Vom 14. bis 15. Oktober 2017 schaut die deutsche Whiskyszene wieder auf die AQUAVITAE 2017 in Mülheim an der Ruhr. Neben der Möglichkeit, Whisky an den Ständen der zahlreichen Aussteller zu verkosten, finden dort natürlich auch Tastings statt, bei denen man in der Begleitung von Whiskyexperten besondere Abfüllungen verkosten kann.
Der Veranstalter der AQUAVITAE 2017 hat uns nun darüber informiert, dass fast alle der Tastings auf der Whiskymesse nun online buchbar sind. Eine Vorbuchung im Webshop des Veranstalters ist bei vielen der Master Classes angeraten, denn die Plätze sind begrenzt.
Unten finden Sie zu Ihrer Information die bereits feststehenden Tastings. Buchen können Sie diese hier. Bitte beachten Sie, dass diese Tastings natürlich nur im Rahmen eines Messebesuchs gebucht werden können – unter obenstehendem Link gibt es auch die Eintrittskarten im Vorverkauf.
Auch wir werden auf der AQUAVITAE wieder mit einem Team vertreten sein und freuen uns darauf, möglichst viele unserer Leser zu treffen.
Samstag, 14.10.2017
12:30 Uhr Adelphi-Tasting
Seminarraum 1
Referent: Charles MacLean & Alex Bruce
Eintritt: 30,00 EUR In englischer Sprache
12:30 Uhr William Grant & Sons
Seminarraum 2
Glenfiddich, the Experimental Series
Balvenie, Single Barrel
und eine Überraschung.
Referent: Peter Bockhoff
Eintritt: 20,00 Euro
12:30 Uhr Villa-Konthor Whiskytasting
Seminarraum 3
Referent: Robin Pitz
Eintritt: 20,00 Euro
14:30 Uhr Unterthurner Obstbrand-Tasting
Seminarraum 2
Referentin: Annick C. Seiz
Eintritt: 10,00 Euro
14:30 Uhr The softer side of the Highlands
Seminarraum 3
Tomatin Legacy
Tomatin 12
Tomatin 14
Antiquary
1x Rarität
Referent: Visedo Martin
Eintritt: 20,00 Euro
18:30 Uhr Adelphi Whisky & Food
Seminarraum 1
Referent: Charles MacLean, Alex Bruce & Chris Pepper (Whiskykoch.de)
Eintritt: 30,00 Euro In englischer Sprache
18:30 Uhr Mackmyra-Explorers
Seminarraum 2
Referent: André Rösner (Brand Ambassador)
Eintritt: 20,00 Euro
18:30 Uhr C2C-Spirits-Cup-Siegerehrung
Seminarraum 3
Referentin: Julia Nourney
Eintritt frei
Sonntag, 15.10.2017
12:30 Uhr Adelphi-Tasting
Seminarraum 1
Referent: Charles MacLean & Alex Bruce
Eintritt: 30,00 Euro In englischer Sprache
14:30 Uhr The softer side of the Highlands
Seminarraum 1
Tomatin Legacy
Tomatin 12
Tomatin 14
Antiquary
1x Rarität
Referent: Visedo Martin
Eintritt: 20,00 Euro
14:30 Uhr Unterthurner Obstbrand-Tasting
Seminarraum 2
Referentin: Annick C. Seiz
Eintritt: 10,00 Euro
16:30 Uhr Villa-Konthor Whiskytasting
Seminarraum 1
Referent: Robin Pitz
Eintritt: 20,00 Euro
16:30 Uhr „Bushmills meets the Malts of the North“
Seminarraum 2
Bushmills 10yrs
Bushmills Black Bush
Balblair 2005
Balblair 1990
Old Pulteney Navigator
Old Pulteney 21
Referent: Adam Dittrich, Spirits Educator
Eintritt: 20,00 Euro
Recht unerwartet kommt der Abgang eines Urgesteins bei Beam Suntory: Global Brand Ambassador Gordon Dundas verlässt mit heutigem Datum das Unternehmen, um sich neuen Aufgaben zu widmen. Sechs Jahre lang war er bei Morrison Bowmore Distillers und danach Beam Suntory tätig. Seinen Abschied von Beam Suntory verkündete Dundas auf Facebook mit folgenden Worten:
Today was my last day working with Morrison Bowmore and laterally Beam Suntory. It has been a wonderful 6 years representing some of the most fantastic whiskies and working with some truly wonderful people who I will miss hugely.
