Wie gewohnt stellen wir Ihnen in unserer regelmäßigen Rubrik “Whisky des Monats” Whiskys vor, die wir besonders mögen und denen wir eine breitere Öffentlichkeit wünschen. Und auch weiterhin bleibt unsere Auswahl sehr subjektiv. Unser Whisky des Monats Februar ist der Glen Grant 10 yo.

Es geht um Glen Grant. Nicht zu verwechseln mit J & G Grant, den Besitzern der Brennerei Glenfarclas. Und auch nicht mit der Familie Grant, welche als William Grant & Sons die Besitzer der Malt-Destillerien Glenfiddich, Balvenie, Kininvie sind. Und gemeint ist auch nicht der Blend Grant’s, welcher oft im unteren Bereich der Whiskyabteilung größerer (Getränke-)Supermärkte zu finden ist. Dieser kommt aus dem Hause William Grant & Sons.

Es geht um Glen Grant. Als die Brüder John und James Grant die Brennerei 1840 gründeten, war diese zuerst unter dem Namen Drumbain bekannt. Die Gebrüder Grant waren auf dem Gebiet der Whiskyproduktion und des -handels recht erfahren. Sie waren Teilhaber der Aberlour Destillerie in den 1830er Jahren, und managten auch die Dandelaith Destillerie. Und, so liest man, soll speziell James auch auf die Gebiet des Whisky-Schmuggels recht versiert gewesen sein, was aus seiner Sicht kein Widerspruch zu seinem Beruf war: Er war Rechtsanwalt. Nach dem Tod der beiden Brüder blieb die Brennerei weiterhin im Familienbesitz, bis sie nach einer Reihe von Eigentümerwechseln schließlich in den Besitz der italienischen Campari Group gelangte.

Glen Grant ist quasi untrennbar verbunden mit Dennis Malcolm, ihrem Master Destiller (seinen beruflichen Werdegang und seine Sicht auf Glen Grant und deren Whisky finden Sie in einem 2013 geführten Interview mit ihm). Als Campari 2006 neuer Eigentümer der Brennerei wurde, holten sie Dennis Malcolm wieder zurück in die Brennerei, in der er seine Whiskylaufbahn begann. Mit seinem Erfahrungsschatz als Destillerie Manager und Markenbotschafter unterschiedlicher schottischer Brennereien konnte sich Glen Grant in den letzten Jahren auf dem hart umkämpften Weltmarkt der Single Malts in den Top Ten etablieren.

Zum Kernsortiment dieser Speyside Brennerei gehört unser Whisky des Monats, der Glen Grant 10 years old. In der Nase offenbart er schon einen fruchtigen, feinen Mix aus frischen Äpfeln und Birnen, gepaart mit Nuss-Noten. Abgefüllt mit 40% Vol., überfordert er am Gaumen nicht, sondern führt die Leichtigkeit aus Frucht und Nuss mit einer leichten Trockenheit fort. Das mittellange Finish mit malzigen Noten schließt einen kurzweiligen, sehr frischen, feinen und leichten Whiskygenuss ab.

Und, da muss in Whisky-Zeiten der limitierten Abfüllungen im fünfstelligen Bereich zu einem dreistelligen Verkaufspreis auch darauf hingewiesen werden: Der Glen Grant 10 years old ist im Handel für um die 30 € erhältlich. Er bietet für Preisbewusste einen Einstieg in die Welt der Single Malts, ebenso eignet er sich als Daily Dram zu fast jeder Gelegenheit.

Wer über Glen Grant redet, darf zu Gordon & MacPhail natürlich nicht schweigen. Von diesem unabhängigen Abfüller aus Elgin sind verschiedenste Glen Grants erhältlich, in allen erdenklichen Alters- und Preiskategorien. Während der Glen Grant 10 yo ausschließlich in früheren Bourbon-Fässern lagerte, finden wir bei den Jahrgangsabfüllung gleichen Alters von Gordon & MacPhail auch, aber nicht nur, in Ex-Sherry Fässern gelagerte Glen Grants. Ein Blick auf die Website gibt Aufschluss darüber, welcher Jahrgang in welcher Fassart lagern durfte. Und so stellen wir unserem Whisky des Monats mit einem Glen Grant von Gordon & MacPhail aus deren Reihe „Distillery Labels“ eine weitere Empfehlung zur Seite, welche ebenfalls für einen attraktiven Preis von um die 40 € im Fachhandel erhältlich ist.