Vor kurzem brachten wir den Artikel unseres Gastautors Bernd Scheer über die Cotswolds Distillery in Wales. Darin war auch von den Warehouses von Cotswolds die Rede. Das hat unseren Leser Peter Bockhof dazu animiert, uns mit drei ergänzenden Bildern zu diesen Lagerhäusern zu versorgen, denn für ihn zählten sie zu den Highlights seiner Besichtigung. Peter Bockhof schreibt uns unter anderem dazu:
Nick hat für uns beim letzten Besuch 5 oder 6 Fässer aufgemacht, deren Inhalt „umwerfend“ war! Zwar noch Newmake, aber wahnsinnig gut. Klar, die Atmosphäre und der Duft – und das ganze noch im Urlaub – machen Objektivität recht schwierig, aber womit ich es auch vergleiche, Annandale, Kingsbarns oder Wolfburn – sind alle sehr schön, ja sogar toll, gibt nur Positives zu sagen, aber die Tropfen von Cotswold, zum Beispiel aus dem Ex-Laphroaig-Fass, waren phänomenal!
Wir sagen Danke für die Bilder und teilen sie gerne mit unseren Lesern:
Für unser heutiges Sonntagsvideo haben wir Eindrücke vom Feis Ile 2016 ausgesucht, die Colin Mitchell vor einigen Tagen auf Youtube gepostet hat. Videoclips und Fotos vom Besuch bei Laphroaig, Lagavulin, Bunnahabhain, Kilchoman und Ardbeg sind hier in gut fünf Minuten mit stimmungsvoller Musik zusammengefasst – übrigens eines der ersten Videos vom Fest in diesem Jahr, das auf der Plattform zu finden ist.
Wir wünschen einen schönen Sonntag mit diesen Bildern und werden uns heute auf jeden Fall noch mit einem Whisky im Bild melden – und natürlich den neuesten Nachrichten, so es solche zu berichten gibt.
Auf Islay Blog findet man heute einen bebilderten Bericht über die neuen Lagerhäuser von Bruichladdich, die in den letzten sechs Monaten gebaut wurden. Nachdem der Zutritt über die zu den Lagerhäusern führende Straße ab sofort nicht mehr verboten ist, konnte der Autor zu den beiden Hallen gelangen.
Weil dort gerade einige Elektriker an der Arbeit waren, war es auch möglich ein Bild des Inneren eines der neuen Lagerhäuser aufzunehmen – die Ausmaße sind ziemlich beeindruckend, auch wenn sie nicht mit dem Komplex von Diageo bei Elgin mithalten können, wie im Blog vermerkt wird. Der Ausbau bei Bruichladdich ist noch nicht fertig, die Fundamente für einige weitere Lagerhäuser sind schon fertiggestellt.
Aus Urheberrechtsgründen können wir Ihnen die Bilder hier nicht zeigen, aber sie sind nur einen Klick entfernt. Sehenswert!
Unser Titelbild zeigt eine Aufnahme des Destilleriegebäudes, die Lagerhäuser.
Aus Zentralafrika stammt sie ursprünglich, die Sorghumhirse, ein Süßgras, das als Nahrungs- und Futtermittel verwendet wird. Auch zur Bierherstellung wird es verwendet, so zum Beispiel für Dolo in Westafrika, Pombe in Ostafrika und Merisa im Sudan. Aber nicht nur dort, auch bei uns kann man hin und wieder Bier aus Sorghumhirse finden, erlaubt es doch die Herstellung von glutenfreiem Bier.
Glutenfrei – das ist auch das Stichwort, warum man in den USA jetzt erstmals einen Whiskey aus Sorghum brennt. Der James F.C. Hyde Sorgo Whiskey wird aus 100% Sorghumhirse hergestellt. Und so exotisch, wie es klingt, ist das gar nicht: Auch wenn die Pflanze aus Afrika stammt, hat sie doch auch in Amerika Tradition. Bis in das 19. Jahrhundert war sie eine Hauptquelle für Zucker und wurde und wird dort angebaut.
Der James F.C. Hyde Sorgho Whiskey wird in New Jersey produziert und soll nicht so süß und nicht so getreidig schmecken wie andere Whiskeys. Der erste Produktionslauf ist jetzt beendet, und er wird an die regionalen Bars ausgeliefert. Im Rest der USA und bei uns ist er noch nicht erhältlich (und es steht zu bezweifeln, ob er bald den Sprung über den großen Teich schaffen wird), aber für Neugierige und/oder Menschen mit Zöliakie ist er sicher sehr interessant.
Die Website gibt noch keine Informationen über Bezugsquellen preis, aber es gibt eine Facebook-Seite, über die man mehr herausfinden könnte.
Sollte einer unserer Leser an eine Flasche kommen, würden wir uns über ein Sample sehr freuen… 🙂
Jetzt ist es also soweit: Die Destillerie The Glenlivet hat ihre neueste Abfüllung, The Glenlivet Cipher, offiziell auf den Markt gebracht. Die englischsprachigen Informationen dazu haben wir für Sie nun hier zusammengefasst und übersetzt:
Der The Glenlivet Cipher wird in einer Auflage von 33.000 Flaschen weltweit erscheinen. Er ist mit 48% abgefüllt und stammt aus einer bei The Glenlivet noch nie so verwendeten Fasskombination. Kosten wird er ungefähr 100 Pfund.
Der Whisky erscheint ohne Tasting Notes, ohne Altersangabe und ohne Informationen über die verwendeten Fässer.
Auf der Flasche und Verpackung findet man einen Link zu cipher.theglenlivet.com – dort kann man ein Geschmacksrad zum Bestimmen der Aromen, die man im Whisky findet, verwenden. Von Master Distiller Alan Winchester gibt es ein paar Anhaltspunkte, der Rest obliegt dann dem eigenen Geschmaclsempfinden.
Die Notizen können danach auf sozialen Medien geteilt werden – man hofft, auf diese Weise Diskussionen in Gang zu bringen. Alan wird später im Lauf des Jahres die offiziellen Tasting Notes bekannt geben, und zwar den Glenlivet Guardians, der Fangruppe der Destillerie. Dann wird auch die Zusammensetzung der Fässer verraten.
Wir meinen: Mit dem Mangel an Informationen in der Kommunikation dann spielerisch und spielend umzugehen, ist vielleicht nicht die schlechteste Idee. Als Dauereinrichtung funktioniert das sicher nicht, aber auf diese Weise kann man interaktiv damit umgehen. Spannend, ob die Idee ankommt, und ob der Whisky für sich selbst durch seine Qualität stehen kann. Wie sich das Ganze durchsetzen und umsetzen lassen wird, werden wir beobachten.
Pernod Ricard Deutschland hat uns eine Pressemitteilung über eine soziale Aktion im Rahmen des Responsib’All Day übermittelt, die wir, wie auch schon in den letzten Jahren, gerne wieder veröffentlichen. Lesen Sie hier mehr über die Aktionen der Mitarbeiter von Pernod Ricard:
Pernod Ricard Mitarbeiter setzen am sechsten Responsib’All Day gemeinsam mit «NeuLand Köln» ein Zeichen für gesellschaftliches Miteinander
Köln, 03. Juni 2016. Gemeinsam in der Erde wühlen, renovieren, aufbauen oder gestalten und damit den Gedankenaustausch und offenen Dialog fördern – das war das Ziel des diesjährigen Responsib’All Days des Premium-Spirituosenhersteller Pernod Ricard. Getreu der Gruppen-Vision ,Créateurs de convivialité‘ unterstützen dabei Mitarbeiter aller 85 Standorte lokale Projekte. Unter dem Motto ,Sharing Convivalité‘ stellte das Event in diesem Jahr erstmals das gesellschaftliche Miteinander in den Fokus. Dabei engagierten sich am 02. Juni weltweit rund 18.500 Mitarbeiter von Pernod Ricard in vielfältiger Weise. Die Mitarbeiter von Pernod Ricard in Deutschland unterstützten mit Hacke und Schaufel tatkräftig das lokale Gemeinschaftsgartenprojekt des Vereins Kölner NeuLand e.V. im Stadtteil Bayenthal. Mit der Reparatur von Pavillons, Wassertanks und Beetkästen sowie dem Anlegen von Blühwiesen förderten die Mitarbeiter eine sinnvolle Bewirtschaftung im städtischen Raum und setzten so ein deutliches Zeichen für Nachhaltigkeit und ökologische Verantwortung am Standort Köln. Am Schluss feierten alle Helfer in geselliger Runde die erfolgreiche Gartenarbeit mit einem gemeinsamen Essen, das zum Teil auch aus den Zutaten des Gartens gekocht wurde.
