Südlich von Belfast entsteht gerade die nächste Brennerei in Irland, oder um hier exakter zu sein, in Nord-Irland: The Hinch Distilleryin Ballynahinch. Insgesamt £ 15 Mio. investiert die Hinch Distillery Ltd in ein zweistöckiges Gebäude, das eine Whiskey- und Gin-Brennerei beheimaten wird. Hinter dieser Brennerei steht unter anderem der nordirische Geschäftsmann Terry Cross. Er war 1981 Mitbegründer der Delta Print and Packaging Company in Belfast. Vor drei Jahren wurde dieses Unternehmen von einem finnischen Unternehmen für £ 80 Mio. übernommen. Und bereits drei Monate nach diesem Deal entstand die Hinch Distillery Ltd.
Die geplante The Hinch Distillery umfasst neben den Anlagen zur Produktion der Spirituosen Whiskey und Gin auch noch eine Abfüllanlage, Lagerräume und Büros. Dazu kommt noch ein Besucherzentrum mit einem Café, einem Restaurant und einem Pub. Das Unternehmen geht davon aus, dass bis zu 100.000 Besucher die Brennerei jährlich besuchen könnten. Bereist im nächsten Sommer sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.
Mit ihren eigenen Produkten, dem Gin Ninth Wave und dem Irish Whiskey Hinch, ist man bereist auf 15 internationalen Märkten vertreten. Diese Spirituosen wurden, wie bei vielen anderen neu entstehenden Brennereien in Irland auch, von anderen nicht näher benannten destillerien in Irland produziert. Doch bereits im Frühjahr möchte man vor Ort mit der Herstellung eines eignen Gins beginnen können. Und für die Herstellung des eigenen Hinch Irish Whiskey ist der gebürtige Belfaster Aaron Flaherty verantwortlich. Der Head Destiller der Hinch Distillery blickt auf eine 15-jährige Berufserfahrung unter anderem bei Bushmills und verschiedenen schottischen Brennereien zurück.
Douglas Laing und das Bremer Spirituosen Contor veröffentlichen drei Einzelfassabfüllungen exklusiv auf dem deutschen Markt. Unter dem Titel „Time for Whisky Adventures“ wurden speziell dunkle Sherryabfüllungen gesucht und abgefüllt. Darüber informierte uns heute das Bremer Spirituosen Contor in ihrer Pressemitteilung, die wir hier mit Ihnen teilen:
Time for Whisky Adventures – Douglas Laing veröffentlicht drei Sherrybomben exklusiv in Deutschland
Bremen, 20.11.2019. Der unabhängige, schottische Abfüller Douglas Laing & Co. und das Bremer Spirituosen Contor veröffentlichen pünktlich zur kalten Jahreszeit drei ausgewählte Einzelfässer exklusiv auf dem deutschen Markt. Unter dem Titel „Time for Whisky Adventures“ wurden Fässer der Destillerien Auchentoshan, Blair Athol und Benrinnes ausgewählt. Die Voraussetzung war ein möglichst dunkler Whisky mit einem möglichst hohen Sherryanteil. Jede dieser Sherrybomben überzeugt mit einer schönen dunkel schimmernden Farbe und wurde in Fassstärke, ungefärbt und nicht kältefiltriert abgefüllt. Die drei Whiskys aus den Regionen Lowlands, Highlands und der Speyside laden Sie auf eine abenteuerliche Entdeckungsreise durch Schottland ein. Time for Whisky Adventures!
Benrinnes 16 Y.O. Old Particular Single Cask
0,7l / 56,5%
Reifung in einem Sherry Butt
Limitiert auf 262 Flaschen
76,99€ UVP Tastingnotes:
In der Nase süßliches Leder mit Zimtstangen, Feigen und saftigen Pflaumen. Am Gaumen ein wahrer Sherry Hochgenuss mit dunklen Früchten und Schokolade. Der lange Abgang ist geprägt von süßen Kakaonoten, roten Äpfeln und braunem Zucker.
Blair Athol 22 Y.O. Old Particular Single Cask
0,7l / 52,1%
Reifung in einem Sherry Butt
Limitiert auf 594 Flaschen
147,99€ UVP
Tastingnotes:
In der Nase würzige Eiche gefolgt von gerösteten Marshmellows und Butterkeksen. Wärmend am Gaumen mit einer holzigen Würze und einer fruchtigen Süße von Herbstfrüchten. Der Abgang ist lang und fruchtig mit einer feinen Endnote von cremigem Karamell.
