Jason Stubbs ist Managing Director und Mitbesitzer der Barr an Uisce Whiskey Company, Produzenten der beiden Whiskeys Wicklow Rare Signature Blend und Barr an Uisce ‘1803.
Still into Whiskey hat sich mit Jason in Wicklow im Ó Domnaill Rua’s Pubzusammengesetzt und über die Whiskeys und das Unternehmen gesprochen. Herausgekommen ist ein kurzes Interview, das Sie hier im Original nachlesen können. So erfahren wir zum Beispiel, was das Symbol auf beiden Whiskeys zu bedeuten hat und warum der Single Malt die Jahreszahl 1803 trägt :
Redcross was historically a very important meeting point for people on their way to and from Dublin, the town was a stopping point for people along with their horse and cart. When Oliver Cromwell invaded Ireland back in the 1600’s his men burned down the church that stood in Redcross, many years later the community gathered together and a new church was constructed in Barranisky in the year 1803. Ian’s family made a donation in the 1800’s for the stained glass windows that are there to this day. Our logo is based on the unusual copper cross that stands in the graveyard to the rear of the site where the original Redcross church once stood. The cross is the only one of its kind, standing out among the dozens of stone headstones that surround it; we both agreed that the cross made a fitting logo for our whiskeys.
Wer weitere Infos von Jason über seine Whiskeys sucht, findet sie in unserem Videointerview, das wir im Februar mit ihm geführt haben.
Nach dem Rittenhouse Rye von letzter Woche (siehe hier) widmet sich Ralfy wieder einem amerikanischen Whiskey, diesmal einem Bourbon. Der Eagle Rare 10yo scheint ihn besonders zu beeindrucken, denn er erhält 90 von 100 Punkten. Ralfy wünscht sich, dass man von ihm auch fassstarke Einzelfassabfüllungen bekommen könne, denn sie würden dem Hersteller, seinen Worten nach, jede Menge Reputation bringen.
Warum genau Ralfy diesen Bourbon so lobt und was er täte, wäre er in den USA, können Sie aus obenstehendem Youtube-Video erfahren – für Ralfy ungewöhnlich kurz, knapp 11 Minuten.
Manche neue Destillerien stehen im Rampenlicht – andere werden leise und ohne viel Öffentlichkeit aufgebaut, um dann umso überraschender in Betrieb zu gehen. Die Ncn’ean Distillery auf der Morvern Halbinsel östlich von Tobermory ist uns allerdings nicht entgangen. Sie firmierte im Planungsstadium nur unter einem anderen Namen, nämlich Drimnin Distillery – wir haben Anfang 2016 darüber berichtet:
Unbemerkt von der Öffentlichkeit hat diese Brennerei als Ncn’ean Distillery vor drei Monaten ihren Betrieb aufgenommen – nun wurde sie offiziell eröffnet. Die Destillerie bezeichnet sich als erste vollbiologische Destillerie Schottlands und setzt auch bei der Energiegewinnung und Verwertung voll auf Umwelttechnologie.
Die Destillerie soll knapp unter 100.000 Liter Alkohl pro Jahr produzieren und will den ersten Whisky im Jahr 2020 auf den Markt bringen. Ab Juli wird man dort auch Fässer kaufen können, zum Preis von ca. 3000 Pfund pro Fass, das in etwa 300 Flaschen ergeben soll. Distillery Manager ist Gordon Young, zwei weitere Brennmeister, Lorna Davidson und Reay White, arbeiten mit ihm. Besitzer der Destillerie und CEO des Unternehmens Drimnin Distillers Ltd. ist Annabel Thomas.
Das Design der Destillerie stammt vom leider verstorbenen Doyen der schottischen Whiskyszene, Dr. Jim Swan. Hier noch der Lageplan der Brennerei auf Google Maps:
Wer schon einmal länger gereifte Abfüllungen aus der Islay-Destillerie Caol Ila verkosten durfte, der weiß, dass der Whisky von dort ausgesprochen gut altert. Nicht immer bleiben es dabei stark rauchige Tropfen, aber das, was ein alter Caol Ila an Rauch verliert, das gewinnt er in vielen Fällen an Vielschichtigkeit.
