Benromach: Renoviertes Besucherzentrum, neue Destillerieabfüllung

Die Destillerie Benromach (sie gehört dem unabhängigen Abfüller Gordon & MacPhail) hat uns darüber informiert, dass die Räumlichkeiten des Besucherzentrums ausgebaut wurden. Es gibt jetzt insgesamt drei Tastingräume. Auch das Benromach House, das alte Haus des Distillery Managers, wurde im Zuge der Renovierung mit einem Tastingraum versehen.

Hier einige Bilder von den neuen Tasting Rooms bei Benromach:

The Romach Room (Bild: Benromach)
The Romach Room (Bild: Benromach)
The Chapelton Room (Bild: Benromach)
The Chapelton Room (Bild: Benromach)
The Mosset Room (Bild: Benromach)
The Mosset Room (Bild: Benromach)

Zudem gibt die Destillerie bekannt, dass es im Besucherzentrum der Destillerie eine neue exklusive Distillery-Abfüllung gibt.

Für 90 Pfund können Sie dort und nur dort eine der 238 Flaschen aus dem Fass 757 kaufen. Die Destillerie beschreibt den Whisky so:

Nase: Vanille, dann tropische Früchte und Kakaopulver sowie etwas Torfrauch

Gaumen: Weich und würzig, Bananengeschmack, Mango und Passionsfrucht, ergänzt mit der Glut von Lagerfeuern – mit einer rauchigen Nuance.

Die Information ist so neu, dass Benromach noch kein Bild der neuen Abfüllung bereitstellen kann. Wir werden es aber natürlich nachreichen, sobald es eines gibt.

Serge verkostet: Edradour

Lange Zeit war Edradour die kleinste Destillerie Schottlands, bis sie von einigen kleineren neuen Destillerien abgelöst wurde, die noch kleiner sind. Jetzt arbeitet man dort daran, die Kapazität erheblich zu erweitern – mit einem Neubau, über den wir hier mit Bildern schon näher berichteten.

Serge Valentin verkostet heute einige Abfüllungen aus der Destillerie von Andrew Symington, der auch als unabhängiger Abfüller Signatory agiert – und wie um zu beweisen, wie viel sich in dieser Destillerie verändert hat, stellt er einen Standard aus dem Jahr 2000 neueren Abfüllungen gegenüber:

  • Edradour 10 yo (40%, OB, +/-2000): 55 Punkte
  • Edradour 15 yo ‘Fairy Flag’ (46%, OB, +/-2016): 86 Punkte
  • Edradour 15 yo 1999/2015 (56.4%, OB, casks #902-903, 472 bottles): 86 Punkte
  • Edradour 10 yo 2004/2015 (60.7%, OB, Straight From The Cask, sherry butt, cask #407, 912 bottles): 89 Punkte

Übrigens: Edradour ist ein schönes Beispiel dafür, dass man seine Meinung über eine Destillerie (und nicht nur zu der) alle paar Jahre erneut überprüfen sollte – nichts ist unangenehmer, als von einer zum Vorurteil verfestigten Meinung betrogen zu werden…

Edradour - Bildrechte bei Ernst J. Scheiner, The Gateway to Distilleries
Edradour – Bildrechte bei Ernst J. Scheiner, The Gateway to Distilleries

Wir verkosten: Scallywag Cask Strength #2

Scallywag Cask Strength Limited Edition #2 54,1%vol.

ohne Farbstoff, ohne Kältefiltrierung
Sample: Bremer Spirituosen Contor
Verkoster: Dirk Piesczek

Der „kleine Strolch“ aus dem Hause Douglas Laing schaut in seiner zweiten fassstarken Auflage bei uns in der Redaktion vorbei. Über diese Abfüllung aus der „Remarkable Regional Malts“-Reihe wissen wir, dass Whiskys der Brennereien Macallan, Mortlach und Glenrothes (und wohl noch weiteren) Verwendung fanden, die sowohl in Sherry-Butts als auch in Bourbon-Hogsheads reiften. Insgesamt konnten 4800 Flaschen abgefüllt werden.
scallytitel
Nase: Zu Beginn recht süß, dies wandelt sich schnell in deutliche fruchtig-herbe Noten und erinnert an Orangen. Hinzu kommen verstärkte würzige Noten wie Tabak und Leder und ein dezenter Anflug von Vanille. Insgesamt sehr voll.