Was Gordon in Zukunft machen wird, ist noch nicht offiziell bekannt gegeben. Wir wünschen ihm jedenfalls alles erdenklich Gute für die Zukunft!
Whisky wird seit jeher nicht nur getrunken, sondern auch gesammelt – sei es, um besondere Tropfen für später aufzuheben oder rein des Sammelns willen. Immer schon, und verstärkt in den letzten Jahren, war Whisky auch ein Gegenstand der Wertanlage – begünstigt durch den Umstand, dass ältere Jahrgänge immer rarer werden und sich der Markt für Whisky global ausweitet.
Märkte sind dynamisch und ändern sich. Gastautor Marco Jansen von der Whisky Investments GmbH wirft für uns vierteljährlich einen Blick auf den Sammlermarkt und berichtet dabei über relevante Ereignisse und Entwicklungen. Hier ist sein aktueller Beitrag:
Der Whisky-Sammlermarkt – Bericht für Q2 2017
Am 23.06.2017 jährte sich der Tag des Brexit-Votums des Vereinigten Königreichs zum ersten Mal. In den ersten Wochen nach der Abstimmung war bei vielen Marktteilnehmern die Sorge groß, dass ein Austritt der Briten aus der Europäischen Union zu größeren Marktverwerfungen an den Kapitalmärkten sowie auch am Whiskymarkt führen würde. Aber die Mühlen der Politik mahlen bekanntermaßen langsam und rückblickend muss man resümieren, dass die Auswirkungen bisher eher marginaler Natur waren. Während das britische Pfund sich je nach Nachrichtenlage schwankungsintensiv entwickelte, konnten der Leitindex FTSE 100 um mehr als 20% seit Jahresfrist zulegen. Noch deutlicher war die Entwicklung bei Investments in Whisky. Der marktbreite Whisky-Raritäten-Index APEX 1000 der schottischen Rare Whisky 101 Ltd. konnte im selben Zeitraum um 37 Prozent zulegen und erreichte – wieder einmal – neue Höchststände. Neben dem immer breiter werdenden Anlegerinteresse an Single Malt Whisky als Sachwertinvestment und dem damit verbundenen Schutz vor Inflation, dürfte auch die Sorge um zukünftige verschlechterte Handelsbedingungen mit dem Vereinigten Königreich Kurstreiber dieser Entwicklung gewesen sein.
Im 2. Quartal 2017 zogen die Preise für Whiskyraritäten in der Breite um fast 4 Prozent an und verzeichnen damit bereits schon jetzt fast wieder einen zweistelligen prozentualen Zuwachs seit Jahresanfang. Schaut man sich die Entwicklung im Detail an, ist wie auch schon in den vorangehenden Quartalen ein deutlicher Favoritenwechsel festzustellen.
Entgegen des Trends für seltene Abfüllungen aus Schottland können die japanischen Malts ihren Höhenflug der letzten Jahre nicht fortsetzen und werden aktuell sogar leicht unter den Niveaus vom Jahresanfang gehandelt. Ebenfalls unter Druck waren die Preise bei einer weiteren Lieblings-destillerie der Anleger, nämlich der „Lost Distillery“ Brora. Nach den unglaublichen Preissteigerungen der letzten Jahre kühlte die Nachfrage zuletzt deutlich ab und die Preise kamen um bis zu 10% zurück.
Dies lässt den Schluss zu, dass sich das Anlegerinteresse aktuell eher auf Abfüllungen zu fokussieren scheint, die sich in den letzten Perioden eher unterdurchschnittlich entwickelt haben und daher günstig erscheinen. Ein Profiteur hiervon sind zum Beispiel aktuell die Annual Releases der Port Ellen Destillerie. Das gestiegene Interesse spiegelt sich in einem Preisanstieg von mehr als 5% in den letzten 3 Monaten wieder.
