Freitag, 04. Dezember 2020, 06:10:21

Whisky des Monats September 2020: Caol Ila 12yo

Unsere Empfehlung für diesen Monat finden wir diesmal auf der Hebriden-Insel Islay

Beam 2020 Bowmore

In welchem Verhältnis stehen Qualität und Quantität zueinander? Schließen sie sich gegenseitig aus? Mit unserer monatlichen Empfehlung möchten wir regelmäßig Beides miteinander verbinden. Und hinzu kommt noch ein akzeptabler Preis, der unseren Whisky des Monats auch leistbar macht. Nach längerer Zeit befinden wir uns in in diesem Monat mal wieder auf der Hebriden-Insel Islay. Hier finden wir eine Brennerei, die viel Whisky produziert, und eine Abfüllung, die ein Klassiker ist. Denn unser Whisky des Monats im September heißt Caol Ila 12yo.

Jede Menge Bottlings

Wissen Sie auf Anhieb und ohne nachzuschauen, auf welche Destillerie die meisten Einträge bei Whiskybase entfallen? Wir geben zu, dass die Antwort auf diese Frage nicht ganz schwer fallen dürfte, wenn unsere Entscheidung für den Whisky des Monats im September 2020 auf eine Abfüllung der Brennerei Caol Ila fällt. Beeindruckende 4.276 Original- und unabhängige Abfüllungen von Caol Ila sind in der Datenbank von Whiskybase erfasst. Für die auf Platz 2 folgende Destillerie können nur ca. 500 Bottlings weniger gezählt werden, wie Sie hier sehen können (Stand 31.08.2020).

Caol Ila. Bild © Alexandra Kreutz, Genuss am Gaumen
Die sechs Stills von Caol Ila. Bild © Alexandra Kreutz, Genuss am Gaumen

Islays größte Destillerie

Auch wenn als Gründung der Destillerie das Jahr 1846 ausgewiesen ist: Die Brennerei, im Nord-Osten von Islay gelegen, existiert in ihrer jetzigen Ausprägung „erst“ seit 1974. Zwei Jahre zuvor entschied der damalige Besitzer Distillers Company Limited, die Gebäude der Brennerei, bis auf die Warehouses, abzureißen und die Destillerie neu zu errichten. Statt bisher zwei Stills erhielt sie nun sechs. Die drei Washstills haben ein Volumen von 35.345 Litern, die drei Spritstills fassen jeweils 29.549 Liter. Caol Ila weißt somit eine Kapazität von 6.500.000 Liter auf. Das ist mehr, als Lagavulin, Laphroaig und Ardbeg an der Südküste Islays zusammen produzieren könnten.

Der Blick aus dem Stillhouse von Caol Ila auf die Paps of Jura.

Eine der vier Ecken Schottlands

Caol Ila ist ein Arbeitspferd. Sein Malt aus mittel getorftem Malz (etwa 35 ppm Phenol sollen es sein) geht hauptsächlich in Blends. Nur 15 % der Produktion sind momentan überhaupt für Single Malts reserviert, lesen wir im Malt Whisky Yearbook 2020. Der Whisky von Caol Ila ist ein wichtiger Bestandteil von Johnnie Walker, und dies nicht nur in seinen rauchigen Versionen Black und Double Black. Auch in weiteren Blends, wie zum Beispiel J&B, findet sich Malt der Brennerei. Im Rahmen seines Projektes „Four corners of Scotland“ stellt Inhaber Diageo die Bedeutung seiner Destillerie deutlicher hervor. Insgesamt £150 Milliomen investiert der Konzern in die Realsierung der Johnnie Walker Whisky Experience in Edinburgh sowie den Umbau und die Erweiterung der Besucherzentren vier ihrer Destillerien. Die „Four corners of Scotland“ bilden dann Glenkinchie, Cardhu, Clynelish – und Caol Ila (wir berichteten).

So soll das neue Besucherzentrum von Caol Ila aussehen.

Distillery only, Rare Malt, Flora & Fauna und Hidden Malt – es bedurfte einige Zeit und kleinerer Anläufe, bis sich für Caol Ila ein Portfolio der Single Malts entwickelte. 2002 bildete der Caol Ila 18 yo und der Caol Ila Cask Strength gemeinsam mit unserem Whisky des Monats die Standards der Brennerei. Vier Jahre später erweiterte Diageo ihre erfolgreichen Classic Malts. Caol Ila 12yo kam hinzu und war nun der zweite Malt der Insel Islay in dieser Serie.

Bild mit freundlicher Genehmigung von whiskybase.com

Ein einladener Islay-Malt

Bereits die Nase des Caol Ila 12yo zeigt unverkennbar, dass wir uns auf Islay befinden. Sein Rauch ist deutlich und präsent. Manch anderer Single Malt dieser Hebriden-Insel erzwingt mit seinen rauchig-torfig-medizinischen Aromen eine mit solchen Noten nicht vertraute Nase eher zum rümpfen. Der Caol Ila hingegen lädt herzlich ein. Sein Rauch trägt die Aromen von Zitrus sowie Malz und zeigt so eine gewisse, unerwartete Süße, die positiv überrascht und einer fortdauernden Einladung entspricht. Die verwendeten Fässer hinterlassen deutliche, jedoch nicht überbordende, Vanille- und Eichen-Noten. Trotz seiner, für eine Standardabfüllung, recht hohen 43 % Vol. fällt der Caol Ila 12yo nicht mit einer Alkoholschärfe auf. Und wenn wir uns gerade schon etwas näher mit den gesetzlich notwendigen Angaben auf dem Etikett beschäftigen: Der Caol Ila 12yo ist, man möchte fast sagen selbstverständlich, gefärbt. Doch trotz dieser Färbung ist er auffällig ungewöhnlich hell. Viele Standard-Abfüllungen anderer Brennerei lassen aufgrund ihrer dunkleren Färbung auf einen kräftigeren Einsatz von Zuckerkulör schließen. Der Caol Ila 12yo erscheint im Vergleich zu ihnen eher blass. Dies betrifft die Farbe. Und zwar nur die Farbe!

Caol Ila besitzt acht Washbacks aus Holz.

Caol Ila 12yo ist in verschiedenen Größen erhältlich. Neben der gewohnten 0,7-Liter-Flasche erscheint dieser Malt auch in einer 1-Liter-Flasche sowie in einer 200-ml-Flasche. Preislich bewegen wir uns bei dieser Abfüllung knapp unter der 40 € Marke für die 700ml-Flasche. Diese findet sich im Fachhandel, im Getränkehandel sowie auch in manchem Lebensmitteleinzelhandel, der seiner Kundschaft im Spirituosen-Bereich ein „Etwas mehr“ bieten möchte. Recht häufig finden sich Single Malts von Caol Ila bei den unabhängigen Abfüllern. Gerne greifen die Indies bei den Malts dieser Islay-Brennerei zu. Im Vergleich zu manch anderer Destillerie der Insel sind Fässer aus Caol Ila für die Unabhängigen erhältlich und leistbar – von einer kurzen Phase mal abgesehen, in der die Destillerie ihren Fassverkauf stoppte respektive stark einschränkte. Aber so ist das Verhältnis zwischen Unabhängigen und den Brennereien eben: Mal schwierig, mal herzlich.

Caol Ila. Bild © Diageo
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