Am 31. Mai um 18.30 Uhr findet im Jahrhundertbeisl im 8. Wiener Gemeindebezirk, Florianigasse 35, eine Pre-Release Verkostung des unabhängigen Abfüllers Càrn Mòr statt. Es werden bislang unveröffentlichte Abfüllungen zur Verkostung bereitstehen. Hier die Abfüllungen im Detail:
Dailuaine 1998 (46 %, HH, 15 Jahre, 570 Flaschen): Feed Back beim Speyside Festival – superb!
Braes of Glenlivet 1989 (58,9 %, HH # 1004, Dest. 19. Mai 1989): ex Cask Sample (2 x 0,2 Liter)
Teaninich 1973 (54,0 %, Sherry Butt # 20237, Dest. 21. Dez. 1973): ex Cask Sample (2 x 0,2 Liter)
Ledaig 2005 (46 %, HH, 7 Jahre, 800 Flaschen): Peat as Peat can be plus Honey!!
Wer am kostenlosen Tasting teilnehmen möchte, um die neuen Abfüllungen schon vorzukosten, bevor sie im Handel erhältlich sind, sollte sich so bald wie möglich bei office@gillespiepartners.com anmelden – die Platzzahl ist naturgegeben begrenzt.
Mit Devil’s Punchbown startete Arran eine Trilogie von Abfüllungen. Jetzt kommt „Angels & Devils“ als Kapitel 2 dazu.
Soeben hat Arran eine neue Abfüllung für 24. Juni 2013 angekündigt: Mit Arran „Angels & Devils“ wollen sie jener Abfüllungstrilogie, die mit „Devil’s Punchbowl“ im letzten Jahr sehr erfolgreich begonnen hat, den zweiten Teil hinzufügen. Noch gibt es keine weiteren Details oder weitere Bilder, aber natürlich halten wir Sie auf dem Laufenden.
Diese beiden oben abgebildeten Abfüllungen werden, wie wohl fast alle, die für das Fèis Ìle aufgelegt wurden, begehrte Sammlerstücke werden. Diageo hat heute die Details zu den Festivalabfüllungen von Lagavilin und Caol Ila bekannt gegeben. Beide werden nur direkt während des Fests auf Islay an die Destilleriebesucher abgegeben (und wohl oder übel später in Auktionen auftauchen):
Lagavulin:
Die Festivalabfülllung ist 16 Jahre alt. Sie wurde 1995 abgefüllt und reifte in ex European Oak Sherry Butts. Die Selektion wurde von Lagavulin’s Lagerleiter Iain McArthur persönlich vorgenommen.
Caol Ila:
Dies ist eine dreifach gereifte Abfüllung und damit etwas Besonderes. Destilliert im Jahr 1998, wurde sie in einer Kombination aus Refill Butts, Hogsheads und Barrels gereift. Dann wurde alles zusammengemischt und einige Monate lang in frischen Hogsheads gelagert, um eine den Rauch ergänzende würzige Eichennote zu erhalten. Danach ging es zur Abrundung noch in Fässer aus europäischer Eiche.
Beide Abfüllungen werden 99 Pfund kosten und sind jeweils auf 3000 Flaschen limitiert.
Heute auf Whiskyfun: die Destillerie Miltonduff aus der Speyside, deren Whisky den Hauptbestandteil des Blends „Ballantine’s“ bildet (von Chivas Brothers auch mit der Ballantine’s 17 Year Old Signature Distillery Miltonduff Edition gewürdigt). Die beiden Whiskys unabhängiger Abfüller wissen zu überzeugen ohne zu glänzen.