Zuletzt erhöhten sich zwar die politischen Risiken innerhalb Großbritanniens wieder deutlich, aber die Nachfrage am Markt für Whisky Investments bleibt weiter so robust, dass wir zuversichtlich gespannt auf die Entwicklung der nächsten Quartale schauen können.
Marco Jansen von Whisky-Investments.de
Autor Marco Jansen, Gesellschafter der Whisky Investments GmbH, arbeitet seit 16 Jahren in der Finanzbranche und sein Betätigungsfeld – neben der Betreuung von vermögenden Privatkunden – sind die internationalen Kapitalmärkte. Vor etwa 10 Jahren entdeckte er bei einer Reise nach Schottland seine Leidenschaft für Single Malt Whisky. Seitdem verfolgt er mit Interesse die Whiskymärkte und eine kleine Sammlung erlesener Tropfen füllt die speziell dafür eingerichtete Vitrine in seiner Heimat am Niederrhein.
Unser Titelbild zeigt die Catedral do Whisky – die größte Whiskysammlung der Welt
Unsere Freunde vom Highland Herold waren nicht untätig und haben wieder eine neue Ausgabe, die 35. übrigens, ihres stets interessanten und lesenswerten Magazins auf den Markt gebracht. Die Sommerausgabe 2017 steckt wieder voller Beiträge rund um das Wasser des Lebens. Hier eine kurze Übersicht über einige der Artikel:
Glen Grant: Die Whiskymacher aus der Speyside sind seit 1840 im Geschäft. Ernst J. Scheiner befasst sich näher mit der traditionsreichen Marke und ergänzend gibt es drei Verkostungen von Julia Nourney und Ralf Hauer.
Rare Vintage by Gordon & MacPhail: Vier unabhängig abgefüllte Seltenheiten von Glen Grant aus der Rare Vintage Serie.
Whisky and Rock ’n‘ Roll: Die Nitrogods gehen mit ihrer neuen CD „Roadkill BBQ“ auf Tour und zum Platten-Release erschien auch der passende Whisky in Kleinauflage.
Rum Basics: Grundwissen über Herstellung und Geschichte der Zuckerrohr-Spirituose von Julia Nourney und Verkostungsnotizen zu fünf verschiedenen Rums von Claudia Gerster und Emanuele Ingusci .
Limburg Whisky Fair 2017: Kleine Fotostrecke zu einer der seit Langem etablierten Whiskymessen in Deutschland.
Whiskys von The Balvenie haben viele Fans – man schätzt ihre Ausgewogenheit und Intensität. Einer dieser Fans ist nach eigenem Bekunden auch Angus MacRaild, der wie üblich Serge Valentin an Samstagen auf seiner Site vertritt.
Angus hat sich diesmal zwei ältere und wohl nicht mehr zu bekommende Abfüllungen von The Balvenie ins Glas geschenkt, beides unabhängige Abfüllungen aus den 1970ern und 1980ern, letztere die erste Balvenie-Abfüllung der Scotch Malt Whisky Society. Man wünscht sich, selbst einen Schluck abzubekommen, denn die Wertungen dieser Verkostung sind sehr, sehr vielversprechend:
Balvenie 20 yo 1972 (46%, First Cask by Direct Wines, Cask #14734, +/-1992): 92 Punkte
Balvenie 1976/1987 (60.6%, Scotch Malt Whisky Society, #40.1): 91 Punkte
Bewegung im Markt für irische Whiskeys: Das Dubliner Unternehmen Teeling Whiskey, Betreiber der Teeling Distillery, hat gestern am Abend bekannt gegeben, dass man einen Minderheitsanteil an den Bacardi-Konzern verkauft hat. Weder der genaue Anteil noch die dafür gezahlte Summe wurden öffentlich gemacht.
Mit dem Erwerb der Anteile von Teeling ist verbunden, dass Bacardi ab 1. September den Vertrieb der Teeling-Produkte in den USA übernimmt, berichtet The Irish Times. Teeling wird weiterhin von den Teeling-Brüdern Stephen und Jack geführt, Bacardi wird keinen Einfluss auf das operative Geschäft haben.