Gaumen: Von Beginn an Mund füllend, der fruchtig-herbe Charakter ist sofort präsent und bildet ein schönes, spannendes Wechselspiel mit den erneut vorhandenen würzigen Noten.

Finish: Kurz, aber sehr kräftig und leicht adstringierend, die Fassstärke taucht hier erstmals auf.

Alles in allem: Ein sehr voller Whisky. An manchen Stellen merkt man ihm seine sicherlich vorhandene Jugendlichkeit ein klein wenig an. Doch durch die Dichte der Aromen – hier durften wohl sehr aktive Fässer ihre Arbeit verrichten – weiß der Scallywag diese zu kaschieren und präsentiert sich als sehr guter Repräsentant der Whisky-Region Speyside.

Seit Beginn des Jahres verzichten wir in unseren Tasting Notes auf numerische Bewertungen und geben unseren Eindruck nur mehr über die Beschreibung wieder. Wir tragen damit unserem Gefühl Rechnung, dass man mit einem starren Punkteschema Vergleiche forciert, die den Whiskys nicht gerecht werden. PS: Wir haben Geschmack. Unseren. Nicht Ihren. Unsere Verkostungsnotizen sind also kein richterliches Urteil, sondern unser persönlicher Eindruck.

SWA warnt vor bis zu 20% höheren Zöllen durch Brexit

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Die SWA (Scotch Whisky Association) warnt, dass durch den Brexit für Whisky in einigen wichtigen Märkten bis zu 20% höhere Zölle anfallen werden, berichtet unter anderem Herald Scotland. Das würde bedeuten, dass sich in diesen Märkten der Whisky entsprechend verteuern und der Absatz dadurch erschwert werden würde.

Grund dafür sei, dass man durch den Brexit unweigerlich den Zugang zu den Freihandelsmöglichkeiten der EU verliere, so David Frost, Chef der Scotch Whisky Association.

Die 20% Zoll würden unter anderem in Taiwan, Kolumbien, Südafrika und Peru anfallen. Nicht betroffen seien (und das ist gut für uns zu hören) Europa und die USA, Kanada und Mexiko.

Man müsse nun rasch und intensiv beginnen, in trilateralen Gesprächen (Europa, UK und die betroffenen Märkte) neue Handelsabkommen zu erzielen. Frost wies darauf hin, dass dies eine langwierige und schwierige Aufgabe sei: „Ich habe noch kein Handelsabkommen erlebt, das schneller als in drei Jahren ausgehandelt gewesen wäre“.

Titelbild: Fotorechte bei Danny Giessner.

Neu: Haig Club Clubman – der Haig Club zum Mixen

Wir haben ja schon vor einiger Zeit berichtet, dass die Verkäufe von Diageos Grain Whisky Haig Club alles andere als fantastisch waren. Als Grund wurde die doch hohe Preisbarriere ausgemacht. Damals, im April, wurde von dem Unternehmen auch eine neue, preisgünstigere Variante von Haig Club angekündigt – und diese ist nun offiziell vorgestellt worden.

clubman diageo haig club

Haig Club Clubman ist preislich deutlich unter den 45 Pfund, die der reguläre Haig Club kostet, angesetzt: 25 Pfund wird die Flasche des Single Grain Whiskys kosten. Haig Club Clubman ist definitiv dazu gedacht, mit Cola gemixt zu werden und soll ein jüngeres Publikum ansprechen. Der Grain Whisky ist ab sofort in Großbritannien erhältlich, wann er dann auf den weiteren Märkten erscheinen wird, ist noch nicht offiziell bekanntgegeben.

David Beckham introduces HAIG CLUB CLUBMAN - A new Single Grain Scotch Whisky from HAIG CLUB (PRNewsFoto/Diageo)
David Beckham wirbt für HAIG CLUB CLUBMAN – (PRNewsFoto/Diageo)

Beworben wird sie wieder mit David Beckham, die Launchkampagne soll im Oktober dieses Jahres starten und wird 2.5 Millionen Pfund kosten. Sie soll 95% aller Erwachsenen in Großbritannien erreichen.