Miltonduff 22 yo 1989/2012 (50%, Chieftain’s, hogshead, cask #6, 8 & 10, 1058 bottles) 83 Punkte
Miltonduff 30 yo 1982/2013 (50,1%, The Whisky Agency, refill bourbon hogshead, 269 bottles) 84 Punkte
Die Brennerei wurde 1898 von John Duff erbaut, musste allerdings, bis auf die Mälzerei, die u.a. Longmorn versorgte, schon 1900 wieder schließen und wurde erst 1965 von Glenlivet Distillers Ltd. wiedereröffnet. 1978 ging sie anSeagram und wurde 1985 von zwei auf vier Brennblasen erweitert. Zwischen 1983 und 1996 wurde u.a. ungewöhnlich torfiger Whisky hergestellt, der für Blends gedacht war, da der damalige Mutterkonzern nicht über eine Islay-Brennerei verfügte. Ein Teil der damaligen Produktion ist inzwischen als Single Malt erhältlich. 1999 wurden die Malzböden nach über 100 Jahren durchgehender Produktion geschlossen. Am 19. Dezember 2001 ging die Destillerie anPernod Ricard, die erst die Produktion drosselten und die Brennerei nur 3 Monate im Jahr betrieben, bis sie sie im August 2002 ganz still legten. Im April 2004 kauften Billy Walker, Geoff Bell und Wayne Keiswetter die Brennerei, die seitdem wieder im Normalbetrieb läuft.
Das Wasser der zur Region Speyside gehörenden Brennerei stammt aus lokalen Quellen. Sie verfügt über einen Maischbottich (mash tun) (6,1 t), acht Gärbottiche (wash backs) (zusammen 240.000 l), zwei wash stills und zwei spirit stills, die mit Dampf erhitzt werden.
Die PR-Maschinerie für den Ardbog von Ardbeg läuft auf Hochtouren – und hat jetzt ein wirklich witziges Video dazu geboren. Sie können es hier bei uns sehen. Wir finden: wirklich gut gelungen.
Die Feinbrennerei Sasse ist ins „Buch der Besten“ aufgenommen worden.NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin hat das Buch, das für 100 Unternehmen, Institutionen und Persönlichkeiten des Landes Nordrhein-Westfalens im In- und Ausland wirbt, heute in Düsseldorf vorgestellt. Die Feinbrennerei aus dem Münsterland ist darin als einziges Unternehmen des Kreises Borken vertreten.
Mit dem Anspruch „World Class Distillery“ überzeugte Sasse die hochrangig besetzte Jury unter Vorsitz Duins, die unter anderem bewertete, wie innovativ und einzigartig die Bestleistungen sind. Um die Aufnahme ins Buch hatten sich etwa 500 Unternehmen über ein Online-Portal beworben. Das „Buch der Besten“ erscheint nun in erster Auflage mit 8.500 Exemplaren im Essener Klartext-Verlag.
Strathearn Distillery, Schottlands neueste und wahrscheinlich kleinste Destillerie, und ihr Direktor und Botschafter David Wight melden, dass sie endlich die Baugenehmigung für die Brennerei in Methven, Perthshire erteilt bekommen haben.
„Die Stills sind bestellt, Gin- Rezepte sind fast abgeschlossen, Fässer für die Whiskys sind schon da und die Aufräumarbeiten liegen in den letzten Zügen“, erzählt ein stolzer Botschafter.
Die Highland Destillerie anCnoc startete im April letzten Jahres ihre Zusammenarbeit mit dem schottischen Illustratoren Peter Arkle, der in New York lebt. Neben der limitierten Edition „An Cnoc Peter Arkle Travel Retail“ für Duty-Free-Shops gab es die Limited Edition No.1 ‘Ingredients’ und Limited Edition No.2 ‘Casks’ . Die jetzt erschienene Limited Edition No.3 trägt den Beinamen „Bricks“, wie bei ihren Vorgängern reifte der Whisky in Fässern aus europäischer und amerikanischer Eiche. Der Whisky wurde mit 46% Vol. abgefüllt, auf Kühlfilterung und Färbung wurde verzichtet. Nur 6.000 Flaschen wurden abgefüllt, die UVP für Großbritannien beträgt £49,99.
Farbe: Helles Bernstein
Nase: Honig- und Zitrone-Töne werden von Äpfeln und süßer Vanille begleitet. Leder und Orangenschale im Hintergrund.
Geschmack: Würzig mit Noten von spritzigen Zitrusfrüchten, Sherry und dunkler Schokolade. Der Abgang ist lang und weich mit Noten von Orangen und Sherry.
Serge Valentin hatte eigentlich geplant, einige Sonderausgaben von Bowmore zu verkosten. Das muss wohl noch ein paar Wochen warten.
In der Zwischenzeit probiert er für uns eine bunte Auswahl an Bowmore Jahrgängen, die direkt vom deutschen Markt kommen.