Es wundert daher kaum, dass die drei Bottlings aus der schmucklosen Diageo-Destillerie, allesamt über 30 Jahre alt, bei Serge in der Verkostung von heute gut punkten können. Auch heute wieder dabei: Eine Abfüllung aus der Serie The Kinship, die Hunter Laing anläßlich des Entstehens ihrer eigenen Brennerei auf Islay, Ardnahoe, herausgebracht hat. Hier die Wertungen:
Caol Ila 33 yo 1983/2017 (50.2%, Cadenhead, Single Cask, hogshead, 198 bottles): 91 Punkte
Caol Ila 33 yo (52.6%, Hunter Laing, The Kinship, refill sherry, 482 bottles, 2017) : 91 Punkte
Caol Ila 34 yo 1981/2016 (59%, Gordon & MacPhail, Cask Strength, refill hogshead, cask #5316): 90 Punkte
Die Lowland Distillery Kingsbarns, im Besitz des unabhängigen Abfüllers Wemyss, hat heute in einer Aussendung die Veröffentlichung eines zweijährigen Spirits angekündigt. Die Abfüllung wird, so wie das Bottling des New Makes vor einiger Zeit, in einer 200ml-Flasche angeboten werden. Abgefüllt wurden zwei Fässer (ex-bourbon casks), die Alkoholstärke beträgt satte 62.8%.
Leicht wird es nicht sein, diese Bottlings zu erhalten: 1800 Flaschen wurden abgefüllt, es gilt eine 1 Person 1 Flasche Politik, und man erhält sie um 19.95 Pfund als Founders Club Member angeboten oder exklusiv im Distillery Shop vor Ort.
Seit 30 Jahren fungiert die Destillerie Dallas Dhu als Museum, nun könnte sie wieder in Betrieb gehen: Die Betreibergesellschaft will noch in diesem Jahr ihre Pläne für die Weiterführung der Destillerie in der Speyside vorstellen – und eine Wiederaufnahme des Betriebs „könnte ein essentieller Teil davon sein“, so Richard Lochead, Mitglied des schottischen Parlaments, der sich zuvor mit dem CEO des Betreibers des Museums, Alex Paterson von Historic Environment Scotland, getroffen hatte.
Gerüchte über eine Wiedereröffnung schwirren schon viele Jahre durch die Szene, so konkret und „offiziell“ waren sie aber noch nie. Machbarkeitsstudien hatten zuvor bereits ergeben, dass ein Neubetrieb in Dallas Dhu auch finanziell Sinn hätte. Schon jetzt besuchen mehr als 10.000 Gäste jedes Jahr die Destillerie, und von einer Wiedereröffnung als aktive Brennerei erhofft man sich positive Impulse für die gesamte Region, berichtet Press and Journal in der neuesten Ausgabe.
Im September wird die neue Clydeside Distillery von Tim Morrison (früher Morrison Bowmore Distillers und jetzt Gründer und Besitzer des unabhängigen Abfüllers AD Rattray) in Glasgow ihre Pforten öffnen. Als „Meilenstein“ auf dem Weg dorthin bezeichnet Morrison die Ernennung von Alistair McDonald als Distillery Manager und dann Herr über 25 Angestellte, die dort in der Destillerie am River Clyde arbeiten werden.
Alistair McDonald kommt von Beam Suntory’s Lowland-Destillerie Auchentoshan und hat schon dort als Distillery Manager gearbeitet. Zuvor war er für Beam Suntory bereits als Distillery Engineer für Auchentoshan, Bowmore und Glen Garioch tätig. Beam Suntory hat übrigens Bowmore und Auchentoshan von Morrison Bowmore Distillers, dem neuen Arbeitgeber von McDonald, gekauft.
Über die nächsten Monate wird der neue Distillery Manager die Mannschaft ausbauen und für den Vollbetrieb in der Brennerei in Glasgow trainieren. Man werde intensiv daran arbeiten, so der Besitzer Tim Morrison, dort einen Lowland-Malt erster Qualität zu produzieren.
Die diesjährige Abfüllung zum Ardbeg Day, der Ardbeg Kelpie, ist eine weitere der vielen Whiskys, die Dr. Bill Lumsden ersonnen und mitgeprägt hat. Der Director of Distilling at Glenmorangie/Ardbeg erklärt in diesem Video von Matthias J. Lange, wie es zum Kelpie kam – und dass die Idee dafür bereits vor gut 15 Jahren geboren wurde. Aufgenommen wurde das Video anlässlich des Ardbeg Days 2017 in Berlin. Viel Vergnügen mit diesen interessanten sechs Minuten, die Sie auch auf Youtube finden.
