Knockando – Datenblatt

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Daten zu Knockando:

Land Schottland
Region Speyside
Geographische Lage 57° 27′ 34,1″ N,3° 21′ 2,3″ W
Typ Malt
Status aktiv
Eigentümer Diageo
Gegründet 1898
Gründer Jan Thomson
Wasserquelle Cardnach Spring
Washstill(s) 2 × 10.800 l
Spiritstill(s) 2 × 7.000 l
Produktionsvolumen 1.290.000 l
Website www.classic-malts.de

Geschichte der Destillerie:

Knockando [ˌknɔkanˈduˑ], gälisch Cnoc-an-du kleiner schwarzer Hügel, ist eine Whiskybrennerei in Knockando, Morayshire, Schottland. Die Brennerei gehört zum Spirituosenkonzern Diageo (ehemals United Distillers), der Whisky wird als Teil der Classic Malts Serie des Konzerns vermarktet.

Die Brennerei Knockando wurde 1898 von Ian Thomson am Ufer des Flusses Spey gegründet. Unglücklicherweise folgte der Gründung der Brennerei eine Periode der Überproduktion, gefolgt von dem Kollaps der Whisky Industrie, dem so viele Brennereien zum Opfer fielen. Von 1900 bis 1904 war Knockando geschlossen. Dann wurde es zu einem Spottpreis von GBP3.500 an W & A Gilbey Ltd. verkauft. 1952 wurde es von Justerini&Brooks übernommen. 1969 wurde die Zahl der Brennblasen von 2 auf 4 verdoppelt. 1975 ging Knockando an IDV/Grand Metropolitan. Die einmilliardste Flasche Knockando wurde 1985 in Anwesenheit der damaligen Premierministerin Margaret Thatcher abgefüllt.

Die Brennerei hat heute eine Jahresproduktion von 1,5 Millionen Liter Alkohol. Knockando ist ein wichtiger Bestandteil des J&B Blends. Seit 2005 gehört Knockando zu den Classic Malts.

Knockando Single Malts werden als Jahrgangs-Whiskys abgefüllt, das heißt, sie tragen das Destillationsjahr und das Abfülljahr auf der Flasche. Der Standard-Single Malt ist 12 Jahre alt und hat 43 Vol.-% Alkohol. Weitere Abfüllungen werden mit 18 und 21 Jahren angeboten.

Destillerie Knockando. Bildrechte bei Lars Pechmann.
 

Serge verkostet: Seltsame Whiskys

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Heute wagt sich Serge in terra incognita – in ein Land der wundersamen Abfüllungen. Whiskys, die jenseits des Mainstream daherkommen, die ihre eigene Geschichte haben, die unüblich sind – aber deswegen natürlich auch interessant. In seiner Verkostung hat er auch einen seltsamen Vodka – und der muss so absonderlich, so abscheulich sein, dass er – Premiere – von Serge genau null Punkte erhält. Zero, nada, nix. Nachlesen zahlt sich heute wirklich aus 🙂

Hier sind die verkosteten Abfüllungen mit ihrer Punktewertung:

  • Clyde May’s Conecuh Ridge (42.5%, OB, Alabama whiskey, +/-2013): 75 Punkte
  • Roughstock Montana Pure Malt Whiskey (45%, OB, +/-2013): 72 Punkte
  • Lost Spirits Leviathan II (53%, OB, American peated single malt, +/-2013): 83 Punkte
  • Säntis ‘Cask Strength Peated’ (52%, OB, Switzerland, +/-2012): 69 Punkte
  • Orbis Aged World Whiskey (40%, St. James Distillery, +/-2013): 83 Punkte
  • Eristoff Gold ‘Golden Caramel’ (20%, OB, vodka?, +-2013): 0 Punkte.

Die neuen Douglas Laing Abfüllungen für August

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Douglas Laing hat nun seine August-Abfüllungen angekündigt. Es wird einige neue Provenance-Abfüllungen geben, und drei neue Abfüllungen in der Premium Barrel – Serie. Auffällig ist, dass in der Provenance-Serie zwei No Age Statements erscheinen werden, und generell die neuen Angebote durchwegs relativ junge Whiskys sind. Hier einmal die Liste der Abfüllungen:

Provenance-Serie:

  • PRV1012 Caol Ila Young & Feisty
  • PRV1029 Talisker Young & Feisty
  • PRV1010 Glen Grant 9 Jahre
  • PRV1028 Balmenach 10 Jahre
  • PRV1019 MacDuff 15 Jahre
  • PRV1024 Braeval 12 Jahre
  • PRV1026 Tamdhu 12 Jahre
  • PRV1016 Glengyne 15 Jahre

Premier Barrel:

  • PBR0126 Talisker 5 Jahre
  • PBR0127 Craigellachie 8 Jahre
  • PBR0128 Mortlach 10 Jahre

Wir verkosten: Drei Blends von Hart Brothers

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Viele unabhängige Abfüller bieten mittlerweile auch Blends in ihrem Sortiment an – als preisgünstige Alternative zu Single Malts. Auch die Hart Brothers haben drei Blends im Angebot  – die wir für Sie verkosteten. Die Kostproben wurden uns vom deutschen Generalimporteur, der Fa. Heinz Eggert GmbH & Co. KG zur Verfügung gestellt.

