Willkommen im September, und Willkommen bei Folge 39 unserer wöchentlichen Übersicht der deutschen Whiskyvideos und Podcasts auf Whiskyexperts. Wir präsentieren Ihnen Videos und Audiobeiträge, die wir von den Vloggern selbst zur Veröffentlichung erhalten haben. Diesmal für Sie dabei:
Alle Videos aus dieser Liste können Sie ab sofort untenstehend auch als Playlist komplett ansehen – frühere Folgen, bis zurück zu Episode 25, gibt es zudem jeweils als Playlist auf unserer Youtube-Seite.
Wie jede Woche ergeht hier auch unser Aufruf an alle Vlogger und Podcaster: Wenn Sie selbst Videos zum Thema Whisky machen, dann schicken Sie uns doch eine kurze Mail mit einem Link auf das wochenaktuelle Video und einer Inhaltsangabe dazu an press @ whiskyexperts.net. Vorgaben unsererseits gibt es natürlich keine, hilfreich ist aber, wenn Ihr Videokanal in aller Regel etabliert, regelmäßig publizierend und mit einer gewissen Anzahl Abonnenten ausgestattet ist, sowie mit hohem Qualitätsanspruch gemacht wird.
Die Redaktion behält sich vor, eingereichte Videos ohne Angabe von Gründen nicht zu veröffentlichen, hält aber gleichzeitig fest, dass ein Nichterscheinen nicht automatisch ein (sowieso immer subjektives) Statement über mangelnde Qualität ist, sondern viele verschiedene Gründe haben kann. Wir freuen uns auf Ihre Videos für unsere Leser!
Eine kleine Premiere haben wir heute im Rahmen unserer Sonntagsvideos anzubieten: Eine erste Eigenproduktion in Feature-Länge.
Bei unserem Besuch bei St. Kilian, Deutschlands größter Whiskydestillerie (den ausführlichen Bericht finden Sie hier), haben wir unseren Rundgang mit Master Distiller Mario Rudolf in mehreren Videos dokumentiert – und auch dazwischen immer wieder Material aufgenommen. Diese insgesamt 9 Interviewclips haben wir nun gemeinsam mit zusätzlichem Material konfektioniert und ein 26 Minuten langes Feature über die Destillerie erstellt, das wir Ihnen hier und heute erstmals präsentieren wollen.
Das Video gibt einen umfassenden (und, so hoffen wir, kurzweiligen) Einblick in die deutsche Whiskydestillerie nach schottischem Vorbild. Lassen Sie den Film laufen, lehnen Sie sich zurück und genießen Sie mit uns einen Destilleriebesuch von den Malzsilos bis hin zum Fasslager. Viel Vergnügen!
Wieder einmal gibt es bei uns auf Whiskyexperts zum Wochenende ein Wallpaper für Sie. Diesmal begeben wir uns fotografisch an den Loch Shiel, genauer gesagt an sein nordöstliches Ende, wo der Ort Glenfinnan liegt. Dort, an der A830, finden wir auch die Glenfinnan Church, eine katholische Kirche, die gar nicht so alt ist, wie ihr gotisches Aussehen vermuten lässt – sie stammt aus dem Jahr 1879.
Nichtsdestotrotz ist sie ein schönes Fotomotiv, und Thomas Tucker hat sie abgelichtet. Das rechtefreie Originalbild (5.3MB, 4979×3319 Pixel) können Sie hier herunterladen, untenstehend finden Sie eine verkleinerte und komprimierte Version zum Ansehen.
Die Gegend dort ist nicht arm an Fotomotiven: Auch das Glenfinnan Viadukt (ein Wallpaper dazu finden Sie hier), Loch Shiel selbst (Wallpaper) und das Glenfinnan Monument, das den Platz markiert, an dem 1745 die Standarte von Prinz Charles Edward Stuart zu Beginn der zweiten Jakobiterrevolte gehisst wurde, sind gern fotografierte Ansichten.