Serge sagt zu Bowmore :“Solange keine seltsamen Veredelungen oder seltsame Chargen aus den 80’ern dabei ist, mag ich sie eigentlich alle“ . Und die heutigen Bowmore scheinen mit Ihrer exzellenten Bewertungen definitiv dazu zu gehören.
Bowmore 11 yo 2001/2012 (53.6%, Maltbarn, sherry, 175 bottles – 90 Punkte .
Bowmore 12 yo 2001/2013 (52.9%, The Whisky Agency, Liquid Library, refill butt, 484 bottles) – 90Punkte.
Bowmore 14 yo 1998/2012 (50.9%, The Whisky Cask, bourbon barrel)- 85 Punkte.
Bowmore 15 yo 1997/2013 (52.5%, The Whisky Agency, The Perfect Dram, barrel, 153 bottles) – 87 Punkte.
Bowmore 17 yo 1996/2013 (52.7%, The Whisky Agency, hogshead, 307 bottles) – 91 Punkte.
Der aktuelle Batch des Longrow 18yo (zu erkennen an der Verpackung) schlägt durch seinen prononcierte Süße etwas aus der Reihe der Longrow-Abfüllungen. Wichtig: Nach dem ersten Öffnen der Flasche und bei hohem Füllstand braucht er Zeit im Glas, um sich wirklich entfalten zu können. Dann aber ist er zugänglich und überrascht.
Nase: Überraschend wenig Rauch für einen Longrow. Dafür überbordende Süße, gekochte Früchte, sehr viel Vanille. Etwas später erscheint die Fruchtigkeit – mit Pflaumen und Brombeeren. Ein Hauch von Leder ist da, und subtile würzige Noten. Man kann sich kaum sattriechen an ihm.
Gaumen: Jetzt zeigen sich erste Anzeichen von Rauch – aber die cremige Süße ist absolut dominant. Wieder gekochte Früchte, einige Wiesennoten sind da. Zum Ende hin etwas Holz, aber nicht aufdringlich. Sehr komplex, sehr groß im Mund. Man entdeckt immer wieder neue Nuancen.
Finish: Sehr, sehr lang und cremig. Die Süße bleibt, aber der Rauch wird stärker. Er ist nicht brutal wie zum Beispiel beim Port Charlotte PC 10 in Fassstärke, sondern elegant, sanft – er harmoniert mit runden Leder- und Holznoten. Man kann sich zwischen den Schlucken Minuten Zeit lassen – der Longrow 18yo bleibt und bleibt und bleibt.
Alles in allem: Man muss sich Zeit nehmen und ihm Zeit lassen – dann ist er ein fabelhafter Dram. Elegant, komplex und in jeder Phase befriedigend. Zugegeben, gerade günstig ist er nicht, aber er ist sei Geld wert.
Auf whiskyintelligence.com gibt es weitere Details zur kommenden Ardbeg-Abfüllung Ardbog aus einer Pressemitteilung der Ardberg Embassies Neuseelands. In diesem Land findet die erste Ardbeg Day Veranstaltung statt und deshalb wird der Ardbog Limited Edition hier der interessierten Öffentlichkeit als erstes vorgestellt.
Tasting Notes:
Farbe: Sattes Ocker
Nase: Tiefe, verlockende Wellen von Pecan-Nüssen, Toffee & salziges Karamell kombiniert mit Buttertoffee, Leder und einem deutlichen Hauch von Kräutern, Lavendel und Veilchen. Der Rauch ist weich und aromatisch und mit salzigen Noten verflochten, wie Berico-Schinken und Oliven. Die Zugabe von Wasser bringt Kräuter-, parfümierte Noten, geräuchert Rhabarber, alter Balsamico-Essig und einige salzige ‚Graphit‘ Noten, welche an das Manzanilla Fass erinnern.
Gaumen: Ein volles, ölig/prickelndes Gefühl im Mund mit einer kräftigen, salzigen, pikanten Geschmacksrichtung wie bei gesalzenen Cashewkerne und Erdnüssen wird von Nelken, Anis aromatisierter Toffee, grünen Oliven und einem Hauch von Sardellen durchbrochen. Ein langer, anhaltender Nachgeschmack, in denen die klassische Ardbeg Süße (wie ein Hauch von Ahornsirup) in Schach gehalten wird durch Holztannine, Nelken und gemahlener Kaffee.