Der Onlinehändler whic.de hat uns eine Information über eine neue, eigene Abfüllungsserie übermittelt, die interessante Abfüllungen mit Kunst verbindet. Was es damit auf sich hat und was die Besonderheiten der Serie namens „Sujet“ auszeichnet, können Sie der nachfolgenden Pressemitteilung entnehmen:
Sujet von Whic – neue Whiskyserie verbindet Whisky und Kunst
München, Deutschland, 26.06.2017 – whic.de veröffentlichte diese Woche die neue Abfüllungsserie unter dem Namen Sujet. Es handelt sich um drei exklusive Single Malt Abfüllungen aus Sherry Octaves bzw. Madeira Hogsheads. Allen Abfüllungen gemeinsam ist der naturbelassene Charakter: kein Farbstoff, keine Kühlfilterung und in natürlicher Fassstärke abgefüllt.
Bisher erschienen zwei 10-jährige Einzelfassabfüllungen aus Madeirafässern der Brennereien Fettercairn und Macduff. Die Krönung bildet ein 21-jähriger Tobermory aus drei besonders kleinen Sherry Octaves, von dem es gerade mal 231 Flaschen gibt. Der Fettercairn aus dem Jahr 2006 ist auf 420 Flaschen limitiert und vom Macduff aus dem gleichen Jahr existieren 400 Flaschen weltweit.
Warum sujet?
“Whisky ist flüssige Kunst. Wir wollten unserer neuen Auswahl an Abfüllungen einen angemessenen Rahmen geben und verbinden mit unserer sujet-Reihe Whiskyhandwerkskunst mit bildender Kunst.”
sagt Arne Wesche, Geschäftsführer, whic Ug (haftungsbeschränkt).
So wählte whic für die Labels der neuen sujet Reihe eine Serie von Aktstudien, welche das Werk der litauischen Künstlerin Ruta Grigaitė sind. Die Farbwahl der jeweiligen Skizze soll dabei den Grundcharakter des Malts widerspiegeln.
Sehr selten sind sie geworden, die Abfüllungen aus der Lost Distillery Convalmore – jetzt ist im Rahmen der Jubiläumsausgabe von Cadenhead ein neues Bottling erschienen, und Serge Valentin hat es sich natürlich nicht nehmen lassen, dieses zu verkosten.
Ihm zur Seite stellt er einige ältere Abfüllungen, die – so man den Bewertungen und Beschreibungen Glauben schenkt – allesamt beweisen, dass die Schließung von Convalmore ein herber Verlust für Whiskyfreunde war. Hier die Wertungen der Verkostung:
Convalmore-Glenlivet 40 yo 1977/2017 (56.8%, Cadenhead, 175th anniversary, butt, 522 bottles): 91 Punkte
Convalmore 32 yo 1975/2008 (43%, Gordon & MacPhail, Rare Old, refill sherry hogshead): 89 Punkte
Convalmore 30 yo 1975/2006 (46%, Dun Bheagan, hogshead, cask #3758, 264 bottles): 88 Punkte
Convalmore 28 yo 1975/2004 (46%, Dun Bheagan, hogshead, cask #3757, 264 bottles): 89 Punkte
Convalmore 1975/2006 (46.1%, Scott’s Selection): 87 Punkte
Convalmore 1975/2004 (49.3%, Scott’s Selection): 89 Punkte
Destillerie Convalmore. Bildrechte bei Lars Pechmann.
Lange Zeit galt sie als kleinste Destillerie in Schottland: Edradour. Geblieben ist ihr der Charme einer ursprünglichen Brennerei alten Zuschlags – und die Attraktivität als Tourismusziel, der jährlich über 100.000 Besucher erliegen. Die Whiskys aus Edradour haben jede Menge Fans, und auch die torfigen Abfüllungen, die unter dem Namen Ballechin firmieren, sind bei Whiskyfreunden gerne gesehen.
Gerhard Kreutz von Genuss am Gaumen in Götzis/Vorarlberg hat Edradour mit seiner Kamera besucht und uns folgende acht Bilder zur Veröffentlichung überlassen. Schauen Sie sich um mit uns und machen Sie einen Rundgang durch die kleine Highland-Destillerie:
Wer in seinem Schottlandurlaub einen Besuch der Destillerie Knockdhu einplant, der muss sich darauf einstellen, dass in der Zeit von 26. Juni bis 27. August dort die „silent season“ läuft – also die Zeit, in der nicht produziert wird und alle Kessel kalt bleiben.
Das hat die Destillerie gestern auf ihrem Facebook-Account bekannt gegeben – mit dem gleichzeitigen Hinweis, dass Besuche aber weiterhin ganz normal möglich sind. Wer also vorbeischauen will, sollte sich davon nicht abhalten lassen. Infos zu Besuchen gibt es unter anderem hier auf der offiziellen Website.
