Serge verkostet: Tomatin

Tomatin war einst die größte schottische Destillerie. Diese Zeiten sind längst vorbei, aber ihr Stil (relativ leichtfüßig für einen Highlander, mit Noten exotischer Früchte) hat eine Menge Anhänger, und mit interessanten Abfüllungen versuchen sie, noch mehr davon zu bekommen.

Serge verkostet heute einige Whiskys aus der Highland-Destillerie, darunter auch den neuen Cù Bòcan 1988, der erst vor kurzer Zeit angekündigt wurde. Er scheint ihm zu gefallen, mit 86 Punkten ist er ganz gut bewertet, wenn es auch in diesem Flight höhere Wertungen gibt. Hier alle Whiskys der Verkostung im Überblick:

  • Tomatin 5 yo (75° proof, OB, early 1960s): 84 Punkte
  • Tomatin 1997/2014 (46%, Gordon & MacPhail, Connoisseur’s Choice): 86 Punkte
  • Tomatin 21 yo 1994/2016 (48%, Claxton’s, hogshead, casks #1503-11247, 230 bottles): 87 Punkte
  • Tomatin 2001/2016 (56.1%, OB for Cadenhead’s Switzerland, 7th anniversary, finished four years in PX, cask #34876): 89 Punkte
  • Tomatin 1990/2015 (54.4%, OB, distillery exclusive, bourbon, cask #16366): 89 Punkte
  • Tomatin 1988/2016 ‘Cù Bòcan’ (51.5%, OB, peated, 2200 bottles): 86 Punkte
Tomatin. Foto: Potstill
Tomatin. Foto: Potstill

Daily Record: Betrunkener Japaner singt 7 Stunden Skye Boat Song in Zelle auf Skye

Manchmal stolpert man bei der Recherche für Whiskyexperts über Meldungen, die dermaßen absurd sind, dass sie keiner erfunden haben kann. Und manchmal sind sie so abgehoben seltsam, dass man sie, trotz fraglichem Newswert, teilen muss, um den Gedanken daran nicht alleine den ganzen Tag mit sich herumtragen zu müssen. Hier ist so eine:

Daily Record berichtet in seiner heutigen Onlineausgabe von einem Japaner, der im Bereich des Fährhafens Uig auf der Insel Skye von der Polizei in schwer illuminiertem Zustand angetroffen wurde – neben seinem Wohnmobil. Der Schlüssel steckte im Zündschloss, also nahm ihn die Polizei zu seiner eigenen Sicherheit mit auf die Polizeiwache und steckte ihn in die Ausnüchterungszelle.

Der japanische Tourist namens Dr. Yasuyoshi Sakai, wurde dabei von Sergeant Bruce Crawford bewacht, der die ganze Nacht mit dem Betrunkenen in der Polizeistation verbrachte, um ihn, ebenfalls wieder zu seiner eigenen Sicherheit, zu kontrollieren. Man weiß ja nie, worauf Betrunkene so kommen.

Ein Übermaß an Alkohol lässt verschiedene Menschen verschieden reagieren. Im Falle von Dr. Yasuyoshi Sakai führte es dazu, dass der Japaner sieben Stunden (!) lang in seiner Zelle auf- und abmarschierte und den „Skye Boat Song“ intonierte. Ohne Pause. Ohne Gnade. Für die, die das Lied (es ist auch die Titelmelodie von The Outlander geworden) nicht kennen, hier ein Video mit Dudelsack:

Sergeant Bruce Crawford gehört jede Menge Bewunderung entgegengebracht für sein Durchhaltevermögen und seine innere Ruhe, mit der er die Dauerbeschallung ertrug. Man kann annehmen, dass der japanische Tourist nicht besonders sicher in der Intonation war.

Am nächsten Morgen wurde der Japaner aus dem Polizeigewahrsam entlassen und konnte die Heimreise antreten – nach Zahlung einer Geldbuße von 200 Pfund und 10 Punkten im Verkehrsregister.

