Mittlerweile werden neue Abfüllungen aus Port Ellen immer seltener – was nicht verwundern sollte, denn selbst wenn es noch Fässer mit dem Whisky dieser Lost Distillery gibt, so lassen sich diese auch nicht ewig lagern.
Zwei Abfüllungen hat Serge heute im Glas, eine davon schon älter, eine andere erst in diesem Jahr erschienen: Jene aus der Serie The Kinship, die Hunter Laing anlässlich der Errichtung der Islay-Destillerie Ardnahoe auf den Markt gebracht hat (unser Bericht dazu hier). Hier die Wertungen der Verkostung (und wer will da nicht sofort das Plopp des Korkens hören und probieren?):
Port Ellen 21 yo 1976/1998 (46%, Wilson & Morgan, Barrel Selection): 93 Punkte
Port Ellen 34 yo 1982/2017 (61.7%, Hunter Laing, The Kinship, bourbon cask, 545 bottles): 94 Punkte
Port Ellen Distillery. Im Hintergrund die Port Ellen Maltings. Bild: Whiskyexperts
Nach unserem Whisky im Bild von gestern möchten wir auch heute auf die Destillerie Strathearn eingehen. Ein kurzes Interview mit Tony Reeman-Clark, oder besser gesagt ein Steckbrief als Frage/Antwort-Spiel, mit dem Gründer der Brennerei in Methven findet sich auf der britischen Site Small City Big Personality. Dabei geht es zur Abwechslung einmal eher um persönliche Dinge, als um die Destillerie selbst. So erfahren wir zum Beispiel, was sein liebstes Frühstück an einem freien Tag ist oder welcher Job, den er bislang hatte, der am wenigsten angenehme war. Eine kurzweilige Lektüre für alle, die sich für die Person des Gründers der Highland-Destillerie interessieren.
Wer allerdings mehr über die Destillerie selbst wissen will, dem empfehlen wir ein Interview in Herald Scotland aus dem Vorjahr, das in diesem Belang wesentlich tiefergehend ist.
Edinburgh Whisky Ltd. ist ein noch recht junger unabhängiger Abfüller. Gegründet wurde diese Firma im Jahr 2013, zwei Jahre später konnten sie ihre ersten Abfüllungen realisieren. Wie es der Name vermuten lässt, sind sie in der schottischen Hauptstadt Edinburgh beheimatet. Und da liegt es selbstverständlich nahe, diesen Umstand auch in ihrem Portfolio widerspiegeln zu lassen. So sind ihre zwei Blend-Linien nach den beiden Teilen der Stadt Edinburgh benannt: The Old Town Blend und New Town Blends. Von letzteren sind nun auch zwei Small Batch Blends auf dem deutschen Markt erhältlich. The Adcocates Batch ist ein blended Malt aus Whiskys der Region Speyside, welche in Sherry Butts reiften. Ebenfalls ein blended Malt ist The Surgeons Ball, hier fanden getorfte Whiskys aus den Highlands Verwendung.
Nase: Leicht, fein und rund: nussig mit ein wenig Zitrus, leicht gesüßt und einem Anflug von Getreide im Hintergrund. Sehr einladend.
Gaumen: Weiterhin leicht und ausgewogen. Getreidiges und Florales weisen auf eine Jugendlichkeit hin, welche hier kein Makel ist. Denn abgerundet mit einer dezenten Süße und einem zitronigen Prickeln entwickelt sich The Adcocates Batch zu einem Mund wässernden Whisky.
Finish: Überraschend lang, hier das erste Mal leicht alkoholisch, jedoch weiterhin einladend.
The Surgeons Ball 46 % Vol.
ungefärbt, ungefiltert
Peated Highland Malt Blend
Sample: Edinburgh Whisky Ltd.
Verkoster: Dirk PiesczekNase: Warmer Torfrauch, sofort präsent, ohne aufdringlich zu sein. Danach taucht kurz Vanille auf, welche einer fruchtigen Würzigkeit Platz macht: Grapefruit, Ananas, leichte Holz- und Tabaknoten.
Gaumen: Es zeigen sich die tropischen Früchte mit ihrer sauren Süße wieder, leicht, ausgewogen und dezent umspielt vom Rauch. Mit der Zeit gewinnt The Surgeons Ball am Gaumen an Deutlichkeit.