Bewusstsein für bürgerliches Engagement und Teilhabe schaffen
„Mit der Aktion erwecken wir unsere Unternehmensvision ,Createurs de Convivalité‘ zum Leben und schaffen direkt vor Ort ein Bewusstsein für gelebtes bürgerschaftliches Engagement und Teilhabe. Dieser Gedanke ist wichtiger Teil unserer Unternehmens-DNA. Als Marktführer im Bereich Premiumspirituosen liegen Pernod Ricard Deutschland deshalb Projekte am Herzen, die Verantwortung für Gesellschaft, Umwelt und Ressourcen übernehmen und die Leute vor Ort aktiv in diesen Prozess mit einbinden. Der Verein Kölner NeuLand leistet hier vorbildliche Arbeit, die in besonderer Weise unsere CSR-Sichtweise spiegelt. Dieses Engagement unterstützen wir daher als lokal ansässiges Unternehmen natürlich gerne“, sagte Nicole Lichius, Head of Communication/CSR, Pernod Ricard Deutschland GmbH.
Judith Levold, Gründungsmitglied des NeuLand-Gartens, freut sich über die Unterstützung und verweist auf Gemeinsamkeiten zwischen dem für alle offenen Gartenbetrieb im öffentlichen Raum und dem freiwilligen Einsatz von Pernod Ricard: „Es geht darum, Gemeinschaft zu erleben, daran teilzuhaben und zu spüren, dass nur eine Gemeinschaft wirklich viel bewegen kann. Dass sich Pernod Ricard dafür entschieden hat, mit Manpower und Materialspenden seinen Reponsib´All Day in einem klima- und ressourcenschonenden, ökologisch und sozial nachhaltigen Gemeinschaftsgarten zu veranstalten, passt zu uns. Das entspricht unserem Anspruch, produktives Grün mitten in der Stadt, Umweltbildung und den Aufbau partizipativer Prozesse zu fördern. Das Engagement von Pernod Ricard trägt großzügig dazu bei, diese Aktivitäten unseres Projekts nachhaltig sichern zu können.“
Responsib’All Day geht neue Wege
Der Responsib’All Day hat sich in der Pernod Ricard Gruppe zur festen Tradition entwickelt. Seit 2011 werben die Mitarbeiter weltweit für einen verantwortungsvollen und maßvollen Alkoholkonsum. 2015 wurde erstmals ein standortübergreifender ,Responsib’All Move‘ gestartet. Der fünf Kilometer lange Lauf stand symbolisch für die fünf Industrie-Verpflichtungen (u.a. Reduktion des Alkoholkonsums von Minderjährigen, Rückgang von Alkoholmissbrauch im Straßenverkehr), zu denen sich das Unternehmen gemeinsam mit 13 weiteren international tätigen Wein-, Bier- und Spirituosenherstellern im Jahr 2012 verpflichtet hat. Mit dem diesjährigen Motto ,Sharing Convivalité‘ geht Pernod Ricard neue Wege und wählt einen Ansatz, der erstmals das Gemeinschaftsgefühl und das kollektive Engagement in den Mittelpunkt stellt.
Die Gruppe Pernod Ricard mit Hauptsitz in Paris ist weltweit der zweitgrößte Spirituosen- und Weinkonzern. Die Fusion der französischen Unternehmen Pernod und Ricard legte 1975 den Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft. Weltweit vertreibt und vermarktet Pernod Ricard mit insgesamt 18.500 Mitarbeitern in 85 Ländern Spirituosen und Weine. Auf dem deutschen Markt wird die Gruppe durch Pernod Ricard Deutschland GmbH mit Sitz in Köln repräsentiert und vermarktet ein Portfolio von bekannten Premium- und Prestige-Spirituosen. Das Sortiment umfasst unter anderem die Marken Ramazzotti, Havana Club, Absolut, Ballantine´s, Chivas Regal, Jameson, The Glenlivet, Malibu und Lillet. Mit 219 Mitarbeitern konnte Pernod Ricard Deutschland im Geschäftsjahr 2014/15 einen Bruttoumsatz von 690 Millionen Euro verzeichnen und damit seine Marktführerposition weiter stärken.
Dabei ist sich Pernod Ricard Deutschland seiner unternehmerischen Verantwortung bei der Vermarktung von alkoholischen Getränken bewusst. Für die Aufklärungsinitiativen „Responsible Party“ und „Responsible Day“ wurde das Unternehmen im Bereich Prävention mit dem Health Media Award 2014 ausgezeichnet. Mehr Informationen unter www.pernod-ricard-deutschland.dewww.pernod-ricard-deutschland.de
Bevor die offiziellen Infos zum The Glenlivet Cipher aufschlagen, hier schon mal vorab ein Bild der neuen Abfüllung, die wohl schon in Bälde sozusagen „live“ gehen wird. Wenn wir mehr Informationen dazu bekommen, werden wir sie natürlich so rasch wie möglich veröffentlichen.
Was wir schon wissen: Abgefüllt mit 48%, in Großbritannien dann um 92 Pfund zu kaufen.
Bis vor kurzem gehörten seinem Konsortium noch die Destillerien BenRiach, Glendronach und Glenglassaugh – jetzt gehört im 228 Millionen Pfund: Billy Walker hat mit dem Verkauf der drei Destillerien an die Mutterfirma von Jack Daniel’s,Brown Forman, wohl den Whiskydeal des Jahres gemacht. Vielleicht auch dafür, sicher aber für seine vorangegangene Arbeit, ist Billy Walker nun mit dem Preis für den Unternehmer des Jahres beim Scotland Food & Drink Excellence Awards 2016 ausgezeichnet worden, wie man uns in einer englischsprachigen Presseaussendung mitteilte. Auch von unserer Seite herzliche Glückwünsche.
Billy Walker hat gemeinsam mit seinen beiden südafrikanischen Partnern Geoff Bell und Wayne Kieswetter ein Unternehmen mit 165 Mitarbeitern rund 41 Millionen Pfund Umsatz gemacht – mit hochwertigen Whiskys, die zu 95% exportiert wurden.
2015 hatte die Destilleriengruppe übrigens auch den Preis „Global Whisky Distiller of the Year“ bei den Icons of Whisky Awards gewonnen.
(In eigener Sache: Während wir deutschsprachige Presseaussendungen mit einigen eventuellen Kürzungen unverändert veröffentlichen, tun wir dies bei englischsprachigen Aussendungen nicht. Sollten Sie englischsprachigen Mitteilungen entgegen unserer bisherigen Gepflogenheiten ebenfalls im Original lesen wollen, dann bitten wir um einen kurzen Kommentar hier).
Von Pernod Ricard Deutschland hat uns eine Pressemitteilung über eine Auszeichnung für den Longmorn The Distiller’s Choice erreicht, der ja den Longmorn 16yo ersetzen wird (der 16jährige wird aber später in diesem Jahr als neue Edition zurückkehren. Der Longmorn The Distiller’s Choice hat beim 13. ISW eine Goldmedaille gewonnen – und hier ist der Pressetext dazu:
Erneuter Erfolg für Pernod Ricard Deutschland beim 13. ISW: Longmorn The Distiller’s Choice gewinnt Goldmedaille
Köln, 03. Juni 2016. Mit Bravour gemeistert: Beim diesjährigen Meiningers International Spirits Award ISW wurde Longmorn The Distiller’s Choice mit der Goldmedaille ausgezeichnet. Der im Sortiment der Prestige Selection von Pernod Ricard Deutschland noch neue Single Malt Scotch hat zum ersten Mal an dem renommierten Wettbewerb teilgenommen und überzeugte die unabhängige Jury auf Anhieb.
Die Expertenrunde – bestehend aus Wissenschaftlern, Destillateurmeistern, Barkeepern und Journalisten – entschied sich nach der Blindverkostung für die Prämierung des Whiskys aus der namhaften Destillerie Longmorn.
Der Preis ist eine besondere Anerkennung der Premium-Qualität des Single Malts, bei dem es sich um ein No Age Statement Produkt handelt.
Der Internationale Spirituosen Wettbewerb fand vom 26. bis 27. April in Neustadt bereits zum dreizehnten Mal statt. Jedes Jahr werden hier Produkte nach einem strengen Reglement bewertet: Kriterien wie “Farbe”, “Geruch”, “Geschmack” und “Stilistik” ergeben den Gesamteindruck. Die Expertenjury war von der wunderbaren Aromentiefe, die mit einer delikaten Würze und Noten von süßem Toffee und Karamell aufwartet sowie von dem ausgewogenen Charakter und den unverwechselbaren fruchtig-süßen Duftnoten des Longmorn The Distiller’s Choice begeistert.
