Inside Moray: Vorschau auf Spirit of Speyside: Distilled – Festival

Auch im Herbst wird es in diesem Jahr ein Festival in der Speyside geben, und zwar in der Town Hall von Elgin, vom 9. bis 11. September. Das Line-up von Spirit of Speyside: Distilled ist beachtlich, unter anderem werden dort The Glenlivet, Aberlour, Benromach, Cardhu, Cragganmore, Glen Moray, Gordon & Macphail, Glen Grant, Glenfiddich, The Macallan, Strathisla, Murray McDavid, The Balvenie, Speyburn und Tomintoul vertreten sein.

Die Karten werden in den nächsten Tagen in den Vorverkauf gehen – und wer ein wenig mehr über das geplante Festival wissen will, der kann hier im Artikel von Inside Moray zusätzliche Details erfahren.

Und natürlich hat das Festival auch eine eigene Website – die Sie hier finden. Dort sind dann auch die Tickets für die Veranstaltungen und Master Classes erhältlich.

Unser Titelbild zeigt die Kathedrale von Elgin.

Serge verkostet: 2x Imperial (Lost Distillery)

Sie steht nicht mehr, und auf ihren Ruinen steht nun die neue Destillerie Dalmunach, die keine der alten Gerätschaften verwendet: Imperial ist also eine Lost Distillery im klassischen Sinne. Bis vor einem Jahr etwa waren die Abfüllungen von Imperial, zumindest, wenn es sich um solche handelte, die in der ersten Hälfte der Neunziger destilliert wurden, noch recht günstig zu bekommen – mittlerweile ziehen auch hier die Preise schon an.

Serge Valentin hat heute zwei Abfüllungen der Speyside-Destillerie Imperial verkostet – eine von Signatory (neben Gordon & MacPhail scheint dieser unabhängige Abfüller den besten Zugriff auf Bestände aus Imperial zu besitzen) aus dem Vorjahr, und eine sehr alte dumpy bottle von Cadenhead. Beide Wertungen sind so, dass man Lust bekommt, die Tropfen zu genießen:

  • Imperial 20 yo 1995/2015 (56.3%, Signatory Vintage, for Acla Selection, Switzerland): 88 Punkte
  • Imperial 18 yo 1962/1980 (46%, Cadenhead, Dumpy, Black Label, 75cl): 92 Punkte
Von der alten Imperial-Destillerie sind nur mehr wenige Gebäude erhalten. Bild Copyright Mario Prinz
Von der alten Imperial-Destillerie sind nur mehr wenige Gebäude erhalten. Bild Copyright Mario Prinz

Jack Daniel’s eröffnet Store in Nashville

Es soll ja einige unter uns Whiskyfreunden geben, die auch den Sprung über den großen Teich wagen und dort Destillerien besuchen und Whiskey genießen. Gerne immer wieder auch gekauft: Souvenirs in den Destillerieshops, von der Baseball Cap über den Regenschirm bis zu Blechschildern und Lampen.

Einen besonderen Kultstatus genießen dabei die Merchandise-Artikel von Jack Daniel’s. Bislang musste man für die beste Auswahl in den Store in Lynchburg, ab Ende Juli aber eröffnet die Destillerie auch einen Store in Nashville, und zwar im historischen Stadtteil Marathon Village („historisch“ ist hier im amerikanischen Sinn zu betrachten), berichtet The Tennessean.

Man wird dort alle möglichen Merchandise-Artikel finden, und auch eine Ausstellung über die Whiskeyproduktion – allerdings keinen Tropfen Alkohol, da man die entsprechende Lizenz dafür nicht beantragt hat.

Für Jack Daniel’s ist es übrigens der erste offizielle Store abseits des Destilleriegeländes in der 150jährigen Geschichte der Marke.

