In der Vorwoche hatten wir die Gelegenheit, in Irland die Destillerie der West Cork Distillers zu besuchen (unsere Bildberichte finden Sie hier und hier). Betreut wurden wir dort von John O’Connell, einem der Mitbegründer und kreativer Kopf hinter der Destillerie.
Wir haben mit John im West Cork Hotel in Skibbereen auch ein knapp elfminütiges Video-Interview über seine Laufbahn, die Destillerie und die Abfüllungen von dort geführt. John erzählt unter anderem auch, welche neuen Abfüllungen von West Cork Distillers für Deutschland zu erwarten sind – und dass man an einem Nachfolger für denThe Pogues-Blend arbeitet.
Sehen Sie hier oder auf unserem Youtube-Kanal, was John O’Connell zu sagen hat – viel Vergnügen dabei!
Unabhängige Abfüllungen der Destillerie Ardbeg sind eher selten (und zählen zu den kostspieligeren Versuchungen unserer Leidenschaft). Da will es gut überlegt sein, ob sich eine solche Anschaffung auch geschmacklich lohnt.
Zwei dieser unabhängigen Ardbeg-Bottlings sind unlängst erschienen, eine aus der Kinship-Serie von Hunter Laing, und eine von Cadenhead zum 175jährigen Jubiläum des Unternehmens (diese allerdings war nur zur Feier des Jahrestags in einem Tasting zu erhalten). Serge Valentin hat die „Mühe“ auf sich genommen, die beiden zu verkosten und uns über das Ergebnis in Worten und Zahlen zu informieren:
Ardbeg 26 yo (49.7%, Hunter Laing, The Kinship, bourbon cask, 209 bottles, 2017): 91 Punkte
Ardbeg 23 yo 1993/2017 (52.4%, Cadenhead, 175th Anniversary Tasting Session, bourbon hogshead): 94 Punkte
Die Destillerie Ardbeg. Bildrechte: Marcel Freudenstein
Personelle Veränderung an der Spitze von Brown-Forman Deutschland: Wie uns eine Pressemitteilung des Unternehmens informierte, wird der Posten des Geschäftsführers von Brown-Forman Deutschland am 1. September mit Yiannis Pafilis neu besetzt. Hier alle Informationen dazu. Wir gratulieren herzlich und wünschen jede Menge Erfolg im neuen Aufgabenbereich!
Position des Brown-Forman Deutschland Geschäftsführers neu besetzt
Hamburg, 3. Juli 2017 – Ab 01.09.2017 übernimmt Yiannis Pafilis bei Brown-Forman Deutschland die Funktion des Geschäftsführers. Daneben zeichnet er auch für den tschechischen Markt verantwortlich.
Yiannis Pafilis, 47 Jahre, ist seit 1998 für Brown-Forman tätig, die letzten drei Jahre als General Manager für Russland. Der gebürtige Athener begann seine Karriere bei Brown-Forman als Sales Development Manager in Griechenland, bevor er 2006 zum Country General Manager für Griechenland und Zypern ernannt wurde. Es folgten knapp zwei Jahre als Group General Manager für Südosteuropa. 2014 wurde ihm dann die Verantwortung für den herausfordernden russischen Markt übertragen. Vor seiner Zeit bei BrownForman studierte er in den USA und arbeitete sowohl in den USA als auch Griechenland im Bereich Marketing und Sales, die letzte Station bei Kosmocar, Audi Athen.
„Wir freuen uns, dass mit Yiannis Pafilis ein langjähriger Brown-Forman Kollege in Deutschland an Bord kommt, der unser Unternehmen seit fast 20 Jahren kennt und die erfolgreiche Entwicklung bereits in verschiedenen Märkten mit vorangetrieben hat“,
so das Brown-Forman Deutschland Geschäftsleitungsteam, bestehend aus Mirja Kloss (Marketing), Rebecca Tang (HR), Philipp Fellmann (Shopper & Trade Marketing), Christian Cron (Vertrieb) und Jens-Peter Janiak (Finanzen & Supply Chain), mit dem der neue Geschäftsführer zukünftig das langfristige Wachstum auf dem deutschen Markt fortsetzen soll. Yiannis Pafilis:
„Ich fühle mich geehrt und sehe es gleichzeitig als besondere Herausforderung, zukünftig zusammen mit der gesamten Brown-Forman Deutschland Mannschaft für einen für unsere Flaggschiffmarke JACK DANIEL’S so bedeutenden Markt verantwortlich zu sein.“
Yiannis Pafilis folgt auf Winfried Rübesam, der das Unternehmen in diesem Jahr nach 14 Jahren verlassen hat.