Auchentoshan 22 Y.O. Old Particular Single Cask
0,7l / 56,9%
Reifung in einem PX Sherry Butt
Limitiert auf 245 Flaschen
159,99€ UVP
Tastingnotes:
In der Nase Aromen von süßem Getreide, saftiger Honigwabe und gerösteten Mandeln. Am Gaumen gefolgt von trockener Eiche, kräftiger Vanille und grünen Äpfeln. Der Abgang ist lang und warm mit braunem Zucker und Zitrus.
In diesem Jahr stellte Balblair ihr Portfolio um. Bisher wies das auf der Flasche angegebene Jahr der Destillation das Alter des Whiskys aus. Seit dem Frühjahr (wir berichteten) befinden sich nun die klassischen Altersangaben auf den Abfüllungen von Balblair.
Grund genug für Serge Valentin, sich heute Balblair zu widmen. Für den neuen Balblair 12 yo in seiner heutigen Verkostung sucht er noch den passenden Partner eines unabhängigen Abfüllers. Fündig wird er bei Cadenhead. Der 8-jährige aus der Small Batch Reihe des Indies ist vier Jahre jünger und mit einem höheren Alkoholgehalt. Und was als Duett gedacht, entwickelt sich zu einem einseitigen Auftritt. Denn Serge Valentin lobt den jungen Balblair in den höchsten Tönen. Sein Fazit: In bestimmten Fällen kennen Spitzenleistungen kein Alter.
Die beiden heutigen Balblair auf Whiskyfun in der Kurzübersicht:
Balblair 12 yo (46%, OB, +/-2019) 79 Punkte
Balblair 8 yo 2011/2019 (57.8%, Cadenhead, Small Batch, 648 bottles) 89 Punkte
Dies ist in zehn Jahren Ralfy und seinen Verkostungs-Videos noch nie passiert. Nur einen Tag, nach dem er seine Review des Glenlivet 15yo French Oak veröffentlichte, publiziert Ralfy Mitchell ein zweites Video zu dieser Abfüllung – mit einer neuen Bewertung.
Was war passiert? Eigentlich bereitete Ralfy alles für die nächste Verkostung und das folgende Video vor. Vom vorherigem Tasting befand sich noch ein kleiner Rest des Glenlivet 15yo French Oak im Glas. Und beim diesem kleinen Rest, der länger an der Luft verweilen konnte, fielen ihm nun Noten und Aromen auf, die beim vorherigen Tasten nicht zum Vorschein kamen. In seiner Review #802 revisited erklärt Ralfy die Herkunft dieser Noten ausführlich. Und natürlich auch erläutert er in diesem 11 ein halb Minuten dauernden Video, warum der Glenlivet 15yo French Oak nun eine Abwertung erhält. Sein Video finden Sie sowohl auf Youtube als natürlich ebenso im oberen Bereich unseres Posts.
Wer noch einen Whisky-Wunsch auf dem Wunschzettel für das Weihnachtsfest frei hat, könnte möglicherweise bei der diesjährigen Whisky-Auktion bei Bonham’s kurz vor Weihnachten fündig werden. Unter den 515 Losen (die Sie hier auf einem Blick finden) finden wir die bei solchen Auktionen üblichen Verdächtigen wie Black Bowmore 1964 aus der Final Edition sowie verschiedene hochpreisige Abfüllungen der Brennereien The Macallan und Highland Park. Aus den Angeboten heraus ragt jedoch eine Flasche des The Macallan Millennium Decanters. Dieser Whisky wurde 1949 destilliert und nach 50 Jahren anlässlich des Jahrtausendwechsels in einer Auflage von 900 Stück abgefüllt. Bonhams erwartet, dass bei dieser Flasche erst bei 27.000 bis 29.000 € der Hammer fällt. Doch auch für den etwas kleineren Geldbeutel finden sich adäquate Angebote, die allerdings alle im dreistelligen Euro-Bereich beginnen. Der Whisky Sale findet am 10 Dezember 2019 statt und beginnt um 11:00 Uhr GMT.
Das Erscheinen haben wir ja bereits im August angekündigt – nun ist es auch offiziell soweit: The Balvenie DCS Compendium Chapter 5, das Finale der Serie zu Ehren von David Stewart, dem Malt Master bei The Balvenie, ist erschienen. Es nennt sich „The Malt Master’s Indulgence“ und beschäftigt sich thematisch mit der Freiheit des Malt Masters, nach seinem Wissen und seiner Erfahrung alleine Entscheidungen zu treffen und Fässer auszusuchen. Im Originaltext liest sich das so:
This chapter is a selection of casks that represent David Stewart’s career and his great skill in recognising casks that are destined for greatness.“I work for a family company and I’m allowed just to hold on to whisky, not always knowing what I’m going to do with it but not forced to bottle it at a saleable age, we just let it mature on.” The casks reflect the many milestone years throughout David’s career – from the year he started at William Grant and Son’s to the year of the launch of the now iconic Balvenie Classic. One of the unusual casks in this chapter is a Fino Sherry Butt – David Stewart explains “it has produced a very different taste sensation from what’s normally expected” – exactly the kind of cask that David feels lucky to be able to keep and nurture until it reveals its special secrets.