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Render-Bilder: Jack Daniel’s 

Whisky im Bild-Rätsel: Wo sind wir? Die Auflösung

Für die, die schon einmal auf Islay vor Ort waren, war es ja nicht schwer: Unser gestriges Bildrätsel zeigte Dunnyvaig Castle bei der Destillerie Lagavulin, von einem Boot aus aufgenommen. Die ersten richtigen Lösungen kamen nach wenigen Minuten, und Jan Rousek war der erste, der das Rätsel auflöste. Von ihm stammt auch das Bild von heute: Die Destillerie Lagavulin, vom Fuße der Ruine aus aufgenommen.

Danke an die Dutzenden Whiskyfreunde fürs spontane Mitmachen – und wir werden das gerne in absehbarer Zeit wiederholen. Dann vielleicht sogar mit einem kleinen Preis dabei, wer weiß? 🙂

Bild: Lagavulin - alle Rechte bei Jan Rousek
Bild: Lagavulin – alle Rechte bei Jan Rousek

PR: Gratis Ebook über japanischen Whisky bei whic.de

Ab dem heutigen Tag gibt es bei whic.de ein neues kostenloses Ebook über japanischen Whisky, das alle erhalten, die sich zum whic.de-Newsletter anmelden. Was das Buch bietet und wie man sich dazu anmelden kann, steht in der nachfolgenden Pressemitteilung, die wir gerne veröffentlichen:

Gratis Ebook über japanischen Whisky

whic.de veröffentlichte heute das Whisky Ebook “JAPANISCHER WHISKY – MEISTERWERKE AUS DEM FERNEN OSTEN”.

In 3 Kapiteln und auf 45 Seiten entführt das neue Whisky Ebook ins entfernte Japan. Der erste Teil des Buches geht auf die Geschichte des japanischen Whisky und die maßgeblichen Unterschiede zur schottischen Whiskyindustrie ein, während sich der zweite Teil – auf etwa 25 illustrierten Seiten – detailliert mit den aktiven, geplanten und bereits geschlossenen Brennereien Japans befasst.

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Das vorliegende Ebook ist das siebte Ebook von whic.de, und erscheint in Ergänzung zum 2015 erschienen Ebook über schottischen Whisky. Die zuvor erschienen Bücher wurden bereits tausendfach heruntergeladen.

“Niemand wird heutzutage wohl ernsthaft die Qualität japanischen Whiskys anzweifeln. Die Brennmeister im fernen Osten sind sicher auf dem Niveau von Schottland, manchmal vermutlich sogar besser. Doch wie sieht die Whiskyproduktion in Japan wirklich aus? Das erfahren Sie in unserem neuen Ebook zum japanischen Whisky“ – Arne Wesche, Geschäftsführer, whic Ug (haftungsbeschränkt)

whic.de ist einer der am schnellsten wachsenden Whisky Fachhändler Deutschlands. Über 1400 Artikel rund um Whisky und Whiskey sind dauerhaft lieferbar. whic.de führt alle relevanten Whiskymarken sowie ein großes Sortiment unabhängiger Abfüllungen. Auch die ersten Schritte hin zu eigenen Whiskyabfüllungen wurden bereits getan.

Das Buch kann unter folgendem Link, kostenlos im Format PDF, per Email angefordert werden: http://whic.de/whisky-ebooks/japan/japanischer-whisky.html

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Popular Science: Massives Eichensterben Gefahr für Whiskyproduktion?

Von vielen unbemerkt, hat sich in den letzten Jahren ein Eichensterben von Kalifornien aus ausgebreitet, dem bereits Millionen von Bäumen zum Opfer gefallen sind – und laut Naturwissenschaftlern  ist der Zeitpunkt, um diese Epidemie einzudämmen, seit mehr als 10 Jahren verstrichen. Es droht nun eine Pandemie daraus zu werden, die weitere Regionen befallen könnte.

