Ja, seltsame Schlagzeile – aber was soll man machen, wenn Serge Valentin sich nicht an seine eigene hält und das Duo schnell um eine dritte Abfüllung ergänzt? Eben. Und so haben wir heute über drei Abfüllungen aus der Lowland-Brennerei Auchentoshan zu berichten, zwei Original-Bottlings und eines von Cadenhead.

Der Three Wood kann das Gefallen von Serge nicht erringen, der 19 Jahre alte Auchentoshan von Cadenhead sehr wohl, und ebenso eine fassstarke Originalabfüllung des Auchentoshan 21yo aus dem Jahr 1997.

Hier die Abfüllungen in der Verkostung:

  • Auchentoshan ‘Three Wood’ (43%, OB, +/-2018): 79 Punkte
  • Auchentoshan 19 yo 1999/2018 (52.4%, Cadenhead, Small Batch, 258 bottles): 85 Punkte
  • Auchentoshan 21 yo 1975/1997 (55.4%, OB): 89 Punkte

Im Beitrag widerspricht Serge übrigens auch der manchmal von Whiskyfreunden artikulierten Vermutung, dass die Einsteigerwhiskys heutzutage besser seien als vor einigen Jahren. Serge meint, es sei eher eine Art Anspruchsmanagement: Das, was man sich leisten kann, hat auch gut zu sein. Wir bieten noch eine dritte Variante an: Heute sind viele Einsteigerwhiskys genau auf den Geschmack der Zeit abgestimmt – und was gefällig ist, gefällt. Oder wie sehen Sie das?

Die Destillerie Auchentoshan. Bild © Jochen Wied, Joe’s Tastings

1 KOMMENTAR

  1. Narürlich sind viele Einsteigerwhiskys auf den Zeitgeschmack abgestimmt, den Destillerien geht es doch haupsächlich um Profit und letztendlich sind diese Whiskys heute überwiegend auf additive, überwiegend sehr primitive und schnappreflexe auslösende Sekundäraromen getrimmt, wobei der eigentliche Spirit zusehends leider immer mehr in den Hintergrund tritt. Das allerdings als Kriterium für die Qualität eines Whiskys heranzuziehen halte ich für anmaßend und für eine Beleidigung der menschlichen Intelligenz. Da paßt dann der Spruch „Leute, esst mehr Dreck, Myriaden von Fliegen können sich nicht irren“ gut dazu. Oder kommt das beste Essen unter Hilfe von Fertigwürzmischungen der Nahrungsmittelindustrie zu Stande, bzw. von den unzähligen stinkenden Fast Food Tempeln, die genau nach dem oben beschrieben Schema arbeiten. Das essen zweifelsohne mehr Menschen als anständige frisch gekochte Nahrung, ohne auf die Idee zu kommen sie würden ein besonders hochwertiges Essen verspeisen.
    Da ich über eine kleine Whiskydatenbank verfüge und einige bis zu 20 Jahre alte Standards mit aktuellen Abfüllungen vergleichen kann, stimme ich Serge zu in seiner Meinung das die Standards früher besser waren.