Und wer es nicht bis Schottland schafft, kann bei uns einen fotografischen Rundgang machen – ganz ohne Eintrittsgebühren ;-).
Whisky hat von Anfang an Eindruck in unserer Kulturgeschichte hinterlassen. Die genussvollen Momente ebenso wie die Schattenseiten des Wassers des Lebens gehören zu unserer Zivilisation und haben in vielerlei Hinsicht unser Zusammenleben geprägt. Inspiriert von einem Artikel in Letters of Note möchten wir Ihnen heute ein besonderes Beispiel dafür präsentieren: Einen Brief vonRobert G. Ingersoll und die Replik von Rev. Dr. J. M. Buckley.
Robert G. Ingersoll war einer der profiliertesten Redner in New York im ausgehenden 19. Jahrhundert – ebenso wie ein geachteter Freidenker. Im Jahr 1877 übermittelte er seinem zukünftigen Schwiegersohn eine Flasche Whisky, gemeinsam mit einem Brief, in dem er ein Loblied auf das Getränk sang – und der bald überall herumgereicht und auch in Zeitungen abgedruckt wurde. Er ist eine Hommage, wie sie vielleicht schöner kaum zum Ausdruck gebracht werden kann:
89 Fifth Avenue
New York
Walston H. Brown, Esq.
April 16, 1887
My dear Friend,
I send you some of the most wonderful whiskey that ever drove the skeleton from a feast or painted landscapes in the brain of man. It is the mingled souls of wheat and corn. In it you will find the sunshine and the shadows that chased each other over the billowy fields; the breath of June; the carol of the lark; the dews of night; the wealth of summer and autumn’s rich content, all golden with imprisoned light.
Drink it—and you will hear the voices of men and maidens singing the „Harvest Home,“ mingled with the laughter of children.
Drink it—and you will feel within your blood the star-lit dawns, the dreamy, tawny dusks of many perfect days.
For forty years this liquid joy has been within the happy staves of oak, longing to touch the lips of men.
Yours always,
R. G. Ingersoll
So berühmt wurde dieser Brief, dass er den Herausgeber des Christian Advocate, Rev. Dr. J. M. Buckley, zu einer eigenen Replik veranlasste, die den Fluch des Alkohols in den Vordergrund stellte und bald ebenso zirkulierte wie der Brief Ingersolls:
My dear Bob,
I return to you some of the most wonderful whiskey that ever brought a skeleton into the closet or painted scenes of lust and bloodshed in the brain of man. It is the ghost of wheat and corn, crazed by the loss of their natural bodies. In it you will find a transient sunshine chased by a shadow as cold as an Arctic midnight, in which the breath of June grows icy, and the carol of the lark gives place to the foreboding cry of the raven.
Drink it—and you will have woe, sorrow, babbling and wounds without cause. Your eyes shall behold strange women and your heart shall utter perverse things.
Drink it—and you shall hear the voices of demons shrieking, women wailing, children mourning the loss of a father who yet lives.
Drink it—and long serpents will hiss in your ears, coil themselves about your neck and seize you with their fangs. ‚At last it biteth like a serpent and stingeth like an adder.‘
For forty years this liquid death has been confined with staves of oak, harmless there as pure water. I send it to your mouth to steal away your brains, and yet I call myself your friend.
Rev. Dr. J. M. Buckley
Und so konnte eine Flasche Whisky gleich zwei ganz unterschiedliche Menschen zu literarischen Gedankengängen inspirieren – und schenkte uns ein Stück Kulturgeschichte des Whiskys, das zu interessant ist, um in Vergessenheit geraten zu dürfen…
Wenn man sich die Whiskywelt abseits der großen Blends und vor allem abseits von Schottland ansieht, dann gibt es einige Nationen, deren Whiskys herausstechen: Die USA, Japan, Irland und Kanada. Die 10 größten Whiskymarken unter den Welt-Whiskys kommen aus ihnen, und The Spirits Business hat sie in einer Top Ten Liste nach Verkaufsvolumen gereiht.
Einige interessante Details daraus: Maker’s Mark konnte sich erstmals in die Top Ten einreihen, Black Velvet aus Kanada verlor zwar, aber keinen Platz – und die ersten drei Plätze bleiben am nordamerikanischen Kontinent.
Schauen Sie sich die Liste einmal an – sie ist unter vielen Aspekten lesenswert. Und den Sieger als Marke sehen Sie übrigens am Titelbild und unten: