Exklusiv: Zu Besuch bei Malts of Scotland

Der unabhängige Abfüller Malts of Scotland genießt nicht nur in Deutschland einen besonderen Ruf, auch international sind dessen Abfüllungen sehr geschätzt. Unser Leser Bernd Scheer hat dessen Firmensitz in Paderborn besucht und von dort einen Bericht und ein Interview mit Thomas Ewers mitgebracht. Wir freuen uns, beides hier exklusiv für Sie veröffentlichen zu können:

Zu Besuch bei Malts of Scotland

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Tief im Westen ist Schottland ganz nah. Wer das Ruhrgebiet hinter sich gelassen hat, findet in der alten Bischofsstadt Paderborn den Sitz von MALTS OF SCOTLAND (MoS). Versteckt mitten in einem riesigen Gewerbegebiet befindet sich der Warehouseshop und das Lagerhaus von MALTS OF SCOTLAND. Der Warehouseshop steht für feinste schottische Spezialitäten.

Hat der Besucher sich erst einmal an das Außenambiente gewöhnt, so erwartet den Whiskyfreund am Ende einer langen Holztreppe eine Offenbarung: Regale voller Whiskyflaschen entlang der Wände und in der Mitte Holztische, die zum Probieren einladen. Kaum hat man den Verkaufsraum betreten, begrüßt Anton Ewers den Besucher mit einem freundlichem „Willkommen“ und führt ihn sogleich an die Verkaufs-theke. Was für ein Anblick zeigt sich hier: dutzende und aberdutzende von Samples  stehen zum Probieren bereit.  Der Verkauf steht hier überhaupt nicht im Vordergrund, sondern es geht um fachsimpeln, probieren und genießen. Und Genuss wird bei MoS großgeschrieben. Wer möchte, kann sich ganz entspannt in eine gemütliche Leder-sitzgruppe mit einem Dram zurückziehen.

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Hier erzählte Anton Ewers auch einiges zur Geschichte von MoS:

„Angefangen hat alles damit, dass Thomas Ewers 2003 auf einer Englandreise mit dem Wasser des Lebens Bekannt-schaft machte.“ Danach ging die Entwicklung rasend schnell weiter und MoS gedieh zu einem der herausragenden unab-hängigen Abfüller.  Bereits zweimal ist MoS in Schottland zum besten Abfüller der Welt ausgezeichnet worden.
„In 2005 erfolgten schon die ersten Schritte im Fasshandel und seit 2009 gibt es die bekannten Eigenabfüllungen von MoS. Die Warehouserange startete mit Abfüllungen von Bunnhabhain, Laphroaig, Bowmore und Auchentoshan, die es exklusiv nur im Warehouseshop gab und ständig fortgesetzt wird. Eine weitere Besonderheit ist auch der MoS Warehouse Dram, den man selbst vom Faß abfüllen kann.“ Was dann folgte, muss hier nicht mehr vorgestellt werden. Die Produkte von MoS erfreuen sich unter Kennern großer Beliebtheit und in Fachkreisen allergrößter Wertschätzung.

Vor Ort lagern mehr als 350 Fässer und gerade wurde ein neues Lagerhaus in Betrieb genommen. Insgesamt besitzt MoS in Schottland Fässer in über 60 verschiedenen Lagerhäusern, die auf ihre Bestimmung warten.

Hier ein Blick auf das Fasslager und in der unteren Reihe lagern bereits die nächsten Fässer für die Abfüllung des ‚The Westfalian‘, die im Spätsommer 2016 auf den Markt kommen – so viel sei hier verraten – und wieder einen großen Ansturm auslösen wird.

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Hier das Interview mit Thomas Ewers:

Thomas, was ist die Besonderheit des Westfalian?

Dass er in ehemaligen Scotch Fässern lagert, der New Make vom einem Brennmeister gebrannt wird, der das Brennen unter anderem in einer schottischen Whisky Brennerei erlernt hat.

Was kann der Whiskyfreund von der Abfüllung 2016 erwarten?

Eine weitere Einzelfassabfüllung. Welches Fass es treffen wird steht noch nicht ganz genau fest. Es stehen 4 – 5 zur Verfügung, die bereits abfüllbereit sind.

Welches Profil wird der neue Westfalian haben?

Das kann ich leider erst sagen, wenn ich das Fass ausgewählt habe……

Wieviele Flaschen werden auf den Markt kommen?

Es werden wieder zwischen 300 – 400 werden.

Wird der neue Westfalian wieder ausschließlich über den Warehausshop verkauft werden oder wird  es auch eine Chance über den Online-Shop geben?

Ja, dafür ist er vorgesehen. Es ist und bleibt ein „heimisches“ Produkt. Für uns zählt nicht die Quantität, sondern ausschließlich die Qualität. Wenn wir ihn online oder übers Händlernetz verkaufen würden, hätten wir nie genug und das ist nicht unser Ziel.

Was ist für die Zukunft zu erwarten? Ist auch 2017 ein neues Batch des Westfalian zu geplant?

Selbstverständlich. 2017 ist der erste 5-jährige geplant.

Zum Schluss noch eine letzte Frage, Thomas. Welche Flasche würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen? Dein Vater entschied sich für einen Laphroaig aus einem Olorosofass (Cask # 14001) und bekam ganz leuchtende Augen. Wie sieht es bei dir aus?

Natürlich einen „The Westfalian“…

Danke für das Interview!

 

So wird die Old Forester Distillery in Louisville aussehen

Im Juli des Vorjahres hat Brown-Forman mit dem Bau der Old Forester Distillery in Louisville begonnen (wir haben hier darüber berichtet). Das Projekt, das 45 Millionen Dollar kostet, umfasst nicht nur die Destillerie, sondern auch ein Besucherzentrum und soll im Jahr 2017 fertiggestellt sein. Das ist etwas später als geplant – Grund dafür ist ein verheerender Brand, der in der Main Street im Stadtzentrum wütete und die Gebäude dort beschädigte.

Einen Eindruck davon, wie die Destillerie und das Besucherzentrum aussehen werden, gewinnt man durch einen Artikel und eine Fotostrecke auf Louisville Business First – den Renderings nach wird man dort wohl Einblick in alle Produktionsschritte erhalten können.

Exklusiv: Paul Dempsey (Speyside Distillery) mit Cask 27 auf Blitzbesuch in Wien

Auf seinem Weg zur Whiskymesse nach Bratislava hat Commercial Manager Paul Dempsey von der Speyside Distillery auch einen kurzen Abstecher nach Österreich gemacht, auf Einladung des österreichischen Distributors, Dr. Mario Prinz. Wir trafen Paul im Whiskyshop von Dr. Prinz, dem Potstill in Wien.

Dr. Mario Prinz und Paul Dempsey im Potstill in Wien
Dr. Mario Prinz und Paul Dempsey im Potstill in Wien

Paul Dempsey hatte eine kleine Überraschung im Gepäck: Ein Tasting Sample von Cask 27, dem ersten Fass, das nach der Übernahme der Destillerie im Jahr 1990 im Dezember befüllt wurde. Nur 250 Flaschen gibt es von diesem Fass, die erste wurde unlängst bei einer Auktion bei McTear’s versteigert. Die restlichen Flaschen werden erst jetzt für den Verkauf konfektioniert.

Diese Flasche wurde Ende März versteigert - die erste von 250 aus Cask 27
Diese Flasche wurde Ende März versteigert – die erste von 250 aus Cask 27

Natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen, gemeinsam mit Paul und Dr. Prinz Cask 27 zu verkosten – und wir wurden nicht enttäuscht: Das ist ein Spey, wie er im Buche steht. Dicht, intensiv, mit wunderbaren Fruchtnoten, Malz und etwas Honig, leichten Anklängen von Vanille und einem fruchtigen, milden Finish. Die 55.1% integrieren sich fantastisch, und der Einfluss des Fasses aus amerikanischer Eiche ist ausgewogen und dennoch druckvoll.

Whisky ist erst dann gut, wenn man ihm genießt: Cask 27 wird verkostet
Whisky ist erst dann gut, wenn man ihn genießt: Cask 27 wird verkostet

Was die Abfüllung im Handel kosten wird, ist laut Paul Dempsey noch nicht entschieden. Eine gute Nachricht ist jedenfalls, dass man in der Speyside Distillery generell über Einzelfassabfüllungen für den europäischen Markt nachdenkt – wenn Cask 27 ein Wegweiser für deren Qualität ist, dann kann man sich darauf auf jeden Fall freuen.

Ein interessantes Detail am Rande: Wir haben mit Paul auch ein wenig über das Fassmanagement der Destillerie gesprochen, und laut ihm ist bei der Speyside Distillery keine Knappheit an alten Fässern gegeben. Von jedem Jahrgang seit 1990 liegen Fässer im Warehouse in Glasgow (das übrigens auch für andere Destillerien und Abfüller genutzt wird), und in der Tat sind momentan mehr achtzehnjährige Fässer vorhanden als zwölfjährige.

Paul reist noch heute nach Bratislava weiter, um dann zum Wochenende nach Leyden zum Whiskyfestival zu fliegen. Auf beiden Festivals können Sie ihn am Stand der Speyside Distillery treffen.

Jura Tastival: Programm veröffentlicht – Vorverkauf gestartet

Wie in jedem Jahr veranstaltet die Destillerie Jura auch heuer wieder das Jura Tastival – als deren Beitrag zum Feis Ile Festival. Diesmal findet es am 25. und 26. Mai statt – und in einer Presseaussendung hat die Destillerie heute die geplanten Programmpunkte dafür bekanntgegeben. Unter anderem erwarten Sie:

  • ein Tasting mit Richard Paterson
  • ein pop-up Dining
  • ein Pairing zwischen Whisky und Bier
  • und eine Verkostung von Jura Turas-Mara auf einem Schiff.

Insgesamt hat man sich auch heuer ziemlich ins Zeug gelegt, um den Besuchern etwas zu bieten.

Wenn Sie dabei sein wollen: Die Karten für das Jura Tastival sind ab heute unter diesem Link bestellbar.

Unser Bild zeigt die Destillerie Jura. Fotorechte: Gerald Petö

Serge verkostet: Rosebank

Eine der vielen verlorenen Lowland-Destillerien ist Rosebank. Leider werden auch Rosebanks immer seltener, und damit immer teurer – besonders die offizielle 25jährige Abfüllung ist in den letzten drei Jahren preislich durch die Decke geschossen.

Drei Abfüllungen aus Rosebank hat Serge Valentin heute verkostet, und alle drei sind wohl nur mehr am Sekundärmarkt zu finden. Die Wertungen reichen heute von „na ja“ bis „oh ja!“:

  • Rosebank 1991/2001 (43%, Dun Eideann): 78 Punkte
  • Rosebank 28 yo 1965/1993 (53.4%, Signatory Vintage, sherry, cask #2498, 180 bottles: 93 Punkte
  • Rosebank 34 yo (88°proof, George Strachan, 26 2/3 fl. Ozs, early 1970s): 92 Punkte

Bild: Rosebank Destillerie, Foto von Caper13, GNU-Lizenz

PR: Neuer Teeling Single Cask 2002 – Bourbon Cask Matured bei Irish-whiskeys.de

Von Irish-Whiskeys.de haben wir eine Information über eine neue Einzelfassabfüllung eines Teeling Whiskeys erhalten, den der Onlineshop ab sofort exklusiv anbietet. Die weiterführenden Informationen und die Tasting Notes bringen wir hier für Sie:

Teeling Single Cask 2002 – Bourbon Cask Matured

Eine neue Teeling Single Cask Abfüllung hat uns erreicht. Für unsere nächste Abfüllung aus dem Hause Teeling haben wir uns für einen Bourbon Cask Whiskey aus dem Jahr 2002 entschieden. Ein besonders fruchtiger und komplexer Whiskey.

In der Nase hat man sofort einen Obstgarten, der sich im Mund fortsetzt und dort sich mit tollen Holznoten und einer leichter Süße paart.

Der Whiskey wurde 2002 destilliert und reifte bis 2016 in einem Ex-Bourbon Cask (Cask No 7920), um tolle Holz- und Fruchtnoten zu entwickeln. Die Abfüllung ist auf 276 Flaschen limitiert. Der Whiskey ist nicht gefärbt, nicht kühlgefiltert und wurde mit 46 % abgefüllt.

Tasting Notes:

Aroma: Pfirsich, Aprikosen, grüner Apfel, Vanille, florale Noten, leichte Holznoten

Geschmack: ölig, leichte Vanillesüße, Malz, Holztöne, reife Aprikosen

Nachklang: langer fruchtig und holziger Abgang

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Walsh Whiskey Distillery eröffnet offiziell am 21. Juni

Falls Sie einen Urlaub in Irland geplant haben und am 21. Juni zufällig halbwegs in der Nähe von Royal Oak, County Carlow, sind, dann könnten Sie zur offiziellen Eröffnung der Walsh Whiskey Distillery, Besitzer so bekannter Marken wie Writer’s Tears oder The Irishman, vorbeischauen. Sie produziert ja als erste irische Destillerie gleich drei Arten von Whiskey in einer Destillerie: Grain, Single Malt und Single Pot Still.

Den Betrieb hat die Destillerie ja bereits Ende März aufgenommen (wir berichteten hier), der formale und offizielle Eröffnungsakt wird aber, so berichtet The Spirits Business, wie gesagt erst am 21. Juni stattfinden.

Waldviertler Whisky trifft Laphroaig

Auf der Facebook-Seite der 1. Whiskydestillerie Österreichs fanden wir die Nachricht, dass sich Cadenhead Salzburg eine besondere Abfüllung zum dritten Geburtstag gönnt: Ein Waldviertler Single Malt Whisky lagerte drei Jahre in einem Fass aus heimischer Eiche. Danach durfte dieser Whisky noch einige Monate in einem gebrauchten Laphroaig-Fass reifen. Für diese Jubiläumsabfüllung werden exklusiv nur 200 Flaschen in Fassstärke abgefüllt, diese sind dann ausschließlich über Cadenhead Salzburg erhältlich.cadenhead-salzburgAnscheinend wird das Fass nur halb geleert, denn im nächsten Jahr soll es noch eine weitere Abfüllung geben.

Serge verkostet: Balvenie 25yo (offiziell vs. unabhängig)

Ein 25jähriger offizieller Balvenie ist nichts, was man sich mal so im Vorübergehen an seinem Whiskyshop mitnehmen würde – es sei denn, man kommt gerade von der Bank, wo man sich seinen fetten Lottogewinn hat auszahlen lassen. Und auch ein Unabhängiger selbigen Alters ist selten zu einem Kampfpreis zu bekommen (wenn auch meist deutlich günstiger als eine Originalabfüllung). Die Unabhängigen dürfen sich nicht Balvenie nennen, und technisch sind sie Balvenies mit einem Teelöffelchen eines anderen Single Malts von William Grant, also Blends, aber wenn wo Burnside draufsteht, ist sehr, sehr, sehr viel Balvenie drinnen :-).

Wie sieht es nun aus, wenn man Original und Unabhängige gegeneinander verkostet? Serge hat die „Mühe“ auf sich genommen, und kommt punktemäßig zu folgendem Ergebnis:

  • Balvenie 25 yo ‘Triple Casks’ (40%, OB, +/-2015): 85 Punkte
  • Burnside 25 yo 1989/2014 (50.9%, Maltbarn, bourbon, 167 bottles): 85 Punkte
  • Burnside 24 yo 1989/2014 (51.1%, Whisky-Fässle, hogshead): 85 Punkte

Wie immer: Jede Wertung, auch die von Serge, ist natürlich subjektiv – seiner Meinung nach wäre also zwischen den einzelnen Abfüllungen punktemäßiger Gleichstand gegeben. Die subtilen Unterschiede sind aus den Beschreibungen ersichtlich…

Foto: Destillerie Balvenie. Alle Bildrechte bei Alexander Kohn.

Holyrood Distillery (Edinburgh): Baupläne eingereicht

Über die Pläne, eine neue Destillerie in Edinburgh zu bauen, haben wir ja bereits im August des letzten Jahres berichtet – nun ist über einen Artikel in Scottish Construction Now zu erfahren, dass die Besitzer der geplanten Holyrood Distillery die Baupläne dafür bei der zuständigen Behörde in Edinburgh eingereicht haben. Es wäre die erste Single Malt Destillerie seit fast 100 Jahren in der schottischen Hauptstadt.

Der frühere Master Distiller bei Macallan, David Robertson, nimmt für die kleine Destillerie (53.000 Liter Jahresproduktion sind anfänglich vorgesehen) und ein Besucherzentrum 3.6 Millionen Pfund in die Hand. Schon nächstes Jahr will man dort mit der Produktion beginnen.

Bild: Edinburgh, Bild von Christian Bickel (2005), CC-Lizenz

Brown-Forman bringt in den USA erste neue Bourbon-Marke seit 20 Jahren

Wenn man das Unternehmen hinter Jack Daniel’s ist, ist man wahrscheinlich eher mit dem Erhalten von Traditionen denn mit dem Ersinnen von Neuem beschäftigt. Das mag vielleicht der Grund sein, warum der Konzern seit 20 Jahren keine neue Marke kreiert hat. Das wird sich aber, so die Seattle Times, in diesem Sommer ändern, denn dann wird Brown Forman seinen Cooper’s Craft in acht südöstlichen Staaten der USA (Kentucky, South Carolina, Alabama, Louisiana, Tennessee, Georgia, Mississippi und Florida) veröffentlichen – mit Plänen, die Distribution mit dem Vorhandensein von mehr Bourbon auszuweiten.

Vier bis sechs Jahre wird Cooper’s Craft reifen, bevor er mit 41.1% in die Flasche gefüllt wird. Die 750ml-Flasche soll 29 Dollar kosten. Mit seiner Stärke und dem Preis richtet sich der neue Bourbon an Einsteiger und soll sowohl straight als auch in Mixgetränken gut schmecken.

Die Verfügbarkeit in Europa wird wohl längere Zeit nicht gegeben sein, Bourbon-Freunde werden sich mit Direktimporten behelfen müssen.

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The Drum: Haig Club hat Probleme, bringt neuen Whisky

Wer unsere Site schon seit längerer Zeit verfolgt, der hatte bereits Kontakt mit Haig Club, dem Grain Whisky von Diageo, der in einer schick designten Flasche und mit Hilfe von David Beckham gelauncht wurde – und, so The Drum, sich trotz massivem Geldeinsatz nur „sporadisch“ (Originalzitat) auf dem Markt bewegte. Die Preisbarriere, so Experten, die im Artikel zitiert werde, sei einfach zu hoch gewesen, um ein junges, neues Publikum anzusprechen – mit seinen 45 Pfund wäre er gegen Single Malts angetreten, und deren Käufer hätten mit dem Grain wenig anzufangen gewusst.

Auch Preissenkungen im Travel Retail hätten nicht den gewünschten Durchbruch gebracht, und so sucht Diageo nach Wegen, die Marke im jungen Publikum zu verankern. Kritische Stimmen meinen, dass nicht nur der Preis, sondern auch die Fokussierung auf David Beckham und der Verzicht auf eine weiterführende Markenstory eher geschadet denn genutzt hätten (im Artikel finden sich sehr interessante Statements von Insidern).

Wie also weiter vorgehen? Laut den Quellen bei The Drum wird Diageo versuchen, die Marke mit einer neuen Sorte, die primär für das Mixen gedacht ist, zu beleben – im Preis deutlich niedriger angesetzt und noch einmal dezidiert fürs junge Zielpublikum konzipiert. Damit will man die Gesamtmarke pushen und auf die Gewinnerstraße führen.

Wenn auch der Launch laut The Drum für dieses Jahr gesichert scheint, gibt es dafür noch keinen konkreten Zeitpunkt. Natürlich bleiben wir dran und werden berichten, wenn wir mehr wissen…

Whisky-Club FS: Thomas Ewers (Malts of Scotland) im Interview

Seit sieben Jahren ist Thomas Ewers mit seinen Malts of Scotland ein Teil der deutschen Whisky-Szene. Doch in dieser recht kurzen Zeit gelang es ihm als einer der jüngeren unabhängigen Abfüller, vom britischen Whisky Magazine zweimal hintereinander zum „Unabhängigen Abfüller des Jahres“ ausgezeichnet zu werden. Im Interview mit Patrick Grasser vom Whisky-Club Fränkische Schweiz gibt Thomas Ewers einen Einblick, wie aus seiner Leidenschaft für Whisky erst sein zeitintensives Hobby und nun sein Beruf wurde.

Serge verkostet: Ben Nevis

In seiner Verkostung von heute widmet sich Serge Valentin der Destillerie Ben Nevis, die nach dem höchsten Berg Schottlands benannt ist. Vier unabhängige Abfüllungen sind es, die vor seinem strengen Gaumen bestehen müssen, und alle vier schaffen dies mit Bravour:

  • Ben Nevis 16 yo 1999/2015 (54.1%, Exclusive Malts, cask #190, 301 bottles): 86 Punkte
  • Ben Nevis 17 yo 1998/2015 (58.6%, Valinch & Mallet, sherry butt, cask #11439, 240 bottles): 89 Punkte
  • Ben Nevis 19 yo 1996/2015 (50,9%, Maltbarn, bourbon, 121 bottles): 85 Punkte
  • Ben Nevis 1996/2015 (52.3%, Sansibar for S Spirit Shop, bourbon, 119 bottles): 87 Punkte

Bild: Die Stills von Ben Nevis. Foto von Frank Gauert, alle Recht vorbehalten.