Der Japaner gab übrigens an, die ganze Geschichte nicht schlimm gefunden zu haben und im nächsten Jahr wieder nach Schottland kommen zu wollen.

Unser Titelbild zeigt eine Panoramaaufnahme von der Isle of Skye

Video: Lagavulin und Nick Offerman zum Vatertag

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Die Zusammenarbeit zwischen dem Komiker Nick Offerman und Diageo’s Classic Malts hat in diesen Tagen ein neues Video hervorgebracht, das wir Ihnen auch diesmal natürlich nicht vorenthalten wollen.

Im Video geht es um den Vatertag und das perfekte Geschenk dafür, das alles sagt, was Männer ihren Vätern sagen wollen. Dass das Lagavulin ist, ist angesichts der Ausgangskonstellation nicht weiter verwunderlich – WIE diese Aussage dann umgesetzt ist, ist allerdings recht gut gelungen und amüsant. Viel Vergnügen mit den nächsten zwei Minuten hier oder auf Youtube.

Wer die anderen Clips mit Nick Offerman sehen will, der kann unsere Suchfunktion benutzen (fast 5500 Beiträge warten darauf, von Ihnen durchstöbert zu werden) oder ganz bequem diesen Link anklicken – der führt gleich auf die Ergebnisseite :-).

PR: Führungswechsel im Human Resources Team bei DIAGEO

Unter unseren Lesern befinden sich auch viele Whiskyfreunde, die in Firmen arbeiten, welche mit Whisky und Whiskey zu tun haben – sei es als Produzent, Händler oder Importeur. Für sie (aber nicht nur für sie) ist es auch interessant zu wissen, was sich personell und strukturell in den großen Unternehmen dieser Branche tut. In diesem Sinne bringen wir hier die Pressemitteilung über eine personelle Veränderung bei DIAGEO in Deutschland, Österreich und der Schweiz, wo mit Mitte des Jahres ein neuer Director für Human Resources seinen Dienst antritt:

Führungswechsel im Human Resources Team bei DIAGEO: Peter Henning wird neuer HR Director Germany, Austria & Switzerland

Peter Henning_DIAGEO HR Director DACH

Hamburg, 07.06.2016 – Im Human Resources Team bei DIAGEO Germany GmbH gibt es im Sommer eine personelle Veränderung: Peter Henning übernimmt ab dem 01. Juli 2016 die Position des HR Directors für die Länder Deutschland, Österreich und Schweiz. Er folgt auf Kristin Stormberg, die sich nach über vier Jahren neuen Herausforderungen stellen möchte.

Peter Henning ist mit den Anforderungen einer Personalabteilung im Bereich Konsumgüterindustrie bestens vertraut und bringt umfassendes Marktwissen mit. Der 40-Jährige begann seine Karriere 1997 bei der Mars GmbH im Rahmen eines dualen Studiums. Von 2011 bis 2016 war er hier als HR Manager im Bereich Food & Drinks Business tätig. Auch die komplexen Dynamiken des Handels, die für einen Premiumhersteller wie Diageo eine primäre Rolle spielen, sind Henning kein fremder Begriff. In seinen vorherigen Stationen konnte er wertvolle Erfahrungen im Sales-Bereich sammeln – sowohl im direkten Vertrieb als auch im Trade Marketing Bereich für die Handelspartner.

Bei DIAGEO Germany GmbH übernimmt er die zentrale Personalverantwortung für rund 260 Mitarbeiter in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie die Leitung der Rekrutierungsprozesse des stark wachsenden Unternehmens. Zudem wird Peter Henning sicherstellen, dass HR einen wichtigen Beitrag zur Wachstumsagenda von DIAGEO in den drei Ländern leistet, indem er als Teil der Unternehmensdirektion die Personalpläne des Unternehmens für die kommenden Jahre organisatorisch und strategisch weiter stärkt.

