Whisky des Monats Januar 2017: Oban 14yo

Auch im neuen Jahr stellen wir Ihnen in unserer regelmäßigen Rubrik “Whisky des Monats” Whiskys vor, die wir besonders mögen und denen wir eine breitere Öffentlichkeit wünschen. Und auch weiterhin bleibt unsere Auswahl sehr subjektiv. Unser erster Whisky des Monats 2017 ist der Oban 14 yo.

Selbst wenn sie es wollten, es ist nicht möglich.
Um sie herum werden die schottischen Brennereien ausgebaut, erweitert, verbessert, verdoppelt und verdreifacht. Nur um die Oban Distillery macht der Expansionskurs der schottischen Whiskyindustrie einen großen Bogen. In einer kleinen Sackgasse mitten im Ortskern gelegen, begrenzt die umgebende Bebauung jeden möglichen Ausbauwunsch. Die Oban Distillery wird scheinbar auf ewig in ihrer jetziger Größe verbleiben.

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Als John und Hugh Stevenson 1793 die Oban Distillery gründeten, war dies noch ganz anders. Der Ort war nicht viel mehr als ein kleines Fischerdorf. Schon knapp 100 Jahre später hatte sich das Stadtbild komplett geändert. Die West Highland Line wurde gebaut, diese Zugstrecke verband Glasgow und Oban. Dampfschiffe fanden im Hafen von Oban einen idealen Ort für die Fährverbindungen zu den Inneren und Äußeren Hebriden. Oban wurde zum Zentrum der West Highlands, und die Stadt rund um die Brennerei wuchs. So war es nur konsequent, dass Diageo (damals noch als United Distillers) den Oban 14 yo als Vertreter der West Highlands in ihre Classic Malts aufnahm und so 1987 die Renaissance des schottischen Single-Malt-Whiskys startete.

Destillerie Oban. Foto von Frank Gauert, alle Rechte vorbehalten.

Doch nicht nur durch die Lage der Brennerei ist die Oban Distillery prädestiniert für eine Präsentation der Vielfalt des schottischen Whiskys. Seine maritimen Noten, gepaart mit einer leichten Grasigkeit und Blumigkeit, kreieren einen eigenständigen Destilleriecharakter. Präsenter als die Whiskys der Lowlands, umschmeichelt der Whisky der Oban Distillery den Gaumen nicht so, wie es die fruchtigen Whiskys aus der Speyside gerne tun. Hinzu kommen Rauchnoten, deutlich feiner als bei den wuchtigen Islay-Whiskys. Sie sorgen hier für eine recht breite und vielfältige Palette der Aromen.

Urheber Björn Rath

Wer einen soliden Daily Dram mit der Angabe eines (für einen Whisky respektablen) Alters mit einem attraktiven PLV sucht, der findet ihn im Oban 14 yo – unsere Empfehlung für den Januar 2017.

Neu: Lagavulin 1991 Charity Bottling

Einen haben wir noch für dieses Jahr: Die Destillerie Lagavulin hat heute eine neue Abfüllung bekanntgegeben, einen Lagavulin 1991, begrenzt auf 522 Flaschen. Abgefüllt ist die Einzelfassabfüllung natürlich in Fassstärke: 52.7%. Kosten wird sie die Kleinigkeit von 1494 Pfund.

Alle (!) Einnahmen aus dieser Abfüllung gehen ohne Abzüge an sieben auf Islay ansässige oder tätige gemeinnützige Organisationen, sodass man dort mit einer Spende von insgesamt knapp 780.000 Pfund oder über 100.000 Pfund pro Organisation rechnen kann.

Wir zweifeln nicht daran, dass dieser Lagavulin binnen kurzer Zeit ausverkauft sein wird, und diesmal darf man sich darüber und über den Preis freuen.

Wer daran denkt, ihn sich zuzulegen: Über deutsche Bezugsquellen können wir noch nichts vermelden – in England wird er exklusiv über The Whisky Exchange vertrieben und dort im Rahmen einer Lotterie für Bezugsberechtigungen, die bis 12. Februar dauert, an die Kunden vergeben. Wer mitmachen will, folgt einfach unserem Link.