Wie hat man sich diese Eichenseuche vorzustellen? Sie wird im Artikel in Popular Science mit drastischen Worten beschrieben: Die Bäume bluten sich zu Tode, so als hätten sie Pest und Lepra zugleich. Die Fläche, die allein in Kalifornien davon betroffen ist, dürfte sich in den nächsten Jahren von ohnehin schon beachtlichen 40.000 Morgen vervierzehnfachen – auf eine Fläche, die weitaus größer ist als jene, die im letzten Katastrophenjahr von Buschfeuern vernichtet wurde.

Der Artikel in Popular Science geht zudem der Frage nach, ob das Eichensterben Ausmaße erreichen wird, die die Fassproduktion für Whiskey und damit auch für Whisky beeinflussen könnte – denn die Fassindustrie arbeitet jetzt bereits sozusagen „auf Anschlag“.

Die gute Nachricht ist: Es sind zwar viele Eichenarten betroffen, die amerikanische Weißeiche allerdings ist dagegen immun. Die potentiell schlechte Nachricht: Man weiß nicht warum – und ob das so bleiben wird. Zwar sagt der Forscher Dr. Richard Cobb, der im Artikel zititert wird, dass so ein Übergreifen auf eine neue Baumart noch nie beobachtet worden sei, aber gänzlich auszuschließen sei es nicht.

Auch der Präsident der Independent Stave Company, einem der größten Fasshersteller der USA, zeigt sich nicht übermäßig besorgt, denn die Weißeiche, die man verwendet, komme aus dem Osten der USA und sei nicht für die Krankheit anfällig wie die westlichen Arten.

Insofern also gibt es momentan noch Entwarnung für die Fass- und damit auch für die Whiskyindustrie, aber eine gewisse Nervosität kann man dem Artikel durchaus entnehmen…

Von Chiselwit - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=39177195
Amerikanische Weißeiche – von ChiselwitEigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=39177195

Titelbild: Whiskyfässer in der Destillerie Invergordon. Foto von John Haslam, CC-Lizenz

Bruichladdich: Bericht über Eröffnung der neuen Warehouses in Coultorsay

Vor fast genau einem Jahr haben wir darüber berichtet, dass Bruichladdich in der Nähe von Coultorsay auf Islay neue Lagerhäuser baut. Vor einem Monat waren die Kollegen vom Islayinfo-Blog vor Ort, um über den Baufortschritt zu berichten. Und heute findet sich auf der offiziellen Website von Bruichladdich ein Bericht über die offizielle Eröffnung des ersten Blocks des vierzehn Lagerhäuser umfassenden Komplexes.

Das Bauvorhaben ist das größte Bauprojekt auf Islay seit vielen Jahrzehnten und es wird Bruichladdich auch in Zukunft ermöglichen, all seine Fässer auf Islay zu lagern. Im Artikel ist die Dimension des Projekts gut beschrieben, und man erfährt auch, dass der zweite Block in zwei Jahren eröffnet wird.

Unser Titelbild zeigt einen Sonnenuntergang über der Destillerie Bruichladdich. Bild: Bruichladdich

Whisky im Bild-Rätsel: Wo sind wir?

Es ist schon einige Zeit her, dass wir in der Rubrik „Whisky im Bild“ ein Rätsel präsentiert haben. Wir wollen diese Tradition aber gerne wieder einmal aufgreifen. Wir präsentieren Ihnen ein Foto und fragen Sie, mit welcher Destillerie Sie dieses Bild in Verbindung bringen. Diesmal ist es eigentlich nicht schwer, höchstens der Blickwinkel mag vielleicht etwas ungewöhnlich sein.

Also: Welche Destillerie fällt Ihnen zu unserem Bild ein (durch Anklicken können Sie es vergrößern)? Schreiben Sie uns Ihre Lösung an contest@whiskyexperts.net (bitte nicht in Kommentaren verraten, damit es für alle spannend bleibt).