Finish: Auch hier erneut ein langes Finish mit deutlich präsenten Aromen, vor allem der warme Torfrauch zeigt sich hier sehr wahrnehmbar.
Alles in allem: Edinburgh Whisky Ltd. zeigt hier mit ihren beiden New Town Blends zwei gute Beispiele des handwerklichen Blendings. Einladend und fein strukturiert in ihren Aromen, hängt es von den persönlichen Präferenzen ab, welchem hier der Vorzug zu geben ist – wenn sich denn hier überhaupt entschieden werden muss. Denn zusammen zeigen sie eine Bandbreite, die wir am Whisky lieben. Auf der einen Seite den fruchtigen Charakter der Speyside-Whiskys aus einem Sherry-Fass, auf der anderen Seite torfigen Rauch im Whisky aus den Highlands, welcher nicht diese Wucht der Islay-Whiskys beinhaltet und so ein größeres Spektrum an Aromen zulässt.
Wer mehr über den Hintergrund der Edinburgh Whisky Ltd. erfahren möchte, findet auf The Whisky Lady ein Interview, welches Anne-Sophie Bigot mit den beiden Gründern Gordon Watt und Gregor Mathieson im letzten Jahr führte.
Seit 2016 verzichten wir in unseren Tasting Notes auf numerische Bewertungen und geben unseren Eindruck nur mehr über die Beschreibung wieder. Wir tragen damit unserem Gefühl Rechnung, dass man mit einem starren Punkteschema Vergleiche forciert, die den Whiskys nicht gerecht werden. PS: Wir haben Geschmack. Unseren. Nicht Ihren. Unsere Verkostungsnotizen sind also kein richterliches Urteil, sondern unser persönlicher Eindruck.
Und wieder haben wir einige Videos von Ralfy nachzutragen, die in den letzten zwei Wochen erschienen sind. Obenstehend sehen Sie die neueste Besprechung, der Rittenhouse Rye B.i.B. 50%. Dies ist Review Nummer 661, gestern veröffentlicht.
Dazu haben wir noch vier weitere Videos für Sie, die sich allesamt mit schottischen Single Malts beschäftigen und in denen Ralfy, ganz in seinem Stil, jede Menge Hintergrundinfos mitliefert. Diese finden Sie nachfolgend:
Vor knapp einer Stunde hat Jean Donnay das faktische Ende seiner Gartbreck Distillery auf Islay in einem Text auf Facebook bekannt gegeben. Aus seiner Sicht scheiterte das Projekt an dem Unwillen von seinen Ex-Partnern von Hunter Laing, ein dringend benötigtes Stück Land an ihn zu verkaufen. Hunter Laing hat dies in einem Artikel in scotchwhisky.com anders dargestellt – man meinte dort, es wäre kein akzeptables Angebot vorgelegen (wir berichteten hier).
Hier der Text von Jean Donnay im Originalwortlaut:
THE END OF GARTBECK DISTILLERY
I must confirm that the announcement by Scotchwhisky.com of the end of Gartbreck Distillery is very sadly true information, the distillery cannot happen without the surrounding land bought by Hunter Laing on 6 July 2015. Yet, most people will have noted that in the Scotchwhisky.com publishing Hunter Laing is quoted with the following words from Stewart Laing :
„AS WE HAVE SAID, WE’RE HAPPY TO CONSIDER OFFERS FOR THE PROPERTY THAT ARE IN LINE WITH OUR VALUATION, AT WHICH POINT MEETINGS WITH ANY PROSPECTIVE BUYERS WOULD BE WORTHWHILE“.
For all the respect and consideration I have for Hunter Laing, it appears as being very surprising that they could have said such a thing. After I have tried without success for a year and a half to buy back the land, Stewart Laing sent me on 03/05/17 an official letter on behalf of the company which is a very clear and definite refusal to sell back the surrounding land, and which therefore means the final condemnation of Gartbreck Distillery :
„THE COMPANY CONFIRMS THAT THE LAND TO WHICH YOU REFER IS NOT FOR SALE. NO FURTHER CORRESPONDENCE ON THE SUBJECT WILL BE ENTERTAINED“.
It should be noted BTW that for several reasons the land is of virtually no value to anyone apart from Gartbreck Distillery : for anyone else, about one half of it cannot have more value than lamb pasturage on Islay, and for the other half it is simply amenity ground for the distillery with an even lower value.