Zur Unterscheidung vom bisherigen Haig Club wird Haig Club Clubman in einer länglicheren Flasche präsentiert, die aber das typische Haig-Blau beibehält.

Introducing HAIG CLUB CLUBMAN - a new Single Grain Scotch Whisky from Diageo together with David Beckham (PRNewsFoto/Diageo)
HAIG CLUB CLUBMAN – ein neuer Single Grain Scotch Whisky von Diageo together mit David Beckham (PRNewsFoto/Diageo)

 

Neu: Douglas Laing Big Peat Edinburgh Edition

Von Douglas Laing haben wir eine Information erhalten, dass das Unternehmen zum Edinburgh Fringe Festival eine streng limitierte Big Peat Edinburgh Edition mit eigens gestaltetem Label und etwas höherer Stärke herausbringen wird.

Abgefüllt ist dieser Blended Malt von Islay (er enthält Whiskys von Caol IlaArdbeg und Port Ellen) ohne Farbstoff und ohne Kältefiltration. Die Editionsflaschen (48% statt 46%) sind einzeln nummeriert. Ein Preis wurde in der Infomail nicht bekannt gegeben.

Gerade einmal 180 Flaschen wird es davon geben, und sie können über ausgesuchte (Online)Händler aus der Region bezogen werden, darunter Master of Malt, The Whisky Exchange, The Green Welly Stop und DouglasLaing.com.

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WoW: Scotch Whisky Transparency Campaign – was seither geschah

Im April startete John Glaser von Compass Box eine Kampagne, die helfen sollte, die Regeln für schottischen Whisky so zu ändern, dass Hersteller 100% transparent mit ihren Angaben zum Whisky sein dürfen – nachdem er von der SWA für seine Label für Flaming Heart und This is not a luxury whisky abgemahnt wurde. Zur Zeit ist es nämlich nicht erlaubt, am Etikett die einzelnen Bestandteile eines Blends oder eines Single Malts fassgenau aufzulisten. Man darf nur das Alter des jüngsten Whiskys angeben – oder gar keines.

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Nach anfänglichen Solidaritätsbekundungen und dem aktiven Eintreten für diese Änderungen von einigen Playern am Markt (Bruichladdich zum Beispiel) ist es wieder ruhig um die Initiative geworden, zumindest, was die öffentliche Wahrnehmung betrifft. Grund dafür ist wohl auch, dass sich die ganz Großen im Business, wie zum Beispiel Diageo und Pernod Ricard, in dieser Angelegenheit (noch) nicht deklariert haben.

Im Hintergrund aber arbeitet Glaser natürlich nach wie vor an der Kampagne, und Words of Whisky hat ihn in einem Interview dazu befragt. Laut dem Interview arbeitet man mit der SWA zusammen und hofft, dass es noch dieses Jahr eine Lösung des Problems geben wird.

Alle Fragen und Antworten sowie eine Zusammenfassung der Vorgeschichte auf Words of Whisky.

John Glase, Compass Box
John Glaser, Compass Box

Exklusiv: Die neuen Destillerien Irlands – ein Reisebericht (Teil 2)

Im Frühjahr dieses Jahres reiste Mareike Spitzer, Gründerin von irish-whiskeys.de, auf die grüne Insel und besuchte viele der Destillerien, die momentan dort neu entstehen oder vor kurzem ihre Arbeit aufgenommen haben. Als Importeur verschiedenster Marken und langjährige Kennerin der irischen Whiskeyszene hat sie dabei natürlich Eindrücke gewinnen können, die Touristen verwehrt bleiben. Ihren Bericht hat sie exklusiv für die Leser von Whiskyexperts verfasst. Hier Teil 2 – den ersten Teil von gestern können Sie hier nachlesen:

Die neuen Destillerien Irlands – Teil 2

ein Reisebericht von Mareike Spitzer

Von Nordirland aus ging es runter ganz in den Süden nach Waterford. Mark Reynier, der ehemalige Besitzer der Bruichladdich Distillery hat dort eine neue eigene Destillerie eröffnet, Waterford Distillery. Wie schon bei John Teeling in der Great Northern Distillery, wurde auch hier vormals Guiness gebrannt, nur hat Mark Reynier extra Pot Stills aus Schottland kommen lassen. John Teeling arbeitet mit den vorhandenen Stills.