Zu gewinnen gibt’s diesmal die Ehre, es richtig gewusst zu haben. Und den Ersten oder die Erste, der oder die uns die richtige Antwort gibt, nennen wir beim nächsten „Whisky im Bild“ als unsere(n) Whiskyexperten/in des Tages (sorry fürs holprige Gendern, wir kennen uns trotzdem aus, oder?) 🙂

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Bild: Whiskyexperts

Serge verkostet: Tamdhu (10yo vs. 1950/1973)

Ein recht ungleiches Paar aus der unabhängigen Destillerie Tamdhu (sie gehört Ian Macleods Distillers) hat sich Serge für seine Verkostung von heute ausgesucht: Der offizielle Tamdhu 10yo gegen einen alten Tamdhu aus dem Jahr 1950, der mit 23 Jahren in die Flasche abgefüllt wurde. Der Zehnjährige der Speyside-Destillerie stammt aus dem Jahr 2015, hat also schon 43% (die allerersten Abfüllungen in Großbritannien wurden mit 40% abgefüllt, bevor die Destillerie sich – auch auf Wunsch der Whiskyfreunde übrigens – dazu entschloss, ihn mit 43% in die Flasche zu bringen).

Der alte Tamdhu bekommt eine herausragende Bewertung, aber auch der Zehnjährige erhält viel Lob. Serge bezeichnet ihn als einen der besseren Einstiegswhiskys:

  • Tamdhu 10 yo (43%, OB, +/-2015): 86 Punkte
  • Tamdhu 23 yo 1950/1973 (83° proof, OB, Highland Distillers): 94 Punkte
Tamdhu. Bildrechte bei Lars Pechmann.
Tamdhu. Bildrechte bei Lars Pechmann.

Brennblasen-Hersteller Forsyths: -7% Umsatz, aber nicht wegen Stills

Hier einmal ein Bericht aus einem Wirtschaftszweig, der mit Whisky untrennbar verbunden ist: Der Brennblasenerzeuger Forsyths aus Moray, von dem viele der in Schottland verwendeten Stills erzeugt werden, meldete laut The Press and Journal einen Umsatzrückgang von sieben Prozent. Der ist aber, so der Artikel weiter, nicht einem Einbruch des Geschäfts mit der Whiskyindustrie geschuldet, sondern den Rückgängen in der Öl- und Gasindustrie, die für Forsyths ebenfalls ein wichtiger Geschäftspartner ist.

In Sachen Whisky sieht die Angelegenheit ganz anders aus: hier ist der Geschäftsgang gut, und man sieht passables Wachstum. Dennoch musste Forsyths im letzten Jahr das Personal um 12 Mitarbeiter auf durchschnittlich 337 Beschäftigte reduzieren.

Forsyths, in Rothes beheimatet, ist nach wie vor ein familiengeführtes Unternehmen, das im Jahr 1933 von Alexander Forsyth gegründet wurde. Sein Enkel, Richard Forsyth, ist zur Zeit der Managing Director des Unternehmens.

Die Stills von Wolfburn, made by Forsyths
Die Stills von Wolfburn, made by Forsyths

PR: Dennis Malcolm (Glen Grant) wurde Officer of the British Empire

Nach David Stewart von The Balvenie (wir berichteten) ist nun auch der Master Distiller von Glen Grant, Dennis Malcolm, mit einer hohen Auszeichnung bedacht worden. Er wurde zum Officer of the British Empire ernannt. Hier die Presseaussendung dazu, die wir von Campari Deutschland erhalten haben. Wer mehr über Dennis erfahren will, kann unser exklusives Interview mit ihm hier (Teil 1) und hier (Teil 2) nachlesen.

DENNIS MALCOLM VON GLEN GRANT ERHÄLT PRESTIGETRÄCHTIGE KÖNIGLICHE AUSZEICHNUNG

Dennis Malcolm, Master Distiller von Glen Grant, wurde für seine herausragenden Leistungen in der Branche und sein Engagement für die Region Speyside mit dem Order of the British Empire ausgezeichnet.

