Kilver, Gessner und No. 270, so nennen sich die letzten drei Neuerscheinungen aus der Destillerie Wolfburn hoch oben im Norden des schottischen Festlandes. Die Brennerei aus Thurso hat sich bereits eine große Fangemeinde geschaffen, und so sieht man wohl mit Interesse auf die Beschreibungen, die Serge für die neuen Whiskys geschrieben hat.
Eines vorab: Die Wertungen liegen eng beisammen, und die Unterschiede sind eher marginal. Aber eines hält Serge definitiv fest: Für das Alter findet er Wolfburn hervorragend, und er freut sich auf das Älterwerden (der Abfüllungen, zumindest).
Eine neue limited Edition von Woodford Reserve wurde heute von Brown-Forman vorgestellt: der Woodford Reserve Cherry Wood Smoked Barley ist die 12. Edition der Master’s Collection. Die besondere Herstellung war eine Idee von Master Distiller Chris Morris – und wird in der nachfolgenden Pressemitteilung genauer vorgestellt:
Kreativität und Pioniergeist vereint: Woodford Reserve lanciert die zwölfte, limitierte Master’s Collection Cherry Wood Smoked Barley
Hamburg, im April 2018. Aus dem Besonderen wird das Beste: Die amerikanische Traditions- Whiskeybrennerei Woodford Reserve präsentiert mit Woodford Reserve Cherry Wood Smoked Barley die zwölfte Edition der streng limitierten Master’s Collection. Diese trägt die unverkennbare Handschrift von Chris Morris, dem Woodford Reserve Master Distiller, der die Rezeptur persönlich konzipiert und kreiert hat. Entstanden ist der erste Kentucky Bourbon auf Grundlage gemälzter Gerste mit einem Malzgehalt von dreißig Prozent.
Die diesjährige Master’s Collection überzeugt durch eine besondere Rezeptur: Anstelle von natürlich gemälzter Gerste revolutioniert Master Distiller Chris Morris das Kornrezept durch die Verwendung von Malz, das während des Brennvorgangs mit Kirschholz geräuchert wurde. Dieser Vorgang lässt feine Noten von gerösteten Nüssen und geräucherten Mandeln im Bourbon hervortreten. So außergewöhnlich wie seine Rezeptur, so besonders sind auch die Aromen und der Geschmack des Woodford Reserve Cherry Wood Smoked Barley: Der bernsteinfarbene Whiskey ist geschmeidig am Gaumen, weich und rund im Abgang durch die anhaltenden Noten von geräucherter Mandel mit einem süßen und fruchtigen Ausklang. Diese facettenreiche Melange setzt sich aus sattem Karamell, braunem Zucker und dunkler Schokolade, verfeinert mit einem Hauch von fruchtiger Kirschkonfitüre sowie nussigen, leicht rauchigen Noten zusammen. Ob pur oder on the rocks serviert – diese Master’s Collection ist der perfekte Whiskey für einen besonderen Abend mit Freunden.
Erstmals wurde die Master’s Collection von Woodford Reserve im Jahre 2006 herausgebracht. Die exklusive Serie hat sich längst zu einer beliebten Erweiterung des Woodford Reserve Produktportfolios entwickelt. Jede Master’s Collection ehrt auf traditionelle Art den wegweisenden und innovativen Produktionsprozess der Woodford County Distillery. Die Ausgangsbasis für die Master’s Collection bildet dabei stets der klassische Woodford Reserve Bourbon, der auf fünf wesentlichen Geschmacksäulen, den sogenannten „5 Sources of Flavor“ (Getreide, Wasser, Fermentation, Destillation, Reifung) gründet. Jeder einzelnen dieser Säulen schenkt Woodford Reserve besondere Aufmerksamkeit. So werden Jahr für Jahr und Fass für Fass beste Zutaten aus der Region mit dem seit Generationen überlieferten Wissen in besonderen Kentucky Bourbon Whiskey verwandelt.
Die Woodford Reserve Master’s Collection Cherry Wood Smoked Barley ist ab sofort in ausgewählten Spirituosenfachgeschäften und in der Top Gastronomie erhältlich.