Folgende fünf Abfüllungen finden sich im Kompendium:
1962, Aged 56 years – Cask No. 5575, European oak Oloroso sherry hogshead, filled June 29th, 1962: 42.1% ABV, £32,000
1962 was the year that I started at William Grant and Sons so it was important that this year played its part in the last chapter of the compendium. This cask is a treasure, with plenty of sweetness as well as spice.
NOSE Fragrant fruity and honeyed, ending on a delicate spiciness.
TASTE Rich, velvety with toffee, honeycomb, vanilla, orange peel and ginger.
FINISH Sweet, citrussy and gentle spices
1974, Aged 44 years – Cask No. 17706, Refill American oak barrel, filled December 9th, 1974: 51.3% ABV, £17,000
This was the year that I was promoted to the role of Master Blender responsible for the quality of the Grants Blended Whisky as well as the Glenfiddich and Balvenie single malts.
NOSE Luscious malty notes, honeyed orange peel, vanilla, maple syrup and gentle oak spices.
TASTE Syrupy, with citrus notes – balanced by runny honey and a cinnamon spiciness.
FINISH Syrupy with tangy citrus and creamy vanilla.
1983, Aged 35 years – Cask No. 4483, Refill American oak hogshead, filled September 27th, 1983: 42.0% ABV, £3,500
This was the year that we launched the Balvenie Classic, a Sherry cask finish that I was experimenting with in 1982.
NOSE Malty, brown sugar, vanilla and butterscotch.
TASTE Candied orange and lemon peel, heather honey, and ground ginger.
FINISH Lush and creamy with warming spices.
2001, Aged 18 years – Cask No. 9325, European oak Fino sherry butt, filled April 25th, 2001: 63.5% ABV, £800
Not once since The Balvenie was first released in the early 70’s have we released a Fino Sherry Butt. Happily, there is a first time for everything! It has produced a very different taste sensation from what’s normally expected.
NOSE Gorgeous orchard fruits, stewed plums, and dried apricots.
TASTE Orange and salted caramel, grapefruit, spiced apple and a creamy toffee sweetness.
FINISH Orchard fruits and a creamy malty sweetness.
2002, Aged 16 years – Cask No. 12147, First-fill American oak bourbon barrel, filled September 18th, 2002: 53.9% ABV, £700
This single barrel was the very first barrel filled with the Peated new make spirit back in 2002. We have taken one week every year since then to make a Balvenie peated run of new spirit.
NOSE Sweet peat balances lemon zestiness, with oak vanilla, honey and gentle ginger spiciness.
TASTE Wisps of smoke and chewy toffee, oak vanilla, honey and ginger.
FINISH Delicate peat and a malty citrus sweetness.
Die norwegische Myken Destilleri 25km nördlich des Polarkreises ist aufmerksamen Lesern von Whiskyexperts keine unbekannte. Und auch dass Pinkernells Whiskymarket offizieller Importeur der Produkte aus dem hohen Norden ist, haben wir bereits berichten dürfen.
Nun kündigt der Importeur und Distributor von Myken mit dem Peated Sherry 2019 eine neue, limitierte Abfüllung an – alle Infos dazu nachfolgend in der Presseinfo:
Norwegische Spirituosen für den Winter
Pinkernells Whisky Market freut sich, gemeinsam mit Myken den neuen Peated Sherry auf den deutschen und österreichischen Markt zu bringen.
Die Whiskyfreunde werden an dem limitierten „Peated Sherry 2019“ sicherlich ihre Freude haben. Die Kombination aus Torfrauch und süßwürziger Sherryfasslagerung ist in jedem Fall gut geeignet, um uns durch die kalte Jahreszeit zu bringen. Der für Myken typische skandinavische Einschlag rundet dieses Paket hervorragend ab.
Der „Peated Sherry 2019“ ist auf 550 Flaschen limitiert und somit noch rarer, als sein beliebter Vorgänger – der „Hungarian Touch 2019“.
Arctic Single Malt Peated Sherry 2019
Alter: 3 Jahre
Flaschen: 550
Alkoholstärke: 47%
ppm: 35 (am Malz)
Flaschengröße: 0,5l
UVP: 79,00 € (158,- €/Ltr.)