Innerhalb des börsengelisteten und mittlerweile in fünfter Generation geführten amerikanischen Familienunternehmens Brown-Forman zählt der deutsche Markt weltweit zum drittstärksten Absatzmarkt für JACK DANIEL’S. Mit seinem American Whiskey Portfolio – dem Tennessee Whiskey JACK DANIEL’S und dem Bourbon Woodford Reserve – ist Brown-Forman Deutschland erfolgreicher Treiber der Kategorie und verzeichnet seit Übernahme der eigenen Vertriebs- und Marketingaktivitäten in Deutschland vor knapp sieben Jahren eine kontinuierliche überaus positive Entwicklung.
Über 20 Jahre gibt es die Destillerie auf Arran jetzt – und in dieser Zeit hat sie sich einen fixen Platz im Mindset der Whiskyfreunde gesichert. Die letzten 14 Jahre davon hat Euan Mitchell bei Arran gearbeitet, und unter seiner Ägide ist das Wachstum der Destillerie zügig vorangeschritten. Nun ist man dabei, eine zweite Brennerei im Süden der Insel zu bauen, die die Aufgabe übernehmen wird, getorften Whisky zu erzeugen – ein sichtbares Zeichen des Erfolgs des Konzepts der Isle of Arran Distillers.
Herald Scotland zeichnet in einem Artikel mit dem Titel „Lust for water of life runs deep with Arran whisky chief Mitchell“ ein Portrait von Euan Mitchell, lässt ihn über seine erste Begegnung mit dem Wasser des Lebens, die keine besonders erfreuliche war, erzählen – und über die Unterschiede der existierenden Lochranza-Destillerie im Norden zu der neuen in Lagg im Süden. Interessante Lektüre nicht nur für Arran-Fans.
Euan Mitchell, Managing Director. Bild: Isle of Arran Distillers Ltd
Der Bowmore Tempest 10yo in der dritten Ausgabe ist das Objekt der Tasting Notes von Ralfy in seiner Review #663. Der fassstarke Whisky aus der traditionsreichen Islay-Destillerie trifft seinen Geschmack sehr gut, es gibt dafür 91 von 100 möglichen Punkten und einige sehr lobende Worte – für die jugendliche Kraft, die Rauchigkeit und die Freude, die er damit bereitet. Allerdings korrigiert Ralfy die Bewertung im Laufe des Videos auf 87 Punkte, denn das würde seiner Meinung nach dem Gesamtpaket, das der Whisky bietet, eher entsprechen.
Wie immer ist das Video voller nützlicher Infos und guter Gedanken rund um das Genießen von Whisky und diesmal geht es konkret um die Problematik der Bewertung von Whisky mit simplen Zahlen. Zu sehen hier und auf Youtube.
Schöne Nachrichten aus der Destillerie Bladnoch, die in den letzten Monaten generalüberholt und mit neuen Stills ausgestattet wurde: Seit heute sind die Anlagen wieder in Betrieb und New Make wird produziert.
Mitte 2018 wird auch die zweite Phase des Umbaus beendet sein und die Brennerei wieder Besucher empfangen. Mehr dazu können Sie auch in einem Artikel der BBC lesen, der heute erschienen ist.
Wir gratulieren jedenfalls dem Team rund um Master Distiller Ian Macmillan recht herzlich und wünschen alles Gute für die Zukunft!
Keine fünf Autominuten vom neuen, im Aufbau befindlichen Produktionsgelände der West Cork Distillers (siehe dazu den ersten Teil unserer Reportage) liegt die momentane Destillerie, die mit Ende des Jahres übersiedeln soll. Wer sich dort endlich die klassische Brennerei erwartet, der wird allerdings ebenso wenig fündig werden wie zuvor: Der erste Gedanke beim Anblick der Hallen tendiert in Richtung Altmetallhandel oder zu einer Werft für Fischerboote – wären da nicht die unzähligen Fässer, die neben, durch welche Prozesse auch immer, in allen Farben schimmernden Metallteilen stehen.