Stephen und Jack Teeling. Bild: Teeling Distillery
Monat für Monat präsentieren wir Ihnen einen Whisky, welchen wir beachtenswert finden, der problemlos erhältlich ist und auch preislich im Rahmen bleibt. Auch diesmal haben wir eine Abfüllung, die uns gut gefällt, zum Whisky des Monats gekürt – und sie ist damit unsere sehr subjektive Empfehlung an unsere Leser: Der Stronachie 18yo, eine Benrinnes-Abfüllung des unabhängigen Abfüllers A.D. Rattray – mit Geschichte.
Die längst geschlossene Destillerie Stronachie (ihr Ende liegt im Jahr 1928) war in einem Tal in den Orchil Hills an der Grenze zwischen Perth und Kinross beheimatet. Nicht einmal die Grundmauern sind noch vorhanden.
A.D. Rattray und die alte Stronachie-Destillerie haben eine gemeinsame Vergangenheit. Damals war der Firmengründer von A.D. Rattray, Andrew Dewar, der Repräsentant von Stronachie. Tim Morrison, der heutige Inhaber, hat in Erinnerung an diese geschäftliche Verbindung die Marke „The Stronachie“ auferstehen lassen.
Stronachie 18yo ist ein Small Batch Highland Single Malt, abgefüllt aus wenigen Bourbon Fässern der Benrinnes Distillery in der Speyside, die danach in Sherryfässern „verheiratet“ wurden. Man entschied sich bei A.D. Rattray für Benrinnes, da dieser dem Stil des historischen Stronachie sehr nahe kommt. Mit knapp 60 Euro Verkaufspreis ist er wohl die preiswerteste Möglichkeit, den interessanten Single Malt aus dieser Speyside-Destillerie in gut gereiftem Zustand zu verkosten.
Benrinnes Destillerie, Foto von Andrew Wood, CC-Lizenz
Der Stronachie 18yo bietet in der Tat sehr viel und sehr viel Schönes für sein Geld. Er ist in der Nase süß, etwas butterig mit Heidekrauttönen und bietet eine interessante Vielschichtigkeit – auch am Gaumen, wo cremige Honignoten, Malz und etwas Pfeffer dominieren. Im Finish bleiben diese Eindrücke, eine ganz leichte Holznote kommt dazu.
Was uns besonders gefällt, ist seine Harmonie und Ausgewogenheit – es tut sich viel, aber das nicht gegeneinander, sondern ergänzend und erweiternd. Das, gemeinsam mit seinem attraktiven Preis, macht ihn für uns zu einem würdigen Whisky des Monats. Sie finden ihn im gut sortierten Fachhandel.
Aus diesen Stills stammt der Stronachie 18yo. Bild: Gerhard Kreutz, Genuss am Gaumen
Der deutsche Importeur für Wolfburn, Alba Import, hat eine eigene Deutschlandabfüllung aus der Highland-Destillerie angekündigt: Wolfburn Vibrant Stills. Dies ist die erste vierjährige Abfüllung der jungen Destillerie und stammt aus drei Bourbon Casks (446, 447 & 449), die man gemeinsam mit dem Importeur wegen ihrer erstaunlichen Reife, so Alba Import, ausgesucht hat. Abgefüllt wurde mit 50%. Hier die offiziellen Tasting Notes:
Nase: sofort üppig weiße Schokolade, Banane und Vanille. Geschmack: kraftvoll und intensiv mit Kleehonig, Zitruscreme, Bourbon-Vanille und Gewürzen wie Ingwer etwas Piment und Nelke. Abgang: lang anhaltend und mundfüllend mit wiederum weißer Schokolade.
Die neue Abfüllung ist ab Mitte Juli im deutschen Fachhandel erhältlich, in der Ankündigung wurde kein Preis genannt.
Wenn man nach Skibbereen im malerischen West Cork kommt, denkt man eher an Geschichte als an Zukunft: Dort wurde während der großen Hungersnot um 1845, während der die unvorstellbare Zahl von einer Million Iren verhungerten, die erste Suppenküche Irlands gegründet, dort wurden 150.000 Tote in einem gigantischen Massengrab verscharrt.