Fässer: 7x 40 Liter Ex-Sherry (seasoned Oloroso)
Der Myken Arctic Single Malt wurde mit entsalztem Meerwasser aus der kommunalen Wasseranlage Mykens auf seine 47% verdünnt.
In Deutschland hat Kammer-Kirsch den Vertrieb des ersten israelischen Single Malt Whiskys übernommen – der erste Whisky der Milk & Honey Distillery für Deutschland wird zwar noch bis Anfang 2020 auf sich warten lassen, aber schon jetzt gibt es New Make und einen Young Single Malt. Besucher der Interwhisky in Frankfurt können sich aber schon auf eine Vorab-Abfüllung eines Single Casks freuen.
Anbei die Pressemitteilung, die wir von Kammer-Kirsch erhalten haben:
M&H Distillery stellt den ersten israelischen Single Malt Whisky vor
Destillerie Kammer-Kirsch übernimmt den Import und Vertrieb in Deutschland
Die 2012 gegründete M&H Distillery ist Israels erste Whiskybrennerei. Das Team der M&H Distillery konzentriert sich vollkommen auf handwerkliche Prozesse und produziert mit großer Leidenschaft hochwertige Spirituosen. Auf dem deutschen Markt ist aus ihrem Sortiment ein New Make, ein Young Single Malt und der Levantine Gin erhältlich. Anfang 2020 wird dann der erste Single Malt Whisky Israels hinzukommen und in einer ersten Allokation in Deutschland verfügbar sein. Exklusiv für die InterWhisky in Frankfurt am Main wird bereits im November 2019 vorab ein erstes Single Cask des Single Malt Whiskys abgefüllt und auf der Whiskymesse vorgestellt.
Die M&H Distillery befindet sich in der pulsierenden Stadt Tel Aviv, die mit einer Reihe von Cocktailbars und Restaurants, die in den letzten Jahren eröffnet wurden, zu einem Ziel für anspruchsvolle Gastronomie-Liebhaber geworden ist.
Aufgrund des heißen Klimas mit hoher Luftfeuchtigkeit reift der Whisky der M&H Distillery sehr schnell und interagiert stark mit dem Holzfass. Dies verleiht selbst einem jungen Destillat viel Geschmack und Eigenschaften eines Whiskys, der sonst in kälterem Klima viel länger reifen müsste. Der aktuelle Young Single Malt wird in drei Fassarten (Bourbon, Rotwein und Islay) gelagert und bietet intensive Noten von schwarzen Kirschen und roten Beerenfrüchten mit Noten von Vanille, Zuckerwatte und einer dezenten Rauchigkeit.
Die Single Cask Exclusive Edition InterWhisky reifte in einem Ex-Bourbon-Fass und wurde anschießend in einem Pedro-Ximénez-Sherryfass veredelt. Dieser ausgewogene und vollmundige Single Malt Whisky zeichnet sich durch sein weiches und zartes Schokoladenaroma aus. Diese limitierte Auflage umfasst nur 100 Flaschen und gibt einen Vorgeschmack auf die für Anfang 2020 geplante Markteinführung des M&H Single Malt Whisky Classic.
Ebenfalls im Kernsortiment der M&H Distillery befindet sich der preisgekrönte Levantine Gin, der mit heimischen Botanicals wie Za’atar, Zitronenschale, Orange und Zitronenverbene überzeugt. Die Brennerei bietet auch einen New Make an, der die Grundlage für alle M&H-Destillate ist, einschließlich des Young Single Malt und des Levantine Gin.
Weitere Informationen über die M&H-Destillerie finden Sie unter www.mh-distillery.com.
Mitte November reiste ein Teil der Redaktion von Whiskyexperts nach Dublin in Irland, um dort einige Brennereien zu besuchen, darunter auch die neue Roe & Co Distillery von Diageo, gelegen in den Liberties und nicht unweit des Standortes der alten, damals weltgrößten und jetzt komplett abgerissenen Roe & Co Brennerei. Davon möchten wir hier berichten.
Bevor wir uns die Destillerie genauer ansehen, hier ein knapp 2 Minuten langes Video, das die Geschichte von Roe & Co anhand einer riesigen Schautafel, die das Stiegenhaus der Brennerei ziert, auflistet. Denn diese Geschichte ist durchaus interessant – und gekennzeichnet von vielen Hochs und Tiefs. Dazwischen sieht man im Video auch die typische Flasche der Abfüllungen von Roe & Co – und die Inspiration für die Flaschenform:
Die heutige Heimat der Destillerie Roe & Co ist ein ehemaliges Kraftwerk, das die Guinness-Brauerei mit Energie versorgte. Der industrielle Bau wurde mit viel Fingerspitzengefühl zu einer modernen und interessanten Brennerei umgebaut:
Die drei Stills (Vision, Virtue und Value) für die Dreifachdestillation sind von außen bereits gut zu sehen und bilden einen Blickfang für vorbeigehende Passanten.
Im Besucherzentrum, das mit viel Gefühl für Markenbranding und Stil eingerichtet ist, sehen wir uns zunächst einmal ein wenig um. Hier gibt es ein kleines Café, jede Menge Merchandise und schon durchaus Informatives zur Brennerei selbst, zum Beispiel auf den Fenstern in den Still Room.
Wir kennen ja auch aus unseren Ländern den Blend von Roe & Co – im nachstehenden Bild sehen Sie die nur in Irland und vornehmlich in der Brennerei erhältliche Komplementärabfüllung, in der das Verhältnis von Grain und Malt umgedreht ist und vornehmlich gut gereifter Whiskey aus Port Pipes zu finden ist. Natürlich ist alles in der Flasche ebenso gesourct wie es das in der weiter verbreiteten Abfüllung ist, denn destilliert wird bei Roe & Co erst seit Juni dieses Jahres, kurz vor der offiziellen Eröffnung der Brennerei für das Publikum am 21. Juni 2019.
Bevor wir nun zur Anlage selbst kommen, ein interessanter Hintergrundaspekt, der sich vielleicht auch schon durch das Styling und die Produktauswahl aufdrängt: Bei Roe & Co hat man nicht den typischen Whiskey- oder Whiskytrinker im Visier, sondern eine für die gesamte Branche auch unserer Meinung nach sehr wichtige Zielgruppe, die momentan aber erst ansatzweise gut bedient wird: Es geht um Menschen, die Whiskey über Mixgetränke kennenlernen und ihre Genussgewohnheiten auch in dieser Schiene kultivieren. Wichtig sind sie deshalb, weil sie sozusagen den Nachwuchs darstellen, und auch geänderte Konsumgewohnheiten repräsentieren.
Wie man dem bei und mit Roe & Co begegnet, dazu etwas später mehr. Nun aber folgen wir unserem Guide Wayne Devlin in den ersten Stock über eine Brücke quer durch den Still Room. Die Brennblasen, die Wash Backs und den Mashtun kann man nämlich aus Sicherheitsgründen nur von dort betrachten – hat aber dafür einen fantastischen Ausblick auf die Gerätschaften:
Oben ist die Wash Still „Vision“ mit 14.000 Liter, hier wird der Alkohol auf 21% destilliert. Nachfolgen die Intermediate Still „Virtue“ mit 6.600 Liter. Der Cut erfolgt bei 50-80% Alkoholstärke.
Ein kurzer Blick nochmals über die Brennblasen hier im nachfolgenden Video:
Auch auf den Mash Tun und die Washbacks werfen wir noch einige Blicke von der Brücke aus. Übrigens: Alle Kupferteile wurden in der Diageo-eigenen Werkstatt der Abercrombie Coppersmiths gefertigt.
Für am Technischen und dem Produktionsablauf Interessierte erzählt Wayne in den nachfolgenden beiden kurzen Videos mehr darüber:
Wir haben ja schon erzählt, dass der Whiskey von Roe & Co für die Whiskyfreunde gedacht ist, die ihm vor allem in Bars und in Mixgetränken kennenlernen. Dementsprechend hat sich Master Blender Caroline Martin auch bemüht, den Whiskey so zu komponieren, dass er in Cocktails gut zur Geltung kommt, ohne sie zu dominieren. Wie viel Arbeit hinter so einem Bemühen steckt, hat man bei Roe & Co in einem eigenen Raum dokumentiert.
In der nun zu sehenden Bottle Wall sind alle Schritte dokumentiert, die letztendlich zur Roe & Co Abfüllung geführt haben:
Über 100 Komponenten wurden von Caroline Martin ausprobiert, verworfen, neu zusammengestellt – und als man mitten im Prozess erkannte, dass der gewünschte mixfähige Whiskey besser 45% Alkoholstärke haben sollte als 40%, hat man nochmals auf Anfang gestellt, weil ein einfaches Hochleveln des Alkoholanteils natürlich nicht funktionierte.
Der Raum lässt den Besucher auch sehr gut die Hauptaromen von Roe & Co anhand eines kleinen Tasting Sets erkennen, ebenso wie die Hauptbestandteile der Malt- und Grainkomponenten:
Der Bezug zum Mixen wird bei Roe & Co auch in einem kleinen Mixkurs, den man im Rahmen des Besuches machen kann, nochmals deutlich herausgestrichen. Dazu kommt man in einen eigenen Raum, wo man zunächst aus den fünf Hauptgeschmacksrichtungen seine bevorzugte herausfinden kann.
Danach mixt man einen Cocktail mit dieser Hauptrichtung, kostet ihn, und fügt dann Roe & Co hinzu. Und tatsächlich ist Roe & Co ein Whiskey gelungen, der alle Geschmacksrichtungen unterstreicht, ohne sie zu verändern oder zu überdecken.
Zur anderen Seite sieht man in einen unveränderten Raum des ehemaligen Kraftwerks, und hinaus auf die Anlagen von Guinness. Im leeren Raum lebten einst 1000 Tauben, jetzt vor allem eine Fuchsfamilie, die unter den Tauben ordentlich aufgeräumt hat.
Wir haben in ihr nochmals den Distillery-Whisky sowie zwei Einzelfassproben, die unverkäuflich sind, verkosten können.
Auch wenn Roe & Co sich an das Bar-Publikum richtet, muss man den Whiskeys, egal in welcher Ausprägung, dennoch auch sehr beeindruckende Trinkbarkeit als „Solo-Vergnügen“ attestieren. Einem guten Whiskey ist es egal, wofür er gedacht ist – er macht Freude.
Später am Abend kommen wir noch einmal an der Destillerie an der James‘ Street vorbei, und am St. Patrick’s Tower, dem letzten Überbleibsel der letzten Blüteperiode irischen Whiskeys in den Liberties in Dublin.
Sollten Sie also einmal nach Dublin kommen (und das zahlt sich allein der Stadt wegen immer aus), dann planen Sie einen Besuch bei Roe & Co unbedingt ein. Die Brennerei ist nicht nur sehenswert, sondern auch in unmittelbarer Nachbarschaft anderer sehenswerter Brennereien wie Pearse Lyons, Teeling – von der Brauerei Guinness ganz zu schweigen….
Und tatsächlich kommt auch die heutige Verkostung von Serge Valentin auf Whiskyfun noch knapp vor Mittag online – diesmal geht es um zwei Whiskys aus der Highland-Destillerie Aberfeldy.
Beide Abfüllungen stammen aus Fässern, in denen zuvor Rotwein (einmal aus Bordeaux, Nummer zwei dann fortifizierter Marsala-Wein) lagerte, und beide schneiden in der Verkostung gut ab, wobei der Offizielle, der neue Aberfeldy 15 yo ‘French Red Wine’ die Nase ganz leicht vorne hat:
Aberfeldy 15 yo ‘French Red Wine’ (43%, OB, batch #2919, 2019): 87 Punkte
Aberfeldy 2000/2018 (50.7%, Malts of Scotland, finished in a Marsala hogshead, cask #MoS18029, 321 bottles): 86 Punkte
Zwei Abfüllungen aus der Destillerie Bladnoch, und zwar aus frühen und sehr frühen Zeiten, haben es gestern spät noch auf die Seite von Serge Valentin geschafft – wir reichen sie heute schnell nach, bevor uns Serge unter Umständen mit neuen Verkostungen überholt.
Hier also die beiden – übrigens excellent bewerteten – Abfüllungen aus der Lowland-Destillerie, die Serge verkostet hat:
Bladnoch 22 yo 1992/2014 (51.6%, The Nectar of The Daily Dram): 89 Punkte
Bladnoch 32 yo 1958/1990 (44.5%, Duthies): 93 Punkte
Die Brennerei Bladnoch in den Lowlands ist die südlichste Destillerie Schottlands
Qualitätssicherung und Diebstahlschutz auch für den Käufer verspricht sich Die Whiskybotschaft, der bekannte Whiskyfachhändler aus Kerken am Niederrhein, von einer Maßnahme, die man ab sofort bei hochpreisigen Abfüllungen zur Anwendung bringen wird: Man beginnt dort, solche Flaschen außen mit einer künstlichen DNA zu versehen, mit deren Hilfe man die Flasche auch nach vielen Jahren eindeutig identifizieren kann.
Mehr dazu in der nachfolgenden Pressemitteilung, die wir von der Whiskybotschaft erhalten haben:
Die Whiskybotschaft führt künstliche DNA ein
Schutz für seine Kunden und Selbstschutz für die Whiskybotschaft verspricht sich Tim Tünnermann, Geschäftsführer der Whiskybotschaft GmbH & Whisky Investments GmbH in Kerken.
