Wer sich ein wenig mit der Geschichte des Whiskys beschäftigt, vor allem mit jener des Whiskys aus Sherryfässern, der wird am Begriff „Paxarette“ nicht vorbeikommen. Und wer schon einmal alte Sherryfass-Abfüllungen aus den Zeiten vor 1990 gesehen hat (da wurde Paxarette dann verboten), könnte sich über die kräftige Farbe des Whiskys wundern, der nicht von Zuckercouleur stammte. Bis blutrot waren manche Whiskys aus Sherryfässern damals.

Das lag in einigen Fällen an Paxarette, einem – salopp gesagt – Sherrykonzentrat, das zur Behübschung und Geschmacksbeeinflussung zur Auffrischung in Sherryfässer für die Whiskyproduktion gegeben werden durfte. Wie häufig Paxarette eingesetzt wurde, ist Gegenstand von Spekulationen, da die Verwendung nicht angegeben werden musste, aber man kann mutmaßen, dass das nicht allzu selten der Fall war.

Ein recht interessanter Beitrag in scotchwhisky.com beleuchtet die Geschichte von Paxarette von den Anfängen bis zum Verbot im Jahr 1990, als es als unerlaubter Zusatzstoff deklariert wurde – und wirft die nach den aktuellen Änderungen der Regeln für schottischen Whisky und seine Fassreifung (wir berichteten hier) die interessante Frage auf, ob Paxarette nun doch wieder erlaubt sein könnte. Lesenswert in jedem Fall.

In der Bodega La Concha, die von Gustave Eiffel erbaut wurde. Photo credit: Ewan-M via Visualhunt / CC BY-SA