„Wir freuen uns sehr, Peter Henning an Bord zu haben und sind uns sicher, dass wir mit ihm die richtigen Voraussetzungen geschaffen haben, um die strategische Einbindung von HR-Themen in die unternehmerischen Entscheidungen sicherzustellen“,

so Veronika Rost, Country Director Diageo Germany, Austria und Switzerland.

Die Zufriedenheit der Mitarbeiter, individuelle Weiterbildungsmöglichkeiten und eine positive Unternehmens- und Arbeitskultur zählen zu den Kernaufgaben der Human Resources Abteilung bei DIAGEO. Mehrfach wurde das Unternehmen bereits für sein außerordentliches Engagement vom Great Place to Work® Institut ausgezeichnet. Das international tätige Forschungs- und Beratungsinstitut untersucht regelmäßig die von Mitarbeitern erlebte Qualität und Attraktivität ihres Arbeitgebers.

Neu: Glenglassaugh Octaves (Classic und Peated)

Nach der neuen Abfüllung bei BenRiach (siehe hier) gibt es auch aus der Highland Destillerie Glenglassaugh Neues zu vermelden, und zwar gleich zwei neue Abfüllungen. Der Glenglassaugh Octaves Classic und der Glenglassaugh Octaves Peated ist jeweils mit 44% abgefüllt und lagerte in kleinen Octavefässern, was eine schnelle Reifung ermöglicht.

Hier zunächst einmal die von uns übersetzten Tasting Notes der Glenglassaugh Octaves Classic-Edition:

Glenglassaugh Octaves Classic - bottle in front of tube LR

Nase: Sorbet und Dessertäpfel mit der weichen Wärme von weißem Pfeffer und Zimt.

Gaumen: Eine lebendige Note grüner Apfelschalen, ausbalanciert mit gekochten gelben Pflaumen und Spuren von schwarzer Vanilleschote. Frisch gesägte Eiche, danach süße Gerste im langen Finish.

Finish: Eine delikate Kombination aus Zitrone und süßen Noten, dazu die Eichencharakteristik von der Reifung im Octave-Fass.

Und hier haben wir die Tasting Notes der Glenglassaugh Octaves Peated-Edition übersetzt:

Glenglassaugh Octaves Peated - bottle in front of tube LR

Nase: Clotted cream über Apfelstreuselkuchen, dazu köstliche Düfte von brennendem Heidekraut.

Gaumen: Aprikosenkonfitüre und Renekloden-Pflaumen, dazu kontrastierend die Wärme von frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer. Eine subtile Rauchigkeit von Glut wabert über den Gaumen.

Finish: Der delikate Highland-Torf verbindet sich harmonisch mit den Noten des Eichenfasses und des Destillats, wie es typisch für Octave-Reifung ist.

Beide Editionen sind mit dem heutigen Datum offiziell erschienen und werden wohl bald im Handel auftauchen. Preise haben wir dafür noch keine genannt bekommen…

Neu: BenRiach Peated Quarter Casks

Die BenRiach-Gruppe ist heute mit Neuveröffentlichungen sehr aktiv: Die erste von zwei Neuheiten, die uns soeben über eine Presseaussendung angekündigt wurden, betrifft die Destillerie BenRiach und dort einen getorften Whisky aus kleinen Quarter Casks: Den Benriach Peated Quarter Casks.

Dieser neue Whisky wird mit 46% abgefüllt und als „torfige Fruchtbombe“ beschrieben. Er kommt mit dem heutigen Datum offiziell auf den Markt und ist damit die erste Abfüllung nach der Übernahme der Destillerie durch Brown Forman.

Hier die von uns übersetzten Tasting Notes:

Nase: Elegante Noten von Holzfeuer verdichten sich zu brennendem Heidekraut mit einem köstlichen Anteil an Duft nach Gartenfrüchten. Subtile Noten von Pfirsichen, Zimtzucker und eine Prise frische Gerste kontrastieren angenehm mit dem dichten torfigen Charakter.