Die unverbindliche Preisempfehlung ist mit 160 $ angegeben. Wir hoffen, dass es neuseeländische sind, was für einen 10-jährigen Whisky immer noch ein ambitionierter Preis (knapp über 100 €) ist.
Als Glen Grant vor einiger Zeit die bevorstehende Abfüllung des Glen Grant Five Decades, eines Single Malts, den Master Distiller Dennis Malcom aus persönlich ausgewählten Fässern zusammenstellte, an die Presse weitergab, dachten wir uns bei Whiskyeperts, dass es interessant wäre, mehr über diesem Mann hinter Five Decades zu erfahren. Wer ist er? Wie war sein Werdegang? Wie wählte er die Fässer für den Five Decades aus?
Die Geschichte von Dennis Malcom ist sehr eng mit jener der Destillerie Glen Grant verwoben. Es ist daher sinnvoll, sich auch die Geschichte Glen Grants kurz anzusehen:
Diese beginnt 1840, in dem abgelegenen Dorf Rothes in Morayshire. Dort lebten die Brüder John und James Grant. John und James waren damals das, was man heute als gesetzesscheu übersetzen würde: Schwarzbrenner und Schmuggler. Sie wollten das, was sie taten, legal tun und suchten deshalb nach einem guten Platz für eine Destillerie. Und damit begann die Geschichte, die sie zu den Schöpfern eines der bekanntesten Single Malts der Welt werden ließ.
Nach einem geeigneten Standort für ihre Brennerei brauchten sie nicht lange suchen. Mit dem Meer und dem Hafen von Garmouth in der Nähe, mit dem Fluß Spey faktisch unter ihren Füßen, nur unweit davon Torfabbaugebiete und gleich daneben Ebenen, in denen das Korn reifte, hatten sie die besten Voraussetzungen für ihre Brennerei vor Ort. Und dort, und nur dort, konnte der so typische Glen Grant entstehen.
Seit damals hat die Brennerei Generationen von erfahrenen Fachleuten hervorgebracht, wie zum Beispiel James „The Major“ Grant, der seinem jungen Enkel, Douglas MacKessack, im Jahr 1872 die Brennerei und den Titel „Glen Grant“ vererbte.
Dennis Malcom kam 1946 auf den Gründen der Destillerie zur Welt – so könnte man fast sagen, er sei für eine Karriere dort geboren worden. Seine Laufbahn bei Glen Grant startete er 1961 als ein Fassbinderlehrling, gerade einmal 16 Jahre alt. Nachdem er mit seinem Beruf fast naturgegeben eine Vorliebe für Single Malts entwickelte, war sein weiterer Lebensweg schon vorgezeichnet. Dennis wurde Distillery Manager und Botschafter vieler renommierter Brennereien in Schottland.
Mit einem reichen Erfahrungsschatz kehrte er 2006 zu seinen Wurzeln zurück und wurde dort Destillery Manager – für ihn war damit ein besonderer Wunsch in Erfüllung gegangen.
2011 feierte Dennis seinen 50. Jahrestag bei Glen Grant. 50 Jahre lang stand er auf verschiedenen Positionen im Dienst des schottischen Whiskys – und wie viel Leidenschaft und Hingabe hinter einer derart langen Karriere steckt, ist wohl nicht schwer vorzustellen.
Über die Jahre hat Dennis einen Erfahrungsschatz als Distillery Manager für Glen Grant, Glenlivet und andere Brennereien anhäufen können. Als Markenbotschafter für Strathisla hat er Prominenz und Whiskyliebhaber in die Welt des Scotch Whisky eingeführt. Heute leitet er Glen Grant – mit Leidenschaft und kaum zu überbietenden Wissen über die Whiskyindustrie. Auch als Tour Guide durch die Destillerie und ihre beeindruckenden Gärten ist er etwas Besonderes, steckt er doch voller Ankedoten, die er mit einem Augenzwinkern und dem typischen schottischen Dialekt zum Besten gibt.