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Dennis Malcolm, Master Distiller von Glen Grant mit mehr als 55 Jahren Berufserfahrung, wurde für seine herausragenden Leistungen in der Branche und sein Engagement für die Region Speyside als Officer of the Order of the British Empire (OBE) ausgezeichnet.

Dennis Malcolm, der 1946 auf dem Gelände der Destillerie geboren wurde, begann seine berufliche Laufbahn 1961 und zählt heute zu den dienstältesten Scotch-Brennmeistern. Die hoch angesehene Auszeichnung würdigt seine langjährige Leidenschaft für die Marke sowie seine weitreichende Erfahrung und seine herausragenden Beiträge zum Wohle der Branche, die ihn zu einem der anerkanntesten Vertreter der Whisky-Welt gemacht haben.

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Dennis Malcolm trug entscheidend zur Entwicklung der Scotch-Branche in den vergangenen Jahrzehnten bei. Beispielsweise fand unter seiner Ägide die Computerisierung von Chivas Estate statt. Dennis Malcolm hat früh erkannt, dass die Qualitätskontrolle für die Zufriedenheit der Kunden unabdingbar ist. Computer erwiesen sich dabei als enorm wichtiges Hilfsmittel.

In Bezug auf seine jüngsten Errungenschaften meint Dennis Malcolm:

„Mir fehlen die Worte und ich bin sehr überrascht, eine Auszeichnung wie diese zu erhalten. Mein Großvater arbeitete für Major Grant und auch mein Vater war in der Whisky-Branche tätig. Damit war mein Schicksal zu einem gewissen Grad bereits vorgegeben. Diese Ehrung gehört meiner Meinung nach allen in der Region Speyside, ich nehme sie nur stellvertretend entgegen. Die Speyside war so gut zu mir und ich habe immer mein Bestes versucht, um ihr etwas zurückzugeben.“ I

m Laufe seiner glanzvollen Karriere erhielt Dennis Malcolm zahlreiche Auszeichnungen für seine außergewöhnliche Arbeit. Jüngst wurde ihm bei der International Wine and Spirit Competition 2015 der „Outstanding Achievement in the Scotch Whisky Industry Award“ verliehen. Nur wenige Tage später wurde er zum Preisträger bei den Whisky Advocate’s 22nd Annual Lifetime Achievement Awards gekürt.

Bob Kunze-Concewitz, Chief Executive Officer der Gruppo Campari:

„Dennis Malcolm ist seit vielen Jahren eine Koryphäe in der Whisky-Industrie und diese Auszeichnung ist mehr als verdient. Wir haben allergrößten Respekt und Ehrfurcht vor dem, was Dennis Malcolm für die Welt des Whiskys getan hat und wir schätzen uns extrem glücklich und sind sehr dankbar, dass wir ihn in unserer Familie wissen. Die Verleihung des OBE spiegelt perfekt seinen Gemeinschaftssinn wider und wir könnten nicht stolzer auf ihn sein. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes eine lebende Legende.“

Im Jahr 2016 feiert Dennis Malcolm sein 55-jähriges Jubiläum bei Glen Grant. Er wird auch zukünftig seine Leidenschaft in die Branche einfließen lassen und hat in diesem Jahr bereits drei neue Varianten entwickelt: Glen Grant 12 Year Old, Glen Grant 12 Year Old Non Chill Filtered und Glen Grant 18 Year Old.

The Spirits Business: Feature über die Girvan Distillery

Sie ist vor allem Freunden von Single Grain Whisky ein Begriff, aber schon allein wegen ihrer Bedeutung für den gesamten Scotch-Markt sollte sie eigentlich jedem Whiskyinteressierten näher bekannt sein – und wenn nicht deshalb, dann dafür, dass auf ihrem Gelände einst die Destillerie Ladyburn beheimatet war: Die Rede ist von der Girvan Grain Distillery, die William Grant & Sons (Glenfiddich) gehört und im Jahr ungefähr 110 (!) Millionen Liter Spirit produziert – vornehmlich für die Blender, aber auch für interessante eigene Abfüllungen wie die Girvan Patent Still Edition (siehe unser Bild).