Irischer Whiskey boomt, und dieses Wachstum geht auch am Marktführer nicht vorbei. Der, Jameson, konnte für das abgelaufene Berichtsjahr 2016/2017 sogar besonders beachtliche Zahlen melden: Das mengenmäßige Wachstum betrug satte 13%, das Wachstum im Wert sogar 15%.
Irish Distillers, das Unternehmen gehört zu Pernod Ricard, konnte auch mit den Spezialitäten – man nennt sie im Konzern Prestige Whiskey Brands – schöne Zugewinne (Volumen 4%, Wert 5%) erzielen. Zu diesen Spezialitäten zählt man Redbreast, Green Spot und Midleton Very Rare.
Interessant: Jameson Caskmates ist enorm erfolgreich und wird von den Konsumenten gut angenommen. Hier beträgt das Wachstum 110% beim Volumen und 103% beim Wert.
Die leider einzig richtige Antwort auf jemanden, der in ein Whiskygeschäft kommt und nach einem halbwegs günstigen Banff fragt, ist leider: „Kommen Sie bitte vor fünf Jahren wieder“. Auch für diese Lost Distillery haben die Preise sehr stark angezogen, und seit 2015 sind überhaupt nur vier neue Abfüllungen auf den Markt gekommen.
Auch die beiden hochprozentigen Banff, die Angus MacRaild heute in Vertretung von Serge verkostet, sind daher nicht rezent, sondern bereits vor 17 und 25 Jahren abgefüllt worden. Beide fallen sie unter die Kategorie „superb“ – und man kann sich nur wünschen, sie selbst auch verkosten zu können:
Banff 15 yo 1976/1992 (61.1%, Cadenhead, Authentic Collection, 150th Anniversary): 90 Punkte
Banff 24 yo 1975/2000 (63.6%, Scotch Malt Whisky Society, #67.5): 92 Punkte
Die Überreste der Lagerhäuser von Banff. Bild: Potstill Wien
Eine neue Sonderabfüllung – auf 5000 Flaschen begrenzt – gibt es von der Destillerie Jura, im Besitz von Whyte & Mackay zu vermelden. Jura One And All soll die Bande zwischen den Mitgliedern der Jura-Familie, der Destillerie und den rund 200 Einwohnern auf der Insel, symbolisieren.
Jura One And All besteht aus Whisky, der in einer Vielzahl von Fässern gereift ist: American white oak ex-Bourbon barrels, Sherry wood, sparkling Cabernet Franc Fässern, Cabernet Sauvignon Fässern and Pinot Noir barriques. Er ist mit 51% abgefüllt und ohne Farbstoff (eine Kältefiltration ist bei Alkoholstärken über 46.2% nicht mehr nötig, da der Whisky bei Abkühlung nicht trüb werden kann).
Als Erscheinungstermin wird heute, der erste September, genannt – allerdings sind aus der Information, die auf mehreren englischsprachigen Seiten, darunter The Spirits Business, zu finden war, kein Verbreitungsgebiet und keine speziellen Infos für Deutschland herauszulesen. In Großbritannien soll er 120 Pfund kosten.
Zwei kurze Imagefilme zum Whisky sind auf Youtube gepostet worden:
Die Katze ist aus dem Sack: Der neue Ardbeg An Oa wird ab 1. Oktober in Deutschland verfügbar sein. Die Presseaussendung von Moët Hennessy Deutschland mit den offiziellen Tasting Notes und dem Endverbraucherpreis finden Sie hier:
Neu aus dem eigens gebauten „Ardbeg Gathering Room“
Ardbeg An Oa – benannt nach der ungezähmten Halbinsel Islays
(Islay / München, September 2017) Fans rauchiger Single Malt Whiskys finden sich zusammen: Aus dem Herz der Ardbeg Destillerie, dem neu geschaffenen „Gathering Room“ nimmt ein rauchig-süßer Single Malt Gestalt an: Ardbeg An Oa (ausgesprochen [an:oh]) ist inspiriert von der wilden und einsamsten Ecke der Insel Islay. In Deutschland wird Ardbeg An Oa ab Oktober 2017 erhältlich sein und ergänzt dauerhaft das, seit einer Dekade unverändert bestehende Ardbeg Kernsortiment.
