Willkommen zur 373. Folge der Whiskyvideos und Podcasts der Woche. Wie immer bringen wir in ihr Beiträge aus dem deutschen Sprachraum zum „Wasser des Lebens“, die uns von den Vloggern und Bloggern zugesendet wurden. In den Videos werden sowohl neue als auch ältere Abfüllungen verkostet – alles nach dem eigenen Ermessen der Verkoster und ohne kommerziellen Hintergrund.
Die Liste der teilnehmenden Vlogs oder Poodcasts ist nicht fix: Wenn Sie meinen, dass Ihr Video oder Podcast ebenfalls dazu gehören sollte, dann können Sie unten herausfinden, wie das möglich wäre.
In der Ausgabe 373 finden Sie die folgenden neuen Videos:
Friendly Mr. Z – Summer Fruits Flapjack 10 Jahre von The Cask Wizard
World Wide Whisky – Thompson Bros. Secret Speyside 11 Jahre
Malt Mariners – Macaloneys An Loy Single Malt vs. Kildara Pot Still Whisky
Wasser und Malz – Lochlea Our Barley
WhiskyJason – Signatory Vintage 100 PROOF Edition
The Bourbon Diaries – Reservoir Holland’s Milkman
Wie wir die Beiträge aussuchen: Die Videos und Podcasts werden uns zugeschickt. Wir treffen dabei keine Auswahl außer jener, dass die von uns gezeigten Blogger/Vlogs schon länger aktiv sein sollten, eine gewisse Anzahl Follower/Hörer/Leser haben. Die Redaktion behält sich vor, eingereichte Videos ohne Angabe von Gründen nicht zu veröffentlichen, hält aber gleichzeitig fest, dass ein Nichterscheinen nicht automatisch ein (sowieso immer subjektives) Statement über mangelnde Qualität ist, sondern viele verschiedene Gründe haben kann.
Wollen Sie mit Ihrem Beitrag dabei sein? Wenn Sie selbst Videos oder Podcasts zum Thema Whisky machen, dann schicken Sie uns doch eine kurze Mail mit einem Link auf das wochenaktuelle Video oder den Podcast und einer Inhaltsangabe dazu jeweils bis Freitag, 12 Uhr an press @ whiskyexperts.net. Vorgaben unsererseits gibt es natürlich keine, hilfreich ist aber, wenn Ihr Videokanal in aller Regel etabliert, regelmäßig publizierend und mit einer gewissen Anzahl Abonnenten ausgestattet ist, sowie mit hohem Qualitätsanspruch gemacht wird. Thema sind ausschließlich Verkostungsvideos (diese Vorgabe gilt nicht für Podcasts). Bitte halten Sie die eingereichten Videos auch werbefrei, sprich keine Links und Kaufaufforderungen im Video. Wir freuen uns auf Ihre Videos und Podcasts!
Wer unsere Seite regelmäßig verfolgt, der wird wissen, dass die Anzahl neuer Whiskys, die in einem Monat erscheinen, nur mehr in Dutzenden gemessen werden kann. Selbst probieren kann man nicht alle, genau so wenig wie ältere Abfüllungen, die noch irgendwo erhältlich sind.
Hier schlägt die Stunde der Whiskyblogger. Sie verkosten für Sie und uns, und beschreiben ihre Eindrücke anschaulich auf ihren Seiten. Und wir bieten Ihnen hier einen Platz, an dem Sie ihre Tasting Notes vorstellen können.
Unsere Serie „Fremde Federn“ am Samstag ist unser Forum für jene Genießer, die Woche für Woche auf ihren Webseiten Whiskys vorstellen und damit Orientierung für andere Whiskyfreunde bieten. Wir möchten damit unseren Lesern zeigen, wie vielfältig Whisky und die Whiskyszene in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist.
Diesmal stellt Ihnen unsere Rubrik deutschsprachige Blogger in der 290. Folge wieder jede Menge Tasting Notes vor – eine Sammlung von Geschmackseindrücken verschiedener Whiskys, die Ihnen vielleicht ein Leitfaden für eigene Entdeckungen sein können. Und wenn Sie sich auf eine eigene Entdeckungsreise begeben wollen, dann finden Sie in unserem Artikel über das richtige Verkosten (vor allem in dem enthaltenen weiterführenden Link) eine hilfreiche Unterstützung.
Die Notes geben die persönlichen Eindrücke der Blogger wieder und müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen. Viel Vergnügen bei der Lektüre und bis zur nächsten Ausgabe in einer Woche!