Aber das, was uns auf Einladung des deutschen Importeurs Kirsch Whisky in diesen kleinen Ort mit ein paar Tausend Einwohnern zog, ist nicht die Vergangenheit, sondern die Zukunft. In Skibbereen steht, nach dem Umzug aus Union Hall im Jahr 2013, die Produktionsstätte von West Cork Distillers. Und diese Destillerie ist mit Sicherheit die schrägste und innovativste, die man in Irland finden kann.
Das liegt vor allem an dem letztgenannten der drei Gründer, Denis McCarthy, Ger McCarthy & John O’Connell. Er verdiente sein Geld als Lebensmittelchemiker bei Weltkonzernen wie Unilever, bevor er mit seinen Jugendfreunden Denis und Ger McCarthy, beide durch Überfischung der Region arbeitslos gewordene Fischer, West Cork Distillers gründete. John führte uns durch die Anlagen in Skibbereen.
John O’Connell, Mitgründer der West Cork Distillers Ltd.
John ist einer der Menschen, denen man ansieht, dass in ihm zu jeder Tages- und Nachtzeit unablässig Ideen brodeln. Wenn er spricht oder erklärt, hört man die Ketten an Assoziationen förmlich durch seinen Kopf rasseln. Und in der Tat hat John, neben seiner Leistung in seinem Berufsfeld, zwei absolut bemerkenswerte Dinge erfunden, die die Destillerie zu etwas Besonderem machen: Eine „Schalttafel“ für Flüssigkeiten und eine Pot Still namens „The Rocket“ (auch wenn er sie lieber bei ihrem technischen Namen, eine Kombination aus Buchstaben und Zahlen, nennt), die aussieht, als wäre sie einem Steampunk-Universum entsprungen. Dazu aber im zweiten Teil unseres Berichts.
Wir treffen uns mit John in einem schmucklosen Industriebau, in den die Destillerie, die ja erst 2013 nach Skibbereen zog, bis Jahresende 2017 übersiedeln wird. Nötig macht das der große Erfolg des Destillerieprojekts, das mittlerweile 45 Personen beschäftigt – und vielleicht auch der unstete Geist des Teams, das überall und immer am Umbauen und Erweitern ist. Ein Garagenprojekt de luxe!
Aber schon jetzt wird im Neubau gearbeitet. Hier stehen Apparate, die aus der Lebensmittelchemie kommen und die bei der Produktion kreativ eingesetzt werden, auch wenn man versichert, dass sie die Nase nicht ersetzen können. Es sieht hier eher aus wie im Labor eines Erfinders – es wird gemessen, verglichen, bestimmt. Alles dient der Qualitätssicherung, der Optimierung, der Innovation.
Auch eine Abfüllstrecke ist in dem neuen Gebäude untergebracht – die monetäre Versicherung des Unternehmens, wie John O’Connell meint, denn durch sie werden viele Arbeitsplätze geschaffen. Man füllt dort gerade, als wir dort sind, den hauseigenen Vodka ab, der sich in Irland mittlerweile Platz 2 in den Verkaufscharts erobert hat. Aber auch für Fremdprodukte arbeitet man dort.
Das Außengelände ist – wie eigentlich alles auf dem Gelände, work in progress. Der Zustand scheint allem, was die Destillerie betrifft, innezuwohnen – auch in der Location, an der momentan die Brennblasen stehen, ist alles so gebaut, dass man es jederzeit umbauen, bewegen, rearrangieren kann.
Wir werfen einen Blick auf das Tanklager, in dem laut Auskunft von John insgesamt fast eine halbe Million Liter lagern, zum Großteil Eigenproduktion. Auch hier ein Sammelsurium von altem, neuem und umgebautem Gerät. Manche der Tanks sind über 50 Jahre alt.
Dann geht es in eines der Fasslager. Es ist eng, dunkel, und unweigerlich fragt man sich, wie all diese Fässer in das Gebäude gekommen sind. Vor allem fragt man sich, wie sie aus den Lagerhäusern wieder herauskommen sollen, ohne dass diese abgerissen werden müssen. Knapp 30.000 Fässer sind in den Warehouses und warten darauf, früher oder später abgefüllt zu werden.
Anderswo auf dem Gelände lagert Whiskey kurzfristig viel profaner. Hier ein 24jähriger Irish Whiskey aus dem Portfass, der für eine Fremdmarke abgefüllt wird.
Was hier sonst noch auf dem Gelände zu finden ist, ist fast schon surreal. Da wäre zum Beispiel ein zersägter Mashtun aus Edelstahl. Halbiert und der Witterung überlassen, provoziert er das Erstaunen des Betrachters. John lächelt und meint, darauf angesprochen, dass es auch eine zweite Hälfte gäbe und der Mashtun aus beiden wieder funktionstüchtig gemacht werden würde, wenn es an der Zeit sei.
Und Staunen auch, als wir wieder ins Hauptgebäude zurückgehen. John stellt uns dort zwei Flaschen auf den Tisch, die von seiner Experimentierfreude künden und zeigen, wie sehr er Lust darauf hat, Konventionen zu brechen und Neuland zu betreten. Unweigerlich denken wir daran, was aus einer Begegnung zwischen John O’Connell und John Glaser von Compass Box an Irrwitz und genialen Resultaten zu erwarten wäre.
John erklärt und erzählt mit einer ansteckenden Begeisterung. Keine Frage bleibt unbeantwortet, nichts wird mit Marketingworten abgehandelt – hier spricht einer, der im wahrsten Sinne des Wortes brennt. Er stellt uns zwei Flaschen auf den Tisch – das Ergebnis eines Experiments; Gedankenspiele, die er einfach in die Tat umgesetzt hat:
John destillierte Grain Irish Whiskeyaus Sherryfässern nochmals. Das Ergebnis aus diesem Prozess ist rechts auf dem Bild zu sehen: Wir verkosten diesen erneut gebrannten Whiskey mit 82%, vorsichtig, und finden in dem klaren New Make Spirit viel, viel Frucht und nichts mehr vom Sherry oder vom Holz.
Links befindet sich die Flasche mit dem Pot Ale aus diesem Experiment – die Flüssigkeit, die beim Pot Still-Verfahren nach der einleitenden Destillation in der Wash Still verbleibt, also die Überreste der Wash nach dem Entzug der Low Wines. John hat das Pot Ale wieder auf 40% gebracht, weil er wissen wollte, ob hier noch der durch die Sherryfasslagerung erzielte Geschmack enthalten ist. Klingt verrückt, ist es vielleicht auch ein wenig, schmeckt aber in der Tat höchst fruchtig und interessant.
Und wenn Sie glauben, Sie hätten das Verblüffendste schon gelesen, dann freuen Sie sich auf den zweiten Teil unserer Reportage. Dort wird es heiß, laut und wiederum wohlschmeckend. Den zweiten Teil finden Sie hier.
Im Sinne der Transparenz gegenüber unseren Lesern geben wir bekannt, dass wir die Reise zu West Cork Distillers auf Einladung und Rechnung von Kirsch Whisky, dem deutschen Importeur, unternommen haben. Kirsch Whisky hatte keinerlei Einfluss auf die Berichterstattung.
Dewar’s Blend und Scotch Eggs – wie geht das zusammen? Offensichtlich sehr gut, denn das ist der international schon erfolgreiche Dewar’s Scotch Egg Club, der nun erstmals auch in Deutschland angekommen ist. Was, warum, wie und wann, das erklärt die folgende Presseaussendung, die uns erreicht hat. Wir bringen sie in den wichtigsten Teilen:
Der Dewar’s Scotch Egg Club kommt erstmals nach Deutschland und präsentiert sich auf Street Food Festivals in Hamburg und Berlin
Hamburg, 26.06.2017 – Als Teil einer globalen Event-Serie vermittelt Dewar’s seine ‘Live True’ Philosophie durch eine großartige Partnerschaft: Der Scotch Egg Club bereichert diesen Sommer neben Events in Barcelona, Shanghai und Moskau auch ausgewählte Street Food Festivals in Deutschland – die Altonale in Hamburg und den Bite Club Berlin.