Der „Mull of Oa“, der südwestliche Ausläufer der schottischen Hebrideninsel Islay ist, genau wie der neue komplexe Ardbeg, deutlich gerundet: Hohe Felsklippen trotzen wütenden Atlantikstürmen und bieten Islays Südküste und der seit über 200 Jahren angesiedelten Ardbeg Destillerie sicheren Schutz. Ardbeg An Oa ist Hommage an seine ungezähmte Herkunft, mit Kontrasten von mächtiger Intensität und süßer Seidigkeit. Es lässt den Ort aufleben, wo Sturm auf Ruhe stößt.
Von dort, nur wenige Kilometer der Küste entlang, werden diese Kontraste im extra geschaffenen „Gathering Room“ der Ardbeg Destillerie versammelt. In einem großen stehenden Fass aus französischer Eiche wird der Ardbeg An Oa zum Leben erweckt. Partien wertvoller Pedro Ximénez Fässer vermischen sich mit der Würze aus neuen Eichenfässern sowie der typischen Ardbeg-Intensität ehemaliger Bourbon-Fässer. Ein Single Malt der weitaus komplexer ist, als die Summe seiner Einzelteile.
Ardbegs Director of Distilling, Whisky Creation & Whisky Stocks, Dr. Bill Lumsden sagt:
„Es ist eine wunderbare Magie im Ardbeg Gathering Room zu spüren, wenn die Partien für diesen Whisky aufeinandertreffen und über die Zeit höhere Komplexitäten erreichen. Ardbeg An Oas runde und subtil-rauchige Aromen spiegeln all die Kontraste der Halbinsel An Oa wider mit Noten von cremigen Toffee, Anis, Datteln und etwas Pfirsich und Bananen. Die sanfte, cremige Textur des Whiskys führt am Gaumen zu einer großen Sirupsüße, mit Aromen von Milchschokolade, Melassetoffee, Orangen und Lapsang Souchong Rauchtee, süße Gewürze wie Muskat und Zimt, etwas Zigarrenrauch und sehr außergewöhnliche Aromen gegrillter Artischocken. Danach ein dezenter, dennoch intensiver Nachhall. Jahre sind vergangen, seitdem die rauchigste und torfigste Islay Single Malt Destillerie letztmals eine neue Abfüllung für ihr Kernsortiment vorstellte. Wir hoffen, Ardbeg An Oa wird auf viel Zustimmung treffen.“
Ardbeg An Oa (46,6 Volumenprozent Alkohol) ist ab dem 1. Oktober 2017 im ausgewählten Fachhandel erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 49,90€.
Verkostungsnotiz:
An der Nase:
Rund, mit subtilem Apfelholzrauch, weichem Toffee, Anis, Melasse und Datteln. Noten von saftigen Früchten wie Pfirsich, dazu Banane. Mit einigen Tropfen Wasser die klassischen Ardbeg-Noten mit Limone, Pinienharz, Fenchel, Leder mit Seife und Teer. Ein leichter Wachsgeruch, wie von flüssigem Kerzenwachs, mit einem Hauch geräucherter Kräuter, insbesondere Oregano und Basilikum.
Am Gaumen: Sanfte, cremige Textur, die zu einer großen Sirupsüße führt, mit Noten von Milchschokolade, Melassetoffee, Anis, Orange und Lapsang Souchong Rauchtee. Sanfte, süße Gewürze wie Muskat und Zimt, etwas Zigarrenrauch und sehr außergewöhnliche Aromen gegrillter Artischocken. Langanhaltend und süß, mit floralen Untertönen, Minztoffee und den leicht malzigen Noten eines Keks.
Im Nachhall: Anhaltend verführerisch, dezent dennoch intensiv, mit Aromen von Anis, Hickory-Rauch und dem Geruch eines Holzfeuers in der Ferne.