Künstliche DNA ist eine undurchsichtige Flüssigkeit, die einen einmaligen Code enthält, welcher in einer Datenbank kostenlos bis zu 5 Jahren gesichert wird. Ein Tropfen dieser Flüssigkeit wird an der Flasche angebracht und ist nur durch UV Licht und Mikroskop zu entdecken.
Wird eine Flasche entwendet und dies der Polizei mitgeteilt, kann die Kripo bei Auffinden gestohlener Flaschen diese über die Datenbank den Besitzer ermitteln.
Für den Käufer erhöht sich damit die Chance, seinen Whisky wiederzubekommen, da der Eigentumsnachweis einfach ist und die Polizei die Flasche dem Besitzer zuordnen kann.
Sollten Kunden nach ein paar Jahren ihren Whisky wieder über die Whiskybotschaft verkaufen wollen, können diese einwandfrei nachweisen, dass die Flasche in der Whiskybotschaft gekauft wurde. Das steigert den Wert des Whiskys nicht unerheblich.
Die künstliche DNA wird hauptsächlich bei teuren Flaschen eingesetzt, da in der Regel limitierte Anfüllungen oder ältere Whiskys von Dieben bevorzugt gestohlen werden.
Dass man für Scotch oft tief in die Tasche greifen muss, ist kein Geheimnis. Dass es aber auch bei amerikanischen Whiskeys echte Super-Premium-Produkte gibt, fällt bei uns in Europa nicht oft auf, denn diese kommen selten bei uns auf den Markt.
Wer den unten beschriebenen Michter’s Celebration Sour Mash Whiskey in der Sammlung haben will, der muss wohl auch in den USA versuchen, eine der 277 Flaschen zu erwerben – und das zu einem Preis von 5.000 Dollar pro Flasche.
Was es über den Verschnitt von sechs Whiskey- und Ryefässern, die zwischen etwas über 10 und 30 Jahre Zeit zur Reife hatten, zu sagen gibt, erfahren Sie aus der untenstehenden Presseaussendung:
Michter’s bringt erstmals seit drei Jahren wieder seinen Celebration Sour Mash Whiskey auf den Markt
LOUISVILLE, Kentucky, 19. November 2019 /PRNewswire/ — Nach drei Jahren Pause wird es im Dezember 2019 wieder eine Abfüllung des Celebration Sour Mash Whiskey von Michter’s geben. Die diesjährige Abfüllung von Michter’s Celebration ist ein Verschnitt aus Whiskeys, die aus sechs sorgfältig ausgewählten Fässern entnommen wurden.
„Die Arbeit an meiner ersten Celebration-Abfüllung hatte für mich geradezu etwas liebevolles. Am Ende habe ich mich für eine Whiskey-Auswahl aus zwei Fässern mit Kentucky Straight Bourbon und vier Fässern mit Kentucky Straight Rye aus unserem Lager entschieden. Jede Celebration-Abfüllung ist etwas Besonderes und einzigartig, und die Abfüllung in diesem Jahr unterscheidet sich eben auch von derjenigen von 2016, bei der der Whiskey aus drei Bourbon-Fässern und drei Rye-Fässern stammte“,
sagte Dan McKee, Chefbrenner von Michter’s.
Um die perfekten Fässer für Michter’s Celebration zu finden, wird unglaublich viel Sorgfalt aufgewendet. Die Reife-Meisterin von Michter’s, Andrea Wilson, konnte feststellen:
„Es geht nicht einfach nur darum, dieses eine großartige Fass ausfindig zu machen und es mit dem anderen großartigen Fass zusammenzubringen. Es geht darum, fantastische Fässer auszusuchen, die derart gut zusammenpassen, dass am Ende ein Ergebnis dabei entsteht, dass großartiger ist als bloß die Summe der einzelnen Teile. Die einzelnen Whiskeys, die in der 2019er Abfüllung zusammenkommen, wurden zwischen etwas über 10 Jahre bis zu über 30 Jahre gelagert.“
Als der Celebration Sour Mash Whiskey von Michter’s 2013 erstmals auf den Markt kam, war das in der Geschichte des Whiskeys in den Vereinigten Staaten ein bedeutender Moment. Zum ersten Mal bot eine amerikanische Whiskey-Brennerei einen Blend mit geringer Auflage zu einem empfohlenen Einzelhandelspreis von mehreren tausend Dollar an. „Damals hatten wir bei Michter’s die Idee, dass ein großartiger Whiskey aus den USA definitiv ein würdiger Gegner für die edelsten Brände aus anderen Weltgegenden sein kann, und deshalb haben wir die erste Abfüllung des Michter’s Celebration Sour Mash Whiskey auf den Markt gebracht“, merkte der Präsident von Michter’s, Joseph J. Magliocco, an.
Von der 2019er Auflage des Michter’s Celebration wird es weltweit gerade einmal 277 Flaschen geben. Der Alkoholgehalt des Whiskeys liegt bei 115,6 Proof / 57,8 % Vol. und soll mit einem empfohlenen Einzelhandelspreis von 5.000 US-Dollar in den Vereinigten Staaten in den Handel kommen.
Michter’s, das seinen Sitz in Louisville hat, kann bei Herstellung und Vertrieb von traditionellen amerikanischen Whiskeys mit kompromissloser Qualität auf eine lange Geschichte zurückblicken. Zum hoch gelobten Produktangebot von Michter’s, bei dem jedes einzelne, in limitierter Auflage hergestellte Erzeugnis zu seiner höchsten Reife gebracht wird, gehören Bourbon-, Rye- und American Whiskeys.
Der deutsche Importeur Kirsch Whisky hat uns über fünf neue Einzelfassabafüllungen aus der Speyside-Brennerei Glenallachie informiert, mit denen man in den nächsten Tagen und Wochen im deutschen Fachhandel rechnen darf. Wir haben hier für Sie alle Eckdaten samt den offiziellen Tasting Notes gesammelt:
GlenAllachie 2006/2019 Virgin Oak
Single Cask Europe Batch #2
13 Jahre
Dest. 19.04.2006
Abgef. 08/2019
Gereift im Virgin Oak Barrel
Fassnr. 1395
270 Flaschen
60,7 % Vol.
Nicht gefärbt
Nicht kühlfiltriert
Tasting Notes:
In der Nase Butterscotch, Kochbanane, Orangenschale und Muskat. Am Gaumen intensive Wellen von Heidehonig, Butterscotch und Feigen mit Zimt und Orangenschale im Hintergrund.
GlenAllachie 2006/2019 PX Puncheon
Single Cask Europe Batch #2
13 Jahre
Dest. 18.05.2006
Abgef. 08/2019
Gereift im PX Puncheon
Fassnr. 4522
703 Flaschen
60,8 % Vol.
Nicht gefärbt
Nicht kühlfiltriert
Tasting Notes:
In der Nase Orangenschale, Heidehonig und Minze mit wundervollen Noten von dunkler und Schokolade und Zimt. Am Gaumen pulsierend mit dunkler Schokolade, Mokka und getrockneten Früchten mit Wellen von Heidehonig, Sirup, Orangenschalen und ein Hauch Euklalyptus.
GlenAllachie 2006/2019 Oloroso Puncheon
Single Cask Europe Batch #2
12 Jahre
Dest. 30.05.2007
Abgef. 08/2019
Gereift im Oloroso Puncheon
Fassnr. 4573
704 Flaschen
61,2 % Vol.
Nicht gefärbt
Nicht kühlfiltriert
Tasting Notes:
In der Nase Kochbananen, Zwetschgen und Maltbonbons, mit frischen Orangenschalen und Zimt. Am Gaumen dunkle Schokolade, Sirup und Rosinen, durchzogen mit frischen Orangenschalen, Honig und Zimt.
GlenAllachie 2006/2019 Madeira Hogshead
Single Cask Europe Batch #2
12 Jahre
Dest. 01.05.2007
Abgef. 08/2019
Gereift im Madeira Hogshead
Fassnr. 3772
289 Flaschen
60,9 % Vol.
Nicht gefärbt
Nicht kühlfiltriert
Tasting Notes:
In der Nase Kochbananen und Ananas mit Orangenschalen, Rosinen und Minze. Am Gaumen eine Verbindung von Ananas, Orange und Sulatninen mit einem Balance aus Zimt, Minze und Eukalyptus.
GlenAllachie 2006/2019 Port Pipe
Single Cask Europe Batch #2
12 Jahre
Dest. 01.05.2007
Abgef. 08/2019
Gereift im Port Pipe
Fassnr. 1860
638 Flaschen
58,7 % Vol.
Nicht gefärbt
Nicht kühlfiltriert
Tasting Notes:
In der Nase kommt einem zunächst eine ganze Obstplantage entgegen, dazu Malzbonbons und Orangeschalen mit Noten von Eukalyptus und frischer Minze. Am Gaumen Unmengen von Honig, Sirup, Zwetschgen und dunkler Schokolade mit Orangenschalen, Zimt und einem Hauch Grapefruit.