Prominente Unterstützung gibt es vom Hamburger Koch und Autor Fabio Haebel, bekannt durch sein Restaurant “Tarterie St.Pauli”.
Fabio Haebel
Begleitet wird der Auftakt der Event-Reihe von Koch und Buchautor Fabio Haebel. Der 31-jährige kommt ursprünglich aus Freiburg. 2007 zog es ihn in den Norden und seitdem ist er Hamburg treu geblieben. In St. Pauli betreibt er die Catering-Agentur Tarterie und hat ein eigenes Bistro & Restaurant “Tarterie St.Pauli“.
Für den Scotch Egg Club entwickelte der junge, kreative Koch drei verschiedene Kreationen von Scotch Eggs: Dewar´s Classic, Dewar´s Lamb und Dewar´s Veggie.
Dewar’s Scotch Egg Club
Scotch Eggs sind eine britische Spezialität und erleben zurzeit einen Hype, besonders in der Herkunftsstadt London. Die Snacks bestehen aus gekochten Eiern, welche in der klassischen Variante mit Wurstbrät umhüllt, dann paniert und anschließend frittiert werden, bis sie goldbraun und knusprig sind. In England und Schottland werden die Scotch Eggs gern beim Picknick oder in Pubs gegessen.
Der Dewar’s Scotch Egg Club bietet in einem eigens angefertigten Foodtruck ausgewählte Scotch Egg Kreationen. Fabio Haebel hat in Kooperation mit dem Scotch Egg Club drei besondere Rezeptvarianten entwickelt: Dewar’s Classic, Dewar’s Lamb und Dewar’s Veggie. Dazu werden die jeweils passenden Whiskys serviert: Dewar´s Smooth, Craigellachie und Aberfeldy.
Begleitet wird der Foodtruck von einem „Chicken Master“, der für Entertainment und passende Spiele sorgt: von Chicken Bingo, über Polaroids und Temporary Tattoos – die Besucher erwartet viel Spaß und tolle Preise.
Als besonderes Highlight gibt es einen Vaporizer-Train. Bei diesem einzigartigen Erlebnis werden Dewar’s Premium Blends und Malts in Dampf umgewandelt, wodurch sich die einzigartigen Duftnoten entfalten und die Gäste das volle Aroma erleben können.
Die Event-Reihe
Dewar’s Scotch Egg Club ist eine Event-Reihe, die die Geschichte von Tommy Dewar, dem Whisky-Baron und Sohn von Gründer John Dewar, zum Leben erweckt, ganz nach seiner Philosophie „Perfektion durch Vergnügen“. Der Scotch Egg Club, der Pop-Up Events in den großen Metropolen der Welt veranstaltet, bietet erstklassige Whisky-Cocktails, ungewöhnliche Chicken-Games und natürlich als Highlight echte Scotch Eggs – eine kulinarische Köstlichkeit. Begleitet wird das Event weltweit durch ein Line-Up von lokalen Barkeepern, Köchen und Künstlern, die Tommy Dewar’s Idee verkörpern, dass man im Leben genau so viel spielen sollte, wie man arbeitet.
Die Scotch Egg Club Event-Reihe hatte ihre Auftakt-Veranstaltung in Paris Anfang des Monats und startet mit der weltweiten Tour in Lissabon diese Woche. Von dort aus geht es weiter in Metropolen wie Moskau, Berlin, Stockholm und Chicago.
The Macallan, The Famous Grouse, Highland Park, Cutty Sark und The Glenrothes – diese Marken und mehr gehören alle zur Edrington Group, einem der großen Player auf der Bühne des schottischen Whiskys.
Im letzten Jahr berichteten wir noch über einen Verlust von -13%. In diesem Jahr aber sehen die Zahlen – trotz nicht einfacher Rahmenbedingungen, wie die Verantwortlichen sagen – wesentlich besser aus: Ein Plus von 30% bei den Gewinnen bedeutet einen Gewinn von 189 Millionen Pfund vor Steuer – und zwar für das Finanzjahr bis zum 31. März 2017.