Ardbeg
Nicht ohne einen gewissen Stolz nennt sich Ardbeg der ultimative Islay Single Malt Scotch Whisky. Ardbeg wurde vor über 200 Jahren, 1815 offiziell gegründet und ist von Kennern in aller Welt als komplexester, rauchigster und am meisten getorfter Islay Single Malt Whisky geschätzt. Gleichzeitig wartet er mit einer unerwarteten Süße auf – ein Phänomen, das auch „das torfige Paradox“ genannt wird. In den 1980- und 1990er Jahren blickte Ardbeg in eine ungewisse Zukunft bis zum Jahr 1997, als die Glenmorangie Company die Brennerei kaufte und vor dem endgültigen Auslöschen bewahrte. Seitdem ist die Destillerie wie ein Phönix aus der Asche auferstanden und heute eine kleine Kultmarke mit einer sehr leidenschaftlichen Anhängerschaft.
Das Ardbeg Kernsortiment
Ardbeg An Oa ist die jüngste Abfüllung, die das Ardbeg Kernsortiment, unverändert seit einer knappen Dekade, ergänzt. Im Jahr 2000 stellte die Destillerie den Ardbeg TEN vor. Im Jahr 2003 folgte Ardbeg Uigeadail und im Jahr 2009 der Ardbeg Corryvreckan.
Der Ardbeg Gathering Room
In einem ehemaligen Getreidespeicher der Ardbeg Destillerie eingerichtet, verfügt der neu erbaute Gathering Room über ein großes stehendes Holzfass aus feinster französischer Eiche. Mit der Magie der Zeit werden die Whiskys dort für den Ardbeg An Oa aus drei verschiedenen Fasstypen miteinander vermählt und erreichen so neue Höhen der Komplexität. Der Ursprung dieser Technik rührt aus früheren Jahrhunderten, als Brennmeister verschiedene Fässer in einem Großfass mit faszinierenden Ergebnissen kombinierten.
Auszeichnungen
Ardbeg ist der meist ausgezeichnete rauchige Single Malt Whisky der Welt. Seit 2008 gewannen Ardbeg Abfüllungen in den wichtigsten Whiskywettbewerben über 50 Gold und Doppelgold-Medaillen. Ardbeg war zweimal in Folge in Jim Murray’s Whisky-Bibel „Scotch Whisky of the Year“ (2008, 2009) und zweimal “World’s Best Single Malt” bei den World Whisky Awards (2010, 2013). Im Jahr 2014 gewann Michael Heads den Titel “Distillery Manager of the Year“ bei den Global Icon of Whisky Awards. Im darauffolgenden Jahr kürte das Whisky Advocate Magazin drei Ardbeg Abfüllungen zu den besten Whiskys unter 100 US$. Die San Francisco World Spirits Competition 2016 zeichnete Ardbeg Corryvreckan und Ardbeg Uigeadail mit Goldmedaillen aus.
The Mull of Oa
Das Kap der Halbinsel Oa ist die südlichste Spitze der Hebrideninsel Islay. 202 Meter hoch, trotzt der „Mull of Oa“ vielen Stürmen des Atlantiks und schützt dabei zuverlässig die Südküste Islays bis hin zur Ardbeg Cove. Die Bucht, in der die Ardbeg Destillerie seit über 200 Jahre angesiedelt ist. Dieser Kontrast – und die runde Form der Klippe spiegelt die Kraft und sanfte Süße von Ardbeg An Oa perfekt wieder.
Verantwortungsvolles Trinken
Ardbeg rät zu einem maßvollen Genuss von Whisky und schlägt vor, dass Liebhaber die Abfüllungen nur entsprechend der Empfehlungen für einen moderaten Alkoholkonsum genießen.
Fährt man von Aschaffenburg südwärts den Main entlang, kommt man nach ca. 40 Kilometern in die kleine Stadt Miltenberg, die auf der einen Seite im Odenwald, auf der anderen Seite im Spessart liegt. Von dort aus führt eine kleine Straße ein paar Kilometer westlich in den verträumten Ort Rüdenau, der gerade einmal 750 Einwohner zählt. So klein und abgelegen ist er, dass keine zweite Straße aus ihm wieder heraus führt und man in ihm wenden muss, wenn man ihn wieder verlassen will.
Der Ort selbst besitzt einen verschlafenen Charme – allerdings selbst wenig Infrastruktur: Es gibt ein Gasthaus mit einer angeschlossenen Fleischerei, das für drei Tage unsere Unterkunft darstellte, und daneben viele Privathäuser, ein Wochenendgebiet und einige Schafweiden.
Was Rüdenau an der Ortseinfahrt bietet, ist aber noch ungewöhnlicher als die Abgeschiedenheit des Ortes: Hier steht die Destillerie St. Kilian, die größte ihrer Art in Deutschland, und wohl auch die schottischste – auch wenn man das dem Gebäude von außen nicht ansehen mag.
Bei St. Kilian sind wir mit Irene Zieger, der Office Managerin der Destillerie, und Mario Rudolf, dem Master Distiller, verabredet. Wir wollen vor Ort und aus erster Hand erfahren, was es mit Deutschlands größter Destillerie, die seit über einem Jahr produziert und bereits mehr als 100.000 Liter Spirit in Fässern lagert, auf sich hat.
Der Master Distiller
Wir bitten Mario Rudolf, den bei Glendronach zum Distiller ausgebildeten ehemaligen Braumeister (Weihenstephan), uns ein wenig über sich und wie es dazu gekommen ist, dass er bei St. Kilian arbeitet, zu erzählen:
Den Namen bezieht die Destillerie übrigens von einem irisch-schottischen Missionsbischof, der der Legende nach im siebten Jahrhundert in Würzburg verstorben sein soll und als Schutzpatron der Franken gilt. Auch ihm kann man in St. Kilian natürlich begegnen:
Mit Mario Rudolf gehen wir danach vor die beiden Silos für das gemälzte Getreide, wo er uns darüber erzählt, warum die Destillerie gerade in Rüdenau entstand – und was die Lage für eine Brennerei, die ganz im schottischen Stil arbeitet, so besonders macht:
Nicht nur die Lage hat eine interessante Geschichte, auch das Gebäude. Die Firma, die darin einst arbeitete, beschäftigte mit der Herstellung von Maßanzügen über 300 Mitarbeiter, die meisten aus Rüdenau. Sie ging im Zuge des Niedergangs der deutschen Textilindustrie pleite – und das war für den Ort natürlich eine gewaltige Katastrophe. Als Andreas Thümmler, der Besitzer der Destillerie, die Räumlichkeiten kaufte, war ihm, einem passionierten Whiskyfreund und Investmentbanker, noch nicht klar, dass er hier eine Destillerie bauen würde. Der Gedanke kam ihm erst bei einem Besuch der Liegenschaft mit seinem Freund, Master Distiller David F. Hynes aus Dublin:
Nun wollten wir aber die Destillerie auch von innen sehen und begaben uns gemeinsam mit Mario Rudolf zu den hölzernen Washbacks, für die man sich nicht ohne Grund entschieden hatte.
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Ein Stück Whiskygeschichte wird am 5. September von der Firma Wright Marshall Ltd. in Knutsford, Chesire verkauft. Zwei Flaschen Whisky, die vom Wrack der SS Politician stammen – jenes Schiff, dessen Unglück den Film „Whisky Galore“ inspirierte. Sie stammen vom Taucher, der sie in den 70er-Jahren bei einem Tauchgang am Schiff an die Oberfläche gebracht und bei sich daheim gelagert hatte.
Der Artikel in The Scotsman beleuchtet nicht nur den Verkauf, sondern auch die Geschichte, die hinter den Flaschen und dem Film steht. 264.000 Flaschen Whisky wurden bei der Havarie 1941 zum Teil an Land gespült und von der örtlichen Bevölkerung vor den Behörden an den unmöglichsten Stellen versteckt, zum Teil dann von eben jenen Behörden am Schiff in die Luft gesprengt, damit sie niemand an sich bringen konnte.
