Whiskys aus Taiwan und Indien werden in Japan populärer

Erst in der letzten Woche mussten wir berichten, dass bestimmte Abfüllungen aus Japan wohl eingestellt werden (unseren Bericht finden Sie hier). Die große Nachfrage nach japanischem Whisky kann nicht ohne Schwierigkeiten gedeckt werden, sowohl auf dem internationalen als auch dem japanischen Markt.

Ein Artikel von The Asahi Shimbun und ein Artikel auf Japantoday bringen uns den japanischen Binnenmarkt ein wenig näher. Seinen Boom erfuhr Whisky, und vor allem in der Form des in Japan sehr beliebten Highballs, durch die Fernsehserie „Massan“. Sie erzählt die Geschichte von Jessie Roberta ‘Rita’ Cowan und Masataka Taketsuru, die sich 1919 in Schottland kennen und lieben lernten. Beide siedelten nach Japan über, Masataka Taketsuru realisierte mit Hilfe seiner Frau Rita seinen Traum einer eigenen Whisky-Brennerei und gilt als Vater des japanischen Whiskys (einen längere Darstellung dieser Geschichte finden sie hier).

Auch Japanische Whisky-Liebhaber müssen sich wegen der Knappheit des Angebotes an japanischen Whisky nach Alternativen umsehen. Sie finden diese zum Beispiel im Whisky von Kavalan. Dieser Whisky aus Taiwan benötigt wegen der dortigen subtropischen Bedingungen eine kürze Reifezeit. Ähnliche Bedingungen findet sich auch in Indien. Ein Lebensmittelgroßhändler aus Tokio begann deshalb Ende 2017 mit dem Import der Single-Malt-Marke Paul John aus Goa/Indien. Und auch Whisky aus Australien und Neuseeland könnte in naher Zukunft auf dem japanische Markt vermehrt auftauchen.

Viele der großen Whisky-Hersteller in Japan haben schon und werden noch ihre Produktionskapazitäten erweitern. Und, ähnlich wie in Schottland, erscheinen neue, kleine Brennerei auch auf der japanischen Whisky-Landkarte. Die Destillerien Yuza, Nagahama und Mars Tsunuki sind sicherlich noch nicht jedem Whisky-Liebhaber geläufig. Kampai!

Neues Verfahren von Seven Seals verringert Reifezeit von Whisky

Nach zwei Jahren intensiver Entwicklungsarbeit setzt Seven Seals nun ein Verfahren ein, welches die Reifezeit von Whisky drastisch verkürzt und auch den drohenden Fassnotstand abwenden kann. So stellt die schweizerische Whisky-Marke auf ihrer Website ihre Innovation vor, und so zitiert die Luzerner Zeitung auch den Entwickler und Erfinder Dolf Stockhausen in ihrem Artikel. Wie dies nun gebau funktioniert, dazu möchte sich Stockhausen – noch – nicht äußern. Denn das Verfahren ist zum Patent angemeldet, dieser Vorgang jedoch nicht abgeschlossen. Nur so viel verrät er gegenüber der Zeitung: „Wir machen eigentlich nichts anderes als die Schotten und verwenden die gleichen Rohstoffe, aber wir haben ihren Prozess zu Ende gedacht.“ Es werde keinerlei Chemie eingesetzt, der Unterschied bei dem Reigeprozess sei physikalischer Natur.

„Time doesn’t matter, taste matters.“ – „Der Geschmack ist maßgebend. Nicht die Zeit“. So fasst dann auch Seven Seals das Motto und die Idee ihrer Whisky in ihrem Werbe-Video zusammen (das Video finden Sie ober in unserem Post und auf Youtube). Auf ihrer Website präsentiert Seven Seals zurzeit drei verschiedene Sorten ihres Whiskys: einen Port Wood Finish Peated Single Malt, Port Wood Finish Single Malt und Sherry Wood Finish Single Malt Whisky. Und auch das neue Seven-Seals-Verfahren wird online dargestellt, auch wenn die Formel „Finishing : Ennoblement × Celerity + Quality = 7S“ mehr verschleiert als erklärt.

