St. Kilian Whisky
 

Wettbewerbsbild_1

Das Thema „No Age Statement Whiskys“ begleitet uns schon seit längerem und wird dies auch noch weiter tun. Denn einerseits scheint schon alles dazu gesagt und geschrieben worden zu sein, nur noch nicht von jedem. Andererseits erscheinen immer wieder neue Apsekte der NAS-Whiskys. So, wenn zum Beispiel Macallan die Altersangabe aus seiner Core-Range löscht und die unterschiedlichen Abfüllungen durch ein Farbsystem unterscheidbar macht.

In diesem Monat tauchte das Thema NAS wieder vermehrt in unterschiedlichen Whisky-Blogs auf. Lukasz Dynowiaks (aka Lucas) These im Edinburgh Whisky Blog, dass die fehlende Altersangabe uns alle töten wird, ist nicht neu. Interessant und bemerkenswert ist hier, dass Lucas nicht einer der vielen Whisky-Nerds ist. Er arbeitet in der PR-Arbeit der International Beverage, zu deren Portfolio auch die Brennereien anCnoc, Balblair, Balmenach, Old Pulteney und Speyburn gehören. Und trotz dieses Interessenkonflikts findet er eine klare Position und formuliert sie auch aus.

Billy verteidigt in seinem Booze Blog No Age Statement Whiskys. Seiner Meinung nach sollte bei Whiskys zwischen guten und schlechten unterschieden werden. Und diese gibt es unabhängig der Kategorie, in die sie eingeteilt werden. So führt er einige gute Whiskys auf, die in der Kategorie NAS zwischen dem seiner Meinung nach ganzen Müll zu finden sind.

Whiskyisrael lehnt in ihrem Beitrag auch nicht NAS-Whiskys generell ab, sondern verdeutlicht vielmehr, in welchen Ausprägungen sie ihnen nicht gefallen. Es sind die jungen und manchmal auch viel zu jungen Whiskys, die von den Produzenten als NAS abgefüllt und als Produkt zu einem Premium Preis angeboten werden, weil sie erwarten, dass mittlerweile alles auf dem Markt gekauft wird. Und sie bemängeln, dass mittlerweile der Travel Retail Bereich zum Spielplatz für NAS-Abfüllungen geworden ist. Früher neue Abfüllungen wurden erst im Travel Retail getestet, bevor sie, wenn sie dort von den Käufern angenommen wurden, ins Portfolio übernommen wurden. Heute finden wir vor allem neue NAS-Whiskys mit selsamen gälischen Namen, die mehr kosten als die alten Abfüllungen.

In ihrem heutigen Beitrag lassen sie uns genauer in den Bereich Travel Retail schauen. Hier werden in den Travel Retail Shops Margen von 70 – 75 % erzielt. Und trotz der geringen Erlöse für die Whisky-Produzenten müssen diese noch zusätzlich die für die Kunden kostenlosen Probierstände stellen – die Shops beteiligen sich an diesen Kosten nicht, weder für die Proben noch für das Personal.

Uns als Verbraucher und Whisky-Trinker empfehlen sie, die Whisky-Produzenten durch den Kauf ihrer Nicht Travel-Retail-Whiskys zu unterstützen. Und ihrer Meinung nach könnte die Scotch Whisky Association überlegen, ob sie parallel zu ihrer Arbeit zur Aufrechterhaltung der Qualität von Scotch Whisky und dem Schutz seiner Identität, nicht auch durch Druck auf die Travel Retail Unternehmen ihre Margen senken können, so dass die Whisky-Produzenten zu dem zurückkehren, was sie am besten können: großartigen Whisky herstellen.