Dennis‘ meisterliche Erfahrung mit Scotch stellt sicher, dass jede Abfüllung innerhalb des Glen Grant Sortiments die perfekte Mischung aus der komplexen Alchemie zwischen Spirit, Fass und Zeit ergibt. Gemeinsam mit dem Besitzer Gruppo Campari hat er sechs Abfüllungen geschaffen, die den Geist der Destillerie einfangen: The Major’s Reserve, 10 year old; 16 year old; 1992 Cellar Reserve, 170th Anniversary Limited Edition und nun den Five Decades Single Malt.
Kürzlich hatte Whiskyexperts die Gelegenheit, Dennis Malcom einige Fragen über sich und seine Erfahrung mit Whisky zu stellen (die englischen Originalantworten finden Sie auf unserer englischsprachigen Site whiskyexperts.com):
Whiskyexperts: Dennis, bitte erzählen Sie uns ein wenig über sich, Ihre Karriere in der Whiskybranche und bei Glen Grant.
Dennis Malcolm: “Whisky war immer ein wichtiger Bestandteil meines Lebens, und das eigentlich vom ersten Tag an – das können Sie wörtlich nehmen. Ich kam auf den Gründen der Destillerie zur Welt. Und weil man wirklich dort zu Hause ist, wo das Herz ist, war ich sehr froh darüber, im Jahr 2005 zu Glen Grant zurückzukehren und auf die Leidenschaft und Innovationsfreudigkeit der Gründer, den Grant Brüdern, aufzubauen, die die beiden schon vor 170 Jahren ins Whiskygeschäft gebracht haben. Ich bin sehr stolz auf die fortdauernde Qualität unserer Single Malts, die wir hier erschaffen, und die Preise, die unsere Whiskys immer wieder gewinnen können.
Deshalb also begann meine Verbindung mit der Whiskybranche bereits am Tag, als ich auf dem Gelände der Glen Grant Destillerie geboren wurde, und mein erster Job wir war mit 15 Jahren dann der eines Fassbinderlehrlings. Über die Jahre habe ich eine wirkliche Leidenschaft für Single Malts entwickelt und wollte mitverantwortlich für die Erschaffung neuer Abfüllungen werden, die man auf der ganzen Welt lieben und schätzen sollte.
Wenn Du das, was Du tust, nicht liebst, dann solltest Du es besser nicht tun. Dieser Arbeitsethos hat es mir ermöglicht, die letzten 5 Jahrzehnte bei Glen Grant zu arbeiten. Leidenschaft und Hingabe gebären Fertigkeiten, aber beide müssen mit der Bereitschaft zu lernen und zu wachsen einhergehen, damit man letztendlich erfolgreich sein kann.”
Whiskyexperts: Was unterscheidet Ihrer Meinung nach einen ausgezeichneten von einem guten Whisky?
Dennis Malcolm: “Das Fass ist eines der wichtigsten Elemente in der Herstellung eines Whiskys, denn 60% des Geschmacks und der Charakteristik holt er sich aus dem Holzfass, in dem er über die Jahre reift. Der einzigartige Geschmack eines Glen Grant Whiskys ist das Resultat einer sorgfältigen Reifung in Eichenfässern, in denen er sich zu reinem, frischen und natürlichen Whisky entwickelt. Ein ausgezeichneter Whisky ist aber ebenso das Resultat der Landschaft, in der er produziert wird und aus der er die Rohstoffe bezieht. Eine gelungene Kombination aus Hochland Quellwasser, Hefe und gemälzter Gerste, ausschließlich von schottischen Feldern, die dann nach dem Brennen in Eichenfässern reifen – diese Ausgangsstoffe sind die Elemente, die einen sanften, weichen Geschmack, reiche, fruchtige Noten und einen goldenen Farbton ergeben. Grant ist ein perfektes Beispiel dafür.
Als Master Distiller überwacht man diese Produktionsprozesse und man stellt sicher, dass alle Rohstoffe und Arbeitsschritte den höchsten Qualitätsstandards genügen. Ich glaube, was einen mehr als guten Master Distiller ausmacht, ist eine überbordende Leidenschaft für das Whiskyhandwerk, Wissensdurst, um es immer besser zu verstehen und zu beherrschen und eine Begeisterung dafür, die besten Malts zu entwickeln.
Whiskyexperts: Als Sie den Glen Grant Five Decades entwickelten, was waren da für Sie die Kriterien, nach denen Sie die Fässer dafür aussuchten?
Dennis Malcolm: “Nun, Whisky war immer ein wichtiger Teil meines Lebens, und ich fühle mich von James „The Major“ Grant inspiriert. Über die Jahre ist meine Leidenschaft für Single Malts immer weiter gewachsen, und ich hatte das Bedürfnis, mein Wissen und Können in Form von neuen Geschmackserlebnissen an die Welt weiterzugeben. Also habe ich in den Glen Grant Five Decades all meine 50 Jahre Erfahrung bei Glen Grant einfließen lassen. Für diese einzigartige Selektion der besten Jahrgänge habe ich Fässer verwendet, die ich selbst über diese Zeit ausgewählt habe – und damit ist diese Abfüllung etwas, auf das ich sehr stolz bin und ich hoffe, dass Whiskyliebhaber ebenso viel Freude daran haben werden. Ich habe mir sozusagen die wertvollsten Glen Grant-Fässer ausgesucht und sie zu einer einzigartigen Glen Grant-Abfüllung verheiratet, in der man ausdrucksvolle Noten von reifen Früchten aus dem Obstgarten findet – und ebenso Spuren von Torfrauch. Ich finde, es ist ein gehaltvoller und sanfter Single Malt mit ungewöhnlicher Tiefe und Komplexität geworden.“
Whiskyexperts: Können Sie mehr über die Fässer erzählen, die Sie für den Five Dacades ausgesucht habe (die Art, die Jahrgänge), und in welchem Anteil sie im Whisky enthalten sind?
Dennis Malcolm: “Das ist keine zu beantwortende Frage, denn verschiedene Fasstypen und -größen haben komplett unterschiedliche Einflüsse auf das Endprodukt. Zum Beispiel: Bourbon-Fässer geben eine schöne Vanille/Toffee-Note, während starke Sherryfässer eine ganz andere Note von Honig, getrockneten Früchten und eine unterschiedliche Süße bringen. Dann bekommt man eine sehr schöne weiche Rauchigkeit von den älteren Fässern, die ich verwendet habe, denn vor mehr als 30 Jahren haben wir hier leicht getorftes Malz verwendet, das wir hier in der Brennerei selbst hergestellt haben. Und schließlich haben die aufgearbeiteten Hogsheads, die in den frühen 60ern sehr häufig verwendet wurden, nach meiner Meinung eine wunderschöne florale Weichheit zur Fruchtigkeit von Glen Grant beigesteuert.“
Die Brennerei wurde 1897 als siebte Destillerie in der Gegend von Dufftown in direkter Nachbarschaft zu Glenfiddich und Balvenie gegründet, um eine diesen entsprechende Produktqualität zu gewährleisten (später wurden noch zwei weitere Brennereien gegründet, heute sind in der Gegend noch sechs Hersteller aktiv). 1919 schloss sich Williams den Greenlees Brothers an, welche damals zu Alexander & MacDonald gehörten. Zwischen 1940 und 1947 war die Destillerie geschlossen. 1962 wurde die Brennerei von Grund auf renoviert. 1970 – 1971 wurde direkt neben der alten Brennerei ein Neubau mit sechs Brennblasen errichtet. Ab 1972 produzierten beide Anlagen genau mit demselben Malz und Wasser sowie demselben Brennprozess in derselben Gegend. Auf Grund dessen wurde die alte Destillerie mit nur zwei Brennblasen 1985 geschlossen.
Das Malz für Glendullan kommt von den United Distillers-Mälzereien in Burghead, Roseisle und Muir of Ord. Produziert wird mit einem Maischbottich (mash tun) von 12 Tonnen und acht Gärbottichen (wash backs) zu je 65.000 Litern aus Lärchenholz. Die Destillerie ist heute die zweitgrößte von Diageo. Sie hat eine jährliche Kapazität von 3.700.000 Litern reinen Alkohols. Glendullan ist als Single-Malt-Whisky relativ unbekannt. 97 Prozent der Produktion werden für Blended Whiskys verwendet.