Zunächst einmal sei vorausgeschickt, dass die Blends der Hart Brothers keine Mischung aus Malt und Grain Whisky sind, sondern ein Vatting von Malts verschiedener Destillerien – im Fall der besprochenen Blends laut Auskunft des Abfüllers ausschließlich Highland-Destillerien (leider konnten wir die Namen der entsprechenden Destillerien nicht in Erfahrung bringen).

Hart Brothers bieten ihren Blend in drei verschiedenen Ausprägungen an: ein achtjähriger Blend mit 40%, der in amerikanischer Eiche reifte, ein 17jähriger aus Sherryfässern und ein ebenfalls 17jähriger aus Portfässern. Beide 17jährigen werden mit 50% abgefüllt. Alle drei sind also keine kompletten Jungabfüllungen, sondern haben durchaus Zeit zum Reifen gehabt.

 

Hart Brothers Blend 8yo, 40%

Nase: Für 40% kommt er ziemlich spritig daher. Hinter der Schärfe finden sich dann Vanillenoten, Honig und ein Hauch Malzbonbon.

Gaumen: Zunächst ist da etwas undefinierte Süße, aber dahinter beginnt eine leichte Bitterkeit mit Einstreuungen von Leder- und Tabaknoten. Macht jetzt nicht rasend viel Freude.

Finish: Kurz. Da ist Getreide, da ist Holz, und nicht viel mehr.

Alles in allem: Naja. Man darf sich von einem günstigen Blend natürlich nicht allzu viel erwarten, aber mir zumindest fällt es schwer, ihn zu mögen. Er hat eine bittere Note, die mir keine Freude macht, und das Finish ist sehr flach und kurz. Als Single Malt Liebhaber vermisse ich in ihm Charakter, und mit 40% noch den Eindruck von Sprittigkeit zu erwecken ist auch nicht gerade ein Zeichen von höchster Güte.

Unsere Wertung: Enttäuschend.

 

Hart Brothers Blend 17yo Sherry, 50%

Nase: Das ist schon ein anderes Kailber. Deutlich sherrylastig in der Nase, aber im Sherry hängt anfangs etwas Muffigkeit, die jedoch schnell verfliegt. Etwas Madeira-Pflaume, dunkles Fruchtkompott, und irgendwie ganz leicht zimtig.

Gaumen: Viel Süße, jede Menge Süße, um es genau zu sagen. Erinnert an Zuckerglasur und kandierte Früchte, auch bei ihm eine leichte Tabaknote.

Finish: Sehr schön. Es ist lang und wärmend, die Süße setzt sich fort, erst ganz am Ende wird das Holz deutlicher.

Alles in allem: Das Wichtigste, was ihn meiner Meinung nach von einem gleichaltrigen Single Malt aus dem Sherry Fass unterscheidet, ist die Absenz einer typischen Destillerienote. Er hat kein ausgeprägtes Profil und damit eine gewisse Beliebigkeit. Ansonsten ist er gut trinkbar; seine Süße ist ausgeprägt und sie kann einige leichte Fehltöne durchaus gut zudecken.

Unsere Wertung: Gut.

 

Hart Brothers Blend 17yo Port, 50%

Nase: Oha, der ist aber rund und harmonisch. Die Süße, die er hat, könnte von einem reifen Pfirsich stammen. Viele Rosinen dabei, das Ganze schön in Balance.

Gaumen: Die Süße, die sich schon in der Nase präsentierte, wird hier schwer und füllig. Man spürt Citrusfrüchte, gekochte Birne, Rhabarber, etwas Malz und weiter Rosinen – eine komplexe und harmonische Mischung.

Finish: Sehr lang und wärmend, ganz ohne Holz, dafür wird es hinten etwas trockener. Ich mag das.

Alles in allem: Eine echte Überraschung. Das Portfass wirkt hier nicht wie ein aufgesetzter Geschmack, sondern wie ein eingebundener Harmonisator. Das Trinkerlebnis ist rund, komplex und sehr erfreulich. Er zeigt, dass ein Blend nicht zwangsläufig ein „minderwertiger“ Whisky sein muss, sondern wirklich Qualität zeigen kann. Eine Flasche, auf die man immer wieder gerne zurückkommt.

Unsere Wertung: Sehr gut.

 

Über den Verkoster: Bernhard Rems ist Herausgeber von Whiskyexperts, Liebhaber schottischer Single Malts – mit offenem Herzen für Whiskys anderer Länder und Regionen . Er möchte mit seiner Passion ansteckend für alle wirken, die sich mit Whisky beschäftigen wollen.

Whisky im Bild Leserwettbewerb – Sebastian Jäger

Tag 12 unseres Leserwettbewerbs ist angebrochen: Schicken Sie uns ein Foto, das mit Whisky zu tun hat und gewinnen Sie von Whiskyexperts.net eine Flasche Glen Grant Five Decades – freundlicherweise zur Verfügung gestellt von der Glen Grant Destillerie. Wie Sie mitmachen können, erfahren Sie hier. Abgestimmt wird dann am Ende des Monats.

Das Foto von heute hat Sebastian Jäger eingeschickt. Seine Info dazu: Dieses Foto entstand in einem Café in Portree auf der Isle Of Skye während wir auf dem Weg zu der Brennerei Talisker waren. Bei dem Foto gab es auch einen Talisker und er hat niemals besser geschmeckt 😉

Foto

Octomore 06.2/ 167ppm Cuvee Edition

Octomore_06.2_51f263145c028Die neueste Abfüllung von Master Distiller Jim McEwan vereint laut Bruichladdich die Anmut, die Eleganz und die Komplexität, für die Octomore ein Synonym geworden ist. Diese Charakterzüge gepaart mit „der besten Eiche er Welt“ lassen ein cremiges und erhabenes Mundgefühl entstehen. Gleichzeitig ist er voluminös, kraftvoll und  selbstbewusst, ein Spiegelbild der Insel Islay.