I am currently travelling with limited connections but will soon be able to bring more information about this dramatic ending of Gartbreck Distillery in answering the legitimate questions I have received from people who face difficulties to understand the situation and how it could happen.
I meet myself difficulties to understand why the situation is as it is and naturally I very sincerely regret it.
Schon etwas älter, aber nach wie vor interessant und gut gemacht ist das Video „The Art of Japanese Whisky“ von Suntory, das über die Besonderheiten japanischen Whiskys erzählt. In knapp acht Minuten wird hier die Kunst der Whiskyerzeugung in Japan vorgestellt – in High Definition, mit starken Bildern, einer kurzen geschichtlichen Einführung und einigen Wortbeiträgen.
Erstellt wurde das offizielle Video im Jahr 2012 von Nils Tavernier, und wir wünschen Ihnen viel Vergnügen dabei – hier oder auf Youtube!
Wenn man über Highland-Destillerien spricht, dann denkt man wahrscheinlich nicht in erster Linie an die wohl kleinste Destillerie, die dort momentan zu finden ist: Strathearn. Die seit 2013 produzierende Brennerei ist aber in vielerlei Hinsicht interessant.
Vielleicht die größte Besonderheit der Brennerei sind die in Schottland einzigartigen galizischen Brennblasen, die von Kupferschmieden in Salvaterra de Miño nahe der portugiesischen Grenze erzeugt wurden.
Gerhard Kreutz von Genuss am Gaumen in Vorarlberg, unseren Lesern schon von vielen Fotostrecken im Rahmen von Whisky im Bild bekannt, hat uns sieben Bilder von seinem Besuch in der Destillerie übermittelt, die wir Ihnen hier zeigen:
Nichts für Anfänger seien sie, schreibt Serge Valentin in der Einleitung zu seiner heutigen Verkostung, die er zwei speziellen Abfüllungen aus der Destillerie Benromach widmet. Beides sind Original-Bottlings der Speyside-Destillerie, im Besitz des unabhängigen Abfüllers Gordon & MacPhail, die aber für Händler gemacht wurden (La Maison du Whisky in Frankreich und Whiskybase in Holland).
Beides sind fassstarke Einzelfassabfüllungen und erhalten auch hohe Wertungen in der Verkostung:
Benromach 2008/2016 (56.3%, OB, La Maison du Whisky 60th Anniversary, bourbon, cask #192, 248 bottles): 89 Punkte
Ein interessantes Interview mit Ichiro Akuto von der international hochgelobten japanischen Chichibu Distillery (seines Zeichens auch Verwalter der Fässer der Lost Distillery Hanyu, die sich im Besitz seiner Familie befand), ist auf der Seite von dekanta.com veröffentlicht worden. Ichiro spricht dabei über die Besonderheiten, die den Whisky aus seiner kleinen Destillerie so begehrt machen, und über die Vorzüge von jungem und auch älterem Whisky.
Gefragt, welche Whiskys er abseits der von ihm produzierten bevorzugt, zeigt sich Akuto national- und traditionsbewusst:
It would have to be Japanese whisky, make by Suntory and Nikka. Their history and products have mentored and led us to where we are today. We need to continue learning from the history of Japanese whisky, and pay respect to the whisky traditions that they opened up.
Noch ist er nicht offiziell für unseren Sprachraum angekündigt, aber die Einschläge kommen näher: Bulleit Bourbon 10yo wird laut einem Bericht in The Whisky Business im Vereinigten Königreich in den Shops erhältlich sein.
Der mit 45.6% abgefüllte Bourbon enthält einen hohen Anteil an Rye und wurde bereits 2013 in den USA veröffentlicht – dort mit großem Erfolg. Er riecht, folgt man den offiziellen Tasting Notes, nach getoasteter Eiche, Vanille und getrockneten Früchten und soll am Gaumen dazu noch sanfte Karamellnoten und trockene Gewürze bieten.
Ab Juli wird man den Bulleit Bourbon 10yo auf der Insel finden, Preis ist keiner angegeben.
Wie an jedem Wochenende bringen wir für Sie eine Zusammenfassung interessanter Tasting-Videos und Podcasts zum Thema Whisky. Auch Episode 29 bietet Ihnen Videos und Audiobeiträge, die uns von den Vloggern und Podcastern zur Veröffentlichung zugesendet wurden. Trotz Sommer und Urlaub ist sie auch in dieser Woche gut bestückt und – wie wir finden – abwechslungsreich und interessant:
Alle Videos aus dieser Liste können Sie ab sofort auch als Playlist auf unserer Youtube-Seite abrufen. Dort finden Sie auch die vergangenen Folgen ab Episode 25.