Video: Lagavulin Neujahrscountdown mit Nick Offerman

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Nun ist es tatsächlich soweit: Das Jahr 2016 findet sein Ende, 2017 beginnt. Und wer dieses Jahr stilvoll ausklingen lassen will, der kann es mit Nick Offerman und Lagavulin tun – in einem über einstündigen Video, das Sie ziemlich genau um 22:59:25 Uhr starten sollten, damit es mit Neujahr synchron läuft (und noch etwas Luft zum Nachlaufen hat).

Wir wünschen jedenfalls unseren mittlerweile lt. Google Analytics über 35.000 monatlichen Lesern ein glückliches und friedvolles 2017 – und wir freuen uns schon darauf, Sie auch im neuen Whiskyjahr begleiten zu dürfen. Wir sehen uns dann am 1. Januar mit den neuesten Neuigkeiten!

Slàinte mhath!

Whisky im Bild: Old Man of Storr, Portree (Wallpaper)

Am letzten Tag des Jahres wollen wir Ihnen nochmals ein schönes Wallpaper präsentieren, und diesmal begeben wir uns in den Nordosten von Skye, zum Old Man of Storr. Aufgenommen wurde das Bild von Thomas Tucker quer über den Loch Leathan, also etwas südöstlich von der markanten Felsformation stehend. 4493×2976 Pixel misst das 4MB große Bild, das Sie in voller Pracht hier herunterladen können. Untenstehend finden Sie es verkleinert zum Ansehen und Genießen.

Übrigens: Auch wenn es heute keine News geben sollte, melden wir uns am Vormittag nochmals mit einer kleinen Anregung für die Silvesterparty. Bis dann 🙂

PR: Die Highlights der 23. Auktion bei Kirschner & Sons

Die Auktion Nr. 23  im Auktionshaus Kirschner & Sons ist soeben um 12 Uhr live gegangen.  Diesmal bietet sie als Highlights Abfüllungen von Bowmore, Brora, Karuizawa und einen 20jährigen Michter’s Single Barrel. Ab sofort können Sie um die Flaschen mitbieten – das Auktionsende ist am Sonntag, den 8. Januar 2017. Hier die vier Highlight-Abfüllungen, die so wie alle anderen Flaschen mit einem Ausrufpreis von einem Euro starten, in einer Kurzvorstellung:

Highlightflaschen der Auktion Nr. 23 (30.12.2016 – 08.01.2017)

Bowmore Mizunara Cask Finish

Bei diesem Whisky handelt es sich um den ersten Bowmore, welcher in japanischen Mizunara Fässern gelagert wurde. Es ist sogar weltweit der ersten Single Malt Whisky (außerhalb Japans) welchem eine solche Ehre zu Teil wurde. Das besondere an der Mizunara Eiche ist, dass diese 300 Jahre lang wachsen bevor Sie gefällt und in traditioneller Handarbeit zu Fässern verarbeitet werden. Auf Grund der schwierigen Herstellung dieser Fässer sind diese weltweit sehr beliebt und nachgefragt. Man sagt den Fässern eine besondere Vanillenote nach, was den Bowmore Mizunara Cask Finish nicht nur für Sammler zu einem der begehrtesten Flaschen auf dem Markt macht.

Hier geht’s zum Artikel. Startpreis: 1 €

Michter’s 20 Years Old Single Barrel

In der 23. Auktion hat es dieser 20-jährige Bourbon in unsere Highlight-Liste geschafft. Eine solch lange Reifezeit ist für einen Bourbon Whiskey eher ungewöhnlich und deswegen gab das Barrel am Ende auch nicht mehr als 100 Flaschen her. Bei uns haben Sie die seltene Gelegenheit einer dieser besonderen Flaschen (mit der Nummer 67) zu ersteigern.

Hier geht’s zum Artikel. Startpreis: 1 €

Karuizawa 1981/2014

Neben unseren anderen japanischen Spezialitäten möchten wir Ihnen diesen Karuizawa, destilliert im Jahr 1981, vorstellen. Nach seiner über 30-jährigen Reifezeit verspricht dieser Whisky besondere und kräftige Sherrynoten. Präsentiert wurde dieser Whisky auf der Whisky Show 2014 in London, bei welcher dieser, wie auch die wenigen Flaschen die danach in den Handel gekommen sind, in wenigen Sekunden ausverkauft war.

Hier geht’s zum Artikel. Startpreis: 1 €

Brora 35 Years Old

Mit einer Limitierung auf 1.566 Flaschen rundet dieser Brora die Highlights unserer 23. Auktion ab. Der Special Release von Diageo aus dem Jahr 2012 ist eine Mischung von amerikanischen Eichenfässern aus den Jahren 1976 und 1977. Im Jahr 2012 war dies der bis dahin älteste abgefüllte Whisky aus der im Jahr 1983 geschlossenen Brora Brennerei. Von diesem raren 35-jährigen Whisky bieten wir Ihnen die Flasche mit der Nummer 373 an.

Hier geht’s zum Artikel. Startpreis: 1 €

Serge Valentin (Whiskyfun) kürt die Besten des Jahres

Auf Whiskyfun können Sie heute eine Zusammenstellung der besten verkosteten Whiskys aus jedem Monat des Jahres finden – sozusagen eine Preisverleihung ohne Preise, denn das ganze nennt sich „No Awards“. Drei whiskyrelevante Kategorien gibt es, sowie eine für Malternatives, also Spirituosen, die quasi ein Ersatz für Whisky sein könnten, falls keiner zur Hand ist.

Als kleinen Appetitanreger bringen wir aus jeder Kategorie hier die Nummer 1 eines willkürlich ausgewählten Monats:

Beste Abfüllung, die unlängst veröffentlicht wurde (September 2016):

  • Ardbeg 21 yo ‘Twenty One’ (46%, OB, bourbon casks, 2016)

Bestes altes Bottling (Juni 2016):

  • Glenfarclas 26 yo 1970/1997 (56.7%, Scotch Malt Whisky Society, #1.77)

Bester preiswerter Whisky (November 2016):

  • Ben Nevis 10 yo (46%, OB, +/-2016)

Natürlich hat Serge auch den Favoriten des Jahres aus jeder Kategorie gewählt – folgen Sie einfach unserem Link, um diese Favoriten herauszufinden.

 

Angus Dundee Distillers (Glencadam) mit weniger Gewinn

The Courier.co.uk berichtet in seiner jüngsten Ausgabe über einen Gewinnrückgang bei Angus Dundee Distillers: Dort sanken die Einnahmen im letzten Finanzzeitraum um 3.4% von 55.2 Millionen Pfund auf 53.31 Millionen Pfund. Der Gewinn sank dabei noch deutlicher – um 12.2% auf 15.86 Millionen Pfund.

Ursache dafür, so ein Sprecher des Unternehmens, seien die Rückgänge der Verkäufe in Übersee. Man werde aber weiter in den Ausbau und die Modernisierung der Anlagen investieren.

Angus Dundee Distillers, Besitzer von Glencadam und Tomintoul, beschäftigte 2016 122 Personen, etwas mehr als die 119 im Jahr davor.

Glencadam Destillerie, Foto von TB, CC-Lizenz

Whisky im Bild: Eilean Donan Castle (Wallpaper)

Das vierte Motiv des Eilean Donan Castles in der Rubrik Whisky im Bild ist unser Opener der News für den 30. Dezember, die dem Datum entsprechend eher langsam eintröpfeln. Das rechtefreie Bild von George Hiles ist 3420×2280 Pixel und 2MB groß und kann hier im Originalformat heruntergeladen werden. Untenstehend finden Sie es in verkleinerter Form (1920×1280) zum Ansehen.

Die weiteren Motive dieses wunderbaren Baudenkmals finden Sie übrigens hier bei uns.

PR: The Temple Bar 12 Jahre Whiskey

Von irish-whiskeys.de haben wir Infos über eine neue Abfüllung aus der beliebten Temple Bar-Serie erhalten, die vierte mittlerweile. Mehr Infos zu diesem neuen irischen Whiskey entnehmen Sie bitte dem untenstehenden Pressetext:

The Temple Bar 12 Jahre Whiskey

Wenn man Temple Bar hört, denkt man sofort an den berühmten Stadtteil Dublins. Das Kulturzentrum der Stadt, in dem nach Anbruch der Dunkelheit das Leben pulsiert. Menschen aus aller Welt kommen zusammen und feiern. Mitten in dem pulsierenden Stadtteil steht The Temple Bar, einer Irland’s berühmtester Pubs. Hier treffen sich Jung und Alt, um gemeinsam zu feiern und das Leben zu genießen. Jeden Abend gibt es Live-Musik. Und was darf dazu nicht fehlen? Genau, der passende Whiskey. Tom Cleary, der Besitzer von The Temple Bar hat im Jahr 2015 seinen ersten Whiskey eigens für den Pub kreiert – The Temple Bar Signature Reserve. Der beste traditional Irish Whiskey, der eigens für einen Pub geblended wurde. Ein Blended Whiskey, der in Bourbon- und Portweinfässern reifte. Ein schöner eingängiger Whiskey, der sich gut zusammen mit Freunden in einem Pub genießen lässt.

Die Leidenschaft für Whiskey wuchs bei Tom und so eröffnete er 2014 ein kleines Whiskygeschäft direkt neben der Temple Bar. Dort findet man eine tolle Auswahl an irischen Whiskeys, aber auch einen Hand-Filled bekommt man dort von Zeit zu Zeit. Außerdem finden dort regelmäßig Whiskeytastings in kleinem Rahmen statt.

Nachdem er bereits drei Whiskeys erfolgreich herausgebracht hat, folgt nun die vierte Abfüllung: ein 12 Jahre alter Single Malt.

Temple Bar 12 Jahre Single Malt:

The Temple Bar 10 Jahre Single Malt Whiskey ist die zweite Abfüllung aus der Whiskeyreihe The Temple Bar. Tom Cleary lässt eine alte Tradition mitten in Dublin neu aufleben. Früher hatte jeder Pub in Irland seine eigene Whiskeyabfüllung mit ganz eigenem individuellem Charakter. The Temple Bar ist eine sehr traditionelle Bar und Tom ist es wichtig Traditionen zu pflegen, daher gibt es eigene The Temple Bar Whiskey Abfüllungen. Die Fässer für diese Abfüllung wählt Tom Cleary, der Eigentümer der Temple Bar, persönlich aus. Dieses 12 Jahre alte Special Release wurde traditionell auf kupfernen Pot Stills gebrannt und im Jahr 2004 in Bourbonfässer abgefüllt. Die Fässer wurden sorgfältig von der Familie Cleary ausgewählt und abgefüllt. Der Whiskey durfte 12 Jahre in den Kellern der Temple Bar im gleichnamigen District in Dublin reifen.

Der Whiskey wurde auf kleinen Pot Stills destilliert. Er hat einen sehr ausgeprägten und harmonischen Geschmack.

Tasting Notes:

Aroma: Vanille, helle Fruchtnoten, Malz, leichte Holztöne
Geschmack: sehr komplex mit viel Frucht, ölig, Holznoten
Nachklang: sehr langanhaltend

Vertrieben durch: Irish Whiskeys, Niddaer Landstraße 7, 63691 Ranstadt, Email: info@irish-whiskeys.de

Gutes Jahr bei Isle of Arran Distillers – Wachstumskurs wird fortgesetzt

Der Expansionskurs der Destillerie Arran geht auch 2017 weiter, getrieben durch gute Zahlen aus dem laufenden Jahr, berichtet der Express in einem Artikel der Finanzsparte seiner Website. Und während der Beitrag keine wirklich neuen Zahlen enthält (vieles davon haben wir schon im August dieses Jahres berichtet), so ist er doch eine gute und übersichtliche Zusammenfassung der Situation der privaten Brennerei auf der Insel Arran und dessen, was sich in den letzten Monaten getan hat.

Man widmet sich im Artikel nicht nur dem bisherigen Geschäftsverlauf, sondern natürlich auch den Plänen, im Süden der Insel eine zweite, nur für torfigen Spirit gedachte zweite Brennerei zu errichten. Auch über die Sonderabfüllungen, die durchaus ein wichtiger Treiber für den Erfolg von Arran sind, kann man einiges lesen. Nette Lektüre, um auf dem neuesten Stand zu sein…

Bild: Lars Pechmann

 

Wir verkosten: Scotch Universe Kepler-186f

Kepler-186f

Scotch Universe
54,4 % Vol.
ungefärbt, ungefiltert
Highland Single Malt
Verkoster: Dirk Piesczek
Sample: Scotch Universe

Das Verhältnis zwischen den schottischen Whiskybrennereien und den unabhängigen Abfüllern ist recht einfach zu beschreiben. Gestaltet es sich für Destillerien schwierig, den eigenen Whisky auf dem Markt abzusetzen, sind die Indies ein geliebter Partner, dem äußerst gerne das eigene Produkt verkauft wird und der so, in nicht ganz einfachen Zeiten, für den nötigen Cashflow sorgt. Hierbei gehört, man mag fast sagen natürlich, auch der Name der Brennerei, in der der Whisky entstanden ist. Doch es kommen auch immer bessere Zeiten, und in diesen ist der Wunsch, den eigenen Whisky zu überlassen, weniger ausgeprägt, weil auch die ökonomische Notwendigkeit nicht mehr vorhanden ist. Den unabhängigen Abfüllern steht dann zwar weiterhin der schottische Whisky zur Verfügung, doch immer mehr Destillerien erlauben nicht die Nennung des eigenen Namens. Deshalb haben wir uns an einige Phantasienamen gewöhnt; wir wissen, aus welcher Brennerei der Whisky hauptsächlich kommt, wenn wir zum Beispiel auf der Flasche „Westport“ lesen.

Statt dieses Spiel nach den Regeln der schottischen Brennereien weiter zu spielen, entwickelten Michel Reick und Alexander Springensguth ihr eigenes System. Im Scotch Universe finden wir einen Whisky in den unendlichen Weiten des Weltraums wieder. Jeder Abfüllung ihrer intergalaktischen Reihe ist ein Planet, Stern, Komet, Nebel, ein ganzes Sonnensystem oder ein anderer Himmelskörper zugewiesen. Hinzu kommt noch ein Code, welcher uns Aufschluss über die Lagerzeit, Fassart und weitere Details gibt. Das alles hört sich komplizierter an, als es in Wirklichkeit ist.

Bei unserem heutigen Verkostungskandidaten Kepler-186f lautet der Code 187° U.7.1 1775.1“. Weitere Detailangaben weisen ihn als Single Malt Scotch Whisky aus, welcher aus den Highlands kommt, 2001 in ein First Fill Port Pipe kam und 2016 in Flaschen gefüllt wurde.

Beim Kepler-186f handelt es sich also um einen ungetorften Single Malt Scotch Whisky einer 1775 gegründeten Brennerei aus den Highlands, welcher 187 Monate in einem erstbefüllten Portpipe lagerte.

Nase: Hinter dem feinen floralen Antritt des Kepler-186f erscheinen mediterrane Kräuter und sorgen für eine gewisse Würze. Mit Wasser ein wenig beiseite geschoben, erscheint hinter diesen Kräutern ein kleiner elegant abgestimmter Früchtekorb: Nektarine, Pfirsich, gesüßte Mandarinen.

Gaumen: Seine feine ölige Textur schmeichelt uns, im Früchtekorb drängt sich eine Honigmelone hervor, dazu weiterhin würzig plus einer prickelnden Pfeffernote. Ohne Wasser mit einer gewissen Kraft, bleibt es hier weiterhin sehr fein und elegant. Mit Wasser finden wir erneut eine Akzentuierung auf die Früchte.

Finish: Kräftig und mundfüllend, trocken werdend mit einem langen Nachhall.

Alles in allem: Der Kepler-186f lädt zum Spiel mit der Zugabe von Wasser, jedoch nicht, weil er gebändigt werden müsste. In Fassstärke präsentiert er eine elegante Würzigkeit. Der Einsatz des Wassers ermöglicht die Enthüllung der fruchtigen Komponenten. Unabhängig vom Einsatz des Wassers haben wir im Kepler-186f einen sehr runden, sehr schönen Single Malt gefunden.

Seit Beginn des letzten Jahres verzichten wir in unseren Tasting Notes auf numerische Bewertungen und geben unseren Eindruck nur mehr über die Beschreibung wieder. Wir tragen damit unserem Gefühl Rechnung, dass man mit einem starren Punkteschema Vergleiche forciert, die den Whiskys nicht gerecht werden. PS: Wir haben Geschmack. Unseren. Nicht Ihren. Unsere Verkostungsnotizen sind also kein richterliches Urteil, sondern unser persönlicher Eindruck.

Serge verkostet: Laphroaig – verrückt und extrem

Die letzte Verkostung von Serge Valentin in diesem Jahr ist eine, die es in sich hat: Er widmet sich der Destillerie Laphroaig. Nicht irgendwelche Abfüllungen sind es aber, sondern richtig seltene, ausgefallene und schräge Tropfen, die in den wenigsten Haushalten einfach so rumstehen werden.

Man hätte sie wohl gerne alle selbst verkostet, aber die Beschreibungen von Serge können zumindest ein wenig das Gefühl vermitteln, das der Altmeister der Whiskybesprechungen bei ihrem Genuss gehabt haben muss. Und dass es zum Teil ein Hochgenuss gewesen sein muss, sagen schon die Wertungen:

  • Laphroaig 20 yo 1996/2016 (50.6%, Specialty Drinks, Masterpieces, Pedro Ximenez sherry butt, 516 bottles): 81 Punkte
  • Laphroaig ‘Old Liqueur Scotch Whisky’ (80° proof, OB, late 1940s-early 1950s): 95 Punkte
  • Laphroaig 14 yo (91.4 US proof, OB, Carlton Import, rotation 1953): 95 Punkte
  • Laphroaig 1978/1995 (55.9%, Scotch Malt Whisky Society, #29.7): 92 Punkte
  • Laphroaig 1975/1993 (50.9%, Scotch Malt Whisky Society, #29.3): 94 Punkte

Deutschlandfunk: Die Lange Nacht des Whiskeys zum Nachhören

Im Deutschlandfunk gab es vor einigen Tagen eine „Lange Nacht des Whiskeys“ (sic!). Beschrieben wurde die Sendung, die insgesamt sechs Stunden dauerte, als „ein literarisches Whiskey Tasting unter anderem auf den Spuren von T. C. Boyle, Heinrich Böll und Jack London“.

Wer sich in der Christnacht nicht damit beschäftigen konnte oder wollte, der kann nun diese interessante Sendung, die unser liebstes Getränk einmal unter einem anderen und durchaus „hörenswerten“ Aspekt betrachtet, in der Mediathek einige Zeit nachhören.

Zum Stream in der Mediathek gelangt man, indem man im ersten Bild des Artikels (das Whiskyglas) rechts unten den Pfeil bei „Hören“ anklickt.

Serge verkostet: Clynelish

Drei Abfüllungen aus der Destillerie Clynelish sind heute bei Serge Valentin in der Verkostung zu finden, eine davon aus dem Jahr 1965, als Clynelish sozusagen die Destillerie Brora vor der Destillerie Brora war :-).

Whiskyfreunden diese Highland-Destillerie vorzustellen hieße Eulen nach Athen zu tragen – ihr fruchtig wachsiger Stil ist ein Markenzeichen für sich. Und nicht nur Serge findet viele Abfüllungen aus ihr höchst gelungen. Besonders der alte Clynelish aus der Black Dumpy Bottle von Cadenhead, den er ausführlich beschreibt, hat es ihm sehr angetan – aber sehen Sie selbst:

  • Clynelish 18 yo 1997/2016 (48.4%, Douglas Laing, Old Particular, refill hogshead): 86 Punkte
  • Clynelish 21 yo 1995/2016 (49.9%, Maltbarn, bourbon, 169 bottles): 90 Punkte
  • Clynelish 20 yo 1965/1985 (46%, Cadenhead, black dumpy): 96 Punkte

Ein paar Bilder von Clynelish haben wir auch noch für Sie 🙂

Lagerhaus bei Clynelish. © Diageo
Clynelish. Bild: Potstill Wien
© Copyright: Torsten Jacob
Die Clynelish-Destillerie