Haben Sie selbst aktuelle Tasting Notes, die wir hier verlinken sollen? Senden Sie uns unter press @ whiskyexperts.net den Link auf Ihre Verkostungsnotizen – bitte mit dem Betreff „Tasting-Link“. Wir publizieren dann jeden Samstag jene Notes, die bis Freitag 12:00 an uns gesendet werden. Wir publizieren die Links, ohne damit die Beiträge dahinter zu werten. Nicht publizieren werden wir Links auf Verkostungsnotizen von Seiten, die entweder kommerziell geführt sind, kommerzielle Links enthalten. in Verbindung mit Shops stehen oder solchen, bei denen Tasting Notes nur ein untergeordneter Bestandteil des Outputs der Seite sind, denn wir wollen gezielt der Verkosterszene eine Bühne bieten und für sie zusätzliche Öffentlichkeit schaffen.
Diesmal hat sich Angus MacRaild, der an Samstagen meistens Serge Valentin vertritt, eine Zehnerschaft von Samples aus der Highland-Destillerie Ben Nevis vorgenommen. Die Destillerie – sagen wir es mal freundlich – ist nicht die schönste in Schottland, aber dafür sind ihre Whiskys oft wirklich ausgezeichnet.
Von den zehn, die Angus heute im Glas hat, sind alle über 80 Punkte bewertet, und fünf davon schaffen es, 90 oder mehr Punkte einzuheimsen. Hier die Tabelle der Verkostung für Sie:
Abfüllung
Punkte
Ben Nevis 8 yo 2012/2021 (53%, Dram Mor, cask #2084, white port finish, 102 bottles)
82
Ben Nevis 8 yo (57.9%, Dram Mor, cask #108, PX sherry hogshead finish, 328 bottles)
81
Ben Nevis 8 yo 2012 (59.1%, Scotch Malt Whisky Society7 #8.52 ‚Jolly nice fruit and spice‘, 1st fill bourbon hogshead, 257 bottles)
87
Ben Nevis 21 yo 1999/2020 (52.7%, Nanyang Whisky, cask #255, hogshead, 139 bottles)
90
Ben Nevis 23 yo 1998/2022 (54.1%, Nanyang Whisky, cask #662, hogshead, 207 bottles)
88
Ben Nevis 25 yo 1996/2022 (45.9%, The Good Spirits, cask #1377, hogshead, 190 bottles)
91
Ben Nevis 1996/2019 (49.7%, S Spirit Shop Selection, Taiwan, hogshead, cask #1435)
90
Ben Nevis 19 yo 1996/2016 (51.8%, OB, Private Cask, cask #1424)
93
Ben Nevis 15 yo 1978/1993 (55.8%, Scotch Malt Whisky Society, #78.8, sherry)
91
Ben Nevis 30 yo 1975/2006 (63.9%, Signatory Vintage, bourbon barrel, cask #7445, 169 bottles)
Zwei Meldungen heute auf The Spirits Business werfen ein Schlaglicht auf die Krise, der sich die Spirituosenindustrie momentan stellen muss: Es läuft nicht mehr so rund wie in den letzten Jahren, und zwar durch alle Bereiche.
LMVH, Mutterkonzern von Whiskymarken wie Ardbeg und Glenmorangie, und Rémy Cointreau (Bruichladdich) melden teils empfindliche Rückgänge bei ihren Verkäufen. Und obwohl in den Meldungen die Whiskymarken keine Rolle spielen, sind die Rahmenbedingungen für sie sicherlich nicht großartig anders.
Bei LVMH sind die Verkäufe von Wein und Spirituosen 2023 von 7.1 Milliarden Euro auf 6.6 Milliarden Euro gesunken, auf organischer Basis bedeutet das einen Rückgang von 4%. Man führt das auf hohe Verkäufe und dadurch hohe Bestände beim Handel im Jahr zuvor zurück. Man glaubt aber, 2024 nach wie vor wachsen zu können:
“LVMH will pursue its brand development-focused strategy, underpinned by continued innovation and investment as well as an extremely exacting quest for desirability and quality in its products and their highly selective distribution,”
LVMH
Dramatischer sehen die Zahlen bei Rémy Cointreau aus: Dort gingen die Verkäufe im 3. Quartal ihres Finanzjahres 2023/2024 um 23,5% zurück. Für das Gesamtjahr erwartet man einen zweistelligen Rückgang, genauer gesagt rund um 20%.
Hauptschuld daran trägt ein Rückgang bei Cognac um über 35% – geschuldet dem Auslisten der Marke in China und schleppenden Verkäufen in den USA. Gut lief es dort nur für den Botanist Gin und Cointreau.
Besonders der asia-pazifische Raum, Europa, der mittlere Osten und Africa mussten empfindliche Verkaufsrückgänge hinnehmen.
Bei Rémy Cointreau reagiert man darauf mit einem Sparprogramm von ca. 100 Millionen Euro und einem drastischen Kürzen der Marketingausgaben, besonders bei Cognac.
Wie gesagt: In beiden Meldungen (LMVH hier, Rémy Cointreau hier) werden die Whiskymarken mit keinem Wort erwähnt, aber Schwächen im Gesamtmarkt spürt Whisky ebenso wie andere Spirituosen…
Eine besondere Abfüllung für einen besonderen Anlass: Zum chinesischen Mond-Neujahr 2024 bringt die Destillerie Glenfiddich eine Sonderausgabe des Glenfiddich Gran Reserva 21yo auf den Markt. Die Glenfiddich Gran Reserva 21yo Lunar New Year 2024 Limited Editon wurde vom multidisziplinären Künstler Raku Inoue gestaltet, der den Glenfiddich-Hirsch mit dem Drachen vereint. Die aufwendig gestaltete Sonderausgabe ist in kleinen Stückzahlen auch in unseren Ländern erhältlich.
Hier die wichtigsten Infos dazu, vom österreichischen Importeur Top Spirit/Schlumberger:
Presseartikel
Für den Inhalt ist das Unternehmen verantwortlich
Glenfiddich Gran Reserva 21yo Lunar New Year 2024 Limited Editon
Das chinesische Neujahrsfest wurde von Glenfiddich mit der Herstellung einer limitierten Edition des Glenfiddich Chinese New Year 21 Year Old Single Malt geehrt.
Bei diesem Glenfiddich trifft schottische Tradition auf karibische Lebensfreude. Der Glenfiddich reift in Rumfässern und zeigt eine schöne Verbindung von Whisky und Rum-Noten. Zuvor 21 Jahre lang in Eichenfässern gereifte Malt Whiskys werden nochmals für ungefähr sechs Monate in Fässern gelagert, in denen sich zuvor Rum befunden hatte.
„EIN GESCHENK FÜR BLÜHENDE ZUKUNFT“
Nach 60 Jahren des Ruhezustands ist der Holzdrache endlich bereit, zu neuem Leben zu erwachen und zum chinesischen Neujahrsfest 2024 die Natur zurückzuerobern.
Als ein glücksverheißendes Symbol für Stärke und Energie sind Holzdrachen geborene Anführer, deren Geist an unsere Verbraucher erinnert. Als ein Element der Erde verkörpern Drachen auch Wachstum und das Erblühen neuen Lebens.
Als Hommage an diese beeindruckenden Kreaturen wird in diesem Jahr unser Glenfiddich-Hirsch die Form eines Holzdrachen annehmen – aus den Blättern des Waldes emporsteigend, um eine glücksverheißende Zukunft voller Blüte zu symbolisieren.
„DIE IDEE ZUM LEBEN ERWECKEN“
Dieses chinesische Neujahr sehen wir unsere limitierte Edition auf eine Reise ins Freie gehen, unterstützt von dem multidisziplinären Künstler Raku Inoue.
Mit Sitz in Kanada führte Raku’s künstlerische Reise zur Meisterschaft in Zeichnen, Handwerkskunst und Fotografie. Sein Verständnis von Bildkomposition hat in letzter Zeit seine Liebe zur Arbeit mit organischen Materialien – einschließlich Blumen, Blättern und zahlreichen Pflanzenarten – entwickelt, wofür er internationale Anerkennung erhält.
In diesem Jahr haben wir Raku’s charakteristischen Stil herangezogen, um unsere Edition zum Leben zu erwecken, indem wir unseren ikonischen Glenfiddich-Hirsch mit dem prächtigen Holzdrachen durch seine meisterhafte Linse vereinen. Geformt und gefertigt aus den besonderen Elementen der Natur, laden wir Sie ein, mit uns die Essenz von Glenfiddich zu feiern – mit einer Edition, die die größten Geschenke der Natur ehrt.
Tasting Notes:
Farbe: Gold.
Geruch: Komplex, süßer Honig, Brioche, Butterkekse, frische Äpfel und Zitrusfrüchte.
Geschmack: Vollmundig, seidig, süße Früchte, Karamell, Eichennoten und Vanillepudding.
Abgang: Lang anhaltend, fruchtig und würzig.
In Österreich ist der Glenfiddich Gran Reserva 21yo Lunar New Year 2024 Limited Editon unter anderem bei Trinklusiv.at erhältlich
Der wohl älteste japanische Single Malt der Welt, der Shirakawa 1958, ist nicht nur ein Stück Geschichte, sondern auch ein geschmackliches Erlebnis – davon konnten sich die Gäste eines exklusiven Events in Wien des Generalimporteurs, der Rudolf Ammersin GesmbH, am 23. Januar 2024 mit einer Kostprobe persönlich überzeugen. Präsentiert wurde der Shirakawa 1958 von Tomatin Global Brand Ambassador Scott Adamson (der Shirakawa 1958 wurde bei Takara Shuzo, der Muttergesellschaft von Tomatin, entdeckt) – ein Video seiner Präsentation und unsere eigenen Eindrücke können Sie hier finden.
Shirakawa 1958 – der älteste japanische Single Malt der Welt beeindruckt Experten
Brunn am Gebirge, 25. Jänner 2024 – Ein seltener Fund begeistert Whisky-Kenner. Der Shirakawa 1958 ist flüssige Geschichte. Die 2019 entdeckte Whisky-Rarität ist vermutlich der älteste japanische Single Malt Whisky der Welt. In Österreich sind zwei Flaschen dieses einzigartigen Whiskys erhältlich!
Am 23. Jänner 2024 wurde in Wien ein einzigartiges Stück japanischer Geschichte verkostet: Der Shirakawa 1958 Single Malt Japanese Whisky. Als Generalimporteur lud die Rudolf Ammersin GesmbH Whiskyexperten, Gastronomen und Pressevertreter zu einer kulinarischen Entdeckungsreise ins Shiki Japanese Fine Dining, um diesen Jahrhundertfund zu feiern. Durch die Verkostung führte Scott Adamson, Global Brand Ambassador der Tomatin Distillery. Unter den Gästen waren neben dem Dirigenten und Shiki-Eigentümer Joji Hattori auch Whisky-Liebhaber Daniel Serafin.
65 JAHRE FLÜSSIGE GESCHICHTE
Die Geschichte des Shirakawa 1958 ist ebenso faszinierend wie der Whisky selbst. „Es ist unglaublich, dass dieser Whisky überhaupt existiert“ – sagte Scott Adamson in seiner Einführung.
Shirakawa 1958 ist ein Single Malt Whisky aus der ehemaligen Shirakawa Destillerie. Sie befand sich etwa 200 km nördlich der japanischen Hauptstadt Tokio. Erzählungen zufolge war der dort produzierte Whisky exquisit, jedoch nur zum Blenden bestimmt und wurde zuvor nie als Single Malt abgefüllt. Somit ist und bleibt dieser bemerkenswerte und unglaublich seltene Whisky die einzige offizielle Single-Malt-Abfüllung der Shirakawa Destillerie. Sie ist weltweit auf 1.500 Flaschen limitiert und der älteste japanische Vintage-Whisky, der jemals in Flaschen abgefüllt wurde. Mit einer Fassstärke von 49 % Vol. ist diese einzigartige Entdeckung ungefärbt und nicht kühlgefiltert.
DIE SHIRAKAWA DESTILLERIE
Die Shirakawa Destillerie wurde 1939 von Daikoku Budoshu in der Präfektur Fukushima erbaut. Takara Shuzo, einer der führenden Alkoholproduzenten Japans kaufte sie im Jahre 1947. Sie produzierte zwischen 1951 und 1969 Malt Whisky und war damit eine der ersten Brennereien in Japan. Der überwiegende Teil des produzierten Whiskys wurde für Takara Shuzos Blended-Whisky-Marke „King“ verwendet. Als die Shirakawa Destillerie 2003 abgerissen wurde, ging ein kleiner, aber bedeutender Teil der japanischen Whiskygeschichte für immer verloren.
DIE ENTDECKUNG
Stephen Bremner, Geschäftsführer der Tomatin Distillery Co. Ltd., war fasziniert von der Geschichte der Malt-Whisky-Produktion der Muttergesellschaft Takara Shuzo in Japan und wunderte sich, warum so wenig über diesen Teil der Unternehmensgeschichte bekannt war. Entschlossen, mehr herauszufinden, sammelte Bremner Informationen über die Whiskyproduktion und suchte nach längst verlorenen Dokumenten, die etwas Licht auf die Vergangenheit von Shirakawa werfen könnten.
Schließlich wurde 2019 in Takara Shuzos Kurokabegura (so heißt die Takanabe Factory in Kyushu seit 2004) ein verlorener Schatz gefunden. Die Flüssigkeit wurde 1958 destilliert, in Fässern gereift und zunächst in große Keramikgefäße, dann in Edelstahltanks umgefüllt. Als die Shirakawa Destillerie geschlossen wurde, wurde alles in den Süden Japans nach Kyushu in Takara Shuzos Takanabe Factory überführt, wo der Whisky all die Jahre vergessen und unberührt lag.
„Als ich entdeckte, dass dieser letzte Restbestand 1958 destilliert wurde, war ich erstaunt! Es war ein echter WOW-Moment, da mir sehr schnell klar wurde, dass das, womit wir es hier zu tun hatten, äußerst selten war“
Stephen Bremner, Geschäftsführer der Tomatin Distillery Co. Ltd.
Diese einzigartige Entdeckung gab jedoch weitere Rätsel auf. Zwar wird der Großteil der Shirakawa- Geschichte für immer unbekannt bleiben, aber ein Produktionsbuch vom März 1990 bietet eine Fülle von Informationen über die Malt-Whisky-Produktion in Shirakawa.
Es ist klar, dass die Flüssigkeit in Eichenfässern reifte, doch die Art des Fasses und die Dauer der Reifung sind bis heute unbekannt. Der Großteil des Malt Whiskys wurde zu jener Zeit aus ungetorfter japanischer Gerste hergestellt. Es wird angenommen, dass für die Fermentation eine der Weinhefen des Unternehmens verwendet wurde. Die Destillation erfolgte in zwei gedrungenen Brennblasen, deren Lyne-Arme (Überleitungsarme zum Kondensator) absteigend waren, was einen schweren Alkohol entstehen ließ. Zu jener Zeit wurden 350-Liter-Fässer verwendet, die im Inland aus Mizunara- Eiche gefertigt wurden. Die Lagerung fand vor Ort in einem der zahlreichen, kleinen Lagerhäuser statt, in denen das ganzjährig kühle Klima eine sanfte Reifung ermöglichte.
UND SO SCHMECKT DER JAHRGANG 1958
Nase – Dieser gereifte Single Malt zeigt komplexe Aromen, wachsartig, von Eichenholz geprägt. Zugleich zeigt er die Lebendigkeit eines außergewöhnlichen Whiskys. Süße Frucht und nussige Noten, Marzipan, kandierte Ananas und Orangenlikör stehen im Vordergrund und weichen nach und nach Noten von geschnittenem Gras, Geißblatt und Kokosnuss. Der verführerische Duft von Weihrauch fängt Wellen von Gewürzen, blumigen und holzigen Aromen ein.
Gaumen – Die Balance von Reife und Lebendigkeit setzt sich am Gaumen fort. Knackiger Apfel und ein Hauch Limette werden schnell von weichem Marzipan und weißer Schokolade ausgeglichen. Die
Mischung aus Frucht und nussigen Anklängen entwickelt sich zu einem tropischen Spiel mit einer Prise Zimt und Ingwer.
Abgang – Mit der Zeit weichen die Früchte sanften Nuss-Tönen, leichter Würze und sanften, rauchigen Noten.
Verfügbarkeit
In Österreich sind bei Ammersin, dem Generalimporteur der Tomatin Whiskys, zwei Flaschen verfügbar. UVP auf SpiritLovers.at: € 32.900
In der Mediathek von arte.tv befindet sich seit kurzem eine neue, interessante Sendung über Schottland – genauer gesagt über die schottischen Highlands und die Versuche, sie wieder mehr in ihren ursprünglichen Zustand zu bringen. In „ARTE-re: Rückkehr der Wildnis in Schottlands Highlands“ berichtet man über einige Menschen, die mit ihrem (vielen) Geld große Gebiete in den Highlands aufkaufen um dort Renaturierung zu betreiben. Die 30 Minuten lange Reportage wird natürlich von Unmengen wunderschöner Aufnahmen der Highlands begleitet.
Hier die Inhaltsangabe über die Sendung, die Sie auch auf Youtube und untenstehend finden können:
In den schottischen Highlands ist es unruhig geworden. Zugezogene Millionäre kaufen riesige Flächen auf und wollen die Landschaft im Kampf gegen den Klimawandel umgestalten. Sie sind überzeugt, dass Schottland wieder wilder werden muss, um seinen Beitrag für den Klimaschutz zu leisten. Ihr Ziel ist die Renaturierung ihres Großgrundbesitzes, um so mehr Kohlendioxid zu binden.
Seit mehr als drei Jahren lebt Jeremy Leggett am Ufer des Loch Ness. Von hier aus plant der 69-Jährige eine grüne Revolution. Sein Vermögen hat der langjährige Klimaaktivist mit Solarenergie gemacht. 2020 hat er seine Firma verkauft und mit dem Geld das ehemalige Jagdgut Bunloit gekauft. Doch statt Schrot und Flinte soll hier jetzt wieder wilde Natur das Sagen haben. Leggett ist Überzeugungstäter. Für ihn ist der Klimawandel eine Monsterbedrohung, die es keinem mehr erlaubt, Zeit zu verlieren. Seine Energie steckt er deshalb in die Renaturierung der Highlands. Sein ehrgeiziges Ziel: mehr CO2 binden und gleichzeitig die biologische Vielfalt auf seinem Anwesen fördern. Dafür lässt er neue Mischwälder aus Laubbäumen pflanzen, Monokulturen aus Nadelhölzern roden und Moore wieder vernässen.
Traditionsbewusste Schotten befürchten, dass die superreichen Klimaschützer die Jagdgebiete in den Highlands zerstören. Jamie Williamson betreibt ein Jagdgut in fünfter Generation. Doch sein Anwesen ist inzwischen umzingelt von den neuen „grünen“ Gutsherren. Und die lassen Hirsche gezielt töten, damit junge Bäume wachsen können. Williamson macht sich Sorgen über die Auswirkungen: „Wenn sie einfach die Hirsche abschlachten, dann wird das auch unsere Hirschjagd zerstören.“
Es ist eine Art Kulturkampf in den Highlands. Jeremy Leggett hat es geschafft, viele Investoren für seine Projekte zu gewinnen. Mit seinem Unternehmen Highlands Rewilding will er nun zeigen, dass sich mit Renaturierung auch Geld verdienen lässt. Der Wettlauf um staatliche Subventionen und Fördergelder hat gerade erst begonnen.
Benromach, die Speyside-Destillerie in den Händen des unabhängigen Abfüllers Gordon & MacPhail, hat sich über die letzten zehn Jahre eine ausgezeichnete Reputation erarbeitet – auch weil sie abseits des Speyside-Mainstreams fast ausschließlich getorfte Whiskys produziert, und das mit viel Können und sehr gutem Fassmanagement.
Die Qualität der Abfüllungen zeigt sich auch in der Verkostung von Serge Valentin heute, in der er vier Bottlings der Destillerie, allesamt um die zehn bis 12 Jahre alt, mit Wertungen zwischen 83 und 90 Punkten ausstattet – die Spitze nimmt eine reine Bourbonfass-Abfüllung ein, der Stil, den Serge bei Benromach besonders schätzt.
Wie immer liegt die Essenz in den geschriebenen Tasting Notes, wir hier zeigen – ebenfalls wie immer – hier die Abfüllungen und ihre „nackten“ Punkte in der Verkostung:
Ein ganz spezieller japanischer Single Malt, laut Destillerie „von außergewöhnlicher Fülle und Komplexität“ kommt über den Importeur Salud nach Österreich und in die Niederlande: Der Chichibu Red Wine Cask 2023 ist mit 156 Flaschen für beide Länder limitiert (die Weltauflage beträgt 11.800 Flaschen) und wurde mit 50,5% vol. Alkoholstärke abgefüllt. Die Whiskys dafür reiften in Rotweinfässern aus vier Ländern. Ein Preis wurde uns nicht genannt.
Mehr dazu lesen Sie in der Pressemitteilung des Importeur, Salud:
Presseartikel
Für den Inhalt ist das Unternehmen verantwortlich
Salud bringt Chichibu Red Wine Cask 2023 nach Österreich und in die Niederlande
Dieser Chichibu Single Malt Whisky reifte in Rotweinfässern. Die Weinfässer stammen aus Frankreich, den USA, Neuseeland und Japan. Dies trägt zu seinem tiefen und komplexen Geschmack bei. Um die Fässer optimal zu nutzen, wird dieser Whisky nicht kühlgefiltert und hat eine natürliche Farbe. Die verwendeten Fässer lassen den Whisky auf seinem Bodensatz reifen, der ein wesentlicher Bestandteil des Aromaprofils und des Geschmacks ist.
CHICHIBU Red wine cask 2023
Unsprungsland: Japan
Alkoholgehalt: 50,5%
Inhalt: 70cl inkl. Geschenkbox
Art: Single malt
Durchschninliches Alter: 6-13 Jahre
Zuteilung NL & AT: 156 Flaschen (einmalig)
Die VERKOSTUNGSNOTIZEN
Nase
Für diese Edition hat Chichibu die besten Rotweinfässer ausgewählt, was sich in einer vielversprechenden und komplexen Nase widerspiegelt, in der sich Honig, edles Holz und eine Vielzahl von Früchten wie Mispel, Waldbeeren und Zitrusfrüchte harmonisch vermischen.
Geschmack
Das Erlebnis beginnt mit Noten roter Früchte, angeführt von Heidelbeeren, ergänzt durch die Frische von Zitrusfrüchten und Mispeln. Nuancen von Minze und Lakritze sorgen für anhaltende Frische, die sich zu pflanzlichen und holzigen Noten mit einem Hauch von feinem Zedernholz entwickelt. Abgerundet wird das Profil durch bittere Kakaonoten, die durch die Süße von feinem Karamell ausbalanciert werden.
Abgang
Der Abgang ist lang und angenehm bitter mit Noten von Gewürznelken und Orangen und einer anhaltenden Süße, die an Milchschokolade erinnert.
New Riff Distilling aus Kentucky ist mit einigen Abfüllungen auch in Deutschland zu finden – die kleine Craft Distillery in Newport hat nun ihren ersten Master Distiller erkoren: es ist Brian Sprance, der seit der Gründung der Brennerei im Jahr 2014 als Head Distiller tätig ist.
Brian Sprance wurde damals von Gründer und CEO Ken Lewis angeworben, weil er als Bierbrauer Erfahrung mit Fermentation hatte – denn Ken Lewis war der Überzeugung, dass der Geschmack beim Brennen vor allem konzentriert wird, er aber zum Gutteil aus der Fermentation stammt.
“When I founded New Riff in 2014, my goal was, and still is, for our Northern Kentucky distillery to become one of the great small distilleries of the world. The person at New Riff leading that charge to make world-class whiskey to share with the world is our head distiller Brian Sprance. So it’s fitting as we approach our tenth anniversary, that we recognize Brian for his leadership role in moving us forward toward that aspirational goal and for sharing with us all such outstanding whiskey by conferring on him the well earned title of master distiller.”
Ken Lewis, CEO New Riff Distilling
Wer mehr über die New Riff Distillery und ihre Whiskeys erfahren will, findet hier deren offizielle Webseite.
Rund um die Welt feiert man heute die Burns Night, ein Fest für den schottischen Nationaldichter Robert Burns.
Höhepunkt dieses Festes, bei dem man traditionellerweise Haggis verspeist, ist das Gedicht „Address to a Haggis“ von Robert Burns:
Address to a Haggis
Fair fa’ your honest, sonsie face, Great Chieftain o’ the Puddin-race! Aboon them a’ ye tak your place, Painch, tripe, or thairm: Weel are ye wordy of a grace As lang ‘s my arm.
The groaning trencher there ye fill, Your hurdies like a distant hill, Your pin wad help to mend a mill In time o’ need, While thro’ your pores the dews distil Like amber bead.
His knife see Rustic-labour dight, An’ cut ye up wi’ ready slight, Trenching your gushing entrails bright, Like onie ditch; And then, O what a glorious sight, Warm-reekin, rich!
Then, horn for horn, they stretch an’ strive: Deil tak the hindmost, on they drive, Till a’ their weel-swall’d kytes belyve Are bent like drums; Then auld Guidman, maist like to rive, Bethankit hums.
Is there that owre his French ragout, Or olio that wad staw a sow, Or fricassee wad mak her spew Wi’ perfect sconner, Looks down wi’ sneering, scornfu’ view On sic a dinner?
Poor devil! see him owre his trash, As feckless as a wither’d rash, His spindle shank a guid whip-lash, His nieve a nit; Thro’ bluidy flood or field to dash, O how unfit!
But mark the Rustic, haggis-fed, The trembling earth resounds his tread, Clap in his walie nieve a blade, He’ll make it whissle; An’ legs, an’ arms, an’ heads will sned, Like taps o’ thrissle.
Ye Pow’rs wha mak mankind your care, And dish them out their bill o’ fare, Auld Scotland wants nae skinking ware That jaups in luggies; But, if ye wish her gratefu’ prayer, Gie her a Haggis!
Selbst als Schottlandliebhaber muss man zwei Dinge feststellen: erstens versteht man von diesem Gedicht nur sehr, sehr wenig, und noch weniger ist man zweitens ohne viel Übung fähig, dieses auch nur ansatzweise so zu zitieren, dass die Schotten nicht lachend vom Stuhl fallen.
Hier helfen wir Ihnen mit der untenstehenden Verlinkung zu einem Video, das dem BBC Complete Burns Project entnommen ist und von GavinM auf Youtube unter CC-Lizenz zur Verfügung gestellt wurde.
Und auch dieses Jahr verweisen wir zusätzlich auf einen Artikel der BBC, der den kompletten Ablauf einer Burns Night detailliert beschreibt. Wer’s einfacher halten will, lauscht mit Freunden und einem guten Whisky im Glas dem nachfolgenden Video:
Nicht wirklich neu als Abfüllung, aber neu im Design sind vier Abfüllungen aus der Glen Moray Core Range, die jetzt in der us-amerikanischen TTB Datenbank aufgetaucht sind: Der alterslose Glen Moray Elgin Classic wird zum Glen Moray Our Classic, die Glen Moray 12yo, Glen Moray 15yo und Glen Moray 18yo erhalten neue Etiketten, wobei die Alkoholstärken unverämdert bleiben.
So wird das Facing im Regal in absehbarer Zeit aussehen:
Wie üblich der Hinweis zu den TTB-Einträgen: Dass ein Label in der TTB-Datenbank eingetragen wurde, bedeutet nicht automatisch, dass die Abfüllung dann auch erscheinen wird. Es ist allerdings ein sehr starker Hinweis darauf.
Drei Bottlings aus der Destillerie Tullibardine kommen heute bei Serge Valentin für ein kurzes, aber intensives Tasting ins Glas. Es ist eine Originalabfüllung mit 18 Jahren, und zwei junge Unabhängige, von Murray McDavid und Signatory Vintage. Alle drei wurden übrigens im letzten Jahr abgefüllt und sollten so auch noch im Handel zu finden sein.
Hier die durchwegs guten Wertungen der Verkostung:
Abfüllung
Punkte
Tullibardine 18 yo 2005/2023 (43%, OB, bourbon and sherry)
Tullibardine 8 yo 2015/2023 (57.1%, Signatory Vintage, 100 Proof, 1st fill oloroso butt)
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Untenstehend haben wir für Sie eine kleine Galerie mit Ansichten der Destillerie aus dem Jahr 2022 von Jochen Wied eingefügt – und wünschen Ihnen einen schönen und erfolgreichen Tag!
Mehr ist manchmal weniger – so könnte man das Ergebnis der Anhebung der Alkoholsteuer in UK beschreiben, wenn man den Zahlen in einer Studie der Scotch Whisky Association (SWA) folgt, die heute in einem Artikel auf The Spirits Business veröffentlicht wurden.
Der britische Kanzler Jeremy Hunt hatte die Steuern auf Alkohol in Großbritannien mit 1. August des Vorjahres um 10,1% angehoben – sie bleibt auf diesem Niveau bis August 24 eingefroren. Man würde vermuten, dass die Einnahmen dadurch gestiegen wären, aber das Gegenteil ist der Fall: Sie sind laut der Analyse der SWA auf 1,87 Milliarden Pfund gesunken, ein Rückgang von 5% und ein Verlust an Einnahmen trotz Steigerung der Steuern um 98 Millionen Pfund.
Laut Scotch Whisky Association ist die Last an Steuern auf Spirituosen in UK eminent: es ist der vierthöchste Steuersatz in Europa und der höchste unter den G7. Die britische Steuer auf eine Flasche schottischen Whisky zum durchschnittlichen Preis beträgt 75 %.
Nun fordert man seitens der SWA, dass die Steuern wieder gesenkt werden, um die öffentlichen Finanzen und die Pubs sowie die Unternehmen zu unterstützen:
“Since increasing duty by 10.1%, tax revenue has fallen sharply. There is an inescapable conclusion – the tax rise hasn’t worked and the chancellor should cut alcohol duty in the budget on 6 March. Doing so will support the public finances and businesses, including pubs and restaurants. The chancellor should also remember that Scotch whisky and spirits represent a third of hospitality alcohol sales – so, if he wants to back pubs, then he needs to cut all alcohol duty, not just products coming out of a tap under his ‘Brexit pubs guarantee’.”