Die südlichste bewohnte irische Insel, Cape Clear, wird vielleicht eine eigene Destillerie erhalten. Wie FFT.ie heute berichtet, ist die Baugenehmigung für das Projekt erteilt worden.
Das 7 Millionen Euro teure Bauvorhaben ist zum Teil durch die Bewohner der Insel selbst finanziert worden und soll neben der Destillerie selbst auch ein Besucherzentrum enthalten. Allerdings braucht es laut dem Bericht jetzt noch weitere Investoren, um das Projekt zu finalisieren, denn die Finanzierung ist noch nicht vollständig gesichert.
Cape Clear hat 130 Einwohner, ist drei Meilen lang und ein beliebtes Ausflugsziel, vor allem für Studenten.
Cape Clear. Von Kondephy – Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=42500749
Sku’s Recent Eats ist wieder einmal in der amerikanischen TTB Database fündig geworden, und diesmal dürfen sich die Freunde des Octomore besonders freuen: Es sieht so aus, als könnten wir in nächster Zeit einen zehnjährigen Octomore erwarten, der mit auf 167ppm gepeatetem Getreide erzeugt wurde. Dieses Label ist in der Datenbank aufgetaucht:
Wie das Etikett für die Rückseite zeigt, wird es von dem mit 57.3% abgefüllten Octomore wohl 18.000 Flaschen weltweit geben:
Ein offizielles Erscheinungsdatum gibt es nicht, und wie gesagt: Nicht immer bedeutet ein eingereichtes Label auch sicher, dass es die Abfüllung geben wird. Aber hier gehen wir sehr davon aus :-).
Das Team des deutschen Importeurs Kirsch Whisky hat im Juni des Jahres die West Cork Distillers in Skibbereen besucht und von dort einen recht interessanten Reisebericht mitgebracht. West Cork Distillers ist ja bei uns vor allem durch seinen Pogues Whiskey bekannt – aber die schmucklose, aber höchst lebendige Destillerie im Süden Irlands darauf zu beschränken, wäre ziemlich falsch gedacht. Von der Kapazität her schlägt sie so manche schottische Destillerie – man ist dort eingerichtet, um pro Jahr 3 Millionen Liter Alkohol in Pot Stills zu produzieren.
Wer einen Blick hinter die Kulissen dort machen will, ist mit dem Artikel von Pascal Penderak bestens bedient – auch die Fotos zeigen einiges aus der Destillerie. Unser Titelbild stammt ebenfalls von Pascal und bildet ein Experiment ab: Das erste selbst ausgebrannte Fass der West Cork Distillers, das nun, mittlerweile mit zehnjährigem Whiskey befüllt, ruhen darf…
Ein Fass wird bei West Cork getoastet. Bild: Pascal Penderak
Beam Suntory gab heute bekannt, dass man die erfolgreiche Devil’s Casks Serie im Travel Retail fortsetzen wird – zumindest „quasi“, denn die Originalserie endete mit Ausgabe 3 im Herbst des Vorjahres. Vom Auftritt und dem Anspruch her aber soll die neue Abfüllung durchaus an die Vorgänger gemahnen.
Der Bowmore 10yo, der in ex-Oloroso Sherry- und ex-Rotwein Barrique-Fässern gelagert wurde, wird 45 Euro kosten und in Asien und Europa erhältlich sein – allerdings nur im Travel Retail und nur im Zeitraum von Ende September bis Dezember 2016. Ein Unterschied zu den anderen Devil’s Casks Abfüllungen ist auch die Stärke: der neue 10yo wird laut The Spirits Business mit 40% in die Flasche kommen (das uns vorliegende Packungsbild spricht aber von 46%).
Zum Geschmack sagt man, dass er dunkle, fruchtige Noten zeigen soll, gemeinsam mit dem Geschmack von Feigen und Rosinen – die Weinfässer sollen dunkle Schokolade und würzige dunkle Früchte dazubringen.
Nachdem wir Ihnen gestern die Destillerie Deanston von außen präsentiert haben, nehmen wir Sie heute mit ins Innere der Brennerei in den Highlands, die in einer ehemaligen Baumwollmühle beheimatet ist. Unser fotografischer Reiseführer ist Marcel Freudenstein – wieder einmal Danke für die tollen Bilder!
