Wie The spirits business berichtet, zeigen von der Finanz- und Immobilienberatungsgruppe BTG erhobene Daten eine äußerst angespannte Situation bei allen Destillerien in Groß-Britannien. Demnach gaben 217 Destillerien in England, Wales und Nordirland gaben an, in Schwierigkeiten zu stecken. Und aus Schottland kommen nochmals 69 Destillerien hinzu, die mit „erheblichen oder kritischen“ finanziellen Problemen konfrontiert sind.
Gerade in Schottland hat sich die Situation im Vergleich zum Rest des Königreichs verschlechtert. Im Jahresvergleich stieg der Anteil der schottischen Destillerien in finanziellen Schwierigkeiten um rund 17 %, verglichen mit dem nationalen Durchschnitt von 6,7 %. Gerade in den letzte drei Monaten des Jahres 2025 kam es zu einem Anstieg von 40,8 %, dieser liegt damit über dem britischen Durchschnitt von 12,2 %.
Dargestellt wurde die Situation aller Destillerien. Genauer auf Schottland geschaut, und hierbei speziell auf den Scotch Whisky, sagte Thomas McKay, Managing Partner von BTG in Schottland:
“Distilleries in Scotland, where the majority of the UK’s whisky production is based, are facing a perfect storm of lowering demand, rising production costs and increased tariffs in key markets, factors that have already cost numerous brands their businesses over recent months.”
Die Nachfrage nach Scotch und anderen Spirituosen habe 2020 während der Covid-Lockdowns ihren Höhepunkt erreicht, ist seitdem aber wieder zurückgegangen. Das verbleibende Überangebot hat zu sinkenden Preisen geführt. Ein weiteres Problem für die Branche sind die Exportkosten in einen der größten Märkte für Scotch – den USA – aufgrund von Zöllen. Und die insgesamt gestiegenen Produktions-Kosten treffen die Brennereien noch zusätzlich.
Er sagte weiterhin, dass die Dynamik dieser Marktkräfte sich auf ansonsten gesunde Unternehmen auswirkt. Diese haben ihre Bar-Reserven aufgebraucht , um sich über Wasser zu halten. Und müssten nun umstrukturieren, um diese Phase des drastischen Abschwungs zu überstehen.
Die Exporte nach China seien im letzten Jahr um über 30 % zurückgegangen, so Thomas McKay weiter. Und es sei noch immer unklar, ob die US-Bestellungen für 2025 künstlich hoch angesetzt wurden, um dort Lagerbestände aufzubauen, bevor die neuen Zölle die Preise beeinflussen würden.
Sollte dies der Fall sein, könnten die Exporte von Scotch in die USA drastisch einbrechen.Und es sei wichtig, dass Unternehmen für diesen Fall einen Plan haben.