Auch diese Anlagen hier machen den Eindruck einer ewigen Baustelle. Das hat seinen Grund: Die Übersiedlung der Brennerei bedeutet nämlich nicht, dass das alte Gelände aufgegeben wird – die Expansion und die dadurch entstehende Platznot bedingt, dass auch jetzt noch gleich neben dem Hauptgebäude, in dem die Stills untergebracht sind, eine neue Lagerhalle errichtet wird.
Als das Bild entsteht, ist es Dienstag mittags. Auf die Frage, bis wann denn die Halle fertig sein solle, antwortet Mitgründer und Master Mind John O’Connell, der uns wieder über das Gelände führt: „Das sind Deutsche, die das bauen. Freitag.“
Wir werden informiert, dass hinter der Produktionshalle gerade gemälzte Gerste für die Produktion angeliefert wird. Ein riesiger Kipplaster steht dort und befüllt ein unterirdisches Depot mit seiner Fracht.
Schon während der Anlieferung wird die Qualität der Gerste kontrolliert. Trotz aller Technikbesessenheit, die wir in der Destillerie erlebt haben, geschehen solche Dinge noch mit der Hand. Shane Casey, Quality Manager bei West Cork Distillers, übernimmt das höchstpersönlich:
Gleich hinter dem Platz, an dem die Gerste geliefert wird, können wir einen Blick in das hiesige Warehouse werfen. Wie nicht anders zu erwarten, ist auch dieses so dicht befüllt, dass es schwierig wird, hinein und wieder heraus zu kommen:
Was uns auf Schritt und Tritt begleitet, sind Geräusche, die man eher einer Fabrik als einer Destillerie zuordnen würde. Man hört das Hämmern von Metall auf Metall, das Zischen von Dampf, das Knacken von Ventilen. Als wir dann die Halle mit den Stills betreten, wird aus den Geräuschen ein Rhythmus. Und der Blick fällt auf etwas, das für Musikbegeisterte wie das Steckboard eines frühen Moog-Synthesizers aussieht, aber eine der erstaunlichen Erfindungen von John O’Connell ist:
Auf der Flow Plate werden auf einfachste Art und Weise verschiedene Flüssigkeiten zwischen verschiedenen Tanks oder Anlagen umgeleitet – bei einer Anlage, die 24 Stunden am Tag im Betrieb ist und deren Teile gereinigt und gewartet werden müssen, eine unglaubliche Vereinfachung der Workflows und eine substanzielle Zeitersparnis.
Nicht minder erstaunlich ist eine zweite Erfindung der West Cork Distillers. Sie haben das Prinzip der ersten Pot Still im dreifachen Destillationsprozess grundlegend überdacht und revolutioniert. Das Ergebnis nennt sich in Johns nüchterner Diktion „TPS„, ein kurzer Blick darauf erklärt aber den Spitznamen „The Rocket„, mit dem sie überall fast ehrfurchtsvoll bezeichnet wird:
The Rocket verdient ihren Spitznamen aber nicht nur durch ihr Aussehen, sondernauch durch eine andere Tatsache: Sie schafft es, 1000 Liter Maische in nur sieben Minuten zu destillieren – das ist unglaublich schnell. Unweigerlich kommen einem da Bedenken, ob diese Schnelligkeit nicht zu Lasten der Qualität des Spirits geht. John winkt lächelnd ab: „Wir lassen uns in der zweiten und dritten Destillation mehr Zeit, als wir uns in der ersten sparen.“
Überzeugen davon, dass die Schnelligkeit nicht zu Lasten der Qualität geht, können wir uns mit dem, was aus dem eigenartig geformten Spirit Safe fließt: Der New Make, der hier mit 82% sprudelt, ist ungemein fruchtig, sauber, von höchster Qualität.
Sehen und hören Sie hier die Destillationsanlage von West Cork Distillers im Video – eine Fabrikation wie aus einem Steampunk-Universum. Und wenn Sie wissen wollen, wie es zu dieser Geräuschkulisse kommt: Man arbeitet in der „Rocket“ mit großem Druck und großer Hitze, und wegen der Umstände verbieten sich elektrische Pumpen und Ventile. Man benutzt deshalb mechanische Pumpen – und diese machen den Lärm.