Der neue Glenmorangie Grand Vintage 1989 ist nicht nur der Nachfolger des im Vorjahr erschienenen Grand Vintage 1990, sondern auch der Ersatz für den Glenmorangie 25yo, der nun nicht mehr produziert wird. Damit stellt er für die Highland-Destillerie ein wichtiges Leuchtturmprojekt dar, ist er doch der Rerpäsentant des Hausstils in der Oberklasse. Dr. Bill Lumsden hat den wahrscheinlich letzten Batches, die im ehemaligen Brennhaus destilliert wurden, unter Verwendung ehemaliger Côte-Rôtie Weinfässer einen ganz besonderen Charakter mitgegeben, der aber immer noch typisch Glenmorangie ist.
Präsentiert hat den Glenmorangie Grand Vintage 1989 in Wien Global Brand Ambassador Paul Malone, der aus der Praxis und nicht aus dem Marketing stammt (er ist bei Glenmorangie Purchasing Manager), und dessen Blick auf den Whisky ein fachkundiger ist. Grund genug für uns bei Whiskyexperts, Paul zu bitten, den Glenmorangie Grand Vintage 1989 mit uns exklusiv zu verkosten.
Im obenstehenden Interview beschreibt Paul zunächst die Genesis des neuen Malts von Glenmorangie, um sich danach ganz seinem Geschmack zu widmen. Nach der Verkostung sprechen wir mit ihm noch über das Fassmanagement bei Glenmorangie und seine Bedeutung für zukünftige Abfüllungen, sowie über den geplanten Ausbau der Brennerei, der nun langsam Fahrt aufnimmt. Neben der Erweiterung der Lagerhäuser, die schon länger offiziell bekannt ist, wird ja auch die Kapazität durch neue Brennblasen erweitert werden.
Wir möchten natürlich auch mit unseren eigenen Eindrücken zum Glenmorangie Grand Vintage 1989 nicht hinter dem Berg halten, ergänzend zu den Tasting Notes von Paul Malone, die wir für sehr treffend halten:
Wir fanden vor allem beeindruckend, wie in ihm Vielschichtigkeit und leichte Trinkbarkeit zusammenspielten. Er ist ein Whisky mit klassischer Eleganz, gehaltvoll und harmonisch, ohne überbordende Holztöne. Ein Schluck von ihm schafft eine ruhige Zufriedenheit, einen Genußmoment, der nichts Aufgesetztes hat. Vor allem aber: er ist ein ganz typischer Glenmorangie, der den Hausstil akzentuiert. Mit einem Preis von knapp 600 Euro ist er natürlich kein Alltagswhisky, aber das ist er auch aus seinem Wesen nicht. Wenn es einmal ein ganz besonderer Glenmorangie sein soll: Wenn das Portemonnaie passt, passt der genau.
Gestern wurde in Wien der neue Glenmorangie Grand Vintage 1989 vorgestellt, und zu diesem Anlass hat uns die Destillerie eine Pressemitteilung mit allen relevanten Informationen zum Whisky, der den Glenmorangie 25yo ersetzen wird, übermittelt. Wir bringen Sie hier ungekürzt für Sie, inklusive der Tasting Notes:
Glenmorangie Grand Vintage Malt 1989
Eine grandiose Assemblage
Komponiert aus den finalen Batches des ehemaligen Brennhauses, assembliert aus den besten Fässern – Glenmorangie Grand Vintage 1989 spiegelt eine Intensität und Komplexität wie kein anderer 27jähriger gereifter Single Malt. Lesen Sie mehr über diesen außergewöhnlichen Whisky.
Über hundert Jahre lang wurden Glenmorangie Whiskys unter dem vertrauten Dach unseres alten Brennhauses destilliert. Doch zum Ende der 1980er Jahre stieg die Nachfrage nach unseren prämierten Highland Single Malt Whiskys so stark an, dass dieses ehrwürdige, jedoch zu kleine Gebäude, zu eng war. Im Jahr 1990 wurde deshalb das Warehouse No. 1, das ehemalige Zollfreilager aus dem 19. Jahrhundert, in das heutige majestätische Brennhaus umgebaut, um weitere Brennblasen zu beherbergen. Dieses Vermächtnis zelebrieren wir mit der Bond House No. 1 Kollektion, einer Reihe bedeutender Abfüllungen aus jener Zeit. Jeder Release wird von unseren talentierten Brennmeistern sorgsam ausgewählt und nur auf deren besonderer Empfehlung hin Teil dieser besonderen Kollektion.
Das Vermächtnis
Heutzutage zählt das Brennhaus von 1990, häufig auch als Glenmorangies „Hochland-Kathedrale“ benannt, zu den Schönsten in ganz Schottland. Doch die Ära des Vorgängers wird immer einen besonderen Platz in der Geschichte der Destillerie haben. Mit der kraftvollen Komplexität des zweiten Releases der Bondhouse No. 1 Kollektion ehren wir mit dem Glenmorangie Grand Vintage Malt 1989 das Andenken an diesen besonderen Ort. Die dafür verwendeten Batches stammen aus den letzten Tagen des früheren Brennhauses.
Mit jahrelanger, äußerst sorgsamer Fassreifung dieses unvergleichlichen Single Malts wurde die Vision von Dr. Bill Lumsden, unserem Director of Distilling, Whisky Creation and Whisky Stocks, lebendig. „Ich war fasziniert vom besonderen Charakter dieses Jahrgangs, der so untrennbar mit der Geschichte des früheren Brennhauses verbunden ist,“ sagt er. „Glenmorangie von diesem besonderen Ort ist Vergangenheit und ich denke, wir zelebrieren dies angemessen mit diesem bedeutsamen Whisky.“
Das Prestige
Dr. Bill Lumsden wählte die besten Batches des Jahres 1989 und übertrug sie in seltene, ausgesuchte Fässer. Darunter herausragende, ehemalige Weinfässer, die besten Oloroso Sherryfässer und hervorragende Ex-Bourbon-Fässer. Mit äußerst raren, ehemaligen Côte-Rôtie-Weinfässern gelang Dr. Bill dem Whisky die Krone aufzusetzen: Benannt nach den sonnigen, steil terrassierten Weinbergen hoch über dem Ufer der französischen Rhône, ist der Wein der Côte Rôtie (französisch für „geröstete Hänge“) für seine kraftfüllenden, vielschichtig-gehaltvollen Aromen bekannt. Bislang niemals für die Reifung von Glenmorangie verwand, konnte Dr. Bill Lumsden kaum das Ergebnis erwarten, wie diese Fässer zur Komplexität des Single Malts beitragen.
„Es ist äußerst ungewöhnlich, Whisky in ehemaligen Côte-Rôtie-Weinfässern zu reifen. Zuerst sind sie sehr schwierig zu bekommen und die Reifung des Whiskys muss sorgfältig überwacht werden. Letztendlich ist auch die perfekte Vermählung mit weiteren Single Malts eine große Herausforderung.“
Die Sorgfalt
Nach fast drei Jahrzehnten konnte Dr. Bill Lumsden den perfekten Reifezeitpunkt der verwendeten Whiskys feststellen und sie in einer komplexen Assemblage der einzelnen Fässer zusammenführen. Jeder Single Malt aus den unterschiedlichen Fassreifungen spiegelt dabei seinen eigenständigen Charakter wider und komplettiert den in ehemaligen Côte-Rôtie-Fässern gereiften Whisky perfekt.
„Es ist wirklich eine überragende zweite Auflage unserer exklusiven Bond House No. 1-Kollektion,“ sagt Dr. Bill Lumsden. „Mit Glenmorangie Grand Vintage 1989 ist es uns gelungen, Glenmorangies Finesse mit den Noten reifer, roter Früchte aus den ehemaligen Weinfässern mit den tiefen Eichenaromen zu verbinden. Für eine Abfüllung dieses Alters bieten die süßen und etwas rauchigen Aromen eine überraschend große Vielfalt. Sein vielschichtiges Geschmacksprofil ist in herrlicher Weise intensiv und opulent.“
Die Kunst
Es scheint, dass das meisterhafte Können, das nötig ist, den Glenmorangie Grand Vintage Malt 1989 zu komponieren, nicht unbemerkt blieb: Der renommierte Autor der „Whisky-Bibel“, Jim Murray, beschreibt ihn als:
„Eine atemberaubende Assemblage von Single Malts, die sowohl in Geschmacksprofil als auch in der Textur meisterhaft kombiniert wurden.“ Und weiter: „Ein Dram von höchster Kunst“
Zurück in das alte Brennhaus, das weiterhin ein wichtiger Ort für die Destillerie ist: Bereits kurz nach dem Umbau wurde das Gebäude Teil des neuen Besuchszentrums und in ein kleines Museum umgewandelt. Jetzt, da es seinen neuen Zweck erfüllt, erweckt es die Vergangenheit der Destillerie für viele Besucher aus aller Welt. Sie können nun den Ort entdecken, wo Glenmorangie seit 1843 von Hand meisterhaft destilliert wird.