Ob die Flaschen, die 30 Jahre unter Wasser lagen und zum Teil stark verkrustet sind, trinkbaren Whisky enthalten, sei einmal dahingestellt – von historischem Wert sind sie allemal. Der Geldwert wird mit 9000 Pfund veranschlagt – um welche Summe sie den Besitzer wechseln werden, werden wir nach dem 5. September erfahren.
Die SS Politician, die 1941 Schiffbruch erlitt. Bildquelle: Website der Isle of South Uist.
Schon im Juni haben wir darüber berichtet, dass die Uni Heidelberg eine künstliche Zunge entwickelt hat, mit der man den Geschmack eines Whiskys analysieren kann. Deutschlandfunk Nova hat nun diese Meldung in einem Beitrag aufgegriffen und Tim Tünnermann, Betreiber von whisky-investments.de, dazu befragt, ob man diese Methode auch zur Erkennung von Fälschungen, die es bei Whisky ja leider immer wieder gibt, einsetzen kann.
Tünnermann zeigt sich im Beitrag eher skeptisch, was die praktische Anwendung des Verfahrens im erwähnten Einsatzgebiet angeht. Das Gespräch, das Sie auf dieser Seite als Audioclip finden können, wendet sich dann Whiskyfälschungen im Allgemeinen zu und Methoden, diese tatsächlich aufzudecken. Interessant und durchaus hörenswert.
So einfach machen es einem Fälscher leider nicht 🙂
Vier Abfüllungen aus der Destillerie Macallan, deren Um- und Ausbau von gewaltigen Ausmaßen in den Endspurt geht, hat sich Serge Valentin heute für seine Verkostung ausgesucht. Amber, Siena, Select Oak und die Edition No. 2 stehen dabei auf dem Verkostungsplan und müssen sich geschmacklich beweisen.
Die Wertungen der Verkostung reichen dabei von ok bis sehr gut – für die genaue Beschreibung der Whiskys folgen Sie dann einfach unserem Link zur Seite von Serge:
Macallan ‘Select Oak’ (40%, OB, 1824 collection, Il, +/-2017): 78 Punkte
Macallan ‘Amber’ (40%, OB, 1824 series, +/-2017): 82 Punkte
Macallan ‘Sienna’ (43%, OB, 1824 series, +/-2017): 85 Punkte
Macallan ‘Edition No.2’ (48.2%, OB, 2016): 87 Punkte
Heute, am 1. September, kürt Serge auch wieder seine Lieblinge des Monats – ein Bunnahabhain 30yo, ein Caperdonich 38yo und ein Speyside 43yo sind es geworden…
Ab nächster Woche soll er weltweit vertrieben werden und danach bei den lokalen Händlern auftauchen: Der Kilchoman 2009 Vintage ist die neueste Abfüllung aus der Farm-Destillerie auf Islay.
Auch wenn Jahrgang 2009 auf ihm steht, sind einige Fässer darin bereits im Jahr 2008 abgefüllt worden, schreibt Kilchoman auf der Website der Destillerie. Die Fässer, von Anthony Wills ausgesucht, sind sowohl frische Bourbonfässer wie auch refill Bourbonfässer, und aus dem Jahr 2008 stammen einige Sherry Butts, die den Geschmack gekochter Früchte mit den Zitrustönen und der Vanille der Bourbonfässer vermählen.
Die originalen Tasting Notes lesen sich so:
Nose: lemon, citrus and butterscotch notes are prominent with soft peaty aromas in the background.
Palate: soft sweetness first and peat smoke and ripe fruit notes following.
Finish: long, clean and sweet with peat smoke and soft fruits at the end.
Ausgeliefert wird der mit 46% abgefüllte Whisky ab dem 4. September, in Großbritannien kostet er 67.50 Pfund, in ähnlichen Bereichen wird sich der Preis wohl auch bei uns bewegen. Ab der lokalen Mittagszeit am 4. September können Ungeduldige die Abfüllung auch im Webshop von Kilchoman bestellen.