Die Reifezeit zu verkürzen und den Aufwand des Fass-Einsatzes zu minimieren, diese Überlegungen begleiten die Herstellung des Whisky schon sehr lange. Und wir erinnern uns an einen Artikel aus dem Jahre 2013 (den Sie hier finden). Tom Lix und sein Cleveland Whiskey stellte ein Verfahren vor, bei dem die Fässer mit Luft unter Druck gesetzt werden, damit der Spirit rasch und tief ins Holz eindringt. Mit dieser Prozedur kann Spirit, statt in mehreren Jahren, in nur einer Woche zur Reife gebracht werden.

Whiskyfun: Serge und Angus verkosten Hazelburn

Eine neue, seltsame Idee auf Whiskyfun. Normalerweise führt Angus ausschließlich an den Samstagen die Verkostungen durch. Und Serges Aufgabe sind die Tastings an allen anderen Wochentagen. Doch heute treten Beide gemeinsam auf, und auch gegeneinander an. Es obliegt Angus, heute eine Destillerie in den Fokus zu rücken. Seine Wahl fällt auf Springbank, genauer auf deren Whisky Hazelburn, aus ungetorftem Malz hergestellt und dreifach destilliert. Die 13-jährige , in Sherry-Fässern gelagerte Destillerie-Abfüllung weiß in Angus Verkostung zu gefallen. Serges Kandidat reifte ebenfalls in Sherry-Fässern, schneidet jedoch in der Punktebewertung ein wenig schlechter ab. So geht die erste Runde an Angus.
Um bei diesem „Wee battle“ am Ende doch noch zu gewinnen, greift Serge zu einer Abfüllung des unabhängigen Abfüllers Cadenhead, vergibt 90 Punkte und erklärt sich selbst zum Gewinner.

Die drei heutigen Hazelburns auf Whiskyfun in der Kurzübersicht:

Angus:

Hazelburn 13 yo 2004/2018 (47.4%, OB, Oloroso sherry casks, 9000 bottles) 89 Punkte

Serge:

Hazelburn 12 yo 2000/2013 (50.9%, OB, Private bottling, NSH de Comparant, fresh sherry hogshead, cask #899, 298 bottles) 83 Punkte
Hazelburn 13 yo 2005/2018 (54.6%, Cadenhead, Authentic Collection, bourbon barrel, 192 bottles) 90 Punkte

Gordon & MacPhail lanciert die älteste Abfüllung einer berühmten Brennerei als Teil seiner „Private Collection“

Gordon & MacPhail stellt heute in ihrer englischsprachigen Presseaussendung die neueste Ergänzung „Private Collection“ vor: Gordon & MacPhail 1948 von Glen Grant Distillery. Mit 70 Jahren ist es das älteste Bottling dieser Speyside-Brennerei, der jemals in Flaschen abgefüllt wurde.Der Gordon & MacPhail 1948 der Glen Grant Distillery reifte in Cask 2154, einem First Fill Sherry Butt, welches am 11. Juni 1948 gefüllt wurde. Es sind nur 210 Dekanter dieses in Fassstärke mit 48,6 % Vol. abgefüllten Whiskys bei ausgewählten Fachhändlern erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung für Groß-Britannien beträgt £ 17.500 (fast 20.000 €).

Die vollständige englischsprachige Pressemitteilung finden Sie folgend:


Gordon & MacPhail launches oldest release from famous distillery as part of its ‘Private Collection’

Gordon & MacPhail, the single malt Scotch whisky creator, has unveiled a new addition to its ‘Private Collection’: Gordon & MacPhail 1948 from Glen Grant Distillery. At 70-years-old, it is the oldest expression from the Speyside distillery ever bottled.

The latest release closely follows the acclaimed 50-year-old Gordon & MacPhail 1968 from Caol Ila Distillery, the oldest single malt ever bottled from the Islay distillery.

The rare and exclusive Gordon & MacPhail 1948 from Glen Grant Distillery was matured in Cask 2154, a first fill Sherry butt filled on 11 June 1948 – six years before barley rationing restrictions were lifted following the Second World War. Only 210 decanters of this highly sought-after whisky are available to purchase.

The ‘Private Collection’ comprises a selection of rare single malts from celebrated, little-known, or closed distilleries personally selected by members of the Urquhart family, owners of Gordon & MacPhail.

Members of four generations of the Urquhart family nurtured Cask 2154. John Urquhart selected the cask with his son, George, back in 1948. George oversaw storage of the cask in the fabled Warehouse No. 5 at Glen Grant Distillery. His eldest son, Ian, monitored the whisky and, in May 1968, arranged for the Sherry butt to be moved to Gordon & MacPhail’s Elgin warehouse. Ian’s nephew, Stuart, the company’s Operations Director, selected Cask 2154 for bottling on 19 October 2018.

Stephen Rankin, Gordon & MacPhail’s Director of Prestige and member of the fourth generation of the Urquhart family, reflected: “Our family has matured single malt whiskies for 123 years, each generation passing on its knowledge of how to combine spirit and oak to create exquisite whiskies. Four generations of my family have carefully nurtured Cask 2154 over its 70 years to produce this unique whisky.

“My great-grandfather, John, selected the first fill Sherry butt in 1948 to fill with new-make spirit from Glen Grant. My family has patiently watched over this cask, regularly monitoring and sampling the whisky, recognising the right moment to bottle it at its ultimate peak. This masterpiece epitomises the skill and craft involved in matching a cask to new-make spirit, as well as our dedication to creating unique and intriguing whiskies.

“Thanks to the notable influence of the Sherry butt on the spirit over the years, the elegant whisky displays flavours of dried fruit, orange zest, and cracked black pepper whilst maintaining a long, smooth charred oak finish. The remarkable 70-year-old malt also has delicate smoky notes, a reminder that, in 1948, the distillery would have been using traditional practices on their floor maltings and local peat as a fuel.”

Bottled at cask strength (ABV 48.6%), the amber coloured single malt is presented in an exquisitely engraved, hand-blown crystal decanter. The stunning whisky is framed in a striking wooden presentation case, with doors which smoothly slide open to reveal the precious contents.

In April 2018, Gordon & MacPhail streamlined its portfolio of single malt Scotch whiskies. Over recent months, the company has unveiled several remarkable ‘Private Collection’ releases: Gordon & MacPhail 1968 from Caol Ila Distillery and Gordon & MacPhail 1954 from Glenlivet Distillery.

Gordon & MacPhail 1948 from Glen Grant Distillery will be available for purchase worldwide from selected specialist retailers* (UK RRP £17,500**).

For more information, please visit www.gordonandmacphail.com.

Neue Deutsche Whiskyvideos und Podcasts der Woche (111)

in den Whiskyvideos und Podcasts der Woche stellen wir Ihnen jede Woche Beiträge aus dem deutschen Sprachraum zum „Wasser des Lebens“ vor, die uns von den Vloggern und Podcastern zugesendet wurden. In den Videos (oder im Podcast) werden sowohl neue als auch ältere Abfüllungen verkostet – alles nach dem eigenen Ermessen der Verkoster und ohne kommerziellen Hintergrund.

Bislang haben wir die Videos als Liste aufgeführt, und zusätzlich als Playlist auf Youtube – ab 2019 betten wir sie für Sie in unserer Seite ein.

Die Liste der teilnehmenden Vlogs ist nicht fix: Wenn Sie meinen, dass Ihr Video ebenfalls dazu gehören sollte, dann können Sie unten herausfinden, wie das möglich wäre.

In Folge Nummer 111 (Schnapszahl-Alarm) können wir Ihnen diese Videos und einen Podcast präsentieren:

Feuilletöne (Podcast) – Ardbeg Ugedail

hier reinhören

Whisky Violence – Glendronach 18 Jahre

Whisky & Vinyl – Glen Garioch 15 Sherry Cask

Whisky Enjoy – Wolfburn Aurora

Pat Hock – Jura Journey

Whisky Dodo – Bunnahabhain 10yo, Blackadder

Whisky Club – Timorous Beastie 21 Jahre Sherry Edition

Whisky aus der Sicht eines Amerikaners – Lot 40 Cask Strength

A dream of sea – Arran 2011 / 2016 A.D. Rattray

Wie wir die Beiträge aussuchen: Die Videos und Podcasts werden uns zugeschickt. Wir treffen dabei keine Auswahl außer jener, dass die von uns gezeigten Blogger/Vlogs schon länger aktiv sein sollten, eine gewisse Anzahl Follower/Hörer/Leser haben. Die Redaktion behält sich vor, eingereichte Videos ohne Angabe von Gründen nicht zu veröffentlichen, hält aber gleichzeitig fest, dass ein Nichterscheinen nicht automatisch ein (sowieso immer subjektives) Statement über mangelnde Qualität ist, sondern viele verschiedene Gründe haben kann.

Wollen Sie mit Ihrem Beitrag dabei sein? Wenn Sie selbst Videos zum Thema Whisky machen, dann schicken Sie uns doch eine kurze Mail mit einem Link auf das wochenaktuelle Video und einer Inhaltsangabe dazu jeweils bis Freitag, 12 Uhr an press @ whiskyexperts.net. Vorgaben unsererseits gibt es natürlich keine, hilfreich ist aber, wenn Ihr Videokanal in aller Regel etabliert, regelmäßig publizierend und mit einer gewissen Anzahl Abonnenten ausgestattet ist, sowie mit hohem Qualitätsanspruch gemacht wird. Bitte halten Sie die eingereichten Videos auch werbefrei, sprich keine Links und Kaufaufforderungen im Video. Wir freuen uns auf Ihre Videos für unsere Leser!

Photo credit: Wiertz Sébastien on Visual Hunt / CC BY

Video: South Glen Shiel Ridge,Creag a’Mhaim,Druim Shionnach

Kommen Sie in unserem heutigen Sonntagsvideo mit auf eine Tour zu Schottlands Bergen -mit einem ganz neuen Video, das uns die South Glen Shiel Ridge,Creag a’Mhaim und Druim Shionnach zeigt.

Wir befinden uns mit Alan Gregory etwas östlich des südlichen Endes der Isle of Skye in den schottischen Highlands, und wir besteigen mit ihm einige der Berge und Hänge. Sein (und unser) Lohn: wunderbare Landschaftsaufnahmen in 4k und über 13 Minuten lang prächtige Ausblicke auf die winterliche Landschaft im Westen Schottlands – zu sehen obenstehend oder auf Youtube.

Viel Vergnügen und einen wunderschönen Sonntag, an dem wir Sie wie immer auch noch mit den Verkostungsvideos deutscher Blogger versorgen werden. Bis dahin!

Whiskyfun: Angus verkostet Jura aus der Zeit der Wiedereröffnung 1963

Es ist Samstag, und wieder einmal übernimmt Angus MacRaild an diesem Tag das Regiment von Serge Valentin auf dessen Seite Whiskfun. Was hat er diesmal in petto für uns?

Jura. Und zwar in Form von sehr alten Bottlings und einem New Make (der nicht bewertet wird). Jura aus dieser Periode, aus der Angus sie verkosten kann (1963) und in der die Brennerei nach langer Schließung wieder eröffnet wurde, sind wirkliche Raritäten – und diese hier stammen aus einem Auktionskauf (die interessante Geschichte dahinter können Sie bei dem Artikel auf Whiskyfun lesen).

Hier die Abfüllungen, die in der wirklich besonderen Verkostung bewertet wurden (wie oft der Hinweis, dass natürlich die schnöde Punktezahl nicht alleine aussagekräftig ist):

  • Jura New Make Spirit. ‘Period 1. May 1963’ : keine Wertung
  • Jura 1964/1972 (cask #99, sherry): 92 Punkte
  • Jura 1964/1973 (cask #97, sherry): 91 Punkte
  • Jura 1964/1973 (cask #95, sherry): 92 Punkte
Die Destillerie Jura. Fotorechte: Gerald Petö

Fremde Federn (28): Verkostungsnotizen deutschsprachiger Blogger

Jede Woche erscheinen neue Whisky-Abfüllungen – und gesellen sich zu den zigtausenden dazu, die es bereits gab oder gibt. Wer soll das alles trinken und herausfinden, was wie schmeckt? Blogger tun es – und in der Summe ergibt sich durch sie ein recht schöner Überblick über das, was man ins Glas bekommen kann.

Unsere Rubrik „Fremde Federn“ stellt Ihnen seit nun exakt einem halben Jahr Samstag für Samstag Verkostungsnotizen der Blogger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vor, die uns von ihnen zugesendet wurden (vielen Dank dafür). Aus der Vielzahl von Neuerscheinungen und Klassikern haben die Blogger nach ihren Vorlieben Abfüllungen herausgesucht und für ihre Leser beschrieben.

Hier sind die Tasting Notes jener Blogger, die uns für die aktuelle Ausgabe ihre Links gesendet haben:

Die Notes geben die persönlichen Eindrücke der Blogger wieder und müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen (die ohnehin meist nicht einheitlich ist 😉 ). Viel Vergnügen beim Lesen und bis zur nächsten Ausgabe in einer Woche!

Haben Sie selbst aktuelle Tasting Notes, die wir hier verlinken sollen? Senden Sie uns unter press @ whiskyexperts.net den Link auf Ihre Verkostungsnotizen – bitte mit dem Betreff „Tasting-Link“. Wir publizieren dann jeden Samstag jene Notes, die bis Freitag 12:00 an uns gesendet werden. Wir publizieren die Links, ohne damit die Beiträge dahinter zu werten. Nicht publizieren werden wir Links auf Verkostungsnotizen von Seiten, die entweder kommerziell geführt sind, in Verbindung mit Shops stehen oder solchen, bei denen Tasting Notes nur ein Bestandteil des Outputs der Seite sind, denn wir wollen gezielt der Verkosterszene eine Bühne bieten und für sie zusätzliche Öffentlichkeit schaffen.

Tasting-Splitter (17-20): Mortlach im Viererpack

Flaschenbilder © Whiskybase.com – mit freundlicher Genehmigung

Mortlach war immer ein mehr oder weniger heimlicher Liebling vieler Whiskyfreunde – dementsprechend wenig Freude hatten viele dann, als Diageo versuchte, die Whiskys der Brennerei ins Super-Premium-Segment zu hieven und zu Preisen zu verkaufen, die wir mal freundlich als „ambitioniert“ bezeichnen wollen. Wenig Freude scheint allerdings letztendlich auch Diageo mit diesem Versuch gehabt zu haben, denn jetzt gibt es wieder eine ganz normale Range aus der Speyside-Destillerie zu kaufen. Damit haben wir endlich wieder viel Freude, denn was wir jetzt im Glas hatten, gibt zu solcher jeglichen Anlass:

Mortlach 12yo, Originalabfüllung, 43.4% Alk./Vol. (Sample: Diageo) – Erfreulich frische Nase, fruchtig mit Zitrustönen und Grasnoten. Man erwartet, dass er dann am Gaumen einen gewissen „Punch“ zeigt, dass man drauf rumkauen kann, und er kommt diesen Erwartungen ziemlich nahe, ohne sie ganz erfüllen zu können. Fruchtig, angenehm süß und den Mund füllend ist er, und beim Abgang dann zeigt er sich wieder etwas anders mit einer freundlich säuerlichen, etwas kräuterigen Note, die allerdings nicht allzu lang präsent ist.

Schönes Ensemble, modern im Stil, aber nicht flach dabei. 
-br-

Mortlach 16yo, Originalabfüllung, 43.4% Alk./Vol. (Sample: Diageo) – In der Nase, gesetzter, reifer. Mehr Beerentöne, irgendwo hinten im Raum steht ein Mahagonitisch in der Sonne und duftet leise. Am Gaumen hat er das nach vorne Drängende nicht, ist weicher, schwerer, runder, mit schön balanciertem Sherry-Einfluss. Und: Null Schwefel. Ein langes, süß würziges Finish komplettiert den Eindruck, dass er seine 16 Jahre perfekt nutzte, ohne vom Fass erschlagen zu werden.

Famos gereifter Whisky, der zum Nachspüren und Nachschenken einlädt.
-br-

Mortlach 20yo, Originalabfüllung, 43.4% Alk./Vol. (Sample: Diageo) – Noch mehr dunkle Früchte, etwas mehr Alkohol in der Nase. Etwas Minziges und ein Hauch Nelkenpulver. Holznoten bringen dem Whisky mehr Trockenheit als erwartet, dabei bleibt er weich und sogar etwas filigran am Gaumen. Jede Menge Kraft entwickelt er dann im Finish, das lang und wärmend ist und das Alter der Abfüllung stolz verkündet. Hier ist das Fass dominanter Teil des dennoch sehr stimmigen Geschmacks.

Ein Whisky, der Aufmerksamkeit einfordert, mit einem etwas mürrischem Charakter, nicht einfach. 
-br-

Mortlach 1987, Gordon & MacPhail Connoisseurs Choice, 54.0% Alk./Vol. (Sample: Gordon & MacPhail) – Was für eine komplexe Nase. Tabak, Leder, Umami, und das alles verwoben zu einer eleganten Komposition. Am Gaumen breit, dunkel, fruchtig würzig, angebrannte Rosinen vom Boden einer Brioche, darauf Butter und Waldfruchtmarmelade sowie Gewürznelke. Das Finish so klassisch wie es nur sein kann, schwer, etwas Tabaksaft und viel Blutorange. Zum langen Ende hin dann etwas Crême brûlée.

Ein edler, gewichtiger Mortlach. Massiv und doch feine Klinge. Gut gereift und nicht überaltert. So mag man das.
-br-

Die Bilder der Abfüllungen für den Artikel und dessen Titelbild haben wir mit freundlicher Genehmigung aus der Whiskydatenbank Whiskybase.com übernommen. Vielen Dank dafür!

Links zu allen bisher erschienenen Tasting-Splittern finden Sie im Verkostungsarchiv.

Mit „Tasting-Splitter“ wollen wir unsere Verkostungsnotizen mit einem neuen Format ergänzen. In lockerer Abfolge berichten wir von den letzten Whiskys, die wir hier in der Redaktion im Glas hatten. Das tun wir nicht mit ausführlichen Beschreibungen des Geschmacks im klassischen Sinn, sondern wollen es auf eine ungezwungene Art tun. Eher emotional als analytisch wollen wir einige Fragen beantworten: Welchen Eindruck hinterlässt der Whisky? Was fällt uns besonders auf? Wie haben wir ihn im Moment erlebt? Welchen Charakter zeigt er?

Auch bei „Tasting-Splitter“ gilt, so wie bei den (nach wie vor geplanten) Verkostungen einzelner Whiskys: Unser Geschmack ist so subjektiv wie der Ihre. Wir fällen daher keine Urteile, sondern geben unseren persönlichen Eindruck kund. In diesem Sinne: Viel Vergnügen damit!

Whisky im Bild: Irland, Atlantikküste (Wallpaper)

Brauchen Sie ein schönes Bild für ihre irische Whiskeyecke? Dann hätten wir da eines für Sie – eine tolle Panoramaaufnahme aus Irland, von der Atlantikküste – als Public Domain. völlig frei von Rechten Dritter und daher von Ihnen nach Gutdünken zu verwenden.

Sie können das Bild is seiner vollen Größe (5000×1890 Pixel, 1.6MB) hier herunterladen. Unten haben wir es wie üblich in einer verkleinerten und komprimierten Version zum Ansehen und Anklicken gepostet.

Und wenn sie keine irische Whiskyecke haben: Schön ist das Bild auf jeden Fall, finden wir – es könnte wohl an jeder Wand einen passenden Platz finden…

Die Edinburgh Whisky Academy startet zertifizierten Online-Kurs „Einführung in den Whisky“

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Die Edinburgh Whisky Academy, die von der Scottish Qualifications Authority (SQA) anerkannt ist, wurde speziell geschaffen, um eine wichtige Lücke in der schottischen Whisky-Ausbildung zu schließen, und entwickelt langsam ihr Kursangebot. Sie bietet unter anderem in diesem Frühjahr einen, vermutlich englischsprachigen, Online-Kurs an, welcher die Grundlagen von Whisky untersucht. Das Abschluss-Zertifikat bildet die erste Stufe einer Whisky-Ausbildung der Akadamie und richtet sich an Whisky-Neulinge oder solche, die ihr Wissen auf ein Zertifikats-Niveau verbessern möchten. Zudem machte es das Online-Format diesen Kurs weltweit zugänglich, flexibel und eine kostengünstige Möglichkeit, auf unabhängiges und umfassendes Material und Know-how zuzugreifen.

Zu den zum Kurs gehörenden Module gehört die Geschichte des Whiskys, die Vorproduktion (ein Blick auf die Rohstoffe und den Malzprozess), die Batch-Destillation, Reifung, Getreidedestillation und Blending. Nähre Information sollen demnächst auf der Website erhältlich sein. Fest steht allerdings schon die Teilnahmegebühr von £280 (ca. 320 €).

Die Edinburgh Whisky Academy bietet weiter noch das „Diploma in Single Malt Whisky“ und „Diploma in the Art of Tasting Whisky“ an. Diese beiden ‚Offline‘-Kurse finden im beeindruckenden Arniston House in Schottland statt.

Scotch Whisky Association untersucht gerichtliches Vorgehen gegen ArKay

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Die Scotch Whisky Association  (SWA) ist die Lobbygruppe der schottischen Whiskyindustrie. Zu ihren Aufgaben gehört unter anderem der Schutz des Scotch Whisky vor Fälschungen und Imitationen. Und sehr häufig werden hierfür auch die verschiedenen Wege der juristischen Auseinandersetzung beschritten (wie zum Beispiel im Fall des „Glen Buchenbach“).

In das Visier der SWA gerückt ist nun die in den USA beheimatet Firma ArKay. Denn, so findet die SWA, verstößt deren alkoholfreier Whisky (den wir schon 2014 vorstellten) gegen geltendes EU-Recht. Denn danach muss Whisky einen Alkoholgehalt von mindestens 40 % Vol. haben. Arkay sieht die ganze Sache recht pragmatisch. Gegenüber The Spirits Business formuliert ein Unternehmenssprecher:

„The SWA is wrong because evidently they did not read our labels that show ‘Arkay alcohol-free whisky flavoured drink’. As you can see the words ‘flavoured drink’ changes totally the meaning of the sentence. Our slogan says clearly ‘it’s not whisky’, contrary to the SWA claim. We clearly say in our advertising ‘it’s not whisky’, so where is the problem?“

Frei übersetzt: „Die SWA solle doch bitte unser Label lesen. Darauf steht „alkoholfreies getränk mit Whisky-Aromen“. Also, wo ist das Problem?“ Wir sind auch hier gespannt, ob und welche Gerichte bemüht und wie diese dann entscheiden werden.

Weitere japanische Abfüllungen werden wohl eingestellt

Whisky aus Japan genoss (und genießt noch immer) in den letzten Jahren eine äußerst große Popularität. So groß, dass die große Nachfrage regelmäßig nicht vollständig bedient werden konnte. Manche Abfüllungen waren und sind auf dem Markt nicht ohne enormen Aufwand erhältlich, und wenn, werden für diese exorbitante Preise aufgerufen. Die japanische Whisky-Produzenten sehen sich oft gezwungen, bestimmte Abfüllungen vom Markt zu nehmen und den inländischen sowie internationalen Bedarf mit neuen Abfüllungen zu bedienen.

Wie wir bei Nomunication lesen müssen, werden wohl erneut bestimmte japanische Abfüllungen nicht mehr fortgeführt:

  • Kakubin White
  • Kakubin Yellow
  • Chita 350ml
  • Nikka 12
  • Nikka Coffey Malt
  • Nikka Coffey Grain

Aus dem Hause Nikka ist allerdings schon ein neuer Whisky angekündigt, der The Nikka Tailored. Und auch Beam Suntory hatte erst vor kurzem den neuen Suntory World Whisky Ao angekündigt, der zwar kein rein japanischer Whisky ist, jedoch auch den Bedarf nach diesem abdecken soll (wir berichteten).

Serge verkostet: Craigellachie x 5

Ohne viele Worte kommt Serge Valentin in seiner heutigen Verkostung direkt zum Thema dieses Whisky-Tages. Auf der Agenda stehen unabhängige Abfüllungen der Speyside-Brennerei Craigellachie. Diese Destilleire befindet sich im Besitz von Bacardi, ihr Whisky findet hauptsächlich bei den hauseigenen Blends Verwendung. Seit kurzer Zeit sind zwar auch Destillerie-Abfüllungen erhältlich, die Destillate von Craigellachie finden sich sehr häufig bei den unabhängigen Abfüllern. Und dies zu recht, wie das heutige Tasting auf Whiskyfun uns zeigt. Durchgehend finden wir Bewertungen im mittleren 80er-Bereich. Einzig ein Portfinish kann Serges Gaumen nicht überzeugen. Aber, so schreibt er: „only one single man’s opinion“.
Die heutige Session in der Kurzübersicht:

  • Craigellachie 2008/2017 (46%, Scyfion Choice, pomegranate wine cask finish, 268 bottles) 85 Punkte
  • Craigellachie 8 yo 2006/2015 (64.1%, Master of Malt, refill sherry, 83 bottles) 85 Punkte
  • Craigellachie 9 yo 2006 (64.1%, Grindlay’s Selection, 292 bottles, +/-2016) 88 Punkte
  • Craigellachie 21 yo 1995/2017 (53.6%, Hepburn’s Choice for SCSM, China, sherry butt, 627 bottles) 86 Punkte
  • Craigellachie 1994/2018 (54.8%, OB, for Whisky Spirits Expo L Show, Exceptional Cask Series, China, Port finish, 198 bottles) 66 Punkte