Serge verkostet: Braes of Glenlivet, Glentauchers (Càrn Mòr), Teaninich

Glentauchers Destillerie, Foto von Anne Burgess, CC-Lizenz
Glentauchers Destillerie, Foto von Anne Burgess, CC-Lizenz

Und wieder ein Mix verschiedener Destillerien bei Serge Valentin in der Verkostung – diesmal von Braes of Glenlivet, Glentauchers, Teaninich. Von besonderem Interesse für uns heute ist die Glentauchers-Abfüllung von Càrn Mòr, denn erstens hatten wir die selbst in unserer Verkostung vor einem Monat, und zweitens wird eines der Fässer… – ups, lieber mal noch nicht zu viel verraten :-). Nun, Sege Valentin gibt für den Glentauchers 80 Punkte und meint, es gäbe daran nichts zu bemäkeln, also könne er nicht unter 80 Punkte gehen. Aber es gäbe auch nichts besonders Erwähnenswertes, daher könne er auch nicht über 80 Punkte gehen. Wirkliches Lob bekommt nur der Teaninich von Signatory – der aber dicke mit 93 Punkten. Hier alle Wertungen:

  • Braes of Glenlivet 18 yo 1994/2013 (55.4%, Hart Brothers, Finest Collection): 80 Punkte
  • Glentauchers 17 yo 1996/2013 (46%, Càrn Mor, Strictly Limited, bourbon barrels, 501 bottles): 80 Punkte
  • Teaninich 29 yo 1983/2013 (57.5%, Signatory Vintage, refill butt, cask #8071, 471 bottles): 93 Punkte

Whisky im Bild: Bruichladdich wünscht Guten Morgen

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Sonnenaufgang über Islay heute vor ein paar Minuten – und irgendjemand bei Bruichladdich hat gottlob auf den Auslöser gedrückt und das Bild mit uns Whiskyfreunden geteilt. In diesem Sinne: Einen schönen guten Morgen auch an unsere Leser – und wir freuen uns auf einen interessanten News-Tag…

Dalmore Brilliance 1926 um €250.000,- in Schipol verkauft

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Manche kaufen sich um dieses Geld eine Eigentumswohnung, andere eine Flasche Whisky. Letzteres ist vor kurzem im Flughafen Schipol in den Niederlanden geschehen. Dort wurde eine Flasche des Dalmore Brilliance, Vintage 1926, umd den Preis von €250.000,- verkauft. Das berichtet Moodie Report in der heutigen Ausgabe. Der Whisky kommt in einem Decanter, der in Zusammenarbeit mit Gassan Diamonds geschaffen wurde und von einem Diamanten im ‘Gassan 121’ Schliff geziert wird. in ihm befinden sich die Jahrgänge 1868, 1878 und 1926.

Bleibt nur zu hoffen, dass der Whisky auch wirklich getrunken wird und nicht zum reinen Ausstellungsstück verkommt…

Wolfburn produzierte bereits 100.000 Liter Alkohol

Bildschirmfoto 2013-10-23 um 15.34.55Auf dem Blog der jüngsten und nördlichsten Highland-Destillerie Wolfburn wurde ein interessanter Meilenstein bekanntgegeben: Die Destillerie, die seit Anfang des Jahres produziert, hat bislang umgerechnet 100.000 Liter reinen Alkohols gebrannt. Und dieser 100.000ste Liter wurde in ein schönes Sherry-Butt abgefüllt. Auch wir gratulieren der Crew dort und freuen uns auf die ersten Abfüllung im Jahr 2016 🙂

Ein kleiner Blick auf die momentane Marktsituation

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Eine recht unscheinbare Pressemitteilung in TheMoodieReport.com wirft ein interessantes Schlaglicht auf die momentane Situation am Whiskymarkt. Die Pressemitteilung besagt, dass der unabhängige Blender MacDuff International aus Glasgow mit dem Partner MSX (Macintyre Scott Xtra) jetzt auch in den Travel Retail liefern wird.

Interessant ist weniger die Tatsache, dass man nun Marken wie Grand Macnish, Lauder’s und Islay Mist auch in Duty Free erhalten wird – sondern das Warum. Laut Managing Director Nicola Ridges-Jones können die großen Supplier selbst im Travel Retail die Nachfrage nach Whisky nicht mehr befriedigen – was „Kleinen“ wie MacDuff die Möglichkeit gibt, den Markt im Duty Free zu betreten. Dass das nicht nur Marketing- und PR-Sprech ist, ist klar – der Travel Retail würde sich MacDuff International nicht öffnen, würde er sich davon nicht mehr Umsatz und Gewinn erhoffen. Zusätzliche Regalfläche wird er nicht schaffen – also wird entweder Regalfläche frei gemacht, oder wegen Lieferschwierigkeiten gibt es freie Fläche.

Wenn man die Pressemitteilung aufmerksam liest, sieht man auch, dass der Single Malt Markt auf Anschlag steht – und die Marketingmenschen vermuten, dass es im Duty Free auf Grund der Knappheit und der Preissituation mehr Interesse an Blends geben wird als das jetzt der Fall ist. Oder, ein anderer Gedanke, dass man den Swing hin zu Blends versucht, um am Kuchen mitnaschen zu können.

Auch wenn das Sample unserer Leser wahrscheinlich nicht 1:1 repräsentativ für den Markt ist, so können auch wir sagen, dass das Interesse an Blends auf der Site ebenfalls am Wachsen ist. Wir werden dem Rechnung tragen und zusätzlich mehr Berichte aus diesem Bereich bringen.

Der Markt für Single Malts ist heiß. Ob er schon überhitzt ist, wagen wir zu bezweifeln. Jedenfalls können Blends schneller Kapazitäten planen als Single Malts (die das zum teil mit den NAS-Abfüllungen versuchen) – und sie werden daher am Markt ihren Platz ausbauen können. Interessante Zeiten vor uns!

Serge verkostet: 2x Ben Nevis (1x aus Österreich), Linkwood

Ben Nevis Destillerie, unbekannter Autor, nutzbar unter Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0
Ben Nevis Destillerie, unbekannter Autor, nutzbar unter Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0

Es freut uns immer (etwas harmloser Lokalpatriotismus muss erlaubt sein), wenn eine Abfüllung aus Österreich oder eines österreichischen Clubs bei Tastings gut bewertet wird. Schließlich bedeutet das, dass wir „Schluchtensch….er“ brauchbaren Geschmack haben, wenn es um Whisky geht (böse Zungen würden behaupten, dass wir bei der Verwendung und Ausgestaltung unserer Kellerräume weniger stilsicher sind). Daher weisen wir gerne darauf hin, dass ein Ben Nevis, der für den Whisky Circle Pinzgau von Càr Mòr abgefüllt wurde, in der Verkostung bei Serge Valentin von Whiskyfun erfreuliche 87 Punkte erhält – und eine mehr als interessante Beschreibung. Hier alle Bewertungen des Tastings von heute:

  • Ben Nevis 17 yo 1995/2013 (51.8%, Càrn Mor for Whisky Circle Pinzgau, sherry hogshead, cask #965): 87 Punkte
  • Ben Nevis 15 yo 1998//2013 (54.5%, OB, oloroso, cask #586): 85 Punkte
  • Linkwood 1997/2013 (45%, Gordon & MacPhail, refill sherry hogshead, cask #10811): 88 Punkte.

Neu: Macallan 62yo

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Kein Vertippsler oder Zahlendreher: Als letzte Ausgabe in der Lalique-Serie von Decantern ist nun ein 62jähriger Macallan erschienen. Der The Macallan in Lalique V: The Spiritual Home’ ist in Anlehnung an das Design des Easter Elchies House im Macallan Estate in der Speyside gestaltet – und ist wohlfeil für 25.000 Dollar. Insgesamt 400 Flaschen davon sind käuflich. Man fragt sich, wie viele davon dann wirklich verkostet werden…

Das ultimate Nosing-Tool: Le Nez du Whisky

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Als Gelegenheits-Whiskygenießer fragt man sich oft, wie manche Leute in einem Whisky Dinge wie angetrocknete Künstlerpaletten, verbrannte Bücherrücken oder halbversunkene Küstenbefestigungen erriechen oder erschmecken können. Nun, mit der Zeit entdeckt man, dass die Nase und der Gaumen genau so trainiert werden können wie die Beine oder der Trizeps. Meistens tut man das „in vivo“, also am lebenden Objekt namens Whisky. Wer es aber systematischer angehen will und an die 400 Euro übrig hat, dem sei Le Nez du Whisky von Jean Lenoir empfohlen (derjenige, der für Weinfreunde auch scho  Le Nez du Vin“ ersonnen hat. In einer buchartigen Hülle findet man darin in kleinen Fläschchen 54 Aromen, die man auch im Whisky erschnüffeln kann. Und ein Buch, in dem alles (auf franzsösisch) beschrieben ist.

Mehr darüber können Sie hier lesen. Bestellen können Sie es übrigens in London, beim unabhängigen Abfüller Berry Bros & Rudd.

Neu: The Dalmore 25

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Dalmore Visitor Center, Foto von Wojsyl, CC-Lizenz
Dalmore Visitor Center, Foto von Wojsyl, CC-Lizenz

Passend zum Weihnachtsfest, an dem bisher unerfüllte Wünsche mancher Whisky-Enthusiasten gestillt werden, erweitert The Dalmore seine Core Range. Neu im Programm ist The Dalmore 25, ab kommenden Freitag soll er weltweit bei ausgewählten Handelspartnern erhältlich sein. Jedes Jahr wird es, abgefüllt mit 42 % Vol., 3.000 Flaschen geben. Die UVP beläuft sich auf £ 600, also ein wenig mehr als 700 €.

The Dalmore 25 lagerte zuerst in White Oak Fässern, danach in Sherry Butts und Bourbon-Fässern. Abschließend durfte dieser Whisky in Port Fässern nachreifen.

Ob dieser Whisky „einen wunderbaren Geschmack von Orangenschalen, Schokoladen-Trüffeln und gewürztem Lebkuchen“ hat, wie Master Distiller Richard Paterson auf The Scotsman verrät, oder, wie bei Facebook beschrieben, „festliche Aromen von exotischen Früchten, Marzipan, Vanilleschoten und Feigenkuchen miteinander verbindet“, werden die Meisten angesichts des äußerst ambitionierten Preises sicherlich nie selbst erfahren können.

Serge vekostet: Balvenie, Glen Grant (Five Decades), Tomintoul

Glen Grant HRH visit Opening Bottle Hall Five Decades

Wieder hat Serge Valentin von Whiskyfun ein buntes Sammelsurium in der Verkostung, diesmal von Balvenie, Tomintoul und Glen Grant – also lauter Speysider. Von Glen Grant hat er sich den Five Decades vorgenommen (den Hauptpreis in unserem Fotowettbewerb vor einiger Zeit) – und er bekommt mit 85 Punkten eine durchaus passable, wenn auch nicht euphorische Bewertung. Serge empfindet es als erfreulich, dass sich diese Abfüllung von Master Blender/Distiller Dennis Malcolm so deutlich gegen den Trend bewegt. Hier ale Wertungen:

  • Balvenie 12 yo ‚Single Barrel‘ (47.8%, OB, cask #12715, 2013): 87 Punkte
  • Glen Grant ‚Five Decades‘ (46%, OB, +/-2013): 85 Punkte
  • Tomintoul 46 yo 1967/2013 (40%, Samaroli for Switzerland, cask #5417, 250 bottles): 90 Punkte

Wir verkosten Standards: Redbreast 12yo 40%

Wenn man jemanden nach einem guten irischen Whiskey fragt, dann fällt in der Regel unter anderem auch der Name Redbreast. In Bourbon und Sherryfässern gereift, ist dieser Blend ein Synonym für die Sanftheit irischen Whiskeys. Herausgeber Bernhard Rems hat den Redbreast 12yo mit 40% für unsere Serie über Standard-Whisk(e)ys verkostet – und ist durchaus angetan von ihm…

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Nase: Im Tumbler finden sich etwas Banane und getrocknete Früchte, Vanille und Holznoten. Vom Sherryanfangs nur leichte Anflüge, die später stärker werden und dunklere Noten bringen. Insgesamt, trotz etwas Würzigkeit, sehr weich und zurückhaltend, angenehm.

Gaumen: Hier ist der Redbreast nicht so süß wie in der Nase und bringt ein gewisses Feuer, bleibt dabei aber schön rund und sanft. Auf den Wangen trägt man die Schokolade und süßen Orangennoten, auf der Zunge eher die Bitterkeit. Birnenkompott, Kaffee und Malzbonbon. Sehr befriedigend.

Finish: Beginnt sanft und süß, wird dann mit der Dauer holziger und kantiger, behält aber seine Öligkeit und wird nicht trocken. Mittellang höchstens, nicht besonders beeindruckend.

Alles in allem: Eine runde, komplette und angenehme Sache, die man schön nebenher süffeln kann. Der Redbreast 12yo mit 40% verlangt keine große Aufmerksamkeit, aber im Dezenten ist er ein sehr angenehmer Zeitgenosse. Der Sherry gibt dem Blend Körper, die dreifache Destillation macht ihn geschmeidig und kuschelig. Gut.

Whisky im Bild: De-Laphroaiging

Hoppla, was ist denn da los? Sieht man das heute von der Destillerie Laphroaig veröffentlichte Bild, könnte einem Böses schwanen. Gibt es Laphroaig bald nicht mehr? Wird sie umbenannt? Das Rätsels Lösung ist weniger aufregend: Man ist gerade dabei, die an der Küste gelegenen Lagerhäuser zu renovieren – und dazu gehört auch ein neuer Anstrich. Für einige Zeit wird das Laphroaig nicht zu sehen sein, aber, so versichert man, den in den Hallen gelagerten Fässern geht es dennoch ausgezeichnet…

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Die Restaurierung des Wasserrades bei Kilbeggan

Einige von uns sind bereits davor gestanden – manche haben es noch im alten Zustand gesehen, manche bereits liebevoll restauriert: Das Wasserrad der Destillerie Kilbeggan in Irland ist ein Wahrzeichen, nicht nur für das Gebäude, sondern auch für den ganzen Ort. Die Museumsdestillerie im Gebäude „hinter“ dem Rad wird von ihm wieder angetrieben, und wer durch die dunklen Räume gegangen ist und das Klappern der Gestänge gehört hat, der hat die Whiskeyerzeugung aus nächster Nähe erleben können.

Dieses knapp über vier Minuten dauernde Video zeigt die Restaurierung des Rades:

 

Johnnie Walker: “Where Flavour is King”

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Wie schon berichtet, startet Johnnie Walker in Europa eine umfangreiche Werbekampagne. Heute gab Diageo Deutschland Details der Kampagne „Where Flavour is King“ bekannt.

JW Black Label_Gepa-800x800Der Werbespot in deutsch (auf Youtube zu sehen oder klicksparend unter diesem Post) wird von Oktober bis Januar auf Kanälen wie Pro 7, Sat.1, Vox und RTL2 zur besten Sendezeit zu sehen sein. Zusätzlich zu sehen ist er in den Top-Einkaufszentren Deutschlands, insgesamt sind 2.500 Stunden Werbezeit auf 281 Bildschirmen geplant. Zum Vorweihnachtsgeschäft wird neben Tasting-Aktionen eine elegant-schwarze Geschenkverpackung im Handel erhältlich sein, die zu der 0,7l-Flasche des Johnnie Walker Black Labels (40% vol) zwei Tumbler sowie Serviervorschläge beinhaltet. Laut Diageo wuchs Johnnie Walker Black Label 2012 um 10,3% im vergleich zum Vorjahr und damit stärker als der gesamte Whisky-Markt mit 5,2%.