürlich weiter mit Nachrichten und Hintergrundberichten begleiten.

Fosm.de: Neue Destillerien in Schottland – Status Quo 01/2016

Peter Moser hat auf seinem Blog Friends of Single Malt einen Artikel gepostet, der umfangreichen Überblick über die neuen Destillerien in Schottland gibt – und zwar mit dem aktuellen Status in diesem Monat. Dabei geht es nicht nur um die kleinen und neu zu bauenden Destillerien, sondern auch die Ausbaupläne der großen sind berücksichtigt (und auch dort, wo sie wieder auf Eis gelegt wurden).

Eine schöne Übersicht zum aktuellen Stand.

Bild: Die Fassade der Destillerie Ballindaloch. Foto: Dr. Mario Prinz

Malt-review.com: Interview mit Mark Reynier (Waterford Distillery)

Ein tiefgehendes und dabei erfrischend unschulmeisterliches Interview mit Waterford-Gründer Mark Reynier (ex-Bruichladdich) können Sie heute auf Malt-review.com lesen. In ihm geht es um die Gründe, warum Reynier nach Irland ging, wie sich für ihn die Trennung von seinem Baby Bruichladdich gestaltete, wie wichtig für ihn das Ausgangsprodukt Gerste ist – und um vieles mehr.

Sehr lesenswert!

Mit Whiskyexperts 3×2 Eintrittskarten für die Hanse Spirit gewinnen

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Wie schon in der letzten Woche angekündigt, bringt Sie Whiskyexperts wieder zur Hanse Spirit. Die beliebte Messe in Norddeutschland steht nun schon zum sechsten Mal vor der Tür – und wir verlosen gemeinsam mit dem Veranstalter drei mal zwei Eintrittskarten für die Messe, genauer gesagt für Freitag, den 6. Februar 2016, dem ersten von drei Messetagen.

An diesem Tag hat die Hanse Spirit bis 23 Uhr geöffnet – Zeit genug also, bei allen Ausstellern vorbeizuschauen oder eines der Seminare zu besuchen. Alles über die Hanse Spirit können Sie aus der Pressemitteilung zur Messe unter dem Motto „Explore the Liquid Life“ erfahren.

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Und so können Sie eines dieser Packages gewinnen:

1. Beantworten Sie bitte folgende Gewinnfrage (wenn Sie sich unsicher sind, lesen Sie bitte diesen Artikel genau): Zum wievielten Mal findet die Hanse Spirit statt?

a) zum sechsten Mal
b) zum dritten Mal

3. Die richtige Antwort schicken Sie gemeinsam mit Ihrem vollen Namen und Ihrer Postanschrift ab sofort an folgende email: contest@whiskyexperts.net

Unter allen richtigen Antworten, die uns bis 31. Januar 2016, 23:59 Uhr mitteleuropäischer Zeit erreichen, ziehen wir die Gewinner der Preise.

Pro Person ist nur eine Teilnahmemail möglich!

Teilnahmebedingungen:

Am Wettbewerb kann jeder mitmachen, der in Deutschland, Österreich oder der Schweiz wohnt und das 18. Lebensjahr vollendet hat. Der Wettbewerb läuft ab sofort bis 31. Januar 2016, 23:59. Die Gewinner werden am 1. Februar auf unserer Webseite bekanntgegeben und per Mail benachrichtigt. Der Wettbewerb findet unter Ausschluss des Rechtsweges statt – es kann dazu kein Schriftverkehr geführt werden. Mitarbeiter von Whiskyexperts  sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Mit der Teilnahme erklären Sie sich mit diesen Teilnahmebedingungen einverstanden. 

Wir wünschen Ihnen viel Glück beim Mitmachen.

Herzlichst,
Ihr Whiskyexperts-Team

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Serge verkostet: Balblair

Als „fruchtigen und komplexen Highlander“ beschreibt Serge Valentin Balblair, ein Whisky, der bei uns zwar nicht an vorderster Front der Prestigemarken mitkämpft, aber auch ohne großes Tamtam recht ansehnliche Qualität abliefert.

Vier verschiedene Abfüllungen sind es, die sich Serge heute in der Verkostung gönnt, und folgt man seinen Bewertungen, dann war das eine durchaus vergnügliche Session:

  • Balblair 1990/2013 (46%, OB, 2nd Release): 81 Punkte
  • Balblair 2000/2014 (53%, OB, The whisky Exchange, first fill sherry, cask #1343): 86 Punkte
  • Balblair 1996/2013 (46%, Gordon & MacPhail, Exclusive to Inverness Airport, cask #412): 86 Punkte
  • Balblair 33 yo 1968/1998 (59.4%, Scotch Malt Whisky Society, #70.4, Faded pot-pourri): 92 Punkte
Balblair Destillerie, Foto von K. Schwebke, CC-Lizenz
Balblair Destillerie, Foto von K. Schwebke, CC-Lizenz

Titelbild: Balblair Brennblasen. Foto Copyright Ernie Ernst J. Scheiner 2014. Alle Rechte vorbehalten 

Video: Robert Burns – The Peoples Poet

Für Schottland- und Whiskyfreunde ist heute ein kleiner Feiertag: Es ist der Geburtstag von Robert Burns, dem Nationalpoeten Schottlands. Auch wir widmen ihm jedes Jahr an diesem Tag unsere besondere Aufmerksamkeit.

In diesem Jahr tun wir es mit einer 90minütigen Dokumentation von BBC Four (zu sehen hier oder auf Youtube), die den Volkspoeten aus allen Blickwinkeln beleuchtet und sein Leben und Werk ins Bild setzt. Sicher nichts für nebenbei, denn abgesehen vom oft deutlich schottischen Akzent in der Dokumentation geht diese auch manchmal sehr in die Tiefe, ist aber eine würdige Hommage an einen Menschen, der nicht nur vielen Schotten viel bedeutet.

Happy Burns Day, liebe Leser!

Inver House Distillers (Balblair, Old Pulteney, Speyburn) vergrößert Kapazitäten

Wie die BBC heute berichtet, haben Inver House Distillers ihr 10 Millionen Pfund schweres Ausbauprogramm nun abgeschlossen. Wäre uns das alleine natürlich schon eine Meldung wert, so sind es die Ziele der Erweiterung ganz besonders: Nach Bekunden des Unternehmens geschah dies vor allem in Hinblick auf die Märkte in „Indien, Kasachstan und Polen“ – eine Aussage, die deutlich zeigt, wie sich Marktperspektiven in der letzten Dekade verschoben haben.

Was ist nun um das Geld geschehen? Zunächst einmal wurde die Produktionskapazität in Speyburn erhöht, wo man nun 4.2 Millionen Liter Alkohol jährlich produzieren kann. Vor allem aber wurden neue Lagerhäuser geschaffen, die den möglichen Lagerbestand von Inver House Distillers um 20% erhöhen.

Auch 2015, so das Unternehmen, hat man trotz schwieriger Märkte gut gewirtschaftet und blickt mit Zuversicht in die mittelfristige Zukunft. Besonders Indien, wo man auch in den Travel Retail starten will, betrachtet man als große Wachstumschance.

Bild: Pulteney Destillerie, Foto von K. Schwebke, CC-Lizenz