The Girvan Patent Still 25YO_Tasting Notes

The Spirits Business hat der Girvan Distillery im März des Jahres einen Artikel in der Printausgabe gewidmet, jetzt ist dieser auch online abrufbar und informiert kompakt, aber dennoch tiefgehend über die Destillerie in den Lowlands, die auf insgesamt 5 Stills produziert. Man erfährt zum Beispiel, dass in ihren 53 Lagerhäusern annähernd 10% des schottischen Whiskys lagern, oder dass die Still Nummer 4 dort mit Vakuumdestillation arbeitet, eine Methode, die eher aus der Obstbrandherstellung bekannt ist, aber zum Beispiel auch bei der Lava Bräu Destillerie in der Steiermark in Österreich zur Herstellung von Whisky verwendet wird.

Ein wirklich informativer und lesenswerter Artikel für einen Blick über den Tellerrand.

Girvan Grain Distillery - hier stand einmal Ladyburn. Foto von Oliver Dixon, CC-Lizenz
Girvan Grain Distillery – hier stand einmal Ladyburn. Foto von Oliver Dixon, CC-Lizenz

Serge verkostet: Auchentoshan – in drei unabhängigen Abfüllungen

Eine der wenigen noch arbeitenden Lowland-Destillerien ist Auchentoshan. Die zur Beam Suntory Gruppe gehörige Brennerei destilliert nach alter regionaler Tradition noch dreifach, so wie es die Iren tun. Die Standardabfüllungen sind weit verbreitet und man kennt sie, aber die Abfüllungen von Unabhängigen sind immer einen Blick wert.

Drei dieser unabhängigen Abfüllungen hat Serge heute verkostet, einmal aus der Provenance-Serie von Douglas Laing, einmal von Eiling Lim und einmal von Cadenhead (brandneu). Bis auf den Auchentoshan von Douglas Laing, der Serge zu wenig Tiefgang hatte, sind alle sehr zu seiner Zufriedenheit ausgefallen:

  • Auchentoshan 13 yo 2002/2015 (46%, Douglas Laing, Provenance, refill hogshead, cask #1096): 80 Punkte
  • Auchentoshan 23 yo 1992/2015 (45,7%, Eiling Lim, 132 bottles): 87 Punkte
  • Auchentoshan 17 yo (55.5%, Cadenhead, Small Batch, 2016): 86 Punkte
Destillerie Auchentoshan. Bildrechte bei Lars Pechmann.
Destillerie Auchentoshan. Bildrechte bei Lars Pechmann.

Three Stills Distillery erhält grünes Licht von Planungskommission

Gute Nachrichten für die Three Stills Distillery, die von vier ehemaligen Managern von William Grant & Sons, nämlich George Tait, John Fordyce, Tim Carton und Tony Roberts betrieben werden soll: Die Planungskommission hat grünes Licht für die Errichtung der 10 Millionen Pfund teuren Anlage in Hawick gegeben. Widmungsänderungen an der geplanten Baustelle wurden ebenso genehmigt wie der Abriss eines alten Gebäudes, berichtet der Border Telegraph in seiner aktuellen Ausgabe.

20 Mitarbeiter sollen die Destillerie, der übrigens Stuart Nickerson (ex-Glenglassaugh und jetzt Betreiber der Saxa Vord Distillery auf den Shetlands) als Konsulent zur Verfügung steht, und das Besucherzentrum beschäftigen – und jetzt, da dem Baubeginn keine rechtlichen Hürden mehr im Weg stehen und die Finanzierung ja schon länger gesichert ist, sollte das in die nähere Zukunft gerückt sein.

Unsere bisherigen Artikel über die Three Stills Distillery können Sie übrigens hier finden.

"Hawick 01" by Postdlf from w. Licensed under ">CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons.
Hawick 01“ by Postdlf from w. Licensed under CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons.