Balblair Destillerie, Foto von K. Schwebke, CC-Lizenz
Zwei Balblair aus dem Jahr 1989, beides offizielle Abfüllungen, sowie ein alter New Make aus dem Jahr 1960 stehen heute auf der Verkostungsliste bei Serge Valentin von Whiskyfun. Der New Make bekommt keine Wertung (obwohl Serge schreibt, dass dieses, würde man Whisky daraus machen, durchaus eine 90er-Wertung ausfassen könnte). Die beiden Vintages 1989 bekommen jeweils 85 Punkte, die Unterschiede seien, obwohl einer davon drei Jahre länger reifen durfte, summa summarum sich aufwiegend.
Die goldenen Zeiten in manchen asiatischen Märkten scheinen für die Whiskyindustrie zumindest einmal Pause zu machen: Wie die Global Post aus den USA heute berichtet, sind die Wiskyverkäufe in Südkorea, einst ein Boom-Markt für die grßen Whiskyfirmen, um 12.8% eingebrochen. Diageo hat dort zum Beispiel 10% weniger verkauft, Pernod Ricard sogar 22%. Der Löwenanteil dort geht übrigens auf Blends, die wir in Europa per se nich in den Geschäften haben, wie zum Beispiel Windsor (die Markteinführung von Windsor Black durch Diageo war nebenbei dort kein besonderer Erfolg) oder Imperial (Pernod Ricard). „Die Leute greifen in der Krise lieber zu Bier oder zu lokalen Alkoholikas“, sagte eine Quelle aus der südkoreanischen Whiskyindustrie.
Vom Bremer Spirituosenkontor stammt die folgende Pressemitteilung, die wir auszugsweise veröffentlichen (mit eigenen Anmerkungen, die wir nach der Pressemitteilung angehängt haben):
Knapp einhundert schottische Whisky-Brennereien schlossen im letzten Jahrhundert für immer ihre Tore. Wirtschaftlicher Druck und nicht zuletzt die Prohibition der 1920er Jahre waren die Hauptgründe dafür, dass einzigartige und altehrwürdige Namen verloren gingen. Erhalten blieben lediglich einige Archive und historische Aufzeichnungen. The Lost Distillery Company hat es sich zur Aufgabe gemacht, den ursprünglichen Geschmack längst vergangener Zeiten zu erforschen, die Whisky-Herstellung der damaligen Brennereien zu recherchieren und ausgesuchte Malts neu zu interpretieren.
Wie mögen diese Tropfen längst vergangener Zeiten geschmeckt haben? Gemeinsam mit Professor Michael Moss, Whisky-Historiker an der University of Glasgow, haben die Mitarbeiter von The Lost Distillery Company die Herstellungsweise der ehemaligen Brennereien recherchiert. Dabei nahmen sie die geografischen Gegebenheiten wie Bodenbeschaffenheiten oder die individuellen Destillationstechniken von der Brennblase bis zur Wärmequelle genau unter die Lupe. Auch untersuchten sie die in der jeweiligen Region üblicherweise verwendeten Rohstoffe wie Holz, Wasser, Gerste oder Hefe. Die daraus resultierenden Geschmacksprofile hat The Lost Distillery Company durch die Vermählung von Single Malts unterschiedlicher Destillerien der spezifischen schottischen Regionen nachempfunden und so längst verschollene Whiskys neu interpretiert.
„Für Whisky-Fans wird es zunehmend schwieriger, neue, bahnbrechende Malts zu entdecken und zu genießen“, sagt Scott Watson, Mitbegründer von The Lost Distillery Company. „Der Gedanke, moderne Interpretationen von Whiskys zu probieren, die über einhundert Jahre lang nicht mehr produziert wurden, ist höchst spannend.“
Neu interpretierte Abfüllungen nach hundert Jahren
Auchnagie (1812–1912)
Auchnagie ist die erste Abfüllung von The Lost Distillery Company und kommt ursprünglich vom Atholl Gut in Perthshire. Erbaut im Jahr 1812, bestand die original Brennerei genau einhundert Jahre. Auch der große Whisky-Entdecker Alfred Barnard stattete ihr seinerzeit einen Besuch ab, bevor die Destillerie schließlich 1912 abgerissen wurde. Auchnagie ist eine komplexe Komposition mit einem Geschmacksprofil aus Heidekraut, Birne und leicht gerösteter Eiche.