Die Octomore 06.2/ 167ppm Cuvee Edition ist eine  limitierte Auflage der preisgekrönten Kult-Serie Octomore und wird mit erstaunlichen 167ppm und in Fassstärke abgefüllt.

Die offiziellen Tasting Notes

Alc,58.2% / Vol,700ml

Farbe: Gold und Zitrus Lemon

Nase: Die Eröffnung ist eine Verschmelzung von Torfrauch und Meeresbrise mit einem Hauch von Jod, gefolgt von Wacholder, Kiefer, Anis und Zimt – unverwechselbar ein Octomore. Nachdem der Octomore ein wenig atmen durfte, setzen sich die Noten von Heidelbeeren, Brombeeren, Kirschen, gerösteter Orange und Bitterschokolade durch. Je länger man riecht, desto mehr weichen die anfänglichen Aromen dem Geruch von braunem Zucker aus den Bourbon-Fässern sowie saftigen Früchten – Melone und Guave mit einem Hauch von Zitrone und Honig. Er weckt die Sinne, belebt das Herz und die Seele.

Geschmack: Am Gaumen ist er kräftig, rauchig und süß -und, unter Berücksichtigung der besonders hohen Stärke, ist das typische Aroma von Islay und die des Cognac klar zu erkennen.  Zunächst dominieren die phenolischen Noten, am Gaumen jedoch passt dann alles zusammen, die Robustheit seiner Herkunft und der weiche Klang des Grande Champagne Cognac.

Finish: Alle Fässer reifen am Atlantik, dadurch werden Sie Meeresaromen wahrnehmen sowie Honig und Zitrone. Es sind genau diese Noten, begleitet von sanftem Torf, die Ihnen in Erinnerung bleiben werden.

Leider wissen wir weder den Preis, noch das genaue Release-Datum. Bisher ist nur bekannt, dass es ein Travel Retail Exclusive sein wird.  Sobald wir mehr wissen, werden wir euch updaten.

 

 

Exklusiv: Interview mit den Veranstaltern des Köpenicker Whiskyfest

Die Whisky-Messen im deutschsprachigen Raum sind an drei, vielleicht vier Händen aufzuzählen. Über das ganze Jahr verteilt, gibt es für jeden Whisky-Liebhaber und jede -Liebhaberin eine Messe in direkter Nähe, oder wenn es terminlich nicht passt, zu einem anderen Zeitpunkt eine in nächster Nähe.
Berlin bildet in diesem Jahr eine große Ausnahme. Innerhalb einer Woche im September werden zwei große Whisky-Veranstaltungen stattfinden. Der Cöpenicker Whiskyherbst am 13. und 14. September findet zum 14. Mal statt und gehört damit zu den älteren und etablierten Whisky-Messen.
Das Köpenicker Whiskyfest, eine Woche früher, findet in diesem Jahr zu ersten Mal statt. Veranstaltungsort ist die freiheit fünfzehn in Berlin-Köpenick, der Ort, an dem der Cöpenicker Whiskyherbst in den Jahren zuvor stattfand.

Wir haben beiden Veranstaltern Gelegenheit gegeben, ihre Veranstaltung vorzustellen. Das Interview mit den Veranstaltern des Cöpenicker Whiskyherbst finden Sie hier.

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Whiskyexperts: Whisky im September in Berlin-Köpenick, das kommt einem bekannt vor. Doch in diesem Jahr ist es ein anderer Veranstalter, und der Whisky-Herbst ist zum Whisky-Fest geworden. Wie kam es dazu?

Köpenicker Whiskyfest: Die Veranstalter des Cöpenicker Whiskyherbst haben sich nach Jahren der guten und erfolgreichen Zusammenarbeit entschieden, mit dem Whiskyherbst in eine neue Location zu ziehen. Wir haben das sehr bedauert und uns u.a. auf Bitten unserer Gäste dazu entschlossen, die Tradition eines Whiskyfestes in der Altstadt Köpenick fortleben zu lassen. Insofern knüpfen wir als Betreiber der „freiheit fünzehn“ an die Veranstaltungen der Vorjahre an, in welche wir natürlich stets eingebunden waren. Wir wünschen dem Cöpenicker Whiskyherbst viel Erfolg in der neuen Location, aber noch viel mehr wünschen wir unseren Gästen ein tolles Erlebnis beim 1. Köpenicker Whiskyfest, in gewohnter Location, inmitten der historischen Altstadt Köpenick.

Whiskyexperts: Worauf können sich die Besucherinnen und Besucher freuen?

Köpenicker Whiskyfest: Guter Whisky braucht einen entsprechenden Rahmen. Und den wollen wir unseren Gästen bieten. In der freiheit fünfzehn sind insbesondere die Band Clover und Larkin altbekannte Gäste und wir freuen uns diese auch in diesem Jahr begrüßen zu dürfen.

Clover ist eine bekannte Folkband, die mit irischer Musik sowie schottischen, französischen und deutschen Stücken den Abend lebendig  und abwechslungsreich gestaltet. Bei Clover ist alles Handarbeit.

Die Bank Larkin ist ein echter Geheimtipp und über unsere Facebook Seite gab es viel positive Reaktionen zu der Ankündigung, Larkin würde unseren Gästen richtig einheizen. Die Band zelebriert ihren Musikstil mit viel Spaß, Energie und Humor. Mit ihren unterschiedlichen Backgrounds haben die Musiker einen eigenen Stil gestaltet, kraftvoll, kantig und ungezügelt… Rasante Fiddle-Tunes wechseln sich mit verspielten, sanften Klängen ab.

Eine Tanz-Performance darf natürlich auch nicht fehlen. Diesen Part übernimmt Inisheer. Die Gruppe hat  sich nach einer verträumten Insel an der Westküste Irlands benannt. Die tanz- und steppbegeisterten jungen Frauen, die nicht nur von Riverdance träumen, sondern ihre Träume verwirklichen und unseren Fans oder solchen die es werden wollen ein Stück Irland nach Deutschland holen. Von märchenhaften Softshoe-Tänzen bis zu kraftvollen Stepp-Tänzen reicht ihr abwechslungsreiches Repertoire. Das Programm umfasst sowohl traditionelle Tänze als auch moderne Choreografien in Anlehnung an bekannte Tanzshows wie “Riverdance” oder “Lord of the Dance”. Sie verzaubern durch unsere Anmut und Energie unser Publikum und spätestens bei den irischen Mitmachtänzen ist jeder mitgerissen.

Das und einiges mehr dürfen unsere Gäste erwarten und wir sind sicher, damit alle Wünsche mindesten erfüllen zu können.

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Whiskyexperts: Die Aussteller sind viele unabhängige Abfüller. Eine bewusste Entscheidung?

Köpenicker Whiskyfest: Ja, denn wir wollen unseren Gästen das Besondere bieten, also ein Whiskyerlebnis, welches sie nicht so schnell vergessen. Dazu gehört nach unserem Verständnis auch, Marken und Abfüller zu präsentieren, die man nicht aus dem Getränkemarkt kennt. Wir arbeiten bewusst mit Partnern, die diesen Anspruch erfüllen und sind zufrieden, dass diese den Köpenicker Whiskyherbst sofort angenommen haben – gerade mit Blick auf den zuvor genannten Wechsel in der Veranstaltungsorganisation.

Ganz besonders froh sind wir aber auch, dass wir die Firma Diageo begeistern konnten, sich auch in diesem Jahr in der freiheit fünfzehn unseren Gästen zu präsentieren. Der Erfolg unserer Veranstaltung benötigt beides… die großen Marken, aber eben auch die unabhängigen Abfüller.

Whiskyexperts:  Obligatorisch bei Whisky-Messen sind die beliebten Tastings, bisher sind erst zwei veröffentlicht, die es aber in sich haben. Wer wird sie leiten, wird es noch weitere geben?

Köpenicker Whiskyfest: Das Köpenicker Whiskyfest versteht sich natürlich als Whisky-Messe, zu denen auch eine Reihe interessanter Tastings gehören. Wir wollen aber, und ein Blick auf das Programm verrät dieses, auch eine Fest für alle sein, die zwar mit Whisky nicht so viel anfangen können, aber eine entsprechende Affinität zu der Kultur rund um den Whisky haben. Unsere Facebook Fanpage verrät, nur 25% unserer Fans sind weiblich… hier gilt es, uns auch für diese Zielgruppe noch attraktiver zu präsentieren.

Aber ja, Whisky Tastings sind das A und O und dürfen nicht fehlen. Hier greifen wir bewusst auf unsere Aussteller zurück. Die sind die Experten und können am besten über ihre Produkte berichten. Als erstes hat sich Uwe Wagmüller von Finest Whisky bereit erklärt, gleich zwei Tastings durchzuführen. Weitere werden folgen… nicht nur von Finest Whisky, sondern auch von unseren anderen Experten. Wir aktualisieren diesbezüglich unsere Website kontinuierlich, es lohnt sich also, hier öfter reinzuschauen.

Whiskyexperts: Vielen Dank fürs Gespräch und viel Erfolg mit dem Köpenicker Whiskyfest.

Köpenicker Whiskyfest
06. – 07. September 2013
Freiheit 15
Berlin-Köpenick
www.koepenicker-whiskyfest.de
Köpenicker Whiskyfest bei Facebook

Exklusiv: Interview mit den Veranstaltern des Cöpenicker Whiskyherbst

Die Whisky-Messen im deutschsprachigen Raum sind an drei, vielleicht vier Händen aufzuzählen. Über das ganze Jahr verteilt, gibt es für jeden Whisky-Liebhaber und jede -Liebhaberin eine Messe in direkter Nähe, oder wenn es terminlich nicht passt, zu einem anderen Zeitpunkt eine in nächster Nähe.
Berlin bildet in diesem Jahr eine große Ausnahme. Innerhalb einer Woche im September werden zwei große Whisky-Veranstaltungen stattfinden. Der Cöpenicker Whiskyherbst am 13. und 14. September findet zum 14. Mal statt und gehört damit zu den älteren und etablierten Whisky-Messen.
Das Köpenicker Whiskyfest, eine Woche früher, findet in diesem Jahr zu ersten Mal statt. Veranstaltungsort ist die Freiheit 15 in Berlin-Köpenick, der Ort, an dem der Cöpenicker Whiskyherbst in den Jahren zuvor stattfand.

Wir haben beiden Veranstaltern Gelegenheit gegeben, ihre Veranstaltung vorzustellen. Das Interview mit den Veranstaltern des Köpenicker Whiskyfest finden Sie hier.

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Whiskyexperts: In diesem Jahr findet der Whiskyherbst zum 14. Mal statt, diesmal aber nicht wie in den letzten Jahren in der Freiheit 15 in Berlin-Köpenick, sondern in der Malzfabrik in Berlin-Tempelhof. Was waren die Gründe für den neuen Veranstaltungsort?

Cöpenicker Whiskyherbst: Angefangen hat ja alles im Jahr 2000 im Innenhof des Rathauses Köpenick. Von der unvergleichlichen Atmosphäre dort erzählen uns die Besucher der ersten Stunde heute noch. Dort begannen wir mit 1800 Besuchern und wuchsen schnell auf 2800 Besucher. Im Jahr 2006 „mussten“ wir dann wechseln, da der Platz einfach nicht mehr ausreichte. Der steigenden Zahl der Besucher stand auch ein größeres Interesse der Aussteller gegenüber, also blieb uns nur diese Möglichkeit. Der Betreiber des Rathausinnenhofes nahm die Sache damals sehr sportlich, obwohl ihm natürlich nun eine große Veranstaltung fehlte.
Wir wechselten also 300m Luftlinie weiter ans Wasser. Mehr Platz, ebenfalls unter freiem Himmel, besser hätte es nicht sein können. Inzwischen hatten wir den Whiskyherbst auf zwei anstatt drei Tage verkürzt. Und die Zahl der Besucher stieg trotzdem weiter. Auch die Besucher, die wegen des Ortswechsels nicht mehr kommen wollten kamen nun wieder. Im Jahr 2011 standen wir kurz davor, den Einlass schließen zu müssen wegen Überfüllung.
Also haben sich die drei „Whiskyherbstler“ zusammengesetzt und beraten, was man tun kann. Erste Priorität war die Veranstaltung nicht zu verändern, also weiterhin unter freiem Himmel, an jedem Tag eine Band mit irisch/schottischer Musik und jede Menge Seminare und Masterclass Tastings, eben ein echtes Festival. Unsere Wahl auf die Malzfabrik fiel dann aus mehreren Gründen. Allein der Name ist schon ein Grund, oder? Hinzu kommt, dass das Gelände wesentlich größer ist, also sowohl mehr Besucher als auch Aussteller aufnehmen kann. Die ganze Logistik ist nahezu optimal, da der Auf- und Abbau besser organisiert werden kann. Die nächsten Wohnhäuser liegen in angemessener Entfernung, somit fällt keine Lärmbelastung an, was in der heutigen Zeit sehr wohl ein Problem sein kann.
Und schließlich und endlich liegt das Gelände im Innenstadtbereich und ist optimal zu erreichen. Der ICE/Regional/S-Bahnhof Südkreuz ist in 10 Minuten zu Fuß zu erreichen, der nächste Bus in 5min, die nächste Ausfahrt der Stadtautobahn ist 1km entfernt und den Besuchern, die sich mit dem PKW zur Malzfabrik bringen lassen, stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung, da sich das Gelände unmittelbar neben einem nicht ganz unbekannten schwedischen Möbelhaus befindet.
Uns ist bewusst, dass wir bei einem Ortswechsel ins kalte Wasser springen, aber wir wissen auch, dass wir gut schwimmen können. Der Whiskyherbst ist in den vergangenen 13 Jahren zu einer festen Größe in der Whiskylandschaft geworden. Würde der Erfolg nur von der Örtlichkeit abhängen, hätten wir etwas falsch gemacht.

Whiskyexperts: Was wird es für die Besucherinnen und Besucher Neues geben?

Cöpenicker Whiskyherbst: Natürlich bleiben wir in erster Linie beim alt Bewährten. Jede Menge Whisky, Musik, Masterclass Tastings und gutes und bezahlbares Essen. Hinzu kommen neue Aussteller, denen wir in den vergangenen Jahren absagen mussten, da kein Platz mehr zu vergeben war. Einige Aussteller konnten größere Stände buchen, da sie Ihr Sortiment vergrößert haben.
Neu ist ein Stand mit wirklich frisch zubereitetem Irish Coffee, damit auch die Begleitungen, die keinen Whisky mögen, etwas Gutes im Glas haben.
Ebenfalls neu ist ein Aussteller mit einer schier unendlichen Auswahl an Fudge. Nebenher hat er auch noch schottische Crisps und allerlei Zubehör wie kleine schottische Flaggen, Sticker, Teetassen und dergleichen im Angebot.
Ein Zigarrenhändler wird den Rauchern unter den Besuchern eine gute Auswahl an Zigarren bieten, und am Stand des Whiskyherbst wird ein Hersteller feinster Schokolade aus Luckau in Brandenburg seine Produkte anbieten und natürlich auch ein Schokoladenseminar abhalten.
Der German Rum Ambassador Dirk Becker wird bei zwei Rum Masterclass einiges hervorzaubern und auch an seinem Stand Dinge anbieten, von denen ich bisher noch nicht im Entferntesten etwas gehört habe.
Am Bier- und Grillstand wird es zu keinen Versorgungsengpässen kommen, da ausreichend Guinness, Irish Stew, Fish & Chips und einiges an Würsten und Steaks vom Grill vorhanden sein werden.
In diesem Jahr ist im Eintrittspreis von 10.- Euro nicht nur das Nosingglas enthalten, sondern auch ein praktischer Glashalter, den man sich um den Hals hängen kann, im Wert von 5.- Euro.
Unsere Eröffnungsfahrt am Vorabend des Whiskyherbst ist zwar nicht neu, wird aber als „Highland Tour Berlin, die Spreeside Metropole“ sicher den Teilnehmern einige Neuigkeiten der Stadt zeigen.

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Whiskyexperts: Und was bleibt vom Altbekannten?

Cöpenicker Whiskyherbst: Das ist eigentlich leicht zu beantworten. Das bewährte Konzept bleibt und wird durch Neues ergänzt. Eine Veranstaltung im Freien unterscheidet sich eben schon durch den Ort von den anderen Messen. Nicht besser oder schlechter, eben anders. Das heißt aber schon, dass wir selbst noch besser werden wollen im Zusammenspiel mit unseren Ausstellern und Besuchern. Der Whiskyherbst soll DIE Veranstaltung im Freien bleiben. Besonders zu erwähnen ist noch das überaus freundliche Verhältnis der Aussteller untereinander. Das soll und wird so bleiben, dessen sind wir uns sicher.

Whiskyexperts: Es wird sicherlich auch wieder eine Festival-Abfüllung geben. Auf welche Destillerie fiel in diesem Jahr die Wahl?

Cöpenicker Whiskyherbst: Der Whisky zum Whiskyherbst 2013 ist ein BenRiach geworden. Er wurde 2000 destilliert und 2010 in ein PX Puncheon umgefüllt. Die Abfüllung erfolgte nur wenige Tage vor seinem dreizehnten Geburtstag mit 53,4%. An die Besucher des Whiskyherbst wird er für 59.- Euro verkauft. In den Läden der Veranstalter und im Versand kostet er 65.- Euro.

Whiskyexperts: Vielen Dank fürs Gespräch und viel Erfolg mit dem Cöpenicker Whiskyherbst.

Cöpenicker Whiskyherbst
13. und 14. September 2013
Malzfabrik
Bessemerstraße 2-14
Berlin-Tempelhof
www.whisky-herbst.de
Cöpenicker Whiskyherbst bei Facebook

Serge verkostet: Sieben Convalmore

Convalmore Destillerie, Foto von Christopher Gillan, CC-Lizenz
Convalmore Destillerie, Foto von Christopher Gillan, CC-Lizenz

Vor einiger Zeit hatten wir ein Datenblatt für die Lost Distillery Convalmore angelegt – heute bringt Serge Valentin von Whiskyfun ein ausführliches Tasting verschiedenster Abfüllungen. Whisky von Convalmore ist nicht mehr so leicht erhältich (am ehesten findet man noch die Gordon & MacPhail-Abfüllung aus dem Jahr 2008, die ebenfalls im Tasting vertreten ist). Hier die einzelnen Kandidaten und die Punkte, die Serge dafür vergeben hat:

  • Convalmore 1969/1991 (40%, Gordon & MacPhail, Connoisseur’s Choice): 76 Punkte
  • Convalmore 23 yo 1984/2008 (43%, Gordon & MacPhail, Connoisseur’s Choice, refill sherry hogshead): 83 Pukte
  • Convalmore-Glenlivet 26 yo 1981 (46%, Cadenhead, Original Collection, sherry, +/-2007): 87 Punkte
  • Convalmore 22 yo 1978/2008 (50%, Douglas Laing, Old Malt Cask, 336 bottles): 87 Punkte
  • Convalmore-Glenlivet 36 yo 1977/2013 (58.2%, Cadenhead, small batch, hogshead, 288 bottles): 92 Punkte
  • Convalmore 30 yo 1976/2007 (44.1%, Douglas Laing, Old Malt Cask, DL ref #3520, 192 bottles): 91 Punkte
  • Convalmore 31 yo 1975/2006 (46.9%, Enjoy Whisky, 268 bottles): 85 Punkte

Ralfy’s Videoverkostung #385: Corsair TripleSmoke whisky

Auch die Amerikaner machen natürlich Whisky ohne „e“ im Namen – Ralfy hat sich in seinem Videotasting #385 einem davon aus Nashville angenommen, dem Corsair TripleSmoke whisky. Er ist sehr jung, laut Ralfy sehr interessant – und bekomt von ihm 85 Punkte. Das komplette Video mit 16 Minuten und vielen Hintergrundinfos gibt es auf Youtube – und für die Bequemen natürlich auch wieder direkt hier bei uns.

 

 

Wir verkosten: Inverleven 1991 Gordon &MacPhail

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Eine Destillerie in der Destillerie (mehr Infos dazu hier) – klingt komisch, ist aber in Schottland gar nicht so übermäßig selten, wie man vielleicht glauben könnte. Passend zu der Einführung und den Hintergrundanekdoten über die manchmal dezent vernachlässigte Lowland Region, möchte ich ihnen heute einen Malt vorstellen (Inverleven Gordon & MacPhail, distilled 1991, bottled 2012, „distillery labels“ 40% vol.) und verkosten, dessen bewegte Historie in einem eigenen Artikel detaillierter ausformuliert werden muss, und den man heute nur mehr findet, wenn man sehr genau sucht und weiß, wo man graben muss. Aber das ist – wie gesagt – eine andere Geschichte…

Nase: Grünlich grasiges Opening, malzige Aromen im Spiel mit Vanille, Custard, etwas vegetabil (im positiven Sinne), Rosmarin neben Sellerie, getrocknete Früchte, Rauch entwickelt sich und verschafft sich Gehör, sanfter Duft von Streichhölzern, frische Sägespäne, alles eingebettet in Manukahonig, helles Karamell und Toffee, Banane, sogar etwas Kokos, umschmeichelt von feiner Ingwerschärfe, Marille und sanfter Pfirsichtouch, Apfeltabak, grüner Granny Smith, Zitronenfrische wieder Lagerfeuer-rauchig-romantisch, etwas Menthol, eine interessante, verspielte und für den Alkohol erstaunlich eindrucksvolle Nase.

Gaumen: trockener Beginn, Sägespäne, frische Prise von smoky barbecue, auch etwas Torf und Vanille, Butterbrot, Brioche, Pfirsich ja richtiggehend peach melba, fantastisch weich, rund, balanciert, keine Explosion am Gaumen und kein Monster-Malt, aber von einer sehr fein gezeichneten Finesse.

Finish: langer Nachhall von Liebstöckel, Rosmarin und Thymian, etwas Vanillesüße und wieder dieses sanft rauchig karamellige, Rosinen, Trockenpflaumen im Abgang, Alkohol wunderbar eingebunden, schmeichelndes Spiel aus Süße, Pfeffer und Pikanz, getragen von malziger Toffeenote, etwas letzte Konsequenz und längerer Zug fehlen.

Alles in allem: Filigran, balanciert, in seiner Finesse sehr schön gemalt, spannend, kein Brüller, kein Mike Tyson, viel eher eine Claudia Schiffer, grazil, warum man diesen Malt auf 40% vol. Alkohol herabsetzen musste ist mir ein Rätsel und lässt den Gesamteindruck etwas dahin-verwässern, schade, mit 46% oder Fassstärke wäre das ein Knaller-Whisky. Auch so sehr schön aber nicht ganz vorne dabei!

Aber jetzt mal ehrlich, was für ein wunderbarer Geschichtsschluck, welch eine Story, die man sich bei Tisch über diesen Whisky erzählen kann – und am Ende ist es das, was einen guten Dram ausmacht. Teilen, genießen, in Erinnerungen und Geschichten schwelgen und Spaß haben.

Verkoster: Reinhard Pohorec arbeitet zur Zeit als Bartender im Savoy in London und beschreibt sich selbst als leidenschaftlicher Whiskygenießer. Er hat sich in seinem Berufsfeld auf den Purbereich und Whiskys spezialisiert und ist für whiskyexperts als freier Kolumnist tätig.

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Whisky im Bild Leserwettbewerb – Lars-Peter Hiller

Wir sind bei Tag 11 unseres Leserwettbewerbs: Schicken Sie uns ein Foto, das mit Whisky zu tun hat und gewinnen Sie von Whiskyexperts.net eine Flasche Glen Grant Five Decades – freundlicherweise zur Verfügung gestellt von der Glen Grant Destillerie. Wie Sie mitmachen können, erfahren Sie hier. Abgestimmt wird dann am Ende des Monats.

Das Foto von heute stammt von Lars-Peter Hiller. Er schreibt: Das Poster zeigt alle 81 Distillerien, die wir auf unserer Hochzeitsreise im Juni 2013 besucht haben. Meine Frau fotografierte mich vor jeder Einzelnen.

Poster

Whiskywissen: Die Lowlands

Mash tuns in Aucentoshan. Bild von Nicor, GNU-Lizenz
Mash tuns in Aucentoshan. Bild von Nicor, GNU-Lizenz

Neben den intensiven Inselwhiskys, Islay Malts, Sherrybomben der Speyside und eingesessen Platzhirschen wie Macallan oder Glenlivet, wird eine Region gerne übersehen oder etwas links liegen gelassen.

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Am weitesten südlich und an England grenzend gelegen, werden die Lowlands im Norden von einer gedachten Linie zwischen dem Firth of Tay und dem Firth of Clyde begrenzt, oft wird diese auch einfach zwischen Edinburgh und Glasgow gezogen, die Highland Line.

Lowlands Destillerie Bladnoch - Photo von Jonathan Wilkins, CC Lizenz
Lowlands Destillerie Bladnoch – Photo von Jonathan Wilkins, CC Lizenz

Es herrscht nicht immer Einigkeit über die Kategorisierung schottischer Whiskies in verschiedene Regionen und die zunehmende Diversität von Stilistiken und Typizitäten macht es tatsächlich nicht leicht, eine für jeden stimmige Teilung zu schaffen. Historisch betrachtet, werden die Highlands, Islay und Campeltown eben durch die Lowlands zu den vier „main whisky regions“ vervollständigt.

Dabei gibt es auch in den Lowlands einige herausragende und sehr eigenständige Tropfen zu entdecken, und es sollte auch nicht vergessen werden, dass große „lost distillery“ Namen wie St. Magdalene oder Rosebank, deren verbliebene Abfüllungen heute für teures Geld gehandelt werden, dieser Region zuzuordnen sind.

Überdenkt man den Umstand, dass Whisky oft die Persönlichkeit seiner Umgebung und der dort lebenden Menschen widerspiegelt, sind die Lowlands vielleicht ein perfektes Beispiel – der Charakter der Whiskys wird generell als süßlich, weich, zugänglich und oft eher „unaufgeregt“ eingeordnet, grasig malzig, floral gilt als typisch. Und die Tatsache, dass bis vor kurzem nur noch drei Destillerien im südlichsten Teil Schottlands aktiv waren, mag nicht weiter förderlich sein für die Reputation und den Bekanntheitsgrad.

In die Lowlands einzutauchen und in der reichen Geschichte der border region zu wühlen, ist auch ein Tribut an die Ursprünge des schottischen Lebenswassers.

Voll von alten Kohlemine-Städten der viktorianischen Anwesen und Unmengen an Getreide, war das Gebiet nördlich der englischen Grenze wie geschaffen dafür, seinen Platz in der Whiskyhistorie einzunehmen.

In Glasgow und Edinburgh fanden sich zahlreiche glückliche Abnehmer für die Brände der Destillieren, deren Anzahl Mitte des 19. Jahrhunderts über 115 betrug.

Man errichtete mächtigere distilleries, größere stills, produzierte grain spirit in großen Mengen – übrigens gerne auch unter Beimengung von Weizen, Hafer, Mais. Praktischerweise fand sich auch ein ausreichender Vorrat an Kohle und machte somit die Verwendung von Torf für die Befeuerung unnötig.

 

Dean Castle in Kilmarnock, Lowlands - Foto von Fraser Sutherland, GNU-Lizenz
Dean Castle in Kilmarnock, Lowlands – Foto von Fraser Sutherland, GNU-Lizenz

Langsam aber sicher kristallisierte sich ein gewisser regionaler Stil heraus, dessen Nachwehen noch heute seh- und schmeckbar sind. Nicht vielen wird übrigens geläufig sein, dass ein stolzer Anteil des produzierten Getreidedestillats seinen Weg gen Süden machte und englischen Gin aufpeppte.

Auch der Blended Scotch Whisky hat seine Wurzeln in den Lowlands, aufgefüllt durch die Grain Destillerien, die zwar weniger dem phototauglichen wildromantischen Destillerieimage entsprechen und eher einer groß angelegten technischen Produktionsstätte gleichen, aber für die Whiskybranche generell einen immens wichtigen Beitrag leisten.

Glenkinchie Destillerie, Foto von Cls With Attitude, CC-Lizenz
Glenkinchie Destillerie, Foto von Cls With Attitude, CC-Lizenz

Viel Lebenswasser umspült also diesen Teil der Insel, wenig davon Single Malt. In den 80ern des 20. Jahrhunderts mussten – nicht nur im Süden – viele Destillerien ihre Tore schließen und stills stilllegen. Seltene Restabfüllungen lassen heute Sammlerherzen höherschlagen und geben Whiskyfreunden einen flüssigen Blick zurück in die Geschichte – auch in die gloriose Geschichte einer heute oft vergessenen Region – die Lowlands.

[box type=“shadow“ align=“aligncenter“ ]Aktive Destillerien 2013:

Single Malt: Ailsa Bay, Auchentoshan, Bladnoch, Daftmill, Glenkinchie, Annandale

Grain: Cameronbridge, Girvan, North British, Port Dundas, Strathclyde[/box]

Autor: Reinhard Pohorec arbeitet zur Zeit als Bartender im Savoy in London und beschreibt sich selbst als leidenschaftlicher Whiskygenießer. Er hat sich in seinem Berufsfeld auf den Purbereich und Whiskys spezialisiert und ist für whiskyexperts als Redakteur tätig.

Glenury Royal – Datenblatt

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Daten zu Glenury Royal:

Land Schottland
Region Highlands
Geographische Lage 56° 58′ 20,7″ N,2° 12′ 52,7″ W
Typ Malt
Status 1985 stillgelegt und 1993 abgerissen
Eigentümer
Gegründet 1825
Gründer Robert Barclay-Allardice
Wasserquelle Cowie
Washstill(s) 2
Spiritstill(s) 2

Geschichte der Destillerie:

Glenury oder Glenury Royal war eine Whiskybrennerei in Stonehaven, Aberdeenshire, Schottland. Sie wird der Whiskyregion Highlands zugerechnet.

Die Brennerei wurde 1825 von Robert Barclay-Allardice, einem Abgeordneten des Britischen Parlaments, in Stonehaven gegründet. Etwas später erhielt die Brennerei von König Georg IV. die Erlaubnis, den Namenszusatz Royal zu führen, ein Privileg, das bis heute nur zwei weiteren Whiskybrennereien (Royal Lochnagar und Royal Brackla) zuteilwurde. 1857 wurde die Brennerei von William Ritchie aus Glasgow erworben. Im Jahre 1938 ging sie an Associated Scottish Distillers über und schließlich 1953 an Distiller Company Ltd. (DCL), welche in Scottish Malt Distillers Ltd. (SMD) aufging. 1965 wurde die Anlage überholt und die Anzahl der Brennblasen auf vier erhöht. Die letzten Brände wurden 1985 hergestellt und die Destillerie dann stillgelegt. Das Gelände wurde 1992 verkauft und die Gebäude 1993 abgerissen. Heute erinnern noch die Straßen Glenury Road und Glenury Crescent sowie eine Bushaltestelle an die ehemals in unmittelbarer Nähe liegende Brennerei.

Das benötigte Wasser stammte aus dem Fluss Cowie. Zuletzt waren jeweils zwei Grobbrandblasen (Wash Stills) und Feinbrandblasen (Spirit Stills) installiert.

Glenury füllte viele seiner Brände als Single-Malts ab. Auch heute sind diese Whiskys noch im Rahmen der Rare Malt Series erhältlich. Des Weiteren gab es eine Reihe von Abfüllungen unabhängiger Abfüller.

Glenury Royal Destillerie, Foto von Potstill
Glenury Royal Destillerie – ehemalige Mälzerei in der Nähe des Standorts, Foto von Potstill