Brown Forman (Jack Daniels) finalisiert Kauf von Glendronach, BenRiach und Glenglassaugh

Eine Pressemitteilung aus den USA bestätigt das, was die Käufer von BenRiach, Glenglassaugh und Glendronach bereits angekündigt haben, als der Kauf der drei Destillerien bekannt wurde: Der Deal ist mit 1. Juni 2016 finalisiert.

281 Millionen Pfund hat der US-Konzern Brown Forman für die drei Destillerien auf den Tisch gelegt. Das Unternehmen mit 4400 Mitarbeitern weltweit will so ins Geschäft mit schottischem Whisky zurückkehren (bis 2005 war man Minderheitseigentümer von Glenmorangie). Mit den drei Traditionsdestillerien aus der Gruppe um Billy Walker hat man ein attraktives Paket eingekauft.

Penderyn Whisky plant zweite Destillerie

Bei der Penderyn Distillery, der einzigen Whiskydestillerie in Wales, stehen die Zeichen auf Expansion. Wie die Southwales Evening Post gestern berichtete, überlegt man, einen zweiten Standort in Swansea zu bauen, knapp 25 Meilen vom jetzigen Standort entfernt. Man will auf den Gründen der historischen Hafod Morfa Copperworks eine Destillerie errichten, und zwar mit kürzlich in der ersten Lesung freigegebenen Mitteln eines Funds, der durch eine zweckgebundene Lotterie gespeist wird, dem Heritage Lottery Fund. Gleichzeitig haben die Partner von Penderyn, die Swansea Council und die lokale Universität, knapp 190.000 Pfund aus dem Fond erhalten, um die Pläne dafür weiter voranzutreiben.

Die Hafod Morfa Copperworks sind die Gebäude einer in den 80ern stillgelegten Kupfermühle am Fluss Tawe und eines der wenigen dort noch an die Industriezeit erinnernden Industriedenkmäler. Mit dem Bau der Destillerie würde man dem Komplex dort neues Leben einhauchen.

Von RobinLeicester - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=47140784
Ein Blick auf den momentanen Zustand der Hafod Morfa Copperworks in Swansea. Bild von RobinLeicesterEigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=47140784

Forbes: Notizen zu einigen Feis Ile-Abfüllungen

Die Wenigsten, die sich für die Feis Ile-Abfüllungen dieses Jahres interessieren, werden auch die Möglichkeit gehabt haben, sie am Festival direkt zu erstehen. Die meisten von uns werden wohl eher darauf hoffen müssen, dass der eine oder andere Tropfen ohne zu viel Aufschlag den Weg über den Sekundärmarkt zu einem findet, oder dass freundliche Seelen Flaschenteilungen organisieren.

Man kann auch ein wenig die Fantasie spielen lassen oder sich zur Steigerung der Vorfreude informieren – der Artikel auf Forbes, der einige der Abfüllungen beschreibt, ist sicher eine gute Gelegenheit dazu. In ihm werden Abfüllungen von Bowmore, Kilchoman, Ardbeg und Bunnahabhain besprochen und gezeigt. Das macht einem schon den Mund wässrig…

feisilebowmore

Serge verkostet: Strathisla – von alt bis alt

Bei Whisky gibt es ja zwei Arten von alt: alt und gealtert. Das alte Alt sind Abfüllungen, die schon vor längerer Zeit in die Flasche gekommen sind (und durchaus jünger sein können, obwohl sie alt sind), das gealterte Alt war sehr lange im Fass (und kann erst vor kurzem abgefüllt worden sein).

Serge Valentin hat heute beide Arten von alt verkostet, und zwar bei Abfüllungen der Destillerie Strathisla, hauptsächlich in Bottlings von Gordon & McPhail, die ja jede Menge davon noch in ihren Lagerhäusern schlummern haben. Für den 1967er werden wir übrigens dieser Tage unsere eigenen Tasting Notes veröffentlichen, bis dahin soll Ihnen die Verkostung von Serge ein kleiner Appetitanreger sein:

  • Strathisla 40yo (43%, Gordon & MacPhail Licensed Bottling, +/-2011): 86 Punkte
  • Strathisla 1970/2011 (43%, Gordon & MacPhail Licensed Bottling): 91 Punkte
  • Strathisla 1967/2015 (43%, Gordon & MacPhail Licensed Bottling): 92 Punkte
  • Strathisla 15 yo (100° proof, Gordon & MacPhail Licensed Bottling, +/- 1970): 90 Punkte
  • Strathisla 15 yo (100° proof, Gordon & MacPhail, 75cl, +/- 1980): 93 Punkte
Strathisla Destillerie im Winter. Foto von Lakeworther unter GNU Free Documentation License
Strathisla Destillerie im Winter. Foto von Lakeworther unter GNU Free Documentation License

 

Whisky des Monats Juni 2016: Ardbeg Ten

Warum hatten wir den noch nicht? Das war die Frage, die uns in der Redaktion als erstes in den Sinn kam, als wir uns wie jeden Monat überlegten, welches unser Monatswhisky sein sollte. An die vierzig Mal haben wir uns bereits zu diesem Thema beratschlagt – und der Ardbeg Ten war niemals in der engeren Wahl.

Dabei hat sich dieser Islay-Whisky den Titel „Whisky des Monats“ mehr als verdient, denn er erfüllt alle Kriterien, die wir bei den Ausleseverfahren an eine Abfüllung anlegen: Er muss qualitativ gut sein, auf seine Art besonders und flächendeckend erhältlich. Zudem sollte er halbwegs erschwinglich sein und Anfängern wie Fortgeschrittenen Freude bereiten.

Das sind nun zweifelsfrei alles Attribute, die auf den Ardbeg Ten zutreffen. Handwerklich gibt es an ihm nichts auszusetzen, der Ten ist eine der Ikonen der rauchigen Whiskys. Besonders ist er, weil er den Ardbeg-Stil, die besondere Art der Rauchigkeit, die sehr voluminös daherkommt, den leichten salzigen Hauch und die fruchtige Süße, schön verkörpert. Man bekommt ihn fast überall, wo es Whisky gibt, und im Preis bleibt die Flasche nach wie vor unter 50 Euro, was jetzt zwar kein Hammerschnäppchen, der Qualität aber durchaus angemessen ist.

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Warum schafft es der Ardbeg Ten also erst jetzt, unser Whisky des Monats zu werden? Nun, das liegt vielleicht daran, dass er alle Tugenden, die es dazu braucht, fast schon zu perfekt verkörpert. Jedenfalls hat er sich die Auszeichnung mehr als verdient – wir legen den Ten jedem Whiskyfreund, der auch nur die geringste Affinität zu rauchigem Whisky besitzt, wärmstens ans Herz.

Wenn Sie ein neuer Whiskygenießer sind: Probieren Sie den Ardbeg Ten. Er ist ein schönes Beispiel für einen Islay-Whisky, und seine Rauchigkeit pflastert die anderen Geschmacksnuancen nicht einfach zu. Wenn Sie schon lange zu den Whiskyfreunden zählen: Probieren Sie den Ardbeg Ten wieder einmal. Das unkomplizierte Vergnügen eines guten Standards hat immer wieder etwas und wird Sie nicht enttäuschen.

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Video: Ralfy verkostet GM Bunnahabhain 8yo heavily peated (Review #585)

Ein momentan in Whiskyshops häufig anzutreffender Whisky ist eine 8jährige Abfüllung eines stark getorften Bunnahabhain von Gordon & McPhail. Der preislich recht attraktive (weniger als 50 Euro) Whisky ist nicht zu verwechseln mit einem ähnlich aussehenden Bunnahabhain 2006 von GM – dieser ist nämlich völlig ungetorft.

Ralfy verkostet den 8yo – und er findet ihn ganz nach seinem Geschmack. Satte 90 Punkte gibt es im Verkostungsvideo, das Sie bei uns und auch auf Youtube sehen können, von ihm – und wie immer natürlich jede Menge interessante Infos rund um Whisky. 17 Minuten Unterhaltung und Information – wir wünschen viel Vergnügen.

Whiskyundfrauen: Interview mit Gillian Macdonald (Ardbeg)

Ein interessantes Interview ist gestern auf dem blog whiskyundfrauen. auch für männer. erschienen: Margaretemarie spricht dort mit Ardbeg’s Head of Analytics and Whisky Creation, Gillian Macdonald, die unter anderem für den neuen Dark Cove mitverantwortlich zeichnet. Gillian gibt uns Einblick in den Entstehungsprozess des Dark Cove, und so erfahren wir zum Beispiel, was es mit dem ominösen Dark Sherry tatsächlich auf sich hat:

Gillian: Diese Fässer haben tatsächlich eine ganz besondere Geschichte. Wir dachten ja immer, dass PX-Fässer die intensivste, süßeste und dunkelste Kategorie von Fässern sind, die man bekommen kann. Aber als einer unserer Fasslieferanten diesen besonderen Sherry erwähnte, der noch extremer als der PX-Sherry ist, waren alle wie elektrifiziert und dachten – wow, das klingt fantastisch. Um diesen sogenannten „Dark Sherry“ oder auch „Black Sherry“  zu erhalten, geht man noch einen Schritt weiter. Die Trauben werden nicht nur in der Sonne getrocknet, und dann ausgepresst, sondern zusätzlich erhitzt. Das treibt noch mehr Wasser aus den Trauben heraus und der Geschmack wird noch intensiver.

Margaretemarie befragt Gillian auch zu vielen anderen Themen, so zum Beispiel den Plänen für die nächsten Ardbeg Days (laut Gillian sind sie bis ins Jahr 2021 schon durchdacht) und das leidige NAS-Thema. Jedenfalls sehr lesenswert.

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Foto: Gillian Macdonald. Bildrechte: margaretemarie

Serge verkostet: Ledaig, Runde zwei

Der zweite Tag der Verkostungen rauchiger Whiskys von der Insel Mull, und dort aus der Destillerie Tobermory (natürlich, wie für torfige Varianten üblich, unter dem Namen Ledaig) ist angebrochen. Diesmal sind es neun verschiedene Abfüllungen, und wieder bekommen sie von Serge durchwegs hohe Wertungen – bis auf eine einzige Ausnahme, wie schon gestern von Cadenhead. Aber naja, 80 Punkte sind ja auch nicht wirklich schlecht…

  • Ledaig 16 yo 1998/2015 (56.2%, Morrison & Mackay for HNSW Taiwan, hogshead, cask #700244, 258 bottles): 85 Punkte
  • Ledaig 23 yo 1992/2016 (55%, Cadenhead, Authentic Collection, bourbon hogshead, 180 bottles): 80 Punkte
  • Ledaig 16 yo 1997/2014 (51.1%, Pure Spirit): 86 Punkte
  • Ledaig 2001/2013 (58.9%, Malts of Scotland, bourbon barrel, cask #MoS 13049, 214 bottles): 89 Punkte
  • Tobermory Ledaig 10 yo 2004/2014 (53.2%, Liquid Treasures, bourbon hogshead, 179 bottles): 85 Punkte
  • Ledaig 9 yo 2005/2014 (48.1%, Malt Barn, bourbon, 141 bottles): 89 Punkte
  • Ledaig 8 yo 2005/2014 (48.1%, Pure Spirit and Whisky & Co): 89 Punkte
  • Ledaig 8 yo 2005/2014 (51.3%, The Whisky Mercenary): 89 Punkte
  • Ledaig 1975/1995 (56.5%, Blackadder, Limited Editions, cask #65, 180 bottles): 84 Punkte

Unser Bild zeigt den Hafenort Tobermory auf der Isle of Mull…

Erste Details über die Diageo Special Releases 2016

Sehr früh in diesem Jahr sind die ersten Label der Diageo Special Releases 2016 aufgetaucht, und zwar wie üblich auf der Datenbank des TTB in den USA. Gefunden wurden sie diesmal von Whiskygospel, und was wir durch die Label wissen, ist durchaus interessant. Die üblichen Verdächtigen sind dabei (ein ungetorfter Caol Ila, der 12jährige Lagavulin, alte Abfüllungen von Brora und Port Ellen), und ein neuer Auchroisk. Hier die Abfüllungen, die bekannt geworden sind:

  • Lagavulin 12yo 2016 – 57.7%
  • Caol Ila 15yo Unpeated – 61.5%
  • Port Ellen 1978 37yo – 55.2%, 2940 bottles
  • Brora 38yo– 48.6%, 2984 bottles
  • Auchroisk 25yo – 51.2%, 3954 bottles

Das sind sicher noch nicht alle Abfüllungen, die wahrscheinlich im Oktober erscheinen werden – und wir wissen auch noch keine Preise dazu. Aber hier sind einmal die Label:

port-ellen-1978-37yo-special-releases-2016 brora-38yo-special-releases-2016 lagavulin-12-2016-front-label auchroisk-25yo-special-releases-2016 caol-ila-unpeated-15-special-releases-2016

 

Nur ein Viertel der schottischen Destillerien gehört Schotten

Laut einem Bericht von Deadline News gehört nicht einmal mehr ein Viertel aller in Schottland beheimateten Destillerien Schotten, also Unternehmen, die in Schottland beheimatet sind und in der Mehrheit im Besitz von Personen aus Schottland sind. Gerade einmal 29 von 118 Destillerien entsprechen diesem Kriterium.

Mehr als die Hälfte allerdings gehören noch Unternehmen oder Personen, die sich dem United Kingdom zurechnen lassen; das vor allem dank Diageo, dem britischen Weltmarktführer. Diageo besitzt 27 Destillerien in Schottland.

20 Destillerien gehören französischen Unternehmen, sieben den Japanern. Es geht bei dieser Aufstellung nicht um Produktionsmenge, sondern ausschließlich um Produktionsstätten, wird betont.

Die Scotch Whisky Association, die SWA, sieht das Interesse der ausländischen Firmen an den Destillerien durchaus positiv.

Mehr Zahlen und Daten im verlinkten Artikel.

Unser Bild zeigt die Destillerie Cardhu. Rechte bei Cls_With_Attitude

Neu: Tomatin Cù Bòcan 1988 Vintage

Eine neue Abfüllung in der Cù Bòcan Range von Tomatin wurde uns heute per Presseaussendung angekündigt: Der Cù Bòcan 1988 Vintage. 2200 Flaschen, mit 51.5% abgefüllt, wird es weltweit davon geben. Es handelt sich dabei um einen Whisky, der 28 Jahre in Sherry-Fässern gelagert wurde. In ihrem Vorleben waren die Fässer von einer bekannten, aber nicht namentlich genannten Islay-Destillerie für einen stark getorften Whisky verwendet worden. Die Rauchigkeit stammt also aus der Fasslagerung – momentan ein öfter zu beobachtender Trend.

Der Geschmack wird als „Lagerfeuer-Rauch und gekochte Birnen mit dem Geschmack exotischer Früchte und erdigem, torfigem Seetang“ beschrieben.

Der Cù Bòcan 1988 Vintage wird gerade an Händler weltweit ausgeliefert und kostet in England 199 Pfund. Wie die Preisgestaltung bei uns aussehen wird, bleibt abzuwarten.

Cu bocan 88

Serge verkostet: Ledaig

Vor zwei oder drei Jahren war es, als plötzlich ein Schwung junger und ausgesprochen potenter Ledaigs bei unabhängigen Abfüllern auftauchte. Càrn Mòr, Anam na h-Alba, Best Dram – überall konnte man die getorften Tobermory-Abfüllungen in Fassstärke finden und sich für sie begeistern. Seitdem sind Ledaigs auf der Beobachtungsliste vieler Whiskyfreunde – und auch Serge scheint an ihnen mehr und mehr Gefallen zu finden.

Der Brora und Longrow des Westens, wie Serge den Ledaig nennt, kann aber auch mit offiziellen Abfüllungen gefallen, wie man an der ersten Verkostungsnotiz für den offiziellen Achtzehnjährigen sieht. Alle Wertungen sind in den oberen Achzigern bei der heutigen Verkostung (Teil 1 einer Mini-Serie übrigens) – einzig und allein ein Cadenhead aus dem Vorjahr bleibt da etwas zurück…

  • Ledaig 18 yo (46.3%, OB, +/-2015): 85 Punkte
  • Ledaig 1999/2015 (46%, Gordon & MacPhail, Connoisseur’s Choice): 87 Punkte
  • Ledaig 10 yo 2004/2015 (60.4%, Signatory Vintage, 1st fill sherry butt, cask #900175, 439 bottles): 88 Punkte
  • Ledaig 22 yo 1993/2015 (54.3%, Cadenhead, Authentic Collection, bourbon hogshead, 252 bottles): 80 Punkte
  • Ledaig 8 yo 2005 (53,7%, Highland Laird, Bartels Rawlings, +/-2014); 89 Punkte
  • Ledaig 10 yo 2004/2015 (60.4%, La Maison du Whisky, Artist, sherry butt, cask #900179, 588 bottles): 86 Punkte
Die Destillerie Tobermory (produziert auch Ledaig). Bildrechte bei Torsten Dahmke.
Die Destillerie Tobermory (produziert auch Ledaig). Bildrechte bei Torsten Dahmke.

Ardbeg Night 2016: Bericht aus Hong Kong

Aus Wien haben wir schon über die Ardbeg Night berichtet, aus Hamburg (wir konnten dort leider nicht dabei sein) werden in den nächsten Tagen sicher einige Berichte auftauchen – jetzt haben wir uns gedacht, dass es vielleicht interessant sein könnte, virtuell eine Ardbeg Night am anderen Ende der Welt zu besuchen. Timeforwhisky.com macht es für uns möglich, denn dort berichtet man über die Ardbeg Night in Hong Kong. Autor Martin aus Sydney hatte die Möglichkeit, die Ardbeg Night dort zu besuchen – und mit jenen Veranstaltungen, die er in Australien in den Vorjahren besucht hatte, zu vergleichen. Netter Bericht und interessante Bilder…

(Unser Titelbild zeigt die Skyline von Hong Kong. Bild: Hstoffels, wikimedia)

Uebermap: Interaktive Karte der schottischen Destillerien

Mittlerweile gibt es ja schon einige gute Übersichtskarten für schottische Destillerien online – eine weitere haben wir heute für Sie entdeckt, diesmal auf uebermap. Die Karte „Whisky Distilleries Scotland“ von ttoni scheint auf den ersten Blick sehr vollständig, und sie bietet zu den Destillerien weiterführende Informationen wie Adresse, Geschichte und Links zu den Webseiten der Destillerien. Herumschmökern macht hier richtig Spaß.

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