Wir bitten die Crew der Destillerie noch zu einem Gruppenbild, bevor wir uns zu einer Demonstration des Ausbrennens eines Fasses wieder aufs Freigelände begeben:
Patrick Harnedy zeigt uns, wie ein Fass für die spätere Verwendung ausgebrannt wird. Der Vorgang dauert zwischen einer und vier Minuten, und wird mit einer Temperatur von 500 Grad vorgenommen. Kein Wunder, dass Patrick immer wieder mal der vom Wind an ihn herangetragenen Hitze ausweichen muss.
Nach dem Ausbrennen strahlt das Fass satte Bourbon-Aromen ab.
Zum Abend des Tages hin, der auch nach 22:30 Uhr in diesen Breiten um diese Jahreszeit nicht richtig dunkel werden will (siehe Bild oben), hatten wir noch die Gelegenheit, einige der experimentellen Fässer der West Cork Distillers zu verkosten. Patrick und Shane hatten uns dazu eine Auswahl an Whiskeys mitgebracht, die zunächst drei Jahre in Bourbonfässern und danach weitere drei Jahre in anderen Fässern wie Rotwein, Calvados, Rum, Rye, Cognac, oder im Black Cask, einem nochmals ausgebrannten Bourbon-Fass gelagert wurden.
Weiters gab es junge Proben aus einer Potstill-Destillation, allesamt noch unter dem Mindestalter von drei Jahren. Während die ersten drei von ihnen ihre Jugend noch überdeutlich zeigten, war das vierte eine riesige Überraschung: 31 Monate, rund, ausgewogen und trotz 63% sanft wie ein Lamm. Möglich machte das das 25 Jahre zur Sherryproduktion gebrauchte Fass, in dem der Spirit lagern durfte.
Zurück aber zu den sechsjährigen Whiskeys. Sie konnten in der gesamten Runde der Verkostenden mehr als nur gefallen. Für uns waren das Cognac-Fass und das Calvados-Fass herausragend, bei anderen konnte auch das Weinfass höchstes Lob einheimsen. Wir hoffen jetzt auf das Verhandlungsgeschick des deutschen Importeurs Kirsch Whisky, damit das eine oder andere probierte Fass nach Deutschland kommt – zu wünschen wäre es.
Zusammenfassend bleibt uns zu sagen, dass uns die innovative Ausrichtung von West Cork Distillers beeindruckt, und das, was wir verkosten durften, nicht minder. John O’Connell schafft mit seinem Team irischen Whiskey auf überzeugendem Niveau, trotz oder gerade weil man bei West Cork Distillers „out of the box“ denkt. Die typischen Destillerie-Klischees werden hier absolut nicht bedient, dafür ist West Cork Distillers für uns der Inbegriff der modernen Interpretation des Begriffes „handwerklich“.
Die irische Whiskeyszene ist im Aufbruch, und West Cork Distillers ist in punkto Innovation ganz vorne dabei.
(Ein Interview mit John O’Connell bringen wir morgen auf Whiskyexperts)
Im Sinne der Transparenz gegenüber unseren Lesern geben wir bekannt, dass wir die Reise zu West Cork Distillers auf Einladung und Rechnung von Kirsch Whisky, dem deutschen Importeur, unternommen haben. Kirsch Whisky hatte keinerlei Einfluss auf die Berichterstattung.
„The softer side of the Highlands“ – so bezeichnet die Destillerie Tomatin ihre Whiskys in Marketing und Werbung. Und in der Tat tragen sie in der Regel eine Menge (exotischer) Fruchtnoten und erscheinen weich, fast sanft.
Serge Valentin hat heute zu Wochenbeginn einige Bottlings aus der Destillerie verkostet – sowohl offizielle Abfüllungen als auch solche von Unabhängigen. Interessant dabei, dass die 18jährige Originalabfüllung in der Bewertung durchaus mit den älteren Kandidaten mithalten kann:
Tomatin 18 yo (46%, OB, oloroso sherry casks, +/-2016): 86 Punkte
Tomatin 38 yo 1976/2015 (46.7%, OB, oloroso sherry butt, decanter, cask #30132, 680 bottles): 89 Punkte
Tomatin 19 yo 1976/1996 (55.9%, Cadenhead, Authentic Collection) : 90 Punkte
Tomatin 12 yo 1964 (99° UK proof, OB, first millionth gallon, cask #8552, 26 2/3 fl.oz., +/-1976): 80 Punkte
Ein besonderer deutscher Whisky wird in Hamburg „gemacht“ – und zwar aus New Make, der in Schottland erzeugt wurde. Auf den Markt kommt er im September 2017 – Marco Lehmitz von der Manufaktur Lehmitz hat uns dazu schon jetzt folgende Pressemitteilung gesendet:
Whisky Made in Hamburg
Das deutscher Whisky ein festes Standbein in der Whiskyszene erreicht hat, sieht man an den verschiedenen Brennereien die versuchen vernünftige Qualitäten auf die Beine zu stellen. Marco Lehmitz aus Hamburg macht es anders, er besorgt vor Ort den jeweiligen Grundstoff: den „New Make“, gerade frisch destilliert aus der Destille, und direkt abgefüllt für den Transport nach Hamburg.
In Hamburg angekommen, wird diese „Spirituose“ ins Holzfass gefüllt und reift dort einige Jahre zum Hamburg Malt Whisky heran. Die Erstfüllung die im September 2017 gar nicht erst auf den Markt kommt, ist derzeit schon mit einer Überreservierung versehen, auf die Warteliste kann man sich noch setzen lassen (manufaktur-lehmitz.de)
Die Erstfüllung hat als Grundprodukt einen Ardmore, sowie die Reife in einem Ex-Laphroaig-Fass, gerade diese Mischung an Whisky und Holzfass, machen für Marco Lehmitz den perfekten Geschmack der Stadt Hamburg aus.
Von dieser Erstfüllung gibt es eine zweite Version die in einem Original Hamburger Rotspon Fass reift (als Finish).
Mit August soll die Raasay Distillery auf der gleichnamigen Insel östlich von Skye eröffnen – Anfang Juni war Petra Milde von meinwhisky.com dort und besichtigte mit dem Architekten der Brennerei, Olli Blair, die Baustelle. Auch wenn damals noch viel zu tun war, meinte Olli, dass der Termin für die Eröffnung halten würde. Ob dies realistisch oder optimistisch war, werden wir ja in einigen Wochen sehen.
Petra Milde hat vom Besuch der im Bau befindlichen Destillerie jede Menge Bilder und einen ausführlichen Bericht mitgebracht, den Sie hier finden können. Ein kleiner Ausschnitt daraus:
Das Wasser für die Brennerei wird über ein Bohrloch aus 40 – 60 Metern Tiefe geholt. Wasserquellen von Destillerien haben oft phantasievolle Namen und so frage ich, ob das auch hier bei diesem Bohrloch der Fall ist. Nein, meint Olli, es ist einfach das Bohrloch, obwohl nach keltischen Überlieferungen an dieser Stelle wohl einmal eine Quelle gab, die übersetzt „Well of the pale cow“ hieß. Auch mit einem anderen Tier steht die Brennerei in Zusammenhang: Als man die Einfahrt zum Lagerhaus über einen Bachlauf führte, wurde ein Rohr eingebaut, um das Fließen des Wassers weiter zu gewährleisten. Die Umweltschutzauflagen machten den Einbau eines zweiten parallelen Rohres nötig – es könnte ja sein, dass sich einmal Otter hier niederlassen und für den Fall, dass ein Rohr vielleicht irgendwann verstopft, muss ein zweites jederzeit den Zugang zum Meer gewährleisten.
Eine Galerie mit über 30 Bildern begleitet den Beitrag – der damit nicht nur lesens-, sondern auch sehenswert ist.
Die Islay-Destillerie von Hunter Laing, Ardnahoe, ist ja noch in der frühen Bauphase, aber natürlich wartet man nicht bis zur Fertigstellung, um die Stills für die Brennerei produzieren zu lassen. Das geschieht in Elgin, bei den Speyside Copperworks. Und obwohl man „nur“ zwei Stills in die Destillerie stellen wird (1x Wash Still, 1x Spirit Still), sind sie doch recht groß gehalten – mit 13.000 und 9.000 Litern.
Die fünf untenstehenden Fotos sind von einem Besuch der Destilleriebetreiber in der Kupferschmiede Ende voriger Woche – wir bringen sie mit freundlicher Erlaubnis von Hunter Laing.
Es ist zwar noch einige Zeit hin bis zur 4. Whisky-Spring in Schwetzingen (sie findet am 17. und 18. Februar 2018 statt), aber es ist immer angenehm, genug Zeit zur Planung eines eventuellen Besuchs zu haben.
Wer jetzt schon weiß, dass er im nächsten Jahr gerne (wieder) dabei sein will, der kann sich jetzt bereits im Vorverkauf die Karten sichern. Der Veranstalter hat uns Infos über die Packages geschickt, die bereits buchbar sind – und je früher, desto günstiger wird es:
Bereits zum 30. Mal in Folge bringen wir für Sie am Sonntag eine Zusammenfassung interessanter Tasting-Videos und Podcasts zum Thema Whisky. Wir suchen diese nicht selbst, sondern präsentieren Ihnen Videos und Audiobeiträge, die uns von den Vloggern und Podcastern zur Veröffentlichung zugesendet wurden. Das sind die Beiträge dieser Woche – und wir wünschen Ihnen viel Vergnügen damit:
Alle Videos aus dieser Liste können Sie ab sofort auch als Playlist auf unserer Youtube-Seite abrufen. Dort finden Sie auch die vergangenen Folgen ab Episode 25.
Wie jede Woche ergeht hier auch unser Aufruf an alle Vlogger und Podcaster: Wenn Sie selbst Videos zum Thema Whisky machen, dann schicken Sie uns doch eine kurze Mail mit einem Link auf das wochenaktuelle Video und einer Inhaltsangabe dazu an press @ whiskyexperts.net. Vorgaben unsererseits gibt es natürlich keine, hilfreich ist aber, wenn Ihr Videokanal in aller Regel etabliert, regelmäßig publizierend und mit einer gewissen Anzahl Abonnenten ausgestattet ist, sowie mit hohem Qualitätsanspruch gemacht wird.
Die Redaktion behält sich vor, eingereichte Videos ohne Angabe von Gründen nicht zu veröffentlichen, hält aber gleichzeitig fest, dass ein Nichterscheinen nicht automatisch ein (sowieso immer subjektives) Statement über mangelnde Qualität ist, sondern viele verschiedene Gründe haben kann. Wir freuen uns auf Ihre Videos für unsere Leser!
Von unserem Besuch bei West Cork Distillers in Skibbereen/Irland in der Vorwoche haben wir für Sie ein ganz besonderes Sonntagsvideo mitgebracht: John O’Connell, der Mitbegründer dieser außergewöhnlichen Destillerie (einen ersten Bericht über sie haben wir hier veröffentlicht) spricht in einer ausführlichen Präsentation über irischen Whiskey, seine Geschichte und seine Zukunft. Sein Hintergrundwissen, aber vor allem seine praktische Erfahrung mit dem Markt und der Herstellung von Whiskey machen seine Ausführungen besonders interessant.
O’Connell stellt produzierende und im Aufbau befindliche Destillerien vor und erzählt die Geschichte des irischen Whiskeys. Danach folgen interessante Vergleiche zwischen schottischem, irischem, amerikanischem und japanischem Whisk(e)y auf Basis von Meßwerten – und er erklärt die fünf verschiedenen Klassen, die man bei irischem Whiskey findet. Weiters erleben Sie im Video Johns Sicht auf Innovationen, die in der Whiskeyproduktion in Irland Anwendung fanden – etwas, das ihn als innovativen Geist natürlich sehr interessiert. Zum Ende hin präsentiert John ein interessantes Gedankenmodell zu Innovationen und den Wandel der gesellschaftlichen Akzeptanz derselben über die Zeit.
Nicht ganz leichte Kost, und mit 53 Minuten Dauer auch nichts für nebenbei – aber für alle, die mehr über irischen Whiskey wissen wollen, eine Schatzkiste. Einen schönen Sonntag wünschen wir!