PR: Whisky und Tropen – Rugen Distillery lagert Whisky im Tropenhaus

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Gestern begann ein interessantes Experiment der Rugen Distillery in der Schweiz: Man hat dort drei Whiskyfässer unter tropischen Bedingungen gelagert, um den Einfluss des tropischen Klimas auf die Whiskyreifung zu untersuchen. Wo man dieses in der Schweiz findet und was man mit dem Projekt bezweckt, können Sie untenstehender Pressemitteilung entnehmen.

Übrigens: Damit dürfte die Rugen Distillery die erste Destillerie weltweit sein, die Whisky in drei verschiedenen Klimazonen lagert:

  • Gemäßigt – in den Felsen-Kellern unter der Brauerei
  • extrem kalt – in den Eishöhlen auf dem Jungfraujoch in fast 3.500m Höhe
  • tropisch – im Tropenhaus in Frutigen

Whisky und Tropen – Rugen Distillery lagert Whisky im Tropenhaus

Matten b. Interlaken, 1. Februar 2018: Welchen Einfluss hat das tropische Klima auf den Reifeprozess eines Whisky? Die Rugenbräu AG mit der Rugen Distillery hat im Tropenhaus Frutigen ein neues Projekt ins Leben gerufen: Im Tropengarten lagern drei Whisky-Fässer, gefüllt mit dem exklusiven „Swiss Mountain Single Malt Whisky“. Am 1. Februar 2018 wurde das Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Idee kam dem Master Distiller von der Rugenbräu AG im Mai 2017, als er einen speziellen Kavalan-Whisky aus Taiwan verkostete: „Als Ergänzung zu unserem einzigartigen Swiss Mountain Single Malt Whisky Ice Label, der im ewigen Eis auf dem Jungfraujoch reift, kann nun ein besonderer Whisky in einem tropischen Klima und dennoch in unserer Region reifen“, schildert Kurt Althaus. Drei verschiedene Eichenfässer in der Grösse je eines Barrique (rund 230 Liter/Fass) wurden sorgfältig ausgewählt. Dabei handelt es sich um ein ganz neues Fass, das aus Holz aus dem heimischen Rugenwald hergestellt wurde, ergänzt durch ein Fass, das mit Süsswein befüllt war und eines aus der Portweinproduktion.

Einfluss des tropischen Klimas auf die Reifung

Das tropische Klima im Garten des Tropenhauses in Frutigen weist eine hohe Luftfeuchtigkeit von durchschnittlich 72 % aus und eine durchschnittliche Temperatur von 21.8 °C. Diese Elemente führen zu einer deutlich schnelleren Reifung des Whiskys. Zudem erwartet der Master Distiller eine intensive Geschmacksentwicklung und kräftige Farbe. Ein Kavalan-Whisky benötigt bis zur Trinkreife drei bis fünf Jahre. „Ich bin gespannt, wie lange unser Whisky in den Tropen brauchen wird. Quartalsweise werden wir Proben analysieren“, stellt Kurt Althaus in Aussicht. Die häufige Kontrolle soll vermeiden, dass die Aromen zu intensiv werden, besonders beim neuen Fass. „Zu erwarten ist ein deutlich höherer ‚Angels‘ Share‘ – auch ‚Anteil an die Engel‘ genannt – da durch die gesättigte Luft der Alkohol leichter verdunsten kann.“

Zwei regionale Marken spannen zusammen

„Wir sind gespannt und freuen uns sehr, unsere exklusive Whisky-Linie zu erweitern und dabei die Zusammenarbeit mit dem Tropenhaus Frutigen zu intensivieren“, freut sich Remo Kobluk, Geschäftsführer der Rugenbräu AG. „Schon der Whisky-Stör hat grossen Anklang gefunden und wir sind begeistert, nun ein weiteres hochkarätiges Produkt in unseren Tropen reifen zu lassen“, betont Marcel Baillods, CEO im Tropenhaus Frutigen. Am Donnerstag, 1. Februar 2018 fand im Beisein von Medien und Vertreterinnen und Vertreter aus der Whisky-Welt die offizielle Einweihung der drei Fässer statt. Mit dabei war auch Julia Nourney, Independent Spirits Consultant, die sich im Besonderen mit Whisky befasst. Die Fässer sind im Tropengarten an prominenter Lage aufgestellt und entsprechend beschildert sowie für die Besucherinnen und Besucher sichtbar. Anlässlich der Einweihung wurden erste Proben aus den im Dezember 2017 befüllten Fässer genommen: „Die erste Farb- und Aromagebung nach rund 6 Wochen hat seinen Lauf genommen und ist bereits vielversprechend“, stellt Kurt Althaus fest.

