Montag, 21. September 2020, 14:53:46

Whisky des Monats März 2020: The GlenDronach Traditionally Peated

Eine rauchige und deshalb ungewöhnliche Abfüllung der Highland-Destillerie

Wee Beastie AUT

Nicht immer werden wir auf der Suche nach einem neuen Whisky des Monats bei den aktuellen Neuerscheinungen fündig. Natürlich finden wir unter den neuen Abfüllungen eine uns überzeugende Qualität. Doch führen oft mangelnde Verfügbarkeit und ambitionierte Preise dazu, dass wir uns gegen einen Kandidaten entscheiden. Anders ist es in diesem Monat. Denn unser Whisky des Monats ist mal wieder eine recht aktuelle Neuerscheinung. Unsere Wahl im März fällt auf den The GlenDronach Traditionally Peated.

Innovation durch Tradition

Beim Whisky ist es oft wie im richtigen Leben. Mit dem Verweis auf glorreiche, längst vergangene Zeiten wird der minderwertige Zustand der aktuellen Gegebenheiten beschrieben. Die Erinnerung hat die positive Eigenschaft, das Vergangene zu erheben, so dass das Gegenwärtige verblasst. Deshalb ist es für Whisky-Hersteller eine Verkaufs und Image fördernde Maßnahme, auf Jahrzehnte lang gleichbleibende Prozesse und Arbeitsschritte in der Herstellung hinzuweisen. Oder herkömmliche Prozesse wieder aufzunehmen und so die enge Verbundenheit zur Tradition zu dokumentieren. Die gute alte Zeit ….

Glendronach im Sommer. Bild: Glendronach Distillery

Diese guten alten Zeiten dauerten bei GlenDronach etwas länger als bei anderen Destillerien. Während in 1980er Jahren manche Brennerei schließen musste, destillierte GlenDronach nach bewährter Art und Weise weiter. Die Brennblasen wurden mit Kohle und direkt beheizt. In der Brennerei eigenen Mälzerei stellte GlenDronach sein benötigtes Gerstenmalz, wenigstens zum Teil, selbst her. Hier kam ebenfalls Kohle, und auch Torf zum Einsatz. Dies führte zu einem für die Region Highlands ungewöhnlichen rauchigen Whisky.

Die Stills der Glendronach Distillery

Mitte der 1990er kam dann auch für GlenDronach das Ende der alten Zeiten. 1996 eingemottet, dauerte es sechs Jahre, bis die Produktion wieder aufgenommen wurde. Die Mälzerei musste schließen, eine umfangreiche Renovierung der Destillerie im Jahr 2005 führte dann auch zum Ende der direkt mit Kohle beheizten Brennblasen. Sie bleiben erhalten, wurden nun allerdings indirekt mit Dampf beheizt. Als eine der letzten Brennereien in Schottland verabschiedete sich nun auch GlenDronach von der Kohle.

Bitte auf das Kleingedruckte achten

Durch die Änderung dieser zwei Prozessschritte änderte sich natürlich der Charakter des New Makes und folglich auch der Whisky von GlenDronach. Der Ergebnis der direkten Beheizung der Brennblasen ließ sich technisch nicht kompensieren. Doch beim Gerstenmalz stellt sich es anders dar. Wie sehr viel andere Destillerien bezieht GlenDronach es von einer Groß-Mälzerei. Und hier ist von torffreiem Gerstenmalz bis schwer getorft alles möglich.

Bitte genau hinschauen und auf das Kleingedruckte achten: Die Unterschiede zwischen den The GlenDronachs Peated und Traditionally Peated sind im Aussehen nur marginal.
The GlenDronach ‚Peated‘ lagerte zunächst in ehemaligen Boubron-Fässern und erhielt dann ein Finish in Oloroso und PX Casks.

2015 überraschte GlenDronach mit ihrem ersten neuen, leicht getorften Single Malt. Neben den deutlichen Rauch-Aromen wies dieser ungewöhnliche The GlenDronach ‚Peated‘ eine weitere Besonderheit auf. Bekannt für ihre Reifung in Oloroso und Pedro Ximénez Sherry Fässern, lagerte dieser Whisky zunächst in ehemaligen Boubron-Fässern, bevor er dann abschließend ein Finish in Oloroso und PX Caks erhielt. Der Beifall für diesen Whisky war überschaubar und hielt sich in Grenzen.

The GlenDronach Traditionally Peated lagerte in sowohl Oloroso und Pedro Ximénez Sherry Fässern als auch in Port Caks

Mit dem 2017 erschienen The Glendronach Peated Port Wood veröffentlichte die Highland Brennerei eine neuen Versuch. Dieser rauchige Single Malt reifte ausschließlich in mit Port vorbelegten Fässern. Im vergangenen Winter erschien dann eine neue Version eines rauchigen GlenDronachs, der The GlenDronach Traditionally Peated. Dieser lagerte in sowohl Oloroso und Pedro Ximénez Sherry Fässern als auch in Port Caks. Und so finden wir in diesem Single Malt auch das wieder, was wir an GlenDronachs Whisky schätzen und lieben. Ein voller, robuster und kräftiger Single Malt mit deutlichem Einfluss der verwendeten Fässer: Dunkle Früchte und Beeren, gepaart mit einer deutlichen Süße und Würzigkeit, umschmeichelt von Rauch und Torf-Aromen. Dieser Single Malt bietet das für GlenDronach typische Geschmacks-Spektrum, ergänzt durch rauchige Noten. Dies zusammen bildet einen recht komplexen und doch gut trinkbaren Whisky.

Wie alle Abfüllungen von GlenDronach kommt auch der The GlenDronach Traditionally Peated ohne Färbung und Kühlfiltrierung aus. Abgefüllt ist er mit starken 48 % Vol.. Der Fachhandel bietet den GlenDronach Traditionally Peated zu einem annehmbaren Preis von etwas mehr als 50 € an.

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