In den Whiskyschränken der Liebhaber sind sie oft die besonderen Lieblinge, denn sie haben einen besonderen Flair und den Geruch von Geschichte an ihnen: Abfüllungen aus Lost Distillieries, also Brennereien, die nicht mehr produzieren oder bereits abgerissen sind. Zu ihrem Nimbus tragen zwei Faktoren bei, die voneinander abhängig sind: Die Menge an verfügbaren Whisky ist begrenzt, weil nichts mehr nachproduziert wird, und sie werden aus diesem Grunde immer teurer.

Und viele schmecken einfach auch gut. Nein, nicht alle – es gibt auch weniger als mittelprächtige Port Ellen, und manche mögen zum Beispiel den Stil so manch einer Lost Distillery im Gesamten nicht, aber das tut ihrem Flair keinen Abbruch.

Angus MacRaild vertritt heute wieder Serge Valentin auf Whiskyfun, und diesmal – darum diese Einleitung – hat er sich ganz den Abfüllungen von Lost Distilleries verschrieben. Wir finden diesmal alles zwischen 74 und 92 Punkten – jedenfalls aber immer Schätze aus Brennereien, die längst Geschichte sind…

Hier die Abfüllungen und ihre Wertungen in der heutigen Verkostung:

  • Coleburn 13 yo (46%, Cadenhead Dumpy, -/+ 1980): 87 Punkte
  • Imperial 22 yo 1995/2018 (43.3%, Elixir Distillers ‘Single Malts Of Scotland’, cask #5410, barrel, 202 bottles): 88 Punkte
  • Glenury Royal 32 yo 1968/2001 (49.4%, Douglas Laing, Old Malt Cask, 258 bottles): 90 Punkte
  • St Magdalene 24 yo 1978/2002 (50%, Douglas Laing, Old Malt Cask, 504 bottles): 90 Punkte
  • Millburn 34 yo 1967/2001 (50%, Douglas Laing, Old Malt Cask, 552 bottles): 77 Punkte
  • Glenugie 27 yo 1976/2003 (51.1%, Signatory Vintage, cask #2700, 257 bottles): 90 Punkte
  • Banff 23 yo 1976/2000 (55.5%, Signatory Vintage, cask #2249, 263 bottles): 91 Punkte
  • Dallas Dhu 18 yo 1977/1996 (59.2%, Cadenhead Authentic Collection): 90 Punkte
  • North Port 21 yo 1976/1998 (62%, Cadenhead Authentic Collection): 74 Punkte
  • Brora 20 yo 1975 (60.75%, OB, Rare Malts, 20cl): 92 Punkte
Glenugie, Aufnahme aus dem Jahr 1956 – der Turm im Vordergrund ist die Ruine einer durch Windkraft betriebenen Pumpstation. Foto von Africa23, GNU-Lizenz