Meilenstein in der Geschichte des Whiskys

Für die Rugenbräu AG ist die Entstehung dieses neuen Whiskys ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Traditionshauses. Bereits im Jahr 1999 betrat die Rugenbräu AG mit der Fleur de Bière die Welt der Destillate und nahm dann auch die Whisky Produktion auf. Im Jahr 2008 wurden die ersten Flaschen des „Swiss Mountain Single Malt Whisky Classic“ auf den Markt gebracht und gleich darauf auch der exklusive „Ice Label“ lanciert. Dieser wurde von DistiSuisse zum Whisky des Jahres 2017 erkoren. Mit seinen Whiskys und Destillaten wie auch mit dem Gin nimmt die Rugen Distillery in der Welt der Spirituosen und der Gastronomie einen bedeutenden Platz ein.

Ideen der Rugen Distillery mit Regionalbezug

Kurt Althaus hat noch zahlreiche Ideen für eine besondere Reifung von Whiskys auf Lager. „Gewisse Projekte sind bereits aufgegleist“, verrät Althaus. „Der regionale Bezug steht bei mir im Fokus und bereichert die Geschichte der Rugen Distillery massgeblich.“

Aber Falls Distillery füllt erstes Fass

Und wieder können wir eine weitere Destillerie unserem Raster von produzierenden Brennereien hinzufügen, diesmal in Wales: Vorgestern konnte man bei der Aber Falls Distillery, die zu der Halewood Wines & Spirits Group gehört, das erste Fass mit New Make befüllen.

Und dank Stewart Hainsworth, CEO der Gruppe, können wir Ihnen auch ein Bild des „historischen“ Fasses Nummer 1 zeigen, das sozusagen den vorletzten Meilenstein auf dem Weg zum fertigen Whisky darstellt. Wir gratulieren ganz herzlich!

Aber Falls ist die dritte Whisky-Destillerie in Wales nach Penderyn und Dà Mhìle, und die erste in Nord-Wales seit mehr als 100 Jahren. Sie liegt in Abergwyngregyn, Gwynedd – und benutzt Wasser vom Fluss Aber Falls (Afon Rhaeadr Fawr).

Hamburger Abendblatt: Vorbericht zur Hanse Spirit 2018

Morgen geht sie los, und erstmal ist sie in der Hamburger Fischhalle angesiedelt: Die Hanse Spirit 2018 öffnet an diesem Wochenende ihre Pforten. Das nahm sich das Hamburger Abendblatt zum Anlass, einen Vorbericht zu dieser erfolgreichen Messe im Norden Deutschlands zu bringen.

Einsteiger und Fortgeschrittene kommen dort gleichermaßen auf ihre Kosten, weiß Veranstalter Chris Rickert im Artikel zu berichten:

Die große Auswahl bietet eine ziemlich einmalige Chance, die eigenen Geschmacksvorlieben kennenzulernen und sich mit Fachleuten auszutauschen. „Gerade für Einsteiger lohnt es sich, dabei zu sein“, erklärt Chris Rickert. „Günstiger und hochwertiger kann man sich kaum informieren. Bei vielen Ausstellern sind die Inhaber oder Destillateure selbst vor Ort. Das sind ganz andere Gesprächspartner als etwa die Promotion-Teams in Supermärkten.“

Mehr zur Messe und dem Programm finden Sie im Artikel im Hamburger Abendblatt.

Video: Tipperary baut Destillerie, Golfplatz, Hotel – Gespräch mit Jennifer Nickerson

Mit Jennifer Nickerson haben wir zuletzt im Oktober im Rahmen der Falstaff-Gala in der Wiener Hofburg ein Gespräch geführt (Sie können das Video-Interview hier finden). Damals war die Finanzierung der irischen Brennerei noch nicht gesichert, aber Jennifer sagte uns, dass es dazu vielleicht schon im Dezember Neuigkeiten geben könnte.

Tatsächlich kam dann Mitte Dezember über die Irish Times die Information, das ssich die Tipperary Boutique Distillery ein 5 Millionen Investment gesichert habe (siehe hier).

Im Rahmen der Finest Spirits 2018 am letzten Wochenende in München konnten wir Jennifer wieder treffen, und natürlich interessierten wir uns dafür, wie es nun mit der Tipperary Distillery weitergehen würde. Und die Neuigkeiten, die wir dort von ihr erfuhren, sind höchst interessant und erfreulich:

Nach der Baugenehmigung, die man für das Frühjahr erwartet, wird man im Sommer nicht nur mit dem Bau der Destillerie und der Lagerhäuser beginnen, sondern gemeinsam mit Investoren auch ein Hotel und einen Golfplatz errichten, sodass die Tipperary Boutique Distillery Besuchern über das reine Brennereierlebnis hinaus Interessantes bieten kann. Tipperary soll so zu einem kombinierten Urlaubs- und Ausflugsziel werden.

Noch sieht man nichts, aber hier wird die Tipperary Distillery entstehen. Bild: Mareike Spitzer, irish-whiskeys.de

Mit dem ersten Spirit aus der Brennerei rechnet man übrigens spätestens mit Anfang 2019. Auch wenn Jennifer Nickerson es nicht aussprach, schwang in ihren Worten doch auch die Hoffnung mit, die erste Destillation bereits Ende 2018 durchführen zu können. Wir sind gespannt und drüclen die Daumen.

Sehen Sie das gesamte, knapp drei Minuten lange Interview obenstehend im Youtube-Video.

Wir verkosten: Glenmorangie Spìos

Glenmorangie Spìos

Private Edition No. 9
100% Matured in Rye Casks
46% Alk./Vol.
Verkoster: Bernhard Rems
Sample: Probe während des Launch-Events

Im Rahmen einer Live-Videoverkostung mit Dr. Bill Lumsden, Director of Distilling & Whisky Creation, und Brendan McCarron, Head of Maturing Whisky Stocks, wurde gestern am Abend der neue Glenmorangie Spìos, die neunte Private Edition von Glenmorangie, verkostet.

Bei der Private Editions handelt es sich um die Ergebnisse von Neugier und Lust am Experimentieren. Dr. Bill Lumsden versucht mit verschiedenen Finishes und Fassreifungen, interessante neue Whiskyvariationen zu kreieren – die sich manchmal harmonisch in die Glenmorangie-Range einfügen (z.B. Milsean), manchmal aber in eine ganz andere Richtung zeigen (z.B. Tusail).

Der Glenmorangie Spìos gehört zur zweiten Kategorie. Er ist ungefähr sieben bis acht Jahre (Dr. Bill Lumsden gibt keine Altersangabe, aber Eckpunkte zum Ausrechnen) in amerikanischen Rye-Fässern gereift. In diesen Fässern, die rund um das Jahr 2008 oder 2009 zu Glenmorangie kamen (laut Dr. Bill 240 bis 270 davon, die aber nicht alle geleert wurden), lagerte zuvor sechs Jahre lang Rye-Whiskey mit einem Roggenanteil von 95%. Das, und das Destillationsdatum von wahrscheinlich 2002, lässt zumindest die Vermutung zu, dass der Rye-Whiskey von MGP in Lawrenceburg/Indiana im Auftrag anderer Destillerien/Marken produziert wurde, um dann wie damals üblich unter dem entsprechenden Markennamen in Kentucky gelagert und verkauft zu werden (welcher das ist, wäre reine Spekulation) – als gesichert ist das aber nicht zu betrachten. 

Mit diesem Reifungs-Hintergrund sich als Resultat einen typischen Glenmorangie zu erwarten, wäre unangebracht. Und in der Tat hat der Spìos nichts von der Honigsüße, die man Glenmorangie gerne nachsagt.

Nase: Kräuterig, eher verhalten. Dunkle Toffee-Noten finden sich da, etwas Zitrusfrucht oder Mandarine. Anflüge von frisch gemähtem Gras. Mit Wasser ändert sich nicht viel, vielleicht mehr Kräuter als zuvor, aber das ist eher subtil zu nennen.

Gaumen: Würzig. Rufzeichen. Gewürznelken, Muskat, leicht holzig. Etwas Marzipan, etwas vom fruchtigen des Glenmorangie Original schlägt durch; Vanille gibt ihm etwas Weichheit, aber alles zusammen ist recht trocken angerichtet.

Finish: Die Trockenheit verstärkt sich, etwas Zitrus, die Restsüße verschwindet in Eichennoten. Mittellang.

Alles in allem: So wie zum Beispiel der Nectar d’Or kein Scotch mit darübergestreutem Sauternes ist, so ist der Spìos kein Scotch mit darübergestreutem Rye. Die Vorbelegung der Fässer mit Rye gibt dem sehr deutliche Würze, aber die dominant brotigen Noten von Rye oder dessen Eukalyptusfrische sind hier nicht wirklich präsent, allenfalls erahnbar.

Liebhaber von Glenmorangie und Liebhaber von Rye sollten zunächst einmal die buddhistische Tugend beherrschen, ohne Erwartungen an eine Sache heranzugehen. Er hat nämlich zu vieles nicht, was man sich erwarten würde. Aber er hat auch einiges, was ihn besonders und bemerkenswert macht.

In die Serie der Private Editions fügt sich der Glenmorangie Spìos bestens ein, denn er bietet eine interessante Eigenständigkeit. Er wird wohl nicht jedermanns Liebling, aber das sind die, die ein wenig anders sind, ja selten. 

Seit 2016 verzichten wir in unseren Tasting Notes auf numerische Bewertungen und geben unseren Eindruck nur mehr über die Beschreibung wieder. Wir tragen damit unserem Gefühl Rechnung, dass man mit einem starren Punkteschema Vergleiche forciert, die den Whiskys nicht gerecht werden. PS: Wir haben Geschmack. Unseren. Nicht Ihren. Unsere Verkostungsnotizen sind also kein richterliches Urteil, sondern unser persönlicher Eindruck.

PR: Finest Spirits – Ein Resümee

Von den Veranstaltern der Finest Spirits 2018 haben wir eine Pressemitteilung über die am letzten Sonntag in München zu Ende gegangene Messe erhalten, in der man eine durchgängig positive Bilanz des Events zog.

Über 9000 Besucher haben an den drei Tagen das Gelände der Messe besucht und dort diverse Spirituosen und Higlights erlebt. Die Messe war diesmal schwerpunktmäßig dem Bourbon gewidmet, aber auch andere Spirituosen, vor allem Scotch, kamen nicht zu kurz.

Hier die Pressemitteilung und einige Bilder, die wir gerne für Sie veröffentlichen:

Finest Spirits – Ein Resümee

München im Januar 2018: Die 13. FINEST SPIRITS blickt zurück auf ein rundum gelungenes Festivalwochenende. Mehr als 9.000 Besucher trafen am Wochenende vom 26. bis 28. Januar 2018 in den Hallen des MVG-Museums auf rund 100 Aussteller. Egal ob Whisky-Kenner oder Greenhorn, Genussmensch oder Einkäufer, Barkeeper oder Hobby-Sommelier, sie alle feierten die Welt der Spirituosen!

„Ich bin jedes Jahr aufs Neue begeistert, dass so viele Menschen die Leidenschaft für hochwertige Spirituosen mit uns teilen. Aber es geht um mehr. Es geht um diesen ganz besonderen Festival-Spirit. Wenn man mit Besuchern und Ausstellern ins Gespräch kommt, abends durch die vollen Gänge streift und die einzigartige FINEST SPIRITS-Atmosphäre erlebt, dann spürt man diesen Spirit. Und dafür machen wir es!“,

so Festivalleiter Frank-Michael Böer.

Dieses Jahr stand die FINEST SPIRITS unter dem Bourbon-Stern: Exklusive Abfüllungen mit edlen Noten, Raritäten, Neuheiten und gute alte Klassiker – auf der FINEST SPIRITS traf sich die gesamte Bandbreite der Spirituosenwelt und präsentierte ihre Prachtstücke.

Und auch das Herzstück des Festivals, die FINEST SPIRITS BAR, huldigte dem amerikanischen Klassiker mit Signature Drinks. Barmaster Richi Link und fünf weitere renommierte Münchner Barkeeper hatten im Vorfeld des Festivals ihren ganz persönlichen FINEST SPIRITS-Drink auf der Grundlage ihres Lieblings-Bourbons kreiert. Darunter der „Hell`s Bells“ mit Knob Greek vom Barchef persönlich, „Ruster“ mit Wild Turkey von Andi Till (Pacific Times) oder Winter’s Mark mit Maker’s 46 von Max Schwarz (Lux Bar). Sechs Bourbon-Drinks warteten nur darauf, verkostet zu werden! Für Frank-Michael Böer steht fest: „Die neue FINEST SPIRITS BAR war ein voller Erfolg. Es zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir bieten den Besuchern damit die volle Bandbreite – gute Drinks und Mix-Knowhow in Bar-Atmosphäre sowie exzellente Masterclasses und Pur-Verkostung an den Ständen.“

Dies zeigt sich auch am ausverkauften Masterclass-Programm. Ein besonderes Highlight: die Verabschiedung der Grande Dame der deutschen Whiskyszene Maggie Miller. Im Abschieds-Tasting konnte man ihr noch einmal alle Ehre erweisen und mit ihr Raritäten aus besonderen Jahrgängen der Brennereien „Allt A Bhainne“, „Ardmore“ sowie „Port Charlotte“ verkosten. Premiere feierte die Masterclass von Diageo. Thomas Plaue öffnete zum ersten Mal überhaupt auf einem deutschen Festival in einer Sonder-Masterclass die Schatzkammer. Darin zu finden waren streng limitierte, außergewöhnliche Abfüllungen, meist in natürlicher Fassstärke und oft aus bereits lange geschlossenen Brennereien. Ein Muss für echte Whisky-Fans.

Serge verkostet: Auchentoshan, Teil zwei

So wie gestern widmet sich Serge Valentin auch heute der Lowland Destillerie Auchentoshan. Sie steht ja im Besitz von Beam Suntory und destilliert, so wie es früher in den Lowlands üblich war, dreifach.

Diesmal sind unter den vier verkosteten Abfüllungen keine aus der Destillerie selbst dabei, sondern es handelt sich durchwegs um unabhängige Bottlings. Zwei davon wurden für La Maison Du Whisky in Frankreich abgefüllt, sollten also bei uns nicht ganz so leicht erhältlich sein wie die übrigen beiden.

Diesmal sind die Bewertungen durchgängig hoch – 87 Punkte sind das Niedrigste, das von Serge diesmal vergeben wird. Die gesamte Auflistung der Flaschen in der Verkostung finden Sie nachfolgend, für die detaillierten Tasting Notes folgen Sie bitte unserem Link:

  • Auchentoshan 24 yo 1992/2016 (53.2%, Signatory Vintage, bourbon, cask #530, 226 bottles): 87 Punkte
  • Auchentoshan 1992/2017 (47.8%, Signatory Vintage for La Maison du Whisky, bourbon barrel, cask #5428, 159 bottles): 88 Punkte
  • Auchentoshan 10 yo 2001/2016 (54.6%, La Maison du Whisky, Artists #6, barrel, cask #800108): 88 Punkte
  • Auchentoshan 18 yo 1997/2015 (52.3%, Blackadder, Raw Cask, hogshead, cask #29009, 247 bottles): 90 Punkte
Destillerie Auchentoshan. Bildrechte bei Lars Pechmann.

Whisky des Monats Februar 2018: Springbank 10yo

Eine Konstante bei Whiskyexperts ist die regelmäßige Suche nach einem neuen Whisky des Monats. Die Kriterien, welche dieser Whisky erfüllen muss, sind transparent und beständig; eine sehr gute Verfügbarkeit, kombiniert mit einer hohen Qualität, und das alles zu einem attraktiven Preis. In manchen Monaten drängen sich bestimmte Abfüllungen geradezu auf, in anderen Monaten fällt die Wahl ein wenig schwerer. Und ab und zu fragen wir uns, wieso wir diesen oder jenen eigentlich noch nicht in unserer Auswahl hatten. Wie auch jetzt: unser Whisky des Monats Februar ist der Springbank 10yo.

Nach der Hochzeit des Whiskys in Campbeltown …

Ihre besten Zeiten haben die Whisky-Brennereien in Campbeltown hinter sich, und seit dem gehen die Uhren hier anders. Noch vor knapp 100 Jahren stapelten sich quasi die Destillerien in dieser kleinen Stadt. Knapp über 30 aktive lizenzierte Whisky-Brennereien konnten in den 1910er Jahren gezählt werden. Doch mit Beginn der Prohibition in den Vereinigten Staaten begann der langsame und stetige Abstieg. Immer mehr Brennereien mussten wegen des Absatzrückgangs schließen. Nur noch zwei bestehende Destillerien gab es 1934: Glen Scotia – und Springbank.

Campbeltown in einer alten Ansicht. Photo credit: The British Library on VisualHunt / No known copyright restrictions

… findet Springbank seine Nische

Abseits der anderen schottischen Whisky-Brennereien, und auf der Halbinsel Kintyre auch recht abseits gelegen, hielt man bei Springbank scheinbar das Rad der Zeit an. Die Brennerei Springbank ist als eine der wenigen schottischen Destillerien noch immer im Familienbesitz. Die Produktions-Gebäude befinden sich weiterhin mitten in Campbeltown. Auch alle zur Produktion gehörenden Prozesse finden vor Ort statt. Bei Springbank verarbeitet man die verwendete Gerste in der eigenen Mälzerei. Die Lagerhäuser befinden sich vis-a-vis dem Brennerei-Gebäude. Und auch die Abfüllung der Flaschen wird in der eigenen Abfüllungs-Anlage auf dem Brennerei-Gelände durchgeführt. Ganz selten findet in Schottland die Produktion eines Whiskys ausschließlich an nur einem Ort, direkt bei der Brennerei, statt.

Springbank. Bild © Alexandra Kreutz, Genuss am Gaumen
Springbank. Bild © Alexandra Kreutz, Genuss am Gaumen

Der 10-jährige Springbank bildet den Einstieg in die sehr eigenständigen Whiskys von Springbank. Sowohl in früheren Bourbon-Fässern als auch in Ex-Sherry-Cask gelagert, finden sich in der Nase feine Frucht-Armonen, ergänzt durch Malznoten, Vanille und einem Anflug von Rauch. Am Gaumen überrascht die ölige Textur, er wird würziger und offenbart im Finish eine leicht Salzigkeit.

Die Springbank Whiskys haben weltweit eine große Fan-Gemeinde und auch über diese hinaus eine hohe Reputation. Der 10yo führt an diese Destillerie heran und präsentiert hier schon im recht jungen Alter, was die Brennerei und deren Whiskys ausmacht: eine sehr große Eigenständigkeit.

Größte bekannte Corti Brothers Sammlung wird versteigert – 26 Flaschen, geschätzt 50.000 Pfund

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Als die Whiskyindustrie in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts darniederlag, importierten die US-amerikanischen Corti Brothers, ein Spezialist für Essen und Wein, von R.W. Duthie Co. in Aberdeen abgefüllte Whiskys für den amerikanischen Markt. Die Abfüllungen bestechen durch die hervorragende Zusammenstellung der Whiskys, die seltene Jahrgänge und bestens ausgesuchte Fässer repräsentieren.

Die bislang größte bekannte Sammlung von Abfüllungen der Corti Brothers, nämlich 26 Stück, kommen jetzt unter den Hammer und sollten an die 50.000 Pfund einbringen, schätzt das Auktionshaus Whisky Auctioneer. Zusammengetragen hat die Sammlung ein englischer Whiskyfan, und darunter befinden sich 21 eintigartige Bottlings, wie zum Beispiel die einzige Flasche Highland Park 1963, ein Jura 1966, Bowmore 1964, Clynelish 1965 und ein Springbank 1958.

Die Auktion ist jetzt live (siehe unser Link oben) und endet am 5. Februar, berichtet The Spirits Business. Die Flaschen werden einzeln versteigert, der Clynelish 1965 steht zum Beispiel momentan bei 3.222 Pfund.

Video: Robert Birnecker – Wie KOVAL die Whiskeyszene der USA veränderte

Es ist eine Geschichte, wie man sie nicht selbst erfinden kann: Da geht jemand aus dem oberösterreichischen Salzkammergut nach Chicago und gründet dort gemeinsam mit seiner Frau, die er in den USA kennen- und liebengelernt hat, eine kleine Craft Distillery. Er macht alles anders als die Amerikaner, geht den eigenen Weg. Und obwohl er klein bleibt und unabhängig, verändert er innerhalb von 10 Jahren die gesamte Whiskeyszene der USA.

Die Rede ist von Robert Birnecker und KOVAL. Als er gemeinsam mit Sonat Birnecker 2008 KOVAL gründete, war die Szene der Craft Distilleries in den Vereinigten Staaten klein und überschaubar. Heute sind es an die 1800, und die Birneckers haben davon gut 180 mit Gerätschaften ausgestattet und weitere 300 beim Aufbau ihres Geschäfts beraten. Das mag zeigen, welche Bedeutung ihnen dort zukommt.

Robert und Sonat Birnecker. Bild: Koval Distillery

KOVAL ist in den USA ein Begriff, der weit über die Szene hinausstrahlt. Das liegt auch an ihren Produkten. Wer den Bourbon von KOVAL kennt, der weiß, dass er sich fundamental von den Standards in den USA unterscheidet. Es liegt auch daran, dass sich die Herstellung der Whiskeys bei KOVAL eklatant von den üblichen Methoden unterscheidet – von der Verarbeitung der Rohstoffe bis hin zu den Fässern.

In unserem exkluisven Interview mit Robert Birnecker auf der Finest Spirits in München haben wir darüber gesprochen, ebenso wie über die Pläne, jetzt auch stärker auf dem europäischen Markt präsent zu sein. Erfahren Sie mehr im obenstehenden, fünfeinhalb Minuten dauernden Videointerview. Wir wünschen viel Vergnügen!

Die Scotch Whisky Association wird auf Plastikstrohhalme verzichten

Auf den ersten Blick wirkt die Überschrift für Whiskyfreunde etwas befremdlich, denn was hätte Whiskytrinken mit Strohhalmen zu tun – aber Plastikstrohhalme und -rührstäbe sind in der Barkultur ein unverzichtbares Accessoire, und ein Umweltproblem zugleich. Denn Plastik verrottet kaum und belastet zum Beispiel, zerrieben durch Umwelteinflüsse, als Mikroplastik auch unsere Nahrungsmittel und damit unseren Organismus.

So ist es also keineswegs befremdlich, sondern sehr erfreulich, dass sich die SWA (Scotch Whisky Association) in einer Presseaussendung dem Thema gewidmet hat und ankündigt, Plastikstrohhalme und -rührstäbe aus ihren Büros, Anlagen und Veranstaltungen zu verbannen. Bis 2020 will man gemäß der Umweltstrategie ohnehin auch die gesamten Verpackungen der Whiskyindustrie auf 100% wiederverwertbares Material umstellen.

Auch Firmen wie Diageo, Pernod Ricard und Bacardi haben bereits angekündigt, Plastikstrohhalme durch biologisch abbaubare Alternativen zu ersetzen.

Die gesamte Presseaussendung können Sie hier auf der Webseite der SWA nachlesen.

Photo credit: Horia Varlan on Visualhunt.com / CC BY

Serge verkostet: Auchentoshan in fünf Ausprägungen

Verkostungen bei Serge haben manchmal die Tendenz, sich mit für „Normalsterbliche“ unerreichbaren Abfüllungen zu beschäftigen, die entweder aus vergangenen Zeiten oder aus unbezahlbaren Flaschen stammen. Interessant zu lesen sind sie immer, aber mindestens ebenso interessant ist es, wenn Serge Valentin Standards oder leicht erhältliche Bottlings verkostet – so wie heute.

Heute geht es um die Lowland-Destillerie Auchentoshan, genauer gesagt um zwei Originalabfüllungen, wovon eine ein selbst in manchen Supermärkten erhältlicher Standard ist, die andere im Travel Retail steht. Die unabhängigen Abfüllungen stammen von Signatory und Douglas Laing und sprengen nicht die Brieftaschen normaler Whiskyfreunde.

Die Wertungsbrüller sind diesmal zwar nicht darunter (die Punkte gehen von 78 bis 84), aber gut ist auch gut, würden wir anmerken wollen.

Hier die Punkte aus der heutigen Verkostung:

  • Auchentoshan 12 yo (40%, OB, +/-2017): 82 Punkte
  • Auchentoshan 14 yo (46%, OB, Cooper’s Reserve, Travel Retail, +/-2017): 80 Punkte
  • Auchentoshan 15 yo 1999/2015 (46%, Signatory Vintage, Un-chillfiltered Collection, bourbon, casks #800260-800261): 78 Punkte
  • Auchentoshan 17 yo 1998/2016 (46%, Signatory Vintage, Un-chillfiltered Collection, bourbon, casks #102361-102362): 84 Punkte
  • Auchentoshan 18 yo 1998/2017 (47.5%, Douglas Laing, Old Particular, refill hogshead, cask # 11829, 231 bottles): 84 Punkte
Auchentoshan. Die Stills. Photo credit: ben_nuttall on Visual Hunt / CC BY-SA

Save our Scotch: Bekommen Blends bald selben Schutz wie Single Malts?

Single Malt Scotch Whisky genießt, anders als Blends, durch gesetzliche Bestimmungen einen hohen Schutz, was Herkunft aus und Produktion in Schottland betrifft. Faktisch jeder Schritt in der Wertschöpfungskette muss im Land erfolgen von der Erzeugung bis hin zur Verpackung der fertigen Flasche. So ist es heute nicht mehr möglich, ein Fass aus Schottland zu exportieren und zum Beispiel in Deutschland abzufüllen und es dabei noch „schottischen Whisky“ zu nennen.

Sinn dahinter ist es natürlich, das Geld im Land zu verdienen. Auch bleiben dadurch viele Arbeitsplätze in Schottland, und die Kontrolle über die Qualität verbleibt ebenfalls im Ursprungsland.

Nicht ganz so streng sieht das die schottische Whiskyindustrie beim Thema Blend. Der kann nämlich auch in anderen Ländern geblendet, abgefüllt und etikettiert werden – das gilt, weniger bekannt, auch für Single Grain. Das versucht eine Initiative namens „Save our Scotch“ zu ändern, die von einer Gewerkschaft ins Leben gerufen wurde und mittlerweile auch in der Politik Unterstützung findet.

So hat sich nun laut einem Bericht in Herald Scotland der Abgeordnete der SNP (Scottish National Party), Martin Docherty-Hughes, hinter die Initiative gestellt und fordert für sie Unterstützung über alle Parteigrenzen hinaus. Er fordert die Bevölkerunng auf, sich bei ihren Abgeordneten für eine Änderung der Gesetze in der entsprechenden Richtung einzusetzen, und damit Arbeitsplätze in Schottland zu halten.

Wie die schottische Whiskyindustrie oder deren Interessensvertretung, die Scotch Whisky Asssociation, zu dieser Initiative steht, ist dem Artikel nicht zu entnehmen.

Whiskyfässer bei Invergordon. Photo credit: foxypar4 via Visual Hunt / CC BY

Yamazaki 50yo stellt in Hongkong neuen Auktions-Weltrekord auf

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Kommen Sie jetzt mit uns und dem Yamazaki 50yo auf eine Zeitreise, die Ihnen die Tränen in die Augen treiben wird – Tränen des Schmerzes als potentielle Käufer, Tränen des Glücks als Verkäufer.

Am 17. August 2014 war uns der Verkauf einer Flasche Yamazaki 50yo um satte 33.000 Dollar einen Bericht wert, den Sie hier nachlesen können. Vielleicht haben Sie damals den Kopf geschüttelt, wie man um alles in der Welt für eine Flasche Whisky diesen Preis bezahlen kann – selbst wenn das damals der älteste erhältliche japanische Whisky war.

Nun ist wieder eine Flasche Yamazaki 50yo versteigert worden. Wieder in Hongkong, aber diesmal nicht bei Bonham’s, sondern bei Sotheby’s. Und diesmal hat der Gewinner der Auktion 298.000 Dollar dafür gezahlt und damit den Weltrekord für den teuersten japanischen Whisky aufgestellt.

Mitte 2014: 33.000 Dollar. Anfang 2018: 298.000 Dollar. Es ist jetzt an uns, den Kopf zu schütteln. Warum haben wir den damals nicht gekauft? 🙂