„Die Auszeichnung beim ISW ist ein schöner Erfolg für unser Unternehmen. Für uns steht Qualität im Fokus und dies können sowohl Whiskys mit klassischer Altersangabe als auch No Age Statement Produkte sein. Dass Longmorn The Distiller’s Choice prämiert wurde, zeigt uns, dass es richtig ist, für Entwicklungen und neue Trends im Markt offen zu sein, solange erstklassige Qualität gewährleistet ist. Mit unserem uneingeschränkt gehobenen Anspruch entsprechen wir genau den erlesenen Kriterien des Spirituosenmarktes“,
freut sich Stephan Schmidt, Marketing Manager der Prestige Selection und Whiskys.
Für viele war er wohl der erste schottische Single Malt, den man probiert hat: Ein Glenfiddich (in der Regel die zwöljjährige Abfüllung in der grünen Dose).
Seine Bekanntheit ist mittlerweile fast eher ein Fluch als ein Segen, was das Image angeht: Der bis vor einem Jahr weltweit meistverkaufte Single Malt der Welt wird gerne als Einsteigerwhisky gesehen, und einige rümpfen über ihn die Nase. Interessant: In Blindverkostungen ist er dann auch bei den Skeptikern wieder ganz vorne dabei.
Zwei ganz unterschiedliche Whiskys von Glenfiddich verkostet Serge Valentin heute: Einen Standard von jetzt, und eine alte, zehnjährige Abfüllung aus den 80ern. Die hat dann in der Verkostung auch die Nase vorne:
Glenfiddich 18 yo (40%, OB, +/-2015): 79 Punkte
Glenfiddich ‚Highland Still Master’s Crock‘ (101 proof, OB, stone flagon, 75cl, +/-1985): 83 Punkte
Die Brennblasen von Glenfiddich. Bild: Tosten Dahmke
Unser Titelbild zeigt ein Warehouse bei Glenfiddich. Bild: Glenfiddich
Von Jameson gibt es eine Erweiterung der Range zu vermelden, die das Unternehmen selbst als Teil der signifikantesten Restrukturierung des Portfolios seit der Gründung der Marke sieht.
The Whiskey Maker’s Series ist die vierte Stufe in einer „Leiter“, die zu den Super-Premium-Produkten hinführen soll und besteht aus drei neuen Abfüllungen – allesamt ohne ALtersangabe und in Zusammenarbeit mit Jameson’s Head Blender Billy Leighton, Head Distiller Brian Nation und Head Cooper Ger Buckley entstanden. Sie sind laut Konzernangaben durch verschiedene Stadien des Erzeugungsprozesses von Whiskey inspiriert.
The Distiller’s Safe soll den Einfluss von Kupfer auf den New Make demostrieren und enthält einen Blend aus Grain Whiskey und Pot Still Whiskey, der in Bourbon Casks gealtert ist.
The Cooper’s Coze soll den Einfluss der Eichenfässer auf den Whiskey zeigen. Drei Fasstypen wurden für diesen Whiskey verwendet: American oak, seasoned Bourbon barrels und Sherry casks.
The Blender’s Dog widmet sich der Rolle des Blenders und enthält Whiskey aus vier verschiedenen Fasstypen unterschiedlichen Alters und drei verschiedene Grunddestillate.
Jeder dieser mit 40% abgefüllten Whiskeys wird um ungefähr 70 Euro pro Flasche angeboten werden. Genaueres über die Geschmacksprofile war der Ankündigung übrigens nicht zu entnehmen.
Unser Gastautor Bernd Scheer hat vor kurzem die Cotswolds Distillery in Warwickshire besucht und von dort einen Bericht und jede Menge Fotos mitgebracht. Wir freuen uns, diesen Artikel exklusiv für unsere Leser bringen zu können. Begleiten Sie Bernd auf seiner Reise zu einem jungen, ambitionierten Destillerie-Team:
Etwas versteckt in den sanften Hügeln und Feldern zwischen Oxford und der Shakespeare-Stadt Stratford-upon-Avon in Warwickshire liegt die Cotswolds Distillery.
Die Cotswolds als Namensgeberin der neuen Brennerei im Herzen Englands gelten als eine der schönsten Urlaubsregionen Britanniens. Kenner behaupten, die Cotswolds sind die lieblichste und traditionellste englische Landschaft: Merry Old England!
Und in diese Region – an Area of Outstanding Natural Beauty – verliebte sich der Besitzer der Cotswolds Brennerei, Daniel Szor, und gründete hier 2014 seinen neuen Betrieb mit fachmännischer Unterstützung von Dr. Jim Swan und Harry Cockburn.
In der Produktion arbeiten 5 feste Mitarbeiter an 7 Tagen und erzeugen ca 100.000 l Whisky pro Jahr. Typisch für eine Craft Distillery sind die beiden kleinen Stills (stammen beide von Forsyths in Rothes/Schottland): “Proud Mary“, die wash still (2400 l) und die spirit still “Janis“ (1600 l). Die Bezeichnungen für beide Stills sind ganz witzig und spiegeln die Einstellung des insgesamt jungen Teams vor Ort. Zoe Rutherford dazu:
„‘Mary‘ wurde nach dem alten, traditionellen work song ‚Proud Mary‘ benannt, während für ‚Janis‘ Janis Joplin’s “Song Piece of my Heart“ Pate stand“.
Die Anlage verfügt über 4 washbacks à 2500 l, in denen 100 % Cotswolds (Bio-)Gerste verarbeitet wird, z.Zt. Odyssey, wie mir Nick Franchino, der Distillery Operations Manager verriet. Geliefert wird die Gerste von Warminster Maltings aus der näheren Umgebung.
Zoe bei der Arbeit
Ausschnitt aus dem FasslagerDas Warehouse (2. Lagerhaus in Liverpool)
Der erste Spirit kann in dem sehr schönen Visitor Centre verköstigt werden.
Jim Murray bewertet den New Make Spirit vom September 2015 in der Whisky Bible 2016 mit sagenhaften 94 Punkten.
Die aktuelle Abfüllung von 3/2016 (siehe untenstehendes Bild) hatte schon eine sehr schöne Farbe und zeigte ein weiches, florales Aroma mit deutlichen Weinnoten.
Im Herbst 2017 wird der erste Whisky auf den Markt kommen (die Erstausgabe kann im Shop noch für £ 44.95 vorbestellt werden).
Der neue Single Malt wird eine Vermählung von ex-Bourbon und sog. STR-Rotweinfässern sein. Dies sind aufgearbeitete Fässer aus Portugal (Shaved, Toasted und Rejuvenated).
Der Schwerpunkt der Produktion liegt z.Zt. noch auf dem Cotswolds Gin, gerade erst mit einer neuen Prämierung zum World’s Best London Dry Gin ausgezeichnet. Ganz hervorragend!
Gebrannt wird dieser Gin auf „Lorelei“, dem Holstein Still, eine Reminiszenz an Deutschland und die Firma Holstein aus Markdorf am Bodensee:
“While the Scottish ladies are big, puffy and bluesy, our German Holstein still is definitely a bit more refined, sophisticated and jazzy. Imagine a saxophone, then take a look at the column…the perfect match. Being made in Germany, she is named after a famous water spirit, or mermaid, from the Rhine River. The story of Lorelei was the inspiration for a classic tune by George and Ira Gershwin and most famously covered by Ella Fitzgerald.”
Der Besuch in der Destillerie ist allemal ein schönes Erlebnis und die Reise wert. Eine Vorausbuchung ist empfehlenswert, weil die beiden täglichen Touren um 11 Uhr und um 14 Uhr schnell ausgebucht sind, vor allem an den Wochenenden (Preise: £ 6 – 10).
(Alle Bilder, soweit nicht anders angegeben von Bernd Scheer)
Glen Esk und North Port – beides sind Lost Distilleries, von denen nur mehr sehr selten neue Abfüllungen auf den Markt gebracht werden. Das Auftauchen dreier Glen Esk von Coopers Choice im Vorjahr (einer davon für die Whiskyfair in Limburg) war eine kleine Sensation, vor allem deshalb, weil die Abfüllungen für die Seltenheit sehr günstig zu haben waren – wesentlich günstiger als jene von Gordon & McPhail oder Blackadder.
Bei North Port ist es wahrscheinlich noch schwieriger, eine neue Abfüllung zu finden. In den letzten fünf Jahren gab es unseres Wissens nach nur eine einzige, von Cadenhead. Den, und die beiden Glen Esk sowie einen weiteren North Port verkostet Serge nun – mit stattlichen Bewertungen:
Glen Esk 30 yo 1984/2015 (51%, The Cooper’s Choice, refill butt, cask #3884, 300 bottles): 88 Punkte
North Port Brechin 23 yo 1971/1995 (54.7%, OB, Rare Malts): 85 Punkte
Glen Esk 31 yo 1984/2016 (49.5%, The Cooper’s Choice, for Limburg Whisky Fair, bourbon, cask #4677, 240 bottles): 89 Punkte
North Port (Brechin) 38 yo 1977/2015 (48.4%, Cadenhead, single cask, bourbon hogshead, 174 bottles): 91 Punkte
Wo einst die Destillerie North Port stand, steht jetzt ein Supermarkt. Bildquelle: Potstill.org
Selten, aber doch wagen wir einen Ausflug aus den rein whiskybezogenen Themen hin zu Accessoires und Lifestyle-Elementen, die mit dem Whiskygenuß in weiterem Sinne zu tun haben. Unser Bericht über die Stammbar war so ein Ausflug, und einen weiteren genehmigen wir uns heute und präsentieren den RA 1.15 – ein Designersessel von el Purista, der zum Genuß von Whisky und einer Zigarre einlädt (und ganz gut zur Stammbar passen würde, so nebenbei). Nachfolgende Details darüber haben wir dem Pressetext zum Sessel entnommen:
Entwickelt wurde der el Purista RA 1.15 von Rodrigo Gonzalez und Alexander Sauer. Rodrigo Gonzalez wurde 1971 im Valparaíso, Chile geboren. Er studierte in Valparaíso Architektur und arbeitete vor seiner Übersiedlung nach Spanien als freier Architekt in Chile. Aktuell lebt Herr Gonzalez mit seiner Familie auf Mallorca. Dort entwirft und realisiert er sowohl Wohn- als auch Industriebauten. Alexander Sauer wurde 1975 in Heidelberg, Deutschland geboren. Nach der Zulassung als Rechtsanwalt war er zunächst in Barcelona und später als Geschäftsführer eines deutschen Unternehmens in Verona tätig. Aktuell lebt Herr Sauer mit seiner Familie in Freiburg und arbeitet im Bereich der erneuerbaren Energien.
Der Bezug des RA 1.15 ist aus reinem, umweltfreundlich hergestelltem, Anilinleder. Dieses besitzt eine glatte und weiche Haptik. Das naturbelassene Leder zeichnet sich durch besonders hohe Atmungsaktivität und beste Komforteigenschaften aus. Dieses Anilinleder wird im Fass gefärbt, die transparenten Farbstoffe dringen in das Material ein und färben die Haut durch. Es werden keinerlei künstliche Pigmente auf die Oberfläche aufgetragen. Durch dieses Vorgehen bleiben die Poren der Haut offen und natürliche Merkmale wie Dornrisse und Insektenstiche bleiben erhalten. Sie zeugen als charakteristische Echtheitsmerkmale von der hohen Qualität dieser Lederart.
Für die Herstellung des RA 1.15 Korpus wird ausschließlich Buchenrundholz eingesetzt, das aus nachhaltiger deutscher Forstwirtschaft stammt. Die Buchen werden im Alter von ca. 120 Jahren geschlagen. Die im RA 1.15 verwendeten Bäume waren somit vermutlich zur Zeit der Entdeckung der Röntgenstrahlen durch den Physiker W. C. Röntgen und bei Veröffentlichung des Buches The Time Machine von H.G. Wells im Jahre 1895 schon junge Sprosse.
Bei der Grundversion des RA 1.15 ist die Innenlage des Sesselkorpus aus Buchenschälfurnier und die Deckenlage aus Nussbaummesserfurnier. Andere Edelfurniere in der Deckenlage sind auf Wunsch möglich. Eine breite Farbauswahl steht zur Verfügung.
Die Fertigung findet ausschließlich in Deutschland statt. Die Maße des Sessels können in zwei Größenvarianten speziell auf Kundenbedürfnisse angepasst werden.
Der Sessel sieht alles andere als billig aus, ist aber unserem Empfinden nach nicht exorbitant teuer – der Anschaffungspreis liegt, je nach spezifischen Kundenwünschen, zwischen ca. 2850 und ca. 5300 Euros (netto MWSt und ohne Transport). Mehr über den Sessel können Sie auf jeden Fall auf der Website von el Purista erfahren…