Einen typischen Destillerie-Eindruck macht Waterford nicht - war sie doch vorher eine Brauerei
Einen typischen Destillerie-Eindruck macht Waterford nicht – war sie doch vorher eine Brauerei

In Waterford wird momentan nur Single Malt gebrannt, aber dies nach einer sehr besonderen Methode. Sie arbeiten mit ca. 50 Bauern aus der Region zusammen, von denen sie ihre Gerste erhalten. Jeder Brennvorgang wird strickt nach der Gerste eines Bauern getrennt. Dies wird in der Schaltzentrale auch genau dokumentiert. Das ist ein sehr aufwendiges Konstrukt und wir sind gespannt, wie das in Zukunft sich gestalten wird, wenn das Produktionsvolumen größer wird.

Die Stills von Waterford
Die Stills von Waterford

Nicht weit von Waterford entfernt liegt die schöne Stadt Cahir. Dort haben wir uns mit Jennifer Nickerson und ihrem Verlobten Liam getroffen. Die beiden haben zusammen mit Jennifers Vater Stuart Nickerson (ex-Glenglassaugh) die Tipperary Boutique Distillery gegründet. Den ersten Whiskey haben sie bereits als unabhängige Abfüllung im Frühjahr dieses Jahres auf den Markt gebracht. Tipperary The Rising Single Malt Whiskey ist 11 Jahre alt, dreifach destilliert, im Bourbonfass gereift und mit 47 % abgefüllt. Ein wirklich toller Whiskey.

Der fruchtig- intensive Tipperary-Whiskey
Der fruchtig-intensive Tipperary-Whiskey

Auch der Standort für die Destillerie ist bereits gefunden. Liams Familie hat in der Nähe von Cahir eine Farm, die genug Platz bietet, um dort eine Destillerie zu bauen. Ihr Getreide bauen sie bereits dort an und hoffen im nächsten Jahr ihren ersten Whiskey aus diesem Getreide herstellen zu können.

Noch sieht man nichts, aber hier wird die Tipperary Distillery entstehen
Noch sieht man nichts, aber hier wird die Tipperary Distillery entstehen

Die Farm bietet wirklich den idealen Standort für eine Destillerie, weites Land mit viel Platz. Der Bau soll spätestens Anfang nächsten Jahres begonnen werden. Wir haben die Farm besucht und konnten uns selbst ein Bild von der Landschaft und dem Gelände für die ehemalige Destillerie machen. Dort kann wirklich eine tolle Destillerie entstehen.

Von Cahir aus ging es nochmal in die Wicklow Mountains. Dort haben wir uns mit Heike Owens getroffen. Sie stellt Dunbur Whiskey Liqueur her. Es gibt zwei verschiedene Sorten des Likörs: Raspberry Infusion und Mixed Berry Liqueur. Der Likör wird aus rein natürlichen Zutaten hergestellt und da wollten wir uns doch davon überzeugen, wo die Beeren für den Likör geerntet werden – und wir wurden fündig. Außerdem wurden wir mit einer traumhaften Landschaft belohnt. Wicklow Head ist nur zu empfehlen. Wer die Wicklow Mountains besucht sollte sich die Leuchttürme am Wicklow Head nicht entgehen lassen.

Der Dunbur Liqueur
Der Dunbur Liqueur

Nur wenige Kilometer von Wicklow entfernt liegt der kleine Ort Redcross. Hier ist die Heimat von Barr an Uisce Whiskey. Ian ist Eigentümer eines Pubs in Redcross und Jason ist der Musiker des Pubs. Was fehlt, wenn man einen Pub und einen Musiker hat? Genau, der passende Whiskey dazu und diesen haben Ian und Jason in diesem Jahr auf den Markt gebracht. Es gibt den 1803 Single Malt Whiskey, der nach der Kirche in diesem Ort benannt ist. Die Kirche wurde im Jahr 1803 wieder erbaut. Außerdem gibt es einen blended Whiskey, Wicklow Rare, benannt nach der atemberaubenden Landschaft rund um Redcross und den Landstrich Barranisky.

Das Pub von Ian...
Das Pub von Ian…
...und sein Whiskey
…und sein Whiskey

Den krönenden Abschluss unserer Reise bildete der Besuch der Walsh Distillery. Sie liegt etwas außerhalb von Carlow in Royal Oak. Kurz vor der offiziellen Eröffnung durften wir die Destillerie bereits besuchen. Zunächst wird man von einer tollen Einfahrt Richtung Destillerie empfangen. Mitten im Grünen gelegen ragt sie dann empor.

Die Walsh Distillery kurz vor ihrer offiziellen Eröffnung
Die Walsh Distillery kurz vor ihrer offiziellen Eröffnung

Woody Kane empfing uns zur Führung. Er arbeitet schon lange für die Walsh Familie und führte uns zunächst über das Gelände von Royal Oak. Es gleicht einer Parklandschaft und man könnte schon nur außerhalb geraume Zeit verbringen. Wir waren aber wegen der Destillerie hier und in diese ging es sogleich. Die Destillerie ist etwas verwinkelter, doch wir dürfen uns alles hautnah anschauen. In ihr werden Single Malt, Single Pot Still und Single Grain Whiskey hergestellt.

Die ersten Whiskeyfässer lagern bereits gefüllt in dem eigenen Warehouse. Wann der erste Whiskey aus der eigenen Destillerie auf den Markt gebracht werden soll steht noch nicht fest. Mittlerweile ist die Destillerie offiziell eröffnet und es wird sicherlich auch bald möglich sein als Endverbraucher dort eine Tour zu buchen.

Ein Blick auf die Stills bei der Walsh Distillery
Ein Blick auf die Stills bei der Walsh Distillery

Leider war danach unsere Zeit in Irland zu Ende. Wir hätten noch jede Menge weitere interessante Destillerien besuchen können, aber dafür war die Zeit zu knapp. Die werden auf der nächsten Reise besichtigt.

Irland ist mittlerweile sehr interessant geworden für Whiskeyliebhaber und ich kann es nur jedem empfehlen, der nach Irland reist, die ein oder andere bereits geöffnete Destillerie zu besuchen. Es muss nicht nur Jameson (Old Midleton) oder Bushmills sein, gerade die kleineren Destillerien bietet oft durchaus viel interessantere Touren an und man ist viel näher am Geschehen dran.

Serge verkostet: Ardbeg vs. Ledaig

Das kann spannend werden heute, hat Serge doch unlängst Ledaig als den neuen Ardbeg bezeichnet – und genau diese beiden Destillerien treten heute in der Verkostung mit- oder gegeneinander an. Der Ardbeg stammt aus dem neuesten Batch der Serie Elements of Islay, der Ledaig ist ein zehnjähriger Whisky von Single Cask Nation aus dem Vorjahr.

Wie geht das Duell aus?

  • Ar6 (55.7%, Elements of Islay, bourbon, 2016): 89 Punkte
  • Ledaig 10 yo 2005/2015 (56.7%, Single Cask Nation, refill bourbon barrel, cask #10, 235 bottles): 89 Punkte

Unentschieden also – und das betont Serge in seinen Anmerkungen nochmals, denn die beiden spielen laut seiner Einschätzung in der selben Liga.

Bildrechte: Ardbeg
Bildrechte: Ardbeg

Regeln für Whiskeygattungen in den USA – Anmerkungen zu möglichen Änderungen

The American Spectator bringt heute einen Gastbeitrag von Charles K. Cowdery über die anlaufenden Gespräche zu den Gesetzen, die die Bezeichnungen auf Labeln amerikanischer Spirituosen zum Inhalt haben. Geführt werden sie zwischen der Industrie und dem TTB, dem Tax and Trade Bureau, das aufmerksame Leser unserer Newssite als verlässlichen, wenn auch nicht ganz freiwilligen Informanten über Label neuer Abfüllungen kennen.

Der Artikel bringt vor allem einen Abriss der Geschehnisse, die zur momentanen Gesetzgebung führten, und die damals vor allem eine Auseinandersetzung zwischen Modernisten und Traditionalisten waren (mit den Traditionalisten als Gewinner). Der Artikel warnt davor, heute zu sehr den Wünschen der Industrie nachzugeben und weist andererseits dennoch auf die Notwendigkeit von Adaptierungen an geänderte Umstände hin, wenn es um die Festlegung verschiedener Whiskeytypen geht.

Ein interessantes Stück Geschichtsbetrachtung und Meinung.

Unser Titelbild zeigt den Ausschnitt eines Bourbon-Labels, ca. aus dem Jahr 1860

Whisky im Bild: Ben Nevis und Ben Nevis

Es gibt nur wenige Tage im Jahr (durchschnittlich 50), an denen sich der höchste Berg Schottlands, Ben Nevis, wolkenfrei zeigt. Einen dieser 50 Tage hat Fotograf Bernhard Czerny mit seiner Kamera eingefangen – wieder im Rahmen der Whisky-Wallfahrt 2016, die Whisky Vikar Dr. Wolfgang F. Rothe in diesem Jahr in Schottland geleitet hat.

Das Bild zeigt im Hintergrund Ben Nevis, und im Vordergrund ebenfalls, zumindest in Form der Lagerhäuser der gleichnamigen Destillerie. Ein Klick auf das Bild vergrößert es.

Ben Nevis und die Lagerhäuser der gleichnamigen Destillerie. Bildrechte bei Bernhard Czerny
Ben Nevis und die Lagerhäuser der gleichnamigen Destillerie. Bildrechte bei Bernhard Czerny

Exklusiv: Die neuen Destillerien Irlands – ein Reisebericht (Teil 1)

Im Frühjahr dieses Jahres reiste Mareike Spitzer, Gründerin von irish-whiskeys.de, auf die grüne Insel und besuchte viele der Destillerien, die momentan dort neu entstehen oder vor kurzem ihre Arbeit aufgenommen haben. Als Importeur verschiedenster Marken und langjährige Kennerin der irischen Whiskeyszene hat sie dabei natürlich Eindrücke gewinnen können, die Touristen verwehrt bleiben. Ihren Bericht hat sie exklusiv für die Leser von Whiskyexperts verfasst. Hier der erste Teil – Teil 2 bringen wir morgen:

Die neuen Destillerien Irlands – Teil 1

ein Reisebericht von Mareike Spitzer

 

Ende Mai dieses Jahr ging es wieder für etwas mehr als eine Woche nach Irland. Wir kamen samstags abends bei strömenden Regen an. Es war die erste Ankunft in Irland bei Regen. Also ab in den Bus Richtung Dublin City. Zum Glück ist die Bushaltestelle direkt bei uns am Hotel, trotzdem kamen wir durchnässt an. Kurz umziehen, Koffer abstellen und dann erstmal ab zur Palace Bar und bei einem leckeren Whiskey etwas aufwärmen. Zur Einstimmung gab es erstmal ein Powers Three Swallows und die neue Palace Bar Abfüllung.

Am nächsten Tag trafen wir uns mit Eoin von der Glendalough Distillery. Um 17 Uhr holte er uns von unserem Hotel in Dublin ab und los ging es in die Wicklow Mountains. Nach einer kurzen Fahrt waren wir bei der Glendalough Distillery angekommen. Endlich sahen wir den Pot Still, über den wir schon so viel gehört haben, live und in Farbe vor uns. Eoin gab uns eine Führung durch die Destillerie und wir konnten vor Ort den neusten Spring Gin probieren. Unser Fazit: Eine kleine, aber wirklich feine Destillerie mitten in den Wicklow Mountains.

Im Jahr 2017 wird die Destillerie übrigens an einen neuen Ort ziehen. Eine der sieben Kirchen in den Mountains wird zur Destillerie umgebaut und dann wird es auch ein offizielles Visitor Center geben.

Glendalough - die Stills.
Glendalough – die Stills
Ein blick in die Wicklow Mountains
Ein Blick in die Wicklow Mountains

Von unserem Ausflug in die Wicklow Mountains ging es wieder zurück nach Dublin und am nächsten Tag in die Teeling Distillery. Es war bereits unser zweiter Besuch in der Destillerie und so ging es etwas zügiger durch die eigentliche Brennerei. An diesem Tag wurde der erste peated Malt gebrannt. Ein wirklich toller Geruch lag in der Luft. Alex Casko haben wir bei den Pot Stills getroffen und einen kurzen Plausch mit ihm gehalten.

Dann ging es weiter zum Tasting. Es waren schon ein paar Abfüllungen für uns vorbereitet. Neben den Standardabfüllungen durften wir den Spirit of Dublin Poitin probieren und eine 24-jahre alte Einzelfassabfüllung nur im Rumfass gereift. Es war sehr interessant diese zu probieren, zumal wir selbst eine 24-jahre Einzelfassabfüllung haben, die nur im Rumfass gereift ist.

Während unseres Tastings kam zufällig John Teeling vorbei begrüßte uns und sagte, er freut sich schon auf unseren Besuch morgen in seiner Destillerie: Great Northern Distillery. Das war eine sehr große Ehre für uns.

Mareike Spitzer und John Teeling
Mareike Spitzer und John Teeling
Die imposanten Stills in der Teeling Distillery
Die imposanten Stills in der Teeling Distillery

Bevor wir aber zu Great Northern fuhren, ging es nochmal ins Irish Whiskey Museum in Dublin. Ein tolles Museum, in dem man alles über irischen Whiskey erfährt und das auf eine kurzweilige interessante Weise.  Zum Abschluss gab es ein leckeres Irish Whiskey Tasting.

Nach dem Museum ging es zur Autovermietung und dann ab nach Dundalk zur Great Northern Distillery. Ein riesiges Gelände erwartete uns, eher ein Industriegelände anstatt eine kleine gemütliche Destillerie. Alan, der Master Distiller, empfing uns und führte uns durch die Destillerie. Er erläuterte uns, dass dies das Gelände der ehemaligen Guinessbrennerei war – und das erklärt auch die immense Größe der Anlage. In der Destillerie werden momentan Single Malt und Single Grain Whiskey gebrannt. Nach der Führung durch die eigentliche Destillerie empfing uns noch einmal John Teeling. Ein toller Mann, der viel Ahnung von der irischen Whiskeyindustrie hat. Er lässt uns einige New Makes probieren, die bereits vielversprechende Aromen enthalten.

Leere Fässer warten auf die Befüllung in der Great Northern Distillery
Leere Fässer warten auf die Befüllung in der Great Northern Distillery
Great Northern Distillery. Der Stillroom.
Great Northern Distillery. Der Stillroom

Von Dundalk aus ging es nach Nordirland zur Rademon Estate Distillery. Die Rademon Estate Distillery liegt etwas außerhalb des kleinen Örtchens Crossgar und hier wird seit 2015 Gin gebrannt – der bekannte Shortcross Gin. Die Brennerei wird betrieben von Fiona Boyd-Armstrong und David Armstrong. Sie führen ihre Destillerie mit viel Leidenschaft und Herzblut.

Es ist eine kleine familiengeführte Brennerei, in der jeder mithilft. Der erste Whiskey wurde auch schon in einer kleinen Auflage gebrannt und reift in den Fässern. Wir hatten das Glück, dass wir eine Fassprobe versuchen konnten und ich kann versprechen: da kommt ein Whiskey in erstklassiger Qualität auf uns zu.

Momentan gibt es noch kein Visitor Center, aber im Mai konnten wir sehen, dass die Bauarbeiten gut vorangehen und spätestens nächstes Jahr sollte die Eröffnung stattfinden.

Ein Blick in die Rademon Estate Distillery
Ein Blick in die Rademon Estate Distillery

Nicht weit von der Rademon Estate Distillery liegt die Echlinville Distillery und wenn zwei Destillerien nah beieinander liegen, dann liegt es natürlich auf der Hand, zu beiden zu fahren. In der Echlinville Distillery treffen wir uns mit Suzanne, mit der wir bereits vorab Kontakt hatten. Sie führt uns durch die Destillerie und wir dürfen alle momentan erhältlichen bzw. bald erhältlichen Spirituosen probieren. Eine beeindruckende Bandbreite gibt es dort. Über Gins, Vodka, Spiced Whiskey bis Whiskeys gibt es dort für jeden etwas.

Das Empfangskommittee
Das Empfangskommittee

In der Destillerie werden, Gin, Vodka, Single Malt und Single Pot Still Whiskey gebrannt. In Zukunft soll auch Single Grain Whiskey dort hergestellt werden. Außerdem bietet die Destillerie Endverbrauchern und Wiederverkäufern die Möglichkeit an, Fässer dort zu kaufen. Wir haben von der Möglichkeit bereits im März Gebrauch gemacht und haben dort ein Fass gekauft. Natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen, davon eine Fassprobe zu ziehen. 4 Wochen war der Whiskey im Fass und bereits wunderbar im Geschmack. Auch der Single Pot Still New Make ist sehr vielversprechend.

In der Echlinville Distillery - ein Blick auf die Stills
In der Echlinville Distillery – ein Blick auf die Stills

Seit Kurzem ist es möglich dort Touren zu buchen und sich die Destillerie selbst vor Ort anzuschauen. Wir können es jedem nur empfehlen, auch wenn die Destillerie nicht leicht zu finden ist. Sie liegt außerhalb von Newtownards und unser Navi hat die Straße leider nicht gefunden, aber das ist das Abenteuer Irland.

Die Echlinville Distillery
Die Echlinville Distillery

Der Reisebericht wird morgen mit Teil 2 fortgesetzt.

Alle Bilder: Mareike Spitzer

 

Serge verkostet: Lochindaal (Speciality Drinks) vs. Port Charlotte (Scoma)

Ein Duett steht heute am Programm bei Serge Valentin: Er verkostet einen Lochindaal der neuen Elements of Islay-Abfüllungen (wir berichteten hier) gegen einen Port Charlotte, den der deutsche Onlinehändler Scoma unter dem eigenen Label auf den Markt gebracht hat. Wer sich schon etwas länger für Whisky interessiert, der wird wissen, dass das Duell eigentlich Bruichladdich gegen Bruichladdich heißt – denn beides sind rauchige Abfüllungen der Islay-Destillerie.

Bei der Verkostung hat heute die deutsche Abfüllung aus dem Jahr 2013 die Nase hauchdünn vorne – aber gefallen haben sie beide:

  • Ln1 (62.5%, Elements of Islay, first fill bourbon, 2016): 88 Punkte
  • Port Charlotte 10 yo 2003/2013 (63.1%, Scoma, sherry hogshead, cask #617, 290 bottles): 90 Punkte

Als Titelbild haben wir uns heute eines ausgesucht, das irgendwie beide Whiskys ins Bild rückt 🙂

Loch Indaal von Port Charlotte aus gesehen. Bild von Calum Hutchinson, Public Domain
Lochindaal von Port Charlotte aus gesehen. Bild von Calum Hutchinson, Public Domain

The Drinks Report: Grain Whisky und Reifung

Nachdem wir gestern Grain Whisky als Kategorie für unseren Whisky des Monats vorgestellt haben, möchten wir heute nochmals auf einen (bereits von uns erwähnten) weiterführenden Artikel hinweisen, der letzte Woche auf The Drinks Report erschienen ist – und der gut zum Thema von gestern passt:

Grain Whisky and Maturation“ beschäftigt sich mit der Erzeugung und der Reifung des Whiskys in den verbliebenen sieben Grain Distilleries in Schottland: Strathclyde, Loch Lomond, Girvan, Invergordon, North British, Cameronbridge und Starlaw. Dabei geht es um den Einfluss einer Destillerie auf den Charakter des Spirits und die verschiedenen Zeitabschnitte der Fassreifung.

Eine Coffey Stil, wie sie in Cameronbridge verwendet wird, im Modell. Bild: Whiskyexperts
Eine Coffey Still, wie sie in Cameronbridge verwendet wird, im Modell. Bild: Whiskyexperts

Einige Experten kommen zu Wort, so zum Beispiel Kirsteen Campbell, Master Blender bei The Famous Grouse, oder John Glaser von Compass Box.

Die Destillerie Cameronbridge in den Lowlands, Foto von James Allan, CC-Lizenz
Die Destillerie Cameronbridge in den Lowlands, Foto von James Allan, CC-Lizenz