Auch im September machen wir keine Ausnahme: Wie gewohnt stellen wir Ihnen einen Whisky vor, dem wir ein klein wenig mehr Beachtung wünschen. Und die Zutaten unserer Wahl bleiben gleich: Hohe Verfügbarkeit und Qualität zu einem akzeptablen Preis. Dazu kommt von unserer Seite eine ordentliche Prise Subjektivität. Im September 2017 heißt unser Whisky des Monats Edradour 10 Year Old.
Wenn es Ihre Aufgabe wäre, mit einem einzigen Foto einer Destillerie zu dokumentieren, welche Schönheit der Genuss von Whisky beinhalten kann – würde es Ihnen nicht auch so wie uns gehen? Dass es da eigentlich keine Alternative zu einem Bild der Brennerei Edradour gibt?
In diesem Sommer durften wir uns davon überzeugen, dass diese pittoreske Anmutung, die auf photographischen Aufnahmen dieser Destillerie dominiert, nicht das Ergebnis übermäßiger Bildnachbereitung ist. Die Brennerei Edradour ist auch in Natura ein Schmuckstück sondergleichen. Möglicherweise ist keine andere Brennerei in unserer Reihe „Whisky im Bild“ so präsent wie Edradour. Alleine in diesem Sommer hatten wir zwei Fotoserien (im Juni und im August). Und bei diesem ganzen Bilderbuchartigen neigt man dazu zu vergessen, dass es sich bei Edradour nicht um ein Museum handelt. Hier wird Whisky produziert, auch wenn es sehr lange die kleinste (legale) Brennerei Schottlands war.
Trotz, oder gerade wegen der geringen Produktionskapazität fallen die Whiskys von Edradour durch die Vielzahl an unterschiedlichen Fassarten auf, die eingesetzt werden. Neben Ex-Bourbon- und Ex-Sherry-Fässern finden wir hier viele Fässer aus der Weinproduktion, welche für ein Finish oder auch zur ausschließlichen Reifung ihre Anwendung finden.
Unsere Wahl fällt jedoch auf das Aushängeschild der Brennerei, den Edradour 10 Year Old. Dieser Whisky, mit 40 Vol. % abgefüllt, lagerte sowohl in Ex-Bourbon- und als auch in Ex-Sherry-Fässern. Die Nase ist augenblicklich präsent. Eine deutliche Würze, gekoppelt mit viel Frucht, sorgt für ein recht komplexes Spiel der Aromen. Sehr voll am Gaumen kommen noch deutliche Honignoten hinzu, bevor der Edradour sich mit einer hier erstmals bemerkbaren leichten alkoholischen Schärfe verabschiedet.
Der Edradour 10 Year Old ist für knapp unter 40 € im gut sortierten Fachhandel erhältlich. Unsere Empfehlung für den Monat September bietet dem Whisky-Novizen einen Single Malt mit einem deutlichen, gemessen am Alter komplexen Aromenprofil. Und der Kenner findet hier einen sehr soliden-vielschichtigen Daily Dram, den nicht mehr viele Brennereien so produzieren können oder möchten.
Glen Scotia erweitert sein bestehendes Portfolio um eine weitere Abfüllung. Neben dem Glen Scotia Double Cask, dem 15-jährigen und Glen Scotia Victoriana, gibt es nun den Glen Scotia 18 year old neu im Programm. Auf The Spirits Business können wir lesen, dass dieser Whisky nach einer Reifezeit von mindestens 17 Jahren noch weitere 12 Monate in Oloroso Sherry Fässern lagerte.
Mit 46 Vol. % und ohne Filterung und Färbung abgefüllt, wird dieser Whisky weltweit erhältlich sein. Als unverbindliche Preisempfehlung sind £85 angegeben, dies entspricht etwas mehr als 90 €. Auf der Website von Glen Scotia können wir auch schon die nächste neue Abfüllung entdecken. Wie wir schon im Mai berichteten, steht das Release des Glen Scotia 25 year old bald an.