Stratheden (1829–1926)
Die Stratheden-Brennerei, zuletzt auch bekannt unter dem Namen Auchtermuchty, wurde in Folge der Prohibition im Jahr 1926 geschlossen. Doch viele der Destillerie-Gebäude stehen noch heute. Sie gehörte den Bonthrones, einer bedeutenden Familie von Braumeistern und Mälzern, die sich bis 1600 zurückverfolgen lässt. Eines der Hauptattribute dieses Whiskys war die reine Wasserquelle, örtlich bekannt unter dem Namen The Lovers Pool. Das berühmte Wasser daraus war kristallklar und prägte somit den Charakter des Whiskys auf einzigartige Weise. Stratheden hat ein blumiges Aroma mit einem leichten Anklang von Honig und einer Spur von Vanilleschoten.
Gerston (1796–1882)
Die Geschichte von Gerston ist im Grunde die Geschichte zweier Destillerien. Die erste, erbaut um 1796, lag an der nördlichen Küste zwischen Wick und Thurso. Der akkurate Destillationsprozess und die hohe Qualität des Wassers aus einem Nebenfluss des Thurso brachten der Brennerei innerhalb kürzester Zeit einen hervorragenden Ruf in London. Aufgrund der steigenden Nachfrage wurde die ursprüngliche Brennerei geschlossen, um im Jahr 1886 eine größere und produktivere Destillerie zu erbauen, die jedoch nie den Ruhm und die Qualität der Originaldestillerie erreichen konnte. Die Interpretation von The Lost Distillery Company liefert eine zeitgenössische Spiegelung des Whisky-Profils, das die erste Gerston Distillerie im 19. Jahrhundert so berühmt machte. Der moderne Gerston vereint Noten von reifen Früchten, Toffee und Spuren von Rauch und Gewürzen.
Auchnagie, Stratheden und Gerston werden mit 46 Volumenprozent abgefüllt. Für seine Abfüllungen nutzt The Lost Distillery Company weder Kältefilterung noch wird den Malts Zuckercouleur hinzugefügt. Alle drei Blends sollen um die 65 Euro kosten und sind sofort im vom Bremer Spirituosen Contor belieferten Fachhandel und im Contor selbst beziehbar.
Nun unsere Anmerkungen: Natürlich schwebt ein wenig Skepsis mit, wenn jemand Blends mit alten Destillerienamen versieht. Aber die Jungs von The Lost Distillery Company haben ihre Mission durchaus ernst genommen. Weder versprechen sie, dass der Whisky „so schmeckt wie früher“, noch bekommt man untrinkbaren Fusel. Die Company versucht eine Neuinterpretation, und Serge Valentin von Whiskyfun gibt den drei Abfüllungen zwischen 86 und 89 Punkten (nachzulesen hier). Man kann also durchaus gespannt sein.
Nachdem unser Link auf den mare-tv-Beitrag über die Insel Skye gestern auf großen Anklang gestoßen ist, möchten wir Ihnen heute eine zweite Sendung aus der Serie vorstellen: 45 Minuten Videoreportage über die Orkneys, Heimat von Destillerien wie Highland Park, Scapa oder schon bald Longboat (eine von Schweden geführte neue Destillerie, wir berichteten hier). Wiederum mehr als sehenswert! Viel Vergnügen beim Ansehen wünschen wir.
„The Scotch Whisky Brands to Watch in 2014“ betitelt sich ein Artikel in The Spirit Business, und er analysiert, welche Marken im Jahr 2014 an der Front stehen werden – indem er aus anekdotischen Schlaglichtern die Entwicklung im Jahr 2013 beleuchtet und die Zukunft daraus ableitet. Ohne zu viel von den Schlussfolgerungen zu verraten, hier doch einige Eckpunkte, die den Inhalt des Artikels ausmachen:
in Südeuropa und China lief es 2013 nicht gut
gesundes Wachstum in anderen asiatischen Märkten und Lateinamerika hat das aber wettgemacht
im Travel Retail wächst Scotch nach wie vor
Standard Blends machen zwar immer noch den Löwenanteil mengenmäßig aus, bringen aber nicht mehr so viel Gewinn
Premium Blends halten sich besser, leiden aber unter den Trends in China
Pernod’s „Royal Salute“ hat dort 21% Marktanteil verloren
Glenfiddich ist in den USA immer noch vorne, Bunnahabhain hat sich gut vermarktet und ist um 56% gewachsen
Die Marken, auf die man – zumindest aus amerikanischer Sicht – achten sollte, sind Talisker, Black Bottle und Aberlour. Die Gründe dafür findet man im Artikel und sind allesamt aus unserer Sicht gut nachvollziehbar.
Einen etwas älteren, aber noch immer aktuellen Artikel unseres Redakteurs Ernst J. Scheiner (The Gateway to Distilleries) über die beiden kleinen Farm-Destillerien Edradour in den Highlands und Kilchoman auf Islay kann man als PDF auf den Websiten des Irland-Journals finden (mit einem ganz aktuellen Bezug zu der aktuellen Versteigerung einer Flasche von der S.S. Politician – unser Bericht hier). Zusätzlich finden sich hier einige Tasting-Notes der Abfüllungen aus beiden Destillerien…
Edradour Destillerie, Foto von Dudesleeper, Public Domain
Junge Laphroaigs können ausgezeichnet sein. Wenn sie von Fässern aus neuer Eiche fern bleiben. Meint Serge Valentin auf Whiskfun. Und diese Erfahrung haben wir auch schon des öfteren machen dürfen. Wer den sehr speziellen Destillerie-Charkter liebt, findet ihn bei den Jungen am deutlichsten, ohne dass sie unreif wirken.
Noch bis morgen läuft eine interessante Versteigerung beim Online-Auktionshaus www.whisky-onlineauctions.com.
Es handelt sich dabei um eine scheinbar sehr alte Flasche. Das Etikett fehlt, deshalb kann nicht mit Bestimmtheit ihr Inhalt benannt werden. Es wird vermutet, dass es sich um einen Blend der Marke Black & White handelt. Der Füllstand nahm über die Jahre deutlich ab und hat schon die Schulter der Flasche erreicht.
Diese Flasche wurde 1997 von einem Bewohner der Isle of Eriskay beim Anlegen eines Gartenweges gefunden. Er vermutete, dass die Flasche Teil der legendären Ladung der SS Politician war, die 1941 im Eriskay-Sund auf Grund lief. Sie war auf dem Weg von Liverpool in die Vereinigten Staaten und hatte unter anderem 28.000 Kisten Whisky geladen. Die damaligen Bewohner der Isle of Eriskay bargen den Großteil dieser kostbare Ladung (während des 2. Weltkrieges mussten viele Brennereien ihre Produktion wegen der Lebensmittelknappheit einstellen) heimlich und versteckten sie vor den Behörden. Diese Geschichte nahm Compton Mackenzie in seinem Buch „Whisky Galore“ auf, welcher 1949 auch verfilmt wurde.
1997 wurde die Flasche vom Auktionshaus Christie schon einmal versteigert und erreichte damals einen Preis £ 1.400. Nach dem Verkauf erhielt die Flasche eine Wachsversiegelung, um den Schwund des Inhaltes zu stoppen. Die Flasche wird mit dem ursprünglichen Christie Katalog einschließlich Rechnungen und anderen relevanten Unterlagen verkauft.
Das Auktionshaus schließt die Beschreibung treffend: „Ein bemerkenswertes Stück schottischer Geschichte mit großer Herkunft und einer kraftvolle Geschichte dahinter. Das ist es, worum es beim Whisky-Sammeln geht.“
Über den Jahreswechsel haben wir hart an einem neuen Layout und neuen Funktionalitäten der Site gearbeitet. Wir wollten unser Angebot soweit wie möglich optimieren. Und pünktlich heute, am 7. Januar 2014, nach den Feiertagen, können wir Ihnen hier das Ergebnis unserer Arbeiten präsentieren:
Willkommen bei der neuen Website von Whiskyexperts! Nicht nur unser Erscheinungsbild ist – so hoffen wir – klarer, moderner und vor allem schneller geworden – wir haben auch neue Features zur Seite hinzugefügt. Ab sofort bieten wir Ihnen als angemeldeten User Funktionen wie
kurzum: Sie können ab sofort noch mehr von uns erwarten – und sogar Ihr Wissen und Ihre Leidenschaft auf Whiskyexperts einbringen.
Bitte legen Sie bei uns Ihr Benutzerprofil an – es geht ganz einfach hier, wenn Sie noch kein eingetragener Benutzer sind. Ansonsten loggen Sie ein, nutzen Sie Ihren User-Account. Damit haben Sie dann auf der Seite mehr Möglichkeiten und mehr Informationen als je zuvor – und es ist dennoch erst der Grundstock für viele weitere Neuerungen, falls Sie, unsere User, die neuen Möglichkeiten annehmen und nutzen. Wie wir in unserem Jahresrückblick geschrieben haben: Wir möchten hier bei Whiskyexperts nicht nur ein Sprachrohr sein, sondern vor allem Ihnen die Möglichkeit geben, Ihre Leidenschaft und Ihr Interesse für Whisky zu leben und zu genießen.
Falls Sie über Facebook auf diesen Artikel gekommen sind: Wir werden zwar weiterhin unsere Nachrichten für unsere mehr als 4300 Fans auf Facebook posten, aber Herr Zuckerberg und sein Geschäftsmodell machen es für uns sehr teuer, unsere Leser dort auch durchgehend zu erreichen (Facebook zwingt Seitenbetreiber de facto zu kostspieliger Werbung, ansonsten wird die Reichweite mehr und mehr zu gedrosselt). Auch sie bitten wir, Whiskyexperts hauptsächlich über die Website zu nutzen – manche Möglichkeiten werden wir über Facebook nicht mehr anbieten können (zum Beispiel die Synchronisierung der Kommentare).
Jetzt freuen wir uns, wenn Sie von unseren neuen Angeboten regen Gebrauch machen. Viel Spaß mit Whiskyexperts – und denken Sie dran: Für Wünsche und Anregungen haben wir immer ein offenes Ohr.
Vielen Dank an Jutta und Urs aus der Schweiz für den Hinweis: The Balvenie (sie legen übrigens großen Wert auf das „The“ im Namen) hat unlängst für das iPhone und das iPad eine App namens „The Balvenie Whisky Feed“ veröffentlicht. Gratis. Normalerweise würden wir dem nicht besonders großen Raum auf Whiskyexperts widmen, denn Werbeapps für Destillerien kennt die Welt schon genug – diese hier verspricht aber, keine kleine hermetische Welt zu bringen, s0ndern grundsätzlich auch für andere Whiskys offen zu sein:
Zunächst kann man mit der App Whiskys bewerten, die man gerne trinkt. Balvenie, sorry, THE Balvenie verspricht, nicht vorhandene Whiskys auf die Liste zu setzen (wir wünschen viel Vergnügen, am Markt sollten, nimmt man die ganzen Auktionen dazu, ca. 35.000 verschiedene Abfüllungen erhältlich sein). Und zusätzlich soll „The Balvenie Whisky Feed“ auch ein Newsfeed aus der weiten Welt des Whiskys bieten, nicht auf eigene Marken (William Grant & Sons) beschränkt. Klingt gut, ist kostenlos auszuprobieren, falls man ein iPhone besitzt (der Autor tut es nebenbei nicht) – und vielleicht ist es nun auch wirklich altruistisch motiviert.
Das schottische Online-Magazin The Scotsman hat eine sehr interessante Reportage über einen Besuch in der Islay-Destillerie Kilchoman im Angebot. Zar auf Englisch gehalten, aber mit etwas Kenntnissen problemlos auch für uns Ausländer verständlich. Begleitet wird der Artikel namens „Exploring Islay’s farm-based Kilchoman Distillery“ von einigen Bildern. Ein kleines Excerpt in Originalsprache:
Anthony’s vision was not just for making whisky in the old style, but also of a particular character to the spirit. The stills, which do contribute to the final flavor and style of the whisky, were designed to produce this character and have a high level of reflux, which means more copper contact for the spirit and ultimately a lighter body and mouthfeel for the final product.
Kilchoman Distillery, Foto von Apollon440, Public Domain
Wer hin und wieder NDR sieht, der weiß, dass dieser Sender mit mare-tv eine der schönsten Serien über Inseln und Küsten bringt, die der deutsche Sprachraum zu bieten hta. im Rahmen von mare-tv sind bereits einige Sendungen über schottische Inseln gebracht worden, diese hier beschäftigt sich mit der Insel Skye, der Heimat von Talisker. 43 überaus ansprechende und stimmungsvolle Minuten, die auch mal anstelle einer drögen Hauptabendserie mit einem Glas Talisker genossen werden können…
Das beliebte exklusive und renommierte Harbour Inn Hotel in Bowmore wurde von der Morrison Bowmore Distillers Ltd. erworben. Damit erweitert die Bowmore Distillery ihr Übernachtungsangebot im größten Ort der Insel Islay um weitere sieben Zimmer. Neben den exklusiven Bowmore Cottages in den ehemaligen Mitarbeiter-Wohnungen und den Häusern in der Main Street kann der Islay-Besucher jetzt zwischen Ferienwohnung und Hotelunterbringung wählen. Für das im Michelin Hotel Guide gelistete Hotel und das hochgelobte Spezialitätenrestaurant suchen die neuen Betreiber sowohl für den Hotel- und Restaurantbereich Mitarbeiter.
Eine ganze Menge von Abfüllungen aus der Speyside-Destillerie Glenrothes stehen heute auf der Verkostungsliste von Serge Valentin von Whiskyfun. Alle Wertungen liegen zwischen 82 und 87 Punkten, und Serge schreibt folgerichtig, dass damit die Definition „Allrounder“ für Glenrothes durchaus passend ist. Hier die Wertungen der Abfüllungen im Einzelnen: