Gordon & MacPhail bringen 66jährigen Glen Grant

Laut einem Bericht von The Spirits Business hat der unabhängige Abfüller Gordon & MacPhail aus Elgin gestern für den polnischen Markt einen 66jährigen Whisky der Destillerie Glen Grant veröffentlicht. 1948 destilliert, wurde das Fass mit der Nummer 1369 mit 46.6% heuer in 160 Decantern abgefült.

Wer sich Chancen ausrechnet, einen davon vielleicht für seine Whiskyvitrine zu kaufen, den müssen wir leider enttäuschen: Alle Decanter bis auf einen waren bereits vor dem Launch-Event verkauft, der letzte Decanter wurde an eine Person von jenen vergeben, die die Veranstaltung online verfolgten oder an einem speziellen Wettbewerb teilnahmen.

Ein Preis für den Decanter wurde übrigens nicht genannt – im Fall des Autors dieses Artikels wäre er auch völlig ohne Belang gewesen :-).

Glen-Grant-66-year-old-whisky

Serge verkostet: Longmorn

Fruchtkorb – das ist das Wort, mit dem man einen typischen Longmorn durchaus umschreiben kann. Gerade die alten Abfüllungen aus dieser Speyside-Destillerie können immer wieder Entzückung auslösen, zumindest beim Autor dieser Zeilen. Serge Valentin von Whiskyfun hat heute drei über 20 Jahre alte Longmorns in der Verkostung, und auch hier sprechen die Früchte sehr laut und deutlich zu uns. Hier die einzelnen Abfüllungen:

  • Longmorn 21 yo 1992 (52.5%, Jack Wiebers, Great Ocean Liners, bourbon, cask #110994): 81 Punkte
  • Longmorn 28 yo 1985/2014 (50.6%, Adelphi, cask #9907, 247 bottles) : 82 Punkte
  • Longmorn 28 yo (53.8%, Jack Wiebers, Wiebers Brothers, 120 bottles, 2013): 86 Punkte
Longmorn Distillery, Foto von Christopher Gillan, CC-Lizenz
Longmorn Distillery, Foto von Christopher Gillan, CC-Lizenz

Wir verkosten: The Singleton of Dufftown Sunray

Seit dem 17. März 2014 gibt es einen neuen Singleton of Dufftown auf dem deutschen und österreichischen Markt: Den Singleton of Dufftown Sunray. Der „Sonnenstrahl“ wird in ausgebrannten Ex-Bourbon Fässern gereift und soll dichte Honig- und Vanillenoten mit sich bringen. Diageo zeigt sich besonders stolz über die sorgfältige Fassauswahl, die zu diesem Charakter beiträgt.

Laut Master Blender Dr. Matthew Crow verkörpert der Sunray die Zukunft von Whisky. Der Sunray ist für ihn ein Whisky, der eine neue Generation von Whiskyfreunden begeistern soll. Wie schmeckt dieser Whisky nun, der mit 40% abgefüllt wird, gefärbt und kältefiltriert ist und im Handel um die 30 Euro pro Flasche kostet? Whiskyexperts-Redakteure Silvia Behrens und Bernhard Rems haben den Singleton of Dufftown wie üblich gemeinsam verkostet, um mehr als nur eine Meinung in die Notizen einströmen zu lassen. Das Testsample dafür wurde uns von Diageo Deutschland zur Verfügung gestellt.

SingletonSunray

Nase: Der erste Eindruck ist absolut positiv. Der Sunray präsentiert sich uns mit einer weichen und runden Welle an Süße, so wie eine reife Honigmelone riecht. Er ist fruchtig und vanillig, die von den offiziellen Tastingnotes zitierte florale Note ist deutlich und bettet das Ganze ein. Man findet auch dunkle Beeren und eine sanfte Malzigkeit.

Gaumen: Süß. Das kann man sofort sagen, aber ansonsten? Es fällt einem nicht leicht, die anderen Geschmackskomponenten festzunageln – da ist nicht viel anderes. Am Gaumen ist der Sunray sehr eindimensional, entwickelt dann aber hinten hinaus eine deutliche Pfeffrigkeit, die die Süße ablöst.

Finish: Kurz, die Beeren sind wieder da, die Süße und das Prickeln.

Alles in allem: Die Kürze der Verkostungsnotiz zeigt schon eines: Komplex ist der Sunray nicht. Seine Stärke ist die Nase, da zeigt er wirklich ein hervorragendes Design durch den Master Blender. Aber im Wort Design liegt auch der Grund, warum er tatsächlich bei den Einsteigern bessere Karten haben wird als bei jenen, die sich schon länger mit Whisky beschäftigen: Er ist auf ein bestimmtes, sehr enges, aber dafür sehr deutliches Geschmacksband hin entworfen. Subtilität, Nuancen, Widersprüchliches kann und will er nicht. Er eröffnet sich dem Einsteiger schnell und mit aller Deutlichkeit, dem „alten Hasen“ hingegen wird er wohl zu einfach gestrickt sein. Das ist kein Fehler, der Sunray ist genau auf eine Zielgruppe abgestimmt, und in dieser Ausrichtung erfüllt er seine Aufgabe mit Bravour.

Das, was der Singleton of Dufftown Sunray können soll, kann er nahezu perfekt: Ein Whisky ohne Ecken und Kanten zu sein. Wir bewerten hier aber nicht, wie gut ein Whisky die an ihn gestellte Aufgabe bewältigt, sondern wie er uns im Vergleich mit anderen Whiskys schmeckt. Und da ist er uns in seiner ja gewollten Stromlinienförmigkeit ein wenig zu brav, zu unspannend. Wir geben dem Singleton of Dufftown Sunray daher ein „Geht so“. Einsteigern, die die Welt des Whiskys erstmals entdecken wollen, können wir ihn aus den angeführten Gründen durchaus empfehlen.

Whisky im Bild: 50 Jahre, 38.000 Euro

Aus beruflichen Gründen hatte Whiskyexperts-Redakteur Bernhard Rems in Istanbul zu tun – und er brachte von dort ein Foto aus dem Duty Free-Bereich des Flughafens mit. Der Balvenie 50yo in einer attraktiven Holzdose hat nicht nur ein stolzes Alter von 50 Jahren, sondern auch einen ebenso stolzen Preis: 38.070 Euro. Ein kleines Glas (2cl) käme damit umgerechnet auf fast 1.100 Euro.

Aber man könnte ihn ja mit Cola verdünnen, dann hat man länger was davon 😉

 

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Pressemitteilung: Das Beam Suntory Whisky-Portfolio bekommt Verstärkung

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Auch von Beam Suntory haben wir heute eine Pressemitteilung erhalten, die sich auf das durch die Fusion geänderte Portfolio bezieht. So wechselt zum Beispiel der im vorigen Newsbit noch von Campari Deutschland besprochene Hibiki zu Beam Suntory. Wir bringen die Pressemitteilung in den für die Whiskyfreunde interessanten Teilen:

BS

Ab 1. Juli 2014 übernimmt Beam Deutschland den Exklusiv-Vertrieb und das Marketing für die vielfach preisgekrönten Scotch Whiskys der Auchentoshan Destillerie, der Bowmore Destillerie und Glen Garioch in Deutschland. Darüber hinaus verstärken die japanischen Single Malt Whiskys Hakushu und Yamazaki sowie der Premium Blend Hibiki das Whisky-Portfolio des Unternehmens. Der Wechsel von Campari Deutschland zu Beam Deutschland ist die logische Konsequenz aus der Fusion zwischen Beam Inc. und Suntory Ende April 2014.

Mit diesen hochkarätigen Marken baut Beam Deutschland seine Position als führender Anbieter im stark wachsenden Whisky-Segment weiter aus. Somit kann Beam Deutschland Handel und Gastronomie ein einzigartiges Portfolio von Premium-Whiskys und eine einmalige Expertise über die schottische, kanadische, irische und japanische Whisky- und Bourbonkultur bieten. „Wir werden diese hochwertigen Whiskys mit der gleichen Sorgfalt weiterführen und mit nachhaltigen Marketingaktivitäten ihr Potenzial ausschöpfen. Mit unseren Signature Malts haben wir in den vergangenen Jahren bereits große Erfolge im Absatz erzielt“, sagt Manfred Jus, Managing Director von Beam Deutschland. „Unser Dank gilt dem bisherigen Vertriebspartner Campari Deutschland, der alle fünf Marken in den letzten Jahren geführt und maßgeblich aufgebaut hat.“

 

Pressemitteilung: Whisky und Meeresfrüchte

Von Campari Deutschland erreicht uns die nachfolgende Pressemitteilung, die sich mit dem Thema Foodpairing sowie Whisky und Meeresfrüchte auseinandersetzt – natürlich unter spezieller Berücksichtigung der Whiskys, die Campari Deutschland im Vertrieb hat. Weil sie nun wirklich appetitanregend ist und nützliche Tipps gibt, möchten wir sie Ihnen nicht vorenthalten:

Rauchig-herb trifft sommerlich frisch – erstklassige Whiskys von der schottischen Küste sind die außergewöhnlichen Begleiter zu Fisch und anderen maritimen Köstlichkeiten, wie Austern, Hummer oder Shrimps. Diese Komposition bietet anspruchsvollen Gaumen ein ganz neues Geschmackserlebnis. Mit folgenden Tipps zur Auswahl des richtigen Whiskys gelingt ein edles Seafood-Dinner:

Zu köstlichen Meeresdelikatessen lassen sich die Geschmackssinne hervorragend mit einem Whisky verwöhnen. Für ein einmaliges sommerliches Erlebnis sollten beim Foodpairing von maritimen Spezialitäten und Whisky ein paar Kleinigkeiten beachtet werden, denn nicht jeder Whisky passt zu jeder Art von Meeresfrüchten. Single Malts verfügen über unterschiedliche Geschmacksprofile: Sie können rauchig, weich, fruchtig oder gehaltvoll sein. Bei der Kombination von Whiskys und Delikatessen aus der Tiefe des Meeres sind Aroma, Alter und Herkunft der Whiskys ebenso entscheidende Faktoren, wie die unterschiedlichen Geschmacksnuancen von Lachs, Sushi, Schrimps oder Austern. Finden die richtigen Aromen zusammen, ist ein neuartiges Geschmackserlebnis garantiert.

Maritimer Genuss aus Schottland

Whisky&Seafood_Bowmore

Die schottische Insel Islay ist weltweit für ihre rauchigen und ausgewogenen Single Malts bekannt. Ihr mildes Klima und Reichtum an Moorböden machen sie ideal für die Herstellung von Whisky. Trotz der geringen Bevölkerungszahl von nicht viel mehr als 3.000 Einwohnern, ist Islay die Heimat von acht Destillerien. In unmittelbarer Nähe zum Atlantik liegt die erste WhiskyBrennerei Islays: die 1779 gegründete Bowmore Destillerie. Die hochwertigsten Jahrgänge der Bowmore Single Malts lagern während ihres Reifeprozesses in den Bowmore No.1 Vaults, den legendären Gewölben der Brennerei. Gegen die dem Meer zugewandte Mauer dieser stillen, kühlen und dunklen Keller unterhalb des Meeresspiegels schlagen kontinuierlich die Wellen des Atlantiks und schon der erste Schluck eines Bowmore 12 Years Old versetzt den Genießer mit seinem typisch maritimen Charakter ans Meer. Das unverwechselbare salzig-frische Aroma und die leichte Torfnote des Whiskys heben die aromatischen Geschmacksnuancen von fein salzigen Austern und Krustentieren hervor – ein Fest für die Sinne. Als perfekter Begleiter zu einem sommerlichen Fisch-BBQ ergänzt der Malt der schottischen Insel Islay ebenso exzellent die saftige Würze von Lachssteak.

 

Vollendete Harmonie aus Japan

Auch zu feinen Sushi-Spezialitäten passt ein erstklassiger Whisky hervorragend: Das flüssige Gold harmoniert perfekt mit edlen Köstlichkeiten aus dem Land der aufgehenden Sonne. Hier sollte die exzellente Spirituose hingegen weniger aromaschwer sein, damit der dezente Geschmack des japanischen Trendgerichtes nicht überlagert wird. Edle japanische Whiskys, wie der Premium Blend Hibiki, der Single Malt Hakushu oder Yamazaki, überzeugen mit einer ausgesprochen sanften Geschmacksnote – ein Aushängeschild japanischer Whiskykunst. Als Begleitung zu Sushi empfiehlt Whisky-Experte Markus Heinze den sanften Whisky Hibiki: „Sushi passt in seiner Vielseitigkeit hervorragend zu diesem eleganten Whisky. Ob mit Fischrogen, Aal oder Thunfisch, die Kombinationsmöglichkeiten kennen keine Grenzen. Aber auch eine schöne Lachsforelle auf der Haut gebraten passt wunderbar zu einem Glas des 12-jährigen Hibikis.“ Geschmack, Name und Präsentation des Hibikis spiegeln gleichermaßen überzeugend die Kultur Japans wider. Der Name bedeutet übersetzt „Harmonie“ und diesem macht der erstklassige Blend alle Ehre: Duft und Geschmack sind derart im Einklang miteinander, dass sie an das harmonische Zusammenspiel eines Orchesters erinnern. Filigrane aber zugleich tiefe und elegante Aromen verwöhnen selbst anspruchsvollste Genießergaumen. Die delikaten Aromen der preisgekrönten Whiskys Yamazaki und Hakushu ergänzen ebenso gut den edlen Geschmack von feinen Fisch-Delikatessen. Der Yamzaki 12 Years Old ist Japans beliebtester Single Malt. Mit seinem reichen Geschmack an Vanille und Zwetschge vollendet er den sommerlichen Genuss. Hingegen passt die rauchige Note des Premium Malts Hakushu hervorragend zu Sushi im geräucherten Stil. Auch die edle Würze von Jakobsmuscheln ergänzt die frischen und rauchigen Nuancen des 12-jährigen Hakushus perfekt.

Whisky&Sushi_Hibiki_Hakushu_Yamazaki

Durch die außergewöhnliche Kombination von köstlichen Seafood-Gerichten und erlesenem Whisky erlebt der Genießer eine Symphonie aus Geschmack und Aroma.

Serge verkostet: Neue und alte Ardbegs

Sie könnten unterschiedlicher im Charakter nicht sein, meint Serge Valentin von Whiskyfun, nachdem er die Ardbegs seiner heutigen Verkostung probiert hat. Qualität zeigen sie für ihn alle; auch der Corryvreckan kann bei ihm diesmal 90 Punkte einheimsen, und die Bezeichnung „der momentan ardbegigste Ardbeg aus den Originalabfüllungen“. Eine Klasse für sich allerdings ist der alte Douglas Laing aus der Platinum Serie – mit 96 Punkten kommt er der Perfektion sehr nahe. Dritter im Bunde ist der Ardbeg aus der neuen Darkness! Serie von Masters of Malt – auch hier eine ausgezeichnete Wertung. Da bekommt man schon beim Schreiben des Artikels Lust auf einen Schluck…

  • Ardbeg 21 yo (40.1%, Master of Malts, Darkness!, Pedro Ximenez finish, 50cl, 2014): 86 Punkte
  • Ardbeg ‚Corryvreckan‘ (57.1%, OB, +/- 2012): 90 Punkte
  • Ardbeg 30 yo 1973/2003 (51.9%, Douglas Laing, Platinum Old & Rare, 94 bottles): 96 Punkte

Ardbeg Destillerie

Whisky im Bild: Lieferung in der Speyside

Vor kurzem hat Ronnie Grant diese Bilder in der Speyside geschossen: Jede Menge Kupfer unterwegs zu einem Platz, an dem es sich nützlich machen kann. Ronnie konnte uns leider nicht sagen, wohin die Lieferung unterwegs war, aber die Vermutungen gehen in Richtung Ballindalloch oder Carron bei Daluine.

Jedenfalls freuen wir uns, dass wir diese Bilder bringen können und danken Ronnie für seine Zustimmung.

Copyrights Ronnie Grant.
Copyrights Ronnie Grant.
Copyrights Ronnie Grant.
Copyrights Ronnie Grant.

Zwei Reviews zum Tomatin Cù Bòcan 1989

Es ist noch nicht lange her, da veröffentlichte Tomatin eine limitierte Edition des rauchigen Cù Bòcan aus dem Jahr 1989 (wir berichteten). Der Preis dafür ist nicht gerade bescheiden, also stellt sich die Frage: Was kann dieser doch sehr spezielle Whisky? Antworten könnten zwei Verkostungsnotizen geben, die heute erschienen sind:

  • Whiskyisrael gibt ihm 90 von 100 Punkten und nennt ihn gut ausbalanciert zwischen Rauchigkeit und Fruchtigkeit (die ja für gute Tomatin typisch ist).
  • Livingroom Whisky hat keine Punktewertung, nennt ihn aber einen excellenten Whisky – der Standard Cù Bòcan in HD.

Cu Bocan 1989 Kopie

Serge verkostet: Drei Glen Keith

Gestern stellte uns noch Ernie Ernst J. Scheiner die wiederauferstandene Speyside-Destillerie Glen Keith vor, heute werden auf Whiskyfun drei ihrer Whiskys verkostet. Den unabhängigen Abfüllern fällt die Aufgabe zu, uns die großartigen Malts dieser Brennerei zu präsentieren. Denn, so meint Serge Valentin, ihre Eigen-Abfüllungen hätten nie ganz überzeugen können. Anders die heutigen Drei:

  • Glen Keith 1995/2013 (56%, The Pearls of Scotland, cask #171224, 276 bottles) 86 Punkte
  • Glen Keith 22 yo 1992/2014 (49.3%, Sansibar, 136 bottles) 87 Punkte
  • Glen Keith 21 yo 1992/2013 (51.4%, The Whisky Agency, bourbon barrel, 177 bottles) 88 Punkte
Glen Keith Destillerie, Foto von Ann Harrison, CC-Lizenz
Glen Keith Destillerie, Foto von Ann Harrison, CC-Lizenz

Süddeutsche Zeitung: Mein Freund, der Whisky-Händler

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In der Kolumne „Dreißignochwas“ der Süddeutschen Zeitung nahm sich Judith Liere gestern der Männer aus ihrem Freundeskreis an, die sich mit einem gewissen Alter beginnen für Whisky zu interessieren. Für sie scheint es beim Älter werden Dinge zu geben, die sich von Generation zu Generation wohl doch nicht ändern und so mit Mitte 30 dann eintreten. Trotz einer möglichen lautstarken Beschwörung im Heranwachsenden-Alter (der Autor dieser Zeilen kann sich da keineswegs herausnehmen), nicht so wie sein Vater werden zu wollen, entwickeln sich im Laufe der Jahre dann doch Vorlieben, die scheinbar vererbt wurden. Und so nimmt sie am Schluss auch unseren Kleidungs-Stil im Seniorenalter vorweg: „Wir werden einmal genauso beige werden wie unsere Großeltern. Trotz Sternchen-Tattoo.“

Das hatten wir eigentlich nicht vor.

Whisky

„Moonshiners“ – Illegale Whiskeybrenner in Alabama im Jahr 2014

Eine  interessante Sonntagslektüre ist der Artikel, den Tuscaloosa News heute über illegale Whiskeyerzeugung im heutigen Alabama veröffentlicht. Das Problem ist kein romantisches, sondern sehr real und weit verbreitet. So weit verbreitet, dass eine eigene Sondereinheit bei der Polizei dafür geschaffen wurde. Mit illegalem Whiskey lässt sich gutes Geld verdienen, und der Handel damit ist weit verbreitet. Dass die Qualität dabei natürlich keinerlei Rolle spielt, versteht sich von selbst.

Natürlich ist auch bei illegalem Whiskey nicht alles schwarz/weiß – manche machen es aus Liebe zum Handwerk oder, um eine Tradition hochzuhalten – und der Artikel nimmt sich auch dieses Aspekts an. Jedenfalls: Lesenswert.

Illegales Whiskeybrennen früher - aber auch heute findet es in Aabama noch statt.
Illegales Whiskeybrennen früher – aber auch heute findet es in Aabama noch statt.

Glen Keith – die wiederauferstandene Speyside-Destillerie

von Ernie Ernst J. Scheiner, The Gateway to Distilleries www.whisky-distilleries.net

Dieses Prachtstück an Brennerei, nur wenige Schritte gegenüber der pittoresken Postkarten-Distillery Strathisla gelegen, wurde im vergangenen Jahr wieder zu neuem Leben erweckt. Seit 1999 dämmerte die 1959/60 in Betrieb genommene Speyside Distillery ‚gammelnd’ vor sich hin, war sie doch der Stolz unter den ersten neuen Brennereien, die nach dem viktorianischen Whisky-Boom der 1890er Jahre in Schottland gebaut wurden.

Ihre aufgefrischten drei Brennblasenpaare destillieren jährlich rund 6 Millionen Liter reinen Alkohol.

Ausgestattet mit neuer effizienter Briggs Stainless Steel Mash Tun, sechs neuen Stainless Steel Washbacks im neuen errichteten Mash House und neun neu von den Küfern Joseph Brown aus Dufftown aufgebauten hölzernen Washbacks im ehemaligen Tun Room wird jetzt sieben Tage die Woche rund um die Uhr produziert. Gegenüber der alten Brennanlage können jährlich fast 50% mehr an Gersten-Spirit destilliert werden. In der Regel wird die Brennerei nur von einem Mitarbeiter pro Schicht gefahren.

Briggs of Burton sind für ihre leistungsstarken Läuterbottiche bekannt. Acht Tonnen Grist werden in nur vier Stunden geläutert. Foto Copyright Ernie Ernst J. Scheiner 2014. Alle Rechte vorbehalten.
Briggs of Burton sind für ihre leistungsstarken Läuterbottiche bekannt. Acht Tonnen Grist werden in nur vier Stunden geläutert.
Foto Copyright Ernie Ernst J. Scheiner 2014. Alle Rechte vorbehalten.

Der Computer hilft, denn gesteuert wird die komplette Anlage über elektro-motorische Ventile von einem Steuerungszentrum mit der Maus. Die Stills wurden von den Kupferschmieden Forsyths aus Rothes renoviert, die Shell and Tube Condenser, teilweise neu angeordnet, sodass bei einigen Brennblasen die Lyne Arms etwas kürzer wurden. Im Stillhouse finden sich aber immer noch die längsten Lyne Arms Schottlands.

Sechs neue Gärbottiche aus rostfreiem Stahl füllen den Ort der ehemaligen Saladin Boxes in denen früher das grüne Malz keimte. Foto Copyright Ernie Ernst J. Scheiner 2014. Alle Rechte vorbehalten.
Sechs neue Gärbottiche aus rostfreiem Stahl füllen den Ort der ehemaligen Saladin Boxes in denen früher das grüne Malz keimte.
Foto Copyright Ernie Ernst J. Scheiner 2014. Alle Rechte vorbehalten.

Die Destillationsanlage von Glen Keith gehört heute zu den wenigen in Schottland bei denen sowohl die zu destillierenden Flüssigkeiten der Wash Stills als auch jene der Spirit Stills vollkommen durch externe Wärmetauscher auf ihre Verdunstungstemperatur gebracht werden. In den Brennkesseln selbst gibt es keine Heizsysteme mehr. Mithilfe der Wärmetauscher des Thermo-Compression-Systems hoffen die Stillmen, rund 15 % der Energie im Vergleich zu anderen traditionelleren Heizverfahren zu sparen.

Die ehemaligen Gärbottiche wurde neu mit Oregon Pine-Holz von Küfern aus Dufftown aufgebaut. Neuer Glanz im alten Tun Room. Foto Copyright Ernie Ernst J. Scheiner 2014. Alle Rechte vorbehalten.
Die ehemaligen Gärbottiche wurde neu mit Oregon Pine-Holz von Küfern aus Dufftown aufgebaut. Neuer Glanz im alten Tun Room. Foto Copyright Ernie Ernst J. Scheiner 2014. Alle Rechte vorbehalten.

Der „süße und fruchtige“ New Make Spirit wird in Eichenfässern ausgebaut und hauptsächlich für die Blends Chivas Regal und Royal Salute verwendet. Der Glen Keith Single Malt reift allerdings nicht in der Brennerei, sondern in den großen Lagerhallen von Chivas Brothers/Pernod-Ricard in Keith, Mulben oder Tormore.

Die Glen Keith Distillery verfügt über kein Besucherzentrum.

 

Informationen
www.chivasbrothers.com

Eine fotografische detaillierte Präsentation der alten und neuen Glen Keith Distillery bietet Ernie’s The Gateway to Distilleries unter http://www.whisky-distillery.net/www.whisky-distilleries.net/Speyside_Glen-/Seiten/Glen_Keith.html

Serge verkostet: Junge Amerikaner – Teil drei

Weiter geht es in Serge Valentins Serie mit Verkostungen von jungen amerikanischen Whiskeys, heute mit dem dritten Teil. Sechs davon werden verkostet und bewertet, mit durchaus ansehnlichen Ergebnissen. Bourbons sind im Vergleich zu Scotch Whisky durchaus günstig zu erhalten – wer noch nie einen davon probiert hat (abgesehen von der Standardware), sollte sich darauf einmal einlassen – vielleicht findet man Gefallen daran. Hier die Wertungen:

  • Blanton’s Original ‚Single Barrel‘ (46.50%, OB, bourbon, barrel #202, 2013): 80 Punkte
  • Colonel E.H. Taylor ‚Small Batch‘ (50%, OB, bourbon, +/-2014) : 78 Punkte
  • Colonel E.H. Taylor ‚Single Barrel‘ (50%, OB, bourbon, +/-2014): 75 Punkte
  • Four Roses ‚Small Batch 2013‘ (51.4%, OB, Kentucky straight bourbon, 12468 bottles) : 88 Punkte
  • Four Roses ‚Small Batch 2012‘ (55.7%, OB, Kentucky straight bourbon, 4062 bottles): 86 Punkte
  • Blanton’s ‚Straight From The Barrel‘ (65.85%, OB, bourbon, barrel #68, 2012): 85 Punkte
Old Bourbon label
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