Nur ganz wenige offizielle Abfüllungen gibt es aus der Destillerie Dailuaine, eine Diageo gehörende Brennerei in der Speyside. Fast alle davon sind Sonderabfüllungen, gerade einmal die 16jährige Abfüllung aus der Flora & Fauna Serie könnte man als Standardabfüllung betrachten.
Bei Unabhängigen findet man Dailuaine häufiger, weit über 300 Mal. Zwei davon hat Serge Valentin jetzt verkostet, einmal ein neues Bottling von Cadenhead, und einmal eine dreißigjährige Abfüllung der Scotch Malt Whisky Society aus dem Vorjahr:
Dailuaine-Glenlivet 11 yo 2004/2016 (46%, Cadenhead, sherry wood, Small Batch): 87 Punkte
Öffentlicher Unmut entlädt sich momentan über den Whiskyerzeuger Whyte & Mackay (Dalmore, Jura und andere) aus Schottland: Bei einem Gewinn vor Steuern von 24 Millionen Pfund, muss das Unternehmen dank geschickter legaler Konstruktionen nur 172.000 Pfund Steuern zahlen, also weniger als 1% Einkommenssteuer.
Dass diese Steuervermeidung ruchbar wurde, verdankt die schottische Öffentlichkeit den sogenannten Panama Papers, in denen minutiös Firmenkonstrukte in der Karibik und deren Hintermänner offengelegt werden.
Aus diesen Papieren, so schreibt der Daily Record in seiner Online-Ausgabe, geht hervor, dass Whyte & Mackay (das Unternehmen wurden 2014 vom philippinischen Milliardär Andrew Tan gekauft), seinen rechtlichen Firmensitz in der Karibik hat und daher in Schottland, also dort, wo eigentlich die Wertschöpfung stattfindet und Ressourcen verbraucht werden, kaum Einkommenssteuer zahlt.
White & Mackay wollte die Situation gegenüber der Zeitung nicht kommentieren.
Petra Milde von MeinWhisky.com hat vor kurzem Schottland und England besucht, und dort natürlich einige Destillerien. Ihr stimmungsvoller Bericht vom Besuch der Cotswolds Distillery ist der erste von dieser Reise, den sie auf ihrem Blog veröffentlich hat, und wie üblich ist er reich und interessant bebildert. Hier ein kleiner Auszug als Appetitanreger:
Seit September 2014 wird in den beiden Forsyths-Brennblasen „Proud Mary“ und „Janis“ New Make produziert, der nun zum ersten Whisky aus der Region Cotswolds heranreift . Jeden Tag wird dazu aus 500 kg Malz und 2500 Litern Wasser Maische angesetzt. Das Getreide stammt von lokalen Farmern und wird von Warminster Maltings gemälzt, der ältesten noch tätigen Mälzerei Großbritanniens. Dort wird noch ganz traditionell in Handarbeit auf Malting Floors produziert. Acht Washbacks aus Edelstahl stehen für die Gärung zur Verfügung. Zum Zeitpunkt unseres Besuches wurde noch in einer Schicht gearbeitet, aber die Aufstockung des Personals, um künftig zwei Schichten zu fahren, war gerade in Planung.
Mehr über den Besuch auf meinwhisky.com – wo mit der Zeit dann auch die weiteren Reiseberichte erscheinen werden…
Der dritte Teil von Ralfy Mitchells Serie über Bourbons ist nun auf Youtube online gegangen – und oberhalb des Artikels bei uns zu sehen. In seinem Videoreview Nummer 592 widmet er sich dem F.E.W. Bourbon, sowie dem bei uns eher schwieriger erhältlichen Rock Town 4-grain Sour Mash. Der F.E.W bekommt von ihm 88 Punkte, der Rock Town 85 Punkte, also etwas weniger.
Wie immer interessant anzusehen, mit vielen Infos dahinter und sehr schön präsentiert.
Wir haben über das Erscheinen des Tomatin 1971 schon unlängst berichtet (den Bericht vom 1. Juli dazu finden Sie hier) – nun konnte Serge Valentin diesen Tropfen auch verkosten – gemeinsam mit einem etwas jüngeren Vertreter aus der selben Destillerie, diesmal aber abgefüllt vom unabhängigen Abfüller Malts of Scotland.
Sein Urteil? Nun, er vergleicht den Tomatin 1971 mit altem Wein, und das nicht nur bildlich. Und er gibt ihm eine ausgezeichnete Wertung. Aber auch der wohl mit weitem Abstand preiswertere Vertreter des unabhängigen Abfüllers weiß zu gefallen:
Tomatin 1988/2014 (53.7%, Malts of Scotland, sherry hogshead, cask #MoS 14026, 265 bottles): 86 Punkte
The Robb Report hat den exotischen Versuchen zur Fasslagerung, die in letzter Zeit geschehen sind, einen Beitrag gewidmet.
Im Artikel geht es zwar nicht nur um Whisky, sondern auch um Experimente bei Cognac und Rum, die dort vor allem mit Bewegtlagerung zu tun haben – aber die Grunderkenntnisse und -aussagen des Artikels gelten natürlich für jede fassgelagerte Spirituosengattung. Zitiert werden Dr. Bill Lumsden, verantwortlich für die Weltraumexperimente bei Ardbeg, und Walker Romanica von Seven Fathoms, die Rumfässer längere Zeit unter Wasser lagerten.
Dr. Bill Lumsden, Glenmorangie & Ardbeg
Neben den Lagerungsmethoden wird auch auf die verschiedenen Arten von Fassfinishes eingegangen – nirgendwo wirklich in wissenschaftliche Tiefe, aber interessant zu lesen ist der Beitrag allemal, zeigt er doch auch, dass die Experimente vor allem drei Dingen dienen (ohne wertende Reihenfolge): Dem Geschmack, der Wissenschaft und dem Marketing.
Unser Titelbild zeigt die ISS, auf der über längere Zeit Proben von Whisky aus Ardbeg gelagert wurden.
Wild Geese Irish Whiskey hat eine Presseinformation über die Beendigung eines Rechtsstreits mit Pernod Ricard veröffentlicht, in dem es um die Markenrechte am Namen Wild Geese in Australien ging – und um eine Konkurrenzsituation mit Jameson. Details entnehmen Sie bitte dem Pressetext:
Das einstimmige Urteil der fünf Richter des australischen Bundesgerichtshofes ist zugunsten von The Wild Geese Irish Whiskey ausgefallen und spricht The Wild Geese damit vollständige Kostenerstattung zu. Das Urteil wird Wild Geese Irish Whiskey den Zugang zum australischen Markt wieder ermöglichen.
DUBLIN, 18. Juli 2016 – The Wild Geese Irish Whiskey begrüßte das einstimmige Urteil des Bundesgerichtshofes von Australien, das der unabhängigen globalen irischen Whiskey-Marke den erneuten Eintritt in den australischen Markt ermöglicht. Der juristische Sieg ist ein Urteil von fünf Richtern des australischen Bundesgerichtshofes zugunsten einer von Wild Geese Irish Whiskey angestrengten Berufung, bei der es um die Nichtverwendung von Markenzeichen durch Wild Turkey ging.
Das Berufungsverfahren bezieht sich auf den letzten Versuch von Pernod Ricard – damals Eigentümer von Wild Turkey – Wild Geese Irish Whiskey den Markteintritt in die Kategorie Irish Whiskey zu verwehren. Insgesamt betraf dieses juristische Vorgehen mehrere Regionen und umfasste über 50 Gerichtsverfahren im Laufe von 14 Jahren, nachdem sich The Wild Geese geweigert hatte, den Forderungen von Pernod Ricard nachzukommen, dass diesen dort ein Vetorecht gewährt werden solle, wo The Wild Geese Irish Whiskey im Wettbewerb mit Jameson verkauft werden könnte.
Dieses spezielle juristische Vorgehen, das von Pernod Ricard im Jahr 2002 eingeleitet wurde und dann von Campari nach dem Verkauf von Wild Turkey weitergeführt wurde, sollte das Markenzeichen „Wild Geese“ in Australien absichern und damit das Unternehmen Wild Geese Irish Whiskey daran hindern, in einem wichtigen Markt für irischen Whiskey Handel zu treiben.
Bei dem Versuch, den Einflussbereich von The Wild Geese Irish Whiskey einzuschränken, übernahm Wild Turkey im Jahr 2007 das Markenzeichen „Wild Geese“ von den Wild Geese Wines in Australien. Dieses jüngste Urteil hat im Nachhinein festgestellt, dass die Nutzung des Markenzeichens „Wild Geese“ durch Wild Turkey in den Jahren zwischen 2007 und 2010 zwar stattgefunden hat, aber unrechtmäßig war.
Die Berufungsbegründung war so überzeugend, dass die fünf vorsitzenden Richter einstimmig zugunsten von The Wild Geese urteilten und vollständige Kostenerstattung zuerkannten. Ándre Levy, Mitgründer und Vorstand von The Wild Geese Irish Whiskey, gab folgenden Kommentar zum Urteil ab:
„Dies ist ein wichtiger Tag für uns und die gesamte irische Whiskey-Branche. The Wild Geese Irish Whiskey war in einem 14 Jahre dauernden Rechtsstreit mit Pernod Ricard verwickelt, der über 50 separate Klagen auf der ganzen Welt umfasste, gegen die wir uns alle erfolgreich gewehrt haben. Dazu gehört ebenfalls die USA, wo The Wild Geese als The Wild Geese Soldiers & Heroes vertrieben wird.
Diese Verfahren hatten zum Ziel, den Marktzugang von Wild Geese Irish Whiskey und anderer kleinerer und unabhängiger Marken, die wir vertreten, zu beschränken. Trotz der vermeintlichen Renaissance von irischem Whiskey stellt sich die Wirklichkeit so dar, dass die Branche immer noch von großen Unternehmen wie Pernod Ricard1 dominiert wird.
Wir kämpfen weiterhin für unser Recht, zur Marktkategorie Irish Whiskey beizutragen, an der wir seit 1999 teilnehmen. Aus diesem Grund – um unser kontinuierliches Wachstum und unseren Erfolg sicherzustellen – waren wir zum Kauf von irischem Whiskey zu einem erhöhten Preis von Dritten gezwungen, die auf Whiskey zugreifen konnten, den wir von großen Erzeugern nicht direkt erwerben können.
Taktiken von Großkonzernen verfolgen den Zweck, den Wettbewerb zu beseitigen. Wir verkörpern den Geist und die Haltung von The Wild Geese; es ist nicht nur ein abstrakter Begriff, sondern etwas, über das die großen Konzerne möglicherweise nachdenken sollten.“
Auf dem Rundgang durch die Destillerie und das angrenzende Gelände werden Mr. und Mrs. Wonk von Distillery Manager Eddie MacAffer begleitet – ein Garant für jede Menge Hintergrundinfos und Einblicke in den Betrieb der Destillerie.
Fast 50 Bilder und ein Video begleiten den Artikel, den wir Ihnen zur Lektüre wärmstens ans Herz legen.
Von uns als Appetitanreger einige Außenaufnahmen von Bowmore, für das Innere folgen Sie einfach unserem Link 🙂
Bowmore Distillery. Bildrechte bei Etienne KientzlerBowmore – Foto Copyright Ernie Ernst J. Scheiner. Alle Rechte vorbehaltenDie Destillerie Bowmore. Foto von Frank Gauert, alle Rechte vorbehalten.Die Destillerie Bowmore. Alle Bildrechte bei Alexander Kohn.
Die Meldung des Telegraph von heute bedeutet nicht weniger als eine Revolution in den Trinkgewohnheiten der Briten: Zum ersten Mal ist ein nichtschottischer Whisky der meistgetrunkene Whisky in Großbritannien. Jack Daniel’s Tennessee Whiskey hat im letzten Jahr dank eines Verkaufsplus von 9.3% alle Scotch-Marken überholt.
Im gleichen Zeitraum verzeichneten die führenden sechs Blends in UK einen Rückgang um 4.4% – ganz besonders schlimm traf es den ehemaligen Marktführer The Famous Grouse, der sich um 14.9% schlechter verkaufte.
Von Platz 1 verdrängt: The Famous Grouse
Woran liegt es? Vor allem, so der Artikel, an zwei Umständen: Die Whiskytrinker der neuen Generation orientieren sich mehr an der amerikanischen Kultur, und die Händler können mit amerikanischem Whiskey höhere Gewinne erzielen.
Interessante weitere Details finden Sie in unserem Quellartikel.
Fährt man mit dem Boot von Port Ellen aus die Südküste Islays nach Osten entlang, so ist Laphroaig die erste Destillerie, die man zu Gesicht bekommt, gefolgt von Lagavulin und Ardbeg. Vom Meer aus erscheint sie besonders imposant, wie sie sich an die Küstenlinie schmiegt, und die weißen Gebäude leuchten malerisch zwischen dem Blau von See und Himmel hervor.
Das Bild entstand bei unserem Islay-Besuch im Mai und kann durch Anklicken vergrößert werden…
Die Redaktion von Alkoblog.de hat uns eine Presseinformation über ein von ihnen neu gestaltetes Aromenrad übermittelt, das bei Geschmacksbeschreibungen von Whiskys in Tastings sehr hilfreich sein kann. Es hält sich sehr nahe am von Charlie MacLean entworfenen Whisky Wheel, das unter Whiskyfreunden seit längerem als Standard gilt. Es wurde mit Grafiken ergänzt und neu und lokalisiert übersetzt. Lukas von Alkoblog schreibt dazu:
Wir wollten gerne unser neues Whisky Tasting Wheel im Alkoblog vorstellen. Bei unseren Recherchen im Internet ist uns vor kurzem aufgefallen: Es gibt bisher kein vollständiges, aktuelles und schön gestaltetes Gesschmacksrad in deutscher Sprache. Das wollten wir ändern und haben uns deshalb ans Werk gemacht.
Als Grundlage für unser Alkoblog Tasting Wheel diente das hervorragende Flavour Wheel von Whisky-Experte Charles MacLean in der neuesten Fassung. Wir haben uns bemüht seine Begriffe nicht bloß zu übersetzen, sondern sie zu übertragen und Äquivalente zu finden, um die Geruchs- und Geschmacksnoten für deutsche Genießer verständlich zu machen.
Für die Gestaltung unseres Whisky-Rads konnten wir die argentinische Designerin Varinia Telleria gewinnen, die bereits Infografiken für die bedeutende überregionale Tageszeitung La Nación gestaltet hat. Sie hat rund um unser Tasting Wheel eine farbenfrohe Collage gestaltet, die zeigt, wie vielfältig und aufregend Whisky schmecken kann.
Wir hoffen, dass unser Tasting-Wheel möglichst viele Einsteiger für hochwertigen Scotch Whisky begeistert und dass auch fortgeschrittene Genießer die Grafik beim Tasting einsetzen. Und natürlich würde es uns glücklich machen, wenn darüber ein paar neue Leser unser kleines Whisky-Magazin kennenlernen.
Eine jpg-Version (im Format 1600 x 2262 Pixel) können Sie auf der Alkoblog-Artikelseite durch einen Klick auf das Bild herunterladen (gegebenenfalls dann auch bei uns, wenn wir eine für uns noch offene Frage über das Copyright mit der Alkoblog-Redaktion abgeklärt haben) – für den Download der großen Version ist eine Anmeldung zum Alkoblog Newsletter auf deren Website nötig. Hier jedenfalls ein verkleinertes Vorschaubild:
Whiskeys, in denen Reis verwendet wird, sind nichts absolut Neues und gehen auf einen traditionellen asiatischen Whiskey zurück. In Laos gibt es den Lao-Lao, ein 100% aus Reis gemachter Whiskey, der manchmal zur Aromatisierung mit Honig oder Skorpionen als Zusatz fermentiert wird. Die alkoholisch leichtere Variante davon ist Lao-hai, die aus Tonkrügen getrunken wird (siehe unser Bild).
Garantiert ohne Skorpione und als erster in den USA erhältlicher Whiskey aus 100% Reis erzeugt ist der Kikori, der vom Unternehmen von Ann Soh Woods in Japan hergestellt und mit 41% abgefüllt wird. Vice Munchies hat mit der Firmengründerin über ihre Karriere und den Whiskey gesprochen und das Gespräch als Interview publiziert – recht interessante Sonntagslektüre, wie wir meinen.
Die Website von Kikori Whiskey erreichen Sie übrigens hier – und falls Sie die hohen Importkosten nicht scheuen und auf den Whiskey neugierig sind, ist hier eine Liste der Shops (inkl. Onlineversand), die den Kikori führen. Die 0,75l-Flasche ist mit ca. 47 Dollar recht preiswert, allerdings kann das mit dem Versand schwierig werden. Aber vielleicht haben Sie ja Freunde in den Staaten?
Ganz frisch aus den Produktionsstudios kommt unser heutiges Sonntagsvideo. Brown Forman möchte damit ihre Jack Daniel’s ins rechte Licht rücken, und zwar aus allen möglichen Blickwinkeln. Herausgekommen ist ein fast dreiminütiges 360° Video, das aufwendig produziert und interessant anzusehen ist. Sie können es oberhalb des Artikels sehen. Wir empfehlen die beste Auflösung und den Fullscreen-Modus. Mit Bewegungen der Maus können Sie sich während des Videos in alle Richtungen umsehen.
Für alle, die auch einen Blick hinter die Kulissen werfen wollen, haben wir unten auch noch das Making of des Videos bereitgestellt. Hier sieht man, wie so eine Produktion abläuft und welcher technische Aufwand dahintersteht.
Jedenfalls wünschen wir viel Vergnügen mit den Videos und einen schönen Sonntag, an dem wir Sie wie jeden Tag seit März 2013 mit News begleiten werden, wenn sie passieren…
Wenn man an unabhängige Abfüller denkt, dann fallen einem zumeist zwei Namen zuerst ein: Gordon & MacPhail als die Größten, und Cadenhead als das älteste Unternehmen der Branche.
Troymedia hat nun Cadenhead einen interessanten Artikel gewidmet, der sich vor allem mit der Geschichte des Abfüllers beschäftigt, aber auch seine momentanen Produktlinien und die Unterschiede zwischen ihnen auflistet.
Im Artikel ist auch erklärt, woher die starken Bande zwischen Cadenhead und der Destillerie Springbank stammen. Insgesamt ein wirklich lesenswerter Beitrag aus der Feder des Historikers und Whiskykenners Joseph V. Micallef.