Geschmack: Intensiver Torfrauch wird sanfter, wie der leichte Rauch von Glut, dazu grüne Birnen und Nektarinen. Nussige Eiche und Vanille kombiniert mit weißem Pfeffer und etwas Limette entwickeln sich zu einem frischen, rauchigen Finish.

Einen Preis enthält die Pressemitteilung nicht, dieser sollte jedoch relativ bald bei den Händlern erfragbar sein.

Die Presseabteilung weist übrigens darauf hin, dass man sich in absehbarer Zeit (in den kommenden Wochen) weitere neue Releases der Gruppe erwarten darf. Wir sind gespannt – eine zweite Neuheit aus einer anderen Destillerie der Gruppe (Glenglassaugh) bringen wir als nächste Meldung

BenRiach Peated Quarter Casks - hero shot LR

Serge verkostet: Cragganmore

Cragganmore – man hört recht wenig über diese Destillerie (Serge vermutet wohl mit Recht, dass das an den wenigen Abfüllungen liegt, die es von dort gibt), aber sie hat ihre Fans.

Serge Valentin verkostet heute nicht nur den 12jährigen Cragganmore, den Standard aus dieser Destillerie im Besitz von Diageo, sondern auch ein paar unabhängige Abfüllungen, von diesem Jahr und älter. Der Punktebogen spannt sich von 80 bis 91:

  • Cragganmore 12 yo (40%, OB, +/- 2015): 80 Punkte
  • Cragganmore 12 yo 2004/2016 (54.6%, The Whisky Agency and Acla Da Fans, bourbon hogshead, 180 bottles): 83 Punkte
  • Cragganmore 16 yo 1997/2014 (58.1%, The Warehouse Collection, bourbon hogshead, cask #1507, 295 bottles): 84 Punkte
  • Cragganmore 1969/1990 ‘Private Stock’ (43%, Ballindalloch Castle, 75cl): 91 Punkte
Destillerie Cragganmore. Bildrechte bei Lars Pechmann.
Destillerie Cragganmore. Bildrechte bei Lars Pechmann.

Blogrundschau: Tasting Notes von Litauen bis Israel…

Und wieder einmal haben wir englischsprachige Blogs nach interessanten Tasting Notes durchforstet – und bringen Ihnen hier eine Auswahl unserer Fundstücke. Wie üblich ganz ohne Schema und querbeet:

  • Beginnen wir in Litauen bei Whisky Bros Lithuania, wo man sich den Bunnahabhain 22 year old 1990 von Whisky-Doris zur Brust nimmt. Kommt gut an, hohe Punktewertung.
  • Whiskyapocalypse findet die Erleuchtung in Compass Box‘ Enlightenment. Keine Punktewertung, aber verbale Zufriedenheit.
  • Die vorletzte Private Edition von Glenmorangie war der Tùsail – den verkostet man nun bei Malt and Oak, und schickt dem eine ausführliche Abhandlung über die Gerste im schottischen Whisky voraus. Lesenswert – aber die Begeisterung für den Tùsail selbst hält sich in Grenzen.
  • Den stark getorften Bunnahabhain 8yo von Gordon & MacPhail verkostet Klaus Doblmann in seinem englischsprachigen Blog DramsofKlaus. Er erhält eine durchaus gute Wertung und wird vor allem für sein Preis/Leistungsverhältnis gelobt. Von uns eine gute Nachricht dazu: Die neueste Ausgabe des 8jährigen (noch nicht in den Geschäften) setzt unserer Meinung nach in der Qualität noch eines drauf!
  • Den ungetorften Bruder, den GM Bunnahabhain 2006, verkostet man auf WhiskyIsrael. Ebenfalls großes Lob für das Verhältnis zwischen Preis und Wert.
  • Und dann waren wir, zum Ende unserer Blogrundreise, noch bei Whisky For Girls, wo man den Laphroaig Lore verkostete. Und ihn sehr mochte, wegen der Kombination aus dunklem Sherry und Torf.

Fosm.de besucht Dalmunach

Nach dem Bericht von Whiskyspeller über die Destillerie Dalmunach (wir berichteten hier) hat nun auch Friends of Single Malt (fosm.de) Eindrücke aus dem Flagschiff von Chivas Brothers veröffentlicht, mit einer Reihe von sehr schönen Bildern aus den modernen Gebäuden. Im Artikel erfahren wir auch einiges über die technische Einrichtung der Destillerie und die Produktionsabläufe, so wie zum Beispiel hier über die Mash Tuns:

Die Mashtun fasst 12 Tonnen. Für diese Ladung ist selbst die schnelle Mühle fast vier Stunden beschäftigt. Die „full-lauter“ Mashtun ist aber bereits nach 3,5 bis maximal 4 Stunden fertig. Das Wasser wurde dabei mit 650 Litern pro Minute hinzugefügt und ab dem 2.ten Wasser wird gesprenkelt. 45.000, 25.000 und 50.000 Liter Wasser werden für die drei Durchgänge verwendet wovon 60.000 Liter klare „Worts“ (Würze) mit einem fruchtigen Charakter in die Washbacks gepumpt und der Rest für den nächsten Durchgang aufbewahrt werden. Die Mashtun hat sehr viel Platz. Wie alles bisher ist genügend Freiraum in der Produktionsanlage. Und so fällt der Radius von 9,5 Metern nicht weiter auf. Produziert werden 40 Mashes pro Woche.

Sehr interessanter und lesenswerter Bericht…

PR: Jubiläumsabfüllung – Irish Whiskeys feiert mit Teeling Single Cask 24yo aus dem Rumfass

Von Irish-Whiskeys.de haben wir heute eine Information über einen neuen exklusiven irischen Whiskey im dortigen Angebot erhalten, mit dem der Onlineshop-Shop seinen 5. Geburtstag gebührend feiert: Der Teeling Single Cask 24yo ist im Rumfass gereift und ab sofort im Webshop zu bestellen. Hier die Infos über die ersten fünf Jahre bei Irish-Whiskeys.de und die Jubiläumsabfüllung:

Jubiläumsabfüllung – 24 Jahre Teeling Single Cask Rumfass gereift

Im August ist es soweit, wir blicken zurück auf 5 Jahre Irish Whiskeys. Viel hat sich getan in dieser Zeit und einiges hat sich verändert. Vom reinen Onlinehändler haben wir uns weiter entwickelt, zum Importeur und Onlinehändler. Im August 2011 sind wir mit 36 irischen Whiskeys online gegangen und konnten damals eine beachtliche Auswahl vorweisen. Dies hat sich mittlerweile nicht nur bei uns geändert. Die Anzahl der irischen Abfüllungen hat in den letzten Jahren sehr zugenommen und die Akzeptanz für den irischen Whiskey und das Interesse daran sind stark gestiegen. Unser Sortiment umfasst derzeit mehr als 100 irische Whiskeys, hinzukommen noch diverse Gins, Vodka, Poitin und Whiskeyliköre.

Seit 2012 entstehen immer wieder neue irische Destillerien und alt eingesessene Marken, wie Tullamore DEW oder The Irishman haben eigene Destillerien gebaut. In Irland tut sich noch immer immens viel und ein Stillstand ist in den nächsten Jahren nicht zu erwarten. Ein Vorreiter für die neue irische Whiskeybewegung ist definitiv die Teeling Whiskey Distillery, die 2013 mit einem modernen Design und einer neuen Art des irischen Whiskeys gestartet sind. Die Marke Teeling hat uns somit schon eine große Strecke unseres Weges begleitet und da lag es nahe ein Fass von Teeling für unsere Jubiläumsabfüllung zu wählen. Entschieden haben wir uns für einen 24 Jahre alten nur Rumfass gereiften Whiskey. Wir hatten die Wahl zwischen verschiedenen Proben, doch dieser hat uns am meisten überzeugt.

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Die Abfüllung ist limitiert auf 195 Flaschen und wurde in Fassstärke mit 47,6 % abgefüllt. Öffnet man die Flasche strömen sofort reife dunkle Früchte in die Nase, begleitet von einer feinen Rumsüße. Dezent im Hintergrund kommen leichte Holznoten zum Vorschein. Im Mund erhält man eine Geschmacksexplosion. Grüner Apfel, vereint sich mit Beerennoten, Vanille und einer Rumnote, wobei der Rumgeschmack nicht den Whiskey überlagert. Der Nachklang ist sehr lange, ausgeprägt und ölig. Die Fruchtnoten bleiben lange im Mund zurück.

Die Flasche wurde in der Originalflasche des Teeling 21 Jahre abgefüllt und hat die Fassnummer 10687.

Der Flaschenpreis beträgt 269,90 EUR

The Spirits Business: The Scotch Whisky Masters 2016 – Ergebnisse und Video

The Spirits Business hat auch in diesem Jahr wieder eine Prämierung von Scotch Whiskys unter dem Namen „The Scotch Whisky Masters“ vorgenommen. Die Juroren vergaben jede Menge an Auszeichungen: den Master, Gold und Silber.

Einen Bericht über die Masters und deren Jurierung sowie die Liste aller Preisträger können Sie hier finden. Preise gibt es noch und nöcher – das ist vor allem dem Umstand zu verdanken, dass jede Kategorie in weitere Subkategorien aufgesplittet wird. So gibt es alleine für Speyside Malts sieben(!) Kategorien, in denen bis zu 15 Auszeichnungen vergeben wurden.

Das Video oben oder auf Youtube gibt einen kurzen Einblick in die Jurysitzungen und bringt Statements der Juroren.

The Whisky Lady: Interview mit den Gründern der Dartmoor Distillery

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Schon im Februar und Mai haben wir über die geplante neue englische Dartmoor Distillery in Südengland berichtet – seitdem sind wenige Neuigkeiten an die Öffentlichkeit gedrungen.

Nun aber hat The Whisky Lady Anne-Sophie Bigot auf ihrem Blog ein Interview mit zwei der drei Gründer der Destillerie, Simon Crow & Andrew Clough, geführt, in dem die beiden Einblicke in ihre Pläne geben. So erfahren wir, dass sie – fast ist man geneigt zu sagen: natürlich – auch Gin produzieren werden, um die ersten drei Jahre nicht gänzlich ohne Einkommen zu sein. Aber auch über das angestrebte Geschmacksprofil und die geplante Produktionsmenge (50.000 Flaschen pro Jahr) kann man mehr erfahren.

Bild: „Town Hall, Bovey Tracey – geograph.org.uk – 256043“ von Derek Harper. Lizenziert unter CC BY-SA 2.0 über Wikimedia Commons.
Das zukünftige Produktionsgebäude der Dartmoor Distillery in Bovey Tracey. Bild: „Town Hall, Bovey Tracey – geograph.org.uk – 256043“ von Derek Harper. Lizenziert unter CC BY-SA 2.0 über Wikimedia Commons.

Wir verkosten: Strathisla 1967 Rare Vintage, 43% Gordon & MacPhail

Strathisla 1967, 43%
Rare Vintage
First Fill Sherry Butts
bottled 26.1.2015
Sample: Gordon & MacPhail
Verkoster: Silvia Behrens, Bernhard Rems

strathinart

Nase: Er beginnt mit einem intensiven Geruch nach Früchtekuchen, Datteln mit Schokolade und Marzipan sowie Rumpflaumen. Der Alkohol ist ganz zu Anfang merkbar, dann nimmt er sich zurück. Die Reise führt über After Eight zu Waldmeister, er verliert mit der Zeit die Süße und wird immer fruchtiger in der Nase. Nach 10 Minuten dominieren dunkle Kirschen, Reneclauden, Sternfrucht, etwas Pfirsich und warme Erdbeeren in Zuckerglasur. Oder eine Zuckerstange vom Jahrmarkt. Noch später dann Rhabarber, der Eindruck wird noch weicher, breiter, sahnig.

Gaumen: Zunächst einmal unerwartet starkes Holz, Pfeffrigkeit, Gewürznelken. Viel lebendiger und aktiver, als man nach dem Alter erwarten würde. Etwas Minze findet man, sein abtrocknender Charakter regt den Speichelfluss an. Nach und nach aber entdeckt man für sich die Fruchtigkeit wieder, Anklänge von hellen Beeren und Gartenfrüchten, und das Ganze wird weicher und leicht zitronig dazu.

Finish: Sehr, sehr lange. Wärmend und wiederum abtrocknend. Früchte, in Leder verpackt.

Alles in allem: Er ist kein Einfacher. Der Strathisla 1967 bietet die Komplexität und Tiefe, die man für sein Alter erwartet. Es ist eine Freude, ihn über längere Zeit mit der Nase zu begleiten – was der da zeigt, kann kein Junger in dieser changierenden Breite liefern. Dann am Gaumen aber ist das Holz anfangs sehr laut, bevor es sich mit den nächsten Schlucken wieder etwas zurücknimmt. Unserem Gefühl nach wäre es schöner gewesen, wenn die Holznoten weniger prononciert gewesen wären, denn vieles, was darunter erahnbar ist, hätte mehr Fokus verdient. Ansonsten natürlich ein sehr schöner, sehr guter Whisky, dem man wohl immer wieder andere Nuancen abgewinnen kann.

Seit Beginn des Jahres verzichten wir in unseren Tasting Notes auf numerische Bewertungen und geben unseren Eindruck nur mehr über die Beschreibung wieder. Wir tragen damit unserem Gefühl Rechnung, dass man mit einem starren Punkteschema Vergleiche forciert, die den Whiskys nicht gerecht werden. PS: Wir haben Geschmack. Unseren. Nicht Ihren. Unsere Verkostungsnotizen sind also kein richterliches Urteil, sondern unser persönlicher Eindruck.

Serge verkostet: Blends (incl. Compass Box „The Circus“)

Blends erhalten in letzter Zeit wieder mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung. Aufmerksamkeit, weil ein guter Blend durchaus eine Alternative zu einem Single Malt sein kann. Anerkennung, weil es mehr und mehr gute Blends gibt, die aus erfahrenen Händen stammen. Natürlich gibt es dazwischen auch immer wieder Dinge, die man lieber kein zweites Mal trinkt – aber gibt es die unter den Single Malts nicht auch?

Serge Valentin hat heute eine ganze Reihe Blends verkostet, mit sehr gemischten Ergebnissen. Interessant ist, dass The Circus von Compass Box nicht seinen Geschmack trifft und „nur“ 82 Punkte einheimsen kann:

  • Té Bheag Nan Eilean (40%, Praban Na Linne, blend, +/-2015): 77 Punkte
  • Grand Macnish (43%, OB, blend, +/-2015): 75 Punkte
  • Blend No 888 (40%, House of Macduff, blend, +/-2015): 68 Punkte
  • Dewar’s 12 yo (40%, OB, blend, +/-2016): 80 Punkte
  • Dewar’s 15 yo (40%, OB, blend, +/-2016): 82 Punkte
  • Catto’s 25 yo (40%, OB, blend, decanter, 2,400 bottles, +/-2011): 85 Punkte
  • Blended Whisky No. 1 35 yo (46.5%, That Boutique-y Whisky Company, blend, batch 3, 1,428 bottles, 2016): 91 Punkte
  • The Circus (49%, Compass Box, blend, 2016): 82 Punkte