Verkostungsnotizen
An der Nase: Äußerst vielschichtig mit Aromen getoasteter Marshmallows, Mandeln und einer duftenden Kopfnote von Vanille mit Weichtoffee. Noten von Bratäpfeln springen hervor mit roten Früchten, schwarzen Johannisbeeren und tropischen Früchten, gefolgt von frisch gebackenem Brot, Bienenwachs und einem Hauch Holzrauch.
Auf der Zunge: Siruphaft, einem pfefferigen Gaumengefühl folgen reichhaltige, komplexe Noten von Bratapfel, butterweichem Toffee mit sanften Zitrus-Noten.
Im Nachhall: Noten von Orangenblüten verbinden sich mit Honig, Eukalyptusöl, Anis und Leder in einem langen, kräftigen Nachhall mit klassischen Aromen von Holz und Eichenspänen.
Hinter der etwas bombastisch klingenden Jobbezeichnung „Head of whisky intrinsic excellence“, die man Andy Watts bei der Distell Group, Besitzer von Bunnahabhain, Deanston und Tobermory, aber auch von Bain’s Cape Mountain Whisky, der mehrfach als besten Grain Whisky der Welt ausgezeichneten Marke aus Südafrika, gegeben hat, steckt eine Menge Verantwortung. Der ehemalige Cricketspieler ist nämlich für die Qualität des Whiskys aus Südafrika zuständig, und er ist heuer als Master Distiller/Blender of the Year bei den World Whiskies Awards ausgezeichnet worden.
Master of Malts hat mit Andy Watts ein Interview über seine Karriere und seine Prinzipien geführt, das auch schöne Einblicke in die Entstehungsgeschichte von Bain’s Cape Mountain Whisky bietet. Auch über Neuheiten bei der anderen südafrikanischen Marke, Three Ships, erzählt Andy Watts, und warum er im Moment bei Bain’s Cape Mountain Whisky eher auf Kontinuität als auf neue Abfüllungen setzt.
Hier noch ein kleiner Ausschnitt aus dem englischsprachigen Interview, in dem Andy Watts über den Einfluss der Region auf den Whisky gefragt wird:
Do you think that region has an identifiable terroir?
I would say yes, the specific climate of our little valley does affect. Let’s say you are making your whisky in Johannesburg, then you’re 6,000 foot higher in altitude than what Cape Town is, so you would expect there to be a difference in the whisky there. In our little valley, we get hot dry summers and cool wet winters. I think we can say that plays a specific role in how our end product comes about.
Später als sonst kommen momentan die Tasting Notes von Serge Valentin auf Whiskyfun – dass wir sie also nicht schon am Morgen präsentieren können, sondern erst am Nachmittag, damit müssen wir zur Zeit einmal leben. Egal – Hauptsache, sie kommen. Denn interessant sind sie immer, auch heute, wo es wieder um fünf Amerikaner geht.
Zwei davon sind, wie es der Fremdwortfreund ausdrücken würde, rezent, die drei anderen von alt bis uralt. Zwei davon sogar über 100 Jahre alt.
Wie machen sich so alte Bourbons? Fantastisch, wenn man dem Gaumen von Serge vertraut. Hier die Wertungen der Verkostung:
Booker’s 6 yo (62.7%, OB, Kentucky straight bourbon, batch #2017-01E, 2017): 85 Punkte
Reservoir Bourbon (50%, OB, bourbon, +/-2017): 85 Punkte
Very Old Fitzgerald 8 yo1958/1966 (43%, OB, for Germany, Kentucky Straight Bourbon): 94 Punkte
Belmont (no ABV statement, Kentucky bourbon, sour mash, +/-1910): 93 Punkte
Old Overholt 1909 (no ABV statement, Mellon private bottling, American rye, +/-1927): 93 Punkte
Einen zehnjährigen Glenlivet Vintage 2007 Sherry Cask Matured gibt es seit dieser Woche in Deutschland, und nur für Deutschland. Importeur Kirsch Whisky hat für die Small Batch Edition #1 in den Lagernhäusern von Signatory in Pitlochry fünf Fässer ausgesucht und dann auf 48.1% reduziert. Er stammt aus 2 1st fill Sherry Butts und drei First Fill Sherry Hogsheads. Hier die genauen Destillationsdaten der Fässer:
1st Fill Sherry Butt 900251 – 10.04.2007
1st Fill Sherry Butt 900252 – 10.04.2007
1st Fill Sherry Hogshead 900195 – 27.03.2007
1st Fill Sherry Hogshead 900196 – 27.03.2007
1st Fill Sherry Hogshead 900197 – 27.03.2007
Insgesamt wurden davon am 19. März 2018 2927 Flaschen abgefüllt, natürlich nicht gefärbt und nicht kühlfiltriert. Sie sollten dieser Tage bei den Fachhändlern auftauchen.
Hier die Flasche in einer Vorder- und Rückansicht:
Flóki – so heißt der erste Single Malt Whisky, der von der Insel Island kommt. Die erste Abfüllung dieses Whiskys bringt Kirsch Whisky nach Deutschland. Darüber informieren sie uns heute in ihrer Pressemitteilung, die wir Ihnen hier ungekürzt präsentieren:
Island wird Whisky-Land
Erster Island-Whisky „Flóki“ jetzt in Deutschland erhältlich
Fünf Jahre ist es her, dass die Eimverk Distillery ihre Brennblasen in Betrieb nahm. Jetzt ist es soweit: Der erste Single Malt Whisky Islands ist abgefüllt. In Handarbeit aus isländischer Gerste hergestellt und in Ex-YoungMalt-Fässern gereift, verspricht „Flóki“ ein ungewöhnliches Geschmackserlebnis – von dem sich ab sofort auch Fans in Deutschland überzeugen können.
163 Test-Destillationen, vier Jahre Experimente und dann noch einmal drei Jahre Reifung lang haben das Team der Eimverk Distillery und ihre Fans auf den ersten Whisky der Familienbren-nerei warten müssen – jetzt hat „Flóki“ die Fässer verlassen. Der Single Malt ist der erste Whisky Islands. Er reift in ursprünglich unbeleg-ten Fässern, in denen zuvor nur die „Young Malts“ der Familienbrennerei gefüllt wurden – Destillate, die bis zu drei Jahren gereift sind und bisher einen Vorgeschmack auf den Single Malt lieferten. In Handarbeit und zu 100 Prozent aus isländischer Bio-Gerste hergestellt, sorgt Flóki für überraschende und untypische Genussmo-mente: fruchtig-süß und zugleich voller Würze und Vanillearomen.
Isländische Gerste für einen untypischen Single Malt Whisky
Verantwortlich für den besonderen Geschmack des Whiskys ist unter an-derem die isländische Gerste: Das robuste isländische Getreide enthält we-nig Stärke, weshalb etwa 50 Prozent mehr Gerste pro Flasche Whisky ver-wendet werden muss als bei anderen Gerstensorten. Auch für die Fässer gehen die Eimverk Distillers neue Wege: „Flóki“ reift in Eichenfässern, die zuvor nur mit den Young Malts der Destillerie belegt waren.
Das Ergebnis ist ein untypischer Single Malt: Er duftet ungewöhnlich würzig nach Tannennadeln, Pinienkernen und Muskat, mit der Zeit auchfruch tig-frisch mit milden Vanillearomen. Im Geschmack ist „Floki“ überraschend süß und fruchtig, gefolgt von einer Würze, die an Wurzelgemüse erinnert.
Innovationslust inspiriert von Wikingerlegende Hrafna-Flóki
2009 gegründet, sorgte die Eimverk Distillery bisher unter anderem mit ihrem international ausgezeichneten Gin und Aquavit für Aufsehen. Der rauchige Young Malt von Eimverk ist ebenfalls ein Unikat: Da es auf Island keinen Torf gibt, wird traditionell mit Schafsdung geräuchert – auch das Malz für den „Sheep dung smoked Reserve“. Die Innovationslust der Eimverk Distillers ist von der Geschichte Islands inspiriert.
Nach einer langen und strapaziösen Reise kam der Wikinger Hrafna-Flóki erstmals auf die sagenumwobene Insel und taufte sie auf ihren heutigen Namen. Eimverk hat den ersten Single Malt Islands nach diesem Wikingerhelden benannt – inspiriert von seiner Entschlossenheit und seinem Mut Dinge zu tun, die zuvor noch niemand anderes getan hat.
Zwei interessante Neuheiten sind uns in der US-amerikanischen TTB-Datenbank aufgefallen: Zunächst scheint Glenfiddich eine neue Abfüllung im Rahmen der Experimental Series zu planen: Der Glenfiddich Fire & Cane wird wohl ein torfiger Glenfiddich werden, der in Rumfässern gefinisht wurde (daher auch der Name). Er wird mit 43% vol. Alk. abgefüllt werden. Hier die Labels dafür:
„The Spaniard“ von Compass Box ist besonders für Sammler der Whiskys von John Glaser interessant, wird es von ihm doch nur 360 Flaschen geben, die aller Voraussicht nach nur am US-amerikanischen Markt verkauft werden. Man findet in ihm in Sherryfässern gereiften Whisky nicht näher bezeichneter Herkunft, Highland-Whisky aus Bourbonfässern und einen kleinen Anteil von Islay Malt.
Auch hier haben wir die Labels für Sie:
Wie üblich der Hinweis zu den TTB-Einträgen: Dass ein Label in der TTB-Datenbank eingetragen wurde, bedeutet nicht automatisch, dass die Abfüllung dann auch erscheinen wird. Es ist allerdings ein sehr starker Hinweis darauf.
Scotch Whisky muss in Schottland produziert werden, mindestens 3 Jahre in Eichenfässern gereift sein und mit minimal 40% vol. Alk. abgefüllt werden. Das sind die Umrisse der minimalen Ansprüche, die die Scotch Whisky Association und der Gesetzgeber an das Wasser des Lebens stellen und die durch ihre Vorgaben wohl mitgeholfen haben, Whisky zu dem zu machen, was er heute ist.
Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist, dass diese Regeln auch recht strikte Grenzen setzen, wie Unternehmen auf geänderte Ansprüche des Marktes und vor allem neue Möglichkeiten reagieren können. Einen Trend zu leichteren und aromatisierten alkoholischen Getränken, kann man seitens der Whiskyindustrie unter dem Siegel des Whiskys nicht bedienen. In den USA, wo die Situation mit den Vorschriften ähnlich ist, hilft man sich damit, dass man diese dort extrem beliebten Getränke zwar unter dem Markennamen (Jim Beam Honey), nicht aber unter dem Begriff „Whiskey“ verkauft. Solcherlei gibt es in Schottland nicht, oder noch nicht. Das liegt daran, dass es für den heimischen Markt nicht wirklich relevant ist – aber wer auf Exportmärkte schielt, der denkt auch in der schottischen Whiskyindustrie über die vorgegebenen Grenzen hinaus.
Das ist, wie schon angesprochen, eine Entwicklung, die man ambivalent sehen kann – und dies tut auch ein Artikel in der Business Times, der sich unter dem Titel „Flavoured, low-alcohol Scotch? Distilleries test whisky’s limits“ mit eben dieser Frage beschäftigt. In ihm geht es zum Beispiel auch um Experimente mit Chocolate Malt, das dazu dienen kann, Whisky mit zusätzlichem Geschmack zu versehen und mit dem bereits experimentiert wurde. Man versucht darzustellen, warum die Industrie einerseits die Beschränkungen für sinnvoll erachtet, andererseits mit Experimenten über sie hinausgeht und aus eigener Sicht hinausgehen muss.
Wie sich die Whiskyindustrie in diesem Spannungsfeld bewegt und einige Stimmen dazu finden Sie im interessanten Artikel, der heute erschienen ist.
Wir bei Whiskyexperts verfolgen seit unseren Anfängen die Redaktionslinie, nur über Produkte zu berichten, die der Definition von Whisky entsprechen – mit einigen wenigen Ausnahmen, die uns für Whisky relevant erscheinen.
Auch heute gönnt sich Serge Valentin bei seinen Verkostungen einige Abfüllungen aus den USA – wiederum sind es fünf Bottlings, aber diese sind schon etwas spezieller und hierzulande nicht mehr ganz so leicht zu bekommen wie es die vorigen Whiskeys waren.
Drei Rye Whiskeys sind dabei, und einer, der sich eigentlich nicht Whiskey nennen darf, weil er nicht die benötigte Zeit reifen durfte, sondern im Schnellverfahren künstlich gealtert wurde (er kommt bei Serge nicht so besonders an, aber kann sich punktemäßig durchaus mit den Abfüllungen von Montag messen).
Allen gemeinsam ist eine Stärke von 50% aufwärts. Hier die Wertungen der Verkostung von heute:
Reservoir Rye (50%, OB, American whiskey, +/-2017): 87 Punkte
FEW ‘Rye Cask Strength’ (60.5%, OB, USA, +/-2018): 88 Punkte
Lost Spirits ‘Abomination Chapter 1 Crying of the Puma’ (54%, OB, American spirit drink, +/-2017): 78 Punkte
Noah’s Mill (57.2%, OB, bourbon, +/-2017): 82 Punkte
Willet’s 3 yo ‘Family Estate’ (53.7%, OB, Straight rye whiskey, +/-2017): 79 Punkte
Eigentlich ist es ein Werbevideo für die Abfüllung zur Feier von 200 Jahren Bladnoch Distillery, ein 29jähriger Bladnoch, der an die 5000 Pfund kostet und über den wir bereits vor zwei Wochen hier berichteten. Aber das Video gibt schöne Einblicke in die neu renovierte Destillerie, die ja nach einiger Zeit des Stillstands und – man muss es leider sagen – Verfalls nun wieder zu neuer Blüte kommt, nachdem sie der australische Frühstücksflocken-Millionär David Prior erworben hat.
Das zweieinhalbminütige Youtube-Video ist aufwendig produziert und zeigt neben der Brennerei auch Wortmeldungen von David Prior und dem Master Distiller Ian Macmillan. Sie finden es obenstehend, unten zeigen wir Ihnen noch eine Aufnahme der Brennerei und die angesprochene Abfüllung. Vielen Dank an Dr. Mario Prinz für den Hinweis auf das Video.
Messegehern in Deutschland wird Alex Bruce kein Unbekannter sein: Man trifft den Managing Director des unabhängigen Abfüllers Adelphi fast in jedem Jahr auf der Aquavitae in Mülheim. Und weil ihn die Jobs bei Adelphi und deren Brennerei Ardnamurchan offensichtlich nicht ganz auslasten, ist der umtriebige Schotte auch noch der Master Blender bei Fusion Whisky.
David Broom von scotchwhisky.com hat mit Alex Bruce ein interessantes Interview über seine Sicht auf das Whiskybusiness geführt, über den Nutzen der Blockchain-Technologie für die Industrie (Blockchain wird bei Ardnamurchan und Fusion Whisky für größtmögliche Transparenz eingesetzt), und über die Herausforderungen, die die gestiegene Nachfrage für einen unabhängigen Abfüller darstellt. Hier ein kurzer Ausschnitt des Artikels in der Originalsprache:
The whisky loch of the ‘80s and ‘90s has more or less dried up and what’s left has premiumised in price significantly. Cask management in those days was also up and down, so you have to be selective.
Younger [post-2007] stock has better quality across the board, but is quite young, so there’s a gap in the middle. As a result, we don’t do very many bottlings! Over a year it will be one cask chosen out of every 35 offered
Alex Bruce, Master of The Quaich und Managing Director der Adelphi Distillery Ltd. sowie der Ardnamurchan Distillery. Ltd (Copyright: Fusion Whisky Ltd; Picture: Tina Norris)
Am Ostermontag wagte Serge Valentin einen Blick über den großen Teich in die USA und hat von dort fünf verschiedene Whiskeys verkostet. Bis auf den ersten Whiskey von Brown-Forman, der es wohl nicht in unsere Geschäfte geschafft hat sondern unseres Wissens nach auf die USA beschränkt ist, sind alle auch bei uns eher einfach zu bekommen.
Die Wertungen der Verkostung kommen diesmal nicht über 80 Punkte hinaus. Es handelt sich ja bei allen der vorgestellten Whiskeys eher um Massenware, die meist auf geschmacklichen Konsens für breite Zielgruppen getrimmt ist – die Feinheiten beim amerikanischen Whiskey sind anderswo zu finden.