Wie jede Woche ergeht hier auch unser Aufruf an alle Vlogger und Podcaster: Wenn Sie selbst Videos zum Thema Whisky machen, dann schicken Sie uns doch eine kurze Mail mit einem Link auf das wochenaktuelle Video und einer Inhaltsangabe dazu an press @ whiskyexperts.net. Vorgaben unsererseits gibt es natürlich keine, hilfreich ist aber, wenn Ihr Videokanal in aller Regel etabliert, regelmäßig publizierend und mit einer gewissen Anzahl Abonnenten ausgestattet ist, sowie mit hohem Qualitätsanspruch gemacht wird.
Die Redaktion behält sich vor, eingereichte Videos ohne Angabe von Gründen nicht zu veröffentlichen, hält aber gleichzeitig fest, dass ein Nichterscheinen nicht automatisch ein (sowieso immer subjektives) Statement über mangelnde Qualität ist, sondern viele verschiedene Gründe haben kann. Wir freuen uns auf Ihre Videos für unsere Leser!
Heute haben wir einen historischen Schatz ausgegraben – und nicht nur, weil dieser Film über 80 Jahre alt ist, bitten wir Sie, über die bescheidene Bildqualität und das Fehlen jeglichen Tones hinwegzusehen. Sein Wert liegt anderswo: Er zeigt in authentischen Bildern, wie in den 1930ern in Schottland Whisky gemacht wurde – und zwar anhand eines der bekanntesten Blends, White Horse (berühmt für seinen hohen Anteil an Whisky aus Lagavulin).
Die einzelnen Schritte zur Herstellung des Whiskys sind im Film, den Sie auch auf Youtube finden, mit den originalen Zwischentiteln erklärt – wir wünschen Ihnen viel Freude mit diesem historischen Dokument und einen schönen Sonntag!
Drei Abfüllungen aus der Highland-Destillerie Ben Nevis sind heute die Objekte der Begierde bei Angus MacRaild, der Serge an Samstagen auf Whiskyfun vertritt. Angus sagt über Ben Nevis, dass die Abfüllungen aus der Brennerei selten enttäuschen und eigentlich fast immer spannende Eindrücke bieten. Und liest man sich die Beschreibungen zu den Wertungen der heutigen Verkostung durch, so stimmt das zumindest für die darin besprochenen drei Bottlings:
Ben Nevis ‚McDonald’s Traditional‘ (46%, OB, 185 years anniversary, 2012): 85 Punkte
Ben Nevis 16 yo 1977/1993 (60.8%, Cadenhead, Authentic Collection): 83 Punkte
Ben Nevis 32 yo 1972/2004 (52.3%, OB, for La Maison du Whisky, hogshead, cask #616): 91 Punkte
Vom Event zum Launch der Johnnie Walker Blue Label Limited Edition für Wien, der am Donnerstag stattfand, hat Whiskyexperts ja bereits in einem eigenen Artikel berichtet. Wir haben nun noch einige offizielle Bilder davon erhalten, die wir Ihnen hier in einem weiteren Artikel gemeinsam mit einem kurzen Einleitungstext von Johnnie Walker vorstellen wollen:
Am gestrigen Abend fand die Lancierung der neuen Johnnie Walker Blue Label Limited Vienna Edition in der Off-Location „THE VAULT“ in Wien statt. Unter der Moderation von Nachrichtensprecher Roman Rafreider und dem Ehrengast, dem Opernsänger und Kulturmanager Daniel Serafin wurde die neue Vienna Edition von Johnnie Walker vorgestellt.
Der Koch Ysnait Bräuer verzauberte die anwesenden Gäste mit einem auf den Johnnie Walker Blue Label abgestimmten 4-Gänge Menü. World Class Gewinner Marcus Philipp präsentierte zu jedem Gang den passenden Drink. Des weiteren hatten alle anwesenden Gäste die Möglichkeit Ihren eigenen Whisky Blend zu kreieren. Diageo Brand Ambassador Thomas Plaue leitete die Blending Session am gestrigen Abend.