Zunächst werfen wir einen Blick in den Still Room mit den Brennblasen, der tatsächlich Fabrikcharme atmet:
Bild: Marcel Freudenstein
Schon etwas schmucker ist das Warehouse mit den Gewölbedecken, in dem die Schätze aus der Brennerei lagern:
Bild: Marcel Freudenstein
Hier eine ganze Reihe Fässer mit Autogrammen – eines davon wollen wir uns gleich näher ansehen:
Bild: Marcel Freudenstein
Das Fass, um das es geht, stammt aus dem Film „Angels’ Share – Ein Schluck für die Engel“ – denn die Szene der Destillerieführung wurde ja in Deanston gedreht (weitere Drehorte waren unter anderem Glengoyne und Balblair). Auf dem Fass (und den daneben liegenden) haben sich die Schauspieler und der Regisseur verewigt:
Das Fass aus dem Film Angels‘ Share. Bildrechte bei Marcel Freudenstein
Die Glasgow Distillery ist die erste Single Malt Distillery in der schottischen Stadt seit 1902. Das Team der Glasgow Distillery Company rund um Liam Hughes hat ein kurzes Video über die Destillerie produzieren lassen und auf Vimeo hochgeladen.
Man sieht sehr schöne Aufnahmen aus der Produktion und erfährt mehr über die Leute hinter der Destillerie (mittlerweile hat sie zehn Beschäftigte). Schöne Einblicke – sehenswert!
Zur Vorstellung des Jim Beam Double Oak (wir berichteten hier) im Frühjahr in Wien kreierten österreichische Barkeeper auch einige neue Rezepte mit diesem aromatischen doppelt gereiften Bourbon (einige davon haben wir bereits veröffentlicht, Sie können sie in unserer Rubrik „Cocktails“ gemeinsam mit anderen finden). Auch heute möchten wir Ihnen eine Komposition vorstellen, die im Rahmen des Events damals kreiert wurde.
Der Old Beam Bacon ist ein Cocktail von Arvid Polivka aus der Schlossbar Enns und Carl-Michael Rieger aus The Bank Bar & Brasserie. Auch er ist eine Variation des klassischen Old Fashioned.
Old Beam Bacon von Arvid Polivka und Carl-Michael Rieger
Die schwedische Destillerie Mackmyra hat gestern ihre Zahlen für das 2. Quartal des laufenden Jahres veröffentlicht – und wenn das Unternehmen auch nach wie vor keinen Gewinn schreibt, so sieht man an den Zahlen doch eine positive Entwicklung:
Der Nettoerlös im Quartal 2 stieg auf 23.2 Millionen Schwedische Kronen (ca. 2.6 Millionen Euro) – im Vergleichszeitraum 2015 waren es noch 19.3 Millionen
Der operative Verlust reduzierte sich von 4.1 Millionen auf 3.8 Millionen
Es wurden deutlich mehr Flaschen verkauft: 11.3 Millionen gegenüber 9.1 Millionen im Vergleichszeitraum des Vorjahres
Ab nächsten Monat wird es einen neuen Whiskey aus der Walsh Whiskey Distillery geben: Writers Tears Red Head Single Malt. Wie unter anderem Just Drinks berichtet, wird die neue Abfüllung mit 46% in die Flasche kommen und in Irland 49.99 Euro kosten.
Die Abfüllung ist auf 12000 Flaschen weltweit limitiert, und wurde in sherry butts, die Oloroso Sherry enthielten, gereift. Es ist die erste große Neuheit in der Writers Tears-Serie seit 2012, als die fassstarke Abfüllung auf den Markt gebracht wurde.
Wenn der neue Writers Tears Red Head Single Malt am deutschen Markt erscheint, werden wir Sie natürlich noch gesondert informieren.
Zwar schon vor einiger Zeit von uns vermeldet, ist es nun offiziell: Es wird eine neue Abfüllung aus Wolfburn geben, Wolfburn Aurora. Wie die Destillerie bekanntgab, wird bereits in der nächsten Woche mit dem Bottling der neuen offiziellen Abfüllung begonnen. Sie wird zu 80% aus ex bourbon 1st fill und zu 20% aus ex Oloroso sherry hogs heads bestehen, ohne Farbstoff und ohne Kältefiltrierung. Und so wird die Abfüllung aussehen:
Mit Hilfe von Marcel Freudenstein dürfen wir Sie heute zu einer an sich recht schmucklosen Highland-Destillerie entführen: Deanston. Die in einer ehemaligen Baumwollmühle im gleichnamigen Ort beheimatete Destillerie versprüht den Charme eines Industriegebäudes – aber dennoch hat sie vielleicht gerade dadurch etwas Besonderes.
Deanston gehört, wie Bunnahabhain und Tobermory, der südafrikanischen Distell Group, und die hat durch kluge Produktpolitik und geschicktes Marketing diese Destillerien mehr ins Blicklicht der Whiskyfreunde gerückt – Deanston vielleicht noch am Wenigsten.
Im ersten Teil unserer Fotoreise blicken wir auf das Gebäude selbst, bevor wir später dann in die Produktion und die Lagerhäuser blicken. Jetzt aber mal die Destillerie so, wie sie sich dem sich nähernden Besucher präsentiert…
Wie sieht die Zukunft von Whisky in den globalen Märkten aus? Wie wird er sich verändern, um sich den veränderten Marktbedingungen anzupassen? Soll er das überhaupt? Und wie sehen die Whiskyerzeuger die Zukunft ihres Produkts?
Ein Artikel auf Drinks Business und ein Beitrag auf Bloomberg beschreiben das Spannungsfeld, in dem sich Whisky momentan befindet. Um mehr verkaufen zu können, muss Whisky neue Zielgruppen finden – und diese Zielgruppen haben mit dem alten Whiskyverständnis weniger am Hut als vielen lieb ist.
Whisky, der der jungen Zielgruppe schmeckt, muss leicht zugänglich, sanft und gefällig sein, sonst hat er bei der geringeren Aufmerksamkeitsspanne, die in jungen Zielgruppen herrscht, wenig Chancen. Er muss in den Bars und Clubs „sofort erlebbar“ sein, keine hohen Ansprüche stellen. „Whisper Whiskies“ nennt diese meist alterslosen, sehr mild designten Whiskys, also „Flüsterwhiskys„, und Drinks Business listet den japanischen Toki, der dieser Tage auf den amerikanischen Markt kommt als einen wichtigen Vertreter auf. Bloomberg bringt noch weitere, gewichtige Präponenten auf: den Kikori (wir berichteten hier), aber auch den Compass Box Enlightenment (unseren Bericht darüber finden Sie hier) des auch in „Traditionalistenkreisen“ überaus geschätzten John Glaser. Der Enlightenment erhielt bei Serge Valentin übrigens 86 Punkte.
No Age Statement und zartes Geschmacksprofil – so könnte man die Zukunft des Whiskys am Weltmarkt beschreiben, und wer diesen neuen Stil probieren will, um sich selbst ein Urteil zu bilden, findet am Ende des Artikels bei Bloomberg einen Einkaufsführer dazu.
Es wird interessant sein, über die nächsten Jahre zu beobachten, ob dieser Trend, den wir momentan in der Gestaltung vieler Massenabfüllungen sehen, tatsächlich eine neue Richtung für Whisky werden wird oder eine Welle ist, die irgendwann auch wieder einmal verebbt, weil sich der Geschmack der Konsumenten wieder in eine andere Richtung bewegt. Jedenfalls empfehlen wir beide Artikel zur Lektüre.
Dort, wo einst die Destillerie Imperial stand, dort steht jetzt Dalmunach, eine hochmoderne, erst im vorigen Jahr in Betrieb gegangene Produktionsstätte mit neuem Equipment. Imperial ist jetzt Geschichte, und zählt damit zu den Lost Distilleries aus der Speyside. Abfüllungen von dort konnte man vor ein paar Jahren noch um den sprichwörtlichen Bettel kaufen, und heutzutage zählt sie mit Littlemill zu den noch gerade leistbaren Losts, auch wenn nach einem großen Schwung Abfüllungen jetzt die Frequenz der Veröffentlichungen, so wie bei Caperdonich, nachgelassen hat.
Serge Valentin hat zwei dieser Abfüllungen von Unabhängigen verkostet, eine aus diesem Jahr, eine von früher – und sie scheinen ihm beide gefallen zu haben:
Imperial 20 yo 1995/2016 (50.8%, Signatory Vintage for The Whisky Exchange, hogshead, cask #50252, 232 bottles): 88 Punkte
Imperial 15 yo 1996/2011 (51.3%, Duncan Taylor, Dead End Whisky Club, hogshead, sherry octave finish): 80 Punkte
Von der alten Imperial-Destillerie waren auch vor dem Bau von Dalmunach nur mehr wenige Gebäude erhalten. Bild Copyright Mario Prinz
Wer über englischen, nicht schottischen, Whisky spricht, der kommt an der St. George’s Distillery nicht vorbei. Sie war die erste, die im Lande Whisky produzierte, und sie tut es jetzt noch. Von The English Whisky Company wird dort, in Norfolk seit 2006 Whisky hergestellt – und zwar händisch, ohne Computersteuerung.
Das Digital Journal hat nun die Destillerie besucht und von dort einen schönen, reich bebilderten Bericht mitgebracht. Vor allem gefallen die Bilder der Anlage und des Inneren der Lagerhäuser, aber auch zwei Verkostungsnotizen, zu Chapter 6 und Chapter 11, sind zu finden.