Ein Teil dieses Gewinnanstiegs sei auf die Schwäche des britischen Pfunds zurückzuführen, meint Edrington im Statement zu den Geschäftszahlen. Weiters hätten sich die langfristigen Investitionen ins Marketing nun sichtbar ausgezahlt.
Auch für die Zukunft gibt man sich optimistisch und erwartet weiteres Gewinnwachstum.
Zehn Jahre. Drei Jahre. Oder gleich ohne Altersangabe. Das sind die vier Whiskys aus der Highland-Destillerie Ardmore, die Serge Valentin heute in Augen- und Gaumenschein nimmt. Ardmore ist ja dafür bekannt, dass man dort rauchige bis sehr rauchige Whiskys produziert, und diese „vertragen“ in der Regel Jugend ganz gut – aber Serge fragt sich, ob hinter dreijährigen Abfüllungen etablierter Destillerien tatsächlich noch anderes steckt als der Versuch, die Zeit zwischen Produktion und Verkauf möglichst kurz zu halten.
Die Wertungen in der Verkostung sind nicht gerade enthusiastisch, und Serge findet die Youngsters vor allem interessant, aber nicht gerade sehr whisky-like:
Ardmore 3 yo 2013/2017 (55.8%, Malts of Scotland, sherry hogshead, cask #MoS 17012, 345 bottles): 80 Punkte
Ardmore 10 yo 2002/2012 (58.2%, Scotch Malt Whisky Society, refill sherry butt, #66.36, Milano Salami and a Tropical Fruit Kebab, 702 bottles): 77 Punkte
Ardmore 2003/2010 (46%, L’Esprit, bourbon, cask #6487): 84 Punkte
Ardmore ‘Heavily Peated’ (46%, The Cooper’s Choice, cask #884, 480 bottles, +/-2016): 75 Punkte
Gestern konnten wir über die offizielle Eröffnung der organisch-biologischen Destillerie Ncn’ean auf Morvern, einer Halbinsel knapp östlich von Mull, berichten. Wir haben von der Brennerei Bildmaterial erhalten, mit dem wir Ihnen einen besseren Eindruck der neuen Destillerie und den Menschen dahinter geben können.
Besuchen Sie also mit uns die neueste Destillerie Schottlands:
Die Ncn’ean Distillery aus der LuftZentrale Ansicht der Ncn’ean Distillery, mit Blick auf das StillhouseNoch ein Blick auf das Stillhouse der Ncn’ean DistilleryDer Blick ins Stillhouse……und hinaus in den VorhofAnnabel Thomas,CEO der Ncn’ean DistilleryGordon Wood, Distillery Manager der Ncn’ean DistilleryGordon Wood am Spirit SafeDunnage Warehouse der Ncn’ean Distillery, direkt am GeländeDas Unternehmenslogo
Nicht nur in den klassischen Ländern können die Produzenten den Bedarf an Whisk(e)y nur bedingt decken. Auch die Brennereien in der Neuen Whisk(e)y-Welt stehen vor dieser zu lösenden Aufgabe. Wie wir bei The Whisky Business lesen, plant die schwedische Box Distillery eine beeindruckende Erweiterung ihrer Kapazität. So soll durch zwei zusätzliche Kupfer-Stills und vier neue Washbacks die Produktion verdreifacht werden. Die bisherige Produktionsmenge von knapp über 100.000 Liter LPA (Liter reiner Alkohol), so Thomas Larsson, CEO der Box Distillery, reiche nicht mehr aus, um den Bedarf zu decken. Zu den Erweiterungsplänen gehören auch noch ein neues Lager sowie einige kleinere Änderungen im bestehenden Still-Raum (hier finden Sie eine 360-Grad-Rundsicht).
Die Box Distillery begann mit ihrer Produktion erst 2007, am 7. November des letzten Jahres wurde mit dem Box Dálvve die erste Abfüllung der Core Range veröffentlicht. In Zukunft möchte die Box Distillery mit diesem Whisky auch auf verschiedenen Märkten vertreten sein, so scheint ein Ausbau der Brennerei alternativlos.